1891 / 250 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ferner werden an den Verhandlungen betheiligt sein der taats-Kommissar bei der thüringishen Versiherungs-Anstalt, Geheimer Regierungs: Rath Stier, und als Vertreter des Vor- standes dieser Anstalt Regierungs: Rath Elle und Regierungs- Rath Willharm. Hamburg. j Hamburg, 22. Oktober. Die Bürgerschaft hat in ihrer heutigen Sißung den gestern mitgetheilten dringlichen Antrag des Senats angenommen. Sie bewilligte zum Zwe> der Hebung des Wra>ks des Dampfers „Athabasca“ die Summe von 150 000 #4, sowie fernere 15000 4 für sonst erforderlihe Maßregeln, ersuchte jedo<h gleichzeitig den Senat, ihr baldigst eine Vorlage betreffs Regulirung des Fahrwassers der Unterelbe zugehen zu lassen.

Oesterreich-Ungarn.

Wien, 23. Oktober. Seine Majestät der Kaiser und König empfing gestern Nahmittag den hier weilenden Bischof Soagro aus Central-Afrika.

Einem ausführlihen Bericht des „Fremdenblatt“ über die Gedenkfeier des Infanterie-Regiments Wi l- helm I. Deutscher Kaiser und König von Preußen

Nr. 34 entnehmen wir no< Folgendes:

Bei der Parade hielt der Regiments-Kommandant Dberst Freiherr von Königsbrunn folgende Ansprache:

„Meine Herren! Mit besonderer Weihe begeben wir heute die eer der fünzigjährigen Namensführung. Es ist ein Tag pietätvoller

rinnerung an unseren Erlauhten Inhaber, der zu allen Zeiten dem Regiment seine Huld und Gnade, sein warmes Interesse zugewendet bat. Wir bli>en zurü> in der Geschichte des Regiments! Bewegten Herzens lesen wir das huldvolle Schreiben vom 11. Oktober 1841, mit welhem Seine Königliche Hoheit der damalige Prinz Wilhelm von Preußen gelegentlih seiner Ernennung zum Obersten-Inhaber des Regiments dasselbe begrüßte. Der hohe ritterlihe Sinn, welcher i<h in demselben ausspricht, muß alle Herzen erwärmen und begeistern. Und so finden wir bei jeder Gelegenheit, wenn es dem Regiment oder einzelnen Mitgliedern desselben vergönnt war, dem hohen Inhaber vor die Augen treten zu können, zahlreihe Beweise derselben unermüd- lihen Huld und des Wohlwollens, mit welhem Allerhö<stderselbe das Regiment begleitete, Ich erinnere an das Jahr 1864! Das Regiment war damals so glü>li<, an der Seite der preußis<en Kameraden an den siegreichen Käw pfen in Schleswig-Holstein und Jütland theilnehmen zu können. Gebobenen Herzens gedenken die älteren Kameraden unter uns des überaus huldvollen Empfanges, welcher nah Beendigung des Feldzuges dem Regimert und insbesondere dem Offizier-Corps von Seite Seiner Majestät Wilhelm I. in Berlin zu Theil wurde. Auch diese Tage baben in der Regimentsgeschichte einen würdigen Plaß gefunden, und sie werden in der Erinne- rung fortleben für alle Zeiten. Das Regiment ist stolz und glü>lih, nunmehr au<h Seine Majestät Wilhelm 11, den Erben aller ritterlihen Tugenden seiner hohea Vorfahren, seinen Inhaber nennen zu dürfen. Unvergessen bleibt die herz- gewinnende Weise, mit welcher Allerhöcbstderselbe vor wenigen Jahren als Prinz Wilhelm zu wiederholten Malen unter das Offizier- Corps 1rat und einzelne Mitglieder detselben empfing. Als Zeichen besonderer Huld empfangen wir heute die von Seiner Majeslät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen dem Regiment Aller- gnädigst ge|\pendeten Fakbnenbänder; dieselben werden von nun an immer unsere Fahne s{müd>en und urs voranleuchten, wenn es gilt, in ernster Zeit für Kaiser und Vaterland einzustehen !“

Nach der Parade wurde an Seine Majestät den Deutschen Kaiser nachslehendes Huldigungs - Telegramm abgesendet : i

„Geruhen Euere Majestät an dem Tage, an welhem das Kaiser- lie und Königliche 34. Infanterie-Regiment vor cinem halben Jahr- hundert seinen glorreihen Namen erhielt, die Huldigung, wel<e das Offizier-Corps seinem Dur({lauchtigsten Jnhaber in tiefster Ehrfurcht darbringt, sowie den ehrerbietigsten Dank für die huldvollst gespen- deten Fahnenbänder allergnädigst entgegenzunehmen. Freiherr von Königsbrunn, Oberst und Regiments-Kommandant.

Während des Diners ging von Seiner Majestät dem Kaiser Wilhelm folgendes Antworttelegramm ein:

„Mit Meinem braven Regimente feiere Ich heute den Tag, an welchem vor nun fünfzig Jahren Meines hochseligen Herrn Groß» vaters Majestät zum Inhaber ernannt wurde, und will dem Offizier- Corps als ein weiteres Zeichen Meines Wohlwollens und zur bleibenden Erinnerung Mein Bildniß in Oel verleihen; dasselbe wird nach vollendeter Fertigstellung dem Regiment zugehen. Wilhelm.“

Der erste von dem Kommandanten des Regiments Frei- herrn von Königsbrunn während des Diners ausgebrahte Toast lautete:

