1891 / 205 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Bayern.

München, 31. August. Die Taufe der jüngstgeborenen Tochter Seiner Königlichen Hobeit des Prinzen Ludwig fand gestern Mittag durch den Erzbischof von Thoma statt. Die Prinzessin erhielt na< der „Allg, Ztg.“ die Namen Prinz Ludwig Kindern, während t Außerdem waren mit der Taufpathin, der Herzogin Karl Theodor, noch folgende weitere Verwandte: die Erzherzogin Elisabeth, die Herzogin Adelgunde von Modena, der Prinz Leopold und der Prinz

Gundelinde Maria Josepha. Der erschien hierbei mit seinen sämmtlichen von denen die kleine Prinzessin Wiltrude des Taufaktes die brennende Kerze hielt.

und die Prinzessin Ludwig Ferdinand erschienen.

Während der bevorstehenden Manöver wird das Haupt- quartier Seiner Königlichen Hoheit des R U dem Manöverfelde wird Seiner Königlichen Hoheit die Königs- dieselbe führt auf dem weißblau gerauteten Blatte das Königlihe Wappen. Die Allerhöchsten Herrschaften fahren in einem Sonderzug zum Manöver,

sh in der Königlichen Residenz in München befinden.

standarte nachgetragen ;

unb zwar am 10. September 8 Uhr 55 Minuten Vormittags

von München (Central-Bahnhof) ab na< Röhrmoos, Ankunft

dort 9 Uhr 30 Minuten Vormittags, die Rückfahrt erfolgt von

Röhrmoos 1 Uhr 40 Minuten Nachmittags, die Ankunft in

München um 2 Uhr 15 Minuten Nachmittags; am 11. Sep: tember von München ab 5 Uhr 55 Minuten Morgens, Ankunft in Röhrmoos 6 Uhr 30 Minuten Morgens. An diesem Tage fährt Seine Majestät der Kaiser von Röhr- moos na< Kassel ab um 10 Uhr 55 Minuten Vormittags, Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent kehrt um 11 Uhr Vormittaas von Röhrmoos zurü>k und trifft in München um 11 Uhr 35 Minuten Vormittags ein.

Sachsen. _ Dresden, 31. August. Die Ergänzungswahlen für die Zweite Kammer des sächsischen Landtages sind, wie das „Dr. J.“ meldet, auf den 13, Oktober d. J. festgeseßt worden. Württemberg.

Friedri<hshafen, 30. August. Jhre Kaiserliche S die Herzogin Wera von Württemberg ist dem, t.- A. f. W.“ zufolge gestern, von St. Moriy kommend, zum Besuch Jhrer Majestäten hier eingetroffen.

Sachsen - Meiningen.

Meiningen, 30. August. Am 20. September werden si< 25 Jahre vollenden, seitdem Seine Hoheit der Herzog seine Regierung angetreten hat. Höchnderselbe hat, wie der „Magd. Ztg.“ geschrieben wird, dem Wunsche Ausdru> gegeben, daß jener Tag keine Veranlassung zu festlihen Veranstaltungen geben möge, und erklären lassen, daß er es dankbar empfinden würde, wenn die Mittel, die etwaige Festlichkeiten erfordert haben würden, den Kreis-Waisenanstalten zugeführt würden. Der Kreis Saalfeld wird nun einen entsprehenden Beitrag aus der Kreiskasse diesem edlen Zwe> zuwenden. Ebenso wird man in den anderen Kreisen des Herzogthums handeln.

Im „Regierungsblatt“ wird bekannt gemacht, daß als Wahltag für die allgemeinen Wahlen zum Landtage des Herzogthums Sachsen - Meiningen Dienstag, ‘der 22, September d. J., festgesegt ist.

Sachsen-Coburg-Gotha.

Coburg, 31. August. Jhre Kaiserli<ßen Hoheiten die Großfürsten Michael Nicolajewits<h und Alexis Michailowit\s< sind nach der „Cob. Ztg.“ mit Gefolge gestern Abend zum Besuch am Herzoglichen Hofe in Schloß Callenberg

eingetroffen. Neuß ä. L.

Greiz, 30. August. Das heute Morgen über das Be- N Jhrer Durchlaucht der Fürstin ausgegebene Bulletin autet :

Das Befinden Jhrer Dur{!aucht der regierenden Fürstin war gestern und heute Morgen befriedigend, Lungeners<einungen traten niht mchr auf. Nahruzgsaufnahme und Kräftezustand genügend. In der Nacht wenig Schlaf. Dr. Overlah.

Neuß j. L. Das Fürstliche Hoflager ist

Gera, 30, August.

nach der „Ger. Ztg.“ gestern von Sthleiz nah Ebersdorf verlegt worden.

Großbritannien und Jrland.

London, 31. August. Nach der „A. C.“ sprach Parnell gestern im Phönix-Park in Dublin vor einer Versammlung von etwa 20000 Personen über die Freigebung der politishen Gefangenen und erklärte, daß kein Friede zwischen England und Jrland ohne cine allgemeine Amnestie möglich sei. Er frage jedo<, warum die Kollegen des Herrn William O'Brien, welcher sein Fernbleiben von dem Meeting briefli< ents<huldigt habe, fi< verhielten wie stumme Hunde, unberührt davon, daß ihr neuer Führer Sir William Harcourt sein Bestes thue, um die öffentlihe Meinung in Großbritannien gegen die Freigebung der politishen Ge- fangenen zu beeinflussen? Es heiße immer, daß, wenn die Liberalen zur Macht kämen, Alles auf das Beste geregelt werden würde, aber selbst Herr O'’Brien glaube nit, daß sie den Gefangenen helfen würden. Man solle darauf bestehen, daß die Amnestiefrage bei dem liberalen Programm nit hintenan komme und daß die Liberalen si verpflichteten, die Ursache der Entfremdung zwischen den beiden Ländern zu entfernen. Jn gleichem Sinne äußerte sih na< Parnell au< der Abgeordnete Harrington. Gegen Swhluß des Meetings ließ es si<h ein Wirth Namens Murray einfallen, „Zur Hölle mit Parnell“ auszurufen, wofür er von der erbitterten Menge derart verhauen wurde, daß seine Uebersührung in das Hospital geboten war.

