1891 / 101 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Laufen öfter über das dreigefstriGene C hinaus. Der virtuosen Aus- bildung ihres Gesanges entsprehend war ihr Programm ge- wählt, wel<hes eine Arie aus „Semiramis“ von Rossini, eine Arie aus „Mignon“ von Thomas und eine dritte aus Bellini's »I Puritani“ enthielt. In zwei Liedern von Schubert und von Glaesz trat außerdem eine gewisse Begabung für tiefer empfindende Ausdru>sweise hervor, welhe jedo< bei dem Mangel an Stimm- mitteln nur wenig zur Geltung kam. Unterstüßt wurde das Concert dur< den hier bereits bekannten Pianiften Hrn. Martin Fuß, welcher mehrere Kompositionen von Shumann, Moskowski, Nikolaus Rubinftein, Brafsin und Paganini-Liszt vortrug und in seinem Spiel eine sehr große te<nishe Fertigkeit und feurig belebte Ausdru>83weise erkennen ließ. Das nicht sehr zahlrei erschienene Publikum spendete beiden Vortragenden reihli<hen Beifall, Die Klavierbegleitung befand K wiederum in den ges{i>ten Händen des Hrn. O. Bake. Philharmonie. i In dem gestrigen „Abschieds-Concert“, in welhem das Ortester außer beliebten Werken von Weber und Wagner die große Sinfonie von Beethoven (Nr. 5) mit gewohnter Meisterschaft ausführte, trug au der Concertmeister Hr. Bleuer das Mendelssohn'’s{e Violin- concert unter großem Beifall des zahlrei ershienenen Publikums vor. Ihm fowohl wie Hrn. Kogel wurden die glänzendsten Ova- tionen dargebra<ht. Nachfolger Kogzel's wird Hr. Kapellmeister Her - furth aus Lausanne.

Margarethe Tondeur, die mit Beginn der neuen Spielzeit in den Verband des Königlihen Schauspielhauses übertritt, verabschiedet si< morgen vom Berliner Theater in der Rolle der Frau von Wildenheim in Moser's Lustspiel , Der Veilchenfrefser“.

Im Lessing-Theater wird Friedri Haase am Sonn- abend und Sonntag dem Lustspiel „Der Königslieutenant“ auf vielfachen Wunsch no< „Eine Partie Piquet“ folgen lassen.

Im Wallner - Theater treten von morgen ab die Sommer- preise in Kraft: Parquet 3 #4 und 2 Æ, Il. Rang 1,50 und 1M

Die Sommersaison des Belle-Alliance-Theaters in dem neu ges<mü>ten und dur< #0000 Flammen glänzend beleuchteten Garten nimmt morgen ihren Anfang. Täglih finden von jetzt ab große Militär-Doppel-Concerte und das Auftreten von Vokal- und

Instrumental-Spezialitäten ftatt. Der Eintrittspreis für Garten -

und Theater beträgt nur 1 M. / : Die morgige 75. Aufführung der Repertoireposse des Adolph Gruast-Theaters „Adam und Eva“ findet zum Benefiz für

Hrn. Guftav Görß ftatt.

Mannigfaltiges.

Der unter dem Protektorat Jhrer Majestät der Kaiserin stehende Verein der Berliner Volksküchen, welher am 9. Juni d. I. sein 25 jähriges Bestehen feiert, hielt gestern Abend im Bürgersaale des Rathhauses seine Jahresversammlung ab. Der Verein kann nah dem Geschäftsberiht auf eine re<t erfreuliche Ent- wi>elung seiner Anstalten bli>en, da im letzten Jahre der bisher bôhste Konsum errei<ht ist, nämli 2187 703 Mittagsportionen, 424 578 Abendportionen und 112138 Portionen in den Frauenküchen, zusammen also 2 724 419 Portionen. Berbrau<ht wurden u. A. 540 Ctr. Rindfleisch, 481 Ctr. Pôkelfleish, 340 Ctr. Shweinefleish, 32 Ctr, ge- hadtes Fleis und Bratwurft, 74 Ctr. Spe>, 65 944 Paar Würstchen, 1112 Pfd. Hammel- und Kalkfleis, 493 Pfd. Leber, 3400 Pfd. See- fishe, 134 Tonnen Heringe, 295 Ctr. Fett, 324 Ctr. Mehl, 13 446 Ctr, Kartoffeln, 735 Ctr. weiße Bohnen, 1588 Ctr. gelbe Erbsen, 554 Ctr. grüne Erbsen, 317 Ctr. Reis, 109 Ctr. Nudeln, 3914 Pfd. gedörrte Gemüse, 477 Ctr. Roth- und Weißkobl, 175 Ctr. Wirsingkohl, 384 Scho> Kohlrabi, 320 Ctr. Kohlrüben, 363 Ctr. Mohrrüben, 590 Ctr. Sauerkohl, 594 Scheffel Spinat und Grünkohl, 142 Ctr. Zwiebeln, 100 Ctr. Ba>obst, 233 Anker Essig, 310 Sa> Salz, 150 Ctr. Zu>er und 392 Ctr. Kaffee. Vereinnahmt wurden für die Speisen 362 151 Æ, außerdem 2240 für Küchenabgänge. Verausgabt

wurden für die Zubereitung der Speisen 246 581 #, die Unkosten der 16 Küchen beliefen si< auf 91460 4 Baulite Einrichtungen und Abschreibungen beanspruhten 9649 4A und die Generalunkosten deé Vereins beliefen si< auf 10050 A Insgesammt balanciren Einnahmen und Ausgaben mit 364 511 Æ und der Gewinn aus dem Betrieb der Küchen belief si< auf 6276 A Der Verein verfügt à. Z. über ein Vermögen von 95280 #; der Pensionsfonds besitzt

39 916 Æ, außerdem sind no< Stiftungen im Betrage von 14 745 4 vorhanden.

