1891 / 244 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

osition. Wildberger el beantragten Kom- über den Konflikt niht er- sozialistishen Abgeordneten nicht die ihm Mittheilung von den Thatsa lugblatte der Opposition lieder der Opposition seien bereit, Fischer—Berlin warf der e Tendenzen vor, die erwiesen seien. f Seitens der Opposition, verlangte der Redaktion desselben der gesammte Vorstand n werden müsse. 16. Oktober. (W. T. B.) Bei der heutigen Neuwahl eines Ober-Bürgermeisters wurden tigten 105 Stimmen abgegeben, Amtmann B e> (Rastatt) 93 Stimmen.

(W. T. B.) Jn der heutigen bgeordnetenhauses richteten die Abgg. Sokol n eine Jaterpellation an den Minister-Präsi- n des Vorgehens der Prager Polizei bei zlinsb: sondere beshwerten polizeilichen Verbots Besucher aus slavischen Ländern, darunter Der Abg. Vasaty führte Beschwerde wegen czehisher Sprache gehal- Protokoll. Der Präsident haltene Reden könnten in [le aufgenommen werden. 16. Oktober. (W. T. B.) Nah stern Vormittag unter den auf Stadtgebiet Reichen- faß aus Eisenble< Sprengstoffe, Stü>en und in Patronen, Schwarz- befanden, ferner eine Weißbleth- 76 mm im Dur<hmesser, vollständig sowie mit einer am Zündschnur montirt. stoffe, sowie die Emballage uten auf eine längere Ver- igen Fundort jedenfalls es lge der vielseitigen Hausdurhsuchungen

(W. T. B.) Der Bundesrath der vier neu fkreirten A Feiß, Wieland und Bleuler g üb:r den Ankauf

5 Werner—Berlin die Haltung der er werde vor der Entscheidung wolle die

auf dem Bahnhof zu Wilhelms- zugestoßen, \{hreibt man der Bahnhof kaum ver- der ihn {wer ver- kenhause gebraht,

bahnlinien-Kommissar in Altona, Hamburg und Harburg, A. R. C.“ : Der Major gerieth, nahdem er den unter einen heranbrausenden Eisenbahnzug, leßte. Der Unglü>kliche wurde nah woselb ihm der re<te \{<weren Verleßungen dem Unglücksfall wie Bahnhof über das G zwei Züge von entgegengese

er au dies Concert mit dem \<ören,

tadelloser Sauberkeit edeutenden te<hnishen Schwierigkeiten der Künstler zugleich einen weichen,

sehr verständnißvolle Vortrag8weise, Unrukbe bemerken läßt. An betheiligten si< no< die Herren Bleuer, D Andersen, Klimm und Mahn Orchesters. Der Pianist brachte die erwähnten Vorzüge < in der fünften Fuge des „wohltemperirten Kla- sowie einer Gavotte und der Ouverture (arrangirt vom Concertgeber) vortreffli< 8 gilt von der Ausführung der Beethoven- an der Herr Bleuer sih sehr wirk- <luß no<h vorgetragenen Klavier- Schumann und der Polonaise von

burg, zwisben <herer Beherr mission zur dieses Werkes verbindet - ihen Anschlag und eine die nur zuweilen eine gewisse

gelungenen Ausführung

lassen batte, f demallgemeinen Kran

sofort amputirt wurde. Kopfe hat Major Clüver den Herg folgt mittheilen können: eleise; als ih mi auf demselben befand, kamen seßten Richtungen daher. U ¡wishen das Gelei faßt, überfahren und verwundet.“ E für den Kranken zu befürchten sein.

Zum Besten der Berliner Allg. Ztg.* zufolge, in den Konf 5. und 6 November in d Verkauf veranstaltet. thätige Mithülfe, Geflügel, Kuchen, eingema i und sonstigen praktishen Gegenständen, theiligung am Kauf, gebeten. Die Sen Centralbureau der Berliner Stadtmission, an Fräulein von Dedenroth, W. Schellingstr. 12.

Nachdem das Gesuch de Berlin um Ueberlassung eine für eine Kir he von den \täd hat die Gemei ein Gesu an Seine Maie

Die Fagça i meldet, augenbli>li< mit eine aus die shadhaften Stellen des

Zwei neue Krankenhaus- Anlagen der Stadt Berlin

ihrer Eröffnung entgegen: <tenberg und die Irrenanstalt | feiner Vollendung no< näher als en im Rohbau fertig geworden ist. Beide Bauten ihre Thurmaufsätze weithin bemerkbar.

F. Rothliy, Großuhrerfabrik,

hätten, welhe in dem F wesen seien. A aus der Partei aus Opposition anarhistis Auer forderte jedo, daß zu der Partei zugezoge

Mannheim,

der im Ganzen sehr

< ging auf dem Alle Mitg

Roßmann, hns, Mitglieder des Phi!-

harmonis<hen seines Spiels no viers* von Bach (D-dur), zur 21 Cantate von Bach zur Geltung. \hen C-moll-Sonate mit Violine, sam betheiligte, und von d süden, den Nachtfiüdken von

wurde aber s soll das Schlimmste

Ma E Stadtmission wird, der „N.

sâlen des Anhalter Bahnhofs en Stunden von 11 bis 4 Uhr ein der Stadtmission sind um ihre ur< Einsendung von Gaben, Wild, <ten und frishen Früchten 2c.,

wie au< dur dungen sind zu richten an das SW. JIohanniétish 6, oder

118 Wahlbere davon entfielen

auf den Ober- selbe ist somit

Armensachen 16. Oktober.