„Im Namen des hier versammelten Offizier-Corp3 des Regi-' ments, das hochbeglü>t und geehrt dur tie Anwesenheit seiner hoch- ges<häßten Gäste ist erlaube i< mir das Wort zu ergreifen, um Gefühlen Ausdru> zu geben, welhe Jeden von uns, weß' Standes er auch sei, heute und immerdar mäctig beherrshen. Wir bli>en in Liebe und Ehrfurht empor zu den beiden erhabenen Monarchen, die, in treuer Freundschaft geeinigt, unablässig bestrebt sind, das Glüd> und die Wohlfahrt ihrer Völker zu fördern und zu siern, Wohl wird aber auch in keinem Theile des weiten Ertkreises dem Herrscher ein solher Schaß von Liebe und Treue, von Anhänglichkeit und Opferwilligkeit entgegengebraht, wie in den beiden verbündeten Reichen. Und insbesondere die Armeen; sympathish fühlen wir uns angezogen, denn uns beherrschen glei<he Ideale, gleihe Begriffe, uns erfüllt ein gleihes Streben. In unbegrenzter Liebe und Hingebung sind wir unseren obersten Kriegsherren ergeben, deren ganze, unablässige Fürsorge der Armee zugewendet, ist. Möge es unseren erhabenen Herrschern beschieden sein, no< eine lange, lange Reihe von Jahren zum Segen ihrer Völker, zum Besten ihrer Armeen zu walten! Jh gedenke zu dieser Stunde des verewigten Kaisers, dessen glorreichen Namen das Regiment für immerwährende Zeiten führt, und erhebe das Glas auf das Wohl Seiner Kaiserlichen und König- lihen Apostolishen Majestät unseres Allergnädigsten Kaisers und Königs und auf das Wohl Seiner Majestät des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen, unseres dur<lauhtigen Inhabers!“

Diese mit Begeisterung gesprohenen Worte zündeten, und nicht endenwollend brauste der Ruf aus patrio- tishen Soldatenherzen: „Hoh Seine Majestät, unsex ge- liebter Kriegsherr , Hoh Seine Majestät, unser Oberst- Inhaber!“ Die österreihishe und preußishe -Volkshymne folgten, Klänge, die begeisterten Widerhall fanden in den ge-

obenen Herzen aller Anwesenden. Jn den unbeschreiblihen ubel mischten si< die vom Scheihenberg her abgegebenen

Kanonensalute.

Nach einem von dem Corps-Kommandanten, Feldzeug- meister von Braumüller ausgebrahten Hoh auf das Re- giment brachte Oberst Freiherr von Königsbrunn folgen- den Toast aus:

„Mit ehrerbietigem Danke vernahmen wir die erhebenden Worte Seiner Excellenz des Herrn Corps-Kommandanten, dem wir in ver- trauenévoller Verehrung ergeben sind. Treu, tapfer und ausdauernd, wie es gewesen, wird das Regiment au<h in ernsten Zeiten dem

unserer Dankbarkeit gegenüber den hier anwesenden Kameraden der rubmreihen preußishen Armee Ausdru> zu verleihen, welche dur< ihre Gegenwart dem heutigen Festtage eine besondere Weihe verleiben. Mit warmem Herzen begrüßen wir sie in unserer Mitte, reichen ibnen die kameradschaftlihe Hand. ... Sie haben eine weite Reise ni<t gescheut, um Zeugniß abzulegen von den Ge- Pen edler Waffenbrüdershaft, welbe zwischen uns - herrscht.

ehmen Sie unseren herzlihsten und aufrihtigsten Dank hierfür ent- geger, und sollte es uns einst beschieden sein, Seite an Seite zu kämpfen, so werden wir in begeistertem Wett- eifer mit den Männern von Mars-la-Tour und Sedan für Kaiser, König und Vaterland eintreten. Ein drei- fahes Hoch unseren geehrten Gästen !*“

Der deutsche Militär-Attahé, Oberst: Lieutenant von Deines beantwortete den Toast mit der bereits gestern mit- getheilten Ansprache, worauf der mit der Führung des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 beaustragte h ena pt von Hugo solgenden Trinkspru<h aus-

rate :

„Meine Herren Kameraden, geehrter Herr Commandeur! Jm Namen des Garde-Grenadier- Regiments, als dessen Vertreter ih die Ehre habe, vor Ihnen zu stehen, erlaube i< mir, einen warmen kFamerads<aftlihen Gruß und unjere herzlihen Glü>wünsche zum heutigen Feste auszurihten. Mein Regiment ist hohbeglü>t über die demselben zu Theil gewordene Auszeichnung, zu diesem hehren Feste eingeladen worden zu sein, und i< diesen \{önen Tag in Ihrer Mitte zu verleben. J< bin fest überzeugt, daß dieses Zusammersein die langjährigen, innigen Beziehungen zwischen den beiden Regimentern, w.l<e ih stolz rühmen können, die hohen Namen der gegenseitigen Monarchen zu tragen, no< enger knüpfen wird. Das Telegramm meines Regiments hat die Gefühle gekennzeichnet, die uns beseelen. Erlauben Sie mir no<, die lebhaften Sympathien, welwe wir für das 34. ungarishe Regiment empfinden, zusammenzufassen in dem Wunsch, daß das in jegliher Anerkennung wurzelnde Wohlwollen Seiner Majestät des Kaisers Franz Joseph, sowie die besondere Huld Fhres erhabenen Inhabers, Seiner Majestät des Deutschen Kaisers, allezeit bewahrt bleiben möge und es dem Regiment gegönnt sein möge, dereinst, gleich seinen tapferen Ahnen, in edlem Wetteifer mit uns für Gott, Kaiser und Vaterland seinen Ruf neu zu bethätigen In diesem Sinne, meine Herren, erhebe ih das Glas auf das Kaiserlihe und Königliche Infanterie-Regiment Wilhelm 1. Deutscher Kaiser und König von Preußen Nr. 34. Hurrah !“

Zu den Handelsvertragsverhandlungen mit Serbien schreibt das „Fremdenblatt“:

Wie wir erfahren, sind die Instruktionen unserer Delegirten für die Vertragsverhandlungen mit Serbien von den beiderseitigen Re- gierungen endgültig festgestellt und genehmigt worden; die Bertrags- verhandlungen selbst dürften im Laufe des nähsten Monats in Wien beginnen. Bekanntlich hat die serbishe Regierung vor einiger Zeit dem Wunsche Ausdru> gegeben, vorläufig nur mit Oesterreich-Ungarn in Ver- handlungen einzutreten. Wir höôren nunmehr, daß die serbische Re- gierung auf diesem Wunsch niht mehr besteht, sondern daß tie Ver- handlungen mit Oesterreich - Ungarn und dem Deutschen Reich gemeinschaftlich hier in Wien geführt werden sollen. Diese korporative Verhandlung war ja auch bereits in dem Erlasse des Handels-Ministers an die Handelskammern vom 7, Mai, in wel<hem dieselben um ihre Gutachten zn den Handels- verträgen mit der Schweiz, Italien und Serbien aufgefordert werden, in Aussicht genommen, und von diesem Gesihtspunkte aus wurden auh die Gutachten abgefaßt, Daß eine solhe Kooperation die Möglichkeit von Erleiwterungen für den Grenzverkehr, also separate Verhandlungen über dieselben, ni<t aus\<ließt, hat sih ja auch bei den Verÿandlungen mit der Schweiz gezeigt, und da diese Erleichterungen im Grenzverkehr im beiderseitigen Interesse Oester- reih-Ungarns und Serbiens gelegen sind, ein Grenzverkehr zwischen dem Deutschen Reih und Serbien aber niht besteht, so liegt es wohl nahe, daß derartige Erleichterungen au< keine Nachwirk ungea auf deutshe Provenienzen haben können.

