1891 / 264 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Schulze zu Lauenau, Pape zu Polle und Hesse zu Spiinge; O i Riosterforsien in der Provinz Hannover: den Oberförstern Flliger zu Osnabrück, Niederstadt u Lüneburg, Otto zu Goëslar, Kahle zu Wennigsen und Boden zu Göttingen; : Regierungsbezirk Hildesheim: den Oberförstern Gundelach in Osterode, Ohnesorge zu Lauterberg, Raven in Schulenberg, Bock zu Sieber, Vogelsang zu Herzberg a. H.,, Frömbling in Gruben- hagen Oberförsterei Rotenkirhen, Scholz zu Bovenden, Büttger zu Dassel, Meyer in Radolfshausen Ober- försterei Ebergößen, Lutteroth zu Peine, Harmes zu Uslar, Roeder zu Elend und Fudckel zu Lautenthal ; Regierungsbezirk Lüneburg: den Oberförstern Wallmann zu Göhrde, Fraßscher

zu Carrenzien, Haupt zu Harburg, Ebeling zu Winsen, /

Gerding zu Eschede, Ballauf zu Fallersleben, Meyer zu Ebstorf, Lodemann zu Medingen, Langzius-Beni nga zu Wardböhmen und Goerges zu Bleckede; Regierungsbezirk Stade: dem Oberförster Davids zu Harsefeld; : Regierungsbezirke Osnabrück und Aurich: den Oberförstern Ehrentreih zu Bersenbrück und Rich now zu Aurich; / Regierungsbezirk Minden: den Oberförstern Dan im Forsthaus Durbeke Ober- försterei Altenbeken, von Tenspolde zu Minden, Runge zu Haste, Auffarth zu Wünnenberg und Domeier zu Obernkirchen; | Regierungsbezirk Arnsberg: i den Oberförstern Schiller in Neheim Oberförsterei Himmelpforten, Ulich zu Rumbeck, von Devivere zu Glind- feld, Boeyel zu Siegen und Schmidt zu Obereimer ; Regierungsbezirk Kassel: den Oberförstern Suabedissen zu Rotenburg Ober- försterei Rotenburg:West, Hertl zu Marburg, Schember zu Todenhausen, G ros zu Melsungen, Faber zu Felsberg, Fischer zu Rosenthal, Faber zu Friedewald, Len $ zu Hers- feld, Hassel zu Forst - Etablissement bei Mottgers Oberförsterei Sterbfriy, Sacckjofsky zu Reichensachsen, von Marschall zu Spangenberg, Kaufholz zu Orb, Euler zu Hofgeismar, Lappe zu Rauschenberg, Baustädt zu Schmalkalden, Cornelius zu Bishhausen, Wachs zu Carlshafen, Klemme zu Frißlar, Wachs zu Wolkersdorf, Fuchs zu Hombressen, Franz zu Madckenzell, Meß zu Bracht, Siebert zu Neustadt, Au mann in Hersfeld Ober- försterei Hersfeld-Wippershain, Roesig zu Roßberg, Jde U Witzenhausen, Krause zu Altenlotheim, Müller zu Wildedck, Diels zu Hersfeld Oberförsterei Hersfeld-Mekbach, Borg- mann zu Oberaula, Hohensee zu Fulda, Rausch zu Niederaula, Bickel zu Brotterode, Mehlburger in Ober- kaufungen Oberförsterei Rottebreite, Aßmann zu Kirch- ditmold, Voß zu Rotenburg Oberförsterei Rotenburg- Ofi, Fenner zu Wolsgang, Pauli zu Veckerhagen und Mittelacher zu Wannsried; / Regierungsbezirk Wiesbaden: :