igen Sonnabend im

Sn der Vorstelunz der „Räuber“ am mo orcherdt vom Stadt-

Königlichen Shauspielhau Theater in Leipzig als Franz Vollmer giebt an dies des Lustspiels „Woblt abend der nächsten Woche stattfinden. Sm Königlichen Overnhau am Mittwoch zum ersten Male die [ rusticana“ in Scene. Beschäftigt sind darin die Rothauser und Staudigl, die Lindner vom Königlichen Sh

die Katastrophe mittheilerden Bäuerin llmeister Weingartner leitet die Einstudirun ion ist na< einem Entwurf des Hofmalers Der Oper voraus geht die mytho- mit der Musik von Beethoven. „Prometheus“, Fräulein dell’Era

ten Seine Hoheit der Erktprinz

se seßt Herr Moor sein Gastspiel fort. den Pater. Die erste Vorstellung hâtige Frauen“ von L'Arronge wird am Sonn-

und Genosse denten wege dem Empfange der-Ausstellungsbesucher si< die Jnterpella dessEmpfanges aus Rußland. | der Nichtaufnahme seiner gestern in tenen Rede in das stenographische erklärte, nur in deutsher Sprache ge die stenographischen Protoko Reichenberg i. B authentisher Mittheilung wurde ge Traversen der shwarzen Brü>ke berg von

r amerikanis<hen Gemeinde in nten wegen des

Theils des Lütßowplaßes als Bauplaß tischen Behörden abschläglih beschieden „Vos. Ztg. * zufolge, beschlossen, stät den Kaiser einzureichen.

de des Domes wird, wie die „Staatsb.-Ztg.“ m Leitergerüst bekleidet, von welchem Kalkpuyzes ausgebessert werden sollen.

se geht, wie \&>on angekündigt, Mascagni’s<he Oper „Cavalleria Damen Sucher,

Herren Sylva und Beh. auspielbause wird, um die tragische

wörden ist,

übernehmen. g des Werks, Herrn Pro-

Rolle der Het r Kape

fessor Hertel hergestellt worden. logische Tanzdichtung „Prometheus“ Herr Glasemann is Darsteller des Darstellerin der „Pandora“.

äm Wallner-Theater beehr ine Königliche Hoheit die Erbprinzessin Königliche Hoheit

gehen, hiesigen Blôttern Kuhhirten

Krankenhaus für Epileptische zu Kaulsdorf. leßteres, das soecb machen si< dur

H H. Ernft, in Firma C.

Berlin 8., Brandenburgstraße dd, \<reibt der „Voss. Zt theilung, daß das Glo>enspiel an der Uhr kirhe dur< holländische hierher berufen word lih. Die Het stellung remder Meister nur dur< ihn bewirkt worden, sei der Auftrag dazu ertheilt gewesen.

Graf Joachim Pfeil, welcher für heute A in der Deutschen Kolonial-Gesellschaft ( im Arcitektenhause zugesagt hatte, Stelle wird der Afrikareisende Herr Paul und die angrenzenden Länder sprechen.

Der Verein ehemaliger Kameraden vom Regiment am Sonnabend,

Restaurant Belvédè:e Stralauer

verschiedene

als Dynamit in losen pulver und Zündschnüre büchse, 120 mm hoh und als Bombe mit Dynamit geladen, euershwamm ver] enheit der Spreng eigen älteren Ursprung und de wahrung hin; sie sind in neuerer Zeit in Fo gebraht worden. Bern, 16. Oktober.

hat zu Commandeuren Corps die Obersten Ceresole, ernannt. Die Volksabstimmun der Centralbahn wurde auf den 6. Dezember d. J. an-

(W. T. B.) wird der Kriegs-Minister zur Eröffnung tssession von der Kammer Einberufung E aus den Jahrgängen von 1885, en. Die Einberufenen in Stärke Beverloo im Januar während agen si< mit der Handhabung

und Ihre

Montpensier nebst Gefolge die gest Amt VI1* mit ihrem Besu.

Im Belle-Allianc Nahmiitags 3# Uhr, die erste tend ermäßigten Preisen statt. durhweg glänzender männ<hen* von Oscar Klein, Sonnabend, 74 Uhr, findet in der das Concert der Pianistin Fräulei armonishe Orchester un

Prinzessin von rige Vorstellung von „Telephon-

Ende mit

e-Theater findet morgen, Sonnabend, Die Bescha

diesjährige Kindervorstellung zu bedeu- Zur Aufführung gelangt mit neuer komödie „Die Heinzel-

Parochial- 8 zu diesem Zwc> derhergestellt sein soll, sei irrthüm- e Hinzuziehvng und nur dem Ge-

Meister, welche eigen ) en seien, wie auf den je

Aus\tattung die Märchen [ des Glodenspiels sei vielmehr ohn

Musik von Fr. Volbach. Sing-Akademie n Magda Eisele statt, in welhem ter Leitung des Herrn Ruv. Herfurth Am Sonntag Nachmittag 64 Uhr findet im Kroll’ sen Volksunterhaltungs * Abend Magdalene und Bernhard Der Baritonist 20. Oktober in der Lieder-Abend außer den bereits be- Loreley“ und drei Kom- anz leise“ und „Lo>ung“

bend einen Vortrag Abtheilung Be1lin) ist daran verhindert. Reichard über Uh ehe

mitwiikt.

Sinsheimer ihre Mitwirkung zugesagt haben. Herr Adolf Schulze wird in f Sing-Akademie statifindenden kannt gegebenen Werken Aug. Bungert's , positionen von Hans Sommer, „Nachts“, „G zu Gehör bringen.

Brüssel, Dem Ver-

nehmen nah

Alexander der Parlamen

17. d. M, Abends 9 Uhr, im

Brü>ke ab. Milizklassen, und zwar

1886 und 1887 beanspruche von 23 000 Mann sollen in einer Zeitdauer von zwölf T der neuen Jnfanteriewaffe vertraut machen.

An den ersten beiden, vom s{hönsten Wetter begünstigten dem 13. und 14. d. der Kaiser und König in der Schorfhaide 1 A<hter und 1 Schausler.

Jagdtagen erlegten Seine Majestät

2 Vierzehner, 6 Zwölfer, 1 Zehner,

Maunigfaltiges.

Ueber den Unglüd>sfall, wel<her, wie gestern erwähnt, dem Major Clüver, à la suite des Infanterie-Regiments von Horn und Eisen-

Nach S@&luß der Redaktion eingegangene Depeschen.