Demselben Blatte zufolge haben bezügli<h des Handelsvertrages mit der Türkei und Bulgarien wegen einer gemeinsamen Gesezesvorlage in dem österreihishen und dem ungarishen Parlamente Verhandlungen der beiderseitigen Regierungen stattgefunden. Die Einbringung einer Vorlage über die Verlängerung des jeßigen Vertrags-Verhältnisses mit der Türkei und Bulgarien stehe demnächst bevor. i

Im Abgeordnetenhause begründeten gestern, wie „W, T. B.“ berichtet, bei der Generaldebatte über das Budget die jungczehishen Redner ihre ablehnende Haltung hauptsählih mit dem Hinweis auf den böhmischen Ausgleich und mit dem Vorwurf der Zurüsezung des czehishen Volkes Seitens der Pegrung Insbesondere bemängelte Vasaty das hohe Kriegs budget, welches nur eine Folge der Allianz mit Deu tshland sei, da Oesterreih-Ungarn von keiner Seite ein Angriff drohe. Am Schluß der Sißbung richtete der Abg. Prade an den Minister des Jnnern die anns was er gegenüber der Verunglimpfung der Reichenberger Be- hörden und der Agitation unter der czehishen Bevölkerung daselbst zu thun gedenke. :

Jm Finanzauss<uß des unga rishen Unterhauses erklärte gestern der Handels-Minister Baroß, die durh die Herabseßung der Gütertarife bisher erzielten Resultate seien beruhigend. Wenn sich die allgemeinen wirthschaftlichen Ver- hältnisse niht vershlimmerten, dürfte ein Rückgang in finan- zieller Hinsicht voraussichtlih nit eintreten. : i

Jn der Sigzung des Unterhauses entspann si bei der weiteren Debatte über das fünfmonatlihe Budgetprovi- forium eine eltige persönliche Auseinandersezung zwischen Horan2zky (gemäßigte Opposition) und dem Justiz-Minister Szilagyi. Hierauf wurde die Vorlage in der Spezialberathung angenommen. Heute findet die dritte Lesung statt.

Großbritannien und Jrland.

Jn Cork hielt am Mittwoch der irishe Deputirte John Redmond an das Volk eine Ansprache, in der er erklärte: er sprehe als der gewählte Führer der irishen parlamen- tarishen Partei.

Peber die nächsten Parlamentswahlen hat si< nun- mehr au<h Chamberlain, der ehemalige Freund Glad- stone's , geäußert. Er hielt in |Sunderland] eine politische Rede, in der er sagte, wenn die nächsten Wahlen Gladsione wieder ans Ruder brähten, so würden se<hs Monate hinreichen, um Jrland in die größte Verwirrung zu stürzen und Verwilkelungen mit den auswär- tigen Mächten herbeizuführen. Die nächsten Parlaments- wahlen seien daher von größter Wichtigkeit ;? sie würden über das Geschi> des Reichs und die Zukunft Großbritanniens entsheiden. Ein Wechsel in der Regierung wäre verhängniß- voll für die innere Lage Englands, wie für die Stellung des Reichs nach außen. S i

Am Sonnabend v. W. lief in Millwall auf Samuda's Schiffswerst der neue Stahlkreuzer „Scylla“ vom Stapel. Die „Scylla“ besißt Maschinen von 9000 Pferde-

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Wie der Körrespondent der „Times“ aus Calcutta meldet, ijt dasclbst am 14. d. nah 50 jährigem segensreichen Wirken der Erzbischof Jacoby von Agra gestorben. Wie aus Ottawa telegraphirt wird, hat auf Weisung der britishen Regierung der General: Gouvzrneur von Canada Lord Stanley den Premier-Minister Mr. Abbott ersu<ht, die nothwendigen Schritte zur Entfernung des Namens Sir Hector Langevin's von der Liste des Konseils Jhrer Majefät in Canada ‘einzuleiten.

Daz Kabinet des Sultans von Sansibar is}, wie die „Times“ meldet, wie folgt zusammengeseßt: Premier, General Mathews; Finanzen, Mr. Hugh Robertson; Armee und Polizei, Kapitän Hatch; Hafen und Leuchtfeuer, Kapitän Hardinge; öffentlihe Arbeiten, Bomanji; Schaßmeister, Mahomed Bin Saif. Alle Schriftstü>ke werden in Putt in englischer und arabischer Sprache abgefaßt werden und jederzeit der Besihtigung dur den General-Konzjul offen stehen, von. dessen vorheriger Billigung auch alle neuen Unternehmungen und- Ausgaben abhängig sind. General Mathews wird der „Morning Post“ zufolge in seiner früheren Eigenschaft als. Regierungs: Kommissar Und General-Konsul für Ost: Afrika keinen speziellen Nachfolger erhalten. Diese Funktionen würden in Zukunft von dem britishen Agenten und General-Konsul für: Sansibar Portal mit autgeübt werden. Dem Leßteren würde demnach die oberste Wahrung der britishen Jnteressen, sowohl im Protektorat von Sansibac wie in ganz Ost-Afrika,

zustehen.