FFrankreich.

Paris, 1. September. Jn einem heute den Deputirten Bee Bericht des Abgeordneten Pichon über das udget des Auswärtigen heißt es dem „W. T. B.“ zufolge: „Wir haben von Niemandem Etwas zu fürchten und dur unsere Klugheit Freundschafsten erworben, welche uns ein unerschütterlihes Vertrauen in eine vergeltende Ge- rehtigkeit verleihen. Freudig begrüßen wir dieses Morgenroth,

welches fih über unsere nächsten Geschicke erhebt.“

Czar! A la Russie !“

eine Gründun Annäherung Frankreichs an von Mohrenheim dankte und trank auf das Wohl Frankreichs und des Präsidenten Carnot. Hierauf wurden die russische Nationalhymne und die Marscillaise gesungen.

Ftalien.

Rom, 31. August. Die „Agenzia Stefani“ ist ermächtigt

zu erklären, daß die Regierung und die Munizipalität von Rom sih in vollem Einverständniß über die Frage der Finanzen der Stadt Rom befänden; ein im beider- seitigen Einvernehmen aufgestellter Geseyentwurf werde bei Wiederzusammentritt der Kammern vorgelegt werden.

Türkei.

Konstantinopel, 31. August. Anläßlih des heutigen fünfzehnten Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans waren, wie „W. T. B.“ berichtet, die Stadt und der Bosporus festlih beflaggt. Jm Laufe des Vormittags empfing der Sultan die Vertreter der obersten Behörden und des diplomatishen Corps, welche ihm ihre Glüfwünsche dar- brahten. Abends waren die Gebäude sämmtlicher Bot- G e an vielen Orten wurden Feuerwerke ab- gebrannt.

Serbien.

Belgrad, 31. August. Ungeachtet des Versuches der serbishen Preßleitung, die Meldung, daß unter den montenegrinishen Ansiedlern im Kreise Toplica Unruhen ausgebrochen seien, sowie daß der Finanz- Minister Vuic seine Entlassung nahgesu<ht habe, dur die „Neue Freie Presse“ und den „Odjek“ zu bestreiten, beruhen, wie dem „A. u. R. Telegr. Corresp.-Bureau“ ge- meldet wird, beide Behauptungen auf verbürgten That- sachen. Allerdings wurde aber die montenegrinische Beshwerde- deputation wegen Unpäßlichkeit des Ministers des Jnnern nicht von diesem, sondern von dem Sektions:Chef Protitsch empfangen.

Bulgarien,

Sofia, 31. August. Heute, als am Jahrestage der Thronbesteigung des Sultans statteten der General- Sekretär im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, Panajotow, in Vertretung des abwesenden Ministers, sowie die diplomatischen Vertreter der Mächte dem Vor- stand des Kommissariats der Pforte Besuche ab,

Die „Agence balcanique“ dementirt auf das Ent- schiedénste die Blättermeldung, daß innerhalb des Kabi- nets Meinungsverschiedenheiten herrshten und daß der Justiz-Minister Tontschew mit dem Rü>tritt ge- droht habe, und exklärt si< von zuständiger Seite in formeller Weise ermähtigt, die am 25, d. von ihr gemahte Mittheilung, wona<h die bulgarishe Regierung wegen serbisher Truppenanhäufungen an der serbish:bulgarishen Grenze bei der serbishen Regierung Schritte gethan und die serbische Regierung in Beant- wortung dieser Schritte beruhigende Zusicherungen ab- gegeben habe, unbedingt aufre<t zu erhalten, sowie die in der „Neuen Freien Presse“ vom 29. August enthaltene Ab- leugnung dieser Nachrihten dur<h das serbishe Preßbureau als Unwahrheit zu bezeihnen.

Amerika.

Chile. Nach einer Depesche der New: Yorker „World“ aus Valparaiso haben dose!bsstt nah der Niederlage Bal- maceda’s starke Ausschreitungen des Pöbels statt: gefunden. Zahlreiche, den Anhängern Balmaceda's gehörige, vor den Thoren der Stadt belegene Gebäude seien in Brand geste>t worden; man s{häge den Schaden auf zwei Millionen Dollars. Der plündernde Pöbel habe nur dur<h energisches Einschreiten mit der Feuerwaffe bewältigt werden können; in den Straßen hätten gegen 200 Todte gelegen. Die Ordnung sei nunmehr durch eine aus Angehörigen der fremden Kolonien gebildete Bürgergarde wiederhergestellt. Au<h in Santiago seien Excesse des Pöbels vorgekommen; der Pöbel habe den Palast Balmaceda's, sowie eine große Zahl anderer, den Mitgliedern der Regierung gehörender Häuser in Brand geste>t. Eine große Menge kostbaren Eigen- thums sei vernichtet. Jn der Stadt herrsche Panik; die Ge- schäste seien ges$lossen. Es sei nunmehr eine starke Truppen- abtheilung zur Unterstüßung des Generals Baquedano, welh:r die Ordnung wiederherzustellen unternommen habe, nah Santiago abgegangen.

Der „New-York Herald“ bringt folgenden Bericht über den lezten, zwischen den Truppen des Präsidenten Bal- maceda und den Kongreßtruppen geführten Entschei- dungskampf am 29. August:

„Balmaceda’'s Macht in Chile ist gebrohen. Seine Armee hat eine Niederlage erlitten na< fünfstündigem hartnä>igen Kampfe. Alle Hoffaung, dieselbe zu reorganisiren, ist vers6wunden, und die Insurgenten haben Valparaiso beseßt. Der Siea des Generals del Canto war dessen besserer Führung zu verdanken. Zugleich fielen mehrere Generale Balmac?eda’s frühzeitig. Demoralijation und Desertion ganzer Regimenter war die Folge, Die Lage bis zum heutigen Morgen war kurz die folgende: Balinaceda war ni<ht in der Lage, die Offensive zu ergreifen, und machte deshalb seine VBertbeidigungslinie so stark als mögli. In dem Rath des Präsidenten herrshte große Uneinigkeit. Sowohl dem General Barbosa wie dem Eexaeral Alzerreca hatte Balmaceda den Oberbefehl übertragen. Hierdur< entstanden Reibungen und Eifersucht, sodaß die beiden Offiziere entgegengeseßte Maßnahmen trafen. Früh am Morgen verkündete der Kanonen- donner, daß ein ernstes Treffen begonnen hatte, Die Erregung war ungeheuer und die Straßen füllten si<h mit Leuten, besonders mit Frauen, wel<e begierig auf Nachrihtèn warteten von dem #\o nahen S{laHtfelde. Kurz na< Tagesanbruch ertheilte Balmaceda den Befehl, die Stellung der Insurgenten anzugreifen. Der An- griff erfolgte unter dem Feuer der Batterien. Die Kongreßtruppen waren meistens mit Manrnliher-Gewehren bewaffnei und benußten rau<loses Pulver. Die Truppen der Regierung waréèn nicht gut

