1910 / 301 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Mannigfaltiges. Berlin, 23. Dezember 1910.

Jn der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten nahm vor Eintritt in die Tagesordnung der Oberbürgermeister Dr. Kirschner das Wort zu einer Erklärung, die die Angelegenheit des Stadtrats Dr. Münsterberg betraf. Wine Ausführungen zu dieser Sache in der vorigen Sitzung seien, wie Dr. Kirschner meinte, vielfa dahin verstanden worden, daß er gesagt habe, Dr. Münsterberg hätte wider besseres Wissen vershwiegen, daß in den diesjährigen Etat eingestellte Summen für Zwecke der Entsendung kranker Kinder in Heilstätten zur De>ung restierender Ausgaben aus dem vorigen Fahre ver:vendet worden seien. Dies beruhe auf einem“. Irrtum. Er. sei vielmehr überzeugt, daß der Stadtrat Dr. Münsterberg in gutem Glauben gehandelt habe. Es folgte der Entwurf eines Ortsstatuts über Einschränkung der Sonntags- arbeit in offenen Verkaufsstellen. Nah dem Statut dürfen in offenen Verkaufsstellen des Handelsgewerbes Ge- hilfen, Lehrlinge und Arbeiter abgesehen vom ersten MWeihnachts-, Oster- und Pfingsitage, an welhem ihre Beschäftigung überhaupt untersagt is an Sonn- und Festtagen nur von 7—10 Uhr Vormittags beschäftigt werden, soweit ni<ht Ausnahmen durch die hierfür zuständigen Behörden festgeseßt werden. Diese Einschränkung foll auf den Handel mit Nahrungs- und Genußmitteln sowie auf den Handel mit Blumen keine Anwendung finden. Die Vorlage wurde na< längerer Debatte, in der starke Meinungs- vershiedenheiten hervortraten, einem Ausschuß zur Vorberatung über- wiesen. Ebenso wie in der vorigen Frage gingen auch in der Frage . einer Erhöhung der Hundesteuer die Meinungen weit auseinander. Eine Magistratsvorlage sah eine Erhöhung der Hundesteuer von 20 #4 auf 30 # vor. Wie der Stadtrat Ledermann darlegte, beabsichtigt der Magistrat weder eine Luxus-, no< eine Finanzsteuer, sondern lediglich eine polizeiliche Maßnahme zur Verminderung der Hunde. Auch diese Borlage ging an einen Aus\{<huß. Eine große Reihe anderer Vorlagen wurde ohne Erörterung verabschiedet. Für die Beschaffung weiteren Wagenmaterials für die städtischen Straßenbahnen wurden die benötigten Summen bewilligt, ebenso die Kosten für die Anlage einer weiteren Haltestelle der Untergrundbahn Nord —Süd am Bahnhof Wedding der Stadt- und Ringbahn. Die Vorlage, betreffend die Auëgestaltung des Geländes des ehe- maligen Botanischen Gartens an der Potsdamer Straße und die Errichtung der Königskolonnaden auf diefem Gelände, erregte in der Versammlung einige Bedenken, deren Beseitigung einem Aus- usse vorbehalten wurde. Die Vorlage wegen Neuverpachtung des vöffentlihen Anschlagwesens wurde wegen der vorgerückten Zeit von der Tagesordnung abgesezt. Auf die öffentliche folgte eine geheime Sigung.

Sm neuen Hörsaal der Treptower Sternwarte hält der Direktor Dr. F. S. Archenhold am ersten Weihnachtsfeiertag, Nach- mittags 5 Uhr, einen mit zahlreichen Lichtbildern auëgestatteten Vor- trag über das Thema: „Ein Ausflug in die Sternenwelten“, am zweitcn Weihnachtsfeiertag, Nachmittags 5 Uhr, lautet das Thema : „Wanderungen dur< das Weltall“, um 7 Uhr: „Der Stern von Bethlehem". Auch findet am Dienstag, Nachmittags 5 Uhr, ein Vor- trag statt: „Einführung in die Astronomie“. Da der Mond die Beobachtung nicht stört, so werden mit dem großen Fernrohr schon sofort vom Eintritt der Dunkelheit an der „Saturn“ und interessante fomische Nebel gezeigt.

Ei>el bei Herne, 22. Dezember. (W. T. B.) Auf dem Ge- Yände der Westdeutschen Holzindustrie G. m. b. H. ist heute a bend Feuer ausgebrochen, das großen Umfang angenommen hat Das Hauptgebäude mit Möbellager und Maschinen ist abgebrannt,

dagegen ist es der Feuerwehr gelungen, das olzlager zu retten. Der Brand war um 9 Ühr Abends no< nicht gelöscht.

