1891 / 252 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

inisterium der geistlihen, Unterrichts- und E Medizinal-Angelegenheiten.

Schullehrer-Seminar zu Elsterwerda is der Lehrer a E R A als Hülfslehrer angestellt

worden.

Ministerium der öffentlihen Arbeiten.

Der Austrag zur Anfertigung allgemeiner Vorarbeiten ist ilt worden E e pt A Königlichen Eisenbahn - Direktion zu Bromberg: für eine Fortseßung der Linie Löwenhagen—Gerdauen, hin- nihtli<h deren bereits die Aufstellung eines allgemeinen Ent- wurfs angeordnet ist, über Angerburg nah Goldap; ) der Königlichen Eisenbahn - Direktion zu Hannover: für Eisenbahnen a. von Emmerthol über Bodenwerder nah Vorwohle, b. von Elze über Bodenburg nah Gandersheim k der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Elberfeld: für eine E der zux O O Eisenbahn öndenberg—Unna na< Camen ; sowi s V Eta libeR Eisenbahn-Direktion (re<tsrheinishen) zu Köln: a, für eine Fortseßung der Eisenbahn Siegburg— Dershlag nach Bergneustadt, b. für eine Eisenbahn von einem geeigneten Punkte der Linie Siegburg—Derschlag nah Wiehl.

Abgereist: Seine Excellenz der General-Lieutenant von Blo mb E kommandirender General des II. Armee- Corps; | S der Ministerial-Direktor im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten, Wirkliche Geheime Ober-Negierungs-Rath Dr. Kuegler, nah der Rheinprovinz.

Nichkamkliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 26. Oktober.

Seine Majestät der Kaiser und König em- aen gestern Mittag kurz vor 1 Uhr Seine Königliche Hoheit den Herzog Albrecht von Württemberg, Höchstwelcher zur Notifizirung des Thronwechsels aus Stutt- gart hier eingetroffen war. Um 7 Uhr Abends gewährten Seine Majestät dem Reichskanzler von Caprivi den er- betenen Jmmediatvortrag. Um 8 Uhr fand zu Ehren Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Albre<ht von Württem- berg eine größere Abendtafel statt, zu der unter Anderen au< der Königlih württembergishe Gesandte von Moser sowie der Königlih württembergische Militär-Bevollmächtigte, Oberst-Lieutenant und Flügel-Adjutant von Neidhardt und der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Direktor von Stieglißz

: waren. : A A Vormittag hörten Seine Majestät von 10 Uhr ab den Vortrag des Staats-Ministers Freiherrn von Berlepsch und arbeiteten von 11 Uhr ab N Zeit mit dem Chef

Fivilkfabinets Dr. von Lucanus. : D e 2 Majestät der Kaiser und König haben Seine König- liche Hoheit den Herzog Albreht von Württemberg. durch Allerhöchste Kabinetsordre à la suite des Kürassier-Regiments

Herzog Friedri<h Eugen von Württemberg (Westpreußisches) ÑNr. 5 gestellt.

i ajestät der König vonRumänien trifft am 27 N 10 Uhr 30 Minuten, ia Potsdam ein. Zum Ehrendienst bei Allerhöchstdemselben sind kommandirt der General-Major Graf von Wedel, General à la ute Seiner Majestät des Kaisers und Königs, der Oberjt-Lieutenant von Stranß, Commandeur des 1. Hannoverschen Dragoner-Regi- ments Nr. 9, sowie als Ordonnanz-Dsfiziere der Premier- Lieutenant Graf von der Schulenburg vom 2. Garde:Dragoner- Regiment und der Premier-Lieutenant Freiherr von König vom 1, Garde-Feld-Artillerie-Regiment.

n verschiedenen Kreisen wird von der Annahme ausge- O daß N Eintragung in das Preußische Staats- s<huldbu<h auh jeßt nur vier: und dreieinhalbprozentige preußische Konsols geeignet seien. Diese Annahme ist unrichtig. Auch dreiprozentige preußishe Konsols werden schon seit dem 1. Juli d. J. an jedem Geschäftstage von dem Staatsschuld- buchbureau in Berlin SW., Oranienstraße 92/94 nah Maßgabe der erlassenen allgemeinen Vorschristen zur Eintragung in das Schuldbu< angenommen. Es ist dies in der seiner Zeit ver- öffentlihten Bekanntmahung der Hauptverwaltung der Staats- \{hulden vom 1. Juli 1891 ausdrü>lih ausgesprochen.

Nur in Betreff der Reis s{huldvershreibungen und deren Umwandlung in Buchforderungen bleibt no< dur<h Kaiser- liche Verordnung der Termin zu bestimmen, mit dem das Geste vom 31. Mai 1891, betreffend das Reichsshuldbuch, in Kraft tritt. Diese Bestimmung wird voraussichtlich getroffen werden, sobald der Bundesrath die Ausführungsbestimmungen zu dem lehtgedahten Geseß erlassen hat.

effentlihe Urkunden, wel<he im Fnlande er- it s zur Vorlegung bei Behörden des Auslandes be- stimmt sind, können diesem Zwe> in manchen Fällen nur dann dienen, wenn nicht bloß die Unterschrift des instrumen- tirend-n Beamten legalisirt, sondern die Urkunde überdies mit der Bescheinigung versehen ist, daß sie den am Orte ihrer Errichtung geltenden Geseßen entspricht und dadur<h die Zuständigkeit jenes Beamten zur Aufnahme der Urkunde sowie die Statthaftigkeit des Fnhalts der leßteren bezeugt wird. Die Jnstruktion der Königlichen Ministerien der Justiz und der auswärtigen Angelegenheiten vom 22. März N geht davon aus, daß derartige Bescheinigungen in der E von den höheren Gerichten (Landes-Zustizkollegien) zu erthei en seien, und mit Rü>ficht hierauf sind Zweifel darüber ent- standen, welhe Behörde gegenwärtig hierfür zuständig ist. Jm Einverständniß mit dem Minister der auswärtigen An- gelegenheiten hat der Justiz-Minister daher in einer Verfügung

24. April 1878 bestimmt, daß die vorerwähnte Bescheinigung Da wie die gerihtlihe Beglaubigung amtlicher Unter- shriften zum Zwe> der Legalisation im diplomatischen Wege dur< den Präsidenten des Landgerichts zu erfolgen hat.