Die unter dem Protektorat des Staats-Ministers Dr. von Gokfßler ftehende „Berliner Spielplaß-Gesellschaft® hielt gestern unter Vorsitz des Prof. Dr. Guttstadt im eBurggrafen“ ihre Generalversammlung ab. Die stets fteigende Zahl der Mitglieder beträgt 168. Finanziell arbeitet die Gesells<haft jeßt in der Zeit der Ausgestaltung des Pláyes freili< no< mit einem erheblichen Fehlbetrag. Während des Winters ift der Play als Eisbahn benußt und allein an Mitglieder sind während der Eislaufsaison 760 Dauerkarten ausgegeben worden. Für: diesen Sommer ift eine genaue Plaßordnung aufgestellt; ihr zufolge sind die erforderli<en Geräthe und Einrichtungen vorhanden für 25 Lauf- und Fangspiele, 13 Krie<-, Hupf- und Sprungspiele, 9 Kampfspiele, 19 Ballspiele und 8 Kugel-, Kegel-, Scheiben- und andere Wurfspiele. Für Be- nußung der Lawn-Tennis-Plätze, der Kro>ets sowie der Kegelbahn ist eine kleine Gebühr zu zahlen. Außerdem werden Kinder- gartenspiele und Ordnungsübungen veranstaltet. Während de? Sommers will die Gesellshaft au< Spielfeste für _Erwadfene veranstalten, und sollen dann unter Umständen au< Schießstände v. dgl. errihtet werden. In der Serienzeit soll die Errichtung von Ferienkolonien für Bemitteltere na< Möglichkeit gefördert werden. Vom Staats-Minifter Dr. von Goßler lag ein Brief vor, in dem er dem Aus\{uß den Dank für die bisher entfaltete Thätigkeit ausspra< und interessante Anregungen zur Wiedereinführung alter Spiele gab, die dur Zeichnungen erläutert waren.

Die Zeihnung Anton von Werner's: „Graf Moltke auf dem Todtenbette" ift jezt, dur< Dru> und Photograpÿie ver- vielfältigt, im Verlage von Paul Bette in Berlin ers<hienen. Der verewigte Feldmarshall hat die Hände über der Brust gefaltet, sein Kopf ruht erhöht auf dem Kopfkifsen, ein stiller friedlicher Ausdru> liegt auf den von dem Künstler gut getroffenen Gesichtszügen. Die Zeichnung wird Vielen ein wertbes Andenken sein.

Bei den jeßt stattfindenden Baumpflanzungen in der Potsdamer Straße suht man nach der „Vofs. Z.“ dur besondere Vorrichtungen die jungen Bäume vor dem \{limmen Einfluß des den Erdboden dur@ziehenden Leuchtgases zu \{<üßen. Es wird eine Grube bergestellt von 1,90 m Breite und 1,20 m Tiefe. Die Sohle der Grube wird mit einer 0,20 m hohen Lehmscit bede>t; auf diese kommt ein unten und oben offener Kasten, dessen Wände aus Faschinen von dihtem Fle<twerk bestehen und ringëum dur starke Lehmlagen von dem übrigen Erdreich getrennt werden. Der innere Raum wird dur< guten Boden ausgefüllt, der die in Kübeln stehenden jungen Bäumen aufnimmt. Allerdings foll die Anpflanzung jedes einzelnen Baumes nahe an 40 A kosten, aber Mühe und Kosten werden si lohnen, wie die ErfaErung an anderen Orten gelehrt hat.

Das Aachener Zeitungs-Musecum batte, {on gelegent- lihder Feier des 91. Geburtstages des Grafen Moltke einen Aufruf erlassen, in wel<em um Uebersendung der Zeitungen urrd Zeitschriften mit Artikeln über den Tag gebeten wurde, In Folge dessen waren über 600 Nummern in doppelten Exemplaren eingegangen. Auf die Anfrage des Museums, ob Graf Moltke ein Exemplar der Sammlung annehmen wolle, ging damals ein Shhreiben ein, worin der Feldmarschall für die freundliche Ab- ficht verbindlich dankte und zusicherte, er werde bie Sammlung, die für seine Familie von Interesse sei, gern entgegennebmen. Leider hat Graf Moltke die auf feinen ausdrü>liben Wunsch na Kreisau ge- sandte Sammlung nicht mehr geschen. Heute, wo die deutshen Lande von Trauer über den Heimgang Moltke's erfüllt find, ergeht von Neuem die Bitte des Zeitunçs-Museums an alle Zeikangen und Zeit- \<riften, ibm sämmtliche Nummern, die si< in Wort und Bild mit dem großen Todten beschäftigen, zugehen zu lassen, dankit zukünftige Forscher au< im Museum die beredten und untrüglihen Zeugnisse finden, wie sehr das d'uts<e Volk und die Armee den; in seinen Thaten unsterblichen Helden betrauern. \

—— )

Lübe>. Wie der „H. C.“ vernimmt, ist in Lübe> ein ‘Comité ür die Sammlung eines Fonds zu einer Gedenktafel füx den verstorbenen Ehrenbürger der Stadt, General-Feldmarschall Grafen Moltke in der Bildung begriffen und zwar wird beabsichtigt, ‘diese

gebra<t hat. Bremen, 28.

Housten zur Anwend

beutigen Sigung,

Bern, 27. A auf den Wiederbegin

Matthorns niedergin aufgeworfen. Man wird voraussichtli<

10 Ubr bra< na e aus, welches das St

Herr geworden. De Dollars verans<{lagt

Wien, 29. April.

eröffnen zu können. Die auf dem liegende Eisde>e wird auf 450 000 cbm ges<äßt. Die Wasserfläche

Chattanooga (Tennessee), 29, April.

Erinnerungstafel an dem Hause der Firma Rethwis< u. Borchert anzubringen, woselb die Eltern Moltke’'s im Jahre 1806 wohnten und also der Verftorbene einige seiner frübesten Lebensjahre zu-

April. Die Bürgerschaft hat in ihrer legten

Sißung eine Senatsvorlage, betreffend die Einführung des elek - trishen Betriebes auf den Babnitr Hlerdevayuge! ells<aft, mit erhebliher Mebrheit genehmict.

ei Einrihtung der neuen Anlage kommt das System Thomson-

e>en der Bremen: Horner

ung.

Der Gemeinderath beshloß in seiner den im Mai hier stattfindenden Pofst- und

Telegraphen-Kongreß im Namen der Stadt festlich zu begrüßen und den hierzu erforderlichen Kredit zu bewilligen.

pril. Am Pilatus (Luzern) rüftet man si< n der Saison. Seit vierzehn Tagen arbeitet eine

Kolonne von vierzig Mann am Swhhneebru< auf der Bahnlinie; die leßten Tage des März haben auf dem Pilatus gewaltige S <nee - massen gebraht, und mächtige Lawinen, welche von den Hängen des

gen, haben Alphütten zerstört, die Tunnels zu-

gefüllt und Stneebarrikaden bis zu 10 m Höbe über der Bahnlinie

hofft den Betrieb der Pilatusbkahn Mitte Mat Jou x see (Waadt) zur Zeit no<

vor Mitte Mai nit eisfrei werden.