FFraukrei>. Paris, 23. Oktober. Jn der gestrigen Sißung des Ministerrathes wurde, nah einer Meldung des „W. T. B.“, der von der Zollkommission des Senats vorgeschlagene Zoll von 25 Fr. auf gesalzenes Fleish abgelehnt und der von der Kammer angenommene Zoll von 20 Fr. ge- nehmigt. Der Ministerrath beschäftigte sich alsdann mit den Eisenbahnunfällen, die sih in leßter Zeit schr ge- häuft haben. Der Arbeits-Minister Yves Guyot theilte mit, daß er den Eisenbahn-Direktionen verdoppelte Wachtsamkeit an- empfohlen habe. . y Jn der gestrigen Sißung der Deputirtenkammer wurden zu der Berathung über die Budgets der verschie- denen Ministerien mehrere Jnter pellationen oder An- fragen angekündigt, so namentlih zu dem Budget des Aus- wärtigen eine Anfrage des Deputirten Deloncle über Tuat und die egyptishen Angelegenheiten, eine Anfrage des Deputirten Delafosse über den Stand der diplo- matishen Beziehungen zwischen Frankreih und Jtalien und eine Ansrage des D.putirten Mille- voye über die Folgen der Entrevue von Kronstadt. Die Kammer setzte sodann die Generaldebatte über das Budget ohne bemerkenswertyen Zwischenfall fort. Der Deputirte Jamais verlangte eine Reform der Getränkesteuer. Der Präsident der Budget:-Kommi)sion Casimir Périer er- widerte unter Hinweis auf die von der Kommission bereits herbeigeführten Reformen, es würde unbillig sein, weiter zu gehen. Wenn man im Fahre 1893 mit einer Konvertirung der 41/4 prozentigen Rente vorgehen wolle, müsse man vor Allem eine günstige Finanzlage haben. | Betreffs der Juterpellation des Deputirten Mahy wegen der Ausbeutung ausgedehnter Grundstüce auf der Jnsel Madagaskar dur ein englisches S yn- dikat heißt es in einer den Blättern aus Regierungskreisen zugegangenen Mittheilung, die Regierung dèr Hovas habe bereits zahlreiche ähnlihe Konzessionen ertheilt. Der Minister des Auswärtigen Ribot könne in dieser Sache nicht interveniren, er könne nur die au3wärtigen Beziehungen der Regierung der Hovas mit den fremden Staaten kontroliren. :

Wie verlautet, wäre die Regierung geneigt, Schritte zur ‘Herabseyung des Zolles von 15 Fr. auf spanische Weine zu thun. Die Regierung wäre der Ansicht, daß ein zu hoher Zoll für Spanien verhängnißvolle Folgen haben könne, denen man vorbeugen müsse. : L

Der Kriegs-Minister de Freycinet besichtigte vorgestern eines der neugebildeten, aus einem aktiven Bataillon und zwei Landwehr-Bataillonen zusammengeseßten gemischten Regimenter in Troyes, Der Minister erklärte dabei, daß die Bildung der gemischten Regimenter als vollendete Thatsache anzusehen sei. Die Hauptwirkung der Maßnahme wie sein, daß die Feldarmee Frankreichs dadur<h verdoppelt würde. Der „Temps“ giebt der Hoffnung Ausdru>, daß sowohl die Freude der Radikalen wie die Jndignation der Klerikalen wegen der Ber s des Erzbischofs von Aix umsonst. sein werde. Die Republik werde die Politik der Beruhigung fort- seven, und der Klerus werde wohl nicht plößlich zu seinen früheren Maximen zurü>kehren. Die Angelegenheit werde mindestens politish bald abgethan sein. Wie verlautet, soll die Seitens der konservativen Deputiiten wegen der Angelegenheit des Erzbischofs von Aix beabsichtigte Juterpellation bis nach Be- endigung des Prozesscs gegen den Erzbischof, worüber die Verhandlung am 10. November stattfinden dürfte, verschoben werden.

Der Erzbischof von Aix hat, wie die „Magdb. Ztg.“ erfährt, bereits vorgestern die Vorladung erhalten, am 3. November: vor dem Pariser Appellgeriht zu erscheinen, Wie A E wird der Erzbishof der Vorladung keine Folge leisten.

an den ph: - Minister Fallières gerihhietes Schreiben billigten, sowie gegen den Kardinal Langenieux von Reims, den Kardinal Foulon von Lyon und den Bischof Freppel wird Anklage wegen Beleidigung der Regierung erhoven. Eine gemeinsame Kundgebung der französischen Bischöfe wird erwartet. L j

Wie der „Magdb. Ztg.“ aus Rom telegraphirt wird, hätte der Papst ein Schreiben an den Sr el von Aix ge- rihtet, worin er das Vorgehen der französischen Bischöfe gegen die französische Regierung billige.

Jtalien.

Der Kronprinz von Jtalien stattete, wie „W. T. B.“ meldet, gestern Nachmittag der Königin von Rumänien in Pallanza einen Besuh ab und kehrte Abends wieder nah Lu zurü, | :

Jn Turin wird am 24. d. ein Reiterstandbild des Generals Lamarmora enthüllt; man erwartet zu der Feier den König Humbert. ;

Ueber den bereits ares gemeldeten Tod Debeb s Es der in Massovah erscheinende „Corriere Eritreo folgende näheren Einzelheiten, welhe dem Blatt aus Asmara zugegangen sind:

Debeb hatte si< vor etwa zwei Monaten an Ras Mangascha

kraft und ist im Stande, 20 Knoten in der Stunde zurüd-

Rufe seiner Führer immer auf dem Wege folgen, den Pflicht und Ehre weisen. Und nun sei es mir“ gestattet, unserer Freude,

zulegen.

und Ras Alula gewandt mit der Bitte, ihm in einem Unternehmen

Auch gegen die fünf Bischöfe seines Sprengels, welche sein

“‘Landtags- Abgeordneten des Pinnebergèr Wahlkreises gewählt und war

| gègen Okule Kusai beizustehen. Di

e der Herrschaft des Häuptlings Batha Agos, mit wel<hem De

eer an und marschirte gegen Okule Kusai. as Alula’s, von seinem Vorbaben abzuftehen und sein H

Stellung wurde von den Kriegern Alula's unter verzweifelt wehr Debeb's und seiner Leute im Sturm E È fien

war sehr blutig. Die Krieger Alula's gaben kei selbst, der, von seinen Häüptlingen T: tapfer faden E Alula kehrte darauf na< Adua

mit diesen niedergema<t. Ras

zurü>. Er führte Debeb's Lei ; firhe Aduas begraben, eihe mit fi< und ließ sie in der Haupt

Spanien.

