1891 / 248 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Pi ite imi O RREE A r R R n amin du me MESS I 1ER Be Ai enf Sim

Gai É d

Sec. Lt. der Res. des Ulan. Regts. König Karl Nr. 19, Speidel vom Landw. Beuirk Heilbronn, zum Sec. Lt. der Res. des

4. Inf. Regts. Nr. 122, Wittwer vom Landw Bezirk Stuttgart, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. Kaiser Friedrich König von Preußen Nr. 125, Goede vom Landw. Bezirk Stuttgart, Rueff, HÜt vom Landw. Bezirk Ludwigsburg, zu Sec. Lts. der Res. des Ulan. Regts. König Wilbelm Nr. 20, Kröner vom Landw. Bezirk Stuttgart, Si gle vom Landw. Bezirk Ravensburg, zu Sec. Lts. der Res. des Drag. Regts. Königin Olga Nr. 2, ernannt. Haug, Pr. Lt. von der Inf. 1, Aufgebots des Landw. Bezirks Rottweil, zum Hauptm. befördert.

Abschiedsbewilligungen. Jm aktiven Heere, 14. Ok- tober. Frhr. v. Tessin, Major und etatsmäß. Stabsoffizier im Ulan. Regt. König Wilhelm Nr. 20, mit Pension und mit der Regts. Uniform der Abschied bewilligt. v. Donat, Major z, D, unter Ertheilung der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des 8. Inf. Regts. Nr. 126 Großherzog Friedri<h von Baden, von der Stellung als Bezirks-Offizier bei dem Landw. Bezirk Mergentheim enthoben. Andree, Rittm. a. D., zuleßt Escadr. Chef im Ulan. Regt. König E 19, die Erlaubniß zum Tragen der Uniform dieses Regts. ertheilt.

Im Beurlaubtenstande. 14. Oktober. Mohr, Pr. Lt. vom Train 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Stuttgart, Sch neider, Sec. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Ulm, der Abschied bewilliot. 7 Im Sanitäts-Corps. 14. Oktober. Dr. Huß, Unter- Arzt der Res. vom Landw. Bezirk Gmünd, zum Assist. Arzt 2. Kl. ernannt. Dr. Hopfengärtner, Assist, Arzt 2. Kl. im Feld-Art. Regt. König Karl Nr. 13, in das Gren. Regt. Königin Olga Nr. 119 versetzt.

Kaiserliche Marine.

Offiziere 2c. Ernennungen, Beförderungen, Ver- seßungen x. Neues Palais, 18. Oktober. Ritter, Major vom 2. See-Bat. und Vorstand des Bekleidungsamts in Wilhelms- haven, Behufs Uebertritts zur Armee, von der Marine ausgeschieden. Schneider, Hauptm., bisher Comp. Chef im Inf. Regt. Freiherr Hiller von Gaertringen (4. Posen.) Nr. 59, als Hauptm. und Comp. Chef bei der Marine-Inf., und zwar im 2. See-Bat., angestellt. Transfeldt, Pr. Lt. vom 2, See-Bat., Behufs Uebertritts zur Armee, von der Marine-Inf. ausgeschieden. Müller, Sec. Lt. vom 2. See-Bat, zum Pr. Lt., vorläufig ohne Patent, befördert. Witt, Sec. Lt., bisher im Inf. Regt. Nr. 136, als Sec, Lt. bei der Marine-Inf., und zwar im 2. See-Bat., angestellt.

Kunft und Wissenschaft.

Die „Frankf. Ztg.“ theilt die Reden mit, welche bei dem (gestern shon erwähnten) Schluß der elektrote<hnis<hen Ausstellung in Frankfurt a. M. von dem Wirklichen Geheimen Rath, Professor von Helmholy und dem Staats- Minister Miquel gehalten worden sind. Der Erstere sprach nach der Rede des Herrn Sonnemann, welcher einen Ueber- Solo A die äußeren Erfolge der Ausstellung gegeben hatte,

olgendes : ;

„Ich bin aufgefordert worden, zu reden, aber ih bin nit vor- bereitet. Als Ehren- Vorsitzender der Prüfunge-Kommission kann ih no kein definitives Urtheil abgeben, da die Kommission ihre Arbeit no< nicht vollendet hat. Als wissenshaftliher Mann habe ih zu bestätigen, was Herr Sonnemann gesagt hat: daß die Prüfungs- Kommission unbefangen und zuverlässig gearbeitet hat, vielleiht zum ersten Male bei einer sol<en Ausstellung. Die Geschichte der Elektrotechnik tst Überaus seltsam. Von Galvani, oder vielmehr von der Frau Galvani's, die zuerst auf die Zu>ungen der Frosch- \denkel aufmerksam machte, über Volta mit seiner Säule, bis zu Oersted im Beginn dieses Jahrhunderts, welche kleinen An- fänge! Außerordentli< zarte elektrishe Wirkungen no<, als ih felbst zwischen 1840 bis 1850 gelegentli<h versuchte , Bewegungs- maschinen zu bauen, wel<he ni<t gerade Kraftquellen bildeten, son- dern nur lei<te Windräder, Signale und dergl. trieben. Erst seit die Dynamomaschinen si< entwickelt haben, mit ihrer si gegenseitig steigernden Wirkung, erst seit man durch elektrishe Magnete mit Dampfmaschinen und Wasserwerken starke Ströme ohne galvanis<e Elemente und ohne großen Verbrauh <chemishen Materials erzeugte, kam praktis<her Werth in die Theorie. Alsbald wurde aufs Abenteuer- liste übertrieben. Man glaubte, Kraft aus Nichts herstellen zu können, und nur allmähli< verstand man dann im großen Publikum, daß die elektris<hen Wirkungen ihre ungeheuren Vortheile baben: die S(nelligkeit, die Transportfähigkeit, die Vertheilbarkeit, eine Menge von Fernwirkungen wie in den Körpernerven ; bei leßterer Erscheinung is ja ni<t unwahrscheinlich, daß die Elektrizität eine wesertlihe Rolle dabei spielt. Um Miß- verständnisse zu beseitigen, die dabei auftauGen können, waren elektrishe Ausstellungen nothwendig.“ Nach einer längeren Auseinandersegung über Kraftübertragung {loß der große Natur- forsher: „Das Experiment \<eint gelungen. Einsame Wasserkräfte find nußbar geworden, der Anfang ist gema<ht. Das ist ein wesent- liches Verdienst von außerordentliher national-ökonomischer Wichtig- keit. Und so hat die Frankfurter Ausftellung in der That einen großen Erfolg gehabt, der erst in den nä<sten Jahren seine Fruchtbarkeit entwi>eln wird.“ (Andauernder Beifall.)