Zu Ehren des wieder in Cauterets eingetroffenen russischen Botschafters von Mohrenheim und seiner Familie fanden

bewaffnet. Sobald die Angriffs Kolonnen in den Shhußbereich des

daselbst enthusiastis<he Kundgebungen statt. Triumph- bogen waren errihtet, von denen der eine die Aufschrift trug: „A la Russie! A son Ambassadeur!“ und der andere: „Au f Der Maire und die Vorstände der dort bestehenden Vereine begaben si< in die Wohnung des Bot- schafters, wo der Maire eine Bewillkommnungsanj}prache hielt, «auf welche der Botschafter dankend erwiderte, Bei einem zu Ehren Mohrenheim's veranstalteten Ehrenpunsh toastete der Präfekt auf den Zaren und auf Rußland. Der Deputirte Marquis de Breteuil {loß si< den Worten des Präfekten an, | Er bezeihnete die Vereinigung Frankreihs und Rußlands als zu friedlichen gun und fügte hinzu, daß die j ußland keine Erkaltung der Be- ziehungen Frankreihs zu England bedinge. Der Botschafter

verniGtenden Waff2 GebrauH. Denno< rü>ten die Angreifer vor und waren bald nahe genug, daß au< ihre Gewehre Wirkung er- zielten. Dann aber regnete ein Hagel von Granaten, Kartätschen und Shrapnels auf dte tapferen Soldaten, dem sie niht wider- steben konnten. Die Offiziere thaten ihr Aeußerstes, die Fliehenden wieder zu sammeln, sobald sie aus dem Bereih des Mannliher- Gewebres heraus waren. Ein zweiter Sturm auf die feindliche Stellung wurde versu<t. Bei diesem fiel General Barbosa. Die Linie \<wankte, rü>te aber. denno<h weiter vor. Da stürzte au General Alzerreca, Lleben®gefährliGß verwundet, vom Pferde. Fr wurde vom Schlachtfelde ges<affi und: -, starb nach ciner Stunde. Dann gab General del Canto den Befehl zum Angriff. Mit wildem Ges{hrei vertlag die Kon- greßarmee ihre Stellungen und stünmte in den {on auf dem Rüdc- zug befindlihen Feind ein, während ihre gesammte Artillerie ein todbringendes Feuer eröffnete. Die führerlosen Regierungstruppen gerieth-n in die EöGfte Berwirrung. Alle Bemühungen der unteren Offiziere, sie zusammenzuhalten, waren erfolalos. Der Rückzug artete in Flut aus, die Flucht in eine Panik. Alle Bande der Disziplin hörten auf. Die Reiterei der Regierung hielt no< Stand. Sie wurde buchfiäbli® vernichtet. Ganze Infanterie-Regimenter Balmaceda's gingen darauf zum segreihen Feinde über und schlossen fih ihnen zum Angriff an. Die meisten dieser Regimenter waren Freiwilligen-Regimenter, wel<e Ba!maceda zum Dienst gezwungen hatte. ‘Seit dem Beginn der Feindseligkeiten hatten sie mit der Kongreßvartei sympathisirt, und sie benußten nuna die erste elegen- heit, _offen zum Feinde überzugehen. ie S{hlacht dauerte fast fünf Stunden. 5090 Mann wurden getödtet urxd verwundet. Die Gegend ift meilenweit mit fliehenden Soldaten des Heeres. Balmaceda's bede>t. Die Niederlage desfelben ist eine völlige, Sollte es dem bisherigen Präsidenten niht gelingen, \fi< dur< die noÿ ofen fsteßenden Bergpässe zu flüchten, so wird er gefangen ge- nomen und ers<hcfsen werden. Die Schlacht batte no<h) nicht lange gedauert, als {on die ersten Nackrichten in der Stadt ein- trafen, daß es {let mit der Sache der Regierung stehe: Der neuermählte Präsident, Claudio Vicuña, ergriff die Flucht und begab si< an Bord eines deutschen Kriegsschiffes, wo er um Schuß bat Admiral Valois gewährte denselben, Dann sandte der Intendant Oskar Viel eine Mittheilung an den amerikanischen Admiral Brown und die anderen Befehlshaber der ausländischen Kriegêschiffe und bat sie, Mannscaften zu landen zum Schuße des Eigerthums ihrer Landsleute. Admiral Brown seßte zuerst eine Abtbeilung Matrosen des Kreuzers „San Franciêco“ ans Land, wele vor dem amerikanis<en Konsulat Aufstellung nahmen. Seinem Beispiel folgten die übrigen Commandeure. Die Offiziere des Res gierungsheeres sind dezimirt worden, Außer den Generalen Bar- bofa und Alzerceca find fast alle Stabsoffiziere getödtet oder ver- wundet worden. Dasselbe gilt von den Linien-Offizieren, Jeden Augen- bli> erwarte:e man einen Anariff auf die Stadt. Um Blutvergießen zu vermeiden, s{hi>te Señor Viel einen Parlamentär an den General del Canto, daß Valparaiso si ergeben wolle. Canto nahm die Ueber-

gabe an und sandte den Scüor Carlos Walker Martinez ob, um Besiß von der Stadt zu ergreifen und als Intendant zu fungiren bis zur