öniglih niederländische Gesandte am hiesigen Aller- voher E E van der Hoeven is vom Urlaub nah Secfo zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandt-

schast wieder übernommen.

Das Uebungs-Geshwader, bestehend aus S. M. Schiffen “Suiedris Carl“ (Flaggsciff), „Deutschland“, Kronprinz“ und S. M. Aviso „Pfeil“, Geshwader-Chef Contre - Admiral Koester, ist am 24. Oktober in Bergen (Norwegen) eingetroffen und beabsichtigt am 29. nah Christian- sand in See zu gehen.

osen, 24. Oktober. Dem Minister der geistlihen 2c. A Grafen von Zedlig-Trüßschler ist aus Anlaß seines Scheidens von hier dur< Beschluß der städtischen Körperschaften das Ehrenbürgerrecht der Stadt Posen verliehen worden. Eine Deputation beider städtishen Körper- schaften, bestehend aus dem ersten Bürgermeister Witting, dem JZustiz-Nath und Stadtverordneten-Vorsteher Orgler und dem Stadtrath und Vorsitzenden der Handelskammer Annuß, hat sich heute nah Berlin begeben und dem Minister den Ehren- bürgerbrief überreiht, Die Urkunde ist von dem Lithographen Kornfeld in künstlerisher Weise ausgeführt und ruht in einer Mappe von blauem Sammet, deren Vorderseite das Gräfliche Wappen der Familie von Zedliß zeigt und mit reihem Silber- beschlage verziert ist. Der Ehrenbürgerbrief hat folgenden Wortlaut : ;

i istrat und Stadtverordnete der Provinzial-Hauptftadt E und bekunden hiermit, daß wir in dankbarster An- erkennung der hohen und bleibenden Verdienste, wele der aus der Stadt Posen \<eidende Herr Ober-Präsident und Wirkliche Geheime Rath Graf von Zedlig-LTrüßshler, Excellenz, si R ee Gemeinwesen dur< stets wohlwollende und kräftigste L G unserer Interessen, dur< Rath und Hülfe in der Noth E hat, kraft des uns na<_$. 6 der Städteordnung vom 30, Mai 1 S stehenden Rechtes, Seiner Excellenz, dem amaien G j es keimen Rath, Staats-Minister und Minister der geistlihen, Unter- rih18- und Medizinal - Angelegenheiten Herrn Robert L von Zedlißz-Trüßs{ler das Ehrenbürgerrecht der a Posen verleihen. Ausgefertigt unter dem Insiegel der Set N ibrer behördlihen Unterschrift. Posen, den 18, März E i er Magistrat: Kalkowski, Annuß. Die Stadtverordneten: Drgler, Fontane. E :

igmaringen, 26. Oktober. er König von Nu- m wi hat Rd, wie „W. T. B.“ meldet, gestern nah Neuwied begeben, von wo Seine Majestät morgen die Weiterreise nah Pot 3 dam antreten wird. Der Fürst von Hohenzollern ist heute von hiec nah Potsdam abgereist.

Vayern.

München, 25, Oktober. Seine Königliche Hoheit der Prinz-N E hat an den Kriegs-Minister, General der Infanterie von Safferling, anläßlih des morgen bevor- stehenden fünfzigjährigen Dienstjubiläums des Ge- nerals das folgende Kabinetsschreiben gerichtet : :

- Mein lieber General der Infanterie und Kriegs-Minister von Safferlina! Wie Sie Mir unterm 20. d. M. berihtet haben, begehen Sie am 26. l. M. Ihr fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Indem I< Ihnen aus diesem Anlasse in _Huldvoller Anerkennung Zhrer während einer so langen Dienstzeit mit unermüdlicher Hingebung und immer gleicher Treue im Krieg und im Frieden der Armee geleisteten Dienste das Ehrenkreuz des Ludwigs- Ordens übersende, spreche I< Ihnen "zu der für Sie so erhebenden Erinnerungsfeier ‘Meine herzli@sten Glüdwünsbe aus und bitte, überzeugt zu fein, daß I<h Ihre Dienste jeder- zeit in dankbarem Gedächtniß behalten werde, Möge der Lenker aller unserer Schi>ksale zu Meinem? innigen Wunsche für Sie auc seinen Segen geben und es gnädig so fügen, daß Ih und die Armee no< re<t lange in dem ALOLA A es fönnen.

S 22. yber i

Berchtesgaden, den ie | Luitpold, Prinz-Regent von Bayern. Aus der gleichen Veranlassung schreibt das „Militär- s i welchen von einem gütigen Geschi>k beschieden ift, in voller körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische auf eine 0jährige aktive Militärdienstzeit zurü>kbli>en zu können, wird si am 27. A tober d. J. au<h der Königlich bayerishe Kriegs-Minister, Genera der Infanterie und General-Adjutant Benignus Ritter von Safferling

en. E

S Setienpa eines sol<hen Dienstjubiläums fordert dazu auf, einen Rü>bli> auf das Leben und die Dienstlaufbahn des hohen Jubilars zu werfen. Gerade hier erscheint zudem ein solher umso. mehr am Plage, als nah dem glänzenden Namen, den si< Excellenz von Safferling dur hervorragende Leistungen im Kriege und im Frieden sowie dur< sein gegenwärtiges erfolgreihes Wirken in einer so bedeutungsvollen Stellung erworben hat, sein Ehrentag etn Freudenfest für die bayeris<he Armee ist, und als die Wünsche, die ihm leßtere aus diesem N GOgen Nat, über Bayerns Grenzen

