1891 / 251 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

2, Bad. Drag. Regts. Nr. 21, Otto, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Wiesbaden, zum Sec. Lt. der Res. des Pomm. Füs. Regts. Nr. 34, Weiler, Pfeiffer, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zu Sec. Lts. der Ref. des Füs. Regts. von Gersdorff (Heff. Nr. 80, v. Bergen, Vize-Wachtm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des 1. Hess. Hus. Regts. Nr. 13, Heck, Sec. Lt. von der Res. des 3. Schles. Drag. Regts. Nr. 15, zum Pr. Lt, Bersch, Vize-Wachtm. vom Landw. Bezirk Marburg, zum Sec. Lt. der Res. des Thüring. Ulan. Regts. Nr. 6, Roeder, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Fulda, zum Sec. Lt. der Res. des 1. Naffau. Inf. Regts. Nr. 87, Lange, Reichert, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Frankfurt a. M.,, zu Sec. Lts. der Landw. Inf. 1. Aufgebots, Frühauf, Vize-Feldw von demselben Landw. Bezirk, zum Sec, Lt. der Res. des Inf. Regts. von Horn (3. Rhein ) Nr. 29, Koch, La-Rohe, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zu Sec. Lts. der Res. des 1. Hess. Inf. Regts. Nr. 81, Walter, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec, Lt. der Ref. des 4, Bad. Inf. Regts. Prinz Wilhelm Nr. 112, Weiß, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des 4. Großherzogl. Hess. Inf. Regts. (Prinz Karl) Nr. 118, v. Marx, Vize-Wattm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Kurmärk. Drag. Regts. Nr. 14, Klumpp, Vize: Wachtm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Ref. des 1. Großherzogl. Hess. Drag. Regts. (Garde-Drag. Regts.) Nr. 23, Günther, Vize-Wachtm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des 2. Großherzogl. Hess. Drag. Regts. (Leib-Drag. Regts.) Nr. 24, Kunreuther, Vize-Wachtm. von dem- selben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des 1 Hess. Hus. Regts. Nr. 13, Canisius, Vize-Wachtm. vom Landw. Bezirk Arolsen, zum Sec. Lt. der Res. des 2. Westfäl. Hus. Regts. Nr. 11, S{warzkopf, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Ref. des Pomm. Füs. Regts. Nr. 34, Koffmahn, Pr. Lt. von der Res. des 6. Thüring. Inf. Reats, Nr. 95, zum Hauptm., Götting, Vize- Feldw. vom Landw. Bezirk Meiningen, zum Sec. Lt. der Res. des 5. Thüring. Inf. Regts. Nr. 94 (Großherzog von Sachsen), Dor ft, Lux, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zu Sec. Lts, der Res). des 6. Thüring. Inf. Regts. Nr. 95, Heinemann, Vize- Feldw. vom Landw. Bezirk I1. Kassel, zum Sec. Lt. der Res. des 2. Nas. Inf. Regts. Nr. 88, Vogt, Vize-Feldw. [vom Landw. Bezirk Weimar, zum Sec. Lt. der Landw. Inf. 1, Aufgebots, Hoff- mann, Funk, Vize-Feldw. vom Landw, Bezirk Friedberg, zu Sec. Lts, der Res. des 2, Großherzogl. Hess. Inf. Regts. (Großherzog) Nr. 116, Schirmer, Sec. Lt. von der Kav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Gießen, Erne, Sec. Lt. von der Kav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Mainz, zu Pr. Lis, Heidelberger, Henkell, Vize-Wachtm. von demselben Landw. Bezirk, zu Sec. Lts. der Res. des 1, Hess. Hus. Regts. Nr. 13, Kaehler, Vize-Wachtm. von dems. Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Nafsau. Feld - Art. Regts. Nr. 27, Genthbe, Sec. Lt. von der Res. des 1. Bad. Leib-Gren. Regts. Nr. 109, Knoll, Sec. Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Heidelberg, ¿u Pr. Lts, Hirtler, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Offenburg, zum Sec. Lk, der Res, des 6. Bad. Inf. Regts. Kaiser Friedrich II1. Nr. 114, Reiter, Vize-Feldw von demselben Landw. Bezirk, Häfele, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Donaueschingen, zu Sec. Lts. der Res. des 3, Bad. Inf. Regts. Nr. 111, Hitze, Sec. Lt. von der Feld-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Heidelberg, v. Hindersin, Sec. Lt. von der Feld-Art. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Mülhausen i. E, Grupe, Sec. Lt. von der Res. des Train-Bats. Nr. 15, Russek, Sec. Lt. von der Inf. 1, Aufgebots des Landw. Bezirks Straßburg, zu Pr. Lts, Dinter, Pr. Lt. von der Inf. 1, Aufgebots des Landw. Bezirks Saargemünd, zum Hauptm, Nürck, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Molsheim, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. Nr. 137, Hammann, Goettgens, Bize-Feldw. von demselben Landro. Beil qu See L ver M bes Si Medio N 199) Müller, Vize-Wachtm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Nes. des 1. Bad. Drag. Regts, Nr. 20, befördert. Dieckhoff, Sec. Lt. von der Kav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Straßburg, in_die Kategorie der Reserve-Dffiziere zurückversetzt und als solher dem S{leswig- Holstein. Ulan. Regt. Nr, 15 wieder zugetheilt. Wagner, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Dieden- hofen, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. Nr. 135, Winkert, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Met, zum Sec. Lt. der Res. des úInf. Regts, Nr. 98, Rheinart, Vize-Wachtm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Feld-Art. Regts. Nr. 15, Seydel, Vize-Wachtm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lf, der Res. des Feld-Art. Regts. Nr. 34, befördert. Klohe, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Stolp, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. Graf Dönhoff (7. Oftpreuß.) Nr. 44, Fal cke, Vize- Feldw. vom Landw. Bezirk Graudenz, zum Sec. Lt, der Res. des Gren, Regts. König Friedri I. (4. Oftpreuß.) Nr. 5, Erdmann, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. von der Marwitz (8. Pomm.) Nr 61, Duszynski, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Landw. Inf, 1. Aufgebots, Kanter, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Danzig, zum Sec. Lt, der Res. des Gren. Regts. König Friedrich I. (4. Ostpr.) Nr. 5, Krause, Vize-Feldwebel von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Gren. Regts. Graf Kleist von Nollendorf (1. Westpreuß.) Nr. 6, Voigt, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Negts. von Borke (4. Pomm.) Nr. 21, Braun, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des Pomm. Füs. Regts. Nr. 34, Ackermann, Bize-Feldwebel von demselben Landw. Bezirk, zum Sec. Lt. der Res. des 2. Hess, Inf. Regts. Nr. 82, Hoge, Pr. Lk. von der Res. des Ulan. Regts. von Smidt (1. Pomm ) Nr. 4, zum Rittm., Froft, Sec. Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Deutsch- Eylau, zum Pr. Lt, v. Beringe, Vize-Wadbtm. von demselben Landw. Bezirk, zum Sec Lt. der Res, des Kür Regts, Herzog Friedri Eugen von Württemberg (Westpreuß) Nr. 5, Haken, BVize-Wacbtm. vom Landw. Bezirk Stolp, zum Sec. Lt. der Res. des Feld-Art. Regts. Nr. 36, Scchliewen, Vize-Wachtm. vom Landw. Bezirk Danzig, zum Sec. Lt. der Res. des Feld-Art. Regts. Nr. 395, Grams, Sec. Lt. vom Train 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Pr. Stargardt, Schult, Sec, Lt. vom Train 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Marienburg, zu Pr. Lts, Fintelmann, Pr. Lt. von den Jägern 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Löten, v. Schrader, Pr. Lt. von den Garde-Landw. Jägern 1. Aufgebots, Quitckert, Pr. Lt. von den Jägern 1. Aufgebots d. Landw. Bez. Kreuznach, Godlewski, Pr. Lt. von den Jägern 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Danzig, zu Hauptleuten, Karl, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Gnesen, zum Sec. Lt. der Res. des We!!fäl. Iäger- Bats. Nr. 7, Harke, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Küstrin, zum Sec. Lt. der Res. des 2, S(hles. Jäger-Bats. Nr. 6, Iekel, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Sorau, ¿zum Sec. Lt. der Res. des Jäger- Bats, Graf York von Wartenburg (Oftpreuß.) Nr. 1, Bertog, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Halberstadt, zum Scc. Lt. der Res. des Magdeburg. Jäger-Bats. Nr. 4, Schultz, Vizé- Feldw. vom Landw. Bezirk Brieg, zum Sec, Lt.der Res. des Garde- Jäger - Bats, Duesberg, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk I. Münster, zum Sec. Lt. der * Res. des Weslfäl. Jäger - Bats. Nr. 7, Robert, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Köln, zum Séc, Lk. der Nes. des Swleswig. Fuß-Art. Bats, Nr. 9, Hensel, Schleicher, Vize-Feldw. von demselben Landw. Bezirk, zu Sec. Lts, der Res. des Westfäl. Fuß-Art. Regts. Nr. 7, Miehle, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Graudenz, zum Sec. Lt. der Res. des Niederschles. Fuß-Art. Regts. Nr. 5, Merz, Pr. Lt. von den Pionieren 1. Aufgebots des Landwehr - Bezirks Kolmar, zum Hauptm, Bétac, Vize - Feldw. vom Landw. Bez. Stettin, zum Sec. Lt. der Res. des Eijenbahn-Regts. Nr. 1, Fiedler, Frie, Pr. Lts, von der Res. des Eisenbahn-Regts. Nr. 1, Boie, Tanneberger, Pr. Lts. von der Landw. 1. Aufgebots der Eisenb, Brig., zu Hauptleuten, Glats\chke, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk Beutben, zum Sec. Lt. der Res. des CEifenbahn-Regts. Nr. 1, Natalis, Vize-Feldw. vom Landw. Bezirk 1, Braunschweig, zum Sec, Lt. der Res. des Eisenbahn: Regts. Nr. 2, befördert.