dauernden Ordnung der Verhältnisse. Die Regierungsbeamten flohen einer

na< dem anderen aus Furcht vor der Rache der Insurgenten. Kurz

nah Mittag rü>te das siegreihe Heer in Valparaiso ein,

Die Truppen des Kongreffes wurden bei ihrem Einzug auf das Be-

geistertíte begrüßt mit den Zurufen „Viva Chile!“ „Viya

Canto!“ Von den Fenstern der Häuser wurden den Offizieren

Blumen zugeworfen. Bald na© dem Einzug des Landheeres

wurde die Auffocderung an den Kapitän des im Hafen liegenden

„Almirante Lyn<" gerichtet, si<h_ zu ergeben. Er dampfte etwas

aus dem Hafen hinaus und cröffnete mit seinen Maschinenfkanonen

das Feuer auf die Truppen der Jusurgenten. 15 Minuten

dauerte der Kawpf, dann ließ der Kapitän die Flagge des Schiffes

herunter, und es gab vom Fort Valdivia bis Viña del Mac keinen

Feind der Revolution mehr. Während des Nachmittags kamen

viele Abtheilungen des Regierungsheeres in die Stadt und stre>ten

die Waffen. Sie wurden auf Ehrenwort freigelassen. Niemand

weiß in Valparaiso, wo Balmaceda si< befindet, Wahrscheinlich

versucht er, zu Lande na< Buenos Aires zu gelanzen,*

; Asien.

Japan. Aus Tokio, 24. Juli, wird der „Köln. Ztg.“ geschrieben: Die japanische Presse beschäftigt fich zur Zeit sehr angelegentli<h mit dem cinesishen Geschwader, das, se<s Schiffe stark, unter Admiral Ting's Kommando im Hafen von Yokohama liegt. Die Größe der Schiffe, deren einige die größten Schiffe der japanishen Marine hinter sih lassen, ihre vorzüglihe Beschaffenheit und Bewaffnung, das gute Aussehen und Benehmen der Offiziere und Mannschaften haben auf die Japaner einen starken, na<hhaltigen Eindru> gema<ht. Der Eindru> äußert sih nah zwei Richtungen hin. Einmal betont die Presse die Nothwendigkeit einer Verstärkung der japanischen Marine; auf der anderen Seite \pricht sie sih lebhaft für ein enges Zu- sammengehen Japans und Chinas aus, Das liebens- würdige Auftreten des chinesischen Admirals, der verschiedent- lih Festlichkeiten an Bord veranstaltete, sowie die umsihtige Amtéführung des derzeitigen chinesishen Gesandten in Tokio Li haben niht wenig dazu beigetragen, das japanische Publikum für ein japanisch-chinesishes Bündniß zu erwärmen.

Demnächst wird die Reihstags- Session ihrea Anfang nehmen. An der Stelle des abgebrannten Parla - ments- Gebäudes steht schon ein neues, wiederum aus Holz gebautes Haus, dessen völlige Fertigstellung in kürzester Zeit zu erwarten ist. Es ist im Ganzen nach den Plänen des alten, und zwar wiederum unter der Aufsicht eines deutschen Architekten, des Königlihen Bauführers D. Tiege, gebaut worden. Zum Präsidenten des Oberhauses ist an Graf Jto's Stelle der Marquis Hachizuka, bislang Gouverneur von Tokio, ernannt worden. Sein Nachfolger im Gouverneursposten ist Hr. T. Tomita, früher Direktor der Bank von Japan. Der japanische Gesandte am Berliner Hofe Marquis Sa yonji wird vielfa<h als voraussichtliher Vize-Präsident des Oberhauses bezeichnet. Bedeutende Abzüge an Gehältern sheinen für das nächste Budgetjahr geplant zu sein. Das Gehalt des Minister-Präsidenten soll auf 7000, das der übrigen Minister auf 5000 Dollars herabgeseßt

werden. Afrika.

Egypten. Einer Meldung des „Bureau Reuter“ zufolge befindet si<h der Vorposten der Derwische jeßt etwa 100 Meilen südli<h von Sarras in Suardeh. Derselbe hat jedoh, wie aus den besten Quellen verlautet, Befehl, nit aus der Defensive herauszzugehen und ist weniger als 600

Mann stark. Australien.

Wie eine Depesche des „Reuter'shen Bureaus“ aus

Cairns, in Nord-Queensland, vom 30, August meldet, hat der

daselbst von einer Expedition nah dem Südseeinseln: Archipel

zurückgekommene britische Kreuzer „Royalist“ mehreré

Dörfer auf den Salomons-Fnseln bombardirt, um

A idioi ags für die Ermordung britisher Händler zu rafen.

Mannli{er-GVewehres kamen, machten die Kongreßtruppen von ihrer

Statistik und Volk8wirthséhaft.

Die leßte Roggeneinfuhr aus Rußland.

Aus den vibtigten preußis<hen Einfuhrpläten liegen jeßt inter- essante. statistishe Zablen vor Dana hat die Roggeneinfuhr aus Rußland, wie die „A. R--C.* mittheilt, in den se<hzehn Tagen von dem Bekanntwerden bis zum Inkrafttreten des russischen Ausfuhr- verbots geradezu riesenhafte Dimensionen angenommen. Wie gestern \{on gemeldet, gingen in der Zeit vom 21. bis 27. August allein über Eydtkuhnen 14260 t Getreide etn. Nach Königsberg und dem Vorhafen Pillau ist für mehr als 6 Millionen Mark Roggen ge- brawt worden. Vom 23. bis 26. August gingen dort 2051 Waggons, fast aus\{ließli< Roggen, ein. Die Zufuhren na< Danzig waren ungleiG größer; denn über Eydtkuhnen famen allein in den drei lezten Tagen ca. 12009 Waggon Roggen. Auf . der Weichsel wurden über Thorn vom 24. bis 27. August 65 251 Centner und über Leibitsh insgesammt 42 009 Centaer eingeführt. Nicht minder stark war die Einfuhr über die EGrenzpläße nah der

rovinz Posen über Strzalkowo-Wrejschen, Skalmerzyce, Podfamtsche- Daun u \. w. Enorme Summen für Roggen ¡oll sind in wenig Tagen an die preußischen Zollämter gezahlt worden. Sie betrugen bei'pielsweise in Strzalklowo 20—25 000 (6, in Wieruszow am leßten Einfuhrtage 12 000 H und in der leßten Woche 50 000 A6 Und do erschöpfen diese Zzblen die leßte Einfuhr keineswegs, da sie do< nur auf un- efähren Schägurgen beruhen, auch nicht alle Einfuhrpläpe umfassen. Außerdem ist über einzelne Grenzorte auch viel Roggen in Garben eingebra<t worden, um die 50 Einçangszoll zu umgehen. Infolge des ungeheuren Angebots is im Getreidege\Mäft an allen östlichen Märkten cine gewisse Staanation eingetreten, und die Preije zeigen im Eanzen eine rü>läufige Tendens5.