i aften Widerhall finden. | | m der Infanterie Ritter von Saffexling ist am 30. No- vember 1825 zu Freising geboren als der Sohn des damaligen Ober- Lieutenants im 2. A E Alois Safferling

in Julie, geb. von Bienenthal. bs E den Sieg von Navarin (20. Oktober 1827) Griechenland vom Türkenjoche befreit und in der Folge dem Prinzen Otto von Bayern die griehis<he Königskrone übertragen worden war, folgte Safferling seinem Vater, der in treuer Anhängli@keit an das Haus Wittelsba<h zur Armee des jugendlichen Monargen übergetreten war, na der neuen Heimath. Hier erbielt er, bereits im Sahre 1835 seines Vaters, des nunmehrigen Oberst-Lieutenants und Kommandanten des griehis<en Ulanen-Regiments, dur<h den Tod beraubt, feine erste militärishe Erziehung im griehishen Kadetten-Corps. Nah Ab- solvirung trat er am 14. Dezember 1841 als Korporal und Kadctt in das 2. griecishe Linien Bataillon, in wel<hem er am 5, August 1843 zum Junker befördert wourde. Allein {on am 18. August desselben Jahres nahm er, dem Drange nah der alten Heimath folgend, freiwillig seine Entlassung aus dem grie<is{en Dienste und kehrte na< Bayern zurü>, um hier feine militärische

usetzen. :

E t d 27 Oktober 1843 freiwillig als Kadett und Korporal in das 5, Bayerische Infanterie-Regiment ein, wurde am 18. Oktober 1844 unter Beförderung zum Junker in das 11. Infanterie-Regiment verseßt und in diesem Truppentheil am 31. Oktober 1845 zum Unter- Lieutenant, am 23. Dezember 1849 zum Ober-Lieutenaxt und am 16. Mai 1859, na< vorhergegangener längjähriger Verwendung als

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it 29, Mai 1864 Hauptmann erster Klasse, ma&te Safferling den dri TEGE aan in diesem die Gefe<hte bei Z.lla (4. Juli), Hammel- burg (10. Juli) und Helmstadt (25. Juli) mit, in welchem" er eine Verwundung an der Hand erlitt. Sein hervorrazendes Ver« halten während dieses Krieges fand zunäbst dur öffentlihe Bes lobung und am 19. November 1866 dur Verleibung des Ritter- kreuzes erster Klasse dcs bayerischen Militär- Verdienst-Ordens die Aller- L 5 E : e n 16 Mai 1867 wurde Safferling zum 8. Jäger - Bataillon verseßt und hier am 24. Mai 1868 zum Stabshauptmann ernannt, jedo% schon am 25, Februar 1869‘ dem General-Quartiermeisterstabe- zur Dienstleistung zugetheilt und in diesem am 1. Februar 1870 zum:

t: Ta d:8 Krieges 1870/71 gegen Frankreih als Ge- neralstab2offizier der 1. Jafanterie-Division eingetheilt, ma<hte Major- Safferling in dieser Eigenschaft und unter hervorragenden Dienft- leisturgen den ganzen Feldzug und speziell die Schlachten bei Wörth und Sedan, dann die Gefehte und Schlachten bei Orleans und an: der Loire mit. S E Als in der Schlaht von Wörth beim Angriff der Division auf die Höhen von Feller dec re<te Flügel dur< beftiges Feuer und Vorstoß des Feindes in ernste Lage gerieth, war es Major Safferling, der mit ras%em Bli> die hier drobende Gefahr erfaßte, durch zielbewußtes, initiatives Eingreifen den ins Stoken gerathenen Angriff wieder in Fluß brachte und so das Wesentlichste zur Er- ringung des taktishea Erfolges auf diesem Punkte beitrug. Hierwegen erhielt derselbe zunähst das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, dann eine Belobung und wurde am 15. November 1870 auf ein- stimmigen Ausspru< des Ordenskapitels zum Ritter des Mtilitär-= Max-Josephs- Ordens ernannt, in wel<her Eigenschaft er am 1. Junk 1881 für seine Person der Adelsmatrikel des Königreichs Bayern bei der Ritterklasse einverleibt wurde. Au<h im weiteren Verlaufe des Feldzuges ließ Safferling keine Gelegenheit zur persönlihen Aus- zeihnung ungenüßt vorübergehen und erwarb si<h insbesondere dur< sein hervorragendes Verhalten in der Shla$t bei Sedan wiederholt ó elobung. : i i

e U Ae ues Béenblauns des Krieges finden wir Safferling in verschiedenen, ras< we<selnden Verwendungen die Vielseitigkeit seines militäris<hen Wissens und Könnens erproben: zunächst als Militär-Bevollmächtigter Bayerns bei der Olkupationsarmee, dann als Mitglied der Kommission für Abänderung der Borschriften für die Waffenübungen der Infanterie, schließli<h als Commandeur des Instruktions-Bataillons, welches aus Anlaß der Einführung eines neuen Exerzier-Reglements für die Infanterie beim I. und I1 Bayerischen Armee-Corps zusaminengestellt wurde.