den Oberförstern Flindt im Forsthaus Fasanerie Oberförsterei Wiesbaden, Steinmeß zu Battenberg, Christ zu Bleidenstadt Oberförsterei Breithardt, Kissel zu Westerburg von Seelstrang zu Runkel, Haßfeld zu Kronberg, Schulz zu Caub, Jaeger zu Biedenkopf, Speck zu Catenelnbogen, Krückeberg zu St. Goarshausen, Freiherr von Hoiningen gen. Huene zu Homburg, Kehrein zu Hofheim, Hölzerkopf inWeilburg— Oberförsterei Merenberg, Bladert zu Rod a. d. Weil, Zickendrath zu Herborn, Mühlhausen zu Diez, Freiherr von Preuschen in Rüdeshim Ober- försterei Lorch, Jericho zu Montabaur Oberförsterei Welsch- neudorf, Shmidtborn zu Hershbah, Jrle in Biedenfopf Oberförsterei Kaßenbach, Winter in Forsthaus Arnsteiner Hof Oberförsterei Braubach, Bender in Montabaur, Schilling zu Dillenburg, Blau in Dillenburg Oberförsterei Oberscheld, Kettner zu Hachenburg, Staubesand in Forsthaus Wind- hof Obersörsterei Weilburg, Fischer zu Hadamar, Bau- mann zu Strupbah und Eulner zu Chausseehaus ;

Regierungsbezirk Düsseldorf:

den Oberförstern von Weiler im Forsthaus Thiergarten Oberförsterei Clcve, Roelen zu Xanten, von Sobbe im Forsthaus Benrath, Aumann in Cleve Oberförsterei der Rheinwarden ; S

Regierungsbezirk Köln: A dem Oberförster Gericke in Brühl Oberförsterei Ville, Titular: For simeister Sprengel in Bonn Ober- försterei Kottenforst, den Oberförstern Kettner in Bensberg Oberförsterei Königsforsst und Reusch in Siegburg Oberförsterei Siebengebirge ; , j Regierungsbezirk Trier: E den Oberförstern Hübener zu Wittlih, Flse im Forst: haus Beurig Oberförsterei Saarburg, Ruppert im Forst- haus Wadern, Heller im Forsthaus St. Wendel, Schmiß in Trier, Adam im Forsthaus zu Kempfeld und Scheuer in St. Johann Oberförsterei Saarbrüen; Regierungsbezirk Aachen: S den Oberförstern Sebaldt in Rötgen Oberförsterei Mulartshütte und von Palland zu Schönefeld Ober- försterei Eupen.

Die neu ernannten Forstmeister haben die Uniform der Oberförster weiter zu tragen, jedoch die Achselstücke der bis- herigen Forstmeister mit einem goldenen Stern, aber ohne die Atselshnüre an der Staatsuniform, anzulegen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : in Folge der von der Stadtverordneten-Versammlung zu Nuhrort getroffenen Wahl die Kaufleute und Stadtverordneten August Haumann und Hermann Hannesen daselbst als unbesoldete Beigeordnete der Stadt Ruhrort, sowie in Folge der von der Stadtverordneten-Versammlung zu Lennep getroffenen Wahl die Stadtverordneten Dr, Au gust Buchholz und Wollhänoler Emil Hölterhoff daselbst als unbesoldete Beigeordnete der Stadt Lennep für die geseßliche Amtsdauer von sechs Jahren zu bestätigen.

Ihre Majestät die Königin haben Allergnädigst geruht :

dem Schuhmachermeister J. H. Auschrath zu Berlin das Prädikat eines Hof:Shuhmachermeisters Allerhöchstderselben zu verleihen.

Finanz-Ministerium.

Die Ziehung der 4. Klasse 185. Königlick Preußischer Klassen-Lotterie wird am 17. November t F., Morgens 8 Uhr, im Ziehungssaale des Lotterie-Gebäude fhren Anfang nehmen.

) Die Erneuerungsloose sowie die Freiloose zu dieser Klasse find nah den S. 5, 6 und 13 des Lotterieplans, unter Vor- legung der bezüglihen Loose aus der 3. Klasse, bis zum 13. d. M,., Abends 6 Uhr, bei Verlust des Anrechts einzulösen.

Berlin, den 9. November 1891. i

Königliche General-Lotterie-Direktion.

Ministerium der geistlihen, Unterrichhts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Dem Oberlehrer an der Realschule zu Bohum Dr. Peters ist das Prädikat „Professor“ beigelegt worden. :

Der ordentliche Lehrer, Titular: Oberlehrer Selting am Realgymnasium zu Rawitsch ist zum etatsmäßigen Oberlehrer am Marien-Gymnasium zu Pesen befördert worden.

Am Schullehrer-Seminar zu Eckernförde ist der bisherige E Kühne zum ordentlichen Lehrer ernannt und der

chulamts-Kandidat Clasen zu Ratzeburg als Hülfslehrer angestellt worden. ,

Am Schullehrer-Seminar zu Osnabrück ist der Lehrer

Hagemann aus Gehrde als Hülfslehrer angestellt worden.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 9. November.

