1891 / 93 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

von ihrer ergreifenden Wirkung ein. Hr. Dreßler

seine stimml1<he Begabung und verständige Spielweise na<, auch die Lurgenstein (Minister) und Alma (Jacquino) konnten D em ul b Vieles (Guldig blieb. einer Aufgabe gesanglih und schauspiele eles \{uldig blieb.

| fg G bleibt das Kroll’she Theater ge- Am Donnerstag geht Bellini's „Norma“ in Scene, ein Opern-Abend, der erhöhtes Interesse beanspruchen darf, da mit Lilli Paul Kalish als „Sever“ au ein

dritter Gast, die K. K. österreihishe Kammersängerin Frl. Marie

Hri1n.

wohl befriedigen, während Hr.

Morgen und am Mittwo<

\{lossen. Lehmann in der Titelrolle und

Lehmann, in der Partie der „Adalgisa* gastiren wird Thomas-Theater.

Morgen kommt zum Benefiz für Hrn. Bruno Bollmann „Der Registrator auf Reisen“ zur no<hmaligen Aufführung.

Benefiziant spielt die Rolle des

Mannigfaltiges.

Der Abschiedscommers, den der Nationalliberale

Verein am Sonnabend zu Ehren des demnächst

benden Reichs-Kommissars Dr. Carl Peters in Kaiserbüste, Molomalrlaggn ues m E S deutschen in-Pascha- Expedition ges<mücten Saale der ilharmonie ver- min. Pasa G 1400 Herren und Damen besucht.

anstaltet hatte, war von etwa Dr. Peters, der jubelnd empfangen wurde, hatte an

Ghrentafel zwishen dem Vorfißenden Dr. Krause und dem Baurath Í 4 Unter den Anwesenden befanden sich: der Staats-Minister von Hofmann, Regierungs-Präsident von Pil- rim, Präsident von Hergenhahn, der Ministerial-Rath Dr. Wasser- f Technischen Hochschule, Geheime Regierungs- Professor Schlichting, Professor Paasch- Prof. Dr. von Cuny, Dr. Böttcher, Dr. Bürklin, Henneberg, Dr. Arendt, der Stadt- rath Marggraff, Vertreter der Nachtigal-Gesellshaft und Abgesandte von konservativen Vereinen, Dr. Borchert, Maler Hellgrewe. Dr. Krause eröffnete den Commers mit dem Kaisertoast. ) 1 Kolloquium ertönte die Fest-Duverture, welche der Komponist Frei- herr von Reiswiß dem Dr. Peters gewidmet hatte. mit Bildern aus Peters? Werke ge\{<mü>ten Liederheft das von Trojan eigens für den dichtete Vaterlandslied gesungen hatte, nahm Abg. Dr. Böttcher das

Kyllmann Plaß genommen.

uhr, der Rektor der Rath Professor Reuleaux,

Marburg, die Abgg. Dr. Buhl, Dr. Hammacher,

Festversammlung aus dem

Wort, um Dr. Peters zu feiern, der mit seiner L der größten deutschen Heldenthaten vollbracht. er mit einem Hoch auf den Scheidenden, dem wüns<te. Es wurde dann das Usagaralied gesungen. < Dr. Peters, um nah Worten des Dankes die darzulegen, die er seinem Wirken Norden Ost-Afrikas zu

zu können.

immer mehr

der Industrie fremder Länder die Periode

er sei au<h überzeugt, daß jeßt \<aftliher Arbeit auf dem Gebiete habe, womit man zuglei<h die Eingeborenen, Schay des \{warzen Erdtheils, zur

Kräften unterstüyen, 1 [ sei, werde man nicht nur Maschinen und Geräthe in

gebiete befördern können, sondern wan werde auch

besißen, die erzielten Produkte bequem zum Markt zu bringen. Zugleich aber gelte es, indem man das Deutschthum ausbreite, den idealen Kern europäischer Gesittung, die geistige Art eines Goethe, eines Kant, eines fog. Luther weiterzutragen. Dr. Peters \{loß endlih mit no<Gmaligen Worten

des Dankes in einem Hoch auf den Nationalliberalen

Ingenieurs Weller, in der ihm au Gelegenheit gegeben wird, seine Stimmmittel zu entfalten ; er wird no< einen neuen Gesangswalzer von Oscar Klein als Einlage zum Vortrag bringen. Als Registrator tritt wieder Hr. Direktor

omas auf; auch die andere Beseßung ist dieselbe wie früher. ein MIO I As QUE Q Y häusern vorbei führt dann die Bahn na Meittel-Arnsdorf (Bahnhof)

an der kleinen Lomnißz entlang bis an die Holzschleife Marienmübhle, in deren Nähe der Krummhübeler Bahnhof errichtet wird. Hier

er sieggekrönte Rückkehr

als Reichskommissar für den Grunde zu legen gedenke. Ec hoffe, jeßt an Oct und Stelle den Beweis für die Richtigkeit der bisher von ihm und seinen Freunden vertretenen folonialen Gedanken liefern Er glaube, daß die ostafrikanischen Kolonien nit nur dem deutschen Handel und der Industrie den sichern Abfaß \<afen würden, den beide gerade jeßt bedürfen, wo die Politik des Abschließens um sih greife; friedlicher woirth- des Plantagenbaues anzuseßen den werthvollsten Arbeit erziehen werde. diesem Gesichtspunkte aus werde er den finanziell gesiherten Bau der Eisenbahn von Tanga bis zum Fuße des Usambara-Gebirges nah denn in dem Moment, wo dieser Bau vollendet

wies als Rocco PaashMathura gedachte sodann der Genossen des Gefeierten ; Dr.

orert, der zugle

Vorsitzenden Dr. Krause zusammen. Riesengebirge, 16. April.

gültig festgestellt. längs der Staatsbahn Warmbrunn zu und Personenbahnbof. Die Linie nimmt dann Giersdorf, wo hinter der Kirhe an der Bahnhof gebaut wird. In

auf Hermsdorf zu, wend Der beliebte

Bahnhof angelegt wird. An den Oberz

nimmt die eigentliGe Zahnradbahn ihren Anfan nah Afrika ab- | 6 km zur Koppe hinan an der Lehne entlang

der mit der

Bau soll im Mai in Angriff genommea und Fahres vollendet werden.

der Spitze der Wilhelmshaven, 18. April. Bei Wange

englisher Dreimastshuner gestrandet

gesunken, Dur ein gekentertes

trieben. Hildburghausen,

18. April.

4+ Wiesbaden, Nach kurzem

Nachdem die leßtem Tag ge-

des Vorjahres.

gerihtete Rath®keller. Expedition eine | Kurgästen über Mangel Redner \{loß Hierauf erhob E I ETET Gesittspunkte Die 16. Jabresversammlung deutshen Vereins für Gefängnißwe Sonnabend, den 830. Mai, 12 Uhr, gebäude vor dem Holstenthor, statt. öffnung der Versammlung und II. Verhandlungen. A. Entspricht eine si allein als jucistishe Disziplin beziehende Ausbildung des

Hamburg.