Gleich darauf erhob si der Staats-Minister Dr, Miquel zu folgender Rede:

„Meine hocverehrten Herren! Wenn ih nah so sa{kundigen Reden als Laie das Wort hier no< zu ergreifen wage, so kann ih dazu eine Berehtigung nur herleiten aus zwei Eigenschaften : ein- mal aus meiner Eigenschaft als derjenige Chren-Präsident, der die Freude und Ehre hatte, diese Ausstellung zu eröffnen, und sodann aus meiner Eigenschaft als Frankfurter Bürger (Beifall). J< bin hierher gekommen wesentlih, und ih kann sagen, ledigli, um mit meinen Mitbürgern an Ort und Stelle die Freude zu genießen, mit- zuwirken beim guten Abs{luß eines so wohl gelungenen Werkes, welches unserer Stadt zur Ehre und zum Segen gereihen wird. Als ih die Avsftellung mit einigen Worten eröffnete, habe ih der Hoff- nung Autdru> gegeben, daß sie der Entwi>klung der Elektrizität und der Elektrote<nik na< der wissens<haftli<hen und praktischen Seite einen wesentli<en Vorschub leisten würde, und daß sie in ihrem Erfolg, insbesondere der Vaterstadt zur Freude und zur Ehre gereihen möge. Wenn ih jeßt, der ih den Anfang und das Ende nur allein gesehen habe, zu meinem Bedauern aber auf das Mittel, die Wesenheit, nicht zurü>kbli>e, auf den Gang der Dinge, die ih au<h aus der Ferne mit dem größten Interesse verfolgt habe, so glaube i, mit Ihrer Aller Zustimmung sagen zu können, daß diese damals von mir ausgesprochenen Hoffnungen ni>t bloß in vollem Mèaße erreicht, sondern weit übertroffen worden sind. (Beifall.) Ich sagte s<hon damals: eine Ausftellung dieser Art, welhe fällt in eine Zeit voller Weiterentwi>kelung des Faches, für wel<hes sie bestimmt ist, kann unmögli<h den Zwe> haben, in der heutigen Zeit eine neue, bis dahin unbekannte Entde>ung zu zeigen, Räthsel zu lösen, die weder in der Studirstube no< in der Werkstatt gelöst sind; fol<he Dinge bleiben heute kein Geheimniß und warten nit auf Ausftellungen, selbs wenn sie in Frankfurt abgehalten werden. (Heiterkeit.) Solche Oen können nur ein Gesammtbild geben von dem Stand der Entwickelung einer bestimmten Wissen- schaft oder eines bestimmten te<hnis<hen Berufs, und dadur<, indem sie das Vorhandene zeigen, den Grad der Entwi>lung klarlegen, zu- glei<h offenkundig machen die Lücken, die no< auszufüllen sind, das Unklare, was no< geklärt werden muß, und die I Methode praktisher Anwendung, die erst gefunden werden foll. Dadurch fördern sie die wissenschaftlihe Seite der Sahe. Was die praktishe Seite der Sache betrifft, so geht die praktishe Anwendung

allein aus der Werkstatt hervor, sondern es gehörten die Männer dazu, die diese Unternehmungen mit den finanziellen Risiken de>en und die vorher Verständniß gewonnen haben müssen von den großen Vortheilen und Wohlthaten, die die Anwendung einer solhen Wissen- {aft auf das praktische Leben hervorrufen kann. Wenn ih nun sah, daß auf der einen Seite hier ein wissenschaftliher Kongreß, zusammengeseßt aus den ersten Männern der Wissenschaft, ih möchte sagen der Welt, zu sammentrat; wenn i< sah, wie die Vertreter der deutshen Städte hier erschienen, selbst Alles in Augenschein nahmen, um si klar zu machen, wel<es von diesen vershiedenen Systemen für die Beleu- tung ihrer Stadt, für die Herstellung der Kraft und der Motoren ihre Bürgerschaft gebrauchen könnte, um alle Dinge darüber zu erwägen; wenn ih sah, wie eine Million Menschen hierher wanderte, nit bloß aus der Nachbarschaft, niht bloß aus Deutsch- land, ni<ht nur aus dem benahbarten Ausland, sondern ih möthte sagen: aus der ganzen Welt, da habe ih mir allerdings gesagt au< in der Ferne; diese Ausstellung wird au<h eine große Bedeutung gewinnen, und ih habe mi in die Seele der Aussteller hinein getröstet, wel<he ja die bedeutenden Opfer an Geld, Arbeit und Zeit haben bringen müssen und freudig gebracht haben, indem sie ge- fagt haben, die Früchte ihrer Arbeit und Opfer werden zweifellos hinterherkommen. (Beifall.) Meine Herren, ih habe mir gesagt: diese Ausstellung wird dazu beitragen, eine {wer verständliche Wissenschaft, die Wissenschaft der Elektrizität und ihre praktishe Verwerthung volksthümlih in Deutschland zu mahen und das Verständniß in alle Kreise zu tragen, daß wir es hier nicht bloß mit {weren wissenschaftli<hen Problemen zu thun haben, sondern mit einer neuen Entwi>klung der Physik, die ähnli wie {bon früher die Chemie die größten Wohlthaten für unser Volk hervorrufen kann. (Beifall.) Meine Herren, zuglei< ist es denn wohl für uns alle eine besondere Freude, daß auf dieser inter- nationalen Anusftellung unsere deutsche elektrotehnishe Industrie sehr wohl bestanden hat, daß sie den Beweis geführt hat, wenn nit an der Spitze zu marschiren, so do< wenigstens den fortgeschrittensten Nationen in dieser Beziehung vollkommen glei< zu sein, und i< hoffe, daß dieses der Entwi>elung dieser Industrie au< in dem Absaß nah dem Ausland sehr erheblih zu Gute kommen wird. Als ih no< Ober - Bürgermeister war hier in Frankfurt, habe i< Theil genommen an der Behandlung der Frage, wie wohl am Zwe- mäßigften hier in der Stadt das Problem der städtishen Beleuchtung zu lôfen sei. I<h habe damals das Gefühl gehabt, daß wir no< mitten in der doktrinären Entwi>kelung der Frage standen , daß System gegen System stand, daß die Antinomie no<h herrschte, daß das eine System an dem andern nihts Gutes ließ, und jedes System sich allein für bere<tigt hielt; heute dazu wird au diese Aus- stellung beigetragen haben wird wohl anerkannt werden, daß diese vershiedenen Systeme jedes sein Gutes haben, daß es kein absolut nüßz- liches und allein zwe>mäßiges System für jede gegebene Stadt giebt, sondern nah Maßgabe der Verhältnisse und Umstände die Aufgabe zu lôsen ist, ob _die- vershiedenen Systeme an verschiedenen Stellen glei< nüßlih oder das eine mehr oder weniger nüßlich wirken könne. Ist dics endli erreiht, dann weit die Sorge, die namentli die städtishen Verwaltungen damals no< in vollem Maße beherrshte, daß das Greifen zu einem bestimmten System si< dur< bald darauf eintretende Fortschritte als unzwe>mäßig oder nit voll- kommen gut erweisen würde, daß man sein Kapital verkehrt anlege, eine Sorge, die häufig dahin führte, wie sie thatsächli< hier in Frankfurt eine Zeitlang geführt hat, daß man in der Furcht, etwas Verkehrtes zu thun oder niht das Vollkommene zu erreihen, garnihts zu thun fi ents<hloß. (Heiterkeit.) Jh glaube also, wir werden#einer Periode stärkerer und entshiedenerer praktischer Verwendung entgegengehen, und es wird der Ruhm dieser Ausstellung sein, das in jeder Weise gefördert zu haben. Meine Herren, wenn ih als Ehren-Präsident mich in vollem Maße den Dankesbezeugungen des Herrn Vorsißenden an die verschiedenen Männer, die si< um diese Ausstellung verdient gemaht haben, anschließe, so ist dies gewiß von mir besonders lebhaft gefühlt, weil ih selbst ja zwar an der Wiege des Unternehmens no<h habe stehen können, dann aber ihm meine Kraft persönli ni<t mehr widmen konnte. I< bin der Meinung, daß der Grad der Verdienste hier ni<t abzumessen ift, vor Allem aber glaube i< in Jhrer Aller Sinne zu handeln, wenn ih das wesentlihste Verdienst dem Vorstand zuschreibe, der rastlos, und ohne Mühe und Arbeit zu scheuen, dieses Unternehmen geleitet und in all seinen Phasen zu einem guten Ende geführt hat. (Beifall.) Danken darf i< aber au< namentli<h denjenigen Männern hier in der Stadt, welhe dem Unternehmen dur ihre Unterschriften die finanzielle Sicherheit gegeben haben, ohne welhe das nicht bätte unter- nommen werden können, und daran nur die Hoffnung knüpfen, daß diese Unterschriften, die finanziellen Garantien nit gar zu böse Folgen tragen. (Beifall und Heiterkeit.) Und so, meine Herren, können wir wohl mit voller Befriedigung und großer Genugthuung auf dieses Werk, was heute hier zu Ende geht, zurü>ksehen, Wir können [<ließen mit dem alten Wort : Ende gut, Alles gut!“