(W. T. B.) Jn der heutigen ten Auerbah— r—Berlin und

Erfurt, 16. Oktober. : des Sozialistentages vertheidig Magdeburg, Dr. Lux—Magdedburg,

(Fortsezung des Nichtamilichen in der Ersten Beilage.)

Wildberge

S O E E E S O D R M ee E E E A

Belle-Alliance-Theater. Sonnabend: Zum 79. Male mit dur<weg neuer glänzender Ausstattung an Dekorationen, Koftümen, fiten, Beleutungs8effecten 2c. Großes Ausftattungs- (7 Bildern) von Ernft Niedt. Rennen auf

Anfang 7+ Uhr. Nachmittags 3# Uhr :

Circus Renz. Sonnabend, Abends 74 Uhr : Gala- goland, oder : Ebbe und Fluth“, Ausstattungs-Pantomime in 2 2 al:-Tänzen (60 Damen), Aufzügen 2c. Bootfahrten , t allerlei n 2c., arrangirt

Geschwister Johnson. Swluß- rande Fontaine Lumineuse, in einer mehr denn 80 Fuß ausftrahlend. Außer- dem: Schulpferd Solon, ger. von F 6 Trakehner Ravphengste, zusamwmerc dressirt und

8 Herren. 6 Gladiatoren. fl. Trapez. Auftreten Marie Chiarini,

Schauspielhaus. 219. Vorstellung. Die Räuber. Schauspiel in 5 Aufzügen von Sch Hr. Borwerdt, vom Stadt-Theater in Leipzig, als Gast.) Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Opernhaus. Keine Vorstellung.

9. Symphonie- Abend der Königlichen Kapelle. An-

Keine Vorstellung.

Deutsches Theater. Sonnabend: Zum 1. Male: Das goldene Buch. Schauspiel in 3 Aufzügen von Franz v. Sönthan.

Sorntag: Das goldene Buch.

Montag : Faust.

Wetterbericht vom 16. Oktober,

Morgens 8 Uhr. Vorstellung. „Auf Hel

gr. bydrologishe lungen mit Nation Dampfsis; - i Riesenfontänen mi

Ballets, Waffen-Requi- ung-Deutschlaud

m 6. Bilde: Wirk-

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeressp red. in Millim

Wasserfällen,

ti j x Stationen fang 72 Ubr

Shauspielbaus.

Temperatur in ® Celsius

M O O r od O O O C, =— 4°R.

\{wimmerinnen drei Zu bedeutend ermäßigten | Tableau: G Erste Kinder - Nachmittags - Vorstellung.

Mâärchen-Komödie mit

Mullaghmore Aberdeen .. . | Christiansund | Kopenhagen . Sto>tholm .

t.Petersburg

„Die Heinzelmäunchen.

Gesang und Tanz von Oscar Klein. e vorgef. vva Hrn. Fr

quadrille, geritten von Sisters Lawrorence am der Reitkünstlerinnen Frls, Adele u. M ünstler Herren Fascio und Felix Komishe Intermezzos von sämmtl.

Nam. 4 Uhr (ein

pru pk

Adolph Ernst-Theater. Sonnabend: Zum 47. Male: Der große Prophet. Gesangsposse in 4 Akten von Leon Treptow. Couplets von Gustav Görß. Musik von Gustav Steffens. ständig neuen Kostümen. find aus dem Atelier

Anfang 7# Uhr. Sonntag: Dieselbe Vorftellung.

sowie der Reitk Chiarini 2c.

Mit voll- Die neuen Dekorationen Wagner und seßt von Adolph Ernst.

Berliner Theater. Sonnabend: Zum 1. Male: Die Bluthochzeit.

Sonntag: Nachm. 24 Uhr: Ein Tropfen Gift. Abends 74 Uhr: Die Bluthochzeit.

Cork, Queens-

S Anfang 7 Uhr. es A

Sonntag: 2 Vorstellungen. i i Kind frei): „Aschenbrödel“ (Ballet: Frühlingsreigen, Walzer). Abends 7j Uhr:

der Herren

2 wolkenlos „Auf Helgoland“.

2'woikenlos 2|\wolkenlos 3\wolkealos |

amburg | winemünde |

essing - Theater. Sonnabend: D ll Neufahrwasser. Lessi g h onnaben er Fa

Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas und A. d’Artois. Arfana 74 Ubr.

Eine Geldheirath. 3 Akten von Gustav S<hwarzkopf und C. Karlweis.

R, Familien-Nachrichten. Verlobt: Frl. Emmy von Puttkame Lieut. Friy Guradze von Gersdo!1ff

Thomas-Theater. Emil Thomas. mit vollständig neuer Ausstattung: ofe in 3 Akten Musik von

Fakobftraße Sonnabend :

Schauspiel in 19 Male, Mädcheuschule. (4 Bildern) von Alexander B Louis Gregh. Frei bearbeitet von Richard Genée. vom Direktor Emil Thomas.

Sonntag: Herr und Frau Doktor. in 4 Akten von H Präsident. Lustspiel in 1 Akt von W. Kläger. Anfang 7# Uhr.

(Gnesen). Frl. Hrn. Pastor Ernst Metenthin (Strehlen—Wabnit, Kreis Dels). Verehelicht: Heinemann mit Frl. Mar Hr. Kreié-

Karlsruhe . 3 Vaudeville -

Wiesbaden . Chemniß L

till halb bed.

Wallner-Theater. Sonnabend: Zum 10. Male: Telephon - Amt VIALI. 3 ütten von Antony Mars und Maurice Desvallières. Deutih pon Herm. Hirschel. ‘Unfang 74 Uhr

Sonntag und Montag:

In Vorbereitung: Gewagte Mittel. Lastspiel in 3 Akten von Francis Stabl. geshi<ten. Pcfse in 1 Aft von Jul. Freund.

Prem. - Lieut. ie von Gerlah (Mönch- Schulinspektor Waschow <arfff (Rosenberg O -S.)