Professor Dr, jur. Benne>ke-Breslau. Thesen: 1) ist ni@t im Stande, die wichtigste Funktion seines zumefsung, ordnungsmäßig uxd mit Aussicht auf

Von Rücksicht auf die Bedeutung, welhe die besonders Zuchthaus und Gefängniß, în gewonnen haben, ist es nöthig, daß die Plantagen- die Mögli&keit | Gefängnißwesen seines Bundesstaats im

Fragen erforderli ift, ers<eint au die Kenntniß

Def pologie) in ihren Grundzügen wünschenswerth. rof.

Verein.

Bedürfnissen der Strafre{Wtépflege der Gegenwart ?

Kriminolsoziologie (z. B. Kriminal statistik, reihen Versuhe, wcl<he Baden und Württemberg

ih einen Gruß des Lieutenants von Tiedemann überbrachte, feierte Emin Pascha; Dr. Winkler, der Vorsitende- der Nachtigalgesellshaft widmete dem Scheidenden einen poetishen Ab- \chiedsgruß, Pastor Schneider verherrli<hte Peters als den Schöpfer des Allgemeinen Deutshen Verbandes, ‘und Dr. Peters endlich faßte zum Swluß seine Gefühle des Dankes no<mals in ein Hoh auf den

Die Linie der Zahnradbahn auf die S<hneekoppe is der „N. Pr. Z.“ zufolge nunmehr end- Sie geht vom Warmbrunner Bahnhof aus zunächst

et sih dann wieder

erhält hinter ter Villa „Landhaús* den

die Ricbtung auf

Seidorferstraße ein nördlicher Richtung am Abhang der Berge geht dann die Bahn nah Ober-Seidorf, wo wieder

illerthaler Tiroler-

g und führt etwa über das Gehänge.

Die Riesenbaude bildet cine Haltestelle; sodann erklimmt die Babn den steilen Koppenkegel bis auf 50 m unterhalb des Plateaus. Der

bis Mai nächsten

roog’ ist gestern ein und wahrscheinli

Boot wurden fünf Leichen ange-

1 In dem benachbarten Orte Römhild ist in der vergangenen Nat eine große Feuersbrun st ausgebro<hen. Bis heute früh waren 30 Häuser in Asche gelegt.

Der Fremdenbesu< der hiesigen Stadt war während des Winters na< der Kurkiste ein reht zahlreicher. Er betrug in dem verflossenen Vierteljahre eins{<ließlih der nur durcreisenden Personen 7374 Fremde gegen 5300 in derselben Einen großen Anziehungspunkt bietet den Bewohnern wie au Fremden der im altdeutschen Stil neu ein: Einzelnen laut gewordenen Klagen von an Gelegenheit zu Zerstreuungen ist dur Errichtung eines Spezialitäten-Theaters neben den vtelfaen Ver- anstaltungen Seitens der Kurverwaltung Rechnung getragen worden.

eriove tesigen

des Nordwoest- sen findet am im Strafjustiz-

Tagesordnung: 1) Er- geschäftliche

Mittheilungen. auf das Strafreht Strafrichters den Referent: Der Strafrichter Amts, die Straf- Ecfolg auszuüben,

wenn er nit über dasjenige unterrihtet ist, was ‘dur< die Voll- ziehung des Urtheils dem Verurtheilten zugefügt wird.

2) a. Mit Freiheits\trafen, der Gegenwart der Strafrichter

über die Grundzüge des Gefängnißwesens im Allgemeinen, über das Besonderen unterrichtet sei.

b. Soweit es zum Verständniß einer Reihe ge'ängnißwissenshaftliher

anderer Zweige der

Kriminalanthro- 3) a. Die erfolg- mit der Ausbil-

dung von Richtern im Gefängnißdiens unternommen haben, können als Ausgangspunkte au für die übrigen Bundesstaaten gelten. b. Es ist jedo< dringend wüns<henswerth, {hon während der Universitätszeit dur< Vorlesungen, während des juristishen Vorbereitungsdienstes dur praktishe Einführung in den Gefängnißdienst der späteren Aus9-- bildung vorzuarbeiten. B. Ist der Anfturm auf die kurzen Freiheits\trafen ein bere<tigter ? —Referent ; ErsterStaatsanwalt Heinemann-Göttingen. Thesen: 1) Die Vorberrschaft der kurzen Freiheitsstrafe in der heutigen N ist insoweit von einer sol<en Vorberrschaft überhaupt die Rede sein kann eine \elbstverständliche: sie hängt ni<ht wefentlih mit der besonderen Milde des Gesetzgebers oder des Richters zusammen. 2) Die gegen die Wirksamkeit der kurzen Frei} heitsstrafe erhobenen Vorwürfe beruhen auf unhaltbarer Anshauung vom Wesen und Zwe> der Strafe. Die kurze Freiheitsstrafe ente spri<t ihrem Zwe>; geeignete „Ersazmittel* giebt es nicht.

Rom, 17. April. Aus Syrakus wird der „N. Pr. Z.° telegrapbis< berichtet, daß Taucher, welche an der Hafenstation das Eisenbahngeleise legten, unter dem Wasser ein präâchtiges marmornes Bauwerk mit Freitreppen und Säulenhallen gefunden haben, dessen höchste Spiße nur 3 m unterhalb des Wasser- niveaus liege. Man glaubt, daß das Gebäude ein Bad oder ein alter Tempel gewesen sei.

Brüffel, 18. April. Jn den Castan’shen Räumen der Nord- passage is nah einem Telegramm der „Köln. Z.* heute eine aus Privatanregung hervorgegangene Ausftellung für Nahrungs" mittel und Tafelauestattung eröffnet worden. Hundert deutsche Ausfteller haben si betheiligt.