Ta es. M Lt E E E 2E 7 \ j

Abschiedsbewilligungen. Im Beurlaubtenstande. Neues Palais, 18. Oktober. Franzky, Hauptm. vom 1. Auf- gebot des 1. Garde-Landw. Regts., mit seiner bisher. Uniform, Zabel, Pr. Lt. vom 2. Aufgebot des 1. Garde-Landw. Regts., v. Köppen, Sec. Lt. von der Ref. des 1. Garde-Drag. Regts. Königin von Großbritannien und Irland, Tausch, Hauptm. von der Inf. 1, Aufgebots des Landw. Bezirks Königsberg, mit seiner bisherigen Uniform, Brunnemann, Hauptm. v. d. Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Stettin, mit seiner bisher. Uniform, Gl oxin, Sec. Lt. v. d. Kav. 2 Aufgebots des Landw. Bezirks Naugard, der Abschied bewilligt. Bohn, Sec. Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Bromberg, Graf v. Bethusy-Huc, Rittm. von der Kav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Frankfurt a. O., mit der Landw. Armee-Uniform, v. Bethmann-Hollweg, Sec. Lt. von der Kav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Bernau, Biegon, Sec. Lt. vom Train 1. Aufgebots des Landw. Bezirks I. Berlin, diesem mit der Landw. Armee-Uniform, Hoppe, Hauptm. von der Inf. 1. Auf- gebots des Landw. Bezirks Aschersleben, mit seiner bisherigen Uniform, Nieschke, Sec. Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Bitterfeld, Huth, Sec. Lt. von der Feld-Art. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Mühlhausen i. Th., v. Unwerth, Sec. Lt. von der Inf. 2, Aufgebots des Landw. Bezirks Muskau, Siegert, Sec. Lt. von der Res. des Füs. Regts. General-Feldmarshall Graf Moltke (Schles.) Nr. 38, Wendorff, Sec. Lt. von der Kav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirk Glogau, Schröter, Pr. Lt. von der Inf. 1. Auf- gebots des Landw. Bezirks Posen, Krakows8ki, Sec, Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Ostrowo, Hoffmann, Pr. Lt. von der Kav. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Kosel, Shult, Sec. Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks I. Münster, Pieper, Sec. Lt von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Mülheim a. Ruhr, Greiff, Sec Lt. von der Inf. 2. Auf- gebots des Landw. Bezirks Bielefeld, Sattelmacher, Sec. Lt, von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Dortmund, Nauck, Sec. Lt. von der Kav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Hagen, Geß, Pr. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Barmen, diesem mit der Landw. Armee-Uniform, v. Hinüber, Sec. Lt. von der Feld-Art. 1. Aufgebots des Landw. Bezirks Detmold, Brüggemann, Pr. Lt. von der Feld-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Essen, Kauwertß, Sec. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Erkelenz, Schniewind, Pr. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Köln, Charlier, Pr. Lt. von der Kavallerie 2. Aufgebots desfelben Landw. B ezirks, Scchmidt IL, Sec. Lt. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. Be- zirks Saarlouis, Leroy, Sec. Lt. von der Kav. 2. Aufgebots des- selben Landw. Bezirks, Niedermeyer, Hauptm. von der Inf. 1, Aufgebots des Landw. Bezirks Bremen, mit seiner bisherigen Uni- form, Kriegk, Rittm. von der Kav. 1, Aufgebots desfelben Landw. Bezirks, mit der Landw. Armee-Uniform, Feddersen, Sec Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Flenéburg, Magnus, Pr. Lt, von der Inf. 2, Aufgebots des Landw. Bezirks Kiel, Hammersen, Pr. Lt. von der Kav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Oënabrück, Bleckwenn, Pr. Lt. von der Inf. 2. Auf- gebots des Landw. Bezirks Hannover, Cretius, Sec, Lt, von der Kav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Wiesbaden, Mayer- Dinkel, Sec. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Frankfurt a. M, Stiehl, Pr. Lt. von der Kav. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks I1. Kassel, v. Jordan, Hauptm. von der Inf. 1, Aufgebots des Landw. Bezirks Weimar, diesem mit der Armee- Uniform, Himstedt, Second-Lieutenant von der Infanterie 2. Auf- gebots des Landwehr-Bezirks Gicßen, Hillebrand, Second- Lieutenant von der Feld-Artillerie 2. Aufgebots des Landwehr- Bezirks 1. Kassel, Keim, Pr. Lt. ron der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Karlsruhe, Zimmermann, Sec. Lt. von der Inf. 2. Aufgebots desselben Landw. Bezirks, Flath, Pr. Lt. von der Inf. 2, Aufgebots des Landw. Bezirks Lörrah, S(hlosser, Sec. Lt, von der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Stockacb, v. Kalitsch, Hauptm. von den Garde-Landw. Jägern 1. Aufgebots, mit der Landw. Armee-Uniform, Kniebe, Sec. Lt. von der Fuße Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Potsdam, Deichmüller, Hauptm. von der Fuß-Art. 1. Aufgebots des Landw, Bezirks Barmen, diesem mit der Landw. Armee-Uniform, Bus, Pr. Lt, von der Fuß-Art. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Meschede, Mohr, Hauptm. von der Res. des Cisenbahn-Negts. Nr. 1, mit seiner bisher. Uniform, der Abschied bewilligt. Kaiserliche Marine.

