1891 / 231 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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8W., Wilhelmftraße Nr. 32. Einzelne Kummern kosten 25 S

des Deutschen Reichs-Anzeigers

und Königlich Prenßishen Staatx-Anzeigers

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Ag 231.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Major von Wallenberg vom Großen General- stabe und dem Rittmeister Hahn, à la suite des Ostpreußischen Dragoner: Regiments Nr. 10 und vom Neben-Etat des Großen Generalstabes, die Erlaubniß zur Anlegung der ihnen ver- liehenen nihtpreußishen Jusignien zu ertheilen, und zwar Ersterem: des Komthurkreuzes zweiter Klasse des Herzoglich sachsen: ernejtinishen Haus-Ordens, Leßterem: des Ritter- Freuzes erster Klasse desselben Ordens.

Deutsches Reich.

Bekanntmachung.

Die auf Grund des $. 20 des Patentgesezes vom 25, Mai 1877 erlassenen Bestimmungen über die nmeldung von Erfindungen bleiben bis auf Wei! Fes in Kraft.

Berlin, den 1. Oktober 185..

Kaiserliches Patentamt. von Bojanowski.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den General-Major zur Disposition Bauer in Kassel, ulezt Commandeur der 8. Feld-Artillerie-Brigade, in den Adelstand zu erheben.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

dem Landrath Heinrich von Reuß zu Brieg und

dem Regierungs-Rath Gustav Blan>ke zu Düsseldorf bei ihrem Uebertritt in den Ruhestand den Charakter als Ge- heimer Regierungs-Rath, :

dem Kloster-Receptor Kohlrust zu Wennigsen,

dem Eisenbahn-Buchhalter Wöbb ekin g zu Hannover und

den Eisenbahn-Sekretären Fischer zu Breslau und Wobe ser zu Erfurt, aus dem gleichen Anlaß, den Charakter als Rechnungs-Rath, sowie : i

dem Regierungs - Sekretär S<hlutius hierselbst, aus demselben Anlaß, den Charakter als Kanzlei-Rath zu ver- Leihen; ferner |

den Oberlehrer am Gymnasium in Eisleben, Professor Ernst Maximilian Weiter zum Königlihen Gymnasial- Direktor, und

auf Grund des J 28 des Landesverwaltungsgeseßes vom 30. Juli 1883 (Gesez-Samml. S. 195) den Regierungs- Affsessor von Ditfurth zu Kassel zum zweiten Mitgliede dés Bezirksaus\chusses zu Kassel auf Lebenszeit zu ernennen; sowie

in Folge der von der Stadtverordneten-Versammlung zu Remscheid getroffenen Wahl den Eten Gutsbesißer David Pee daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der

tadt Remscheid für die geseßlihe Amtsdauer von se<s

Fahren zu bestätigen.

Der Königliche Ho! legt heute für Jhre Durchlaucht

Dieregierende Fürstin Reuß ältere Linie die Trauer auf vierzehn Tage an. Berlin, den 30. September 1891. Der Ober-Ceremonienmeister : Graf A. Eulenburg.

Finanz-Ministerium.

Die Verwaltung der dur< Pensionirung ihres bisherigen

Wers erledigten Stelle des Königlichen Rentmeisters der

reiskasse zu Ragnit ist dem Kreis-Sekretär Rosenfeld zu «ohannisburg übertragen worden.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten,

Dem Thierarzt von Bo>um-Dolffs zu Wurzen ist die kommissarishe Verwaltung der Kreis-Thierarztstelle des Kreises Kolberg: Körlin, mit dem Amtssigz in Kolberg, über- tragen worden.

Ministerium der geistlihen, Unterrihts- und Medizinal-Angelegenheiten.

_ Dem Gymnasial-Direktor Professor E. M. Wei>er ist ae eon des Gymnasiums in Eisleben übertragen worden.

__ Der ordentlihe Lehrer Dr. Victor Shemmel am Königlichen Realgymnasium zu Berlin ist zum Oberlehrer,

der ordentlihe Lehrer vom Gymnasium in Dramburg

Dr, Hermann Große zum Oberlehrer bei dem Gymnasium ‘in Greifenberg i. Pomm,,

Abends

der ordentlihe Lehrer Dr, Damas am Gymnasium zu Schrimm und ;

der ordentlihe Lehrer am Gymnasium in Eisleben Friedrih Vollheim sind zu Oberlehrern,

der ordentlihe Lehrer am Gymnasium zu Weilburg, Oberlehrer Dr. Paul Primer ist zum etatsmäßigen Ober- S a dem Kaiser - Friedrihs - Gymnasium zu Frank- urt a. V,

der ordentlihe Lehrer vom Gymnasium zu Fulda Albert Wagner zum Oberlehrer bei dem Gymnasium zu Dillenbura, und :

der Titular - Oberlehrer Dr. Stange am Gymnasium zu Minden zum etatêmäßigen Oberlehrer befördert worden.