3 i Heute Vormittag iner Meldung des ,„W T. B.* ein Feuer auf

der Station der Oft-Tennessee-Virginia- und -Georgia-Eisenbabn

ation8gebäude, hundert Güterwagen und etwa

fünfzehn in der Nähe gelegene Häuser voliftändig zerstörte. Bei Abgang des Telegramms war man des Feuers noch nicht vollständig

r Schaden wird bis jet auf ungefähr 1 Million

Na< Sl

der Kaiser un

welche Blumensträ

österreichischen

konservativen lung sämmtlicher

Prag einberufen.

Regierungsfreundl

Eisena, 30. April,

Bukarest, 30. April. h - wahlen zur Kammer im zweiten Wahlkörper ergaben zwölf

der Redaktion eingegangene Depesghen.

(W. T. B.) Fhre Majestäten d die Kaiserin sind mit den Groß-

herzoglihen und den Erbgroßherzoglichen Her r- schaften kurz vor 111/, Uhr hier eingetroffen und von den ftädtishen Behörden am Bahnhof empfangen worden. Ebendaselb| Men Ehrendamen Aufstellung genommen,

uße überreihten. Jn den Straßen bildeten

die Schulen, Vereine und Jnnungen Spalier. Unter Glo>en- geläute und jubelnden Zurufen der dihtgedränaten Bevöl- kerung fuhren Jhre Majestäten alsdann nah der Wartburg.

Wien, 30. April. girten, welhe an den Verhandlungen über den deuts <-

(W. T. B.) Zu Ehren der Dele-

Handelsvertrag theilgenommen hatten,

fand gestern bei dem Minister von Szoegyenyi eine Ab- hiedssoirée statt, zu welher au der deutshe Botschafter Prinz Reuß sowie die Gesandten Bayerns, Sawhsens und Württembergs und die Minister, welche den Konferenzen bei- wohnten, geladen waren. : Prag, 30. April. (W. T. B.) Das Wahlcomité des

Großgrundbesizes hat eine Versamm- konfervativen Großgrundbesißzer Böhmens

zur Besprechung der politishen Lage auf den 19. Mai nah:

(W. T. B.) Die leßten Stich- ihe und fünf Oppositionelle.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und

Dritten Beilage.)

ee

für Gustav Görß. Eva. Gesangspofse in 4 Akten von Eduard

Einlage. : / Der Sommer-Garten if geöffnet.

Thomas-Theater. Alte

Freitag : Volksitü> in 4 Akten von Max Kretzer. Gesangstexte im

Adolph Ernft-Theater.

Freitag: Benefiz

Zum 75. Male: Adam und

cobson und Leopold Ely. Couplets von Jacobson

F riedrich - Wilhelmstädtis hes Theater. 2 Gustav Görß. Musik von Adolph Ferron. Im

Akt: Der unselige Toupinel. Parodistische

Anfang 7f Uhr.

Jakobstraße 30. Zum 41, Male: Der Millioneubauer..

Akt von A. S{önfeld. Musik von G. Steffens,

Anfang 7F Uhr. Sonnabend und folgende Tage: Der Millionen--

bauer.

Urania, Anstalt für volksthümlihe Naturkunde. j 29 Sandes - Mlt 9 Ee Mater enden, X ens eôffnet voa 12— r. LTâgli orstellung im Sigmund Lautlen eni QasthDen Theater. zettel.

Näheres die Anschlag-

E

Geboren:

Familien-Nachrichten.

erlobt: Frl. Eva Luße mit Hrn. Predigtamts- kandidat Ferdinand Gründler (Rohria#—Dram-- burg). Frl. Martba Hennige mit Hrn. Prem.- Lieut. Wilhelm von Goerne (Magdeburg). erehelit: Hr. Regierungs-Afessor a. D. Hugs- von Rosenthal-Brynnek mit Frl. Sophie von Bo>elmann (S{weidniß). Hr. Regierungs- Assessor Gerstberger mit Frl. Else Klopsch (Neisse). Ein Sohn: Hrn. E. U. von Bülow- Trummer (Wamekow), Eine Tochter: Hrn. Premier-Lieut. von Lieres und Wilkau (Breslau). Hrn. Amtsrichter Dr Kruttge (Breslau). estorben: Hr. Oberst-Lieut. a. D. Rudolf von Schmeling-Diringshofen (Charlottenburg). Hr. Second - Lieut. Constantin von Dziembowsfi (Berlin). Verw. Frau Clara von Malscigki, geb. von Shröter (Schwerin i. M.). Hr. Pastor Wilhelm Ger>e (Kenz). Verw. Frau Bürger- meier Sophie Bierwagen , geb. Ösftydlo (Kon- adt).