Am 3. November 1872 zum Oberst-Lieutenant im Generalstabe

befördert und {on in dieser Charge? längere Zeit als Commandeur

. Infanterie-Regiwents thätig, behielt Safferlina au<h na< e n a März 1876 erfolgten Beförderung zum Oberiten das Kommando dieses Regiments bei, bis er am 3. November 1880 als General-Major das Kommando der bayerischen Besaßungs-Brigade in Meh übertragen erbielt, Seine in leßterer Verwendung am 15, Sep- tember 1886 erfolgte Beförderung zum General-Lieutenant bedingte jedo<h wegin der befonderen dienstlichen Verhältnisse in Meh alébald eine anderweitige Dienstftellung desfelben, wesbalb Safferling am 17 Oktober 1886 vorübergehend die Präsidentschaft des General- Auditoriats übernahm, bis die Erledigung der 2. Divisioa am 4. März 1887 Gelegenheit bot, ihn als Commandeur dieser Division dem höheren Truppenführerdienst wieder zurückzugeben. Aus dieser Verwendung wurde er dur< das besondere Vertrauen seines Kriegs- berrn, unter Belassung in seiner inzwischen erlangten Funktion als Königlicher D am h Mai 1890 zum Staatsrath i, o. D, und Kriegs-Minister ernannt, ; N 4 În dieser Stellung trat an ihn ni<t allein die umfang- reiche, mit der Erweiterung der Organisation der bayeris<hen Armee vom Jahre 1890 verbundene Thätigkeit, sondern au< man<e andere Gelegenheit heran, um si für den arbeits- und verantwortungsreihen Posten des Kriegs-Ministers als ebenso geeignet zu erweisen, wie er {id vorher im praktiswen Truppendienst und in der höheren Koms- mandoführung den Ruf eines ungewöhnlih hervorragenden Offiziers und besonders bewährten Führers erworben hatte. : R

Sein praktischer, dur< eine reihe Erfahrung ges{ärfter Blick, der Grundsatz, das als rihtig Erkannte mit Konsequenz durchzu- führen, seine seltene Willenskraft und Pflichitreue und sein mit Wohl- wollen gepaarter hoher Gerechtigkeitsänn ließen ihn au< in der neuen Stellung stets das Richtige finden und sicherten ihm bald den Ruf eines bewährten Berathers seines Allerhöchsten Kriegsherrn und eines warmen Vertreters der Jateressen der Armee und ihrer s örigen. : / i Me iiida als Worte sprehen für seine Leistungen die Auszeich- nungen, wel<e dem Jubilar während seiner Thätigkeit als Kriegs- Minifter von Allerhöhster Seite zu Theil geworben find. So wurde derselbe am 20, September 1890 zum General der Infanterie bes fördert und gleichzeitig à la suite des 11. Infanterie-Regiments von der Tann gestellt, ferner mit Allerhöhstem Diplom vom 15. Februar 1891, unter Vorbehalt des als Nitter des Max-Josephs-Ordens er- worbenen höheren Adelsgrades, in den erblichen Adelsftand verse t, Die böchsten inländischen sowie zahlreiche autländische Orden <mü>en überdies des hohen Jubilars Brust.

Doch nicht allein der Allechö{sten Gnade sowie des vollen Ver« trauens und aufrihtiger Verehrung der Armee hat er sih zu erfreuen. Sein strenger Gerechtigkeitssinn, sein Wohlwollen und die Formengewandtheit und Liebenêwürdigkeit seines persönliGen Auf- tretens haben ibm in den weitesten Kreisen eine seltene Beliebtheit gesichert. Als Beweis der leßteren verlieh die Stadt Regensburg, in welher von Safferling seine wirkungsreiwe Offizierslaufbahn be- gann, ihm im Jahre 1890 das Chrenbürgerre<ht.

So ift es denn in der That ein selten glü>liher Tag, den der bohe Jubilar bei Zurü>klegung einer dö0jährigen Dienstzeit begeht. Denn dem bere<tigten Rü>kbli> auf ein langes ruhmvolles Dienft- leben, dem Vollbesige der Allerhöchsten Gnade und Zufriedenheir sowie des unbeschränkten Vertrauens der Armee und der wärmsten Verehrung Aller, die je persönlich mit ihm verkehrten, gesellt sih der Genuß voller förperli<er und geistiger Frische und das Glüd, diesen CEhrentag im vollen Familienkreise aa der Seite seiner Gemahlin und zweier hoffnungsvoller Söhne begehen zu können. (

Möge au ferner der gottbegnadete Lebensweg, den wir in Vor- stehendem kurz betrachtet, unter dem Schuße des Himmels stehen und- der hochverdiente Jubilar seinem Vaterlande, der Armee, seiner Fa- milie, seizea Freunden no< re<ht lange erhalten bleiben !

re Königlihen Hoheiten der Prinz und die Prin- zes (D Daa erhalten, der „Allg. Ztg.“ zufolge, am. nächsten Dienstag den Besuh ihrer Schwägerin, der ver- wittweten Kronprinzessin Stephanie von Desterreich.. Der Aufenthalt wird mehrere Tage dauern.

Seine Königlihe Hoheit der Prinz Georg von Preußen, der auf seiner Reise nah Wien in Folge eines leihten Unwohlseins genöthigt war, mehrere Tage hier zu verweilen, ist wieder völlig hergestellt und heute mit dem Orient- Expreßzug nah Linz abgereist. Die Weiterreise na< Wien erfolgt morgen.

Württemberg.

Stuttgart, 25. Oktober. Seine Königliche Hoheit der Herzog Albre6t ist gestern im Auftrage Seiner Majestät des Königs nach Berlin, St. Petersburg und Wien ab- gereist, um den dortigen Höfen das Noti fationsschreiben über den Regierungsantritt des Königs Wilhelm IL. zu überreichen.

Der Kriegs-Minister von Steinheil ist na< dem

Bataillons- und später als Regiments-Adjutant, zum Hauptmann

17, Oktober d, F. auf Grund des 8. 77 des Ausfüh- rUAgTgesetes zum deutschen Gerichtsverfassungsgeseß vom

zweiter Klasse befördert.