Die Bejörderung des ordentlichen Lehrers Dr. Schwarß an der Luisenstädtishen Ober-Realshule zu Berlin zum Ober- lehrer an der VI. höheren Bürgershule in Berlin, E

die Beförderung des ordentlichen Lehrers am Gymnasium zu Mühlhausen i./Thüringen, Oberlehrers Dr. Friedrich zum etatsmäßigen Oberlehrer an derselben Anstalt und E

die Beförderung des ordentlihen Lehrers Dr. Heinrich Fran> am Gymnasium zu Dortmund zum Oberlehrer ist genehmigt worden. : i

Am Schullehrer-Seminar zu Köslin is der bisherige Hülfslehrer der Präparanden-Anftalt zu Plathe Doese als Hülfslehrer angestellt worden. E

An dem mit der Königlichen Augustaschule hierselb ver- bundenen Lehrerinnen-Seminar ist die bisherige kommissarische Lehrerin Elisabeth Raffel als ordentliche Lehrerin ange- stellt worden.

Bekanntmachung,

betreffend die Jmmatrikulation auf hiesiger Universität für das Winter-Seme ster 1891/92.

Diejenigen Herren Studirenden, welche si< an hiefiger Universität immatrikuliren lassen wollen, haben sfi< vom 15. Oktober d. J. bis 5. November auf dem Univer- sitäts-:Sekretariat, Verwaltungsgebäude, 1 Treppe ho<, Zimmer Nr. 7, während der Vormittags- stunden von 9—11 Uhr, unter Abgabe ihrer Papiere (Reifezeugniß, Abgangszeugnisse früher besuchter Universitäten und, falls seit Abgang von der leßten Universität mehr als ein Vierteljahr ver- flossen, polizeilihes Führungs-Attest) zu melden, und werden hier die weiteren Weisungen mündlih empfangen. Preußen, welche ein Maturitätszeugniß nicht besien, baben vorher furatoriale Genehmigung zum Studium nachzusuchen und diese mit vorzulegen, Ausländern kann das Vorlegen eines Reifezeugnisses erlassen werden.

Später eintreffende Studirende haben ihre Anmeldung zur Jmmatrikulation sofort nah ihrer Ankunft in Halle (\pätestens 2 Tage nah derselben) vorzu- nehmen und bedürfen zur Jmmatrikulation überdies der be- sonderen Genehmigung des Herrn Universitäts-Kurators.

Halle a. S., am 22. September 1891. |

Der Rektor der Königlihen vereinten Friedrihs- Universität S raus.

Angekommen: Seine Excellenz der Vize-Präsident des Staats-Ministeriums, Staatssekretär des Jnnern Dr. von Boetticher, vom Urlaub.

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 1. Oktober.

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin traf in Begleitung Allerhöchstihrer Mutter und Jhrer Schwester, der Herzogin Adelheid und der rinzessin Feodora zu Schleswig- Holstein, mit den drei ältesten Prinzen gestern Abend um 63, Uhr mittelst Sonderzuges auf der Wildpark-Station Val O begab Sih alsbald zu Wagen na<h dem Neuen

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In Gemäßheit des $. 3 des Gesetzes, betreffend die Landes- gelebgebung von Elsaß-Lothringen, vom 2. Mai 1877, ist dem undesrath die Allgemeine Rechnung über den

| Landeshaushalt von Elsaß-Lothringen für das Etats-

jahr 1887/88 nebst den dazu gehörigen Spezialrehnungen und den Bemerkungen des Rehnungshoses behufs der Entlastung vorgelegt worden.

1891.

Der General-Lieutenant von Holleben, Commandeur ber: L: Garde-Jnfanterie-Division, ist von Urlaub hier wieder eingetroffen.

Der General-Lieutenant Sallbach, General -Jnspecteur der Fuß-Artillerie, ist von Dienstreisen hierher zurüdgekehrt.

_Osnabrü>, 29. September. Gelegentlih seines hiesigen Aufenthaltes besuhte der Reichskanzler von Caprivi in Begleifung der Offiziere seines Regiments au<h das zum Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein gehörige Sta hl- werk Osnabrück. Jn einer Ansprache an den Reichskanzler wies der General-Direktor Haarmann darauf hin, daß auch die MYiänner dec Arbeit treu zu Kaiser und Reich ständen, sowohl im Frieden, wenn der Hammer geshwungen, als au< im Nothfalle, wenn die \{hwielige Faust die Waffe gegen den Feind zu führen gezwungen werde. Er danke dem Kanzler für den dem Georgs - Marien- Verein gewidmeten Besu<h, der offenbar ni<ht nur dem Osnabrü>e.r Werke, sondern gewissermaßen der vaterländischen Arbeit im Allgemeinen gelte. Bezugnehmend auf die am Tage vorher im ehrwürdigen Osnabrüter Friedenssaale ge- sprochenen Worte des Kanzlers, daß es die vornehmste Sorge des Kaijers und seiner Räthe sei, den Frieden zu erhalten, gab er dem Wunsche Ausdru>, daß Gott den Kanzler gesund und gewillt erhalten möge, an der Seite seines Herrn für dieses erhabene Ziel mit Erfolg zu wirken.