Bee eas Ev April, Theater-Anzeigen. ens und folgende Tage: Des Teufels Vtorgens F, j E ; i ev. - | Böniglihe Schauspiele. Freitag: Opern- C j SÉZE| | ZES | baus, 107. Borftel'ung, Bilitaria, Ballet in D SZ | | Sm | en und 3 Bildern von Paul Taglioni. Musi : 4 Stationen. |‘FZS | Wind.- | Wetter. |2S || | von P. Hertel. Dirigent: Musikdirektor Hertel. | Freitag: Mit neuer la L ns, “pin Gas UUE 4. E | So 15 | Zum Séluß: Wiener Walzer. In 3 Bildern | Saiut Cyr. Operette in 3 Aufzüger # S Munk zus - | weiser Benußung eines Stoffes von- A. Duwm-5) L | &W=S | von L. Frappart und F. Gaul. Die Musik zusammen é è Dell QAS) | | geftellt von Joseph Bayer. Anfang 74 Uhr. von Oscar Walther. Musik von Rudolf A inger. Mullaghmore | 749 |SSW 3 bede>t 9 | Schauspielhaus. 113. Vorstellung. Der Viblio- | In Scene geseßt von Julius A E * iguia Aberdeen . . | 747 |SSW 1halb bed. | 10 | thekar. S{wank in 4 Aufzügen von G. von Moser. | Hr. Kapellmeister Federmann. Anfang zhr, Christiansund | 746 SW 3 heiter 5 | Anfang 7 Uhr. Sonnabend : Saiut Cyr. ouceod « Pardi Kopenhagen . | 748 SW 3Regen 7 Sonnabend: Opernhaus. 108. Vorstellung. Der | _.Am 2. „Mai Eröffnung des att wrübmter | 3 Sto>holm . | 749 SW 4(beiter 7 | Widerspäuftigen Zähmung. Komische Oper | Täglih: Große Concerte. a 6e fir Park | A Haparanda . | 743 D 2'Regen 2 |in 4 Akten von Herrmana Göt. Text na Gesangs« und Inftrumentalkünstler. d "R E reiht St. Petersb. | 751 |WSW 2Regen 10 | Shakespeare's gleihnamigem Lustspiele frei bearbeitet | und Stebplay im Theater, soweit der e 0 intritt Moskau . …… | 761 |S 2\wolfenlos3 12 | von Joseph Victor Widmann. Anfang 7 Uhr. 75 S. Saijon-Billets, berehtigend zum Licht Tork, Queens- | Sauspielhaus. 108. Vorstellung. Das Käthchen | in den Park und Theater foweit der Raum reit, town... | 750 |[WSW 3\Regen 11 | von Heilbroun, oder: Die Feuerprobe. Großes | ¿U 6 A sind an der Kasse zu haben. ) Brest . 7588 |SW d'bede>t 14 | bistoris<es Rittershauspiel in 5 Aufzügen von 2 EE Helder . 753 |SW_ 4 Regen 8 | Heinrich von Kleift. Anfang 7 Uhr. Residenz-Theater. Direktion: Sylt. 749 |WSW 4lbede>)) | 7 E E burg. Freitag: Zum 7. Male: Dr. Joj o. mburg .. | 753 |\WSW 4Regen | 10 | Deutsches Theater. Freitag: Die Kinder der Schwank in 3 Akten von Albert Carrs. - Deuts œŒwinemünde | 794 |S 4 Regen | 8 | Excellenz, von Carl Lindau. Regie: Emil Lessing. Vorher: Neufahrwafser 757 WSW dhbede>) 9 Sonnabend: Das" Wintermärchen. Wer das Größere uicht ehrt, ift das Kleinere Memel... |_7566 |SW sher 6 Sonntag: Krieg im Frieden. nicht werth. S{wank in 1 Aufzug von Sigmu:d M - ‘761 |SSW 4Awollg | 12 Die näbste Aufführung von Fanst L. Theil Slesinger. Anfang 74 Uhr. s [V ünster. .,| 75 |SW 6 wolkig | 12 | findet am Montag ftatt. Sonnabend und folg. Tage: Dieselbe Vorstellun; 9. cue ; ce See A4 —— i iesbaden , | 7 eiter A : T ï München .. | 764 |SW Z3halh bed. [2 Berliner Theater. Freitag: 34. Abonnements- Kroll's Theater. Freitag: Don Juan. | 3 Chemniy 760 |SSW 2\wolkig | 11 Porstellung. Der Veilchenfrefser. Anfang (Donna Anna: Fr. Lilli Lehmann, Donna Elvirct: Berlin. 757 |SSW 4 Regen 9 |7# Uhr. Frl. Marie Lehmann, Don Juan : Sgr. d’Andraÿe l E O E E Schuldig. Abends | als Gäste.) Anfang 7 Uhr. ; reslau . S bede D ù , . : . S : eit des Figaro. Fle d'Aix [763 SV áwoilg 13 | 74 Uhr: Der Veilchenfresser. SOIIRRLEA E P Fig } Ä 200 1Nebel | 11 E ; j : Sriest ....| 764 til wollig | 17 | Tessing-Theater. Freitag: Ultimo. Belle-Alliance-Theater. Freitag: Zun Sonnabend: Vorleßztes Gastspiel von Friedri | 12. Male: Der Giftmisher. Schwank in 4 Akten | G Haase. Der Königslieuteuaut. Hierauf : Eine | na< dem Französishen von Friß Brentano unÞ 1) Nachts Regen. 2) Thau. Partie Piquet. Carl Tellheim. In Scene geseßt vom Direkto : : Sonntag: Letßtes Gastspiel von Friedri< Haase. | Sternheim. - _ Uebersiht der Witterung. Der Königslieutenant. Hiecauf: Eine Partie | - Eröffnung der Sommer-Saison. Im prachtvolle Ein ziemlich tiefes Minimum, von Westen kom- | Piquet. glänzenden Sommergarten (vornehmstes und groß mend, liegt über Südijütland, an der westdeuts<hen —— artigstes Sommer - Etablissement der Residenz) Küste auffrishende südliche bis westlihe Winde mit : ; Großes Doppel-Concert, ausgeführt von dem Musik Regenwetter bervorrufend ; ein neues Minimum | Wallner-Theater. Freitag: Zum 21. Male: | Corps des 3. Garde-Regiments z. F. (in Uniform scheint nordwestli< von Stottland beranzunahen. | Des Tenfels Weib. Phantaftishes Singspiel in | unter persönlicher Leitung des Ksöniglihen Musi Im deutschen Binnenlande ist bei meist {wacher | 3 Akten und einem Vorspiel von Meilbac und | Direktors Herrn Arnold und der Musik-Kapelle des füdlier bis westliher Luftströmung das Wetter Mortier, bearbeitet von Th. Herzl. Musik von Adolf | Belle-Alliance-Theaters unter Leitung des Kapell-| | B wolkig und faft allenthalben wärmer, sodaß jeßt die | Müller. Anfang 74 Ubr. meisters Herrn Joh. Doebber. Brillante Illumi- Temperatur den Durchscnittswerth vielfa über- Sommer-Preise der Pläße: Orchefter- u. Fremden- | nation des ganzen Garten-Etablissements dur 50 000 shritten hat. Königsberg hatte gestern Gewitter. | Loge 1. Reihe 6 #, desgleichen 2, und 3. Reibe | Gatflammen. Anfang des Concerts 6 Uhr, der Bei der gegenwärtigen Wetterlage dürfte für das | 5 F, I. Rangloge 4 k, 1. Rang-Balkon 3 4, | Vorftellung 74 Uhr. G nördliche Deutschland Fortdauer der trüben Witterung | T. Parquet 3 #, 11. Parquet 2 4, II. Ranagbalcon | Sonnabend und folg. Tage: Der Giftmischer. mit Regenfall zu erwarten fein. 1. Reibe 1 Æ 50 &, 11. Rangbalcon 2. bis 7. Reibe | Abonnements-Billets à 10 4 (Familien-Billets Deutsche Seewarte. | sowie Loge 1 #4, Gallerie 50 J, à 7 Æ# 50 S) sind an der Kasse zu haben,

Redacteur: Dr. H. Klee, Direktor. erlin:

Verlag der Expedition (Scholz).

