1911 / 125 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Königliche Akademie der Künste.

Bekanntmachung. Ä In dem Wettbewerb für das Jahr 1911 um deù Julius Helfft-Preis für Landschaftsmaler zum Betrage von 3000 4 zu einer Studienreise ist der Preis dem Landschaftsmaler Hugo Köde in Friedenau zuerkannt worden. Berlin, den 23. Mai 1911.

Der Senat, Sektion für die bildenden Künste. A. Kampf.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Den zum Kreistierarzt ernannten Tievarsi Emmo Wien- holt ist die reistièrarztitélle zu Emden verliehen worden.

Ministerium des Jnnern.

Dem Oberregierungsrat oon Duelong ist die dritte Oberregierungsratsstelle bei der Direktion für die Verwaltung der direkten Steuern in Berlin übertragen worden.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 12 der Preußischen Geseßsammlung enthält unter

Nr. 11 119 das Geseß, betreffend die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt find, und von gering besoldeten Staatsbeamten, vom 6. Mai 1911, und unter

Nr. 11 120 das Geseß, betreffend Anleihe zur Erweiterung der Anlagen der Staatsbergverwaltung, vom 10. Mai 1911.

Berlin W., den 29. Mai 1911.

Königliches Geseßsammlung8amt. Krüer.

Angekommen:

Seine Exzellenz der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Dr. Freiherr von Schorlemer, von einer Dienstreise.

Nichkamlliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. Mai.

Jn der am 27. Mai unter dem Vorsiß des Staats- mers, Staatssekretärs des Jnnern Dr. Delbrü> ab- gehaltenen Plenarsißung des Bundesrats wurde den vom Reichstag angenommenen Entwürfen eines Verfassungs- und eines Wahlgeseßes für Elsaß-Lothringen sowie eines Ge- seben, betreffend den Patentausführungszwang, die Zustimmung erteilt.

Der Wirkliche Oberkonsistorialrat, weltliche Stellvertreter des Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats D. Moeller ist vom Urlaub zurückgekehrt.

Laut ‘Meldung des W. L B S. „Sperber“ am 2. Mai in Palermo angekommen.

Baden.

Jhre Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden sind mit ihren drei Kindern heute vormittag in Karlsruhe eingetroffen und, „W. T. B.“ zufolge, von Jhrer Majestät der Königin von Schweden und Jhren Königlichen Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin sowie der Gro ß- herzogin Luise empfangen worden.

Reuß j. L.

Seine Durchlauht der Fürst hat gestern sein 79. Lebensjahr vollendet. Der Geburtstag des Fürsten wurde

in Stadt und Land festlih begangen.

Frankreich.

Jm vorgestrigen Ministerrat hat der Präsident

C

Fallières, „W. T. B.“ zufolge, das Dekret unterzeichnet,

as den General Goiran zum Kriegsminister ernennt. Rußland.

Der Präsident der Duma, Nodsianko, ift, „W: T. B.° guforge, gestern abend in Zarskoje Sselo vom Kaiser ikolaus in einstündiger Audienz empfangen worden, in der

er über die Ergebnisse der Dumasession berichtete.

Die Vorlage, betreffend die Einführung der Sem sw 0- Institutionen in den Westgouvernements, die bereits auf Grund des Paragraphen 87 der Grundgesetze verfügt wurde,

_ ,

ist, nachdem die Frist von zwei Monaten, innerhalb welcher fie den parlamentarischen Körperschaften vorgelegt werden muß, abgelaufen ist, von neuem in der Reihsduma eingebracht worden.

Ftalien.

Eine vom 21. d. M. datierte päpstliche Enzyklika, die an die Bischöfe der ganzen Welt gerichtet ist, ist heute ver- öffentliht worden. Der Papst edauert, wie „W. T. B.“ meldet, darin T die in Portugal gegen die Kirche ge-

eiten. Er erinnert daran, daß die provisorische

Regierung unmittelbar na< der Proklamation der Republik eine Reihe von Maßnahmen schroff antikirhliher Art ergriffen habe, so die gewaltsame Unterdrückung aller religiösen Orden, deren Mitglieder in der unhöflichsten und ro esten Weise ausgetrieben worden seien, und der katholischen Feste, Fung des religiösen Eides, das Verbot des Religions-

* unterrihts in den öffentlihen Schulen, die Einführung der Ehescheidung und die willkürliche Absezung der Bischöfe von

richteten Feindselig

die Abscha

Oporto und Beja.

Spanien. j

Wie „España libre“ meldet, hat gestern in San Felio de

Llobregat bei Barcelona ein E zwischen

Karlisten und Radikalen stattgefunden, bei dem ein

Karlist, drei Radikale und ein Gendarm getötet und viele Personen verwundet worden sind.

Portugal.

Gestern haben die Wahlen zur Deputiertenkammer unter reger Beteiligung gs SgS Wie „W. T. B.“ meldet, hat sih weder in Lissabon noh in der Provinz ein Zwischen- fall ereignet.

Türkei,

An der türkisch-bulgarishen Grenze hat sih vorgestern ein Zwischenfall ereignet. Wie das Wiener „K. K. Telegraphen- Korrespondenzbureau“ berichtet, gruben Soldaten eines türkischen Postens auf bulgarishem Gebiete, im Bezirke Küstendil, einen Graben. Als bulgarishe Soldaten herankamen, gab der türkische Offizier Befehl zu feuern, worauf Türken und Bulgaren sih gegenseitig beschossen. Hierbei sind auf R Seite ein Offizier und zwei Soldaten gefallen, auf bulgarischer Seite ist ein Mann verwundet worden. Gestern ia eröffneten die Türken von neuem das Feuer auf die bulgarishen Grenz- posten, das aber von diesen gemäß einem Befehl des Kriegs- ministers ni<ht erwidert wurde. Auch der Kommandeur des türkischen Korps befahl, die Feindseligkeiten einzustellen.