Emil von Hinüber mit Mary Haddenhausen (Büte- Hr. Christoph Graf Vißthum v. Edstaedt mit Elisabeth Gräfin Harra (Tiefhart manns-

Ein Sohn: Hern. Gymnasiallehrer

Hun. Landrath Guenther von Hrn. Gymnasiallehrer

Hen, Landrath von

Liebermann (Bersenbrü>.) Eine Tochter:

von Shhi>fus (Rankau).

Frl, Constanze von Thun (Carls-

In Scene geseß1

1 wolkenlos

2 wolkenlos Posse mit Gesang

motschelniß). mit Frl. A Landrichter Freiin von

Musik von Goaston ‘Telephon-Amt VILI.

Bres!au .…. 2 wolkenlos |

2 halb bed. dem Bussche- till [wolkenlos

Uebersicht der Witterung. Ein neues tiefes Minimum ift über Irland er- er JIrisben See shweren Süd- castle stürmischen Westsüdwest verursa<t; au sür das südlihe Nordsecgebiet ift unruhige Witterung wahrs<heinli<. In Deuts(land ift das Wetter rubig, heiter und mild. An der west- deutschen Küste, stellenweise au< im weftdeutschen Binnerlande ist Regen gefallen; in Hamburg, Kiel und Swinemünde au in Begleitung von Gewitter- ersheinungen. Rochespoint meldet 21 mm Regen. Deutsche Seewarte.

eater-Anzeigen.

Königliche Schauspiele. Sonnabend : Dpern- baus. 210. Vorstelluna. Lohengrin. Romantis(he Oper in 3 Akten von Richard Wagner. geseßt vom Ober - Regisseur Kapellmeister Weingartner.

Vorher: Sport- Concerte.

Sing - Akademie. Sonnabend, Abends 7# Uhr:

Concert der Pianistin Magda harmonis<he Orchester.

Geboren! JúIoney (Brieg). Klizing (Striegau). Dr Treutler (Guben).

schienen, wel<hes in d e L s

Friecdrih - Wilhelmfslädtishes Theater.

Sonnabend ; Der Vogelhändler. Operette in 3 Akten

voa West und Held. Hr. Binder.

Anfang 7 Uhr.

E Der Vogelhänudler.

Eisele mit dem Phil-

Musik von C. Zeller. Regie: Rud. Herfurcth.) Dirigent: Hr. Kapellmeister Karpa. Gestorben:

Sonnabend: ruhe O.-S.).

Concert-Haus. Concert. Vorfeier des Geburtstages Sr. Majestät weiland Kaiser Friedri<h's I1IL | Bach-SHounod. „Trauermars<“ v. Chopin. „Largo“ v. Händel. Anfang 7# Uhr.

„Ave Maria“ von

Residenz-Theater. Direktion : Sigmund Lauten- berg. Sonnabend: Zum 18. M.: Besuch na der Hochzeit. Lustspiel in 1 Akt von Alexander Dumas. Deuts von Paul Blo>. In Scene Sigmund Lautenburg. Hierauf, zum 18. Dreicn der Glüctlichste. S<wank in 3 Akten von Labihe und Gondinet. Anfang 7# Uhr.

Redacteur: Dr. H. K

Berlin: ——— Verlag der E

lee, Direktor.

rpedition (Scholz). Dru> der Norddeutschen Buchdru>kerei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Fünf Beilagen (eins<ließli< Börsen - Beilage).

Urania, Anftalt für volksthümliche Naturkunde,

Am Landes - Ausstellungs - Park (Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 12—11 Uhr. Täglich Vorstellung im

Regie: Emil Lessing. Sonntag v. folg. Tage: Dieselbe Vorstellung.

n Suda ses FPUE

orge S

wisienshaftlihen Theater. Näheres die Anschlag:

Tetlaf}f. Dirigent : Anfang 7 Uhr.

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Slaais-Anzeiger.

Die Versicherungspfliht der Hausgewerbetreibenden.

In der Revisionssißung des Reihs-Versicherungsamts, Abtheilung für Fnvaliditäts- und Altersversicherung, wel<he am 15. Oktober 1891 unter Vorsiß des Präsidenten Dr. Boediker abgehalten wurde, hat < das Reichs: Versicherungsamt in mehreren Entscheidungen über die Auslegung des Begriffs der Hausgewerbetreibenden im Sinne des $. 2 des Invaliditäts- und Altersversicherungsgeseßes vom 22. Juni 1889 ausgesprochen. Aus dieser Verhandlung, an welcher als Beisißer der Spruhkammer der Königlih bayerisce Bevoll- mächtigte zum Bundesrath Landmann, der Königlih preußische Kammergerihts-Rath Freys{<midt und die Mitglieder des Reihs- Versicherungsamts Dr. Kaufmann und Friedensburg, der Vertreter der Arbeitgeber Graf Beißel von Gymnih und der Vertreter der Arbeiter Kasche mitwirkten und zu welcher au<h die Staats- Kommissarien Geheimer Regierungs-Rath Stier (Weimar) und Regierungs-Rath von Sybel (Berlin) erschienen waren, heben wir das Folgende hervor.

Es handelte sich zunächst um die Entscheidung der Frage, ob zwei Rentenanwärter, wel<he in Berlin als Hauswebec thätig sind, zu den unselbständigen Heimarbeitern oder zu den selbständigen Hausgewerbe- treibenden im Sinne des $. 2 a. a. O zu rehnen seien. Beide Personen waren seit einer langen Reihe von Jahren in ihrer Behausung an ihnen eigenthümlih gehörenden Webstühlen für bestimmte Auftrag-

eber mit Weben gegen Stü>klohn beschäftigt gewesen. Einer dieser

eber war bei seiner Arbeit von seinen Kindern unterstüßt worden. Der Andere, welcher allein wohnt, is seit Jahren Mitglied der hiesigen Weberinnung. Beide Personen waren weder bei Durchführung der Kranken-, no< au<h der Unfallversicherung als Arbeiter der betreffenden Auftraggeber (Kaufleute) behandelt worden. Eine weitere Revisionssahe betraf eine von einem hiesigen umfang- reichen Konfektionsgeshäft mit Anfertigung von Damen- mänteln 2c. in ihrer Wohnung be <âftigte Schneiderin. Diese erhielt die Stoffe Seitens des Geschäfts, {nitt jedo<h Mäntel 2c. selbst zu und stellte sie fertig; sie wurde bei der Arbeit von ihrer Tochter unterstüßt und hielt si< ihrer gewerblichen Thätigkeit wegen eine über die gewöhnlihe Lebenshaltung der Pecsonen ihres Standes hinaus- gehende größere Wohnung. Bestimmte Kündigungsfristen waren in den vorgenannten Fällen zwischen den Beschäftigten und den auf- traggebenden Firmen nicht vereinbart worden. Das Schiedsgericht hatte in diesen Fällen jedesmal die betreffenden Personen als versi{e- rungspflihtig und rentenberehtigt angesehen.