Lüttich, 18. April. Vorgestern Vormittag entlud si{, wie die „Köln. Ztg.“ meldet, über einem Theil der hiesigen Provinz und des holländishen Grenzgebietes ein furhtbares Gewitter. Jn Noor- beef (Holländish-Limburg) fuhr der Bliy in den Kir{<thurm und richtete einen Schaden von 1500 Gulden an. Auch die Kir<hthürme el N bei Maastriht und von Teuben wurden vom Bliß getroffen.

(F) Christiania, 17, April. Die Influenza greift hier mit großer Heftigkeit um sh. Unter Anderen sind über zwanzig Beamte des hiesigen Haupt-Zollamts erkrankt, sodaß eine äußerst fühlbare StoCung in der Zollabfertigungen eingetreten ist.

New- York, 18. April. Jn der vergangenen Wode belief si die Sterblichkeit hierselb auf 1347 Personen gegen 731 in der entsprehenden Woche des vorigen Jahres. Vom lehten Tage wurden 20 Todesfälle an Influenza gemeldet ; die Gesammtzahl der der Epidemie in dieser Saison zum Opfer Gefallenen beträgt 396. Die Seue grassirt besonders stark unter den Indianern in der Umgegend von Nerth Yatoima (Washington).

San Francisco, 18. April. gange des englischen Schiffes „Saint Catharin“ (vergl. Nr. 92° d. Bl.) bestätigt sich, wie „W. T. B.“ meldet, nit. Die Mann-- \haft des Schiffes „Monowai*, welche die Nachrict hierher brachte, hatte die „Saint Catharin“ mit dem Dampfer „Strathairly“ verwe<hselt, wel<her bei Nord-Carolina Schiffbruch gelitten hat.

Die Nachricht von dem Unter-

Nach S<hluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Athe n, 20. April. (W. T. B.) Die Blätter berihten über Unruhen auf Korfu, die si<h gegen die dort an- sässigen Juden richteten. Die Erregung soll auf das Auf- finden des Leichnams eines ermordeten jungen Mädchens im Judenviertel zurückzuführen sein. Zur ufrehterhaltung der Ordnung sei eine militärishe Verstärkung nah Korfu ab- gegangen.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in dcr Ersten und Zweiten Beilage.)

| ens

Wetterbericht vom 20. April, Morgens 8 Uhr.

Temperatur

Wetter.

4 bededt

1 Nebel

1 wolkenlos

1\wolkig ill wolkenlos

2 wolkig

1 wolkenlos

i wolkenlos

Wind.

Stationen.

in 9 Celsius |

PRoODANIEIA I, =4 R.

Bar. auf 0 Gr u. d. Meeresf\p red. in Millim

Mullaghmore O Aberdeen OSO Christiansund SO Kopenhagen . | 768 |N Stockholm . | 77 Haparanda . | 770 |\NO St. Petersb. | 768 |NNW Moskau , . . | 767 |[NO

Cork, Queens- OSO

O G8

Brest .….. | 765 |O 5 wolkenlos

s e O OND 1 wolkenlos

Sylt 770 | {till wolkenlos amburg . . | 769 N 2 wolkenlos winemünde | 768 |NO 3\wolkig

Neufahrwasser| 768 |NO 2 heiter

Memel .. |_7683 ¡NO 4 wolkenlos

enne éniamantigó in —. |(——— B __.. 765 NNO 3wolkenlos ünster. .. | 768 |ND 3/heiter Karlsruhe . . | 767 |NO 3\wolkenl.!) Wiesbaden . | 767 |NO 2\halb bed. München . . | 766 |D 3\wolkenlos* Chemniy . . | 768 |N 1|bededt Berlin. . .. | 767 |N 3\bede>t Wien .….. | 766 |\NW 2 heiter?) Breslau... |_764_ NO 3|Regen Sle d'Aix. . | 761 |D 5|bede>dt E 62 |ONO 2\wolkig T. O8 ftill\Regen 1) Reif. 2) Gestern Nam. Gewitter. Uebersicht der Witterung. Ein Hocbdru>gebiet über 770 mm hat ih über Nordwest-Curopa ausgebreitet, während eine flache Depression im Südosten lagert. Dieser Dru>- vertheilung entsprehend wehen über Central-Guropa vorwiegend nördliche und nordöstlihe Winde, welche allenthalben nur \<wa< auftreten. Das Wetter ift in Deutschland vorwiegend heiter, meist tro>en bei langsam steigender Temperatur. Mit der gegen- wärtigen Wetterlaage idürste der Beginn eines län- geren Zeitraums besseren Wetters geaen sein. Deutsche Seewarte.

e E Theater-Anzeigen.

Königliche Schauspiele. Dienstag: Opern- haus. 98, Vorsteliung? Triftan und Jsolde in

dan bed.

pen | aaa as

Schauspielhaus. 104. Vorstellung. Der neue

Herr. Swauspiel in 7 Vorgängen von Ernst von

Wildenbru%d. In Scene geseßt vom Ober-Regisseur

Max Grube. Anfang 7 Uhr.

E bleiben die Königlihen Theater ge- oen.

Donnerstag: Opernhaus. 99, Vorstellung. Der Ring des Nibelungeu von Richard Wagner. Vorabend: Das Reap, Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 105. Vorstellung. Don Carlos, Jufant von Spanien. Trauerspiel in © Aufzügen von Schiller. Anfang 7 Uhr.

Donnerstag:

burg. Diensta

Tolstoi. Für

Deutsches Theater. Dienstaz: Die Kinder

ver Excellenz.

Mittwoch bleibt das Theater und die Kasse ge- chlossen.

Donnerstag: Die Stützen der Gesellschaft. Freitag: Die Kinder der Gu

Die nächste Aufführung von Die Haubenlerche findet am Sonnabend statt.

—-

Dienstag :

Kroll’'s T

Geschlossen. Donnerstag:

österreichischen

Goldsiscje. | Norma.

Berliner Theater. Anfang 7 Uhr.

Mittwc<: Geschlossen.

Donnerstag: Schuldig.

Tessing-Theater. Dienstag: Die alten Jung-

gesellen. (Gastspiel von Fciedri< Haase.) / Mittwo<: Geschlossen. (Die Kasse ift von 10 bis 1 Uhr geöffnet.) j Donnerstag: Zum 1. Male: Die Furcht vor der Freude. Mariensommer. Eine kleine Gefälligkeit. Eine Partie Piquet. (Gast- spiel von Friedri Haase.)