Neues Palais, 20. Oktober. Lettgau, Hauptmann vom 2. See-Bat., zum Vorstand des Bekleidungsamts in Wilhelmshaven

ernannt.

Literatur.

Geschichte,

ff Memoiren des Fürsten Talleyrand, herausgegeben mit einer Vorrede und Anmerkungen vom Herzog von Broglie, Deutsche Original-Ausgabe von Adolf Ebeling. 3, Band. Köln und Leipzig, Albert Ahn. 1891. (Pr. 6 A) (Eine Besprechung des 1, nnd des 2. Bandes wurde in der Nr. 89 des „N. u. St.-A.“ vom 15. April d. I. veröffentliht. Die Red.) In diesem Bande wird zunächst die Publikation des Briefwechsels zwisch-n Lud- wig XVIIT. und Talleyrand während des Wiener Kongresses fort- geseßt. Sämmtliche Briefe waren indessen bereits bekannt, sodaß hier der Forshung kein neues Material geboten wird. Private nach- träglihe Aufzeihnungen Talleyrand's über den Wiener Kongreß sind bereits im zweiten Bande veröffentlicht, doch sind diese, wie eine Ver- gleihung mit jenen offiziellen Berichten lehrt, keineswegs zuverlässig. Im März 1815 wurde Talleyrand zusammen mit Metternih und Wellington nach Preßburg zu dem dort weilenden König von Sachsen ge- sandt, um dessen Zustimmung zu den Beschlüssen des Kongresses über die Theilung Sachsens zu erwirken. Die Schilderung nun, die Talleyrand von diejer Reise entwirft, lautet in dem Briefe an den König wesentli anders als in den Memoiren. Hier ist der fran- zösische Minister der bevorzugte Vertrauensmann des Königs von Sawfen, er wird von ihm zuerst empfangen und hat eine zweistündige Unter redung mit ihm, bevor die übrigen Bevollmächtigten der Alliirten vorgelassen werden. Binnen 24 Stunden ist die Angelegenheit er- ledigt. und die Abgesandten kehren nah Wien zurück, Dem Bericht an Ludwig XVITII. zufolge dauerte dagegen der Aufenthalt in Preßburg drei Tage, und ‘von einer Bevorzugung Talley- rand’'s ist Nichts zu bemerken: sämmtlihe drei Bevoll- mächtigte werden zunähst zusammen empfangen, sodann ge- währt der König jedem eine besondere Audienz, und zwar zuerst Metternich, erft an zweiter Stelle Tallcyrand. Es ist dem- nach zweifellos, daß Talleyrand in dem Bestreben, seine Person in den Vordergrund zu stellen und den Vorgang möglichst effektvoll zu schildern, hier von der Wahrheit abgewichen ist ; aus seinen Papieren hâtte er si leiht über die wahre Satlage unterrichten können. Mit der zweiten Restauration der Bourbonen be- schäftigt fih die folgende (9.) Abtheilung der Memoiren. Talleyrand verließ Wien im Juni 1815 und begab sich nach Brüssel, wo Ludwig XVIII. fein Hoflager aufgeschlagen hatte. Gegen den Rath des Fürsten eilte Ludwig nach dem von den Verbündeten besetzten Paris, und hier begannen nun lebhafte Verhandlungen, die haupt- sählih die Rückgabe der von Napoleon geraubten Kunstwerke und die Abtretung französishen Gebiets an der Ost- und Nordgrenze betrafen. Talleyrand bestritt den Verbündeten hartnäckig das Recht, in Folge ihres Sieges über Napoleon den Franzosen irgend welche Leistangen und Abtretungen aufzuerlegen, da der Feldzug allein gegen den von Europa geähteten Napoleon, aber niht gegen die französishe Nation unternommen sei. Die Alliirten erkannten jedoch diese staatsrechtliche Deduktion nicht an, und fo wurden mehrere scharfe Noten über diese Fragen gewechselt, bis Talleyrand

\chrof gegen seine politischen Gegner am Hofe, die strengen Royalisten in der Umgebung des Thronfolgers, denen sogar Vaterlandéverrath vorgeworfen wird, andererseits gegen die Preußen, welche am Lautesten empfindlihe Demüthigung Frankreihs forderten. Blücher's Absihht, die Jenabrüe zu sprengen, verurtheilt er, wie begreiflich, ufs Schärfste, ganz unrichtig sind aber die Motive, welche er der Handlung des preußischen Feldherrn zu Grunde legt. Ihres Namens wegen, sagt er, hâtten die in ihrer Eitelkeit verleßten Preußen die Brücke zer- stôren wollen, während dieser Plan vielmehr dem Vorsatze ent- sprang, durch irgend eine auffallende That den Franzosen ihre Niederlage vor Augen zu führen und für die jahrelangen Mißhand- lungen und Verhöhnungen, die Preußen von Frankreich erduldet hatte, Rade zu nehmen. Wenn Talleyrand ferner angiebt, die Rettung der Brüdcke sei einem Briefe Ludwigs XVIII. zu verdanken, so ift au das nit ritig; nur auf einen Befehl Friedrih Wilhelms IIL ließ Blücher von der Zerstörung der Brücke ab. Daß Talleyrand über- haupt nick&t mit peinliver Gewissenhaftigkeit bei der Abfassung dieses Theiles der Memoiren zu Werke gegangen ist, beweist {on der Umstand, daß er bei einem Rüblicke auf den Wiener Kongreß dem Zaren den Plan imputirt, die Oder zur Grenze Rußlands zu machen, wovon selbstverständlih niemals die Rede gewesen ist, In einem den Memoiren angefügten Anhang behandelt Talleyrand die Ermordung des Herzogs von Enghien. Savary, Herzog von Rovigo, hatte 1823 den Fürsten als den in- tellektuellen Urheber der im Jahre 1804 vollzogenen Verhaftung und® Hinri{tung Engßbien's bezeichnet, und hiergegen su(t sich nun Talleyrand zu vertheidigen. Er leugnet jede Betheiligung an der Blutthat; in seiner Eigenschaft als Minister des Auéêwärtigen habe er wohl auf Befehl Napoleon’s den mit der Verhaftung beauftragten General Caulaincourt und die badishe Regierung von dem Vorgehen gegen den Herzog in Kenntniß geseht, aber keineswegs Napoleon die Ver- haftung empfohlen oder gar an dem Prozesse Antheil genommen. Es ist nit nöthig, heroorzuheben, daß diese Vertheidigung Talieyrand's, welche [lediglich Behauptung gégen Behauptung stellt, nit genügt, um ihn von der Betheiligung an der Unthat frei zu sprechen; andere Memoirenzeugnisse, die freilich auch nit unbedingte Glaubwürdigkeit verdienen, sprechen für seine Betheiligung. Es is sogar cin Brief Talléyrand’s an Napoleon vorhanden, worin dringend die Festnahme des Herzogs empfohlen wird, doch wird dessen Echtheit stark an- gezweifelt. Bei diefer Beschaffenheit des Quellenmaterials ist es nicht mögli, ein abs{chließendes Urtheil über Talleyrand’'s Haltung in dem Prozesse abzugeben. Die leßte Abtheilung des Bandes bringt Mit- theilungen über die diplomatishe Thätigkeit Talleyrand's in London. Dur die Julirevolution 1830 wieder ins französishe Ministerium zurückgerufen, ging er als Gesandter - nah London und spielte hier auf dem Kongresse, welcher anläßlich der belgis{chen Revolution zusammentrat, eine große Rolle, wobei ihm außer seiner natürlihen Gewandtheit seine aus früheren Beziehungen herrührende Perfonenkenntniß zu Statten kam. Der Darstellung seines Londoner Aufenthalts, di: bis zum Dezember 1830 fortgeführt wird, ist cin umfangreiher Briefwehsel Talleyrand's mit dem französischen Minister des Auswärtigen und der Prinzessin Adelaide, der Schwester König Ludwig Philipp's, beigefügt. Auf die Würdigung dieses Ab- \chnittes als Geschichtêquelle werden wir bei Besprechung des vierten Bandes, der ihn abschließen wird, näher eingehen. 4