Das Ministerium des Aeußern hat die Gesandtschaft in Sofia beauftragt, bei der bulgarishen Regierung ernste Vor- stellungen wegen des Vorfalls zu erheben und eine gemeinsame Untersuchung sowie die Bestrafung der Schuldigen zu fordern. Da infolge des Zwischenfalls eine Erregung der türkischen Grenzposten befürchtet wird, hat das Kriegsministerium eine Zirkulardepesche erlassen, in der den Grenzgarnisonen nahegelegt wird, keine Zwischenfälle zu veranlassen und sih der Soldaten- pflicht würdig zu zeigen.

Der Großwesir Hakki Pascha verlas vorgestern, „W. T. B.“ zufolge, in der Deputiertenkammer ein Dekret, durh welches die Session bis zum 3. Juni ver- längert wird, da die Budgetdebatte noh nit beendet ist. Gleichzeitig teilte der Großwesir mit, daß die Reise des Sultans nach Mazedonien und Albanien auf den 5. Juni verschoben worden ilt

Torgut Schewket Pascha hat se<s weitere Redif- bataillone erster und zweiter Klasse der Brigade Berat ein- berufen lassen. Die Einführung von Reformen soll nach dem Eintreffen der Bestätigung der Vorschläge Torgut Schewket Paschas durch den Kriegsminister demnächst erfolgen.

Dänemark.

Der Prinz Johann zu Schleswig - Holstein- Sonderburg-Glü>sburg, der Onkel des Königs, ist im 86. Lebensjahre, „W. T. B.“ zufolge, vorgestern abend in Kopenhagen an Lungenentzündung gestorben.

Amerika.

Einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge sind die Bundestruppen, die Porfirio Diaz auf seiner Reise von Mexiko na< Veracruz begleiteten, von einer Schar von 700 Rebellen bei. Tepeyahuabco in ein Gele ver- wi>elt worden. Nach heftigem Kampf zogen sich die Rebellen unter Zurücklassung von dreißig Toten, ihrer Fahnen und einer Kasse mit 1000 Pesos in größter Verwirrung zurü>. Die Bundestruppen, deren Zahl 300 betrug, hatten drei Verwundete. Diaz, der mit seinem Sohn an dem Gefecht teilnahm, hat sich nah seiner Ankunft in Veracruz an Bord des Dampfers Ypiranga“ begeben, der am Donnerstag nah Europa in

ur

_—_

See geht. -

Der Präsident de la Barra beabsichtigt, dem „Reuterschen Bureau“ zufolge, die sofortige Auflösung der revolutionären Truppen und die unverzügliche G RERENN der durch den Kriég begründeten Ansprüche. Die Kosten des Krieges werden auf 20 Millionen Dollars geschäßt, der den E zugefügte Schaden auf zwei Millionen. Die staatliche Bar- reserve beträgt 62 000 000 Dollars, wovon 16 000 000 bei der Bank von England deponiert sind.

Afrika.

Wie die „Agence Havas“ meldet, hat der Sultan am 99. ‘d. M. die Generale Moinier und Dalbiez und andere höhere französische Offiziere empfangen und Moinier beauftragt, der französishen Regierung seinen Dank auszusprechen für die wirksame Unterstüßung, die sie ihm gewährt habe bei der Wieder- herstellung von Ruhe undOrdnungdort, wo Unordnung und Anarchie geherrscht habe. Nachmittags hatte der Sultan eine Besprechung mit Moinier über die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Ordnung in Mequinez, wo die Berber ihre Leute zusammen- gezogen haben und mit Plünderung drohen. Man will die Ankunft der Abteilung Gourand abwarten und dann Truppen nah Mequinez absenden. Der Weg dorthin ist abgeschnitten; die Postläufer sind ermordet worden.

Nach einer weiteren Meldung vom 23. d. M. haben die Stämme der Hamian und Cheffaa pn Zeiten ihrer Unter- werfung Stiere geschlachtet. Es verlautet, daß die Scherarda und die Uled Djamma ihrem Vorgehen folgen werden.

Der spanishen Regierung hat El Gebbas, der „Agence Havas“ zufolge, offiziell mitgeteilt, daß er keinerlei Bürgschaft für die Haltung übernehmen könne, die die Kabylen gegenüber den fortdauernden Operationen der spanischen Truppen in der Richtung nah dem Jnnern Marokkos beob- achten würden.

Koloniales.

Zur Frage des synthetishen Kautshuks

äußerte si< bci den Verhandlungen der neu gebildeten Kautschuk- kommission des Kolonialwirtschaftliden Komitees vom 30. März d. I., wie wir dem den stenographishen Bericht über diese Verhandlungen enthaltenden 3. Beihefte zum Jahrgang 1911 des „Tropenpflanzers“ entnehmen, ein Fahmann, der Direktor der „Continental-Caoutchouc- und Guttaper<ha-Compaanie“ in Paitntover Dr. Gerlach, wie folgt :

Die Frage des synthetishen Kautshuks ist als solche heute wohl als gelôst zu betrahten. Wenn son nah der Lösung der synthetishen Secäellung des Indigos nos nahezu 20 Jahre nôtig waren, um das f in die Praxis einzuführen, so glaube i, daß bei dem Kaut- uk ebenso lange, wenn nicht no< längere Zeit dazu nôtig ist. Die Herstellung des Kautshuks auf synthetis<hem Wege bietet weitaus größere Schwierigkeiten als die Herstellung des Indigos; denn ter