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengeftellung für Koblen und Koks

an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 20, d. M. gestelli 10 668, nicht reht- zeitig geftellt keine Wagen,

i Subhafstations-Resultate.

Beim Königlichen Amtsgericht T Berlin stand am 20, Oftober 1891 das Grundftü> in der Pasewalkerstraße 7, dem Kaufmann H. Fischer hierselbst gehörig, zur Versteigerung; das geringste Gebot wurde auf 131 000 Æ festgeseßt. Für das Meistgebot von 156 500 wurde der Kaufmann Robert Schubert, Boe>kh- straße 6, Ersteher.

Ausgeseßt, unter Aufrechterhaltung der Zwangsmaßregeln, wurde das Verfahren, betreffend die Vecsteigerung eines Fünstel- Antheils am Grundftü> Adalbertstraße 7, dem Fuhrherrn F. W K. Schmidt hierselbst gehörig. i Le

___— Die „Rh.-Westf. Ztg.“ berihtet vom rheinis<-west- fälis<hen Eisen- und Stahlmarkt: Die Haltung des rheinisch- westfälishen Cisenmarktes ist im Allgemeinen etwas \{<wächer geworden, ährend (in Fertigeisen wenigstens) dur<hschnittli< eine befriedigende Nachfrage herrschte, zeigen die Preise keine feste Tendenz. Wesentliche Aenderungen für Eisenerze sind nicht zu verzeichnen. Für Siegerländer Erze gilt no< das früher Mitgetheilte, und au<h die Notirungen für Luxemburg-Lothringer Minette haben sich kaum geändert; den scheinbar niedrigen Preisen entspricht ein etwas gecingerer Gehalt der Erze. Spanische Erze waren an- haltend still, do< hielten si< die Preise ziemli< gut. Auf dem Roheisenmarkt will si< no< immer kein rechtes Leben entwi>eln ; man fährt fort, den laufenden Bedarf zu de>en, läßt \ih jedo auf größere Abschlüsse niht ein. Obgleih in Puddelroheisen hier und da etwas flotter gekauft wurde, fo ist do< im Allgemeinen der Absatz no< kein befriedigender. Spiegeleisen ist fest bei ausreihender Nawfrage. Ueber die übrigen Marken sind weitere Einzelheiten nicht zu berihten. Auf dem Walzeisenmarkt scheint die Stimmung in leßter Zeit etwas weniger günstig zu sein; allgemein wird über die un- lohnenden Preise geklagt. Der Bedarf in Stabeisen scheint etwas nachgelassen zu haben; das Inland kauft weniger und das Ausland fast gar nichts. Für Formeisen gehen zwar bei den meisten Werken noh genügend Austräge ein, do< wird au hier stellenweise bereits eine Abnahme verspürt. Die Werke sind meist für die nächste Zeit noh befriedigend beschäftigt, dagegen klagt man gerade in diesem Geschäftszweige schr Über die vielfah dur< den Zwischenhandel und die ausländische Konkurrenz stark gedrü>kten Preise, welhe no< be- deutend unter den offiziellen stehen. Bandeisen hat sih in Preis und Nachfrage unverändert gehalten. In der Be- schäftigung der Grobblehwalzwer ke ist keine Aenderung zu verzeihnen, do< können si< die Preise, troÿdem die

der Elektrizität niht von den Gelehrten allein aus, selbt nit einmal

Werke meist ausreichend beschäftigt sind, nicht halten, obgleich sie im

Verhältniß zum Rohmaterial entshieden zu niedrig sind. Dem Feinble<ge#\<äft hat die leßte Woche no< keine Aufbesserung gebra<ht ; die Angebote sind no< sehr niedrig. Walzdraht findet ziemli befriedigenden Absay, gleihwohl wollen die Preise no< immer ni<t vorwärts. Für gezogene Drähte, Drahtstifte, Nieten, deren Preise gedrü>t blieben, ist eine Aenderung nit zu ver- zeihnen. Die Maschinenfabriken und Eisengießereien find nur in wenigen Abtheilungen befriedigend beschäftigt, vielfa wird über Mangel an Aufträgen und unlohnende Preise geklagt. Unver- ändert find die Verhältnisse der Bahnwagenanstalten.

Leipzig, 20. Oktober. (W. T. B.) Kammzug- Termin- handel. La Plata. Grundmuster B. per Oktober 3,727 4, per November 3,75 4, per Dezember 3,75 #4, per Januar 3,774 M, per Februar 3,774 6, per März 3,80 6, per April 3,80 4, per Mai 3,824 #, per Juni 3,85 #4, per Juli 3,85 4, per August 3,89 #Æ, per September 3,85 4, per Oktober 3,85 Umsay 55 000 kg. Rubig.