ff Geschichte der Mediatisirung des Fürstenthums Isenburg. Von Dr. Manfred Mayer. München, M. Rieger. 1891, Zu den zahlreichen kleinen Territorien des südlihen und westlihen Deutschlands, welche zu Beginn dieses Jahrhunderts ihre Reichéunmittelbarkeit verloren, gehört au das Fürstenthum Jsen- burg, über dessen Schicksale in der Revolutionszeit uns der Verfasser unterrihten will. Am Mittelrhein begütert, zersplitterte si das Isenburgische Haus im Laufe des Mittelalters in mehrere Zweige, fo daß zur Zeit der Auflösung des Deutschen Reichs eine Fürstlihe Isenburg: Birstein und drei Gräfliche Linien bestanden, welche sämmt- lich Reichsstandschaft besaßen. In den Wirren der Revolutionskriege fühlten die kleinen Herren ihre Existenz bedroht und suchten si daher dur engen Zufammens{luß gegen die Unterdrückung durch übermähtige Nachbarn zu sichern. Auch die Isenburger gehörten einem solchen Bunde an, jedoch gelang cs nur der Fürstlichen Linie, ihre Unab- bängigfeit zu behaupten, die Gräflihen wurden mediatisirt und der Herrschaft des dem Rheinbunde beigetretenen Fürsten unterstellt. Aus- führlih s{@ildert Mayer die Geshihte des Ländhens in der Napo- leonishen Zeit; der Dienst bei dem fremden Machthaber brate ihm weder Ehre noch Gewinn, das Land wurde mit Schulden bedeckt, und der Fürst zog si im höchsten Grade den Haß von Mit- und Nach- welt zu, wenn er auch, wie Mayer zuzugeben ist, nicht härter zu be- urtheilen ist, als die anderen Rheinbundsfürsten. Das Scattenwesen der Isenburgischen Souveränetät überlebte den Fall Napoleons nit: auf dem Wiener Kongresse wurde troß der größten Bemühungen der Isenburger, ihre Landeéhoheit zu behalten, das Fürstenthum aus der Reihe der selbständigen Staaten gestrihen. Den Grund hierzu sieht Mayer in der geographischen Lage des Landes; Hefsen-Darmstadt mußte für die Abtretung des Herzogthums Westfalen an Preußen entichâdigt werden, und deéhalb wurde Isenburg dem Großherzogthum überlassen, wels wiederum einen Theil an Hessen-Kassel abtrat. Im Verlauf seiner Schilderung polemisirt der Verfasser häufig gegen Treitschke, dem er namentli Ungenauigkeiten vorwirft. Allerdings werden si die bon Mayz?r bekämpften Stellen Treitshke’s niht unbedingt auf- recht erhalten lassen, aber dem Verfasser selbs kann der Vorwurf ungenauer Darstellung, die er bei Treitschke rügt, keineswegs erspart werden. So nennt er den Freiherrn vom Stein stets Feceiherr von Stein, und seine Behauptung, daß Preußen sich der Koalition von 1805 angeschlofsen babe, ist unrichtig: es trat dem antifranzösishen Bunde nicht bei, fondern mate seinen Anschluß von der Annahme oder Ab- lehnung eines Napoleon zu überreihenden Ultimatums abhängig. Ganz ungenau ist endli, um noch einen Punkt anzuführen, die Darstellung von der Entstehung des russisch-französishen Krieges. Als Ursache giebt Vayer nur die Weigerung Alexander's, der „strengsten Handels- sperre“ gegen Großbritannien beizutreten, an, während der Zar nur abgelehnt hatte, die Schiffe der Neutralen mit Beschlag zu belegen, den Engländern hingegen, seinem Versprechen treu, die russischen Häfen vers6loß. Die übrigen Differenzen der beiden Kaiser, in Polen, der Türkei und Deutschland, erwähnt der Verfasser gar niht. Angesichts solcher Versehen berüßrt es do eigenthümlich, wenn u. A. Treitschke getadelt wird, daß er den Fürsten JFsenburg ein Regiment statt einer Brigade organisiren läßt. Das Material zu der sehr detaillirten Darstellung ist vornehmlich dem Fürstlich Jsenburgishen Archiv zu Birstein, sodann dem Wiener und badishen Archiv entnommen. Zahlreiche Aktenftücke, die auf die Geschichte des Fürstenthums im Änfang unseres Jahrhunderts Bezug haben, sind in einem Anhange mitgetheilt.

__ff Das Staatsarcchiv. Sammlung der offiziellen Akten- stücke zur Geschichte der Gegenwart. Herausgegeben von Hans Delbrück. 51, Bd. 5. und 6. Heft. Leipzig, Duncker u. Humblot, 1891, à Heft 1,40 # Die vorliegende Lieferung beendigt zunächst die Berichte der französishen Theilnehmer an der internationalen Arbeiterschußz-Konferenz und bringt fernerhin 15 Aktenstücke, die auf die katholische Kirche Bezug baben, Von besonderem Interesse sind die Bestimmungen Pius’ 1X. über die Papstwahl, die Erlasse Leo’s XIII. an den Staatssekretär Rampolla und dessen Rundschreiben an die apostolishen Nuntien vom Jahre 1887; aus allen diesen Ur- kunden tritt die Feindschaft des pâpstlihen Stuhles gegen die nationale Einigung Italiens deutli hervor. Den Schluß des Heftes f die Generalakte der Berliner Samoa-Konferenz vom 14. Zuni

ff Zeitschrift der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen. Herausgegeben von Rodgero Prümers. 6. Jahrgang. 2. Heft. Posen, Jolowicz, 1891, In diesem Hefte seßen Philipp Bloch und Max Kirmis ihre Studien über die General-Privilegien der polnishen Judenschaft resp. über die polnische Münzkunde fort. Jener bespriht vornehmlich das Boleslaus- Kasimir'she Statut, welches er vollständig abdrudt, dieser orientirt uns über die Literatur zur polnishen Münzgeschichte und giebt werthvolle

seinen Abschied nahm und sich ins Privatleben zurückzog. In der

Schilderung dieser Pariser Verhandlungen wendet er ih einerseits

Winke für die Anlegung von Münzsammlungen. Ein dritter Aufsaß von

Albert Pick beleuchtet die \{wankenden Rechtsverhältnisse an der brandenburgisch-polnischen Grenze im Mittelalter; er behandelt eine Abgabe, welche die Stadt Landsberg a. W. einem polnischen Kloster zu entrichten hatte, und die Verwickelungen, die si daraus ergabcn. Außerdem enthält das Heft kleinere Mittheilungen und Fundberichte, einen Literaturberit, in dem auf die außerordentli \charfe Kritik Lohmeyer's von dem Werke Christian Meyer's „Geschichte der Provinz Posen“ aufmerksam zu maten ift, ferner mehrere Mit- Bel tgei über innere Angelegenheiten der Posener Historischen Gesell\a!t.