Kautschuk ist heute no< ein Stoff, der vhysikalis<h außerordentli<

\{<wer zu definieren ist. Man wußte wohl, daß, wenn man ihn tro>en destillierte » Dblouwa erstoffe entstanden und daß si<h unter diesen Kohlenwasßserstoffen Jsopren befand. Es hat eine ganze Reibe von Chemikern bemüht, \ynthetishen Kautschuk herzustellen, und es soll au< in Cambridge und in Göttingen früher einmal gelungen fein. Erst nah den Harries\chen Arbeiten kam Licht in das Molekül dez Kautschuks. Gleichzeitig gelang es Dr. Hoffmann von den Glberfelder Farbenfabriken, syntheti en Kautschuk herzustellen. Dieses Produkt bot sehr viel Interesse und foll aus einem dem Isopren nahestehenden Pro dukt hergestellt sein. Durch die unglaubliche Hausse, die der Kautschuk im vergangenen Jahre erfuhr, gereizt, wurde mit großem Eifer an dem Problem weitergearbeitet, und es gelang \<ließli< den Elberfelder Farbenfabriken, größere Quantitäten des Produktes herauszubringen. Da zeigte es sich, daß der Kautschuk außer- ordentlich viele Brüder hat. Die Chemiker wissen, was i< damit meine. Er hat jüngere und ältere Brüder, aber fie unterscheiden si so, wie wir Menschen, die wir alle gleih, aber als Individuen verschieden sind. So find auch die Kautschuke untereinander ver- schieden. Der Kautschuk, den i zunächst in Händen hatte, zeigte nicht die Eigenschaften, wie sie der natürliche hat. Er konnte fich z. B. mit PAwele nicht vertragen und hatte ein etwas lederartiges Aussehen. Diese e e ist an si< aber weiter niht wunderbar, da es eine anze Reihe Kautschuke gibt, die si< \{le<t oder garnicht vulkani- eren und erst dur< allerlei Manipulationen gezwungen werden, sich mit dem Schwefel zu verbinden. Es wurde nun weiter versucht, und bald zeigte man uns einen Bruder, der si< mit dem Schwefel [hon etwas besser verband. Aber immerhin waren seine Eigen- chaften no< ni<t so, wie man fie von einem Kautschuk verlangen kann, es fehlte ihm vor allen Dingen die notwendige Elastizttät. QUA diese Mißerfolge ließen si< aber die Chemiker niht ab- \hre>en, und {ließli< wurde uns ein dritter Bruder gezeigt, der die Anforderungen erfüllte, die wir an einen Kautschuk stellen: er vulkani- sierte. Jh war erstaunt, als man mir eines Tages eine beträchtliche Menge davon brachte. Während der Verarbeitung verhielt sich dieses Produkt z. B. auf der Mischwalze tadellos, und man kann fh die Herzensfreude des Chemikers und des Gummifabrikanten in diesem Augenbli>e vorstellen. Nun kommt die Frage, ob dieser aus den Elber- felder arbenfabrifken stammende Kautshuk auch praktis in großenQuanti- täten erzustellen ist, und ob der \ynthetische Kautschuk eine Gefahr für den natürlichen bildet. Das neue Produkt ist vulkanisierbar und besigt Elastizität, es mag vielleicht no< nit gans der richtige Bruder sein, aber brauchbar ist das Material jedenfalls. Auch der Preis ist gar nicht so hoch; aber die Frage, ob es möglich ist, später Bee Quantitäten von diesem \ynthetishen Kautschuk in den Handel zu bringen und so kauf- männis< zu verwerten, daß der wilde oder Plantagenkauts{<uk die Konkurrenz des synthetishen zu fürchten hat, ist niht einfa< zu beantworten. Das Nohmaterial, aus dem künstlicher Kautshuk aemacht wird, muß auch erst synthetis hergestellt werden, und nah dem Stande der Dinge kommen nur wenige <hemische Fabriken in Frage, die folche Riesenaufgaben mit Erfolg lösen können. Aber in den Handel kommen wird der künstliche Kautshuk, das ist sicher. Dabei kommt aber nicht allein der Chemiker in Frage, sondern auch der kluge Kaufmann, und der kluge Kaufmann wird sich {wer hüten, so viel künstlichen Kautschuk herzustellen, daß er sih sein eigenes Material entwertet. Er wird seinen künstlichen Kautshuk nur in gewissen Mengen in den Handel bringen und ihn zu demselben Preise verkaufen wollen, wie den natürlichen Kautshuk, sonst würde er keinen Nutzen haben. Die Frniatrate wird si< von selbst regeln, jedenfalls aber muß der ünstlihe Kautshuk no< billiger werden, um dem natürlichen ernft- li Konkurrenz machen zu können. Der künstlihe Kautschuk wird alio kommen, aber niht zum Schaden unseres angebauten oder wilden Kautschuks. Dies zur Beruhigung unserer kolonialen Kautschuk- interessenten.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberichte über die vorgestrigen Sißungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinder sih in der Ersten und Zweiten Beilage.

Der Reichstag seßte in seiner heutigen U) Sigzung, der der Staatssekretär des Jnnern Dr. Delbrü> beiwohnte, die dritte Beratung der Reichsversicherungs8ordnung mi der Spezialberatung fort.

Der Präsident Graf von Schwerin-Löwiß erhielt die Ermächtigung, eine besondere Abstimmung nur über die Par graphen herbeizuführen, zu denen Anträge und Wortmeldunga vorliegen. /

Zu den Beschlüssen zweiter Lesung liegt eine große ReX von Anträgen vor. Zu dem ersten Buch: „gemeinsame Vr schriften“ is eine Anzahl .von Kompromißanträgen me! reda ftioneller Art gestellt.