Seine Majestät der Kaiser und König arbeiteten heute Vormittag von 91/4 Uhr bis 11 Uhr mit dem Chef des Civilkabinets, daran anschließend bis 12 Uhr mit dem Staats- sekretär des Reichs: Marineamts und alsdann bis 1 Uhr mit dem Chef des Marinekabinets.

Das „Amtsblatt des Reihs-Postamts“ veröffent- liht folgenden Allerhöchsten Erlaß:

Aus dem Mir vorgelegten Berichte über die Ergebnifse der Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung während der Etatétjahre 1888 bis 1890 habe Ih von Neuem mit Befriedigung ersehen, wie sich das Post- und Telegraphenwesen in einer stetig fortschreitenden Entwickelung befindet und nach allen Richtungen hin den von Jahr zu Jahr sich s\teizernden Anforderungen und Bedürfnissen des Ver- kehrs gerecht zu werden weiß. Ich habe dabei neben mannig- fahen Verkehrserleihterungen namentlich das Fernsprehwesen im Auge, dessen Entwickelung in der abgelaufenen Berichts- periode die bereits anerkennenêwerthen Leistungen früherer Jahre weit binter fich zurückläßt. Nicht minder habe Ih mit Interesse von der Erweiterung der Post-Dampfschiff8verbindungen Kenntniß ge- nommen. Daß die Befoldungen der Unterbeamten und einer großen Zahl der mittleren Beamten Aufbesserungen erfahren haben, hat Mich mit besonderer Befriedigung erfüllt und Jh erkenne es umsomehr ar, daß troy der hierfür erforderlihen außergewöhnlihen Aufwendungen der Reinüberschuß der Verwaltung wiederum gestiegen ist. Ih nehme gern Veranlassung, sämmtlihen Betheiligten Meine Anerkennung auszusprechen.

Neues Palais, den 2. November 1891. Wilhelm T.R. An den Reichskanzler.

Dem Vollzugsauss{huß für die Begründung der Bau- gesellschaft „Eigenhaus“, z. H. des Vorsigenden, Königlichen Kammerherrn, Mitglieds des Herrenhauses Grafen von Dön- hoff: Friedrichstein ist im Auftrage Fhrer Majestät der Kaiserin und Königin folgendes Schreiben zugegangen :

Berlin, den 31. Dfktober 1891.

Dem Bollzugsaus\{uß theile ich ganz ergebenst mit, daß Jhre Majestät die Kaiserin und Königin mit großem Interesse von den Bestrebungen der Baugesellschaft „Eigenhaus“, der ärmeren Bevölke- rung den Besiß eines eigenen zweckentsprehenden Hauses zu ermög- lichen, enntniß genommen haben, und darin mit Freuden einen Fortschritt in der Besserung der Nothlage der arbeitenden Klassen erbliken. Ihre Majestät haben in Folge dessen den Ankauf eines Hauses zu 3000 (Dreitausend) Mark verrügt, und bitte ih den PRollzug8auéshuß, mir über den Aufbau und die Besetzung des Hauses gefälligst Vorschläge machen, sowie au mittheilen zu wollen, an welche Stelle die Summe von Dreitausend Mark zu zablen ift.

reiberr von Mirba(,

Ober-Hofsmeister Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin.

Dem Bundesrath ist nunmehr auch der Etat für das Königlih preußishe Reichs-Militär-Kontingent und die in die preußische Verwaltung übernommenen Kontingente anderer Bundesstaaten, sowie der Entwurf eines Gesetzes über die Einnahmen und Ausgaben der Schußzgebiete nebst Begründung vorgelegt worden.

Nach diesem Entwurf sollen alle Einnahmen und Aus- gaben der Schuzgebiete für jedes Jahr veranschlagt und auf den Etat der Schußzgebiete, der vor Beginn des Etatsjahres durch Sis festzustellen ist, gebraht werden. Ferner soll bald nah Schluß des Etatsjahres, spätestens aber in dem folgenden zweiten Fahre dem Bundesrath und dem Reichstage eine Uebersicht sämmtlicher Einnahmen und Ausgaben des ersteren Jahres vorgelegt werden; in dieser Uebersicht sollen die über- und außeretatsmäßigen Ausgaben zur nachträglichen Genehmi- gung besonders nachgewiesen werden. Ueber die Verwendung aller Einnahmen soll durch den Reichskanzler dem Bundes- rath und dem Reichstage zur Entlastung jährlich Rechnun gelegt werden. Jm Falle außerordentlihen Bedürfnisses so die Aufnahme einer Anleihe sowie die Uebernahme einer Garantie zu Lasten eines Schußgebiets im Wege der Geseßtz- gebung erfolgen. Für die aus der Verwaltung eines Schuß- gebiets entstehenden Verbindlichkeiten soll nur das Vermögen dieses Gebiets haften. Der dem Geseßentwurf beigefügte Etat der Schußzgebiete für 1892/93 stellt die Einnahmen und