Das Reihs-Versiherungsamt hat die Urtheile des Schiedsgerichts aufgehoben und den Rentenanwärtern die Altersrente aberkannt, weil es sih um selbständige Hausgewerbetreibende handle. Bei Publi- kation der Entscheidung8gründe wurde von dem Vorsitzenden des Gerichts- hofes auf die großen S<wierigkeiten hingewiesen, welche die Unterscheidung der unselbständigen Heimarbeiter von den selbständigen Hausgewerbetreibenden der Praxis bietet. Das Reichs - Versicherungsamt habe eins der wesentlihen Kriterien für die vom Geseßgeber betonte Selbständigkeit" der Haus- gewerbetreibenden in der persönlichen Unabhängigkeit derselben gefunden. In der eigenen Werkstatt sei der Beschäftigte alleiniger Herr, der den Beginn und das Ende, den Umfang und die Reihenfolge der Arbeit selbst bestimme, der frei sei in der Annahme von Gehülfen, in der Benußung eigener Geräthe und Stoffe oder wenigstens Hülfsstoffe. Er könne si< für mehrere Arbeitgeber beschäftigen und nebenbei für eigene Re<nung arbeiten. Ihm bleibe vor Allem die Geshlossenheit des Familienlebens. Dadurch unterscheide si< der Hausgewerbetreibende wesentli<h von dem in der Fabrik oder Werkstatt eines Handwerksmeisters thätigen Arbeiter. Bei Prüfung des Einzelfalls sei de8halb das Maß der dem einzelnen Bescbäftigten zustehenden persönlihen Unabhängigkeit in erster Linie festzustellen. Sodann sei aber in Betracht zu ziehen die historishe Entwi>kelung, welhe an den einzelnen Orten der betreffende Gewerbezweig genommen habe, und darauf hinzuweisen, daß in Berlin die Weberei und die Konfektionsbranhe unbedenkli<h gewohnheits- mäßig von Hausgewerbetreibenden in ihrer eigenen Wohnung betrieben zu werden pflegten, Was insbefondere die Weberei anlange, \o sei fie ein sprehendes Beispiel der Hausindustrie fast überall in Deutsch- land, so zwar, daß zahlreihe Personen dieselbe mit ihren Familien theils als Hauptberuf, theils als Nebengewerbe betrieben. Lehteres geschehe selbst von spannhaltenden Landwirthen, die im Winter die Arbeitskraft ihrer Kne<te oder Mägde, die Spulkraft ihrer Kinder verwertheten. Eine Scheidung unter den Hauswebern sei hier {wer mögli<, wenn es auh< nit ausgeshlossen sei, daß im einzelnen Falle ein Hausweber unselbständiger Lohnarbeiter sei. Wenn endlich auf den verwandten Gebieten der Kranken- und Unfall- versicherung die drei gedahten Rentenanwärter nicht als Arbeiter be- handelt worden seien, so fei au<h dies ein Umstand, der beachtens- werth sei. Es würde mißlih sein, auf dem verwandten Gebiete der Invaliditäts- und Altersversiherung dieselben anders zu behandeln. Veberbaupt sei es sozialpolitis< nicht erwünscht, den Stand der unselbständigen Arbeiter auf Kosten des Standes der selbständigen Gewerbetreibenden ohne Noth zu vermehren und demna die mehr-

edachten Hausweber, welche fich bisher in Folge ihrer gewerblichen Zelbständigkeit zu Innungen vereinigen durften, nunmehr indirekt dieses Rechts für verlustig zu erklären ($. 100 der Gewerbeordnung).

In zwei weiteren Revisionsfällen, welhe die Thüringische Versicherungsanstalt betrafen und in welchen Rentenanspcüche eines [. g. Hausweifers (Garnhaspelers) und einer Handshuhknopfnäherin in Frage kamen, erschiènen die thatsä<hlichen Festitellungen, welche das Sieds- geriht seiner Annahme, daß die betreffenden Personen unselbständige Außenarbeiter, deshalb rentenbere>tigt seien, zu Grunde gelegt hatte, dem Gerichtshofe niht hinreihend, sodaß beide Urtheile ebenfalls aufgehoben und die Sachen an das Stiedsgericht zurü>kverwiesen wurden. Dabei wurde ausgesprochen, daß der vom Schiedsgericht für entscheidend erahtete Umstand, daß die Rentenanwärter thatsächli< lange Jahre hindur bei einem und demselben Arbeitgeber beschäftigt waren, nicht gegen die Eigenschaft der Rentenanwärter als selbständige Gewerbetreibende sprehe. Es sei vielmehr dies Verhältniß mit dem Begriffe des Hausgewerbetreibenden wohl vereinbar, und sei es an Plâten mit lan jbriger Hausindustrie gar nicht selten, daß der ein- zelne Auftraggeber über einen treuen Stamm von Pagtgemete treibenden versüge, ohne daß eine re<tlihe Gehundenheit zwischen ibm und den Hausgewerbetreibenden bestehe. Vou einem sogenannten detachirten Heimarbeiter, der nicht selbständiger Hausgewerbetreibender sei, werde man schon eher sprehen können, wenn die Detachirung aus aufálligen Gründen (wegen Raummangels, starken Arbeitandrangs) stattfinde, weniger aber dann, wenn die Klasse der Arbeiter Überhaupt nie oder fast nie in dem Betricbslokale des Arbeitgebers arbeite, wenn seit Generationen die Arbeit im eigenen Hause geleistet werde. Dabei sei es denn au<h von besonderer Bedeutung, wenn die Arbeit eine so einfahe sei, daß die ganze Familie einschließlich der alters\<wa<hen Personen und der Kinder dieselbe fertigstelle, wenn guf diese Weise die leyte und die erstbeginnende Arbeitskraft des Menschen verwerthet und fern von der Aufsicht und Disziplin dessen, für den („zu* dem) gearbeitet werde, in unbestimmter Zeit das Werk fertig gestellt, wenn mit jedem fertigen Werk das Verhältni zum Auftraggeber abgebrochen, mit jedem neuen Werk das Verbältni von Neuem angen werde. Wenn das Geseß dem Bundesrath das Recht gegeben habe, die Versicherungspflicht auf Hausgewerbetreibende auszudehnen, so dürfe diesem Rechte Seitens des Reichs-Versicherungs-