Belle-Alli 3, Male: De

Pictoria-Theater. Wegen Abbruch des Theaters, Legte Woche. Dienstag: Die sicben Raben, Ro° mantishes Zaubermärchen in 9 Akten von Emil Pohï.

Mußk von G. Lehnhardt. 3. Aktes von C. A. Raida. Ballet von C. Severini.

Jn Scene gesegt von W. Ho>k. Anfang Uhr.

4. Akt:

Dienstag :

Walner-Theater. Dienstag: Zum 12. Male; Des Teufels Weib. Phantastisches Singspiel in 3 Akten und einem Vorspiel von Meilhac und Mortier, bearbeitet von Th. Herzl. Musik von Adolf Müller. Aafang 74 Uhr.

Mittwo<h: Geschlossen. :

Donnerstag und folg. Tage: Des Tenfels Weib.

Mittwoch : Donnerstag bauer.

Friedrich - Wilhelmstädtisches Theater. Dienstag: Mit acuer Ausstattung, zum 6. Male: Saint Cyr. Operette in 3 Aufzügen (mit theil-

3 Akten von Richard Wagner. Dirigent: Kapell- meister Sucher. Anfang Ukr.

weiser Benußung eines Stoffes von A. Dum-5)

Residenz-Theater. g: Zum 4. Male: Lustspiel in 4 Akten von Leo N. Bühne bearbeitet von | [ In Scene geseßt von Sig- Anfang 7F Uhr

der Bildung.

Raphael Loewenfeld. mund Lautenburg. Mittwo< : Geschlossen. i: Sonnabend: Zum 1. Male: Dr. Jojo. Schwank in 3 Akten von Albert Carré.

Kammersängerin

nah dem Französishen von

Carl Tellheim.

Sternheim. Anfang 7# Uhr. Mittwo<: Geschlossen.

Thomas-Theater Benefiz Der Registrator auf Reisen. in 3 Akten von

Römischer Hof. Concert von Clara Linde (S Mitwirkung der Pianistin Frl, und des Concertmeisters Hrn,

von Oscar Walther. Musik von Rudolf Dellinger. Fn Scene geseßt von Julius Fripsche. Hr. Kapellmeister Federmann. Mittwo<h: Ges(hlofsen.

Saint Cyr.

die deutsche

heater.

ance-Theater. r Giftmischer.

———

Adolph Ernft-Theater. für Anna Bâäters. Zum 66. Male: a Eva. Eesangsposse in 4 Akten von Jacobson und Leopold Elv. und Gustav Görß, Der unseli Einlage. Anfang 74 U Balletcomyosition des Zeman i ———— ate matte timme lin).

Alte Iakobstraße 830, für Hrn. Bruno Bollmann. Posse mit Gesang A. LArronge und G, von Moser. Musik von R. Bial und G. Steffens.

- .

Geschlossen.

und folgende Tage: Der Milliouenu-

Concert-Anzeigen.

Dienstag, Abends 8 Uhr: Sopran) unter gefälliger Magdalena Max Grünberg,

Direktion: Sigmund Lauten-

Dienstag und MittwowŸ:

Gastspiel der Königlih preußischen Fr. Lilli Lehmann und der K Kammersängerin Frl. Marie Lehmann.

Dienstag: Schwank in 4 Akten Friy Brentano und 2 In Scene geseßt vom Direktor

Dienstag: Benefiz

Couplets ven Jacobson

Musik von Adolph Ferron. Im

ge Toupinel. Parodistische Y:

Urania, Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes - Ausstellungs - Park (Lehrter Bahnhof). Geöôffnet von 12—11 Uhr. Täglih Vorstellung im DONRALN e Theater. Näheres die Anschlag- zettel.

E E S E I C E Familien-Nachrichten.

5007]

Heute früh 14 Uhr verschied nah längerem, \{<weren Leiden unser treuer, bochverehrter Pflege- vater, unser geliebter Bruder, Shwager und Onkel, der Geheime Justizrath

Dr, jur. Friedrih Prinz

Kammergerichtsrath a. D. Dies zeigen hiermit tiesbetrübt an

Berlin, den 18. April 1891, Die trauernden Hinterbliebenen.

Dirigent:

Die Früchte

Verlobt: Frl. Maria Koey mit Hrn. Pastor Braun (Berlin). Frl. Clara Sleshe mit Hrn. Architekt Hosemann (Berlin).

Verehelicht: Hr. Pastor Gustav Schulze mit Frl. von Dieskau ( alsleben, Bez. Magdeburg)..

Hr. Prem.-Lieut. von Liebenroth mit Frl. von Rhaden (Berlin). Hr. Landrath Körte mit Frl. Heim (Prov. Sachsen).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Gustav von Wede-- meyer (Woynißz). Hrn. Hauptmann von Uth- mann (Berlin). Hrn. Pastor Sc<hliep (Berlin). Hrn. Prem -Lieut. Graf von der Schulenburg- Wolfsburg (Hannover). Hrn. Dr, med. “Czem- pin (Berlin). Hrn. Ersten Staatsanwalt Drescher (Liegniß). Eine Tochter: Hrn. Oberlchrer Dr. Neumann (Breslau).

Gestorben: Hr. Ober - Staatsanwalt Mertens (Celle). Hr. Prediger Telle (Xschernow). Hr. Geh. Sanitäts-Rath Dr. Goltdammer (Ber- Hr. Kanzlei-Rath Geisendorff (Berlin).

Hr. Geh. Sanitäts-Rath Pr. med, Liebert

(Charlottenburg). Hr. Oberst z, D. Dedekind

(Braunschweig). Hr. Adolf von Wrochem

(Görliß). Frau Sopdzie von Löbbecke (Wiese,

Kr. Trebniß).

Zum

Adam und Eduard

F

Redacteur: Dr. H. Klee, Direktor. Berlint: : m Verlag der Expedition (S < olz).

Dru> der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagss Anstalt, Berlin 8W., Wilhelmstraße Ne. 82,

Sieben Beilagen (eins{ließli< Börsen - Beilage).

BVoitgt

(6847)

S E S

P A

E Es E A

e

Deutscher Reichstaa. 103. Siyung vom Sonnabend, 18. April.