Die Großfürstin Wladimir von Rußland i der „Köln. Ztg.“ berichtet wird, am 21. d. M. Le Sebastian mit ihrer Tochter na< Cannes abgereist, um

„Medlenburg- l macht eine Reise dur< Spanien und holt seine Gemahlin in Cannes i Prinzen sind über Bordeaux, Bd Berlin nah Säwctie

dort ihren Bruder, den

Gro Schwerin zu besuchen. ßherzog von V

Der Großfürst

abgereist und begeben ih von dort nah St. Petersburg. Niederlande.

Die Zweite Kammer hat ihre Sißungen no<h nicht ; edo< jeyt in den Abthei- Die Kommissionsberichte über das sind bereits au< in

begonnen, desto eifriger wird jedo E gearbeitet D i oloniale und das gewöhnlihe Budget veröffentlicht. - Bezüglich der Kolonien, welche diesem Jahre wiederum ein E von 16 000 000 Fl. aufweisen, beschränkt die Kommission si< laut Meldung der „Wes.-Ztg. auf allgemeine Bemerkungen über einzelne Forderungen der Regierung. Eine eingehende Kritik der Pläne des neuen liberalen Kolonial-Ministers Van Dedem wird niht gegeben. Der Beriht über das Staatsbudget ist natürlih eingehender. Jn erster Linie werden in diesem Berichte die Reformen besprochen, welhe das Ministerium in E Thronrede in Aussicht gestellt hat. Die Reorganisation es Wahlrechts und der Steuern werden als sehr dringend M: und ebenso war die Mehrheit der Meinung, daß eine ergan anon der Landesvertheidigung auf der Grundlage der augemeinen Dienstpflicht zu den Pflichten gehöre, welche der neuen liberalen Regierung obliegen. Was die Frage der Handels- verträge anbelangt, so wurde hervorgehoben, daß es nicht erwünscht sei, die Unterhandlungen mit der französishen Regierung an- zufangen, so lange die Unterhandlungen über den Handels- “tee zwischen Deutschland, Oesterreich und Jialien, welchem elgien sih voraussihtlih anschließen würde, niht zu Ende ge- ¡n seien. Allgemein waren die Mitglieder dieser Kommission er Meinung, daß die holländische Negierung, bevor sie in dieser Frage Unterhandlungen eröffne, jedenfalls das Urtheil abwarten E welches der französische Senat über den bereits von der ammer gutgezeißenen Zolltarif aussprechen werde. Einige Mit- glieder der Kommission shlugen vor, auch in Holland eine Probe mit der Erhebung von Einfuhrzöllen zur Beförderung der nteressen für Landwirthschaft und Jnduslrie zu machen. Allein die Mehrheit lehnte diesen Antrag ab. Allgemein L ierten ie V RAOproM en, daß man endli<h von ie Refor ügli Ltt O men bezüglich des Steuerwesens

Luxemburg.

Luxemburg, 21. Oktober. Die „Lurxb. Ztg.“ theilt aus gee „M. N. N.“ die aus Lenggries boi 19 N M datirte i C mit: Der Großherzog beabsichtige in Folge Er- Grosbecaaie Fen A Ie Mutter der

,_von Luxemburg, seinen Aufenthalt Hohenburg bis über eihnahten a A

Amerika.

Vereinigte Staaten. General Ho gte : ward, der Com- mandeur des Ööstlihen Departements, zu welchem alle Staaten i der atlantishen Küste gehören, widmet in seinem Jahres- a dem Problem der Vertheidigung der atlantishen L fl e 4 ale enne Besprechung, in welcher es, nach der y . . , . 2, Seitdem wir begonnen haben unsere neue Flotte i i ins Lebe Wn hat Großbritannien, um seinen Einfluß Be amerikänis{en n sern nit einzubüßen, seine Flotte auf der amerikanishen Seite M prehend verstärkt, indem es seine Schiffe von ihren Sta- Nen j abberief und dur größere erseßte, England hat jept vier Häfen an der atlantischen Küste, Halifax Ber- ne a, Kingstona und St. Lucca, welde für die im tlantic und besonders in den westindishen Gewässern Oos Flotten bequeme Kohlenstationen und im Kriegsfalle eine g infige E T p N Naten Staaten abgeben Ï ns jedo<h n allein felbst zu s{<üten, Men au Pflichten gegen die Menschheit zu eióller? As ed nen, daß die Regierung in gewissen westindishen Inseln eine civili- sir ie ist. Thun wir dies nit, so bleibt uns nichts übrig, als die Prin- p en der Monroedoktrin aufzugeben und unsere Pflichten den Europäern S ltixelen, Kein Amerikaner wünscht, daß dieser Fall eintreten möge : r haben ferner die Kapitalsanlagen unserer Bürger in Ländern mit S unsicheren Regierung vor Verlust zu schüßen und sollten zu Je Zwee in den benachbarten Gewäfsfern ebenso stark wie jede M M Mat und sogar ebenso s{lagfertig wie Großbritannien sein. Wt ne solche militärishe Stärke zu erreichen, gebrauchen wir nit G n Schiffe und Kohlenstationen, sondern au längs der ganzen ste in bestimmten Zwischenräumen befestigte Häfen.“

Kunft und Wissenschaft.

Der Geheim: Regierungs-Rath Professor D

h r. For<hammer,

ie Mebor der Kieler Hochschule, begeht I 4hA O Geburt: tag. er körperli< no< rüstige Jubilar gedenkt in dem soeben egonnenen Winter-Semester wieder persönlich die Leitung des philo- [oren Seminars zu übernehmen. “Er wurde, dem „Hann. Cour.“ zu olge, am 19, April 1836 zum Professor der Alterthums- wllensGaft an der Universität Kiel ernannt und veröffentlichte seit dieser Zeit eine große Anzahl von Sriften zur griehis{en und römischen Mythologie, Archäologie, Topographie, Philosophie und Geschichte. Als Linguist ift Forhhammer ein entschiedener Gegner at E Müller zu Oxford und dessen Lehre von der Entstehung c prachen auf mechanis<em Wege. Auf seine Veranlassung wurde zu Kiel eine unter seiner Leitung erheblih angewahsene Samm-