Zur Arbeiterbewegung. /

Jn Bremen fand am Sonntag ein von den Sozial- demokraten lange vorbereitetes Gewerkshaftsfest statt, an dem si die Parteigenossen der Umgebung in starker ahl betheiligten. Wie der „Köln. Ztg.“ telegraphirt ch and das Vergnügungsfest auf Poppe's Landgut im Arsterdam statt. Es wurde ein Umzug dur< die Stadt veranstaltet, an welchem die sogenannten Gewerks<haftsvereine theilnahmen. Jm „Ganzen waren wohl 30 bis 40 000 Menschen versammelt. Polizei war nicht anwesend und die Rubhe wurde nicht gestört. Nah der „Voss. Ztg.“ sprachen auf dem Festplaße der sozialdemokratische Reichstags-Abgeordnete Grillen berger und Fr. FZhrer. :

Hér An dem g O Ab n

warz na raunshweig erufene r - a ; N in den an der Metallarbeiter heftig Opposition fand (vgl. Nr. 187, 191 u. flgd. d. Bl.), wurde am Sonntag abgehalten. Vertreten waren, wie der „Vorwärts“ berichtet, 32 Städte ; Schwarz wurde einstimmig zum ersten Vorsizenden gewählt. Die Frage, ob Former:-Central- Organisation oder Anschluß an die allgemeine Metallarbeiter- Organisation das Rechte sei, wurde mit 26 Stimmen zu Gunsten der Former-Organisation entschieden.

In Frankfurt a. M. soll in den Tagen vom 24. bis 26. Januar 1892 ein Kongreß der Maler, Lad>kirer, Änfstrei<her und verwandten Berufsgenossen Deutschlands stattfinden, Auf der Tageéordnung stehen, wie der Cinberufer V. Shweitzer, Berlin- Rixdorf im „Vorwärts“ mittheilt, folgende Punkte: 1) Organisation aller deutshen Berufsgenofsen ; 2) Ausftandsberwoegung ; 3) Ansammlung

eines internationalen Strikefonds sämmtlicher Berufsgenossen aller Kulturnationen dur< Einführung eiuer internationalen Strikemarke. Der dritte Punkt bezwe>t, die SFnternationalität der Ar- Die deutshen Ver-

golder sind Zwe>ks Verschmelzung der beiderseitigen Organisationen zu

dasfelbe Blait berichtet, auf den S Ii lenoffen

tel und Scherer cine Konferenz der Partketgeno|]en S berufen, um über folgende Punkte zu verhandeln : L Mitte der Versammlung.

Zwe>k der Konferenz ist, der Mittheilung zufolge, der Agitation im

beiter jenes Gewerbes praktis zu verwertben.

dem Kongres gleihfalls geladen. Nah Nürnberg wird, wie 20, September d. I.

von den „Genofsen“

Agitation, Presse und Anträge aus der

nördlichen Bayern ein einheitlihes Gepräge zu geben und sie dadur<

erfolgreicher zu gestalten.

S „Köln. Ztg.“ aus Berlin telegraphirt- wird, hat die Mie ter s im Ausstand O Miene

11000 überwiesen; dur ammlungen wurden o UPL 4 Hamburger Gau übermittelte 1500 A Von allen organisirten Buchdrukern im Deutschen Reich soll eine Extrasteuer von 20 -Z erhoben werden, um die Forderung

Berliner Gaukasse den

no< 2000 # au‘gebraht, der

des Neunstundentages dur<seßen zu können.

Aus Mailand berihtet ein Wolf’ sches Telegramm, daß die Arbeiter von se<8 andern metallurgischen Etablissements ans<lofsen (vgl. die gestrige

den Ausständigen der „Elvetica“ | dIe Gi he 904 d. Bl.). : Der Ausstand der Mechaniker |<eint ein all g?meiner zu werden.

Kunst und Wissenschaft. #4 Die Generalverwaltung der

der einzelnen Abtheilungen unserer Kunstsammlungen ein

Reihe von illustrirten Handbüchern herauszugeben, welche, ähnlich wie die Handbücher des South-Kensington-Museums in London bestimmt sind, „die wihtigsten Theile der Königlichen

s Mt Ent- widelung, welher die einzelnen Denkmäler ange ören, zu er- E [ historishe Entwi>elung selbst an den hier im Original oder in Nachbildungen vor- handenen Monumenten zu möglichstem Verständniß bringen“. Die soeben erschienene erste Veröffentlihung dieser Art beschäftigt

Sammlungen im Zusammenhang der

läutern, Zugleih sollen sie diese

si mit der italienis<hen Plastik und hat den Leiter de Sammlung <ristlicher Sculpturen, Rath Dr. Wilhelm Bode zum Verfasser. Oktavband von Autotypie oder Zinkäßun

au<h eine Reihe anderer Denkmäler der Bildnerei wiedergeben. Dem Berliner Museums, wie

lihen Bedeutung der Epoche

Darstellung der Frührenaissance

auch der entsprechend ,

Einführung in das Wesen bildnerischer Formenan]<hauun für den Laien wie für den s<on vorgebildeten Kunstfreun von bleibendem Werth, um #}o mehr, als ein gereene Ansprüchen genügendes Handbuch der Geschichte der italie!