Wien, 20. Oktober. (W. T. B.) Bei den 298 km langen Lokalbahnen der Oesterreihishen Lokal-Eisenbahn-Ge- \sells<haft betrugen die provisoris< ermittelten Einnahmen für den Monat September 1891 157586 Fl. und für die Zeit vom 1. Januar bis Ende September 1891 1 347 378 Fl. Im Vorjahre betrugen die definitiven Einnahmen im Monai September 158 587 Lr und für die ‘Zeit vom 1. Januar bis Ende September 1 270 562 FL.

Wien, 20. Oktober. (W. T. B.) Die Gesammteinnahmen der Orientbahnen betrugen in der Woche vom 24. bis 30. Septem- e a 5 Br vom 1. e E a D cr.

: j r., zusammen sei e e etriebsjahre 8 605 277,36 Fr. / | d : E

London, 20. Oktober. (W. T. B.) An der Küste 8 Weizen- ladungen angeboten.

Manchester, 20. Oktober. (W. T. B.) 12r Water Taylor 6, 30r Water Taylor 84, 20r Water Leigh 7, 30r Water Clayton 78, 32r Mok Brooke 73, 40r Mayoll 87, 40er Medio Wilkinson 9, 32r Warpcops Lees 78, 36r Warpcops Rowland 8, 40r Double Weston 9%, 60r Double Courante Qualität 12}, 32“ 116 yards 16 X 16 grey Printers aus 32r/46r 161. Ruhig.

St. Petersburg, 21. Oktober. (W. T. B.) Die Reichs- bank hat den Wechsfeldiskont auf 5 resp. 54/0, denLombard- zinsfuß auf 6 9% erböht.

Moskau, 20. Oktober. (W T. B.) Das Handelsgericht erkannte „die Gebrüder Tschekalin für zahlungsunfähig. Die Aktiva reihen kaum zur De>kung eines Zehntels der drei Millionen betragenden Passiva aus. Die Insolvenz dieser Firma zog die Bankerotte mehrerer Tuchfabrikanten und Tuchhändler unter- geordneten Nanges nah si.

Rotterd am, 20. Dktober. (W. T. B.) Die heute von der Niederländischen A -Gesells<haft abgehaltene Auktion über 2 945 Ballen Java-, 2536 Ballen Menado-, 93 Ballen und 267 Kisten Padang-Kaffee ist, wie folgt, abgelaufen. Es wurden angeboten: 1936 Ballen Java Menado, Tare Cent 68 à 71, Ablauf Cent 67 à 703, 267 Kisten do. Padang W. J. B., Taxe Cent 59 à 604, Ablauf Cent 61 à 62, 793 Ballen do. do., Taxe Cent 52 à 54, Ablauf Cent 533 à 563, 4958 Ballen do. Preanger grünlih, Taxe Cent 484 à 51, Ablauf Cent 48x à 514, 810 Ballen do. Cheribon, Taxe Cent 49, Ablauf Cent 492 à 50, 3037 Ballen do. Bezoeki, Taxe Cent 49 à 50, Ablauf Cent 492 à 56, 2869 Ballen do. Tagal, Taxe Cent 50 à 53, Ablauf Cent 502 à 523, 1984 Ballen do. Probolingo, Taxe Cent 48 à 50, Ablauf Cent 484 à 492, 7234 Ballen do. Malang, Taxe Cent 48, Ablauf Cent 484 à 49, 3712 Ballen do. blaß grünli<, Taxe Cent 46 à 481, Ablauf Cent 444 à 494, 416 Ballen Ordinär u. Triage, Taxe Cent 40, Ablauf Cent 42, 785 Ballen B. S. und Diverse, Taxe Cent —, Ablauf Cent —. Zusammen 28 534 Ballen und 267 Kisten. Die nächste Auktion findet am 26. Ianuar 1892 ftatt.

Konstantinopel, 20. Oktober. (W. T. B.) Meldung der «Agence de Consftantinople“ : Ein veröffentlihter Jrade verfügt, daß der gegenwärtig zur Zahlung der gezogenen und nicht bezahlten An - [lehenstitres von 1863, 1864, 1865 und 1873 verwendete Betrag von 9452 Pfund jährlih nah der Einlösung der genannten Titres, welhe im März 1895 erwartbar ist, zum Rückkauf der türkishen Loose verwendet werden soll, Diese Maßregel sei auf Ansuchen des Verwaltungsraths der türkischen Schuld als eine billige Kompensation dafür verfügt worden, daß die türkishen Loose von der Theilnahme an der außer- ordentlihen Amortisation ausgeschlossen seien, wel<he der jüngsten Konvertirung der Prioritäten und Fonds entstamme, die unter die vier Serien der türkishen Schuld, anstatt unter die vier Gruppen, O worden seien, deren leßte die türkishen Loose in ih egreife.

New-York, 20. Oktober. (W. T. B) Weizen -Ver- \{<iffungen der leßten Woche von den atlantischen Häfen der Vereinigten Staaten na< Großbritannien 193 000, do. nah Frankreich 64 000, do. nah anderen Häfen des Kontinents 63 000, do. von Kalifornien und Oregon nah Großbritannien 21 000, do. nah anderen Häfen des Kontinents 12 000 Qrts.

Die Börse eröffnete fest, später trat eine weitere allgemeine Besserung ein. Der S{hluß erschien lustlos aber fest. Der Umsatz der Aktien betrug 122 000 Stü>, Der Silbervorrath wird auf 3 600 009 Unzen geschäßt. Die Silberverkä ufe betrugen 45 000 Unzen.

Der Werth der in der vergangenen Woche ausgeführten Produkte betrug 8442 094 Dollars gegen 8 347 644 Dollars in der Vorwothe.

Submissionen im Auslande.

Niederlande.

25, Oktober 1891. De commissien voor coöperatieven aankoop zu Meceden (Groningen) bei J. Tonkes:

Lieferung von mindestens 37 000 kg Kaïnit, 32 200 kg Thomas- s{hla>enmehl und 1100 kg Chilisalpeter, franko Station Zuidbroek. Auskunft an Ort und Stelle. Ó

10, November 1891, Vormittags 11 Ukr. Waterataat, Handel en Nijverheid im Haag:

Lieferung von Papier, Couverts und sonstigen Bureaubedürfnissen für das genannte Ministerium während der Jahre 1892 und 1893. Auskunft an Ort und Stelle.

Sport.