Ausgaben wie folgt fest: für das Schußgebiet von Kamerun

116000 M F u für das südwestafrikanische Schugzgebiet 297000 «6 Auf Sqhußgebiete, deren Verwaltungskosten aus\{ließlich von einer Kolonial- gesellshaft zu bestreiten find, finden die Bestimmungen des neuen Geseßes keine Anwendung. Für das ostafrikanische Schutgebiet sollen die vorgenanten Vorschriften erst mit dem 1. April 1894 in Kraft treten, sofern niht durch Kaiserliche Verordnung ein früherer Zeitpunkt festgeseßt wird.

Jn der Begründung zu dem Entwurf wird die Noth- wendigkeit der Beibehaltung der bisher hon bestehenden Ein- rihtung, die Verwaitung der Schußgebiete in finanzieller Be- ziehung selbständig und von der Etatswirthshaft des Reichs getrennt zu halten, hervorgehoben. Gleihwohl sei es gereht- fertigt, den shon früher wiederholt zum Ausdruck gebrachten Wünschen entsprechend, die Artikel 69 und 72 der Reichsver- fassung auf die Einnahmen und Ausgaben der Schußgebiete für anwendbar zu erklären, was mit diesem Entwurf zur Ausführung gelange.

Heute tagten die vereinigten Ausschüsse des Bundes- raths für Eisenbahnen, Post und Telegraphen und für Rechnungs3- wesen, die vereinigten Ausshüsse für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen, sowie die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Rehnungswesen.

auf 566 000 (: dr das Schußgebiet von Togo auf n Uw

Das Kreuzer-Geshwader, bestehend aus S. M. Schiffen „Leipzig“ mit dem Geschwader-Chef Contre- Admiral Valois an Bord —, „Alexandrine“ und „Sophie“, beabsichtigt am 11. November Valparaiso zu ver- lassen und nah Talcahuano in See zu gehen.

Das „Marine-Verordnungsblatt“ enthält folgende Be- nahrihtigungen über Schiffsbewegungen (Datum vor dem S bedeutet Ankunft daselbst, nah dem Orte Abgang von ort):