Am Tische des Bundesraths der Staatssekretär Frei- herr von Maltyahn und der Staats-Minister Freiherr von Bean s

ie Berathung der Gewerbeordnungsnovelle G U ES L, wird fortgeseßt. _Jn $. 137 wird die Nachtarbeit der Arbeiterinnen 4 0A 81/2 und 51/2 Uhr) verboten. An Vorabenden der fesitage soll die Beschäftigung derselben niht über 51/2 Uhr hinaus dauern. Für die Arbeiterinnen über 16 Fahre darf die Arbeitszeit die Dauer von elf Stunden, an den Vorabenden der Sonn- und Festtage von zeyn Stunden nicht überschreiten. Die Mittagspause muß mindestens eine Stunde betragen. Wöcnerinnen dürfen während vier Wochen nah ihrer Nieder- kunfi überhaupt nicht, in den folgenden beiden Wochen nur dann beschäftigt werden, wenn das Zeugniß eines approbirten Arztes dies für zulässig erklärt.

Die Abgg. Auer und Genossen wollen das Verbot der Nachtarbeit auf die Zeit von 8 Uhr Abends bis 6 Uhr Morgens erstre>en und statt 51/2 Uhr Abends „5 Uhr“ seßen, für die Wöchnerinnen 6 Wochen statt vier freilassen und die Bestimmung hinzufügen, daß eine Entlassung der Wöhhnerinnen ée eine Kündigung während dieser Zeit nicht stattfinden

arf.

Die Abag. Payer und Genossen stündigen Normalarbeitstag für alle 16 Jahre.

Abg. Dr. Sch ädler beantragt, daß für verheirathete Baue die Beschäftigung nur 10 Siunden täglich gestattet ein Jou.

Abg. Freiherr von Münch hat ein Amendement ein- gebraht, wona<h Arbeiterinnen über 17 Jahre in Fabriken niht länger als 11 Stunden beschäftigt werden sollen, sowie daß Arbeiterinnen, welche ein Hauswesen zu besorgen haben, an Sonnabenden und Vorabenden von Festtagen auf ihren Antrag nicht später als 51/7 Uhr entlassen werden müssen, und daß ihnen auf ihren Antrag eine Mittagspause von min- destens 11/5 Stunden gewährt werden muß.

Abg. Dr. Schädler beantragt, in dem vorstehenden An- trag die Worte „auf ihren Antrag“ zu streichen ; die Abgg. E Gutfleisch und Möller wollen einen Absaß folgenden Wortlauts eins<zieben: Arbeiterinnen über 16 Fahre, welche ein Hauswesen zu besorgen haben, sind auf ihren Antrag eine halbe Stunde vor der Mittagspause zu entlassen, sofern sie niht mindestens 11/2 Stunden beträgt.

Abg. Dr. Schädler: Seine Partei habe ihren Gon in der Kommission gestellten Antrag bier wiederholt, um die Frau auf ihren alten Ehbrenplay zurückzuführen, den sie im Hause und am Herde einnehmen fole. Leider sei die Bedeutung der Frau als Gattin und Mutter dadur) beeinträhtigt worden, daß sie als Mitarbeiterin des Mannes im Erwerb eintreten müßte; aus der Mitarbeiterin set sie aber vielfa eine Konkurrentin des Mannes geworden. Die so gewordenen Verhältnisse könne man leider nicht mit einem Schlage ändern ohne s<were Schädigung für die Industrie und für die Frau selbst. Deshalb versuche feine Partei, eine Besserung der Ver- hältnisse dur ihren Antrag anzubadnen. Die dem Kommissions- beriht angebängte statistishe Uebersicht theile mit, daß 203000 Frauen in der Industrie bes<äftigt seien, wel<he eine durbs{nititlihe tägli&e Arbeitszeit von 11 bis 12 Stunden bätten; in einzelnen Induftrien sinke die Arbeitszeit auf 10 Stunten tägli. Dafür steige sie in anderen auf 13. Dabei sei zu beachten, baß die verbeiratheten Frauen die doppelte Arbeit zu leisten hätten, denn neben der Fabrikarbeit liege ivnen no< die Sorge für den Haushalt ob. Nun sei abcr in den Verhandlungen mehrerer bvgienisher Kongresse und Aerzteversamm- lungen betont worden, daß die beste Arbeiterwohnung nichts zur Er- haltung der Gesundheit beitragen könne, wenn sie nit in Ordnung gehalten werde; die in der_ Fabrik beschäftigte Frau könne diese bäusliden Arbeiten nur am Sonn- oder Feiertag verri<ten, und es sei ein Milderungégrund für den Mann, wenn er eine so \{le>t cingeridtete Wiribscaft im Stich lasse und zu seinem und der Familie s&werem Schaden andere Orte aufsude. Unter der Fabkrikarbeit der Frau lde aub die Sorge für die leinen Kinder, und werin au Kleinkinderbewahranr stalten hier Segens- reiches leistetcn, so könnten sie do< die Mutter nicht erseßen. Seine Partei habe eigentli< au beabsichtigt, die S<Eonung der Wöchnerin weiter auszudebnen, als die Kommission vorshlage, habe jedo aus praktischen Rü>sichten davon abgestanden, aber um fo mehr bitte fie, ihre Anträge anzurehmen im Interesse der Hebung des Familienlebens, auf dem alle anderen Formen des Staats- und Gesellshaftslebens berußten.

Staats-Minister Freiherr von Berleps\<:

Meine Herren! Bei keinem Antrage zur Gewerbeordnungê- novelle, der biéhec dies hohe Haus beschäftigt hat, habe iÿ so lebbaft bedauert, mi< im Namen der verbündeten Regierungen gegen scine Annabme aussvre<hen zu müssen, wie ih dies bei den jeßt vorliegenden Anträgen des Hrn. Payer auf Nr. 383, und des Hrn. Dr. Scädler auf Nr. 385 der Dru>sa&en thue, Dies Bedauern ift um so leb- hafter, meine Herren, weil i< Namens der verbündeten Regierungen anerkennen muß, doß die Motivirung des Antrages eine wichtige ift, Und daß es in der That eine der Hauptaufgaben unserer Geseßgebung sein muß, das SHi>sal der Frau so ¿u gestalten, daß fie ihren Pflichten als Hausfrau, als Mutter, als Gattin, als Erzieherin ihrer Kinder na@kommen kann: und das ift in der That nur dann mögli, wenn die Arbeitszeit auf ein Maximum bes<ränkt wird, das ihr die Erfüllung ibrer übrigen Pülihten ermöglibt, wenn angängig auf ein so geringes Maß, daß ibr die Mehrzahl der Tagesftunden für ibren Haushalt, für ihren Gatien und für ihre Kinder zur Vers fügung ftebt.