Aus New - York, vom 18. Oktober wird dem „Standard®* telegraphirt; Der hervorragendste V erkauf von Racepferden welcher sogar no<h die Versteigerung des Gestüts von Lord Falmouth im Jahre 1884 in den Schatten stellen soll, der Verkauf der Pferde des verstorbenen August Belmont, fand gestern hier statt. Das erste und einzige Gebot füc den Gewinner des Derby-Rennens „St.

Ministerie van

Blaise“ war 100 000 Dollars, der höchste Preis, welcher je auf -

einer öffentlihen Auktion für ein Pferd geboten wurde und welcher nur in den 105000 Doll, die kürzli<h auf einem Privat- verkauf erzielt wurden, wie in den für „Ormonde* gezahlten 20 000 Guineas feines Gleichen findet. „Maud S.“, als \{nellster Traber bekannt, erzielte nur 400C0 Doll. Im Verlauf der Versteigerung wurden weiter gezahlt für 48 Zuchtpferde durhschnittlih je 4240 Doll, für 27 Fohlen durhscnittlih je 2276 Doll,, für 26 Iährlinge dur- \hnittli< je 4935 Doll. und für vier Beschälhengste je 29 500 Doll. Ein einzelner no< niht versuhter Jährling von „St. Blaise“ brate 30 000 Doll. Der Käufer von „St. Blaise“ war Charles Reed von Fairview.

fahrendes fremdes Fuhrwerk verleßt worden, wäbrend er auf dem

erkannt, und zwar aus folgenden Gründen: Den

zum Deutschen Reihs-A

M 248.

NekurSsentscheidungen des Reichs-Versicherung8amts. (1031.) Ein Dros(kenkutscher in Berlin war dur ein vorüber-

Straßendamm an den auf dem Halteplay befindlihen Droschken entlang ein Bierglas, aus welchem ein anderer Droschkenkutscher ge- trurfen hatte, forttrug. Das Reic€-Versiherungsamt hat in Ueber- einstimmung mit dem Schiedsgericht diesen Unfall in der Rekurs- ents<eidung vom 18, November 1890 als einen al dia e

ührern der Droschken in Berlin kann füglih ni<t zugemuthet werden, daß sie während des oft stundenlangen Aufenthaltes auf den Haltestellen stets auf ihren Wagen sizen bleiben. Der Aufenthalt auf den Bürger- steigen aber ist polizeili<h untersagt. Die Kutscher sind somit auf das Verweilen auf dem Straßendamm angewiesen und deshalb den Gefahren des Wagenverkehrs gerade vermöge ihres Berufs in be- fonderem Maße ausgeseßt. Von dieser Gefahr, wel<e sh unter den vorliegenden Verhältnissen als eine Betriebsgefahr darstellt, ist au< der Kläger betroffen worden, und es ist deshalb sein Unfall als Be- triebsunfall anzusehen. Dem steht auh der Umstand nit entgegen, daß der Kläger im Augenbli>e des Unfalls im Begriffe war, ein Bierglas fortzutragen. Denn er haite, als er überfahren wurde, den . DrosWkenhaïteplay nicht verlassen und war no< in der Lage, eine Fahrt, zu der er etwa gemiethet worden wäre, sofort anzutreten, da er das Glas dur einen anderen der anwesenden Kutscher foctshaffen lassen konnte; seine Dienstbereitschaft, in wel<her eben seine damalige Dierstthätigkeit bestand, war somit zur Zeit des Unfalls nicht auf- gehoben (zu vergleichen dagegen die nawfolgende Rekursent scheidung fowie die Rekursentscheidung 828, „Amtliche Nachrichten des R.-V.-A“ 1890 Seite 198).

1032.) Ein Droschkenkut\her wollte die ihm von einem Fahr- gast i Äntritt der bestellten Fahrt gelassene Pause von etwa zehn Minuten zur Befriedigung eines Bedürfnisses benußen. Da er die nächste öffentlihe Bedürfnißanstalt bereits ges{hlossen fand, begab er

< zu dem genannten Zwe>ke in eine nahe gelegene Gastwirthschaft, nahdem er die Aufsicht über feine Droschke einem Anderen gegen eringes Entgelt übertragen hatte. Er fiel dort die Kellertrepye hinab, indem er in der Dunkelheit irrthümlich in die Kellerthür, statt in die nebenan befindlide Abortsthür trat. Wegen der hierbei er

littenen Verleßungen machte er gegen die Berufsgenossenshaft, welber der Betrieb feines Arbeitgebets aygehörte. Entschädigungsanfprüche geltend. Hierbei leitete er den ursählichen Zusammenhang des Unfalls mit dem Droschkenbetriebe insbesondere aus der Eigenart des leßteren her, wel<er den Kutscher den ganzen Tag über auf der Straße fest- halte und es ihm unmögli% mache, für den in Rede stehenden Zweck bekannte Gelegenheiten aufiusu<hen. Das Reichs-Versicherungsamt hat dur< Entscheidung vom 3. November 1890 in Uebereinstimmung mit dem Schiedsgeriht das Vorliegen eines Betriebsunfalles verneint. Die Thâtigkeit, bei deren Vornahme der Kläger verleßt worden ist, diente seinen persönlichen Interessen. Die Gefahr, der er hierbei er- legen ist, war an si keine Betriebsgefahr, sondern eine Gefahr des gemeinen Lebens, Nah den ganzen Umständen des Falles kann auch niht zugegeben werden, daß der Betrieb und dessen Anforderungen etwa dadur mittelbar zu einer Erhöhung jener Gefahr beigetragen hätten, daß fie dem Kutscher eine ungewöhnliche Eile auferlegten, bei der er die üblihe Vorsicht niht anwenden koante. Er befand si vielmehr in keiner wesentlih anderen Lage, als jeder Straßenpassant, der, wie der Kläger, unterwegs ein Restaurationslokal bezw. dessen Abort betriit (zu vergleichen die Rekursentscheidurg 828, „Amtliche Nachrichten des R.-V.-A.“ 1890 Seite 198, und dagegen die vor-

stehende Entscheidung).

(1033.) Dem Führer eines Fuhrwerk3 ging, als er neben dem Wagen herschritt, das Gespann dur<h. Da es ibm nicht gelang, dasselbe wieder einzuholen, mußte er den Rest des Weges nah seinem Bestimmungsorte allein zu Fuß zurücklegen. Einen Unfall, der ihm auf diesem Wege zustieß, hat das Reichs-Versicherungëamt durch Rekursenti\s<heidung vom 15. Juai 1891 als Betriebsunfall anerkannt, da der ganze Weg für den Verlegten eine Betriebshandlung dar- stellte, solange er. niht freiwillig aus seiner Betriebsthätigkeit heraus - trat, was hier bei der von ihm nicht beabsichtigten und nicht veés<uldeten Trennung von seinem Gespann niht der Fall war (zu vergleichen dagegen die na<hfolgende Entscheidung).