S. M. S. „Blücher* Kiel. (Poststation: Kiel.) S M. Pzfhrzg. „Bremfe* 12 /10. Harwih (England) 17./10. 24./10 Hull. 30 /10. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelmshaven.) S. M. Krzr. „Bussard“ 11/10. Batavia 14./10. 27./10. Thus8day_ Island 28./10. 31 /10. Coofkftown 2 /11. Sydney. (Poststation: Sydney.) S. M Av. „Greif“ Kiel. (Pofstsiation: Kiel.) S. M. Krzr. „Habit* 11./10. Gakoon 12/10. Kamerun. (Poftstation: Kamerun.) S. M. Fhrza. „Hay“ Wilhelmshaven. (Poftstation : Wilhelmshaven.) S, M. Yacht „Hohenzollern“ Kiel. (Poststation : Kiel.) S. M. Knbt. „Hyäne*“ 30/9, St. Thomé 3 /10. 12./10. Bonny 12./10. Kamerun (Poststation: Kamerun) S. M. E S 20/9: Hankow. 30/10 Shanghai. (Poststation: Hongkong.) S. M. Fhrzg. „Loreley“ 14/10. Konstantinovel. (Poststation: Konstantinopel.) S. M_ S. „Mars“ Wilhelmshaven. (Poftstation: Wilhelmshaven.) S. M. Krzr. „Möwe*“ Sansibar. (Poststation: Sansibar.) S. M. S. „Moltke“ 6/9, Porto Srande (Cap Verdisce Inseln) 18/9. 19./10. Baßbia. 16./11., Trinidad. (Poftstation: Port of Spain [Trinidad}.) S. M. Fhrzg. „Nachtigal“ Kamerun. (Postftation: Kamerun.) S. M. Fhrzg. „Otter“ Kiel. (Poststation: Kiel.) S. M. Minenschulschif} „Rhein“ Kiel. (Poststation: Kiel.) S. M. Krzr. „Schwalbe* Sansibar 20/11. Bombay. (Poststation : Bombay.) S. M. Pzfhrzg. „Siegfried" Wilhelmshaven (Poststation: Wil- helmshaven.) S. M. Krzr. „Sperber“ 6./6. Apia. (Poststation : Apia.) S. M. Av. „Wacht“ Wilhelmshaven. (Poststation: Wil- belmshaven.) S. M. Knbt. „Wolf* 10/10, Amoy 13/10, 17./19. Skanghai 22./10. 29/10, Hankow (Poststation: Hong- kong.) Kreuzer-Geshwader: S. M. S. „Leipzig“ (Flaggschiff) S. M. S. „Alexandrine“, S. M. S. „Sophie“ 24/10. Val- paraiso. (Poststation : afserviren. Manöverflotte: S. M. S „Baden“ (lags), S. M S. „Bayern? Kiel. (Poststatiou: Kiel) S. M. S. „Oldenburg“ Wil- helmshaven. (Poftstation: Wilhelmshaven) Uebungs-Ge-o- schwader: S. M. S. „Friedrich Carl* (Flaggschif) 29 /9, Wil- helmshaven, S. M. S. „Kronprinz“ Wilhelmshaven, 7./10 10./10. South Queenéferry 19./10, 20./10 Cromarty 21./10. 22 /10. Kinkwall 22./10. 24./10. Bergen 29./10. 31 /10. Christiansand, S. M. S. „Friedrich der Große“ Wilhelmshaven 25 /10. 27./10, Christianfsand 2./11. Christiania Kiel. (Poststation: bis 10 /11. Christiania (Norwegen), vom 11./11. ab Kiel.) S. M. S. „Deutsch- land“ 4/10. Wilhelmshaven 7./10 10./10, South Queensferry 19 /10. 20./10. Cromarty 21/10. 22 /10, Rinfwoll 22./10. 24 /10. Bergen 29 /10. 831./10 Chriftianfand 31/10. 1/11. Christiania Kiel, S. M. Av. „Pfeil“ 21,/9 Wilhelmshaven 7/10. 10./10 South Queensferry 19./10. 20./10. Cromarty 21./10. 22/10 Kinwall 22 /10 24/10. Bergen 29./10. 31/10 Christiansand 31./10. 2/11. Christiania Kiel. (Post- fiation: bis 10./11. Christiania [Norwegen] vom 11./11. ab Kiel, S. M. S. „Prinzeß Wilhelm“ 15/10. Kiei. (Poststation: Kiel.) Yblösungstransporte: 1)für S. M. Krzr. „Sperber“ Heimreise mit dem Reichs-Postdpfr.: „Braunschweig“ Apia 19./8. 28./8. Sydney 9./9, 31 /10. Bremerhaven. 2) für S. M. Krir. „Habicht“, S, M. Kbt. „Hyäne“, M. Fhrzg. „Nat- tigal*, Hulk „Cyclop* Ausreise mit dem Dypfr. „Aline Woermann“ der Afrikanishen Dampfschiffs-Aktiengesellshaft (Woer- mann-Linie): Wilhelmshaven 7./10. früh Kamerun. 3) für S. M. Krzr. „Möwe“, S. M Krzr. „Schwalbe“ Ausreise mit dem Reichs- P aag: der deutshen Oft-Afrika-Linie: Hamburg 14./10. —- Sansibar.

Vayern.

“Münqhen, 8. November. Jhre Königliche Hoheit die Prinzessin Adalbert proklamirte gestern, wie „W. T. B.“ meldet, beim Diner die Verlobung der Prinzessin Elvira mit dem Reichsgrafen Rudolf Wrbna- Freuden - thal. Seine Königlihe Hoheit der Herzog Max Emanuel stürzte gestern auf der Hasenjagd mit dem Pferde und zog sih einen Schienbeinbruch zu.

Baden.