Berlin, Freitag, den 16. Oktober

amts um so weniger vorgegriffen werden, als es sehr \{<wierig sei, die Beitragszahlung für die Hausgewerbetreibenden mit ihrer Ungebun- denheit in der Arbeitszeit und in der gleihzeitigen Arbeit für mehrere Arbeitgeber zu regeln. Wie viele und wel<he Marken follen verwendet werden, wenn ein Hausweber 2c. Wochen und Monate an einem Stü>k und gleichzeitig für Mehrere arbeitet? Die Zusprehung der Altersrente für die Einen zieht die Verpflichtung zur Beitrag8zahlung für alle in gleiher Lage Befindlichen nah sich.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Hebung des Mittelstandes

hat si gestern hier ein „Bund“ konstituirt, dessen Ziele aus fol- genden Bestimmungen der Satzungen ersihtli< sind: Der Bund stellt ih die Aufgabe „die wirthschaftlihe Lage der selbständigen Handwerksmeister und kleinen Gewerbtreibenden dur< Einwirkung auf die Gesetzgebung und dur Selbsthülfe zu heben und das Nationalbewußtsein des deuts<hen Mittelstandes zu stärken“. Diese Ziele will der Bund erreihen „dur ener- gishe Agitation für die Aenderung der Konkursordnung, für Beseitigung oder wesentlihe Einschränkung der Zuchthaus- arbeit, Einschränkung des Hausirhandels, Aenderung des Submissionswesens und Einschränkung der Gewerbefreiheit.“ Der Bund plant ferner die Gründung von Genossenschaften zur Anschaffung billiger Robprodukte, von Handwerkszeug u. dgl., er will seine Mit- glieder über Kreditsuhende informiren und Rechtshülfe in Prozeß- sahen gewähren. Mitglied des Bundes kann jeder selbständige deutsche Handwerker und Gewerbtreibende werden, der si< im Besiß der bürgerlihen Ehrenrechte befindet und si verpflihtet, die gemein- samen Interessen des Bundes zu fördern.

Armenwesen deuts<her Städte.

Die Armenverwaltung von Dortmund, an deren Spitze der Bürgermeister Arne>e steht, bezeihnet ihre Rechnungsergebnisse für 1890/91 wiederum als günstig. Die definitiv geleisteten Aus- Hd für Armenzwe>e betragen eins<ließli<h der Verwaltungs- osten 197132 M, d. i. auf den Kopf der Bevölkerung 2 M 20 4, (70 S weniger als 1885.) Die offene Armen- vflege kostete 90071 M die Armenpflege in geschlossenen Anstalten Dortmunds 43 076 4, die Armenpflege in gewissen Dort- munder und in auswärtigen Anstalten, sowie in anderen Armen- verbänden 84559 # „Im laufenden Jahre wird sih in Folge der hohen Lebensmittelpreise und Miethen eine Steigerung der Ausgaben nit vermeiden lassen.“ Das Elberfelder System ift seit 1874 ein- geführt. Die letztjährige Gesammtausgabe der städtischen Armen- pflege in Elberfeld betrug 635 000 #, wovon 425 000 6 dur Gemeindesteuer zu deken waren. Davon entfallen auf den Kopf der Be- völkerung 3,46 6 gegen 3,34 4 im Vorjahre. Es wurden im Ganzen 4978 Personen unterstüßt.

Rentengüter.

_Im Rybniker Kreise sollen dem „Oberschlesishen Anzeiger“ zufolge zwei Güter, das Freigut Smollna, diht bei der Stadt Rybnik ge- legen, und das Rittergut Pohlom bei Loslau im Wege der Renten- gutsbildung unter Leitung und Vermittelung der Königlichen General- Kommission zu Breslau parzellirt werden.

Ein Haushaltungs- und Kochunterricht ist in der Volks\<hule in Karlsruhe am 3. Oktober eröffnet worden. Die von etwa 600 Volks\{hullehrern besu<hte Jahres- versammlung des badischen Lehrervereins in Offenburg nahm die Mittheilung der Karlsruher Kollegen hiervon mit großem Interesse entgegen und sprah si< allgemein für die Förderung dieses Unter- rihtszweiges, als im Interesse der Volkswohlfahrt liegend, aus.

Aauswirths<hafts-Schule.

Der Verein für Volkswohl in Schönebe> hat, wie die «Magdb. Ztg.“ meldet, in seiner leßten Versammlung beschlossen, mit der Errichtung einer Hauswirths<haft3-Schule baldigst vorzugehen. In erster Linie sollen Töchter von Arbeitnehmern, die Mitglieder des Vereins sind, dabei berü>sihtigt werden.

Zur Arbeiterbewegung.