ffÆ Das Oldenburgische Münsterland in seiner ge- \chichtlihen Entwickelung. Von Dr, Niemann, Pfarrer in Kappeln. 2. Bd. Bis zur Vereinigung mit dem Herzog: thum Oldenburg. Oldenburg und Leipzig, Shulze. 1891. 3 4 Der Verfaffer behandelt die Geschichte eines kleinen Landstriches, welcher, ursprünglid zum Bisthum Münster gehörend, 1803 bei der Séfkularisation Münsters an Oldenburg fiel. Alle Angelegenheiten des Ländchens werden eingehend geschildert, über die politishe, Rechts- und Kirhen-Geschicbte werden wir belehrt, auch der Geschichte des dort angesessenen Adels i ein umfangreicher Abschnitt gewidmet. Wenn au@ der katholis&e Standpurkt des Verfassers unverkennbar ist, fo hält er sich do% von tendenziösen Entstellungen fern. Zu scharf ersdeint uns die Beurtheilung des Biscofs Franz von Waldeck, dessen Thätigkeit bei Keller in erheblich günstigerem Lichte ge- schildert wird.

Geseße, Verordnungen 2.

S Das preußischbe Einkommensteuergesez. Von B. Fuisting, Geheimem Ober-Finanz-Rath und vortragender Rath im Finanz: Ministerium. Berlin, Carl Hcymann's Verlag, 1892, Geb. Pr. 12 Aus der Legion der Ausgaben und Kommentare zu dem neuen Einkommensteuergesez ragt die vorliegende Ausgabe weit hervor. Der Verfasser, der bei der Ausarbeitung und pariíamen- tarishen Berathung des Gesetzes hervorragend betheiligt war, hat hier ein Werk geshafen, welches nicht nur dem praktishen Bedürfniß zu dienen beicimmt ist, sondern auch einen boben wissenschaftlichen Werth hat. Dieser wird nit nur dur den umfafsenden Kommentar bedingt, welcher in G-stalt von Anmerkungen dem Gesctzestext hinzu- gefügt ist ein ähnlih umfangreibes und daher avßerordentlih zur Drientirung geeignetes und das Verständniß der Gesetzeébestim- mungen förderndes Material enttält feine andere der bisher ershie- nenen Ausgaben —, sondern namentli dur die dem Werke voraus- geschickte Einleitung, welche eine geschicht!iche Entwicklung des preußischen Steuersystems und daran anknüpfend eine systematische Darstellung der preußischen Einkommenstever, wie sie dur das neue Gesetz geregelt ist, enthält. Die Darstellung der geschichtlihen En t- wicklung des preußischen Steuerfystems muß als eine bochwilikommene bezeichnet werden, da es an ähnlichen, die gesammte Steuergeseßgebung dieses Jahrhunderts umfassenden geichichtliden Darlegungen fehlt. Wir gaben ein werthvolles Bu von Carl Dieterici (aus dem Jahre 1875) über die der Steuerreform, welde mit dem Iahre 1820 ibren Abschluß findet; wir haben ferner von SHhmoller eine in seinen Jahrbüchern (1878) veröffentlihte vortrefflihe Abhandlung über die Epochen der preußischen Finanzpolitik, wele bis auf die Anfänge des preufiiscen Staats zurückgeht, aber die neuere Zeit ziemli kur- sorisch behandelt; wir finden aub in den Werken über Finanzwissen- schaft, wie auch in Swönberg's Handbuch der politishen Oekonomie mehr oder weniger auéführlide Abrisse der Geschihte des preußishen Steuersystems. Aber eine so gründliGße und doch dabei sich nicht zu sehr in die Details verlierende Dar- stellung der Entwicklung dieses Steuersystems vom Anfang dieses Jahrhunderts bis auf den heutigen Tag hat es bisber nicht gegeben. Dabei zeichnet si diese Darstellung durch ruhige Objektivität aus; sie wird nit dur fubjektive und theoretische finanzpolitisde Betrac- tungen, wie es mehr oder weniger in finanzwissen\chaftlihen Werken der Fall ist, unterbrochen und ma§t mehr den Eindruck eines streng faclihen Referats. Schon um dieser einleitenden Abhandlung willen verdient die vorliegende Ausgabe besondere Aufmerk- samkeit und Anerkennung; sie is vornehmlih den praktis%en Finanzpolitikern und Parlamentariern warm zu emvfeblen. Die - darauf folgende systematische Darstellung des Inhalts des neuen Einkommensteuergeseßes, die in großen und Tnappen Zügen die leitenden Gesichtspunkte hervorhebt, erleichtert das Ver- ständniß des Geseßes ungemein . und gewährt daher bei aller ihrer Wisfsenschaftlihkeit auch einen vorwiegend praktiscen Nutzen. Dem Werke sind ferner die beiden bisher erschienenen Theile dec Aus- führung8anweisung des Finanz - Ministers beigefügt, während der _noch zu erwartende, indeß noch nit fertiggestellte dritte Theil der Ausführungsanweisung gegen 15 4 für den Bogen von der Verlagshandlung natbgeliefert wird. Den Be- \chluß bilden ein werthvolles chronologishes Verzeihniß der citirten Gesetze, Verordnungen, Kabinets-Ordres, Erlasse, Ver- fügungen 2c, und ein ausführlihes alphabetisbes Sachregister. So ist das Werk in seiner Gesammtheit ein für das Studium wie für den prafktishen Gebrau sowohl der Behörden wie der Steuervflich- tigen in hervorragendem Maße werthvolles und unentbehrlihes, a dem tieferen Eindringen in den Inhalt des Gesetzes die Wege

net.

Wie weit das am 1. Oktober in Kraft getretene Geseß über den Schuß von Gebrau{êmustern bereits in die industriellen Inters- essentenkreise eingedrungen ist, davon giebt die soeben erschienene Nr. 3 der von der Anmeldestelle für Gebrauwsmuster beraus- gegebenen amtlihen Mittheilungen einen lebrreihen Beweis, Die Nr. 3 veröffentlicht zum ersten Male bereits 84 Eintragungen ; bis auf Weiteres sind _für die Eintragungen die für die Patente bestehenden Klassenbezeihnungen beibehalten worden. Die meisten Eintragungen, nämli 19, fallen in die Klasse 34 und betreffen aus\chließlich hauswirtbscaftlihe Geräthe. Der Löwen- antheil sämmtli her Eintragungen fällt den deutsch-österreihischen

annesmannröhrenwerken in Berlin zu, welche viele Luxus- und Gebrauch8gegenstände aus Aluminiumröhcen auf den Markt ge- braht und durch Eintragung vor unbefugter Nachbildung geshüßt haben. Ganz befonders zahlrei sind fsüddeutsche Fabriken bei den Eintragungen vertreten, aub unsere rheinischen Industriebezir ke haben einen erheblichen Brucßthecil zu verzeichnen.