„St.-A. f. W.“ zum General der Jnfanterie ernannt, und der bec alnmérbeee Freiherr Thumb von Neuburg ist

wegen vorgerü>ten Alters unter Anerkennung seiner Dienste seiner Stelle enthoben worden. U |

Mit einem Schreiben des Staats-Ministeriums ist dem Präsidium der Kammer der Abgeordneten der Entwurf eines Geseßes, betreffend die Civilliste für die Regierungszeit Seiner Majestät des Königs, zur weiteren Behandlung zugegangen.

Oesterreich-Ungarn.

Wien, 26. Oktober. Seine Majestät der Kaiser und König erkundigte sfi<h am Sonnabend Nachmittag persönlich na<h dem Befinden der erkrankten Erzherzogin Marga- retha Sophie. Jhre Majestäten der Kaiser Wil- helm und die Kaiserin Auguste Victoria und andere Fürstlichkeiten holten, wie „W. T. B.“ meldet, telegraphische Erkundigungen über das Befinden der Erzherzogin ein. Die Erkrankung der Leßteren erregt in allen Kreisen der Bevölkerung die innigste Theilnahme. |

Nach dem am Sonnabend Abend ausgegebenen Bulletin traten bei der Erzherzogin bei Fortdauer des hohen Fiebers gefährlihe Nervenanfälle sowie Erscheinungen von Herzshwäche auf. Nach dem im Laufe des gestrigen Tages ausgegebenen Bulletin war das Fieber weniger hoh, der Puls etwas kräftiger, jedoh sehr frequent. Die Nervensymptome waren unverändert. Den leßten Berichten von Mitternacht zufolge hält die in der Naht zum Sonntag eingetretene leichte Besserung an. i

Die „Wiener Zeitung“ meldet, daß der Ministerial: Rath Chiari, bisher General-Konsul in Trapezunt, mit der Leitung des Konsulats in Adrianopel und der Konsul Zagors ki, derzeit in Verwendung beim Ministerium des Auswärtigen stehend, mit der Leitung des General-Konsulats in Trapezunt betraut worden ist.

Im Abgeordnetenhause richtete vorgestern der Abg. Kozlowski an die Regierung eine Anfrage wegen Aus- führung der Resolution Betreffs der Viehausfuhr nah England, Frankreich und der Shweiz, und bemerkte, die Maul- und Klauenseuche sei im Juli 1890 gerade von Frankreih nah Belgien vershleppt worden, wodurch die An- nahme hinfällig sei, daß fie nur von Osten na< Westen verbreitet wurde. Frankreih habe der ganzen Welt einen volkswirthschaftlichen Krieg erklärt, weshalb die Lästerung der österreihishen Veterinärpolizei hier als ein absichtlih hinge- worfener Fehdehandschuh gelte. Unbegreiflich jedoch sei das Ver- halten Englands. Wie nachgewiesen sei, liege bei den englischen Einfuhrverboten kein sachlihes Bedürfniß vor. Die Einfuhr- verbote bezwe>ten vielmehr bloß Schutßzollprämien. Der Regierungsvertreter, Sektionschef Freiherr von Erb, er- klärte, mit der englischen Regierung hätten bisher keine Verhandlungen stattgefunden; es werde ohne Zweifel gelingen, die Lungenseuhe ähnli<h wie die Rinderpest zu bewältigen. Betreffs der Verhältnisse in der Schweiz sei es bedaueriih, daß die Bundesregierung im Frühjahre 1891 von dem v°rtragsmäßig ihr zustehenden Rechte der Aussperrung des österreihishen Nußviehs in einem dem Geiste des Ueber- einkommens nicht entspre<2ndem Maße Gebrauch gemacht habe. Die Sperre sei gewiß nicht aus veterinärpolizeilihen Rü>- sichten verfügt worden, da die Seuche niht dur< Nußvieh, sondern dur< Schlachtvieh eingeshleppt worden sei, Unmöglich sei es, einen Gesezentwurf, betreffend die Vertilgung der Lungenseuhe, einzubringen, ohne zunächst der deutschen Regierung auf diplomatishem Wege davon Mittheilung zu m Die Verhandlungen darüber seien no<h niht ab- geschlossen.

Dem „Fremdenblatt“ zufolge sollen dem östereihischen und dem ungarishen Parlament: in den nächsten Tagen außer Vorlagen, betreffend die Verlängerung von Handelsverträgen mit der Türkei und Bulgarien, auth solche betreffend Spa nien und Portugal, zugehen.

Jn der Angelegenheit des JUstiz-Ministers Szilagyi und des Abgeordneten Horanszky is von den beiderseitigen Vertretern die gemeinschaftliche Erklärung abgegeben worden, daß seitens des Zustiz-Ministers keine persönliche Beleidigung vorliege. Die Angelegenheit istohiermit endgültig erledigt.

Großbritannien vnd Frland.

Lady Macdonald, die Gattin des verstorbenen cana- dishen Premiers, nahm am 22, d, M, in Ottawa das Patent entgegen, welches ihr die Pairswürde verleiht und sie zur Baronin Macdonald von Eanscliffe erhebt,

Der neue Führer der Parnellitishen Partei John RNed- mond is, we die „Pall Mall Gazette“ reibt, erst 34 Jahre alt. Bisher Abgeordneter für Nord- Wexford, gedenkt er, in Zukunft auh den Wahlkreis seines dahingegangenen Chefs zu vertreten. Vor der Spaltung der irischen - Partei leistete er der Sache Jrlands sowohl in wie außer dem Lande gute Dienste, Er gilt als ein glänzender Redner und stand Parnell in Kilmainham bei. Ec ließ si seiner Zeit von ihm dazu be- wegen, eine Landbill einzubringen, welche Amendemen:s zur Healy: und Ankaufs klausel enthielt und der erste wirkliche Versuch zur Lösung des Problems der Pachtrückstände war. Die theilweise Annahme dieser Bill dur< Gladstone galt als

ein wichtiges Anzeichen. Frankreich.