i Vorbezeicnete Erwägungen haben die verbündeten Regierungen bei Aufftellung des Entwurfs lange und lebhaft beschäftigt. Wir baben bin und ber erwogen, ob es ni<t mögli sei, son jeßt einen ¿ebnstündigen Maximalarbeitstag für sämmtlibe Frauen einzuführen, und nabdem der Antrag des Hrn. Schädler bereits in der Kommission geftellt worten war, haben von Neuem Erbebungen sowobl darüber stattgefunden, ob es ni&t möglich sei, mindestens für die verbeiratheten Frauen oder für dicjenigen Frauen, tie einen Hausbalt zu besorgen haben, die Maximalarbeitszeit von 11 auf 10 Stunden herabzuseßen, als au darüber, ob es nit mögli sei, ohne die Sicherheit und die Existen

wollen den zehn- Arbeiterinnen über

Erste Beilage um Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

d 93.

Berlin, Montag. den 20. April

der betheiligten Industrie zu gefährden, ohne eine zu große S@mälerung des Arbeiterbudgets eintreten zu lassen, jeßt {on allgemein den zehn- stündigen Arbeitstag einzuführen.

Meine Herren, die Gutachten, die darauf hin erstattet worden sind, haben uns leider die Ueberzeugung gebra<t, daß eine Annahme des An- trags des Hrn. Schädler zur Zeit ebensowenig mögli ift, wie die des Antrags auf Annabme des Maximalarbeitstages von zehn Stunden für die Frauen überhaupt. Es findet si< das Resultat dieser Erhebungen in der Anlage zum Kommissionsberiht mitgetheilt. J< kann mi deshalb darauf bes<ränken, zu bemerken, daß na< Ansicht der ver- bündeten Regierungen die nothwendige Folge der Annahme des An- trages des Hrn. Sc{ädler wenigstens in dem überwiegenden Theile unserer Textilfabriken die sein würde, daß die verheiratkete Frau aus der Arbeit, der sie bisher obgelegen hat, überbaupt ausgewiesen, daß sfe in Zukunft Arbeit nicht mehr finden würde, und darin müssen die verbündeten Ne- gierungen einen empfindlihen Eingriff in die Ernährungsvcrhbältnifse einer großen Zahl von Arbeitern finden.

Meine Herren, es if au< ganz begreiflih, daß da, wo ver- heirathete Frauen ni<ht in übergroßer Zahl in der Fabrik si befinden, wenn sie die Arbeit um eine Stunde fcüber als die übrigen Arbeiter verlassen, eine ganz erheblihe Stöcung der Betriebe eintritt. Dies wird namentli< da der Fall fein, wo cine Verrichtung in der Fabrik die andere ergänzt, Die Folge einer sol<hen Störung wird unseres Erachtens die sein, daß in solhen Betrieben, in wel<hen ni<t die Mehrzahl der Arbeiter verl‘eirathete Frauen find, eine Entlassung der Letzteren aus der Arbeit stattfindet. Wo aber die Arbeit der verhbeiratheten Frauen in den Fabriken überhaupt ni<t entbehrt werden kann i< nehme nit an, daß das sehr vielfa<h der Fall ist —, würde andererseits die Folge eintreten, daß generell ein zehnstündiger Arbeitstag eingeführt werden müßte.

Es ist nun zu bea<ten, meine Herren, daß die Arbeitszeit der Frauen heute vielfah no< 12 und 13 Stunden beträgt, fo daß eine Reduktion auf 109 Stunden einen derartigen Abftand gegenüber dem bisherigen Zustand ergiebt, daß wir dagegen die gewichlisten Bedenken erheben müssen. Die verbündeten Regierungen sind der Meinung, daß tas Maß dessen, was sie ihrer Vorlage bieten, zur Zeit nit überschritten werden darf. Es bedeutet dieses Maß einen sebr erbebli<hen Vortheil gegenüber tem augenbli>liG bestetenden Zu- stande; i< erinnere daran, daß die Begrenzung des Marimalarb-its- tages auf. 11 Stunden eine Verringerung der bisherigen Arbeitszeit von ein bis zwei Stunden bedeutet; i erinnere daran, daß die Na@t- arbeit für die Frauen verboten worden ift, und s{ließli<, meine Herren, bleibt die Befugniß des Bundesraths bestehen, für besonders gefahrvolle Betriebe no< weitere Beschränkungen der Frauenarbeit einzuführen.

Ich bedaure deshalb, meine Herren, es wiederholen zu müssen, daß die verbündeten Regierungen dringend der Annahme dieser beiden Anträge widersvre<hen, und daß meiner Ueberzeugung na< das Zu- standekommen des Gesetzes überhaupt ernstlih gefährdet ift, wenn der Reichstag darauf bestehen sollte, diese beiden hier vorliegenden Anträge definitiv zum Beschluß zu erheben.

Gegen die Annahme des Antrages des Hrn. Dr. Gutfleis<h auf

Nr. 416 der Dru>ksaGen ist Seitens der verbündeten Regierungen keine Einwendung zu erbeben. _ Abg. Dr. Hartmann: Seine Bedenken gegen den Antrag S@âdler berubten aués{ließli< auf der Rülksiht für das Wobl der davon betroffenen Personen. Die Gründe für den Antrag seien zwar gewitig, aber der Abg. Dr. Swädler werde selbft zugeben, daß der Antrag au schr gefährliche Nachtheile bringen könne. Nach der Erklärung des Staats-Minifters, daß die Annahme des Antrags das ganze Gefeß gefährden würde, bitte er den Abg. Dr. Scädler, seinen Antrag zurüdzuziehen. :