Karlsruhe, 8. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfing nach einer Meldung des „W. T. B.“ gestern Nachmittag im Residenzshlosse den württembergishen General von Wölckern Behuss Entgegen- nahme der Notifikation des Thronwechsels in Württemberg. Später begab sih der Großherzog mit dem General von Wölckern nah Baden-Baden, wo zu Ehren des Letzteren eine Hosftafel stattfand.

Waldeck und Pyrmont.

___—+ Arolsen, 5. November. Der auf den 28, Oktober einberufene Landtag der aiienies Waldeck und Pyr- mont hielt noch an demselben Tage seine erste öffentliche Sigung ab. Zum Präsidenten wurde der Abg. Mo gk-Corbach, e Vize-Präfidenten derAbg. Dr. Mom msen-Pyrmont gewählt.

ah Prüfung und Gültigerklärung der Wahl des Abg. Hartmann-Salhsenhausen gedachte der Präsident in warmen Worten des seit der le ten Session verstorbenen Abg. Waldeck. Darauf wurde das Präsidium vom Landtage beaufträgt,

Seiner Durchlaucht dem Fürsten und Jhrer Hoheit der Fürstin zu Waldeck und Pyrmont zu Höchstderen am 29. April d. J. gefeierten Vermählung die Glückwünsche des Landtages darzubringen.

Nach mehreren in den Zwischentagen voraufgegangenen Auss\chußberathungen fand am 5. November die zweite und leßte öffentlihe Sitzung des Landtages statt. Jn dieser theilte der Präsident mit, daß Seine Durchlaucht der Fürst und Jhre Hoheit die Fürstin für die Höchstdenselben dargebrahten Glückwünsche zur Vermählung dem Landtage Höchstihren Dank aussprechen ließen.

Es wurde hierauf dem Entwurfe eines Gesetzes, betreffend die Abänderung der Dienstboten-Ordnung vom 14. März 1850, die Zustimmung ertheilt und von den UÜebersichten über das Domanial-Stammvermögen Kenntniß genommen. Auf den Antrag eines Abgeordneten über die Er- höhung der Dienstalterszulagen für die waldeckischen Volksschullehrer wurde beschlossen, den Landes-Direktor zu er- suchen, dahin zu wirken, daß in den rächsten Etat Mittel ein- gestellt werden, die es ermöglichen, daß die waldeckischen Lehrer den preußischen in den Alterszulagen gleichgestellt werden können. Außerdem wurde der Antrag eines Abgeordneten auf Erhöhung der Gehälter einzelner Beamtenkategorien dem Landes-Direktor zur Erwägung überwiesen.

Der Antrag eines Abgeordneten auf Aufhebung der Sporteln für Erlaubnißscheine zu Mobiliarversiherungen bei auswärtigen Versicherungsanstalten wurde dem Landes- Direktor mit der Bitte überwiesen, dahin zu wirken, daß die fraglihe Abgabe vom 1. Januar 1893 ab in Fortfall komme.

Zum Austausch sowie zur Veräußerung von Domanial- grundstücken wurde die Genehmigung ertheilt und über die eingeaangenen Petitionen 2c. Beschluß gefaßt.

Des Weiteren fand die Prüfung der Staatskassen - Rechnung vom Jahre 1889 statt. Bei der laufenden Ver- waltung beträgt die Einnahme 1345124 M 66 „F, die Aus- gabe 1 258 929 M 69 3, mithin ergiebt fi ein Uebershuß von 86194 M 97 5 . Der Antheil an den Zöllen, der Taback- und der Brannt weinsteuer p10 1889 betrug 368 537 M 74 A, derjenige an dem Ertrage der Reihs-Stempelabgaben 38 316 44 71 Z$. Als Zushuß Preußens wurden 310 000 # ver- einnahmt. Die Matrikularbeiträge an das Reich betrugen für 1889: 263 395. M 25 S.

Hierauf erklärte der Landes-Direktor von Saldern im Auftrage Seiner Majestät des Königs von Preußen den Landtag für geschlossen, L j,

Vom Präsidenten wurde noch ein dreifahes Hoch auf Seine Majestät den König von Preußen und Seine Du ch- lauht den Fürsten zu Waldeck und Pyrmont ausgebracht, in welch:s die Versammlung einstimmte, worauf si diese trennte.