8 82 handelt von der Zusammenseßung des Oberversià rungsamts. Die Mitglieder werden im Ma oder für die Dauer des Hauptamts aus der Zahl der öffentlichen Beamten, der Direktor auf Lebenszeit oder nach Landesreàt unwiderruflih ernannt.

Abg. Trimborn (Zentr.): Es besteht die Besorgnis, daß ¡u=2 Vorsitzenden des Oberversicherungs8amts ein Assessor ernannt werden fönnte. Wir legen Wert darauf, daß nicht ein unerfahrener jüngertr Regierungsbeamter, sondern ein Beamter mit dem Rang und er S tellung eines Oberregierungsrats dazu ernannt wird. i

Staatssekretär des Innern Dr. Delbrü >: Ich habe mi bei dem preußishen Minister des Innern erkundigt, ob die Absicht besteht, in Preußen den Vorsitz einem Assessor zu übertragen. Ich habe darau! die Antwort erhalten, dh eine solche Absicht nicht besteht. Dem stebt chon der Wortlaut des Paragrapken entgegen, daß der Direktor auf Lebenszeit zu ernennen ist.

Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Trimborn (Zentr.) und Dr. Mugdan (fr. Volksp.) wurde $ 82 unver ändert angenommen.

Die 88 135 und 136 betreffen die ärztliche Behandlung. Nach $ 136, Beschlüsse zweiter Lesung, kann, wo nicht be- sondere POaaroe vorhanden sind, die zu ange messenen Bedingungen die Behandlung übernehmen, m! Zustimmung des Versicherten bei Zahnkrankheiten die Hilfe leistung mit idi 2 Einschränkungen au< durch Zahn- techniker sowie dur gergnee Heildiener und Heilge ilfen ge währt werden. Die oberste Verwaltungsbehörde kann hierüber näheres bestimmen, auch darüber, wieweit au enr Zahn techniker bei D ieine selbständige Hie eisten fönnen und wer als Zahntechniker im Sinne dieses Geseßes an zusehen ist.

Interpretation dieses Paragraphen.

Paragraph keine genügende pfuschern biete.

ulassung von Zahntechnikern au dann gestattet wenn genug Sahnärzte zu angemessenen Preisen vorhanden d. re

bestätigen.

(Zentr.) wurde $ 136 angenommen:

Jn der sofort erfolgenden dritten Lesung wird der Geseß- entwurf ohne Debatte in seinen einzelnen Teilen und bei <4 Gesamtabstimmung im ganzen angenommen. erwähnte Petition wird für erledigt erklärt.

(Schluß des Blattes.)

ge, unverändert in zweiter Lesung an-

8 144 der Vorla en, lautet :

{ ein Beteili

are Zufälle ver

ter dur Naturereignisse oder andere unab- Die eingangs indert worden, eine ge}eßlihe Verfahrensfrist n, so wird ibm auf Antrag die Wie

tand erteilt. Die Abgg. Albrecht und Gen. (Soz.) beantragten dafür

ne sein Verschulden eine Frist versäumt bat, kann Wiedereinseßung in den vorigen Stand verlangen. Stadthagen (Soz.) befürwortete diefen Antrag. < do< um ein Geseß für Arbeiter. Die würden sich do bineinfinden, als ein Abgeordneter oder der Ministerialdirektor Caspar, dem es erst vor wenigen en passieren mußte, daß er eine fals<he Bemerkung über den und das auch nach- falshe Bemerkung Der Ausdru>

dereinseßung in den

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In den Hochofenanlagen der Gelsenkir<ner Bergwerks- Abteilung Schalker Gruben-. und Hütten- ind am Sonnabend, wie die „Köln. Ztg.“ mitteilt, die Erz- Nah Angabe der Ver-

werer in das Gese esellschaft, einshaler in den Ausstand waltung ist der Grund tes Auéstands nicht bekannt, jedenfalls sind Forderungen niht ‘eingereiht worden. eträgt 200.

8 1222 machte

alt des Gesetzes daß er diese

h < einräumen mußte, im stenographisden Beri

wendbare Zufälle“ sei na unklar und müsse zu Häcten Arbeiter, und da wolle man

Die Zahl der Ausständigen

Die in den Leipziger Metallgießereien beschäftigten und verwandten Arbeiter osen, die Arbeit

<t gestrihen hat < der Ansicht au<h der Regierung höchst ühren; aber es handle s< ja nur um ] ärten, da wolle man Unklarheiten, denn damit würden die Rechte des Arbeiters weiter vermindert. Bet der Strafprozeßordnung sei eine sehr viel verständlichere und shönere sung gefunden eihsversicherungsordnung hineinzuschreiben beantragten. Troy aller Abmachungen der Kompromißmehrheit hinter den Kuli Redner doch in diesem Falle auf einstimmige Annahme der bestehende Wortlaut des $ 144 verstößt selbst na< der Ansicht der Reichsregierung, wie sie Graf Posadomski vertrat, und au< na< der des Neicbsgerichts geradezu gegen die guten Sitten. Was sei ] der Abhängigkeit der ierung von den Konservativen und Agrariern müsse man fast auch Verdacht hegen, daß es \si< bei der Beibehaltung der alten au< um die Wartefristen handeln fönne. Auf ustand erheblich verschlechtert. aspar: Eine Verschlehterung

ormer, Schmelzer, aben, der „Lpz. Ztg.“ zufolge, am 26. d. M. bes{l einzustellen, weil die Arbeitgeberorganisation auf einen ihr vom Arbeiter- verband vorgelegten Entwurf eines neuen Tarifvertra Die Arkeiter hatten den Arbeitge

wortung Frist bis zum 24. Mai gestellt. Beteiligt find rund 400

Im Garddepartement haben gestern, wie „W. T. B.“ meldet, aus\ständige Landarbeiter Ruhestörungen verursaht e Verwüstungen angerichtet. wiedergegebenen Meldung der Besatzung des

8s keine Antwort

gegeben habe. ern zur Beant-

seine Freunde

en hoffte der eines Antrags ;

einbergen einer von „W. T. „Agence Havas-Reuter“ Dampfers „Kroonland“ von der Red Star Sonnabend von Antwerpen na< Southampton abgehen sollte, den Dien stantritt mit der Begründung, sie wisse niht, ob nicht Southampton der Seemanns streik erklärt werden würde. (Vgl. Nr. 123 d. Bl.)