Der Reichskanzler sprah, wie wir der „N. A. Z.“ entnehmen, zunächst seinen Dank für die ihm gewordene Ein- ladung aus und bestätigte, anknüpfend an die Worte des Herrn General-Direktors, daß sein Besuch allerdings der deutschen Jndustrie als solcher gelte, welhe er in dem Osna- brü>er Werk vertreten finde. Die Gewerbthätigkeit des Landes könne versichert sein, daß die Regierung stets auf ihre Förderung Bedacht haben werde. Der General-Direktor Haar- mann habe in seiner Begrüßung die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens ausgesprochen. Er seinerseits könne nur versichern, daß es der Wunsch Seiner Majestät des Kaisers sowie sein Wunsch sei, diese Hoffaung zu verwirklihen. Er gab sodann seiner besonderen Freude darüber Ausdru>, daß au< seine Kameraden vom Regiment zugegen seien. Naturgemäß ständen ja die Herren Offiziere in ihren Neigungen etwas anders zu der Friedensfrage, denn erst im Kriege finde der Offizier dasjenige, was er im Frieden erstrebe, die Bewährung seiner Tüchtigkeit. Die Jndustrie degegen wirke in erster Linie im Frieden zum Gedeihen des Vaterlandes, und wo die deutsche Arbeit mit der Bethätigung der Vaterlandsliebe so zusammengehe, wie er es nach seinen heutigen Eindrü>en bei dem Besuche des Osnabrücker Werkes empfunden habe, da dürfe man die Hoffnung auf eine gute Zukunft wohl als berechtigt ansehen. Er fuhr dann, zu dem General-Direktor Haarmann gewandt, etwa wie folgt, fort: „Die Regierung ist im Begriff, durch neue Handelsverträge der Jndustrie entgegenzukommen. Die- selben werden dem deutshen Gewerbe nüglich sein, nur glaube ih, daß daran von einigen Seiten zu große Hoffnungen geknüpft werden. Es ist- eben niht Alles auf einmal zu erreichen, und wie shwierig es ijt, die Jnteresser: der gesammten Judustrie zu vereinigen, das werden Sie, Herr General-Direktor, besser beurtheilen als ih. Sie gebrauchten bei Jhren Erläuterungen auf unserem Gange bezüglih der Lage der Jndustrie vorhin die Worte: „Himmelho<h jauchzend, zu Tode betrübt.“ Es giebt bessere Zeiten, es giebt shlechtere Zeiten; fie müssen ge- nommen werden, wie sie kommen. Jh weise hinsihtlih der Schwierigkeiten, alle Jnteressen zu vereinigen, nur darauf hin, daß wir eine Großindustrie haben, daß eine Kleinindustrie besteht, und daneben eine Hausindustrie, überhaupt sehr verschiedene Arten der Gewerbthätigkeit, deren Jnteressen nit unter allen Um- ständen übereinstimmen. Wesentlich ist ader die Ueberein- stimmung darin, daß an Kaiser und Reih festgehalten wird.“ Der Reichskanzler bemerkte darauf no<: ein Reich sei nur so lange berechtigt zu bestehen, als es zu bestehen sih würdig erweise, und die Bethätigung dieser Berechtigung ruhe vor Allem in der Arbeit, dur<h welhe man bestrebt sein müsse, das Wohl des Vaterlandes zu fördern. Darüber, daß dieses Bestreben ihm in den Leistungen des Osnabrüer Werkes überall entgegengetreten sei, habe er si<h besonders

efreut. Der Reichskanzler {loß seine Rede mit einem Trink- pruch auf die Arbeiter und Beamten des Vereins, indem er fein Hoch allen Denjenigen widmete, welche, sei es mit dem Kopfe, sei es mit der Hand, für das Blühen des Unter- nehmens wirkten.

Kassel, 1. Oktober. Jn der gestrigen Versammlung des Evangelischen Bundes os dem „W. T. B.“ zufolge Professor Kawerau-Kiel über >4s Verhalten der römischen und der evangelishen Kirche zuy“ Staat. Abends fand eine ‘große AORES Ra statt, wobei die Professoren Beyschlag-Halle,

n>en-Gießen und Hofprediger Rogge Ansprachen hielten.

Bayern.

München, 30. September. Aus Anlaß des Namens- festes Seiner Majestät des Königs Otto waren heute die