lung antiker Kunstwerke gegründet. Soribbauirger wurde 1867 zum

von 1870—1873 Vertreter seines heimathlihen Wahlkreises Husum-

beb in tôdtlicher Feindschaft lebte, der aber bei den Ftalienern gut

steht. angasha und Alula lehnten das Ansinnen Debebg e Dieser beshloß jebt, auf eigene Faust vorzugehen. Er warb ein kleines Die Aufforderung lassen, mißa<htete er. Da erklärte ihn Ras Alula als Aufrührer E zog gegen ihn zu Felde. Debeb erwartete den Ras in einer guten Stellung östli< von Adua, auf den Höben von Abba Garima. Diese

planmäßige as und Bewässerung in u Gebieten in die a

es Gebiet steht gegenwärtig unter Eine ebe

nso großartige wie interessante en S pa ( Stadt Kassel von dem Apotheker Dr. Hre Glähn er u T gezoarden. Derselbe ist am 13. September d, J. im besten Mannes- alter verstorben und hat laut Testament seine sehr werthvollen Sammlungen ohne Ausnahme seiner Vaterstadt Kassel vermacht. Dem „Hann. Cour. e (een P n Sammlung althessischer

mmlung; eine Steinsammlung ei ;

der dem Germanischen Museum in Nürnberg LeibwLie überlef ena Gee stände, ein große Münzsammlung, die hervorragende Seltenheiten Diese Sammlungen sollen als untrennbares Ganze unter

Funde, Glas- undPorjzellan

enthält. - | dem Namen „Gläßner-Stiftung“ zusammenbleib 7 f | lihen Besihtigung dur<h das Publikum- zugänglich h es

Kapitals au< Neuanschaffungen, welche - | Sammlung entsprehen, gema<ht werden können. Die V

Gesinnung übernommen, und die{Sammlun é gen sind bis auf W in der Mudaard-Stiftung A BOEDet i R ‘Sn der jüngsten Bürgerschaftssißung hob der Berichterstatter, Reichstags- Ne vine I M, Qn emann, D etter Weise hervor, wie ehr d rvenen der allseitige Dank der L für Oere feaetA gebühre. E S ,_— Det dem Wetlbewerb für den Rathhausbau in Gels\en- kir hen erhielten, wie der „N. A. Ztg.* mitgetheilt wird, den e Preis Erdmann u. Spindler-Berlin, den zweiten Winter- Hannover E Hartung- Charlottenburg. Etwa 60 Entwürfe waren ein- Ein kostbares, alterthümliches Sc<hnitzwe der „Th. Ztg.* zufolge der Magistrat der Stadt e, e Hoch meisters<hloß in Marienburg überwiesen. Es ist dies die dreietagige Wendeltreppe mit durchgehenden reihverzierten Spindeln, welhe sih in der alten Synagoge befand und bei dem An der leßteren dem Magistrat von der jüdishen Gemeinde ge- (s Se O ao a h Mittheilung der Bauverwaltung i tien ie ä : ie gefunden : g reppe in dem Wächterthurm Auf- Der Kapitular-Professor und Archivar des Sti ten- berg in Tirol Basilius Schwißer hat, wie der S A richtet wird, in dem dortigen Archiv eine für die deutsche Rechts- geshihte höchst interessante alte Handschrift entde>t Es ist dies ein Papiercodex in Folio, welcher den Schwaben- sptegel und das oberbayeris<he Landrecht enthält, Der Codex stammt aus dem Jahre 1461 und umfaßt zunässt das im Mittelalter weit verbreitete Land- und Lehenre<ht des sogenannten Schwabenspiegels in jener alten Faffung, aus welcher das mit Unreht tem Vor|preher Rupre<t von Freising beigelegte Landrecht jenes Rehtsbuches hervorgegangen ist. Da dessen Bestim- mungen au in Tirol lange in Geltung standen, wie aus cinzelnen Sätzen der Weiösthümer sich ergiebt, fo erklärt si die Abschrift im a Archiv leiht. Der Werth des Codex beruht aber niht in dieser Abschrift, sondern in dem unmittelbar sih anreihenden weiteren Theile; dieser enthält das ober- bayerische Landrecht des RKaisers Ludwig des Bayers aber gat das bekannte, in mehr als hundert Handschriften vorhandene vom . Januar 1346, sondern dessen Vorläufer aus der Mitte der Dreißiger Jahre. Die Handschrift ist von Johann Rotary von Niederndorf im Jahre 1461 gefertiat, stimmt im Ganzen fast dur- u mit der des bayerishen Reichsarhivs in der Reihenfolge der d rtikel und ist in Bezug auf den Wortlaut decselben für die Kontrole er Fassung des alten, zum guten Theile mit dem oberbayerishen Stadtreht des Kaisers Ludwig aus der Mitte der Dreißiger Jahre eaen Qn höchst willkommen. Lever die mehrerwährte meteorologisGe i werde man auf dem Montblanc zu cidikn R S O er „Frkf. Ztg. geschrieben: Die neuesten Meldungen lassen es als wahrscheinli erscheinen, daß der Plan aufgegeben werden muß, denn von Tag zu Tag stellen si< neue Séhwierigkeiten ein, die niht vor- hergesehen werden konnten. Der Ingenieur Imfeld, der die Arbeiten unter der unmittelbaren Aufsiht des Professors Janssen leitet hat sih mit a<t Arbeitern und zwet Aerzten im Obsecvatorium Vallot in einer Höhe von viertausend Metern installirt, um von dort aus über die Dichtigkeit des Schnees auf dem Gipfel die nôthigen Forshungen anzustellen. ¿æ Errichtung der Station ist nämlich erst dann möglich, wenn diese Dichtigkeit zwölf Meter nit übersteigt. Die ersten Untersuchungen - haben festgestellt, daß etwa zwanzig Meter unterhalb des Gipfels ein Felsgrat ih befindet der nur von einem Meter Schnee bede>t ist. Es wurden nun zwölf Meter unterhalb der höchsten Spitze drei verschiedene Gânge ge- graben, um \ih zu vergewissern, ob man auf dieser Höhe den felsigen Kern erreichen könne, aber die erhaltenen Ergebnisse {sind wenig er- muthigend. Einer der Gänge ift bereits auf 28 m Tiefe getrieben worden, ohne daß es gelang, auf den Fels zu stoßen. Die Arbeiten shreiten nur sehr langsam vor, wegen der dünnen Luft und vieler anderen Schwierigkeiten. Die Männer leiden {wer unter der Bergkrankheit und können nur eine geringe Arbeits\summe liefern, da jeder einzelne bald gezwungen wird, ins Thal hinabzu- steigen. Obaleih das Observatorium Vallot mit Cokes durh zwei Defen gebeizt wird, die Tag und Nat brennen, bleibt das Therm: - meter do< immer unter Null, die Dinte ist beständig gefroren und da das Wasser {on mit 83 Grad siedet, so ist es fast unmöglich hinreichend geko<te Nahrung zu bekommen. Furchtbare Schneestürme, die sehr häufig sind, unterbrehen nicht bloß die Arbeiten, sondern verursahen den Leuten au< no< andere Beschwerlichkeiten. Die S(hwierigkeiten, mit denen das Unternehmen zu kämpfen hat, sind so groß geworden, namentlih in den legten Tagen, und die bisherigen cane sind so geringfügig. daß Herr Imfeld, wie nah Paris berichtet een sih entschlossen haben soll; auf die Weiterführung zu ver- In Lecco am Comersee, am Auéflusse der Adda, w {hon ku:z erwähnt, am 9. Oktober ein dem italienischen Shritt, steller und Dichter Alessandro Marzoni (geboren 1785, ge- storben 1873 in Mailand) gewidmetes Bronzedenkmal unter großen Festlichkeiten enthüllt. Wie die „N. Fr. Pr.“ meldet, stellt das Monument den Dichter in doppelter Lebensgröße dar, sißend und B das Seegelände hinausblidend, in welhem sein berühmter oman „T Promessi Sposi“ („Die Verlobten“) zum großen Theil spielt. Der 7 m 40 ecm hohe Sod>el, aus rothem Granit, ist mit Hautreliefs aus Bronze ges<hmü>t, von wel<hen ae Darstellungen aus dem genannten Roman zeigen: die gewaltsame ntführung der Lucia, die Scene im Spital, wo Padre Christoforo N Bnes den sterbenden Don Rodrigo zeigt, dann Renzo und Lucia S eben getrautes Brautpaar. Das pierte Relief enthält die Wappen eer Stadt Lecco und Italiens mit der italienishen Widmungöinschrift es Inhalts, „daß die Bürger von Lecco im Verein mit ganz Jtalien w diesem Orte, wo der Verfasser der „Promessi Sposi“ lebte und \ eine Anregung dazu empfirg, ihm dieses Derkmal 1891 errichteten.“