Plastik in deutsher Sprahe no< zu den frommen Wünsche der Kunstliebhaber gehört.

vorgetragenen Anshauungen bürgt der Name un

hauer die Einzelbelege „und die Begründun führungen enthält. Die meist von ; Autotypieverfahrens, ausgeführten Abbildungen geben eine

Königlichen Museen beabsichtigt, neben den beschreibenden Verzeichnissen

Geheimen Regierungs- Der handliche 190 Seiten is mit einer Fülle meist in ausgeführter Abbildungen ausge- stattet, welhe die Darstellung Bode's begleiten und neben den hervorragendsten hierher gehörigen Berliner Sammlangsstü>ken italienischen Monumentenvorrath des kunstgeschicht- nimmt die den breitesten Raum in An- \pruh. Der Text vereinigt Kürze und Klarheit mit Genauig- keit und Anschaulichkeit; insbesondere find die den einzelnen Perioden vorangestellten allgemeinen ren Mas die

enischen

Ür die Se tanGe der hier die Kenner-

hast des Verfassers, dessen Werk über die „Ztalienishen Bild- der Renaissance“ (Spemann 1889) für den Fahmann dieser allgemeineren Aus- eisenbah, dem Erfinder des

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neuen glänzenden Beleg für die Brauchbarkeit dieser Reproduk- En welche für die Popularisirung kunstwissenschaftlicher Publikationen von außerordentlicher Bedeutung gewordenist. Hat sich doch dies mehr als siebzig Abbildungen enthaltende Handbuch für den erstaunlih niedrigen Preis von 1,225 Á herstellen lassen. Damit sind die günstigsten Ausfichten für die weiteste Verbreitung dieser Publikationen, welhe niht nur die Kunst- j sammlungen im engeren Sinne, also Gemäldegalerie, antike Sculpturen, Vasen, Terrakotten, Bronzen, Gemmen und Medaillen, den Holzshnitt und Kupferstih, sondern au die Sammlungen für Kunstgewerbe un Völkerkunde in Einzel- \{cilderungen umfassen sollen, egeben. Daß sie sih verwirk- lihen mögen, ist im Fntere}je etner gedeihlichen Wechsel- wirkung zwischen unseren reihen Sammlungen und der An- theilnahme des Publikums aufs Lebhafteste zu wünschen.

Die Generalversammlung der Deutschen Alterthums- vereine ift laut Meldung des ,W. T. B.* gestern in Sigmaringen im Beisein Seiner Königlichen Hoheit des Fürsten von Hohenzollern eröffnet worden ; bis jeßt sind 130 Theilnehmer anwesend, darunter hervorragende Gelehrte. Vorträge hielten Hofrath Zingeler über „Zur Seschichte Hohenzollerns“ und Professor Thudihum über „Die Herst ellung historisher Karten“.

Laud- und Forstwirthschaft. ; Landwirths<aftlihe Ausstellung für Lothringen. Gestern ade in Bolhem im Beisein des Unter-Staats- sekretärs von Schraut die landwirthschaftliche Ausstellung für Lothringen eröffnet. Vor der Preisvertheilung theilte der Unter- Staatssekretär mit, daß eine baldige Ausführung der Mosel-Kanali- firung zu gewärtigen sei. Bei dem Festessen brahte der Graf Villers das Hoh auf Seine Majestät den Kaiser, der Abg. Baron Zorn von Bulach das Hoch auf Lothringen aus.

Fnternationaler Saatenmarkt in Wien.

Auf dem gestrigen Saatenmarkt war das Geschäft wenig ent- widelt. Termine fest. Herbstweizen 10,67 bis 10,70, Frühjahrsweizen 10,27, Herbstroggen 10,38, Frübjabrsroggen 10,58, Herbsthafer 6,27, Neumais 6,28. Für effektive Waare in Prima-Gerstensorten wurde jeder Preis koncedirt, jedo< herrs<te Waarenmangel. Mitilere Sorten im Preise zu ho< gehalten, untergeordnete Sorten blieben unbeachtet. In Weizen kein effektives Geschäft. 30 Waggons alten Mais ab Stationen transito 6,39. Der Eröffnunng des internationalen Saatenmarktes wobnten bei als Vertreter des Handels-Mini steriums Sektions-Chef Haardt von Hartenthurm, als Vertreter des A>erbau-Ministeriums Sektions-Rath Hohenbru>, als Vertreter der Stadt Wien Vize- Bürgermeister Richter. Sektions-Chef Haardt hob die besondere Bedeutung des diesjährigen Saatenmarktes hervor, da es si< darum handle, wie der konstatirte Minderertrag in bedeutenden Konsumgebieten zu deden sei.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

ß S PD a Che über die aus Rio de Janeiro Die Quarantänemaßregeln, welche über die au o de Jane! und den südli davon gelegenen Häfen Brasiliens kommenden Schiffe verhängt waren, sind von der Gesundheitsbehörde zu Montevideo dur< Verordnung vom 20. Juli 1891 aufgehoben worden, (Vergl. „Reichs-Anzeiger“ Nr. 74 vom 26. März 1891.) n