Abg. Dr. Schädler: Mit Rü>sicht auf die Erklärung des Staats

Ministers und bei der jetzt fonftatirten Ausfichtslesigkeit auf Annahm des Antrags ziehe er ihn unter Wahrung des prinzipiellen Stand- punkts zurü. __ Abg. Dr. Hirs<: Die wichtigste Bestimmung dieses Paragraphen sei die Einführung eines Maximalarbeitstages für die Arbeiterinnen. Seine Partei stimme ihr von ganzem Herzen bei, während fie benso einmüthig gegen den Maximalarbeitstag der erwabsenen männlicen Arveiter fei. In Bezug auf den Marximalarbeitstau für die Arbeiter s&ließe er si< den lihtvollen Auéführungen des Abg. Dr. Bartk an. Zu den mebr negativen Gründen des Abg. Dr. Barth komme für ihn no< der positive Grund, daß für die Herbciführung einer ge- regelten und mögli<st kurzen Arbeit2zeit für erwahsene Männer das maßgebendste_ Mittel ihr Koalitionsreht sci. Seine Partei sei überzeugt, daß die Regelung der Arbeitszeit der männlichen Arbeiter au ohne Zwangsverbote oder «gebote des Staats möôg- lih sei, wenn diese das gesetliwe Koalitionsre&@t wirkli auéëüben könnten. Wenn jeßt son in einec Anzahl von Betrieben die Arbeits- ¡eit nur 10 Stunden urd no<h weniger betrage, so sei das nit dur ein Eescy hervorgerufen, fondern darch die Bemüßbungen der Arbeiter. So gut das möglih sei z. B. bei den Bildhauern, Mascinenftri>ern und Bu&dru>ern, so gut auch bei anderen Berufs- arten. Deswegen sei es, wenn man für den Marximalarbeitstag ein- trete, nothwendig, zu gleicher Zeit mit dem größten Nachdru> das Koalitionsre@t als den wirkli gangbaren besten Weg zur Besserung der Arbeitsverhält! isse hohzuhbalten, und zwar nit bloß auf dem Papicr des Gesetzes, sondern auc in der Wirklichkeit. Daher hätten au< die gestrigen Ausführungen des Handels-Ministers bezüglich der Broshüre „Ein Kompromiß gegen die deutschen Arbeiterklassen“ fein Befremden und Bedauern errest und er (Redner) glaube, daß dasfelbe Gefühl in weiten Kreisen der Arbeiter, nicht bloß der sozialdemo- kratisczen, entstehen werde, wenn fie die Aeußerungen börten.

__ Vize-Präsident Graf Ballestrem: Er könne nicht gestatten, daß der Redner die Bros{&üre, von welcher geftern die Rede gewesen sei, in die jeßige Diskussion bereinziehe. Sonft müßte er jedem Redner dieselbe Latitude lasen, und das würde nit zur Verkürzung der Diskussion beitragen.

Abg. Dr. Hir\< fortfahrend: Dann bebalte er fi< vor, bci anderer Gelegenheit hierauf zurü>zukommen. Er glaube, daß Seitens der Bebörden das Koalitionere<t der Arbeiter geachtet und gefördert werden müsse. Für Arbeiterinnen bestehe dasselbe zwar au, aber die Erfahrung beweise, daß die Frauen im Allgemeinen bisher nicht dazu angethan gewesen seien, von einem solwen Gebrau zu maden. Vermöge ihrer sanften Natur seien fie ni<t im Stande, die Dis,

19M.

ziplin anzuwenden, twoel<e erforderli sei, um auch nur in den o vollsten Grenzen einen Kampf zu Gunsten ihrer Arbeitsverbältnisse aufzunehmen. Aus diesen Gründen und weil andererseits der sanitäre und moralisGe Gesichtspunkt maßgebend sei, sei seine Partei der Ansi6t, daß ein allgemeiner Normalarbeitstag im höchsten Grade wünschenswerth und heilsam sei. Sie sei ni<ht so pessimistis<{, zu erflären, daß, wenn die Vorlage niht na< ihren Wünscben bedeutend verschärft werde, sie gegen den ganzen Paragraphen stimmen müsse. Freili<h würde sie liebec statt der halben Maßregel cines elfstündigen Normalarbeitstages einen zehnstündigen haben wollen, wogegen durhaus nit prafktis<e Bedenken geltend gema{<t werden könnten, zumal sie si< immer auf die jeßigen Zustände be- zögen. Er lege daher Werth darauf, daß der zehnstündige Arbeitstag als vas höbste Zeitmaß der Fabrifbes<äftigung schon jeßt im Gefeß eventuell bis zur dritten Lesung festgestellt werde, wenn er auch erst na einer Reihe von Jahren in die Praxis überseßt werde. Das sei unbedingt nötbig, wenn die Frau au< nur ihren nothdürftiasten Pflichten aegen Familie und Haus nachkommen folle. Aber au< für die Mädchen würde die Begrenzung der Arbeitszeit auf diese Stundenmzahl durchaus niht überflüssig sein. Die Thatsache. daß die jungen Mädchen mehr und mehr in die Fabriken gingen und dabur< verhiadert würden, < mit der Vorbereitung auf ihre natürlichen Pflichten als zukünftige Frau und Mutter zu beschäftigen, sei eine Hauptquelle der wirthshaftlizen und moralischen Uebelstände. Seine Partei habe den zehnftündigen Normalarbeitsta; für die Frauen in der Komrrission selb gestellt, aber nah der ernsten Erklärung des Staats-Ministers könne ein Theil jeiner Freunde ni<t dafür stimmen. Ste würden aber die Satte für die Zukäanft im Auge bebalten. Eine Verlängerung der Mittagspause für die Frauen, die cin Hauswesen zu besorgen hätten, um eine halbe Stunde dürfte nur auf Antrag der Frauen selbst zulässig sein. Denn unter Um- ständen könne den Frauen selbst an einer längeren Mittagëpause nichts gelegen fein, wenn 3. B. die Häuslichkeit zu weit entfernt von der Fabrik ci. Es wäre also gegen den Wuns dieser Frauer, wenn diesen cine Verlängerung der Mittagspause aufgezwungen würde. Er hoffe aber, die Frauen keinen Grund hätten, einen sol<en Antrag zu unterlassen, aus Furcht. sich vadur< mißliebig zu maHen, sondern daß vielmchr die Unternehmer auc dies in humaner Weise unterstüßten und felbst alles aufbieten würden, um das Loos ibrer Arbeiterinnen zu verbessern, um au<h ihrerseits für ein gedeihlihes Familienleben Sorge zu tragen. Ein Opfer sei dabei nicht erforderli, dagegen sprächen dafür hohe sanitäre Gründe. Die Schonzeit von 6 Wowen für die Wöhnerinnen habe in der Schweiz einen sehr heilsamen Einfluß ausgeübt. Daß na< der Borlage die Schornzzit nur 4 Wochen dauere und für fernere zwei Wochen die Fabrifarkeit auf Grund eines ärztlihen Zeugnisses den Wöchnerinnen gestattet scin solle, sei etwas fünstli<h und unsicher. Bei allem Respekt vor den Aerzten habe man do< hier {on Dinge gebört, welcbe das Vertrauen zu solchen Zeugnissen {wer erschüttern müßten. Er bitte dringend, die Ausdehnung auf 6 Wochen anzunehmen, zumal faum zu erwarten sei, daß die Regierung si dagegen erklären werde. Mit dem Antrag Münch beschäftige er si ni<t. Er bitte, den Paragraphen mit den von ibm empfohlenen Anträgen anzunehmen und damit einen bedeutsamen Schritt für die Gesundheit niht nur der jetigen, sondern auch der zukünstigen Generation zu thun.