Augsburg, 23. Dezember. (W. T. B.) Heute morgen er- folgte in der Fabrik von Johannes Haag bei Reparaturarbeiten an einem Dieselmotor eine Explosion. Ein Werkmeister wurde auf der Stelle getötet, ein Maschinenmeister erlag im Krankenhause seinen Verleßungen, etn Arbeiter wurde er- heblich und drei andere wurden leichter verleßt.

Negensburg, 23. Dezember. (W. T. B.) In der Zell uloi d- fabrik in Kelheim erfolgte, wie der „Regensburger Anzeiger“ meldet, in voriger Nacht gegen 12 Uhr aus no< unbekannter Ursache eine fur<tbare Explosion. Zwei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, zwei sind heute früh ihren Verletzungen er- legen, zwei andere wurden lebensgefährl ich verleßt, ein Arbeiter wird vermißt.

Kaiserslautern, 23, Dezember. (W. T. B.) Wie die „Pfälzische Presse“ meldet, hat das Staatsministerium den Winzern, die si freiwillig den Arbeiten zur Bekämpfung der Rebschädlinge im Sinne der oberpolizeilihen Vorschriften unter- ziehen, ein unverzinslihes Darlehen von 300 0004 bewilligt.

Leipzig, 22. Dezember. (W. T. B.) vereinigten 2. und 3. Strafsenat des Reichsgerichts der Spionageprozeß gegen den englischen Kapitän der Marine- infanterie Tren< und den Leutnant der Marine Brandon statt, die beshuldigt waren, im August dieses Jahres an ver- schiedenen Orten des Deutschen Reichs Zeihnungen und andere Gegenstände, deren Geheimhaltung im Interesse der Landes8- verteidigung erforderli ist, in den Besiß von Angestellten des englishen Nachrichtendienstes bezw. von deren Vertretern gebracht zu haben. Nadbmittags 44 Uhr verkündete der Präsident das Urteil nach eineinbalbstündiger Beratung. Kapitän Tren und Leutnant Brandon wurden wegen Spionage zu je vier Jahren Festung bei An- rechnung von je zwei Monaten Untersuhungshaft verurteilt. In der Urteilsbeg ründung heißt es: „Das Gericht hat ein vollendetes Ver- brechen nicht für vorliegend erachtet, es hat angenommen, daß der Versuch des Verbrebens gegen $ 1 des Spionagegeseßes gema<t worden ist. Die vom Oberreichsanwalt genannten mildernden Umstände sind in Anrednung gebracht, ebenso die strafershwerenden Umstände. Nicht verkannt wurde die große Gefährlichkeit der Handlungsweise der An- gcklagten und der große Schaden, der bätte entstehen können oder vielleiht {hon entstanden ist.“

Gestern fand vor dem

Hamburg, 22. Dezember. (W. T. B.) Nach einem bei der Neederei des gesunkenen Slomandampfers „Palermo“ ein- aegangenen Telegramm des an die Unglücksstätte entsandten Beamten ist von dem Wra> nichts zu sehen. Viele Nettungsringe und Boote werden no< immer an Land ges<hwemmt. Die Küste wird heute, soweit ihre Unwegsamkeit dies überbaupt zuläßt, bis zum Kap Finisterre sorgfältig abgesuht. (Vgl. Nr. 297 d. Bl.)

Tro ppau, 22. Dezember. (W. T. B.) In der vorigen Nacht brannte das Unterkunftshaus am Altvater nieder. Die \se<3 anwesenden Touristen konnten \i< retten, der Wirt wird vermißt.

Lon don, 23. Dezember. (W. T. B.) Hier hberrs{<t ernste

Besorgnis über das Schi>sal des Aviatikers Grace, der gestern nahmittag 2 Uhr 10 Minuten in Calais zum Nücslug

über den Kanal, den er kurz zuvor in umgekehrter Nichtung glü>lih überquert hatte, aufgestiegen war und von dem man seitdem nichts gehört hat. Wie ein hiesiges Blatt meldet, haben Küsten- wächter bei Ramsgate gestern nahmittag um 3 Uhr, als dex Nebel sich einen Augenbli> verzogen hatte, 6 Meilen seewärts einen Aeroplan in der Nähe der Goodwin-Sandbänke gesehen, der die Nichtung nah Norden hatte.

__ Boslton, 22. Dezember. (W. T. B.) Die Nachforschungen in der Kohlengrube wurden die ganze Nacht hindurch fortgeseßt, aber man bemerkte kein Lebenszeihen. Die Rettungsmannschaften sahen etwa 150 Leichen. Die Grube ist mit Gasen angefüllt. (Vgl. Nr. 300 d. Bl.)