Die Beamten-Besoldungstitel des Deutschen Rei{s-, Preußischen Staate- und Berliner Stadthaushalts-Etats für das Etatéjahr 1891/92. Eine Zusammenstellung der Behörden, der Zahl der bei denselben angestellten Beamten und der als Besoldung der Leßteren festgeseßten Beträge an Gehalt- und Wohnungsgeld- zushuß. Im Selbstverlag herausgegeben von H. Lorenz, Berlin NW,, Bandelstraße 42. (Kommissionsverlag: R. Hertzberz's Buhh- handlung, Berlin NW,, Wilsnaerstraße 12.) Das vorliegende kleine Bu hat der durch seinen praktischen Rathgeber füc Reichs-, Staats- und Kommunalbeamte wohlbekannte Verfasser aus den ver- {iedenen Etats zusammengestellt. Es giebt eine gedrängte Uebersicht Über die Spezial-Besoldungstitel aller Beamten- Kategorien, wobei den Auskunft Suchenden ein alphabetishes Register in erwünschter Bee unterstüßt. Das Werken dürfte in Beamtenkreisen desselben

eifalls sicher sein, wie der {on erwähnte Rathgeber und die an- deren handlichen Lorenzen Taschenbücher. i Volkswirthschaft.

E Geschichte des Sozialismus und neueren Kom- ta 8mus, von Dr. Otto Warschauer, Professor der Staats- bipnaften an der Technishen Hohshule zu Darmstadt. Erste Sei eilung: Saint Simon und der Saint-Simonismus. lie pztg, Verlag von Gustav Fock, 1892. Pr. 2 X Mit der vor- egenden ersten Abtheilung des genannten Werks ist der Anfang h einer geshihtlihen Darstellung des Sozialismus und Serb neueren Kommunismus gemadt, die als Lehr- und Fre us für alle Diejenigen gedacht it, die sich mit der sozialen Se beschäftigen. Nah dem Plan des Verfassers sollen hierbei lid sämmtliche Schriftsteller, die durch irgend welhe Veröffent- baguns jemals an der gegenwärtigen Gesellshaftsordnung gerüttelt aven, aufgeführt werden, sondern nur Diejenigen werden zum

Gegenstande eingehender Betrachtung und Kritik gemaGt, die auf die Entwickelung des Sozialismus und Kommuniêmus einen entscheidenden Einfluß ausgeübt, selbständig revolutionäre Theorien aufgestellt haben oder als intellektuele Urheber gleichartiger, agitatorischer Bestrebungen zu betrachten sind. Es sollen ferner nur diejenigen Autoren berücksihtigt werden, deren Lebensgang abgesch{lossen ift, da ein Gefammtbild der Ziele und Bestrebungen der noch Lebenden gegenwärtig noch nit mögli is. Im Ganzen sind zehn bis zwölf in fih abgeschlossene Einzelabtheilungen in Aussi&t genommen, în denen die jeweiligen Theorien und Reformvor- läge mitgetheilt und nach ihrem volkêwirtb\chaftlihen Feingehalt geprüft werden follen. Das Ziel ist dabei, „in der Verbreitung wissenschaftlicer Erkenntniß JIrrtbümer aufzudecken und zur Förderung des sozialen Friedens beizutragen.“ Es liegt auf der Hand, daß es, da bis jegt nur die erste Abtheilung vorliegt, noch nit mögli ift, darüber zu urtheilen, ob das erstrebte Ziel erreiht wird Indefsen bürgt für die Nichtung die vorliecende Behandlung des Lebens und der Theorien von St. Simon und seinen Natfolgern, Er- scheint au das Gesammtwerk etwas breit angelegt, so erbält man doch eine klare und übersihilihe Darstellung, welche bei aller Ausführlikeit knapp ifft und das Ziel fest im Auge behält. Das Leben und die Theorien der genannten Sozialisten find bekanntlich s\{chon von Lorenz von Stein in dessen Werk „Die industrielle Gesellschaft ; der Sozialismus und Kommunismus Frank- reichs* (Leipzig, 1855, zweite Ausgabe) eingehend geswHildert. Warschauer hat sid, wiewohl er au unmittelbar aus den Werken der Sozialisten _geschöpft hat, auch an Lorenz von Stein angelehnt ; aber seine Darftellung bat den Borzug, daß sie Weitschweifigkeiten vermeidet und in großen Zügen ein Resultat der Forshungen liefert, welche Lorenz von Stein angestellt hat. Neben ciner objektiven Charakteristik der Lehre St. Simon's wird ihre bistorishe Bedeutung dargelegt, und vom Standpunkt der Ietztzeit und der inzwishen gesammelten Erfahrungen eine passende Kritik daran geknüpft; gerade in dieser Kritik bewährt fh ein weiter Blick für die Bedürfnisse von Staat und Gesellschaft, wenn auch einzelne Arsihhten hie und da auf Widerspruch stoßen werden, Warschauer nennt St. Simon den intellektuellen Begründer des Sozialismus, obwobl er keine8wegs den Gegensaß der Arbeiter zu den Unter- nehmern groß gezogen bat und er in Wahrheit kein Sozialist war; dennoch war er der Begründer jener Richtung, weil er die ersten Konsequenzen aus Adam Smith’'s Grundfaß: „die Arbeit ist die Quelle aller Werthe“ zog und „Arbeit und Wissenschaft“ in ihre Rechte einsezen wollte. Zum Sozialisten haben ibn erst scine Nawfolger gestempelt. Dies hat (on Lorenz von Stein a. a. O. Seite 178 rihtig erkannt, indem er sagte: „St. Simon denkt noch gar nicht an eine, ohne GCigenthum und Familie geseßte, mithin sozia- listise Gesfellshaftäordnung ; er hat zwar den Anstoß gegeben und den Keim der sozialistisGen Konsequenzen ausgestreut, aber er hat noch

Gescbichte |

keinen wirklien Sozialismus aufgestellt. Das war erst der Shule vorbehalten, die er gründete“. Von der Charakteristik Bazard's und Enfantin's gilt dasselbe, was wir von derjenigen St. Simon's gesagt haben: fie wird in übersißtlicher, systematis%er Darstellung gegeben, die bistorische Stellung der Lehre in der sozialistischen Entwickckelung dar- L au daran eine in knapyen, treffenden Zügen gehaltene Kritik geknüpft, i

forderlich, wenn man Staat und Gesells{aft mit wirksamen Waffen vertheidigen will. Hierzu gewähren niht nur die historishen Be- tratungen, sondern auch die fkritishen Bemerkungen des vorlieger den Bus zweckmäßige Handhabe. Leben doch zahlreihe Ideen, die in ten St. Simonisten ihren Ursprung haben, auch heute

| noch in den Köpfen der Sozialisten, obwohl ihre Unhaltbarkeit

und Unausführbarkeit \{chon vor mehr als zwei Mensten- altern erfannt ist. Bei aller Wissenszaftlichkeit, welhe die Srund- lage des Buchs bildet, ist es au für die fozialpolitishen Kämpfe der Gegenwart ein brauhbares Lehr- und Lesebuch, Nur eine Be- merkung noch. In der Einleitung wird zwishen Sozialismus und Kommunismus ein Gegensaß konstruirt, der uns etwas zu künstlich ers{eint, innerlih nicht begründet ift und jedenfalls in der Praxis nicht anerkannt wird. Nach Warschauer will „der Sozialismus nicht die Aufhebung, fondern die Umgestaltung des individuellen Privat- eigentbhums, während der Kommunismus grundfäßlih dessen wirth- schaftliche Eristenzbere{tigung leugnet“; ferner: „der Sozialismus will den Erwerb eines Jeden erleichtern, der Kommunismus den Be-