(1034.) Ein Fuhrmann, welcher in Folge von Trunkenheit nit mehr fähig war, scin Fuhtwerk zu leiten, hatte die Führung des- selben aa einen Dritten abgetreten. Er selbst ging hinter dem Wagen auf der freien Landstraße. her, bis erx niederstürzte; in Folge der hierbei erlittenen Verleßungen verstarb er am folgenden Lage. Die von den Hinterbliebenen erhobenen Entschädigungsansprüche hat das Reichs-Versicherung8amt dur< Rekursents{heidung vom 23. Februar 1891 zurücgewiesen. Dadurch, daß der Verunglü>kte die Führung des Wagens einer anderen Person überließ, ist er aus feiner Be- triebsthätigkeit herausgetreten. Ein Unfall „bei dem Betciebe“ könnte nur dann angenommen werden, wenn die tödtlihe Verleßung dur< den im Betriebe verwendeten Wagen in irgend wel<her Weise be- einflußt worden wäre. Dies war indessen niht der Fall, da der Ver- unglü>t: weder beim Besteigen des Wagens oder beim Absteigen von demselben seinen Sturz erlitten, noch au<h na< dem Sturze von dem Wagen überfahren worden ist (zu vergleihen dagegen die vor-

stehende Entscheit ung).

1035.) Der Ünternehmer eines größeren gewerbsmäßigen Fuhr- well. welcher als solcher Mitglied der Fuhrwerks8-Berufs- genossenschaft ist, hatte mit seinen Betriebseinrihtungen und seinem Personal die Pflege, Wartung und Bereitstellung der Pferde und des B eines Fabrikbesitzers Übernommen. Als auf seine Anordnung ein in seinem ständigen Dienste stehender Fuhrkne<ht Pferde und Wagen nah dem Hause des Fabrikbesißers |<hafffte, um sie diesem dort zu übergeben, erlitt derselbe einen Unfall. Jn Uebereinstimmung mit dem Schiedsgericht hat das Reichs-Versicherungsamt dur Rekurs- entsheidung vom 4, Mai 1891 die Fuhrwerks-Berufsgenossenschaft zur Eewährung der geseßlichen Entshädigung an den Fuhrknecht ver- urtheilt, Geschäfte der Art, wie sie hier der Fuhrherr mit dem Fabrikbesizer abgzes<hlossen hat, bilden vielfah einen nit unwesent- lihen Theil des Gewerbebetriebes von Fuhrunternehmern. Diese ziehen aus ihnen den Gewinn als Gewerbetreibende und führen die hierbei erforderlihen Arbeiten für ihre Re<hnung aus, Die Arbeiter sind also bei Verrichtung derselben in den Betrieben ihrer ständigen Arbeitgeber, der Fuhrunternehmer, beschäftigt; sie treten hierbei nicht in die Betriebe oder in den Dienst der betreffenden dritten Personen ein (ou< zu vergleichen Rekursentsheidung 738, „Amtliche Nachrichten

des R.-V.-A.* 1889 Sette 352).

Statistik und Volkswirthschaft.

t tlihe Versammlungen. Am 14, Mh U in Berlin eine Sißung des Aus- \Gusses des Centralverbandes deutscher Industrieller

Zweite Beilage nzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Mittwoh, den 21. Oktober

der Arbeiter, vom 15. Juni 1883, die Ausstellungsfrage sowie der Gesetzentwurf, betreffend das Telegraphenwesen des Deutshen Reichs und die elektrischen Anlagen. Ï Auch der Aus\<{<uß des deuts<hen Handelstages dürfte no< in der ersten Hälfte des November, vielleiht gegen den 12. und 13, in Berlin seine Sitzungen abhalten. Der Auéts<uß, welcher die Gegenstände der Berathung für das Plenum vorzubereiten hat, will die Frage erörtern, ob au< die Handelsverträge {hon jeßt, no< che sie veröffentliht sind, auf die Tagesordnung dec nä>sten Plenarversammlung geseßt werden sollen, Da ni<t abzusehen ist, ob die Handelsverträge no< vor Weihnachten der Oeffentlichkeit werden übergeben werden können, \o wird dem Auss{<u}sse vornehmli<h die Frage unterbreitet werdcn, ob nah Lage ter Sache die Berufung des Plenums bis zum Beginn des nächsten Jahres hinausgeshoben werden kann.

Ergebniß der indirekten Steuern in Breslau.

Eine vergleihende Zusammenstellung des Ertrages der indirekten Steuern in der Stadt Breslau im ersten und zweiten Vierteljahre dieses Jahres und in den gleihen Zeiträumen des vorigen Jahres ergiebt, wie die „S<les. Ztg.“ hervorhebt, u. a. die bemerken8werthe Thatsache, daß die Stadt troß der herrschenden Nothlage im ersten Halbjahre dieses Jahres erhebli< mehr aus der Schla <tsteuer gezogen hat als im Vorjahre. Es brachte die Schla<tsteuer im ersten Vierteljahre 1891 316 438,86 #4, im zweiten Vierteljahre 1891 309 378,15 46, im Vorjahre in gleicher Zeit 289 762,12 A6 bezw. 285 699,82 #Æ, in diesem Jahre also 26 676,74 M. bezw. 2368813 A mehr. Die übrigen Steuern brahten folgende Erträge ein: die Wildfft euer im ersten Vierteljahre 1891 2298,92 #, im zweiten Vierteljahre 1891 6616,84 Æ, im Vorjahre 2446,01 Æ bezw. 8110,76 M, alfo in diesem Jahre 147,09 bezw. 1493,92 M weniger. Die Biersteuer im ersten Vierteljahre 1891 : 16 658,09 (6, im zweiten Vierteljahre 1891: 18 198,01 4, im Vorjahre 16 748,30 bezw. 18 164,12 M:, also in diesem Jahre ungefähr ebensoviel (90,21 M weniger, bezw. 33,29 G mehr). Der Schlac<hthof- zins im ersten Vierteljahre 1891: 12 434,52 M, im zweiten Viertel- jahre 1891 12 348,74 4, im Vorjahre 11 958,46 M bezw. 11 327,38 46, also in diesem Jahre 476,06 bezw. 1021,36 46 mehr. Der Braumalzfsteuerzuschlag im ersten Vierteljahre 1891 47 153 M, im zweiten Vierteljahre 1891 46 436,57 4, im Vorjahre 48 640,78 46 bezw. 50 426,33 M, also 1487,78 M. bezw. 3983,76 M weniger.

Wohlfahrts-Einrichtungen in Swlesien.