(Weitere „Statistishe Nachrichten“ \. i. d. Zweiten Beilage.)

Kunft und Wissenschaft.

Die Bedeutung der Farbenphotographie für die Auf dem internationalen Kongreß wie der „Kosmos“,

und in zahlreichen

Aufführung von G. Bizets „Carmen“, mit Herrn in der Rolle des Don Joss, statt. Fräulein Rose rolle, A Artôt-de Padilla die Micaëla, Herr Bronsgeest den Escamillo. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister von Strauß übernommen.

verweigerte

überhaupt eine „Verfahrensfrist" ?

verfänglichhen Fa} C st der bestehende internationale irektor im Reichsamt des Innern des bestehenden Zustandes wird nit eintreten. Daß die neue Straf- nung eine andere Fassung erhalten soll, ist richtig; aber es esagt, daß ih diese neue Vorschrist einfa auf das Zivil- t, wo die Verhältni halb die bestehende herübergenommen. * steht au< in der Zivilprozeßordnung. re<t an dieser Stelle würde zahlreihe Widersprüche mit späteren Vorschriften des Gese Abg. Stadthagen (Soz.): V von dem entkräftet, was ih ausgejührt habe. foziale" Anwendung der bestehenden Vorschriften Mehrheit macht sih dieses unerhörten Verstoßes wenn sie die Fassung nicht ändert.

e do<h wesentli< orshrift aus der

Die Annahme

prozeßversahren übertragen [äß Wir haben des

Zivilprozeßordnung hier für Photo-

Handweijer für

Wissenschaft. raphie in Dresden wurden, taturfreunde (Stuttgart), in seinem wieder sehr reihhaltigen 5. Hefte be- dur Farbenbilder nah dem Lumièreverfal,ren pathologis<-anatomishe Präparate von Haustteren gezeigt. Es wurde dadur nachgewiesen, daß die Farbenphotographie dazu dienen kann, solhe Präparate dauernd vollkommen unverändert festzuhalten, während selbst die vollendetste Präpartertechnik niht imstande ist, Form und Von hoher Bedeutung ist die aturfarbenphotographie au< für die mikro\skopishe Vor- j Präparate insosern, als stimmte Stellen des Praparates, die bei direkter

tikroprojektion nur {wer {nell auffindbar wären, dauernd im Bilde festzuhalten und jederzeit in voller Farben- und Formentreue Da zur mögli vollkommenen mikroskopishen Dar- f ganz besondere Beleuchtungsmethoden die aber mit der zur Mikroprojektion so entstanden

des Antrags Al es hervorrufen.

it diesen Darlegungen wird nichts Die Fassung der V

rihtet, von Famba

lage macht eine ,

gegen die guten Sitten mits{<uldig, Der Antrag wurde abgelehnt.

(Schluß des Blattes.)

räparate zu erhalten. Lumidòresche führung histologische je es ermöglicht, be

r und pathologischer

Auf der Tagesordnung für die heutige (86.) Sißung des Hauses der Abgeordneten, welher der Justi Dr. Beseler beiwohnte, stand zunächst die zweite des Gesezentwurfs, bet verwaltungsgericts, 2. Kommission.

Die Kommission hat die Einführung einer Revisions- summe von 500 4 für die Rechtsstreitigkeiten in steuerlichen gelehnt und nur die Bestimmung der V daß bis längstens zum 1. Oktober 1914 ordentlihen Ge- er dem Oberverwaltungsgeriht un- die jedoch

vorzuführen. stellung cines Gegenstandes o angewendet werden müssen, allein verwendbaren Beleuchtung nit übereinstimmen, e Uebelstände und mangelhafte Projektionsbilder. euherstellung vielleiht niemals mehr

reffend Entlastung des Ober- auf Grund des Berichts

räparate, deren N

wihtigen Zwe>k Das kann Beleuchtung, die f bastesten ift, äparate projiztert. Falle gegen Vernicht 1 uplikatautohromie anfertigt, was mit einem bes Vervielfältigungsapparat jederzeit ges{<ehen kann.

schulen bisher Sammlungen von ergänzten, so dürfte man imme Autochrombildern erri<ten, von d

des Bekanntwerdens für das Studium vieler. jeßt vermieden ür die Wiedergabe der Einzelheiten am vortell- t und diese statt der

Angelegenheiten ab lage angenommen, der Bezirksausschüsse rihte als Hilfsricht widerruflich

Aufnahmen auf Farbenplatten ma

Man kann sogar die Farbenaufnahme für alle ung oder Verlust dadur sichern, daß man eine onders gebauten

oder der

zugewiesen werden rheit des Kollegiums bilden und nicht an der Ent- linarjachen teilnehmen dürfen. Die Kom- en Zusaß gemacht:

„Für die zum Oberverwaltung der Bezirksaus\{üsse können zwette

Die zur Vorlage eingegangene Petition der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft beantragt die Kommission für erledigt zu erklären.

Präparaten anlegten und fortwä r allgemeiner au< Sammlungen von enen man für wenige Mark eine kann, während die Neuanfertigung eines

scheidung in Diszi mission hat ferner riht einberufenen Mitglieder <romL tellvertreter ernannt werden.“ | Vervielfältigung berstellen

Präparates u. a. Summen kosten würde.