_ St. Fons, 23. Dezember. (W. T. B.) Auf dem hiesigen Bahnhof stieß infolge dihten Nebels ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. Etwa 20 Neisfende wurden ver- wundet.

Lissabon, 22. Dezember. (W. T. B) Die briefli<h aus Madeira hier eingetroffenen Nachrichten, die bis zum 17. d. M. reichen, bestätigen, daß die dur< die Maßnahmen der Negierung gegen die Cholera hervorgerufenen Unruhen ohne Bedeutung waren. Der Ministerrat hat festgestellt, daß die Cholera abnimmt und daß auf der Insel jeßt Ruhe herr\<t. Wegen Wider- standes gegen die Maßnahmen gegen die Cholera \cien 29 Ver- haftungen vorgenommen, aber nicht aufrecht erhalten worden. (Vgl. Nr. 294 d. Bl.)

Chicago, 22. Dezember. (W. T. B.) Bei einem Brande der Gebäude der Fleis<hwarenfirma Morris u. Company auf dem Unionsviehhof wurden neunundzwanztg Mann der Feuerwehr, unter ihnen der Branddirektor und zwei seiner Assistenten, von dem niederstürzenden Metalldach erschlagen. Das Feuer brach infolge einer Explosion aus und verb:eitete sich mit rasender Geschwindigkeit. Die Feuerwehrleute standen unter einem Metalldache am Ostende des Lagerhauses. Sie ahnten nichts von der Gefahr, in der sie {webten, bis dieses Dach plößlich zusammen- stürzte, und den Führer der Wehr und mehr als zwanzig Leute unter ih begrub. Das Feuer“ breitete si< troß beldenmütiger Anstrengungen der Feuerwehr und der im Lager beschäftigten Leute, die gerade zur Arbeit kamen, immec weiter aus. Die Wschversuhe wurden dur den Mangel an Wasser aufs äußerste ers<wert. Man glaubt, daß einige von den Leuten, denen dur<h das Feuer der Ausgang abgeschnitten ist, no< am Leben find, doch ift unter den obwaltenden Umständen vorläufig an keine Rettung der Eingeschlossenen zu denken. Am späten Nachmittag war das Feuer soweit eingedämmt, daß das bedrohte Viertel außer Gefahr zu sein cheint. Der Schaden beläuft fih auf etwa 14 Millionen Dollars. Engeäschert sind zwei Lagerhäuser mit Fleisbvorräten, das Talghauë und einige andere Gebäude der Firma Morris u. Co.

Philadelphia, 22, Dezember. W: T. D) Bet dem Brande einer Lederfabrik wurde dur< den Einsturz von zwei Mauern ein \{werer Verlust an Menschenleben ver- ursabt. Die zweite Mauer stürzte auf die Rettungemannschaften nicder und begrub unter ihren Trümmern 30 Menschen, von denen über 15 getötet wurden. Im ganzen sind bisher 23 Tote unter den Trümmern gefunden worden.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Theater. Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern-

haus. Geschlossen.

Z>hauspielhaus.

Sonntag: Opernhaus. 147. Abonnementsvor- stellung. Dienst- und Freipläße sind aufgehoben. Der Provhet. Große Oper in 5 Akten (9 Bildern) nad dein Französishen des Eugòöne Scribe. Musik yon Biacomo Meyerbeer.

Geschlossen. Montag:

Kammerspiele.

Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, Abends 8 Uhr: Jrrungen. Vorher: Die Heirat wider Willen. Dio Die Vorher: Die Heirat wider Willen.

Berliner Theater. Sonnabend: Geschlossen. Anfang 74 Uhr. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Taifun.

Garten. Kantstraße 12.)

Die Komödie der

Die geschiedene Frau. von Victor Léon. 8 Uhr: Das Puppenmüädel. von Lo Stein und Dr. von Leo Fall.

Montag, Nachmittags 34 Uhr:

Komödie der Jrruugen.

Schau-

Theater des Westens. (Station: 2oologischer Sonnabend : Ges({lofsen. Sonntag, Nachmittags 34 Uhr (halbe Preise): Operette Musik von Leo Fall. Abends Naudeville in 3 Akten A. M. Willner.

Ein

Modernes Theater. (Königgräßer Str. 57/58.) Sonnabend: Geschlofsen.

Sonntag, Nachmittags Sherlocf Holmes. Detektivkomödie in vier Auf- zügen von Ferdinand Bonn. Abends 8} Uhr Der Doppelmeush. Schwank in drei Akten von Musik | Wilhelm Jacobi und Arthur Lippschig. | Montag, Nachmittags 3 Uhr: Goldmarie und Walzer- | Pechmarie. Abends: Der Doppelmeusch.