Herstellung wirths{aftliber Güter Jedem zu und verlangt vom Staat nur die unentgeltliche Ueberlassung der zur Arbeit erforderli en Produfktionsmittel ; der Kommunismus dagegen stellt den Staat als allein berechtigt zur Erzeugung und Vertheilung wirth- shastlicher Güter hin und fordert Aus\{luß und Ver- nichtung jegliGer Privatindustrie.“ Diese | weder erschöpfend noch völlig zutreffend, wenigstens nicht für den modernen Sozialismus, wie er si{ in der Sozialdemokratie repräsentirt. Bebel sagt (vgl. Sozialismus und Kommunismus, von

IIT. Auflage, pag. 115): „Unser Bestreben geht darauf, das Privat- eigenthbum in Gemeineigenthum, in gesellschaftlihes Eigenthum zu verwandeln ; für uns handelt es sich darum, die Arbeit gefellschaftlich zu organisiren und das Produkt dieser gesellshaftliden Arbeit nach Maßgabe der Bedürfnisse an die Einzelnen zu vertheilen“ Die Sozialdemokratie würde demgemäß, wenn W.,'8 Erklärung richtig wäre, nicht dem Soztialismus, sondern dem Kommunismus huldigen. Die Be- griffe sind jedenfalls ni&t so scharf von einander zu trennen und fließen vielfach in etnander über. Scheel sagt richtig (a. a. O.): „Kommunismus ift eine extreme Form des Sozializmus.* So scharfe Geger säße, wie W. meint, indem er sagt: „unüberbrückbare Gegen- säße trennen die Welten Beider“, sind sie niht. Es bestehen viel größere Gegensäße zwischen den verschiedenen Grundanschauungen und Syftemen des Soziali8mus selbst, als zwischen extremem Sozialismus und Kommunismus.

—r— Von der Freiheit zur Gebundenheit, Von He r- bert Spencer. Vom Verfasser genehmigte Uebersetzung dur Dr. Wilhelm Bode. Berlin, Verlag von Leonhard Simion. 1891, Der alte englische Philofoph Herbert Spencer, der vornehmlich die soziale Entwickelung des Menschengeschlechts zum Gegenstand seiner philo- sophischen Unterfuhung gemacht hat, tritt mit diesem Aufsatz in den Kampf gegen die Sozialdemokratie. Wenn letztere sich hütet, auf die Frage, wie denn der von ihr erstrebte Zukunstsstaat aussehen wird, zu antworten und fomit das verschleierte Bild von Sais zu ent- hüllen, so weist Spencer auf Grund seiner Kenntniß von der mens{- lihen Natur und von den Formen, in denen sih das soziale Leben allein bewegen kann, na, wie dieser Zukunstsstaat beschaffen sein muß: eine „ungeheuerlichere, s{recklihere Tyrannei“ werde es nie in der Welt gegeben haben, als den Staat, wie er si auf Grund der sozialdemokratischen Bestrebungen werde entwickeln müssen. Es gebe nur zwei Formen, in denen das soziale Leben si bewegen kann : Freiheit oder Gebundenheit, freie Genossenschaft oder erzwungene Genossenschaft; in ersterer regele sich die Arbeit nah Verträgen, nach Angebot und Nawfrage, in der Zwangsgenoffenschaft allein nach dem Kommando einer Oberleitung, Das neue System, welches die Sozialdemokratie erstrebe, sei nichts Anderes als eine Wiederherstellung des längst überwundenen Zustandes der bürgerlihen Gesellschaft, in welhem sie eine Zwangs- genossenshaft war. In dem Zukunftsftaat werde nur die Gebundenheit herrshen, Alles werde vertheilt, Jedem das Seine zugemefsen, Jedem die Arbeit vorgeschrieben werden. Zu diesem Zweck werde ein ungeheurer Verwaltungsapparat nöthig sein, der von felbst Dirigirende und Dirigirte ae. Letztere würden

Sklaven werden, erstere mit wachsender Selbstsuht alle Vortheile zu

ihren Gunsten ausnußen und selbst wieder neue Klassen und Rang-

stufen \{affen. Vor einer solhen Entwickelung sei man um so weniger

sier, als die Sozialdemokraten s{hon jeßt beweisen, daß sie fern von

Selbstlosigkeit seien Die Rechte Fremder mißahten sie, die

Freiheit der eigenen Standesgenofsen treten sie mit

gekni Für das Verständniß der beutigen sozialistishen Bewegung | | Uit etne genauere Kenntniß ihres bistorischen Ursprungs durMhaus er- |