Dru>F der Norddeutshen Buchdru>erei und Verlags-

Anftalt, Berlin 8SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Neun Beilagen (eins<ließliG Lörsen - Beilage).

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und König

¿ 101.

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Deutscher Reichëtaa. 110. Sigung vom Mittwoch, 29. April.

A E der Staatssekretär Freiherr von alzahn. --

__ Die Berathung der Zu>ersteuervorlage wird fortgesetzt mit $. 67, wona< vom 1. August 1892 an auf drei «Fahre zur Erleichterung des Ueberganges für die u>erindustrie eine Exportprämie von 1 # für den Doppel: Centner Zu>ter gewährt werden soll.

__ Abg. Fürst Haßtßfeldt beantragt, eine feste Ausfuhr- prâmie von 1,25 M ohne zeitliche Begrenzung zu bewilligen ; die Abgg. Dr. Orterer und Spahn wollen für fünf Jahre Zuschüsse aus dem Ertrage der Zu>ersteuer gewähren und zwar für die ersten drei Jahre 1,25 4, für die darauf folgenden Jahre 1 4 für den Doppel-Centner Zu>ker. Die Abgg. Graf Udo Stolberg und Hulz#< wollen für acht Jahre Prämien gewähren, und zwar für die ersten vier Jahre 1,50 H, für die nächsten vier Jahre 1 ( Endlich wollen die Abgg. Dr. Witte, Dr, Barth, Schrader und Dr, Dohrn den ganzen 8. 67 streichen, d. h. die Exportprämien sofort abschaffen.

Abg. Graf Stolberg: Die plôglihe Abs{affung der Prämien ohne Uebergangs8zeit würde die kleinen, ungünstiger gestellten Fabriken zu Grunde ri<ten; nah Ueberwindung der Uebergangêzeit würden nur die großen Fabriken bestehen bleiben. Viel konfequenter sei der Standpunkt der Sozialdemokraten ; die Beseitigung ieder Zu>ersteuer könnte der Industrie nur angenehm sein. Das gehe aber einfach nit, und au< die Sozialdemokraten würden in Verlegenheit sein, Vorsläge zu mah:n, wie der Ausfall für die Reichskasse gede>t werden follte. Er halte grundsäglih den Antrag des Fürften Hat- feldt für den ri<tiger; er würde ein KowpversatiorEobjekt für die Unterbandlungen mut Frankrei darbieten. Aber er habe den großen Nachtbeil, daß er die Agitation gegen die offene, im Etat ersihtliche Prämie von Jahr zu Jahr vers<härfen würde. Von den übrig bleibenden Anträgen Orterer und Stolberg scheine ibm der seinige praktischer, da er mehr Zeit gewähre, mit Frankrei auf dem Wege der Verhandlung zum Ziele zu gelangen. Seine Partei würde sehr bedauern, wenn überhaupt nihts zu Stande käme; damit rüd>? die Gefahr näber, daß einmal eine Zuersteuer ohne Üebergangéstadium oktroyirt werde. Er werde zunä&st für den Antrag Haßfeldt, dann für den seinigen timmen.

Abg. Fürst Hatfeldt: Der Reichskanzler habe vorgestern ganz allgemein davor gewarnt, von Beunruhigung des Landes zu sprechen. Er (Redner) babe mit seinen Ausführungen dur<aus nit beun- ruhigen wollen. Die Erfahrung beweise, daß die überrashende EGntwi>elung der Zu>erindustrie in Frankrei no<h nivt an der Grenze ihrer Fähigkeit angelangt sei. Entweder sei die Zu>er- industrie {on beute konkurrenzfähig, dann müßten die Prämien überhaupt abges<hafft werden, oder sie fei es no< nit, dann müfse man die Prämien bis auf Weiteres beibehalten; niht aber könne man tagen, wir behalten die Prämien auf fünf oder aht Jahre Fei, und dann wird die Industrie auf jeden Fall konkurrenzfkähig ge- worden fein, und zwar au< dann, wenn Frankreih seine Prämien beibehält. Die Fur&t vor der Agitation könne ihn niht in feiner Auffaffung wankend machen. Stelle man jeßt Prämien auf be- stimmte „Veit fest, so werde Frankreich die seinigen zwei oder drei Iahre länger, nämli so lange beibehalten, bis Deuts{land .vorm Weltmarkt verdrängt sei. Die Situation sei dieselbe wie 1873 bei der Aufhebung der Eijenzölle; auc der damalige Beschluß des Reihs- tages habe si< als ein verbängnißvoller erwiesen. Die Konkurrenz des Auslandes sei so groß, daß Deutschland obne die Zölle nicht be- stehen könne. Man mêge also seinen Artrag annehmen! Seine Partei vertraue darauf, daß es den verbündeten Regierungen mögli sein werde, mit dem Auslande ein Abkommen zu treffen, wodurch die ganze Prämienwirthshaft überbaupt beseitigt werde. (Beifall rets.)