( ] 3 Ubr (halbe Preise) in drei Akten

Schauspielhaus. Nachmittags 25 Uhr: 51. Billett- reservesatz. Das Abonnement, die ständigen NReservate sowie die Dienst- und Freiplätze sind aufgehoben. Wallensteins Lager. Schauspiel in einem Aufzug von Schiller. Die Piccolomini. Schauspiel in 5 Aufzügen von Schiller. “Abends 7} Ubr: 987. Abonnementsvor|telUung. Dienst- und Kreipläße sind aufgehoben. Der Krampus. Lustspiel in drei Aufzügen von Hermann Bahr.

Montag: Opernhaus. Nachmittags 2& Uhr: 74. Billettreservesatz. Das Abonnement, die ständigen NReservate sowie die Dienst- und Freivläße sind auf- gehoben. Hänsel und Gretel. Märchenspiel in drei Bildern von Engelbert Humperdink. Text von Adelheid Wette. Die BVuppenfee. Pantomimisches RBallettdivertissement von Haßreiter und Gaul. Musik von Ioseph Bayer. Abends 7x Uhr: 148. Abonnementsvorstellung. (Gewöhnliche Preise.) Dienst- und Freipläge sind aufgehoben. Mignon. Over in drei Akten von Ambroise Thomas. Text mit Benutzung des Goetheshen Romans „Wilhelm Meisters “ehrjahre“ von Michel Carrá und Jules Barbier, d-zuts{ von Ferdinand Gumbert.

Schauspielhaus. Nachmittags 234 Uhr: 52. Billett- reservesay Das Abonnement, die ständigen Neservate sowie die Dienst- und Freivlätze sind aufgehoben. Wallensteins Tod. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedri Schiller. Abends 7F Uhr: 988. Abonnementsvorjtellung, Dienst- und Frei- vlätze find aufgehoben. Der Störenfried. Lust- \picl in vier Aufzüzen von Noderih Benedix.

Die Ausgabe der Abonnementsbillette für den Monat Januar 1911 zu 29 Opern- und 31 Schau- spielvorstellungen findet am 28. und 29. Dezember d. J. Vormittags von 10{—1 Uhr in der König- lien Theaterhauptkasse im Königlichen Schauspiel- hause, Eingang Jägerstraße, und zwar nur gegen Vorlegung des Abonnementsvertrags statt. Es werden am 28. Dezember d. I. nur die Billette zum 1. Nang und Parkett und am 29. Dezember d. I. diejenigen zum 2. Nang bezw. Balkon und 3. Nang bezw. ) Balkon verabfolgt. Gleichzeitig wird ersucht, den Geldbetrag abgezählt bereit zu halten.

Deutsches Theater. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, Abends 74 Uhr: Othello. Montag: Othello.

spiel in vier Akten von Melchior Lenavyel. Abends 8 Ubr: Der Talis8man. Dramatishes Märchen in vier Aufzügen von Ludwig Fulda.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: Einer von unsere Leut. Abends 8 Uhr: Der scharfe Junker.

Lessingtheater. Sonnabend: Geschlossen. Die Kase ist von 10 bis 1 Uhr geöffnet.

Sonntag, Abends 8 Uhr: Anatol.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: Die versunkene Glocfe. Abends 8 Uhr: Anatol.

Dienstag: Wenn der junge Wein blüht.

Neues Schauspielhaus. Sonnabend, Nach- wae 2 Uhr: Frau Holle. Abends: Ge- \chlo}jen. y

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Alt-HSeidelberg. Abends 8 Uhr: Die Hosen des Herrn von Bredow.

Montaa, Nahmittags 3 Uhr: Frau Holle. Abends: Die Hosen des Herrn von Bredow.

Komische Oper. Sonnabend: Geslofsen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zigeunuerliebe. Abends 8 Uhr: Die BohèÈme.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: Tieflaud. Abends: Das vergesseune Jch.

Schillertheater. 90. Sonnabend: Geschlossen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Schau- spiel in vier Akten von Hermann Sudermann. Abends 8 Uhr: Der Dummkopf. Lustspiel in 5 Aufzügen von Ludwig Fulda.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Abends 8 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg.

Charlottenburg. Sonnabend: Gescblossen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Abends 8 Ubr: Das Käthchen von Heilbronn. Großes historishes Ritterschauspiel in 5 Akten von Heinrich von Kleist.

Montaa, Nahmittags 3 Ubr: Sodoms Ende. Abends 8 Uhr: Das Urbild des Tartüff.

(Wallnertheater.)

traum. Abends: Das Puppenmädel.

Lustspielhaus. (Friedrichstr. 236.) Sonnabend : Geschlossen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Derr Senator. Abends 8 Uhr: Der Feldherrnhügel. Schnurre in 3 Akten von Karl Rößler und Roda Roda.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: Das Leutnauts- mündel. Abends: Der Feldherrnhügel.