__ Abg. Ulri: Troß der Erklärungen des Staats-Ministers falle es de: Sozialdemokraten ni<t ein, den Äntrag zurü>zuziehen. Sie wollten einmal die Probe machen, wie weit man in diesem Hause den prinzipiellen Standpunkt des Arbeiters<ußes auszuführen gesonnen sei Die gestern angeführten Gründe für den Maximal- arbeitsïag der Männer sprähen no< mehr für die Frauen, weil bei diesen die Gefahr der Degeneration der ganzen Nation größer fei. Seine eigene Mutter sei ein Opfer der jeßigen Arbeitsverhältifse geworden. Er habe das in der eigenen Familie und am eigenen Leibe erfahren. Die übermäßige Arbeit ruinire die Frau vor der Zeit. Andererseits werde das Familienleben dur< die Arbeit der Frau völlig zerstört, die Kinder verwahrlosten in Folge des Mangels an Erziehung. Wenn man die Sc<huld an der Verrohung der Jugend der Sozialdemokratie zusciebe, habe man keine Ahnung von den sozialen Verhältnissen, unter denen eine große Zahl von Kindern aufwacbse. Müde und abgera>ert kämen die Frauen na elfftündiger Fabrikarbeit nah Hause. Was éönnten sie dann no< für den Haus- halt thun? Sie könnten höstens no< das Allernothwendigste waschen und fliden und das Essen für den nächsten Tag etwas vorbereiten. Die Gesetzgebung habe in dieser Hinsicht s<hwere Sünden auf Etc) geladen, und jest, wo sie endlich eingreife , thue sie es mit Sammetkandshuben. Die Arbeitgeber träfen in der Regel bumanitäre Einrihtungen für ihre Arbeiter nur dann, wenn ibnen diese Einrichtungen nichts kosteten, oder wenn sie ihnen gar no< Profit einbrähten. Die Arbeiterinnen seien weit weniger im Stande, si< des Koalitionsre<ts zu bemäßtigen, als die Männer, und deshalb müsse seine Partei doppelt und dreifach darauf dringen, daß eine vollständige Regelung dieser Frage mit mög- libster Beseitigung aller Ausnahmen eintreten könne. Die Ein- \<ränkung der Frauenarbcit auf zehn Stunden sei eine unabweisliche Forderung Von 7340789 gewerblih bes<äftigten Personen im Jahre 1888 seien 1 509 167 Frauen, davon über 130 000 verbeiratbet gewesen. In der Textilindustrie von Elsaß-Lothringen seien 1889 31 216 weibliche Arbeiter beschäftigt gewesen und nur 29 496 männliche. In der Cigarrenindustrie Badens seien 9866 weibliche Arbeiter bes schäftigt gewesen und nur 4656 männliche. In den Petitionen der obers<lesis@en Montaninduitrie sei die merkwürdige Thatsahe auf- geführt, daß bei rund 80 000 Arkbeitern 14 532 Arbeiterinnen besâfs- tigt würden. Davon müßten 5786 regelmäßige Tag- und Nabtschicht machen. Die Zahl der weiblichen Arbeiter habe fic in 20 Jahren um 46 208, die der märnlihen Arbeiter nur um 12889 vermehrt. Dabei würden den Frauen die \<wersten Arbeiten, wie das Scieren von Karren, ¡ugemuthet. Der Arbeitslohn der Frauen fei durch- \nittli& nur haib fo bo, wie der Arbeitslohn der Männer. Der Kavitalismus babe eben nur deshalb die Frauenarbeit eingeführt,

! weil fe ibm billiger zu stehen fomme als die Männerarbeit. Auf

moralishe und sittlihe Rüdlsichten komme es den Arbeitgebern nicht an, sondern nur auf den Profit. Deshalb fträubten fie G auh gegen die Reduktion der Frauenarbeit und namentli<Þ gegen die Beseitigung der Nahtarbeit. Es könnten ihnen am Ende größere Anlage- und Produktionëkosten daraus erwachsen. Am Sélagendften bewiesen dies die Petitionen der Buchdru>ereibefißer, welWe sagten, daß solle Bestimmungen ihr Gewerbe und Staat und Gemeinde {wer träfen, und da werfe man feiner Partei Uebertreibungen vor. Gin _äbnlier Geift dur<webe au die Petition der Handelskammer in Offenba. Der Geheime Regierungs - Rath Dr. Königs babe in seinem bekannten Buße selbst die Zunahme der weiblichen Arbeiter zugegeben. Der Staats - Minister Freiherr von Berlep\h babe ganz rictig bemerkt, daß speziell in der Weberei und Spinnerei eine Arbeits- zeit von 12, 13 und 14 Stunden für die Arbeiterinnen bestehe. Das \cweizerishe Fabrikgesey verbiete jede Sonntags- und Nacht- arbeii der Frauen. Ueber 8 Ubr Abends dürfe nit gearbeitet wer- den. Die Ansicht, daß nur sanitäre Rücksichten eine Verkürzung der Arbeitezeit erheishten, entsprehe dem Sklavenhalterftandpunkt. Die von der Kommission bes<lofsenen Bestimmungen über den Schuß der WöGnerinnen reichten nit aus. Eine Frau, wel<e während ibrer Shwangershaäft gekümdigt sei, habe wenig Aussiht, wo anders Arbeit zu bekommen.