Abg. Dr. Witte: Daß seine Partei von einer Abneigung gegen die Zu>erindustrie erfüllt wäre, daß sie gerade den \@lehtergestellten N im Lande übel wolle, sei ganz unrihtig. Er sei in diesem

ause ftets dér entgegenkommendse Freund dieser Industrie, richtig verstanden, ge esen. Er stimme au< darin mit dem Reichskanzler überein, daß, wenn jeßt nihts zu Stande komme, die Vertheidiger der heutigen falschen Position fc in viel ungünstigerer Lage befinden würden. Gerade die Folge der fali<en Geseßgebung sei es, daß sie eine zu lange, ungesunde Entwi>elung dieser „Industrie hervorgerufen habe. Man mae dem Reichstage mit der Konkurrezz des Aus- landes viel mebr bange als thatsächli gere(tfertigt sei; die drobende Konkurrenz Amerikas sei eine Fabel. Heute wie früber gebe es in Amerika nur drei Rübenzu>erfabriken. Für die Geringfügigkeit der amerikanis<hen Konkurrenz lece au der als zuverlässiger Volkswirth bekannte Professor Paasche Zeugniß ab. Dasselbe gelte von den Rohrzu>erländerx; die Verhältnisse dori matten cs mebr als un- wahrscheinli<h, daß wirkli fonfurrirende ungeheure Zudkermengen von dort auf den europäishen Markt geworfen werden fönnten. Seine Partei wolle das Geseß hon mit dem 1. August 1891 in Kraft treten und mit demselben Termin die Er- portpräâmien fortfallen lassen. Die Regierungêvorlage \pree von s{onender Fürforge für die Uebergangszeit. Was solle aber naher ge\<ehen, wie folle s< die Industrie für diese Zwischenzeit ein- rihten? Solle der Rübenbau einges&ränkt werden, oder was solle sonst geschehen. Er fei der Meinung, daß nah at, fünf oder drei Jahren die Induftrie gerade so bes<hafen sein werde, wie sie beute sei. Für die ungünstiger gestellten Fabriken, welche si mehr als reine Geshäftsunternehmungen <arafterisirten, könne man feine Aus- nahmebestimmungen machen; diese Unternehmungen müßten ihr Schi>- fal selbst tragen; um fie zu halten, müßte die Prämie no< viel höher sein, als sie sei, oder einstweilen bleiben solle. Die außer- ordentliGe Ausdehnunz der Zu>erindustrie in Frankreich sei gar nit in Vergleich zu stellen, denn bis 1886 scien dort Zud>errübenbau und Zudcerfabrikation sehr herabgegangen; ect dur die Einführung des von Deutschland übernommenen anderweitigen Systems und durch die zablung ganz ungebeurer Prämien sei diese Entwickelung in den letzten ünf Jahren erfolgt. Man möge doch die nächsten fünf Jahre ab- warten, die würden ein ganz anderes Bild zeigen! Sobald Deutfs<{land dur< den Fortfall der s gezwungen sei, feinen Zu>er in London theurer zu verkaufen, werde der Preis auf dem Weltmarkt fteigen, und zwar dauernd fteigen. Gerade die Uebergangs- zeit bringe ein ungesundes Element in die Eutwi>elung der deutschen Zu>erinduftrie hinein.

Abg. Dr. Orterer: Seine Partei stehe fast einstimmig zu dem Antrage, den der Abg. Spahn und er eingebraht hätten. Gegenüber dem Abg. Dr. Witte sei er der Meinung, day eine s{onende Ueber- gangszeit der Industrie gewährt werden müsse; auf alle Weie müsse außerdem darauf hingewirkt werden, daß der Reichstag die Vorlage in irgend einer au< der Regierung annehmbaren Weise zu Stande bringe. Der Abg. Dr. Witte frage, was denn die Industrie in der Uebergangszeit beginnen solle. Der Abg. Dr. Witte habe bei der früheren Vertretung seines Standpunkts der reinen Fabrikat- steuer, der jet fast dur< den ganzen Reichstag als der richtige an- erkannt worden sei, stets zugegeben, daß ein Uebergangsstadium zur Einrichtung auf die neuen Verhältnisse erforderlih sei. Wollten die

Erste Beilage

Berlin, Donnerstag, den 30. April

Herren positive Arbeit machen und ohne Hintergedanken die Reform fördern, dann dürften sie si darüber ni<t unklar sein, daß die grundsäßli< rihtige Forderung der sofortigen Aufbebung der Prämien weder heute noth in der näbften Zeit erreichbar sei. Er wisse auc ni<t einmal, ob die Anträge, welche der Abg. Dr. Witte unter- stütze, von der ganzen freisinnigen Partei vertreten würden, wenigstens habe die „Freisinnige Zeitung“ si mit diesen Anträgen nit identi- fizirt. Im Jahre 1887 habe der Abg. Dr. Witte selbst eine Prämie mit sinkender Skala für eine Reihe von Jahren für den Fall des Ueberganges zur reinen Korsumsteuer zugestanden. Das Verdikt über die Maierialsteuer fei gesprohen. Die Exportprämiea hätten gerade für Bayern die Unmöglichkeit ges<hafen, Rübenzucerindustrie zu treiben ; gerade dur diese verste>te Prämie aber sei ein Zustand der Ueberproduktion hervorgerufen worden, der die Industrie einer Krisis nahe zu bringen gedroht habe. Die Aufre<terhaltung der Bedeutung der Heimischen Zuerindustrie habe von Jahr zu Jahr mit bôheren Opfern erkauft werden müfsen. Dagegen zeige die Er- fahrung mit dem Gesetz von 1887, daß die erheblihe Reduktion der Prämie den Export nicht ges<ädigt babe, und daß der Rüben- bau erheblih ¿zugenommen habe. Die Provhezeiung, die au damals ausgesprochen worden sei, daß der Untergang der Induftrie unaus- bleibli<h sei, habe sid ni<t bewahrßbeitet. Es sei ni<t ohne Weiteres bere<tigt, die Interefsen der Zu>erindustrie als identish zu betraten mit den Interessen der Landwirthschaft. Leßtere solle in allen ihren Theilen geshüßt werden, darüber bestehe bei der Mehrheit kein Zweifel. Um so mehr babe er sich gewundert, daz von dem Abg. Fürsten von Haßtfeldt und dem Abg. Dr. von Bennigsen ein so s<arfer Ton ange]<lagen worden sei, der sih auch gegen das \huzzöllnerishen Tendenzen stets freund- lih gesinnte Centrum geri{htet babe. Freundlicher babe si allerdings der Abg. Dr. Bukl ¿u der Vorlage gestellt; mit ihm und den ¡u ibm stehenden Nationalliberalen würde sich vielleiht eine Verstän- digung und mit einem Theile der konservativen Parteien dann eine Mehrheit erreichen laffen. Zunächst aber braube man eine Erklärurg der verbündeten Regierungen. In einem Punkte nur babe der Reichs- kanzfer fih deutlih ausSge!proden, nämli< daß die Aeternität der Prâmien von den verbündeten Regierurgen kaum bewilligt werden würde, Die Gründe dafür scien au< für das Certrum fo aus- s{laggebend, daß es dem Antrage des Fürsten Haßtfeldt auf keinen Fall zustimmen könne. Es müfse au in dieser Frage die Soli- darität der Interessen zum Austrag kommen, die Gegen!säge müßten überbrüdt, dem Gesetz müsse ein fester Boden im Hause geschaffen werden. Auf dem Boden seines Antrages werde dies am chesten mögli lein. Geschebe das nit, lo werde ein Theil seiner Partei auf die Regierungsvorlage zurü>greifen.