Handel uud Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Koblen und Koks f E ber Rubr und in Obers<hlesicn. An der Me o am 31. d. M. gestellt 9942, niht re><t- ¡eitig gestellt keine Wagen. : Berlin, 30. August. (Wollberic<ht d. Ctrbl. f. d. Text.-Ind.) In der Lage des Wollhandels ‘am hiesigen Plaße hat h noh nihts geändert. Von bemerkenswerthen Verkäufen ist ni<ts zu berichten, und die Stimmung bleibt eine s<wa<he. wie bisher. Man hofft, daß die im nä<bsten Monat stattfindenden Auktionen in Antwerpen und London dem Konsum Anlaß geben werden, wieder in den Markt zu treten. Wenn auch der Bedarf vorläufig kein dringender ist, so bieten do< gegenwärtig die gut fortirten Lager des Platzes eine seltene Gelegenheit, preiswerthe Abs<hlüfse zu machen. Ï Der „Köln. Z.* zufolge beschloß der rheinish-westfälise Rohbeisenverband, die Preise aufre<tzuerhalten und nur für Gießereieisen Nr. 1 und Hämatit von 71 auf 69 M zu ermäßigen. Nach dem amtlichen über den gestrigen Saatenmarkt in Wien veröffentlichten Bericht fand in Gerste, verglihen mit der Geschäfts\tille am ersten Markttag in den Vorjahren ein sehr großes Gelchäst statt; Weizen war gegen Sonnabend eher fester und Roggen noticte bei namhaftem Geschäft 0,10 bis 0,20 böber. Mais und Hafer behaupteten ihren Preis. Notirungen : Herbstwoeizen na< 10,64 und 10,75 Mittags 10,71, Frühjahr8weizen 10,28 Gd., 10,29 Br., Herbsiroggen e 10,66, neuer Mais 6,30 Gd, erbsthafer 6,29, Frühjahr 6,49. 9 ie, 31. August. (W. T. B.) Kammzug-Termin- bandel. La Plata. Grurdmauster B. per September 3,90 #, per Oktober 3,90 4, per November 3,99 „#6, per Dezember 3,95 t, per Januar 3,95 #, per Februar 3,95 H, per März 3,95 #, per April 3,95 #, per Mai 3,95 4, per Juni 3,95 # Umsay 195 000 kg. Ruhig. : Brann Gwtis: 31. August. (W. T. B) Gewinn- ziehung der Braunschweiger 90 Thaler- Loose: 90000 M Ser. 740 Nr. 42; 7200 & Ser. 4351 Nr, 9; 6000 M Ser. 3678 Nr. 46; 3000 4 Ser. 1628 Nr. 3; 300 A Ser. 101 Nr. 42, Ser. 2682 Nr. 36, Ser. 3086 Nr. 33, Ser. 3588 Nr. 14, Ser. 3811 Nr. 26, Sec. 3811 Nr. 27, Ser. 5721 Nr. 19, Ser. 5963 Nr. 22, Ser. 6976 Nr. 33, Ser. 8119 Nr. 46; 240 4 Ser. 740 Nr. 21, Ser. 1365 Nr. 12, A u Ne. 7, Ser. 5477 Nr. 27, Ser. 5732 r. 7178 Nr. 27. Nr. 21, Ser J ugust. (W. T. B.) Einer Mittheilung der Polit. Corr.“ aus Sofia zufolge hat das Finanz-Ministerium die Offerte für den Bau der Eisenbahnlinie Sofia—P erni, etwa 32 km lang, ausgeschrieben; die erste Offertverhandlung findet am 24. September statt. Ferner find Offertverhandlungen zum Ver- kauf der aus dem Zehnten herrührenden Cerealien auf den 14, Sep: tember ausgeschrieben worden. Beide Verhandlungen werden in Sofia

abon, 31, August. (W. T. B.) An der Küste 5 Weizen-

boten. Ss (W. T. B.) Die hiesigen Inhaber von

des Staates Uruguay haben dem Konversion8-

ats: Y oan bir Hinaus der aaa Anleihen auf 33 %/o

(l, i ustimmung ertheilt.

mas wee O Nee t. (W. T. B.) Die Verschiffungen

von Roheif d ernen Mags s aa Tons gegen

i en Woche des vorige j :

* al Bs N T. B.) Wolle ruhig aber d Stoffe ruhig.

stetig, Barr P September. (W. T. B.) Laut einer

heute ergangenen amtlichen Bekanntmachung hat der inanz-Minister

der Reichsbank gestattet, auf Grund des Kaiserlichen Ufkases vom

928. Juli cr. neuerdings Bres C im Betrage von 2% Mil-

t ä m ren.

lionen ube) po "ugust, (W. T. B.) Die Börse verlief

bei großem Geschäft durhweg in sehr fester Tendenz. Der Umsaß

der Aktien betrug 518 000 Stü>k. Der Silbervorrath wird

auf E Unzen geshäßt. Die Silberverk äufe betrugen

145 000 en.

Visible Supply an Weizen 19 125 000 Bushels, do. an

forvaltnings- , darfs der Seeländischen Staatseisenbahn-Verwaltung

Submissionen im Auslande.

Dänemark. 4. September, 12 Uhr. Trafikchefen for Szaelland, Trafk- zin, Banegaard, Kopenbagen: Lieferung des Bes für 1892/33

an Tu, Kirsai, Tressen, Uniformknöpfen und verschiedenen Beo

kleidung8gegenständen.

Bedingungen und Proben an Ort und Stelle.

5, September, 10 Uhr, auf dem Rathhaus zu Naesived: Oeffent- lihe Lizitation über den Bedarf des 4. Dragoner- Regiments zu Naestved an :} E

180 000 Pfund Hafer,

62 000 eu, 79000 „, Roggenstroh (flegelgedros>en), 36000 Haferstroh (de8agl.),

64000 Streustrob. Bedingungen auf dem Intendantur - Comtoir, Brotorvet zu

Naestved. Canada.

Ohne Datum. Building Committee of Christ Church New Cathedral zu Victoria (British-Columbia): Pläne und Anschläge für den Bau einer Kirche. Für die drei besten Projekte sind Preise von 750, bezw. 6500 und 250 Dollars ausgeseßt. Neusüdwales. i i

4. Januar 1892, Unter-Staat#sekretariat der öffentlichen Arbeiten zu Sydney : Pläne, Anschläge 2c. für den Bau einer Brü>ke über den Darlinger Hafen zu Sydney Für die drei besten Projekte sind Preije von 700, bezw. 300 und 290 Pfd. Sterl. ausgeseßt.

Verkehrs-Anstalten.

Die Königliche Eisenbahn-Direktion zu Berlin macht zuglei im Namen der übrigen betheiligten Verwaltungen bekannt, daß der am 1. September d. I. im Lokal- und We(hselverkehr der preußischen Staatsbahnen sowie im Verkehr derselben mit den ol denburgishen Staatsbahnen zur Einführung gelangte allgemeine Ausnahmetarif für Getreide aller Art, Hülsenfrüchte und Müblenfabrikate von dem gleichen Tage ab auf Entfernungen über 200 km au< in Gültigkeit tritt für den direkten Verkehr der preußisben und oldenburgishen Staatsbahnen mit den Stationen der nachstehenden Bahnen :