Residenztheater. (Direktion : Richard Alexander.) Sonnabend: Ges<{lofsen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Kümmere dich um Amelie. Schwank in drei Aften (4 Bildern) von Georges Feydeau. Abends 8 Ubr Der Unter- | präfeft. Schwank in drei Akten von Leon Gandillot. | Deutsh von Max Schönau.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: NXoblesse oblige. Abends: Der Unterpräfekt.

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Sonnabend : Ges{lofsen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Jhr Sechs Uhr- Onkel. Abends $8 Uhr: Polnische Wirtschaft. Schwank mit Gesang und Tanz in drei Akten von Kraay und Okonkowsky, bearbeitet von I. Kren. | Gesangsterte von Alfred Schönfeld, Musik von

F. Gilbert. Montag, Nachmittaas 3 Ubr: Eine lustige | Doppelehe. Abends: Polnische Wirtschaft. | Dienstag, Nachmittags 34 Uhr: Charleys Tante. Abends: Polnische Wirtschaft.

Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof Friedrichstraße.) Sonnabend: Geschlossen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der selige Toupinel. Abends 8 Uhr: Der heilige Hain. Lustspiel in drei Akten von Nobert de Flers und G. A. de Caillavet. Musik von Emile Laffailly.

Montag, Nachmittags 3 Uhr: Fräulein Josette meine Frau. Abends: Der heilige Hain.

Dienstag: Der heilige Hain.

Zirkus Schumann. Sonnabend: G-\clossen.

An allen drei Weihnachtsfeiertagen. Nach:nittags8 34 Ubr und Abends 74 Uhr: Je 2 große Vor- stellungen. Nachmittags bat jeder Erwachsene ein Kind unter 10 Jahren frei auf allen Sitzpläßen, außer Galerie, jedes weitere Kind balber Preis. Jnt beiden Vorstellungen: Der große Coup der Schmuggler. Romantische Pantomime in 4 Akten. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtlicher Attraktionen.

Birkus Bush. Sonnabend: Geschlossen.

An allen drei Feiertagen, Nachmittags 4 Ubr und Abends 74 Ubr Ie # große Galavorstellungen. Nachmittags bat jeder Besucher ein angehöriges Kind unter 10 Jahren auf allen Sitßpläten frei, weitere Kinder halbe Preise. Galerie volle Preise. Nachmittags: „Venezia“’ (Marino Falieri)- Besonders hervorzuheben Colini:Clairon-Truppe, afrobatishe Tänzer. Abends Das neue Original- manegeschaustü>k „Armin“ (Die Hermauns- schlacht). Vorher: das große Galaprogramm.

4 '& B E F NE A N E E O I I R E I T R

Familiennachrichten,.

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Kaiserl. Bouverneuv#F Dr. Solf (z. Zt. Bournemouth). Hrn Haupt- mann Erhard Sommerbrodt (Neustadt O.-S. .

Gestorben: Hr. Amtérat von Dietze - Barby (Magdeburg). Hr. Oberamtmann Kar! Burgu d

(Urbanowitz). Fr. Anna von Bornstedt, geb.

von Schöntng (Kerzdorf bei Lauban).

Verantwortlicher Redakteur : Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg.

Verlaa der Expedition (Heidrich) in Berlin.

Dru> der Norddeutsben Buchdruckerei und Verlag#- Anstalt Berltn SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen

(cins{licßli<h Börsenbeilage und Warenzeichen- beilage Nr. 101).

zum Deutschen Reichsanzeig

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Die häufigsten Preise für Fle

Erste Beilage

Berlin, Freitag, den 23. Dezember

Statistik und Volkswirtschaft.

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vember 1910 18:

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155,9/136,5/156,71182,91166,7/176,41173 erüdii<htigt worden ist.

Tierkrankheiten und Absperrung®- maßregeln.

Das Kaiserliche Gesundheitsamt meldet den Ausbruc< S

der Maul- und Kla

uenseu<e aus Frauwalde, Kreis Lieben

werda, Negierungsbezirk Merseburg, Brake, Kreis Herford, Megierungs

Aan

bezirk Minden, bei

gierungsbezirk Stade, und Drohe,

Lüneburg, am 21. Dezem

Stendorf, Kreis Blumenthal, Ne

Kreis Uelzen, Negierungsbezir!

dlervieh,

ber 1910.

Niederlande.