Jn der gestrigen Sißung des sozialdemokratishen Parteitages zu Erfurt spra der Reichstags-Abgeordnete Auer, wie gestern bereits in einem kurzen Telegramm „nah Schluß der Redaktion“ berichtet wurde, an der Hand eines gedru>t vorliegenden Geschäftsberichts über die Thätigkeit des Parteivorstandes und {loß seine Rede mit einer heftigen Zurü>weisung der Angriffe der Opposition. Nach vorliegen- den Berichten geben wir folgende Ausführungen Auer's wieder:

Die Zahl der vom Vorstande abgesandten Briefe innerhalb der leßten 11 Monate habe ca. 3600, die der angekommenen Briefe 3200 betragen. Unter den erwähnten Briefshaften seien niht diejenigen inbegriffen, die Seitens des Parteikassirers er- [edigt worden feien. Der Vorstand habe mit 879 deutschen Orten brieflih zu verkehren gehabt. Es werde aller Orten über den Mangel an geeigneten Rednern Klage geführt. Diese Klage ertöne aber nicht bloß aus der Provinz, sondern selbst aus Berlin, obwohl es bekannt sei, daß es in Berlin eine ganze Reihe von rede- begabten Genossen gebe. Der Vorstand sei nicht in der Lage gewesen, Abhülfe zu \<afen. Jeßt, wo es der Sozial- demokratie gestattet sei, wieder in voller Oeffentlichkeit zuiwirken, dürfte es gelingen, dur< fortgeseßte S@{ulung Redner heranzubilden. Ebenso \{<wer sei es, allen Anforderungen Betreffs geeigneter Agitationsbroshüren zu entsprehen. Daß die Agitation auf dem Lande große Schwierigkeiten mache, liege in den Verhält- nissen. Große Klage werde über den Mangel geeigneter Versamm- lungslokale geführt und vielfah der Erwerb von eignen Versamm- lungshäusern Seitens der Partei verlangt. Was die Parteipresse an- lange, so sei nit zu leugnen, daß der „Vorwärts“ große Mängel habe. Es würden aber vielfa Klagen laut, die oftmals von einer gewissen Unkenntniß redaktioneller Angelegenheiten zeugten, Der Vorstand habe nichts dagegen, wenn den Berliner Genossen ein gewisser Einfluß auf die Haltung und Redaktion des „Vorwärts“ eingeräumt und eine Ueberwachungskommission gewählt werde. Auf den Vorwurf der sog. Berliner Opposition, daß die Partei die kleinen Parteiblätter nicht unterstüßt habe, sei zu bemerken, daß auf dem vorjährigen Parteitage beshlossen worden sei , Parteiblätter nit zu unterstüßen. Endlich, zur sogenannten „Berliner Opposition“ Aera, bemerkte Auer: Die Opposition habe gegen die Fraktion und die Parteileitung die ärgsten Anklagen erhoben. s sei von Versumpfung, Schmaroßerthum u. \. w. gesprohen worden, das si< in der Partei breit mahe. Es sei behauptet worden, daß der von der sozialdemokratishen Reichstagsfraktion eingebrahte Arbeiter- \shuß-Geseßentwurf kaum von # der sozialdemokratishen Ab- eordneten gelesen worden sei, daß die Parteigelder niht immer im

arteiinteresse verwendet worden seien. Er könne im Namen der sie Alles aufbieten werde, um in dieser

[ei klären, d artetleltung arate, o Auer forderte \{ließli< die Verliner

Beziehung Klarheit zu s{affen.

18904.

Opposion auf, entweder ihre Anklagen zu beweisen oder zu wider- rufen, andernfalls sei das Tishtuh zwischen ihnen zershnitten.

Nah der Rede lief ein Antrag Niederauer-Berlin ein, welcher verlangt,

daß in Zukunft bei Gelegenheiten, wie beispielsweise am 1. Maïi und ferner bei der Antikornzoll-Agitation, die Resolutionen, die bei diesen Gelegenheiten angenommen werden sollen, ni<t vom Partei- vorstand verfaßt und dann den Genossen zur Annahme empfohlen werden, sondern es einer jeden Versammlung zu überlassen sei, ihre eigenen Gedanken in einer Resolution zusammenzufassen.