Anläßlich des infolge Alters erfolgten Nücktritts des Professors der Geologie Eduard Sueß von der Stelle eines Präsidenten der Akademie der Wissenschaften in Wien richtete, wie „W. T. B.“ meldet, der Kaiser an den Scheidenden ein Handschreiben, in dem er Erdball kennen

Abg. von Kries politis<hen Freunde werden dem Beschlusse der Kommission zustimmen.

gar keinem Zweifel unterliegen, verwaltungêgerihts notwendig ist. ordnung von Hilfêrichtern bis zum 1 Denn die Bedenken gegen die Einf 500 M4 sind in der Kommi Hundesteuer, fiskalisher als der Fiskus. einer allzu großen gegentreten. gericht ist die geriht nit zu vergle daß das Hilfsrichte Regelung wird man Jett läpt

Abg.

daß eine Entlastung des Ober- Wir haben aber nur die Zu- . Oktober 1914 zubilli ührung der Revisions \sion nicht beseitigt worden; z. B. bezüg- s\teuern find die Gemeinden Da muß das Oberverwaltungsgericht etonung der kommunalen Fiskalität ent- der Erhöhung der Revisionsfumme beim Neichs- Einführung einer Revisionssumme beim Oberverwaltungs- iden. Es kann auch keinem Zweifel unterliegen, sen nicht sehr ecwünst ist; bei der organischen niht auf dieses Hilfsmittel zurückgreifen dürfen. < aber fein anderer Ausweg finden Lieber (nl.) erklärt sein Etnverständnis mit missionsfassung des Entwurfs. _

Aba. Gyßling (fortshr. Volksp.) : Kommissionéfassung nicht einverst die Einführung der Revisionssfum handlungen zwar die Hilfsrichter. ilfsrihter dürfen nur ie neue Verwaltungsreform ka Verminderung der Kompetenzen des Ob die Staatsregierung wird do< ni<ht um Man braucht \si< nur die große das Anwachsen der kommunalen Steuern, anzusehen, um zu dem Schluß zu kommen, der Senate abgehen kann. i lischer seien als der Staat, muß ich e hat die Bestimmung der Neg Gese am 1. Juli 1911 in Kraf ächlih die Bedeutung haben sollte, nwendung der Revisionssumme bätte Einverständnis mit den anderen damit das Gese au raft tritt, wenn die Verabschiezung ter erfolgen sollte. ;

: Wir find davon überzeugt, daß eine Oberverwaltungsgerihts s< \{ließli< Vorläufig müssen wir uns aber mit den Dem Antrage Gyßling

Gebildeten

Namen Sueß als einen der glänzendsten

en können. umme von

Akademie dur< Sueß, der ih selbst in der Geschichte der Akademie einen Ehrenplaß gesichert habe. Er hebt das von Sueß geschaffene Merk der ersten Wiener Hochquellwasserleitung, das über die Grenzen des Reichs hinaus so vielfahe Nachahmung gefunden, sowie dessen hervorragende Betätigung im öffentlichen Leben hervor. Der Katser \priht Sueß für seine bedeutenden, von bleibendem Erfolge gekrönten Leistungen den allerwärmsten Dank aus.

der Lustbarkeit

Literatur.

wirts<aftlihe Entwi>lung r Volkézählung 1905 sowie der Berufs-

Von Ministerialrat Dr. Friedrich Zahn, Direktor des Königlich bayerishen Statistischen Landesamts. (Sonderabdru> aus den „Annalen des Deutschen Reichs“ München, I. Schweitzers Verlag. Der lesenswerte ntwi>lung des Deutschen Reichs in den 25 Jahren von e der Volks-, Berufs- Grundlage

Deutschlands besonderer Berücksichtigung de

Wir können uns mit der | nd Betriebszählung 1907.

Das Hauptbedenken, me, ist dur< die Kommissionsver- aber ni<ht das Bedenken gegen Wir sind grund\säßli<h Gegner des Hilférihtertums. erufen werden. nn no< so günstig bezüglich der erverwaltungsgerihts ausfallen, hin können, neue Senate zu Zunahme der Bevölkerung, die neue Wertzuwachssteuer daß es nicht ohne eine Vorwurf, daß die Ge- nergish zurü>weisen. gtierungévorlage ge: t treten soll, weil

anden erklären.

beseitigt worden, 906 Seiten. T E Darstellun in äußersten schaftlichen s g 1882 bis 1907, für die die Ergebniss Betriebszählungen Im einzelnen find behandelt: die Erwerbstätigkeit, die beruflihe Glied Bevölkerung, sodann im speziellen

und Verkehr, Geld- und Kreditwesen.

gebildet haben. Bevölkerung im allgemeinen, die erung, die soziale Schichtung der Landwirtschaft, Gewerbe, Handel en. Hat die deutshe Volkswirt- ten Jahrzehnten auf allen diesen Gebieten etnen sehr g genommen, fo blieb die Entwi>lung auch Rückwirkung auf unsere allgemeinen sozialen ist das leyte Kapitel carafkfteristis<he Merkmale vi>lung Deutschlands sind aus den einzelnen hervorzuheben : ihrer Lebenskraft und die sih aber wesentli<h in Innenwande- Außenwanderungen quantitative

wesentliche

Vermehrun meinden fis Die Kommission strihen, daß das das Datum haupt Stichtag für die 3h beantrage im E erstellung dieser Bestimmung, Virkung vom 1. Juli an in K dur< das Herrenhaus erst \ Abg. Dr. Lo yz (freikon Vermehrung der niht wird umgehen lassen. / Beschlüssen der Kommission begnügen.