Paris, 25. Oktober. Die Regierung wird, wie der „Temps“ meldet, da vor Ablauf der Handelsverträge keine genügende Frist zu auf dem neuen Zolltarif basirenden Ver- hand ungen übrig bleibt, von dem Parlamente demnächst die Autorisation verlangen, mit den fremden Staaten provi- forise Handelsbeziehungen festzustellen. Belgien, die Niederlande, die Schweiz, Spanien, Portugal und Skandinavien sollen bis Ende des Jahres 1892 die Be- ünstigungen des neuen Minimaltarifs genießen, Falls

e Frankrei<h während derselben Zeit ihren ermäßigten Zolltarif bewilligen. Die meislbegünstigten Nationen, Deutsch- land, Desterreih, Türkei, Rußland, England, Griechenland und Mexiko, würden konsequentec Weise gleichfalls bis Ende 1892 des Minimaliarifs theilhaftig. Auf Rumänien, Ztalien und die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika würde der Maximaltarif angewendet werden, wobei eo ips0 alle Aus- nahmebestimmungen, wie Differentialzölle, gegen Jtalien weg- fallen würden.

Mit Bezug auf die in Nr. 251 des „R. u. St. A.“ mit- getheilte Meldung des „Siècle“ über die Angelegenheit der spanishen Weine veröffentlichten die gestrigen Abend-

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blätter eine Mittheilung aus den Kreisen der Regierung, wona<h diese allerdings aus Gründen der äußeren und

aeläute Christi

würde jedo<h feines sprechen.

Der dem Ministerrath vorgelegte Gesezentwurf über die Bildung v kammern bestimmt dem zu gleichen Theilen aus Arbeitgebern und Arbeitern bestehen ollen, die von ihren Standesgenossen gewählt werden und über alle gemeinsamen Differenzen zu entscheiden haben.

Jn der gestrigen wurde die Generaldiskussion über das Budget fortgeseßt. Der Finanz-Minister Rouvier wies dabei die Angriffe gegen das Budget zurü>,

reihend seien, bek klagte, Präsident de in dieser Hi Hierauf wurde die Generaldiskussion über das Budget ge- lossen. Bei der

werden.

Brot und 1/2 Pfund Gefängnißverwal Erlaubniß

Marktplaß H

rannten die Polizist Andere Haufen zer Plöglih ging von Mund z einen vor einer A Wirklichkeit hatte ihn Volkshaufen

geringsten Werth hatte.

inneren Politik auf zölle eintreten werde; im Senate die Vertrauensfrage zu stellen, wegs parlamentarishem Gebrauche ent-

anderer Länder

seit 1889 so viele Finanzreformen verwirklicht. diese Reformen auf und erklärte, die durch die Republik seit dem Jahre 1871 alle französischen

daß man die

[t.

Der Erzbischof

d. Ztg.“ zufolge

Presse, er wisse no< nicht, ob er vor dem Pariser Appellhof erscheinen oder sih in contumaciam verurtheilen lassen werde. Er bereue seinen Brief ni<t und würde ihn gegebenenfalls

holen. Wegen

der Kirche vom Staat erklärcte der Erzbischof, die Kirche würde eine völlige Freiheit der gegenwärtigen Knechtung vorziehen.

Der russische Kreuzer „Minine“ is heute früh, von Salutshüssen empfangen, auf der Rhede von Brest ein- getroffen. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte denselben am

erwartet. Nu

Die „R, Sh.“ erfährt, daß dem Reichsrath demnäthst ein Geseßentwurf, betreffend die Standesgeseze des Reihs auch auf den Adel in den Ostsee-Gouvernements, zur Entscheidung zugehen werde.

Bezüglih der zu Gunsten der Nothleidenden geplanten Einkommensteuer wird den e nur für das Jahr 1892 Der Einkommensteuer sollen unterliegen alle Bediensteten der Regierungs-, Kommunal- und Standes-Jnstitutionen sowie der Eisenbahn-Compagnien und der Aktien-Unternehmungen, die ein Gehalt von nit

Die in den Gefängnissen Arrestanten werden nah dem „M. L“ anläßlih des in Folge hervorgerufenen Nothstandes in vielen Ge- Rußlands auf verminderte Brotrationen gesetzt

Jeder im Gefängniß befindliche 21/2 Pfund Brot und 1/; Pfund während des Transports betragen die Nationen sogar 3 Pfund Fleis oder Fish pro Tag. tung ist nun an zuständiger Stelle um die eingekommen, land die Tages-Brotration auf zwei Pfund herabseßzen zu Gefängnissen Arrestanten; bei verminderter eine Ersparniß von 600 000 bis 850 000 Rbl. im Laufe des

ißernte

Fn den

erzielen,

Ueber Maßregeln gegen die Trunksucht wird den „Mosk. Wed.“ gemeldet, daß dur< Cirkular-Verfügung des Ministers des Jnnern vom 14. November 1886 die Gemeinde- Aeltesten mit der Pflicht betraut waren, die Trunksucht unter den Bauern nah Möglichkeit auszurotten und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Gemeinde-Aeltesten dur< ein neues Cirkular des Ministers angehalten worden, diejenigen dur den Trunk ruiniren, den Land- Hauptleuten zur Anzeige zu bringen, wel<e si

Der „Kiewljanin“ bringt folgendes Dementi:

egenwärtig erschei sügenhafter und

Unter Anderem veröffentlihte der Telegramm aus und massenhaften Verhaftungen die Rede war. durcheilte Bezugnahme auf die englis<he Quelle meldeten, daß die Universität geschlossen und Hunderte von Studenten verhaftet wären. [iegt keinem Zweifel, daß diese Nachrichten keine zufälligen Irrthümer sind, fondern den Charakter absihtliher tragen, da in Kiew nit der geringste Anlaß zu derartigen Gerüchten vorgelegen hat,“