In Lauban ift der Bau eines neuen Kreis-Krankenhauses in Aussicht genommen worden. Nachdem ver Vaterländische Frauen- Zweigverein für Goldberg-Haynau bereits in Haynau eine Haus- haltungsshule für unbemittelte Mädchen ins Leben gerufen hat, ist nunmehr beschlossen worden, eine gleiche Einrichtung au< in Goldberg zu begründen. In Schweidniy is eine katbolishe Waisen-Anstalt erriht:t und zunähst mit zehn Zög- lingen beseßt worden. Die Pflege der Zöglinge ist den St. Hedwigsschroestern übertragen worden. In Lande > wird der Bau eines neuen f\tädtis<hen Krankenhauses ausgeführt. In Jauer ge- denken die „Grauen Schwestern“ eine Spielschule zu eröffnen. Der Vaterländische Frauenverein in Raudten hat die Verwaltung des städtishen Krankenhauses daselbst übernommen und die Anstellung einer Schwester bewirkt,

Die Dresdner Volksunterhaltungsabende sind am 18. Oktober in ihren 6, Jahrgang eingetreten. Den Mittel- punkt des Abends bildete ein Vortrag des Arztes Dr. Meinert über das Thema: „Was sollen wir trinken?“ Er wandte si namentli gegen das gewohnheitsmäßige Biertrinken und führte aus, daß wir einer viel größeren Mäßigkeit uns befleißigen müßten, wenn wir in einer ähnlichen Lage, wie die, an welche der 18, Oktober erinnert, einen ähnlichen Erfolg erzielen wollten. Vorher ging eine Begrüßung der An- wesenden durch dea Vorsißenden des Vereins „Volkswohl“. Er berichtete zugleih über die günstigen Resultate diescs Vereins und seiner Bolksheime, die ja ret eigentlih erst aus den Dresdner Volksunter- haltungs8abenden hervorgegangen sind, da man empfand, daß den ver- schiedenen Klassen der Bevölkerung ni<ht nur an einigen Sonntagen des Winters, sondern au< an Wochentagen Stätten für edlere ge- sellige Unterhaltung, für Lektüre und gemeinsame Belehrung geöffnet werden sollten. Der Verein „Volkswohl“ zählte im Jahre 1889: 1470 Mitglieder mit 6629 46 Jahresbeiträgen, 1890; 2042 Mitglieder mit 8437 4 und bis Oktober 1891 : 2085 Mitglieder mit 9100 Jahresbeiträgen. Der Verein hat bis jeßt drei VBolksheime und ein Mädchenheim begründet.

Zur Arbeiterbewegung. :

Der sozialdemokratishe Parteitag in Erfurt genehmigte, wie bereits gestern unter den Telegrammen „Nach Schluß der Redaktion“ mitgetheilt werden konnte, den Antrag der Breslauer und Dortmunder Parteigenossen in Betreff der Jugendliteratur; einige andere sogenannte „Einzelanträge wurden abgelehnt, Ein Antrag der Münchener Vertreter, auf Kosten der Partei ein statistishes Bureau zu errichten, welhes in die von den Arbeitern unternommenen statistischen Er- hebungen Einheitlichkeit und Gleihmäßigfkeit bringe, wurde der Parteileitung zur Berücksichtigung überwiesen. Aus den weiteren Verhandlungen sei Folgendes erwähnt:

Ein Antrag: „Alle Wahlkreise, in denen die Lage der arbeitenden Bevölkerung eine zu \{le<te ist, um die Wahl- und Agitationskosten selbs aufbringen zu können, sind materiell von der Partei zu unter- stüßen. Außerdem sollen von dem Parteivorstand gewandte Redner der Retchstags-Fraktion zu größeren Agitationstouren in das Land geshi>t werden, und zwar mit besonderer Berücksichtigung von Süddeuts{- land®* wurde dem Parteivorstand zur Erledigung überwiesen. Von M etz ner (Berlin) is ein Protest der Berliner Vertreter da- gegen eingereiht worden, daß die aus der Partei ausgetretenen Mit- glieder der Opposition eine Versammlung über den Am in Berlin für den gestrigen Tag anberaumen ließen; die Berliner Delegirten protestiren dagegen, daß vor Schluß des Partei- tages unter Parteigenossen über den Parteitag verhandelt werde. In der gestrigen Nachmittagssißung wurde in Bezug auf die Vorgänge in Camen, Eisfeld und Spenge eine „Entrüstungs- resolution“ gefaßt. Ein Antrag, welcher die sozialdemokratische Fraktion beauftragt, im Reichstage die Abschaffung einer Reihe von in S bestehenden Gesezesbestimmungen zu beantragen, wurde genehmigt. 2

Wie aus. einer Mittheilung des „Vorwärts“ zu ersehen, hatten die aus der sozialdemokratishen Partei ausges a Erfurter Vertreter Wildberger, Werner u. \, w. gestern inBerlin eine Versammlung anberaumt, zu der sih 6— 700 Me eingefunden hatten. Der „Genosse Zubeil verlas e Protesttelegramm der Berliner Vertreter in Erfurt gegen eine Verhandlung über den Parteitag, bevor dieser geln en

1891.

verlassen, worauf ein großer Theil der anwesenden Partei- genossen den Saal verließ. Ueber den späteren Verlauf der Versammlung theilt der „Vorwärts“ Nichts mit.

Aus London berihtet die „Alg. Corr.“ untec dem 20. d. M.

Nah fünfundzwanzigwöhigem Ausstande kehrten die feiernden Londoner Zimmerleute und Schreiner heute Morgen an die Arbeit zurü>. Der Strike hat ihnen 59000 Pfd. Sterl. gekostet. Die Forderung der Arbeiter war bekanntli, daß die Arbeitswoche 47 Stunden und der Lohn 10 4d. die Stunde betragen soll. Jett ist die Angelegenheit dem Präsidenten des Königlichen Instituts britischer Architekten zum Schiedsfprüch uritérbreitet worden.

Mannigfaliiges.

Dresden, 18, Oktober. Die dritte allgemeine deutsche Sittlichkeits-Konferenz? fand hier am 14. und 15. Oktober statt. In Bezug auf die w tere Organisation des Verbandes nahm die Delegirten-Konferenz folgende von dem Vorsitzenden Pfarrer Lie. Weber vorgeshlagenen Sätze an:

1) Die Bildung von Provinzial- oder Landesvereinen zur Hebung der öffentlihen Sittlichkeit ist, wo sie no< nicht geschehen, dur A des Herrn General-S ekretärs mögli&#| bald ins Werk zu setzen,