Liebkne<ht (Soz.): Gerade in Steuerangelegen- um einen Kampf von Privatpersonen gegen n handelt, dürfen wir die Rechtsmittel erden deshalb die Vorlage ablehnen. Wir lehnen glei<hfalls die Einführung Frage kann nur im Rahmen einer Nechtspflege gelöft werden.

e nah den Beschlüssen der

schaft in den le erfreulichen Ausschwun niht ohne namhafte f und fkulturellen Verhältnisse, und diesen Abhandlung der jüngsten Enti Abschnitten

Palais kommend, ‘gegen 34 Uhr ein. Anwe/ l è lichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin August Wilbelm und die Prinzen Eitel-Friedrih und Joachim. Die Majestäten wurden vom Präsidium unter Führung des Generals von Schmidt-Pauli

sein sollen. empfangen und in den Kaiserpavillon geleitet. Nach dem Begrüßung $-

arteien die vorliegenden

Vermehrung der Bevölkerung, Erhöhunç Lebensdauer, große Mobilisierung unserer Bevölkerung, im Gegensaß zu früheren Jahrzehnten

Fortschreite

kaufmännis<hen Berufen si wiegen des industriellen an wirtschaftlihen Staates, bei starker Großbetriebe,

Auf eine Anfrage der Abgg. Trimborn (Zentr.) und Hoch (Soj) j

aab der Direktor im Reichsamt des Innern Caspar eine authenti|f qualitative

n der Großstadtbildung, der Erwerbstätigkeit, die vornehmlih in gewerblichen und vollzog, darum no< größeres V Stelle des früher vorwiegend land- vung von Gewerbe und Handel und Vergesellshaftung der

elbstbehauptung

Aba. Dr. Mugdan (fortshr. Volksp.) befürchtete, 1 det ph fei abge e gegen die Zulassung bon Kur-

ba. Hoch (Soz.): Das kann die Aufsichtsbehörde verhindert! < Ae P von der Regierung ausdrü>lih zt id hen, daß t

slimmen wir zu L heiten, bei denen es sih entlichen Körperschafte niht bes<ränken, und wir w Abg. Bitta (Zentr.): einer Revisions\ umme a allgemeinen Reform der

Das Haus nimmt die Vorla Kommission mit dem Antrag

landwirtschaftlichen Bauernstande, e der Produktion und Konsumtion, no< innigere Volkswirtschaft des Binnenstaats zur Weltmacht, der Lohnarbeitershi<t, Aufkommen etnes neuen, bständigen Miltelstandes in der Klasse der Privat-

Verflehtung {haft und weitere ferner Verstärkung allerdings nicht sel

ftor im Reichéamt des Innern Caspar: < kann de

Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. MDr. Fleis<e!

angestellten und Beamten, vermehrte Beteiligung der Frau am Erwerbs- leben, sodann Verbesserung der Lebenslage der breiten Massen in materieller, hygienischer, re<tli<her und ethischer Hinsicht, endlich Zu- nabme des Nationalwohlstands und Fortschritt der geist en und sitt- lichen Kultur des Volks überhaupt: zweifellos ein Ergebnis, das mag es au von einigen weniger erwünschten Nebenerscheinungen be- gleitet sein als Ganzes genommen überaus befriedigend erscheint. Verwaltung und Statistik, volkswirtschaftlich-statistische Monats\{rift für die gesamte Reichs-, Staats- und Kommunal- verwaltung, herausgegeben von den Mitgliedern des Königlich preußishen Statistishen Lande8amtes Regierungsrat, Professor Or, a Kuehbnert und Dr. Erich Petersilie. Verlag von r. Arthur Teßlaff, Berlin. Preis vierteljährlih 3 4. Aus dem

Fnhalt des 4. und 5. Heftes seien die folgenden Aufsäße hervorgehoben :

„Die deutshe Kommunalbank“ von Geheimem Regierungsrat Dr. Seidel (Berlin); „Die Sozialpolitik des preußishen Staates“ von Rechts-

anwalt und Notar Wodarz, Mitglied des Hauses der Abgeordneten Gent „Die Verwaltung industrieller Betriebe“ von Cisenbahn-

auinspektor a. D. G. Dinglinger; „Die Reinigung der städtischen

Straßen in hygienischer, statistis<er und tehnisher Bedeutung“ von Ingenieur W. Weyel (Berlin); „Kombinierter Spreng-, Kehr- und Sammelwagen der Firma L. B. Donkers (Patent Vershuren)“ von demselben ; ¿Dept biiGe Herkunft der Juristen und Verwalkungs- beamten" von Geheimem

(Berlin); „Die neuesten Volkszählungsergebnisse für das Deutsche Reih" von Professor Dr. M. Broesike (Berlin); „Der Viehstand in Preußen im Jahre 1910“.

egterunggrat, Professor Dr. A. Petersilie

Theater und Musik.

Im Königlichen Opernhause findet morgen, Dienstag, eine Sadlowker als Gast se singt die Titel-

Im Königlihen Schauspielhause wird morgen G. Freytags

Lustspiel „Die Journalisten“ in der bekannten Beseßung wiederholt.

Zum Besten des Vereins zur Fürsorge für erwachsene

Blinde findet am Mittwoh, Abends 8 Uhr, im Klindworth- Scharwenka-Saal ein Wohltätigkeitskonzert statt, zu dem die Pianistin Ella Jonas-Sto>hausen, die Konzertsängerin Anna von fa ray und die Herren Rudolf Christians vom Neuen Schauspiel-

ause, Königlicher Opernsänger Joseph Mödlinger und Königlicher

Kammermusiker Paul Treff ihre Mitwirkung zugesagt haben. Ein- trittskarten zu 4, 3, 2, 1 4 sind bei Bote u. Bo (Leipziger Straße) und an der Abendkasse zu haben.