Land- und Forftwirthschaft.

Die Landwirthschaft in Rußland

V Ns der gegenwärtigen Mikßernte in ablend mat die „A. R. C.“ in einer Mittheilung aus St. Petersburg darauf auf- merksam, daß für weite Gebiete energische Att getroffen werden müßten, um künftigen Mißernten nah Möglichkeit vor- zubeuger. Jenseits der Wolga, im Östen und Südosten des Reichs, wäre der Boden förmlih ausgesogen worden ; die Bauern düngten- ihn nicht, weil sie den natürlihen Dünger bei dem fur<tbaren Holzmangel als Heizmaterial verbrauhten und vom künstlißen Dünger nichts wüßten oder ihn si< ni<ht besháffen könnten. Unter solhen Um- ständen erscheint es wahrscheinli, daß Landschaften und Staat eine

sonst die Gefahr nahe liegt, daß weite höchst | d

Tondern im Deutschen Reichstage. Seit 1876 ift er als Vertreter Pas nehmen werden, c

der Kieler Universität Mitglied des preußischen Herrenkauses.

hat Dr. Gläßner der Stadt Kassel ein Kapital von 20 000 nene

dem Zwele testamentaris<h vermacht, daß von den Zinsen dieses dem Charakter der

der Stadt Kassel hat mit Zustimmung des erwaltung Stiftung mit Dank und Anerkennung für die bew Liene Latbectige

während „Gebet®“ ctwas an

Sofia, 22. Oktober. Im nähsten Jahre

, 22. ; oll, na< einer

r Wee „W.. T. B.*, in Philippopel vom 18. Sehteriber fe b ovember unter dem Protektorat des Prinzen Ferdinand die

s e bulgarische landwirths<haftlihe und gewerbliche

a Ce tung stattfinden. Eine gleihe Ausstellung soll vom

u ugust bis zum 30. September 1893 in Rust \<uk abgebalten erden. Ausländer dürfen auf beiden Ausstellungen nur solche Gegen-

Bere eien, die bei der Landwirthschaft oder in der Industrie

Gesundheitswesen Thierkrankheiten und A “Maßregeln. AEOEN

Laut Anordnung des K fs h e aiserlih ru en Ministers :

R 11. Oktober 1891 sind die japanis\ < g e 2 Le i e era verdächtig zu betrachten und die Provenienzen aus denselben n Odessa der vorschriftsmäßigen Dbservation zu unterziehen.

Dur eine. in d Rae efrau de

„In dem Nedecland’\{<he Staats Ö i

Verfügung der Königkidy riederländif ben Minister des elite der Finanzen vom 10. Oktober 1891 ift die Ein- und Durcfuhr von Lumpen, gebrauchten Kleidungsstü>en und ungewaschener Leib- und Bettwäsche aus Rio de Janeiro mit Wirkung vom 15, d. M. ab verboten worden. Gepä>stü>ke, wel<he von Reisenden mitgeführt werden, fallen nit unter dieses Verbot.

Verkehrs-Anftalten.