2) Die Berufsarbeiter der inneren Mission, insbesondere die Gefängniß- und Magdalenen-Geistlichen, sind um Mithülfe bei der Bildung neuer und der Lebendigerhaltung der alten Vereine dur< Vorträge und Mittheilungen aus ihren Erfahrungen an die Vereins- vorstände und an die Zeitungen dringlich zu ersuchen. : Alsdann gab Herr Hof-Prediger Klemm ein lichtvolles und ein- gehendes Referat über die Mittel und Wege lokaler Organisation. Hierauf wurde über die Theaterangelegenheit gesprochen und nah Mittheilungen von dem braunshweigishen Gesandten in Berlin, Bundesraths-Bevollmächtigten Freiberrn von Cramm und Pastor Keller auf Antrag des Vorsißenden beschlossen, an Seine Majestät den Kaiser und die deutshen Bundesfürsten die Bitte zu rihten, um dem verderb- lihen und länger ni<t mehr zu duldenden Treiben auf unzähligen Theatern Einhalt zu thun, Kommissionen einzusetzen, aus Vertretern des Ministeriums des Innern und des Kultus sowie Fahmännern bestehend, welche die Frage gründlih berathen und zu einem praktischen Ziele för- dern. Sodann wurde der Wunsh nah einer Vereinigung der beiden jeßt bestehenden literarishen Sittlichkeitsorgane sowie nach besonderen wissenschaftlichen Artikeln über die streitigen Fragen ausgesprochen. Am anderen Tage fand um 7 Uhr in dem glänzend ausgestatteten Saal der Stadtverordneten die eigentliche Hauptversammlung statt. Pfarrer Weber eröffnete sie mit Worten der Begrüßung an die aus allen Ständen und Beruféklassen Dresdens und des Königreichs Sachsen zahlrei Erschienenen, insbesondere an die hohen Vertreter der Staatsregierung, des Kirchenregiments und der städtischen Behörden. Pfarrer Weber gab au< noch einen kurzen Ueberbli> über die Ge- \hi<te der deutschen Sittlichkeitsberoegung, welche in den zweieinhalb Jahren außerordentli< zugenommen habe und si auf <ristlicher, aber interkonfessioneller Basis bewege. Sodann gab Pfarrer Krüke- Alt-Landsberg ein Referat über „Kunst und Sittlichkeit“. Eine fehr angeregte Debatte führte \{<ließli< zur einstimmigen Annahme folgender beiden Resolutionen: „Die Allgemeine deutsche Sitilichkeits- Konferenz richtet an alle deuts<en Künstler die“ -ringende Bitte, in ihrer ecnsten, verantwortungsvollen Stellung als Bildner und Erzieher des Volkes si bei der Konzeption und Durchführung ihrer künst- lerishen Motive allezeit von den für jede Persönlichkeit geltenden ewigen Grundsätzen der Sittlichkeit bestimmen zu lassen“ und „sie rihtet an alle ernster Denkenden im Volk die dringende Bitte, gegen die Ausschreitungen der modernen realistis<hen Kunst mit allen geseßlih zulässigen Mitteln zu protestiren.“ Nach der Hauptrersammlung fand wieder cine Delegirten-Konferenz statt, in wel<er zunächst der Ent- wurf eines Anschreibens an die Gemeindekircherräthe der verschiedenen evangelishen Landeskirhen, si< an dem Kampfe zu betheiligen, be- {lossen und sodann Bericht gegeben wurde, über die im Auftrage der Konferenz herausgegebene Broshüren-Serie : „Moderne realistishe Literatur im Lichte der Ethik und Aesthetik" (zu beziehen dur das Burean der Sittlichkeits:-Vereine, Berlin SW., Oranienstraße 104). Als Ort der nächstjährigen Konferenz wurde Franffurt a. M. bezw. Darmstadt bestimmt und der Vorstand per Akflamation wieder- gewählt. Am Abend fand dann nocþ eine öffentlide Frauenversamm- lung statt, in welcher über die Pflege der Sittlichkeit dur<h die

London, 19, Oktober. Sturm und Regen sind seit einer Woche im ganzen Königreich an der Tagesordnung. Dem Orkan vom Freitag folgte am Sonnabend eine kurze Pause, welhe jedo< {hon am nä<sten Tage neuem Unwetter weihen mußte. Das Barometer begann früh am Morgen im Westen Irlands zu fallen, und die steife südliche Brise \hwoll zum Sturm an, welcher si< in östliher Rich- tung über ganz Irland und den Westen von Schottland erstre>te. Die See an den Küsten ging hoh, und au< heute Morgen wüthete der Sturm no< mit wenig verminderter Heftigkeit fort. I Dorsetshire ist das Thal des „Stour“ und des „Frome“" meilen- weit übers<hwemmt, und Tausende von Morgen Landes stehen unter

Wasser.

Paris, 19, Oktober, Der gestrige Abend-Expreßzug Lyon-Grenoble wurde, wie der Berner „Bund“ meldet, beim Passiren des Tunnels, unter welchem ein Erdruts stattgefunden hatte, beinahe begraben. Nur Fahrscnelligkeit rettete das Leben der Passagiere. Der hintere Theil des Zuges ift abgestürzt. Der Gepäk- wagen wurde begraben.

Paris, 21. Oktober. Auf der Orleansbahn stießen, laut Meldung des „W. T. B.*“, gestern bei Alb i (Departement du Tarn) zwei Züge zusammen, wobei se<zehn Personen leihte Verleßungen erhielten.

Valencia, 17. Oktober. Die Zahl der in Co nsuegra Ver- unglü>ten ist, wie der „Köln, Z.* mitgetheilt wird, im Anfang be- deutend übertrieben worden. Nah den amtlichen Erhebungen wird si die Zahl der Todten auf etwa 500 belaufen, is aljo_immer no< erhebli< genug. Indessen haben die nationalen Sammlungen niht die Höhe erreiht, die man anfänglih erwartete. Es sind bis jeßt erst 925 000 Pesetas beisammen. Der „Jmparcial beabsichtigt, von den seinerseits gesammelten 135 000 Pesetas ein eigenes, setnen Namen tragendes Stadtviertel für die obdahlos gewordenen Armen zu er- bauen. Die Sammlung des deutschen Comités in Madrid betrug bis zum 10. d. M. 13575 Pesetas. Es sind daran die Kolonien in Madrid, Malaga, Santander, Barcelona, Huelva, Sevilla, Carta- gena, Cadix und Valencia und mit 1000 Pesetas die Spanisch- Deutsche Bank betheiligt, sowie zahlreihe Firmen in Deutschland, die mit Spanien in Geschäftsverkehr stehen ; weitere Sendungen werden

no<h erwartet. N

- , 20. Oktober. Aus Pottsville (Pennsylvanien) ieb aut E B. H.* gemeldet: Auf der Readingbahn explodirte hier gestern eine Maschine, wodur vier Personen

getödtet wurden.

ist, und forderte Diejenigen, welche auf dem Boden der Partei-

f äftlihen Angelegenheiten befinden si<_ noch E e O Rv Don M aiten Interesse auf der Tages- ordnung: Die Novelle zum Gesetz, betreffend die Krankenversicherung

leitung und der Fraktion stehen, auf, mit ihm den Saal zu