Die Deutschen Heimatspiele im Naturtheater auf dem

Brauhausberge bei Potsdam haben gestern (Sonntag) ihren Anfang genommen. Am Sonnabend war zur Generalprobe geladen. Der Play für die Spiele ist {ön gelegen, ein grüner Grund in- mitten uralten hohstämmigen Waldes bildet Szene und Zuschauer- raum; allein ‘von dieser e<t märkischen Natur ging eine reine, lebens- frohe Stimmung aus; die Vögel sangen und der Ku>u> rief aus der

erne; es war der re<te Schauplay für ein s{li<tes vaterländisches

Heimatspiel, das die einfahsten und natürlihsten Regungen der Menschenseele zum Klingen bringen will. Axel Delmar hat in seiner Dichtung „Der eiserne 5

Tagen von Kunersdorf 1759, den re<ten Ton für diese volkstümliche Veranstaltung getroffen, und die Darsteller waren mit Leib und Seele

eiland“, ein Heimatspiel aus den

e . . ,

bei der Sache; so ging ein frisches, fröhliches Leben von diesem bunten

Spiel im Walde aus; selbst Gewitter und Regen, die den Beginn des Spiels fast um eine Stunde hinausschoben, vermochten die frohe Lust der Darsteller und Zuschauer nicht zu dämpfen. Man \haute mit Wst auf das malerishe Bild der Schmiede zum „Eisernen Bt d die fi< auf dem Wiesenplan erhob; fie bot den festen unkt, um den s< die ländlihen und kriegerishen Bilder ent- widelten. Aus {thr trat die alte Schmiedfrau, die um so banger um ihren Sohn Christian sorgt, als sie hon vier Söhne dem Vaterland geopfert hat; so begrüßt das Mutterherz den plöh- li heimkehrenden Sohn mit Freudentränen. Und do< ist er desertiert. Wenn auch die Erzählung von den Greueln des Krieges, die den Sohn in einer s<hwa<hen Stunde fahnenflühtig werden ließen, den Vater erschüttert, so bewährt er sich do< in dieser

\{wersten Stunde als e<hter Preuße; er {i>t den Sohn zum Regiment, zu seiner Pflicht zurü>; und der Sohn löscht die Schmach

seiner Fahnenfluht aus dur heldishes Kämpfen bet Kunersdorf ; es

trägt ihm zwar {were Wunden ein, es hilft aber, den bedrohten L Gefangenschaft zu bewahren. Nun hat das Mutterhberz en

der junge, niht mehr kampffähige Schmied wird einen neuen „eisernen Heiland“ an Stelle des alten, vom Rost zerfressenen Wahrzeichens der Schmiede hämmern. So blüht neues Leben aus den Nuinen. Fn zwet Abteilungen wurde diese Handlung, knapp in der Szenen- führung, \<li<t in der Rede, vorgeführt. Von starker dramatischer Kraft waren die Szenen getragen, als der große König mit seinen Generalen Rast sucht in der Waldschmiede und als er aus der \{li<ten Rede der alten Frau des Schmieds heraus und dur den ungebeugten Mut des Mannes das treue Preußenherz {lagen fühlt, das opfermutig zu König und Vaterland hält. Tröstlich rührte die MWaldpredigt des Schmiedes an die bekümmerten Menschenberzen, und ergreifend klang der alte Choral „Nun danket alle Gott“ im Abend- dämmer dur< den Wald. So entsprang dem {weren Tage von Kunersdorf etn neuer Lebens\strom für König und Vaterland. Axel Delmar hat si< mit dieser Aufführung ni<ht nur als Ver- fasser vaterländisher Hetmatspiele abermals bewährt, sondern auch als außergewöhnlih tüchtiger Regisseur. Die ländlichen Szenen boten überaus malerische Gruppenbilder ; von starkem Neiz getragen war das Auftau<hen von Roß und Reitern aus dem Waldesgrün, mit großer Kunst wurde dabei das wellige Gelände des Grundes verwertet. Die Darsteller alle spielten frish und natürlich; sie verdienten in vollem Maße die Anerkennung, die niht nur ihnen gespendet wurde, sondern au< dem Verfasser und Leiter des Spiels.

ohn wieder, der Vater kann \ih des jungen Helden freuen und

Mannigfaltiges. Karlsh orst bei Berlin, 28. Mai. (W. T. B.) Zu den

heutigen Rennen trafen Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin mit Jhren Königlichen Hoheiten der Prinzeffin Viktoria Luise und dem Prinzen Oskar, im Automobil vom Neuen

end waren au Ibre Königs»

D

rennen, das Rittmeister von Rabenaus „Hasenfuß“ unter deun Do» fißer gewann, sahen die Majestäten den Kaiserpreis, ein Jagd

rennen (Handicap) über 5000 m, bei dem 12 Pferde liefen. Es ergab si totes Rennen zwishen „Charmanter Kerl“ des Leutnants von Sydow unter dem Besiger und „Bulawavo“ deS Leutnants Grafen von Methusy-Huc unter dem Leutnant Braune. Die beiden siegenden Reiter wurden von den Majestäten empfangen. Der ausgeloste EChrenpreis fiel dem Leutnant Braune zu. Auh während des Staatspreises, den „Bajazzo®* des Herrn MWidnur gewann, und während des 5000. Rennens, in dem den

zwanzig [e 8 el 4 die Majes âäten no< anwesend. Das prächtige Wetter datte dem

erden Herrn K. von Tepper-Laskis „Calvello“ fiegte, waren

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eas mit einem vieltausendköpfigen Publikum gefällt. Dée Hes ese Shre aiserlihen und

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t war sehr ares vertreten. Gegen ses Ubr verliehen döniglihen Majestäten Karlzdorit und Lehaten

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