Elsaß-Lothringen, Eisern—Siegen, Stre>ke Hanau—Frankfurt am Main—Es<hofen (Limburg) und Niedernhausen--Wiesbaden der Hessischen Ludwigsbahn loco und transito, Dortmund—Gronau— Enschede, Station Kronberg der Kronberger Bahn, Niederländische Staatsbahn bezügli der Stationen Bentheim, Gildehaus und Schüttorf, Sähsishe Staatseisenbahnen, Braunschweigische Landes- eisenbahn, Saal-, Weimar-Geraer, Zschipkau-Finsterwalder Cisen- bahn, Deuts<-Nordisheær Lloyd, Eutin-Lübe>er, Kiel-Flensburger Eisenbahn (letztere im Berlin- Hanseatischen und Nordofstsee-Verbande), Lüb:>-Büchen, Me>klenburgishe Friedri - Franz-, Prigniper, Paulinenaue-Neu-Ruppiner, Wittenberge-Perleberger, Breslau-War- schauer, Königsberg-Kranzer, Stargard-Küstriner uxrd Glasow- Berlinchener sowie CEisenberg-Krossener und Altdamm-Kolberger Eisenbahn. i /

Fm Verkehr mit der Saal- und Weimar-Geraer Eisenbahn er- folgt die Frahtberehnung auf Grund des bezüglichen Ausnahme- tarifs unter Annahme der Entfernungen ohne die in den betreffenden Tarifen verzei<hneten Kilometer-Zuschiäge. S : Die bereits bestehenden besonderen Ausnabmetarife für Getreide und Mühlenfabrifate, soweit dieselben billiger sind bezw. Artikel ent- halten, wel<he in dem neuen allgemeinen Ausnahmetarif Ausnahme nit gefunden haben, bleiben daneben bis auf Weiteres in Gültigkeit.

remen, 31. August. (W. T. B.) Norddeutscher ate. Der Dampfer „München“ hat heute, von Baltimore fommend, Scilly, der Dampfer „Graf Bismar>* gestern auf der Fahrt na< Brasilien Dover passirt. Der Snelldampfer „Saale* iff gestern, von New-York kommend, in „South- ampton“ eingetroffen und Nachmittags na< der Weser weiter- gefahren. Der Scnelldampfer „Eider ist gestern Nachmittag von Southampton na< New-York weitergefahren. Der Schnelldampfer „Aller“ hat vorgestern Nachmittag die Heimreise von New-York angetreten. Der E v Bauern ist auf der Fahrt nah

ustralien gestern in Genua angekommen. 5 A 31, August. (W. T. B.) Der Casftle-Dampfer „Pembroke-Castle“ hat am Sonnabend auf der Ausreise die Canaris<hen Inseln passirt. Der Castle - Dampfer „Drum- mond-Castle“ n am Sonnabend auf der Ausreise von

ton abgegangen.

S ite i D B) Di Union-Dampfer „Durban “* is} gestern auf der Heimreise von Lissabon abgegangen.

Theater und Musik.

Wegen Unpäßlichkeit der Fr. Sucher kann die für Mittwoch an- gekündigte Aufführung von „Tristan und Isolde“ im Königlichen Opernhause niht stattfinden. Dafür wird „Lohengrin® mit den Damen Pierson und Staudigl, und den Hrrn. Gudehus, Schmidt und Fränkel in Scene genen. i A DONI von „Tristan und

e* ift auf Sonntag verlegt worden. E i a a Stahl 9 Berliner Theater ift plöglih heiser ge- worden, für ihn hat Hr. Ludwig Barnay die Rolle des Lothar von Metten- born wieder übernommen. Als erste Novität des neuen Spieljahres ist „Wilhelm Tell“ in Vorbereitung und wird, mit den ersten Kräften des Berliner Theaters besezt, vollständig neu in Bezug auf Deko- rationen und Kostüme ausgestattet, am Dienstag, 8. September, in Scene gehen. Hr. Ludwig Barnay stellt die Titelrolle dar.

Die Abschiedsvorstellung Oscar Blen>ke's im Lessing- Theater gestaltete sih zu einer warmen und herzlichen Ovation für den Künstler, der an diesem Abend mit seiner ganzen \sprudelnden Laune den Ritt- meister von Dedenroth in dem Lustspiel „Der Probepfeil“ zum leßten Male darstellte. Als sih am Schluß unter immer erneuertem Beifall der Vorhang hob, überreichte Adolf Klein dem \<eidenden Kollegen einen prähtigen, von üppigen La France-Rosen durhflohtenen Lorbeerkranz mit folgen- der Ansprache: „Jh habe den angenehmen Auftrag, im Namen der Direktion und der Mitglieder des Lessing-Theaters dem scheidenden Oscar Blen>e diesen Lorbeerkranz zu überreihen. Als Rittmeister hat er heute von uns Abschied genommen, um zwei Tage später an anderer Stätte als Wachtmeister wieder auf- zutreten, Aber in seiner kfünstlerishen Rangstufe wird er hoffentlih immer höher emporsteigen und das iît der ehrliche Wunsch, mit dem wir ihm Lebewohl sagen . ." Lebhafte Zustimmung folgte diesen Worten, während Oscar Blen>ke in stummer Ergriffen- heit seinem Dank nur in Bli> und Miene Ausdru> geben konnte. und so hat nun der Künstler in ehrenvoller Weise eine dreijährige Thätigkeit am Lessing-Theater abgeschlossen.

Mannigfaltiges.

r Uebers<uß der Stadt-Hauptkasse für das Reh- t E E E wie bereits mitgetheilt, 5 565 893,14 „46 und e i< wie folgt zusammen: Gegen die Etatsansäße haben Mehrübershuß geliefert bezw. Minderzushuß erfordert: Kämmeret- verwaltung 64570,53 #, Verwaltung der \tädtishen Werke 1 299 874,94 , Steuerverwaltung 9 493 060,58 4, Kapital- und Sqculdenverwaltung 646 055,58 4, Unterrihtsverwaltung 305 477,60 A, für firhlihe Zwe>e 82 M, Armenverwaltung 228 958,73 A, Park- und Gartenverwaltung 41937,18 M, Bauverwal- tung 184297,76 , Bew unge en 96 614,32 #6, Polizei- verwaltung 106 822,995 H#, ver <iedene Einnahmen und Aus- gaben 350 021,45 M, zusammen 5 747 773,57 M; dagegen haben Mehrzushuß beansprucht : Einrichtung für die ô entlihe Kranken-

pflege, Einrichtungen für die öffentliche Gesundheitspflege und Heim- - stätten für Genesende 82 641,49 6, städtishe Straßenbeleuhtung,

n

Mais 5 611 000 Bushels.

Straßenreinigung und Besprenguns 99 238,94 «4 Nach Anrehnung

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