Staatssekretär Freiherr von Malzahn:

Meine Herren! Bindende Erklärungen über die Stellung der verbündeten Regierungen zu den vorliegenden Abänderungs8anträgen werden Sie beute von mir weder erhalten, no< erwarten. Die Stellung der verbündeten Regierungen ist niedergelegt in der von ibnen dem Reichstage gemachten Vorlage. Die verbündeten Regierungen sind den Kommissionsverhandlungen gegenüber, welche mit einem negativen Resultat abs<{lofsen, niht in der Lage gewesen, bisher über eine Abänderung ihrer Stellung \{lüssig zu werden; fie sind selbstver- ftändlih ebenso wenig in der Lage, Stellung zu nehmen zu den Abänderungéanträgen einzelner Mitglieder oder cinzelrer Parteien dieses Hauses, bevor ein Beschluß des Reichstages vorliegt. Erst wenn der Reichstag in zweiter Berathung Beschlüsse gefaßt haben wird, werden die verbündeten Regierungen in der Lage sein, zu prüfen und zu entscheiden, ob und eventuell mit wcl<hen Ibände- rungen die Beschlüsse des Reichstages zweiter Lesung ibnen annehmbar erscheinen, oder, wenn diese BesSlüsse in wesertlichen Punkten Lücken aufweisen follten, ob und auf welcher Grundlage ihnen für die dritte Beratbung etwa eine Verständigung mögli scheint, IH bitte also, dasjenige, was i< in Bezug auf tie einzelnen Abänderungsanträge sage, wie es der Natur der Dinge va nit anders der Fall sein kann, beute nur als den Ausdru> meiner persönlichen: Meinung auf- zunehmen, meiner Meinung, die sid allcrdings darauf gründet, daß die Ansihten der verbündeten Regterungen im Allgemeinen mir bekannt sind, daß ic also mit cinem gewissen Grade von Wahr- \ceinlihkeit mi< darüber auësprecen kann, wie wobl die Entscheidung der verbündeten Regierungen ausfallen dürfte.

Nun verlangen die sämmtlichen zu $8. 67 gestellten Anträge eine wesentliche Abänderung der Vorlage. Ih habe aber bereits in der Kommisfion erklärt, daß i< Grund zu der Annahme habe, daß die verbündeten Regierungen, wenn im Uebrigen der Inhalt des Gesctzes ihnen anneßmbar erscheint, aus einer Abänderung der Vestim- mungen des S. 67 einen Grund zur Ablehnung dés Gesetzes nit entnehmen würden. Das Maß der Wahrsceinlibkeit für die An- nahme eines abâändernden Bes{lusses des Reichstages durch die ver- bündeten Regierungen vermindert si natürlih mit dem (rade, in wel<hem sih das Ergebniß dieses Antrages von dem Ergebniß der Vor- lage entfernen würde.

I bitte Sie nur, mir zu gestatten, in dieser Hinsicht die ge- stellten Anträge ¿zunä auf ihre finanzielle Wirkung einer kurzen Prü- fung zu unterziehen. Wir werden uns ja über die finanzielle Bedeu- tung des Gesetzentwurfs, wie i annehme, bei $8. 2 eingehender zu unter- halten haben; beim $. 67 bes<ränke ih mich zunächst darauf, daran ¡ù erinnern, daß unser Export zur Zeit rund gere<net $ Millionen Doppelcentner beträgt und daß, wenn ran davon absicht, wie die Zahlen si verschieben, ie nahdem Rotzu>er oder Raffinade erster oder sol<e zweiter Klasse exportirt wird, man ungefähr sagen kann: eine Mark Exportprämie bedeutet jährli den Verziht auf 8 Miklionen Cinnahme; 25 S erhöhte Exportbonifikation bedeutet also einen Ver- zi<t auf rund 2 Millionen Einnahme für die Reihsfinanzen. Von diesem Standpunkte aus s{eint mir nun der Antrag Spahn-Orterer sih von der Regierungsvorlage am Wenigsten weit zu entfernen.

Der Antrag Graf Stolberg-Hulß\< \{lägt vor, für vier Jahre eine Prämie von 150 Æ zu geben, für weitere vier Iahre eine Prämie von 14 Ich will beiläufig bemerken, daß bei einer längeren Ausdehnung des Uebergangsstadiums au< mir eine Ver- minderung im Laufe der Zeit angezeigt ersheint. Eine Prämie von 1,50 #4, auf vter Jahre gewährt, würde bedeuten den Verzicht auf eine Einnahme von jährli< rund 12 Millionen zusammen 48 Millionen. Eine weitere Gewährung einer Prämie von 1 X für vier Jahre würde bedeuten einen weiteren Verzicht auf eine Ein- nahme von 4 K 8 = 32 Millionen ; beides zusammen bedeutet den Verzicht auf eine Einnahme von 80 Millionen.

lich Preußischen Staats-Anzeiger.

1891.

Der Antrag des Fürsten von Hagzfeldt will nur 125 M Prämie; das bedeutet jährlih den Verzicht auf eine Einnaßme von rund 10 Millionen, aber er will diese Exportbonifikation gewähren ebis auf Weiteres“. „Bis auf Weiteres" beißt dauernd, wenn es nit aufgehoben wird; es heißt aber allerdings auf der anderen Seite: auf täglihe Kündigung. Verstehe ih- es im leßteren Sinne, so würde fa unter Umständen die Annahme dieses Antrages finanziell für die Reihskasse weniger bedenkli< sein, als der Antrag Graf Stol- berg-Hulßs<. Aber ein derartiges Stellen der Verbältnisse der Zu>er- industrie auf täâalihe Kündigung haben die verbündeten Regierungen bei Einbringung ihrer Vorlage nit für zwe>mäßig erachtet; sie haben mit voller Absi6t Ihnen die Gewährung einer Uebergangs8zeit vor- ges{lagen und die zeitlih bestimmte Begrenzung dieser Uebergangszeit. I< fehe mich also geröthigt und ih glaube, darin au< im Sinne des Hrn. Fürsten Haßfeldt zu urtheilen —, den Antrag s\o zu versteben, daß diese Prämie bei gleichen Verhältnissen in unseren Konkurrenzländern selb über a<t Jahre hinaus weiter gewährt werden soll. Dann wird aber der finanzielle Effekt des Hatfeldt’\<en Antrages für die Reichskafse ungünstiger, als der Antrag Graf Stolberg.