siß Allen sichern; weiter: „der Sozialismus gesteht das Necht zur |

Definitionen sind |

Scheel in G. S@önberg's Handbuch der politishen Oekonomie, |

während sie eine blinde Unterwürfigkeit und Urtheilslosigkeit gegen ibre Führer beweisen: diese ihre Charakterzü,e würden in dem Zukunfts\taat mit ers{reckender Deutlichkeit zu Tage treten, Dem lesenêwerthen Aufsaß, der mit logisher Schärfe die Mängel des „idealen“ Zukunft8gebildes bloßlegt, ift au in Arbeiterkreisen weite Verbreitung zu wünsben. Die vorliegende Ausgabe kostet 1 M Eine zur Vertheilung (von Vereinen an ihre Mitglieder, von Arbeit- gebern an ihre Arbeiter u. s. w) bestimmte Auflaçe wird von der Verlagshandlung in Partien zu dem Preise von 10 4 für das Exem- plar abgegeben, : is 5 —, 77. „Das Archiv für soziale Geseßgebung und Statistik, Vierteljabrs\ch{rift von Dr. Heinri Brau n, Berlin, I. Guttentag, bringt in dem soeben erschienenen dritten Heft (des vierten Bandes) eine Abhandlung über die „Syndikate der Ar- beiter und Unternehmer in Frankrei G* von dem Professor Raoul Javan der Nechtsfakvltät in Grenoble. Die Arbeiter-Syndikate in Frankrei sind etwa unseren Gewerkvereinen oder den englischen Trades- Unions, die Arbeitgeber-Syndikate den Unternehmerverbänden, wie sie bet uns bier und da bestehen, zu verdleihen. Ueber diesen Gegenstand hat bereits Professor Lexis im Jahre 1879 eine Abhandlung erscheinen lassen, welbe indeß nur die Entwickelung der Syndikate, wie Ke h vor dem erst im Jahre 188€ erlassenen Gefeß über die Gründung bon Syndikaten vollzogen, behandeln konnte. Raosl Iay's Abband- lung legt die neuen Gesctzesbestimmungen sowie die Resultate dar, welche i auf Grund dieser Einrihtungen ergeben baben, und daran fknüyft er eine Erörterung über die Reform projekte, zu denen das Gesetz neuerdings Anlaß gegeben hat. Die Abhandlung gewährt einen tieferen Einblick in die bezei&neten Verhältni\e in Frankrei. Die Gntwikelung auf Gruadlage des Gesetzes ist eine sehr bedeutende: im März 1884 \chäßte der Handels-Minister die Zahí der damals existirenden Arbeiter- und Unternehmer-Syndikate auf 5307 t Sult 1890 existirten deren 2755, und zwar waren 1004 allein Unter- nehmer-Syndikate und 97 gemis{te Organisationen von Arbeitern und Arbeitzebern, 648 waren landwirthschaftliche Syndikate; da- neben existiren aber noch eine große Zahl von Svyndikaten, welche ohne Beachtung der geseßlihen Bestimmungen egründet sind. Ganz be- londers auffallend ist der Aufs{wung, den die land wirthschaftliwen Syndikate (von d auf 648) genommen haben : es gehören ihnen jeßt 400 000 Mitglieder an, welche aus ländlihen Grundetigent5ümern Pächtern, Halbpächtern, ländlichen Arbeitern und anderen Leuten, die ein mit der LandwirthsGaft im Zusammenhang stehendes Gewerbe be- treiben, bestehen. Gerade auf diese möch:en wir die Aufmerksamkeit deutscher Landwirthe lenken. Die landwirthschaftlichen Syndikate, unseren ländliben Genoffenschaften vergleihbar, verfolgen versciedene wirth- [haftlihe Ziele ; die meisten aber erstreben die Berdrängung der Zwiscenhändler bei dem Einkauf; es wird geschäßt, daß die im Jahre 1889 von diescn Syndikaten gemeinsam bewirkten Einkäufe (von Düngestoffen, Maschinen, Sämereien 2c.) si auf 500 Millionen Francs beliefen. Einige Syndikate suHen die Zwischenhändler au beim Verkauf ihrer Produkte (Kartoffeln, Gerste, Vieh, Wein, Wolle 2E) zu verdrängen ; einige haben ferner Kreditgesell schaften begründet ; bis jeßt aber ist das landwirtbschaftlihe Kreditwesen in Frankrei nur fehr wenig entwidelt. Die gewerk\caftlihen Organisationen der industriellen Arbeiter haben bisher no niht die Bedeutung ge“ funden, wie die englisWen Trades-Unions; indeß ift im Frühjahr dieses Jahres eine neue Bewegung unter den Arbeitern eingetreten der zufolge die Arbeitersvyndikate jeßt wohl an Zahl und Wi&tigkeit gewinnen werden; zur Förderung der Affcciationen hat die Deputicten- kammer einen Antrag angenomm-:n. durch welchen jede Beeinträchtigung des Afffsociationsrech1s unter Strafe gestellt wird; der Antrag liegt | jeßt dem Senat vor, der die Entscheidung darüber indeß vor- läufig vertagt hat. G ait AUNaE n oes selben Heft bringt den Schluß der Abhandlung von Karl Ste über die belgische Sozialgeseugebung und das eiterwohnungsgeseyz in Belgien vom 9 August 1889, In den folgenden Abschnitten wird über den Stand der sozialpoliti- {en Geseßgebung in Oesterrei, Ungarn, Belgien unter Abdruck der neuerdings erlassenen Geseßze über Hülfskassen, Sonntagscruhe 2c. be- rihtet, Ferner behandelt Dr. R. van der Borabht in Köln die Sta- tistik der Unfoll- und Krankenversiherung in Deutschland für 1388 und 1889, Zum Schluß werden neuere Werke von Sering (Arbeiter- aus\chüsse), Daszynska (Zürichs Bevölkerung im XPVII. Jahrhundert) und Nübling (Ulms Baumwollenweberei im Mittelalter) besprochen. Die Nen. 8, 9 und 10 der „Annalen des Deutscen Rei chs für Gesetzgebung, Verwaltung und Statistik“, herauëgegeben von Dr. Georg Hirth und Dr. Max Seydel (Verlag G. Hirth in München und Leipzig) enthalten den dem Reichstage vorgeleaten Entwurf cines _Reichs - Telegraphengeseßes nebst den Beschlüssen und dem Bericht der betreffenden Reichstagskommission und die Be- gründung zu dem Entwurf; ferner einen Aufsaß der „Statistishen Correspondenz®* Über das vorläufige Ergebniß der Volkszählung vom 1. Dezember 1890; weiter das Reichsgeseß über die Besteuerung des Luckers vom 31, Mai 1891 nebst Begründung des Entwurfs und Anlagen über Zuker-Produfktion, Eirfuhr, -Ausfuhr und -Konsum. Ferner wird die Telegraphenordnung für das Reih vom 15. Iuni 1891 abgedruckt. Jn Heft 9 wird mit einer längeren Abhandlung von Dr, Paul Schön über die Organisation der städtischen Verwaltung in Preußen begonnen; Heft 10 bringt die Fort- leßung dabon; der Shluß liegt noch nit vor: es werden darin zus nächst die historische Entwickelung und das geltende Recht behandelt.

Kunstangelegenheiten.

4 Mit feiner dreiundsiebzigsten Lieferung tritt der von F. von Reber und Adolf Bagersdorfer im Verlage der Verlags- anstalt für Kunst und Wissenschaft (vormals F. Bruck- mann) in München herausgegebeze Klasstis Ge Bilderschat in Jetnen vierten Jahrgang ein. Das Unternehmen, welches die Denk- máâler der Malerei aller klassishen Epochen in treuen mechanischen Na@bildungen zum Allgemeingut der Gebildeten aller Stände zu machen mit vielem Erfolge bisher bestrebt war, soll E beginnenden vierten und einem noch in Aussicht gestellten fünften Jahrgang abgeschlossen werden. Ein Festband, welher von den in Fa(kreisen mit Recht als Autoritäten geschäßten Herausgebern verfaßt wird, soll fodann einen „Grundriß der Geschichte der Malerei* geben. Dadur dücfte die Benußzkbarkeit des in Bezug auf feine Anlage geradezu mustergültig zu nennenden Bilderwerks eine wesentlihe Erleihterung erfahren zumal die jeßt folgenden Jahrgänge na der Absicht der Heraus- geber die etwa noch vorhandenen Lücken einer systematishen Vollstän- digkeit auszufüllen bestimmt sind. In 720 an Schärfe und Klarheit den Photographien schr nahekommenden Autotypien werden sodann die bedeutendsten Schöpfungen der neueren Malerei in einer Sammlung vereinigt fein, die den Namen eines „Élassishen“ Bildershatzes in demselben Maße verdient, wie denjenigen eines volksthümlihen Bil- dungsmittels. Neben dem {on erwähnten Text. wäre noch cin svste- matishes und alphabetisches Verzeichniß der Cinzelblätter erwünscht,

das sih_ dem Text ohne Schwierigkeiten anfügen würde. Wenn wir diesen Wünschen noch einen weiteren hinzufügen sollen, so wäre es der, bei einem hoffentlich bald nothwendigen Neudruck des Ganzen sowie bei der Erweiterung des Unter- nebmens auf andere Gebiete der bildenden Künste der Zusammen- seßung des Druckpigments der Autoiypien und der Wahl des Papiers Aufmerksamkeit zuzuwenden, da die bisher gewählte stark fettige Drrckershwärze leiht gerinnt und den Eindruck der auf glacirtem Papier gedruckten Autotypien beeinträchtigt. Die Liefe und Sättigung

des Tones, welche bei der Reproduktion koloristish kräftiger Bilder allerdings wesentli ift, wird sich siherlich auh auf anderem Wege in gleiher Vollklommerheit erzielen lassen.

Dichtkun ft.

„Neue und neueste Deutsche Kaiserlieder.“ Eine Samtalung von Gedichten zur Feier von Kaisers Geburtstag und anderen Gedenktagen, für Schulzwecke veranstaltet von O. Köhler Professor am Herzoglichen Carolinum zu Bernburg. Halle a. S, 1892, Richard Mühlmann's Verlagshandlung (Mar Grofse).

Füßen, | (Preis 1,60 4.) Nah Form und Inhalt ein auserlesener Schatz,