Durch gemeinschaftliche Verfügung der Königlich niederländischen

Minister des Innern liht ün Niederländi)chen

Xnnern und der Finanzen vom 15. 16. d. M., veröffents-

Staatécourant Nr. 295 vom 17. d. M., ift

die Ein- und Durchfuhr von Lumpen, gebrauchten Klet-

dungsstüden und ungewaschener Leib-

aus Smyrna verbote Neisegepä>, das Verbot, soweit es

und Bettwäsche n,

Neisende mit si< führen, fällt unter dieses

ungewaschene Leib- und Bettwäsche betrifft.

edoch findet das Verbot keine Anwendung

1) was die Ein- -ode von Smyrna eingefuhrt

r Durchfuhr betrifft: auf Waren, die zwar worden sind, von denen aber hinreichend er-

wiesen ift, daß fie von anderswo herstammen und die dergestalt be

fördert und verpa>t sind,

daß sie mit verseu<hten Gegenständen nicht

in Berührung gekommen sein können; _ , : 9) was die Durehfuhr betrifft : auf Waren, die dergestalt verpackt

sind, daß sie unterwegs fahren können.

keinerlei Bearbeitung oder Behandlung er-

Bulgarien.

Die bulgarishe Regierung hat dieStadt Smyrna für cholera-

verseucht erklärt und angeordnet,

taß für die Herkünfte von dort die

hei C holeragefahr festgeseßten gesundheitspolizeilißen Maßnahmen Anwendung zu finden haben.

Aegypten.

Der Inliernationale Gesundkeitsrat in Alexandrien hat beschlossen,

gegen Herkünste aus zuwenden,

Salonik das Cholerareglement an

1179,3/165,3/173,7| 180,5 180,2/163,1/173,4 L1O0V,& 109, (D,

21154,5/165,71 186,2 *) Der Preisrü>kgang gegen den vorigen Halbmonat ist teilweise darauf zurü>zuführen, daß

| | | |

210| 280|

180| 3( 180 9210| 300| 198 DRO! e 200 210 170 210 180 145| 01 280) : 180 160 9240| 320| 180 160| 980! 300| 180 160| 240 200 180 9240 200 168| 15: 301 235 195 180] 240 190 160 240 180 150| 141 9260| : 180 160 240| 180 175 240 200 175| 280! 190 160| 9280| 320! 190 160! 9260| 335| 200 170) 9250| 400| 200 180 280| 320| 180 160) 9280| 320| 200 170 980| 320 180 140 930| 410| 190 155| Í 9927| 413| 180 160] 2290| 360| 180 160 2680| 380| 180 160 2920| 360| 180 160| 940| 360| 190 160| 240| 360| 200 140| 14 240| 350| 180 160| 220| 340| 160 160 260| 370| 170 160] 9260| 320| 190 160| 16 | 170] 240| 360| 180 140} 146 | 160 260| 320| 190 140} 15! | 159) 290 8191, 180 150| 156 | 200 240| 400| 240 170 di | 2920| 9260| 400| 240 170| 188 170 9250| 440| 220 190| 196 N 200 260| 400| 200 160| 172 | | 180] 275| 420| 190 140| 156 | 160 9260| 340| 180 175) | 175) 90] 220/ 300| 180 165 F 180 260| 8300| 200 166' : 185 9264| 409| 189 150| 162 175 920| 400| 180 170 Z 170 230| 480| 180 160 A 8 180 240| 280| 200

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165,6 | 92,7965,1| 163,91 78,2/258,9/345,0| 188,8 164,71 77,11258,11344,4| 189,2 iat 95,41175,7| 170,6 2/00 1911 bisher vereinzelt irrtümli< das (Stat. Korr.)

180,8| 168,5 | 93,2/164,9

Ats p E) 172,0 | 70,1

Verkehröwesen.

Laut Telegramm aus Cöln ist die heute nahniittag 6 Uhr in Berlin fällige Post aus Frankreich infolge von Zugverspätung ausgeblieben.

Verdingungen.

(Die näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Reich8- und Staatsanzeiger“ ausliegen, können tn den Wochentagen in dessen Expedition während der Bene von 9 bis 3 Ubr eingesehen werden.

Aegypten.

Generaldirektor der Aegyptischen Staatseisenbahnen uñd ¿Tele aravbhen in Kairo. 17. Februar 1911, 12 Uhr Mittags: Lieferung von Bürsten und Besen. Lastenheft in englis<her und jranzo}cher Syralle beim „Netchsanzeiger“.

Theater und Musik.