Ueber eine

Kiew,

ganz Curopa,

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sammelt hatten.

e Fensterkreuze ein,

und Betten auf die Straße und zersblug Alles, was den Die jüdishen Besißer flohen und verste>ten ih. Die Polizei war vollständig mahtlos. Das Gesindel erbra< am Marktplay einen Weinkeller und Bierbuden, betrank si< und demolirte darauf das Haus, in wel<em das Bankgesäft von Aisenstadt seinen Siß hat. Zwei Sm ershienen jeßt unter Glod>en- ent en

und baten willen aufzuhören,

Herzen mit Stolz Verlauf der Sizungz hielt Pelletan seine Behauptung aufre<t, daß die im Budget vorgeshlagenen Reformen unzu- ämpfte die kolonialen Eroberungen und be-

Freycinet erklärte, nsiht nach

heutigen Ersaßwahl eines Senators im de - Departement wurde der

im Gouvernement Tschernigow am Sonntag, l ) gewesen ist, werden der „Köln. Ztg.“ folgende Einzelheiten gemeldet: Schon am Sonntag vorher kam es zu Lärmscenen gegen Juden, welchen gestattet worden In. Das hierüber wüthende orthodoxe Volk erklärte, es würde den jüdishen Sonntagshandel gewaltsam unterdrücken. wurde die Polizei dur< berittene Kreisgendarmen verstärkt. Juden zögerten, am 11. Oktober ihre Buden zu öffnen, da auf dem aufen lärmenden Volks, Als dieselben der Aufforderung der Polizei, auseinanderzugehen, Folge leisteten, jedo sofort waren die lärmenden Schaaren wieder auf dem Lrahe, über-

en und stürmten mit wildem Geschrei die I trümmerten mit Steinen die Fenster der Synagoge.

potheke haltenden jungen Russen „ers<hlagen“. (In in großer Wuth die Judenhäuser zu demoliren.

das Entschiedenste für mäßigere Wein-

on Arbeits- und Schiedsgericht s- „W. T. B.“ zufolge, daß diese

Sißung der Deputirtenkammer

verglih die einzelnen Posten mit und bemerkte: keine Regierung habe Der Minister

vollendete finanzielle Arbeit müsse

erfüllen. Jm wei-

Sahara erobern wolle. Der Minister:

daß sih die Regierung keiner Richtung gebunden habe.

Republikaner Monis

von Aix erklärte einem Telegramm der gegenüber den Vertretern der katholischen

der radikalen Anträge der Trennung

land und Polen.

Ausdehnung der Adels-

„Mosk. Wed.“ telegraphirt,

erhoben werden solle,

weniger als 2000 Rubel jährlich be- des Reichs befindlichen

Arrestant erhält Freish oder Fish;

Die Haupt- während der Hungerperiode in Ruß-

befinden fi< ca. 100 000 Brotration würde die Krone

Gegenwärtig seien nun die Bauern, die ihre Wirthschaft

e dem Gemeindegericht zu übergeben

nen in der ausländischen

Presse eine abgeshma>ter Nachrichten

über Ruß- ] „Daily Telegraph“ ein in wel<hem von Studentenunruhen : Dieses Telegramm wobei die öôsterceihishen Blätter unter Es unter-

und böswilliger Lügen

nhege, deren Schauplaß die Stadt

war, am Sonntag von 11—6 Ühr zu

Demgemäß Die

meist 15——20 jährige Burschen, öffneten die Juden ihre Läden, agazine. u Mund die Behauptung, ein Jude habe nur geprügelt.) Daraufhin begannen die

Man stieg in die Wohnräume, warf Möbel,

Ein jüdischer Magazinbesißzer feuerte se<3 Revolverschüsse unter die anfstürmende Menge und verwundete mehrere der An- greifer. Jett begann der Pöbel zu rauben. Bisher hatte er nur alles zerstört Abends 7 Uhr lagen ganze Reihen Betrunkener in den Straßen. Plöglih brannte eine Tracticbude. Der jüdisbe Besißer selbst follte sie in seiner Verzweiflung angeste>t haben. Das Feuer griff bei starkem Winde mit großer Schnelligkeit um si<. Das Volk ließ die Feuerwehr ni<{t löschen. Das Feu: erfaßte das Schlachthaus, und die Wände der nahen Kathedrale rauhten bereits, als zum Glü> der Wind umsprang. Zehn Häuser auf der andern Seite sanken binnen drei Stunden in Asche. Unter- dessen waren Bauern aus der Umgegend massenhaft mit Wagen hierhergeeilt. Sie halfen die Judenhäuser ausrauben, verluden alles werthvolle Gut und fubren es johlend in ihre Dörfer. Bis in die tiefe Nat hinein plünderte der trunkene Pöbel noch die Magazine der Kaufleute Jacobson und Lipkin und te>t? fie in Brand. Erst gegen Morgen wurde es fill. Das bewegliche Eigenthum fast aller Juden ift vernihtet. Mordthaten follen nicht vorgekommen fein Ftalien.

Das „Bulletin Financiex“ und der „Economista“ theilen mit, daß der Budgetvoranschag ni<ht nur mit einem Gleichgewiht der Einnahmen und Ausgaben, sondern sogar mit einem beträchtlichen Uebershuß abs{ließen werde.