Der Antrag fand die nöthige Unterstüßung und wird

berathen werden. Cigarrenhäñdler Gottfried Schulz- Berlin erstattete für die Kontrolkommission Bericht und be- merkte, daß, troß aller Anklagen, an die Kontrolkommission innerhalb der leßten elf Monate nit eine einzige Beschwerde eingelaufen sei. Die Kontrolkommission habe Kasse und Bücher des Parteivorstandes v“ lkommen in Ordnung gefunden und beantrage, dem Parteivorstande Decharge zu ertheilen. Alsdann nahm für die Opposition der Buchdrudcer Wil=- helm Werner-Berlin das Wort: __In Bezug auf die erhobenen Anklagen könne er nur für seine eigenen Aeußerungen eintreten, da eine Opposition als ge\s{lossene Partei nit existire. Er sei im Juni v. J, von einer Berliner Schuh- macherversammlung aufgefordert worden, über „Lassalle und die jeßige Sozialdemokratie“ einen Bortrag zu: halten, und habe bei dieser Ge- legenheit die bekannte Rede des Abg. von Vollmar fkritisirt. Er sei dabei keineswegs soweit gegangen, wie die Abgg. Bebel und Liebknebt; es sei ihm nit eingefallen, dem Abg. von Vollmar seine Vergangenheit vorzuhalten Troßdem sei er sowobl im „Vorwärts“, als au< im Hamburger „Echo“ und ganz besonders in der „Fränkishen Tagespost“ auf das Schmählichste per- \önlih angegriffen worden. In der Berliner Feenpalast-Ver- sammlung, in welcher der Genosse Fischer über den Brüsseler Kongreß referirte, sei er von Bebel in der heftigsten Weise angegriffen worden, weil er si erlaubt hatte, den Beschluß der Fraktion Betreffs der 1. Maifeier und den Antrag der Fraktion, wona der Achtstunden- tag erst vom Jahre 1898 ab gefordert werde, zu kritisiren. Diese und noch einige andere Kritiken veranlaßten den Abg. Bebel, zu er- flären: Er werde den Nörglern auf dem Parteitage in Erfurt Gelegenheit geben, eine eigene Partei zu gründen. Wenn ein so geshulter Parlamentarier, wie Bebel, nervôss erregt werde, dürfe man es einem bedeutend weniger ge\<ulten Genossen au< nit übel nehmen. Er sei der Meinung, ein richtiger Sozialdemokrat könne niht immer den guten Ton vollständig innehalten. Er habe niemals gesagt, daß Schmaroßer und SHmeichler von der Parteileitung unterstüßt werden. Er habe allerdings gesagt, daß Leute, wie Baake und “Slo>e, die si jeßt an die Parteileitung heranshmaroßen und det Meinung sind, ihr Magen sei gesättigt, wenn sie einem Abgeordneten einmal die Hand drü>en können, im Jahre 1880 zur Gründung von anarwistis<en Klubs aufgefordert haben, um gegen die verweichlichte Haltung der Fraktion Front machen zu können. Er könne eine Reihe von Zeugen hierüber nennen. Den Vorwurf könne er der Partei- leitung nit ersparen, daß fie dem Königsberger Parteibkatt, das do auf einem sehr exponirten Posten stehe, jede ae S ver- sagt habe, sodaß das Blatt eingehen mußte, während der „Sächsischen Arbeiterzeitung* in Dresden, die ih wohl selbst helfen konnte, Unter- stützung zu theil wurde. Was die Haltung des „Vorwärts“ anlange, so sei zu tadeln, daß er Erklärungen gegen unrihtige Versammlungsberichte oftmals verweigere; auch sei es zu tadeln, wenn der „Vorwärts“ in so persönlich gehässiger Weise gegen Eugen Richter vorgehe. Auch die Art, wie der holländische Genosse Nieuwenhuis angegriffen wurde, sei zu tadeln. Er sei keineswegs Führer der Berliner Opposition und könne nur für das verantwortlih gemacht werden, was er selbst gesagt habe. Es sei in der vom Vorstande erlassenen An- flageshrift au< von dem in Berlin ers<hienenen Flugblatt gesprochen worden; er müsse au< für dies Flugblatt jede Verantwortung ab- lehnen. Es köônne nit über die Opposition im Allgemeinen ab- geurtheilt, sondern jeder Eirzelne müsse für seine Aeußerungen ver- antwortlih gema<t werden.

Schuhmacher Niederauer (Berlin) erklärte, er sei der Meinung, daß die Partei kein Marionettentheater bilden dürfe. Wenn Ungehörigkeiten in der Partei vorgekommen seien, dann bâtten die Genossen do<h das Recht, ihre Meinung geltend zu ma<hen. Wenn man nun sage, warum hat die Berliner Opposition ni<t den Beshwerdeweg betreten, so sei zu erwidern: Die Berliner haben si< eben von dem Beschwerdeweg feinen Erfolg versprohen. Die Genoffen kaben eben allerorts ihre Eigenthümlikeiten und die Berliner Genossen erst reht. Bäthge (Magdeburg) bestritt dem Vorstande das Recht, sich in die Zwistigkeiten der Magdeburger Genoffen zu mischen. Redacteur Ewal d (Branden- burg a. H.) wandte sich gegen die Berliner Opposition, derman viel zu sehr Rechnung trage. Der „Vorwärts“ sei Organ der gesammten Partei, deshalb könne den Berlincrn nit das Re<t der Kontrole über den- selben eingeräumt werden. Stor <{ (Stettin): Das Vorgeben der Berliner Opvosition ers<were die Landagitation außerordentli. Es wäre besser, wenn die Beridte über die Berliner Oppositions- versammlungen nicht so ausführli< im „Vorwärts“ ständen.

Es nahmen sich weiterhin Hamburger und Frankfurter Vertreter das Wort. Der Tapezierer Wildberger-Berlin bemerkte u. ‘A.:

Es werde ibm der Vorwurf gemacht, daß er êffentlih gesagt habe: es scien einem Abgeordneten 3 bis 5009 & Unterstüßung aus der Parteikaffe gegeben worden ; er habe mit seiner Aeußerung den Beweis liefern wollen, daß man Seitens der Parteileitung na< Gunst verfahre. Wenn Genosse Storch sage: die Mehrheit der Berliner Opponenten babe unter dem Sozialisten- gesez no< niht zur Partei gehört, so sei das unrihtig. Er habe alsdann weiter gesagt: Sieben Achtel der Reichstags-Abgeordneten bätten den von der Reichstagsfraktion eingebrachten Arbeiters<ußz- Gesetzentwurf nit gelesen. Nun, das sei wahr. Ein zur Partei ge- hörender Reihstags-Abgeordneter habe ihm dies mitgetheilt und ein Zweiter habe es ihm bestätigt. Die Namen werde er öffentli niht nenne, sei aber bereit, sie dem Vorstand vertraulih mitzutheilen. Vorsißender Singer erklärte im Namen des Bureaus und der Parteileitung, daß sie es ablehnen, von Herrn Wildberger die Namen der zwei Reichstags-Abgeordneten vertraulih entgegen- zunehmen, und Herrn Wildberger auffordern, die Namen öffentlich zu

nennen. Die Debatte, an der fi<h no< Bebel, Frohme, Liebkneht füllte auch die ganze gestrige

u Gee Vertreter betheiligten,

achmittagssizung aus.

Á gesigung wird der „Voss. Ztg.“ geschrieben: Bei dem Zabrze hat es sih, wie jeßt

Aus Schlesien vorwöthentlihen Ausstande“ in dem „O. A.“ gemeldet wird, gar ni<ht um Mehrforderungen der Arbeiter, welhe sie dur< Arbeitseinstelung zu erzwingen ge- dachten, sondern um den Widerstand der Arbeiter gegen eine neue Form des Gedinges, dur< welhe sie sich benachtheiligt glaubten, gehandelt. Nach der ibren auf die Berginspektion bescie-

denen, aber von einer Schaar anderer Bergleute begleiteten Depu-