Konzerte. fand am Montag ein Konzerl von

Im Blüthnersaal ) i ; N Uta Hahn (Sopran) siatt, das

Paul Schramm (Klavier) und L ] pra : einen befriedigenden Verlauf nahm. Ver Junge Pianist hat einen weichen, angenehmen Anschlag und verfügt über eine achtbare Ge- läufigleit. Kleiaere zierlihe Stücke, von denen er eine ganze Anzahl auf sein Programm gesetzt hatte, gelangen ihm befonders gut. Seine musikalishe Natur offenbarte sich auch bei der Begleitung der Ge- \änge des Fräuleins Uta Hahn, deren leihtbewegllher Sopran nod) der Stetigkeit des Tons ermangelt und deren Vortrag no<h der Ber tiefung bedarf. Gleichzeitig veranstaltete Hermann Gura im Beethovensaal cinen Märchenliederabend. Märchen im weiteren Sinne standen auf dem Programm, das Balladen von Loewe, Gesänge von Shumann und eine Neihe von Werken neuerer » ondichter, wie z. B. Zumpe und Hausegger enthielt. Herrn Guras hochentwielte Kunst, den Bortrag charakteristis< zu beleben, dem Hörer E im und Stimmung des Gesungenen eindringlih zum Bewußtsein zu dringen,