Wie man der „Pol. Corr.“ meldet, ist bei dem Präsidium der Deputirtenkammer eine ganze Reihe von Anfragen und Fnterpellationen politisher Natur angemeldet worden. Die Regierung sei jedo< fest entshlossen, jede De- batte über politishe Fragen abzulehnen, in der Er- wägung, daß das Parlament im gegenwärtigen Augenbli> seine Thätigkeit auf die finanziellen und volkswirthschaftlihen Angelegenheiten concentriren müsse. Demgemäß dürfte das Arbeitsprogramm der Kammer und des Senats im nächsten Sessionsabschnitt außer der Erledigung des Budgets hauptsächhlih die Berathung der Gesetesvorlagen über die Notenbanken, die Reform der Finanzverwaltung, der Handels-

verträge und der sozialpolitishez Geseßentwürfe umfassen.

Portugal.

Wie der „Pol. Corr.“ aus Lissabon geschrieben wird, ist

anläßlih des Geburtstages des Königs und der Königin (28. September) einer großen Anzahl von politishen Ver- brehern des Civil- und Militärstandes, die wegen Theil- nahme an dem republikanishen Aufstande in Oporto vom 31. Januar d. J. zu längeren oder kürzeren Freiheitsstrafen ver- urtheilt wurden, die no< nit abgebüßte Strafzeit nachgesehen worden. Durch diesen Gnadenakt erhielten niht weniger als 218 Verurtheilte die Freiheit. Die Regierung nahm trotz ihres festen En1schlusses, der r’publikanishen Agitation mit der ganzen Strenge des Geseß2s entgegenzutreten, feinen Anstand, dem Könige diesen Gnadenakt zur Genehmigung zu unterbreiten, weil derzeit überall im Lande vollfommene Ruhe herrsht und die auf einen Umsturz abzielenden Umtriebe in der leßten Zeit nur no<h ganz spärlih aufgetreten sind. Die Cortes werden am 14. November zusammentreten. Es sollen ihnen verschiedene Reform Entwürfe vorgelegt werden, vor Allem diejenigen, welche auf Ersparnisse in der Verwaltung abzielen.

Schweiz.

Wie der „Bund“ vernimmt, haben in der Delagoa- Bay- Frage die beiden Parteien ihre Einwendungen und Bemerkungen zu den Grundsäßen des Prozeßverfahrens, welhe durh das Shhiedsgericht vorläufig festgestellt worden waren, eingeschi>t. Diese Einwendungen be- ziehen sih auf Aeußerlihkeiten und nebensählihe Dinge; immerhin wird sie das Geriht in einer besonderen Sizung erledigen. Die Hauptgrundzüge des Verfahrens sind gutgeheißen worden, und das Gericht erwartet die schriftliche Vernehmung der beiden Parteien über den Streitgegen- stand, welche innerhalb zweier Monate einzureichen is, Wahr- scheinlih werden mündliche Slußplaidoyers gehalten werden. Am Donnerstag waren die neuen Armee-Corps - Kommandanten in Bern, um im Verein mit den Waffen- hefs die Vorschläge für die Wahl der Divi sionäre festzustellen. Zu erseßen sind drei Divisionäre oder vier, wenn Oberst Künzli auch sofort einen Nachfolger erhalten oll. Oberst Künzli hatte im Februar seine Demission gegeben für Ende des «ahres, um nahrü>enden Kräften Plaß zu machen. Nun theilte er dem Bundesrath mit, daß er einverstanden sei, in diesem Augen- bli> zurüd>zutreten, um das Wahlgeschäft, welches anläßlih der Ernennung der Armee-Corps-Kommandanten anticipirt wurde, zu vereinfachen.

Aus Bellinzona vom 22. d. wird dem „Bund“ gemeldet: Die „Unità cattolica“, Organ der italienischen Klerikalen, bringt in ihrer Nummer 241 einen Artikel über den Mord von Mendrisio, worin die Re- daktion erklärt, dieser Mord sei wirklih, wie es die tessinishen liberalen Blätter behaupten, eine politische That, und die anderen Zeitungen des Kantons, aljo die konservativen Organe, scheuten sih nur, die volle Wahrheit zu sagen. Die „Unità cattolica“ behauptet ferner, die Urheber des Mordes hätten die Absicht, die eidgenössishen Assisen an- zurufen und das Verlangen zu stellen, daß man für sie die eidgenö)sishe Prozedur anwende, wie im Zürcher Prozeß. Der ganze Artikel ist in sehr heftigem Ton gehalten,

Griechenland,

Die „Pol. Corr.“ meldet aus Athen das demnächstige Eintreffen des britischen Mittelmeer-Geshwaders in der Suda-Bai (Kreta). Ein Theil des Geschwaders werde mit Zustimmung des griechischen Marine-Ministers im Golf von Nauplia Manöverübungen abhalten. Der Legations- sekretär bei der russischen Gesandtschaft in Athen Bach metjeff, der vor einiger Zeit fi<h na< Kreta begeben hatte, ist von dort nah Athen zurückgekehrt. Der General - Gouverneur Mahumed Djellaleddin Pascha habe Bachmetjeff die er- betene Bereisung der Jnsel nit gestattet, da es ihm unmöglich sei, dessen Sicherheit zu verbürgen.

Amerika,

Vereinigte Staaten, Nah Mittheilungen von amt- liher Seite sieht die Unionsregierung den Angriff auf die amerikanishen Matrosen in Valparaiso als einen Vorgang an, dur< den die nationale Ehre und die amerikanische Flagge beshimpft worden sei und der die ernste- sten diplomatishen Schritte erheishe. Der amerikanische Konsul Egan sei demzufolge angewiesen worden, eine ent- sprehende Genugthuung auf friedlihem Wege und unbeschadet der Ehre beider Länder zu erlangen. Sollte innerhalb eines angemessenen Zeitraums eine derartige Genugthuung nicht

Hauptes die MRasenden, um Ihre Bitten verhallten unbea(tet,

erfolgen, so würden Egan abberufen und die diplomatischen Beziehungen mit Chile vollständig abgebrohen werden.