Der Antrag Dr. Orterer-Spabn will für die drei Jahre, wel<he au in der Regierungsvorlage als Uebergangszeit vorgeshlagen waren, einen Zuschuß von 1,25 A gewähren. Das bedeutet also einen Verzicht auf eine Einnahme von jährliß rund 10 Millionen zusammen also 30 Millionen. Er will für zwei weitere Jahre 1 A Ausfubrbonifikation gewähren, ma<ht 16 Millionen zusammen 46 Millionen, finanziell also unter diesen drei Anträgen die geringste Einbuße für die Reichskasse. Von diesem Gesichtspunkt glaube ih daber, daß im Sinne der verbündeten Regierungen diesem Antrag das geringste Maß von Bedenken entgegenstehen wird.

Ih komme nun zu dem finanziell allerdings günstigsten Antrag des Hrn. Abg. Dr. Witte, der weder überhaupt eine feste Erportprämie während einer Uebergangszeit gewähren, no<h ih darf das hier wohl glei erwähnen das Gnadenjahr von 1891/92 der deutschen Zu>er- industrie zugestehen will, Der Antrag Witte entfernt si< meiner Meinung nab wit am Weitesten von den Grundlagen, von denen die verbündeten N. gierungen ausgehen, Diese wollen die neuen Ver- bâltnifse nit ohne Weiteres einführen. Sie balten si< zur Ge- währung eines Uebergangszustandes im Interesse der deutschen Zu>er- produktion und der deutschen Landwirths<aft für verpflihtet. Nun fragt der Hr. Abg. Dr. Witte, und er bat diese Frage direkt an mi<h geritet: ja, was sell nun in der Uebergangsperiode eigentli<h ge- schehen? Ih scheide in der von der Regierung vorges{lagenen vierjährigen Uebergangsperiode das erste Jahr, für das wir Ihnen vorgeslagen haben, es einfa bei den jeßigen Bestimmungen zu be- lassen, von den drei späteren. Während jenes ersten Jahres, also für die Campagne 1891/92, foll die deuts<he Zu>erproduktion einfa in den Stand geseßt werden und in den Stand geseßt bleiben, die beute hon und auf Srund der bisherigen Zustände abgeschlossenen Verträge zu halten. Der Rübenbau für die nä<ste Campagne ist in vollem Gange, er beruht entweder auf bereits abges{lofsenen Verträgen oder auf that- sähliden Verbältnifsen, die den Rübenbauer zu der siheren Er- wartung bere<tigen mußten, daß er für die von ibm in diesem Jahre gebauten Rüben unter den bisherigen Bedingungen Absatz finde. Mitten in einer sol<hen Periode die ganze Grundlage der Industrie ¿u verändern und das thun Sie do dur: die Entziehung der Erportbonifikation —, das halten wir niht für verantwortlih. Und au< wobl nit der Hr. Abg. Witte; wenigstens bat er in der Kom- mission selber si< niht so {arf auêgespro<en, wie heute in seinem Antrage. Was nun aber die nä<sten drei Jahre betrifft, so sagt der Herr Abgeordnete: was soll die Zu>erindustrie in diesen drei Jahren thun, wie foll sie si< auf die Veränderung einrihten? Da frage ih Sie zunächst: Handelt es sih etwa nicht um eine Veränderung, die auf die ganze Einrichtung des Betriebes Einfluß üben muß, ift es wirklih glei<gültig, ob ein Theil der Besteuerung des Zu>ers wie bisher erhoben wird von der Fabrikation, oder ob in Zukunft die Fabrikation frei, ohne Steuer und obne Betriebskontrole arbeiten soll, und wie bisher die von dem Material erhobene Steuer bei der Ausfuhr in einem erhöhten Betrage zurückbezahlt wird, oder ob dieses Verfabren in Zukunft fortfällt und der Export ohne Prämie stat1findet? Das bisherige System führte mit Noth- wendigkeit dau, die Rübe so zu>errei< wie mögli<h zu ge- stalten, in einem mögli kleinen Rübenkörper mögli viel Zu>er zu konzentriren und den Betrieb, selbs unter erböhten Kosten, so einzurihten, daß aus diesem zu>erreihen Körper das größtmögliche Quantum Zu>er gewonnen würde. Glauben Sie, daß, wenn das System der Rübenbesteuerung aufgegeben wird, unsere deutsche Zu>er- industrie unbedingt an diesem Fabrikationsbetriebe bis in die äußersten Konsequenzen festhalten wird? Jh glaube und das ist der Stand- punkt der verbündeten Regierungen —, daß unsere deutshe Zud>er- produktion sehr wohl die Mittel hat, auß auf andere Weise der Kon- kurrenz des Auslandes zu begegnen ; aber die Zeit müssen Sie ihr laffen, die dazu nothwendigen Veränderungen ihres Betriebes vor- zunehmen.

Dann, meine Herren, wollen wir die, im Ganzen vierjährige Uebergangszeit au< um deswillen,- weil wir der Meinung sind, daß in unseren Konkurrenzftaaten der Schritt, den wir jeßt vorgethan haben, na<gethan werden wird und na{gethan werden muß. Wir wollen eine Zeit laffen dafür, daß unsere Nahbarstaaten uns folgen können, und für diese Zeit wollen wir, wie ih mi< in der ersten Lesung ausgedrü>t habe, Ball und Sto> in der Hand behalten. Wenn Sie einen bestimmten Endtermin für die Prämie in das Geseß hinein- schreiben, in der Erwartung, daß die Konkurrenzländer uns folgen werden oder unsere inländishe Industrie so gestellt sein wird, daß sie ohnedies der ausländischen Konkurrenz voll begegnen kann, und wenn \fi< nun in der Erfahrung wider Erwarten herausstellen sollte, daß einerseits das Ausland seine Prämien nit herabseßt, und daß anderer)eits die deutshe Zu>erindustrie wirklich nah Ablauf dieser vier Jahre wesentki< in Folge dieser Verhältnisse zurü>gegangen

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