er und Königlih Preußi

hen Staatsanzeiger. F

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verlich dem Abend einen ganz besonderen MNeiz und trug dem Konzert- geber rei<sten Beifall ein, der auch seinem vortrefflichen Begleiter am Klavier, Eduard Behm, aält. E n ibrem V. Symphonieabend brachte die K önigliche leam Dienstag unter der Leitung von Dr. RichardStrauß v. 23, „Macbeth“, in diesen Konzerten zum ersten Male vorge- zu Gehör: ein Stü, das in bezug auf seine orchestrale Eigenart blendend wirkt, aber zu jenen Schöpfungen des Meisters gehört, die nit besonders erwärmen. Wie anders strômten dle Klänge vou H. Berlioz’ Symphonie phantastique, die in Berlin seit mehreren Fahren ni<t mehr aufgesührt worden ist, durch den Naum! Ein junger Musiker hat si in Liebesverzweiflung vergiftet, jedoch nichi tödlich, sondern so, daß ihn das Gist, Dptum, n einen todesähnlichen Schlaf versetzt. In diesem Zuslande geben sich seine Empfindungen dur< musikalishe Gedanken in jetnem Hirn un®, in denen dle Geliebte {elbst „Melodie“ wird, die er an allen Stellen wieder- emvfindet und hört. Auf einein Balle sieht er die Geliebte wieder. Fn der Natur glaubt er Genesung zu finden, do< plöglih erscheint Je ibm au< da, und s{merzliche Ahnungen durhfahren seine Ge danken: Wenn sie ihn hinterginge. Da träumt er, er habe seine Geliebte ermordet, und wird wegen dieser Lal hingerichtet. Im fünften Abschnitte glaubt er einem Hexensabbath bet - ¿zuwohnen, inmitten grauhiger Gespenster und Ungeheuer, ‘die sich seinem Leichenzuge angeschlossen haben. Die geliebte Melodie taucht wieder auf, aber zu einem Spottlied verzerrt, zu einer grotesken Tanzweise geworden. Freudiges Gebrüll begrüßt tre «ntunsk. Si: mis@t ih unter die höllische Vrgle. Sterbegeläute burleéfe Parodie des Dies irae, beides zu gleider Zeit. Eine wahrhaft Föstlie Musik, wie fie dramatischer nicht gestaltet werden Tann- Den S<bluß des Abends bildete Beethovens ewi s{öne VTII. Symphonie. Das Orchester spielte beraushend, und die eue Einrichtung, es amphitheatrali]< aufzubauen, zeigte, welche Klang- irkungen troß der ungünstigen Akultiï des Raumes erreicht werden inen. Am Dienstag gab im Blüthn ersaal der amerikanische esterdirigent Sam Franko an der Spiye des Blüthner- hef “cin erfolgreihes Konzert. Er hatte den fruhtbaren Ge- danken gehabt, alte Orchesterwerte aus dem 18. Jahrhundert hervor suchen und zum Teil in eigener Bearbeitung vorzuführen, und er hat cine glücfliche Hand bewiesen bei der Auswahl geeigneter Ton- dichtungen : fast alle sprachen dur Form und Inhalt gleich lebhaft an. Die Natürlichkeit des Gefühls und Einfachheit der Ausdrusmittel wirkten 1berrascend liebenswürdig und belebend. Von den alten Italienern und Franzosen siegte Grétry 1nit einer reizenden Ballett-Suite in vier Sätzen: eine bestriende Anmut lag in dieser zierlichen und doch “ftervollen Musik, die der Konzertgeber aus verschiedenen Opern Grétrvs zusammengeiragen hatte. Haydns Es-Dur-Sympvhonie mate den fröhlihen Beschluß und Tam unter ; der ges wandten Leitung Sam Frankos prächtig zur Geltung. Für feinen 1V. Klavierabend, der gleichfalls am Dienstag 1m Beethovensaal stattfand, hatte Otto Boß lediglich Chopin|che Kompositionen auf das Programm gestellt. Der junge Künstler, dem in den vorangegangenen Konzerten {on vieles ausgezeichnet gelang, er- reichte diesmal nicht immer sein vorgeste>tes Ziel; er fand in der B-Pèoll- Sonate no< nicht die re<te Fühlung mit der Eigenart Chopins. Es fehlte der musikalischen Darstellung an Cinheitlichkeit und Groß- zügigkeit, wenn sich auch in der Auffassung 1m einzelnen stets ein gut gebildeter Geschma> und ein warmes Gefühl kundgab. Alfredo Oswald zeigte dh an seinem gleichzeitig im Saal Bechstein gegebenen Klavierabend als ein Pian von guter Bean- lagung. Seine Technik ist entwid>elt, der Vortrag zeigt rhythmische Bestimmtheit, bedarf aber noch der Vertiefung. Letzteres trat nament- lid bei der Sonate Op. 109 von Beethoven in dle Erscheinung. Hingegen wurde er dem Inhalt der Schumannschen Nomanze tr. 2) voll gere<ht, auch die fleine N „T1 neige“ von H. Oswald fand eine charafkteristis<he Wiedergabe. : i E Mit e Philharmonischen Orchester gab am Mitt- w o< der Dirigent Heinri Schulz aus NRosto>k in der Phil- harmonie ein Konzert, das nicht weniger als vier neue Orchester fompositionen enthielt. s\hließlih mit neuen Tondichtungen ein Konzert zu bestreiten, 1 {<wieriges Untersangen, das elten viel Erfolge einbringt: au hier der Fall. Den Be ginn machte Pen Stamers ode Komponist nennt das [Ber ein 01 in freier MRondoform deutet den Gedankengang 1 ciner Neiße kurzer vrogrammatis<her Bemerkungen an: der Tod naht allen Lebensaltern vom Kinde bis zum Greise, und zum Z2<luß er- klingt das Dankgebet der Erlösten an den Sieger Tod. Troß die}es Leitfadens wollte musikalis@c Gedankengang nicht immer klar umrissen Lervortreten; mindestens ging von ihm feine sichere Wir fung aus, ebensowenig wie von der Instrumentakiou, welhe wohl eigenartia, aber faum flang\<ôn oder intere\jant genannt werden fonnte: in überaus seltsamen Harmonien wurde der Sieger Tod und sein Wirken gemalt. Ueberhaupt fiel in ver ganzen Yteihe moderner Touwerke, welhe zu Gehör gebraht wurden, unmer wieder mehr oder minder die Gesuchtheit der Gefühle und Stimmungen und die Verzwicktheit der musikalishen Ausdrucksmitiel auf. So war es in G. Piernés Poème Symphonigue (für Klavier uud Orchester) und in der Aubade von Armande de Polignac; Will Junkers Legende für K vier und Orchester traf zwar einigermaßen den legenden batten Ton, aber von einem tiefen Cindru> konnte auch hier keine Jede sein. Eigene Gedanken und frische Gefühlefandensih noch eher in Voir Pñâgues Symphonie in G-Moll (La Parisienne); der Komponist arbeitet au verschiedentlih re<t wirkungsvoll mit lebhaften realisti- hen Klangnuancen, aber eine Vertiefung des musikalischen Gedankens wurde nicht erzielt. Das Orchester gab sich redlich Mühe mit all den Neuheiten, und Heinrih Schulz dirigierte geschi>t und verständig, aber ni<t mit sonderlich viel Temperament. Wle ausgezeichnete Pianistin Marie Dubois, welhe Neuheiten gern den Weg bahnt, betätigte aud) diesmal erfolgreih ihre Kunsl. Wer Klavicrabend von Clementina Velho im Saal Bechstein (Mittwoch) zeigte die Dame als eine tüchtige Pianistin, die mit einer annehmbaren Technik einen ges{hma>vollen Vortrag verbindet.

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Mitteilungen des Königlichen Aëronautischen Observatoriums, veröffentliht vom Berliner MWetterbureau. Drachenaufstieg vom 22. Dezember 1910, 81—104 Uhr Vormittags: Station 122 m

500m | 1000 m 1500 m | 2000m | 2560m

Téltvtratur (09) | Ad |. 18/88/61 T Nel. Fchtgk. (0/0) E 00 43 3 36 39 Wind-Ritung «| 880 | 88W: | S8W | 8W | SW | SW Geschwv. mps. D 8 8 a) A Himmel etwa zur Hälfte leicht bewölft, Neif. Vom Erdboden an bis zu 1330 m Höhe Temperaturzunahme bis 4,2 9.