Laut Telegramm aus Venlo Bf, ist die erste

englische Post über Vlissi ;

Bremen, 22. Oktober. (W T B.) Norddeut i ._B, } er Der MnePduinpser „Havel * ist gestern Nachmittag t i ata O ew-York von Southampton abgegangen. Der Schnell- Une „Clbe hat hiute Morgen Lizard passirt. Der Dampfer e A A ist vorgestern von Vigo abgegangen. Der Dampfer x armstadt ist heute in Port Said angekommen und hat die Fahrt na< Bremen fortgeseßt. Der Dampfer , Baltimore“ ift heute in Antwerpen angekommen. Der Dampfer „Berlin“ ift a a o Rugen, Der Dampfer „Stettin“ ute ag mit der Poft v of U Brindisi abgegangen. st von Ost-Asien von Port Sagaitd Se 3, ober. (W. T B.) Der Swnelldampfer „Lahn“* i E: d, M. in New - York angekommen. Der Stnelldampfes & e hat, von New-York Tommend, die Hèimreise nah der os am 22. d. M. Vormittags von Southampton mit no< a5 Passagieren fortgeseßt. Der Postdampfer „Dresden“ ist am . d. M. Vormittags in Baltimore angetommen. Der Reichs- I ge! ist am 22, d. M. früh mit der oftasiatishen abgegangen, ofidampfer „Darnuistadt“ von Port Said na<h Brindisi Hamburg, 22. Oktober. (W. T. B amb » - kanishe Pacetfahrt " Aktiengesell Bn "De Seri dampfer „Augusta Victoria* hat, von New-York kommend beute Morgen Scilly passirt. Der Pos:.dampfer „Virginia“ ist; von New-York kommend, heute Nachmittag auf der Elbe cin-

getroffen. 4

23, Oktober, (W. T. B. D f

„A ugusta Victoria“ isi, von New-Yoik fortan, ane fer

in Southampton eingetroffen. Der Postdampfer „Suevia“ ist

Qu New-York kommend, gestern Abend auf der Elbe eingetroffen. er Postdampfer „Scandia* ist, von Hamburg kommend, gestern

Mnas n es Y g rf eingetroffen. | ondon, 22. Vltober. (W. T. B.) Der Union-

or ist heute auf der Ausreise von Madeira. ee er Castle-Dampfer eDunottar Casftle* ist am Mittwoch

Due e von D petown abgegangen. ODer Castle»

Be R Mon Castle“ hat heute auf der Heimreise

Theater und Musik.

Thomas-Theater.

Vor einem ebenso zablreichen wie beifallsfreudigen u A Publikum wurde geftern die von früherer Zeit O eliebte Posse „Lie ze's Memoiren * von Emil Pohl in neuer Bearbeitung und von Herrn Bender mit zeitgemäßen Couplets ver- sehen unter dem veränderten Namen „Unruhige Zeiten“ gegeben und unter lebhafter Heiterkeit sehr freundli<h auf- genommen. Die Hauptrolle des Stückes Karl Ließe, ein Portier z der aus seinem Dienst entlassen wird und in den Dienft eines einfältigen Landwirths tritt, um diesem zur Er- füllung einer Testamentsbedingung bei kurzem Aufenthalt in Berlin zu einer Frau zu verhelfen, wurde von Herrn Emil Thomas mit dem an ihm bekannten und oft gerühmten unverwüstlihen Humor gegeben während der einfältige Landwirth Wilhelm Lauschke treffend von Herrn Willy Peters <arakterisirt wurde. Unter den Damen zeichneten sih dur gute Leistungen besonders aus Fräulein Gisela Schneider die als gewandte Coupletsängerin großen Erfolg hatte, sowie Fräulein Ida Schlüter und Fräulein Frida Wagen. Auch die Dar- stellung des Partikl'uliers Rentmeier dur< Herrn Guthery verdient HenD e E O N nespleles mit neuen Dekora- ausgestattete Stück gewährt den o losen Possen einen unterhaltenden Abend, O E

Zu einem sehr int fai Begeie: Ab nklere}hantcn Komponisten-Abend hat

ein zahlreicher Zuhörerkreis eingefunden. Herr G d Beh H der Königlichen Hochschule ausgebildet, brachte ein Quintett für Klavier wei Geigen, Bratsche und Cello, eine große Symphonie (D-moll) und mehrere Lieder für Sopran und für Bariton zu Gehör. Das Quintett zeichnet sich dur< Klarheit und Stilgewandtheit aus, originelle thema- tishe Erfindung tritt Jedo< am meifien in den beiden Hauptsäßen hervor, die gleihfalls eine lobenswerthbe Beherrschung der Form erkennen lafsen. Ein sehr bedeutendes Werk ist die Symphonie für Orchester (in D-moll), Der erste Sah, der ein festlihes Gepräge hat, ist dur< ein breit angelegtes Andante passend eingeleitet. Die Motive des Satzes sind edel und s{wungvoll, auch die DurW{führung zeigt überall die geshi>te Hand des Künstlers. Von reizender, e<t humoristischer Wirkung ist das Scerzo, in welbem das kurze, rhythmisch lebendige Motiv, theils laut, theils flüfternd, bald von diesem, bald von jenem Wiltument übernommen, an eine \<erzhafte Unterhaltung erinnert.

enn dann plöglih die ernsthafte Pauke si daran betheiligt schlagen die Flöôten ein helles Gelädter auf, sodaß der Zuhörer selbi mitla<en muß. Zuglei is die musikalishe Arbeit sehr lobenswerth. Der dritte Say, ein Andante, zeichnet sih besonders dur die darin enthaltene Fuge aus, die einen imponirenden Eindru> macht. Einige Kürzungen würdén für diesen Say vielleiht rathsam ers<heinen. Das feurig belebte Finale der Symphonie bildet einen passenden und wirk- samen Abschluß des Werkes, Für die Liedkomposition zeigt Herr B. Pans eine glü>lihe Begabung. Unter den von Fräulein N it t- <alk troß einer kleinen Indiósposition vortreffli< vorgetragenen Liedern möchten wir „Weißt Du no<“, „An die Nathtigall“, eNachtgruß* und „Der Soldat“ ers gungen Mer | umann anklingt. as Lie „Der Soldat“ wurde na< mehrmaligem Barborrut, der Glnact

wiederholt. Die von Heren Hensel inni d verstä o gegebenen, Baritonlieder „Auf der Wacht“, e tr Maric -An meine Laute* und „Meerfahrt“ erfreuten ih gleichfalls der

ünstigsten Aufnahme. Herr Behm, dessen Werké r reise gekrönt worden sind, wird einem Rufe na< Stettin e Our

u<tbare Gebiete sih in eine Steppe verwandeln.

aselbsstt als Musik-Direktor thätig sein. Die Herren Bleuer,

Crause, Dösburg und Bouman, wel<e den Concertgeber in