Schließlich wird mit Bezug auf die in Nr. 256 des „R. u. St.-A.“ enthaltene Mittheilung, die aus dem „Hannoverschen Courier“ übernommen war: „Der Landes: Direktor habe im Laufe der Sizung mitgetheilt, daß dem Landtage noch eine Vorlage wegen Reform der Gewerbesteuer und Klassensteuer zugehen urd daß zur Vorbereitung dieser Vorlage eine Kommission, bestehend aus dem Landes-Direktor, verschiedenen Land- tags - Abgeordneten, Kreisamtmännern und Rentmeistern usammentreten werde,“ bemerkt, daß dies auf einem Frrthum derulit, Richtig ist nur, daß der Landes Direktor nah Schluß der Sißung mit den Landtags-Abgeordneten in eine freie Besprechung über eine von ihm für einen späteren Land- tag in Aussicht genommene Steuerreform eingetreten ist; von dem Zusammentritt einer Kommission zur Vorbereitung der betreffenden Vorlage ist dabei nicht die Rede gewesen.

Elsaß-Lothringen.

Straßburg, 7. November. Am 5. d. M. fand, wie die amtliche „Straßb. Correspondenz“ meldet, unter dem Vorsitz des Kaiserlichen Stat:halters eine mehrslündiae Sißung des Staatsraths von Elsaß: Lothringen statt. Gegenstand der Berathung war eine Geseßesvorlage, die zum Zweck der Trennung der Grund- und Gebäudesteuer eine Neu- einshäßung des Reinertrages der Grundstücke im Anschluß an die Katastererneuerung, und eine allgemeine Neueinshäßung der Gebäude in Vorschlag bringt.

Die gestrigen Wahlen von Mitgliedern des Lande s- aus bei denen 24 Abgeordnete gewählt wurden, sind nah der „Straßb. Post“ entschieden konservativ, d. h. für das jegt Bestehende, ausgefallen. Es geht dies am Deutlichsten daraus hervor, daß auch niht ein ein- ziger von den gewählten 24 Abgeordneten fich seinen Wählern mit einem protestlerishen oder auch nur mit einem regierungsfeindlihen Programm zu empfehlen gesucht hat. Im Gegentheil: selbst diejenigen Kandidaten, die im Allgemeinen als oppositionell angesehen werden, Pfarrer Winterer-- Mülhausen, Notar Ditsch:-Finstingen und Gutsbesißer Ostermeyer: Rusah, haben in ihren Wahlprogrammen den Verdacht grundsäßlicher Opposition von sich abgewiesen. Gewählt wurden: Unter-Elsaß. Straßburg - Stadt: dochapfel. Straßburg - Land : Dr, North. Kreis

stein: Freiherr Zorn von Bulah. Kreis Hagenau: Reinbold. Kreis Molsheim: Freiherr Röder von Diersburg. Kreis Schlettstadt: Roth. Kreis Weißenburg: Baron Char- pentier. Kreis Zabern: Klein. Ober - Elsaß. Kreis Altkirch: Sauner. Lolmar-Stadt : Dr. Fleurent. Colmar- Land: Ruhland. Kreis Gebweiler: OÖstermeyer. Mül- hausen-Stadt: Mieg - Köhlin. Mülhausen-Land: Winterer. Kreis Rappoltsweiler: Hommell. Kreis Thann: Ditner. Lothringen. Met-Stadt: Lanique. Meyt-Land: Pierson. Kreis Bolchen: Guir. Kreis Chateau-Salins: Pâté. Kreis Diedenhofen : Nennig. Kreis Forbah: Massing. Kreis Saar- burg: Ditsh. Kreis Saargemünd : Jaunez.

Oesterreich-Ungarn.

Wien, 8. November. Jn der gestrigen Sizung des Finan z: ausschusses erklärte, wie die Wiener Blätter melden, der Finanz-Minister bei dem Titel „Gebühren“, was die Ein- fünfte des Staats aus dem Totalisator anlange, so könne die Re- gierung auf diese niht ohne Weiteres verzichten, zumal ihr Er- trägniß si jährlih gesteigert habe und für das Jahr 1892 mit 200 000 Fl. eingestellt sei. Ueber die in jüngster Zeit am Totalisator vorgekommenen Jnkorrektheiten habe dessen Lei- tung die Erklärung abgegeben, daß bisher nur einige Jokeys poegen unerlaubter Wetten bestraft worden seien, an denen si Privatpersonen betheiligt hätten. Mehr könne vorläufig nit als beglaubigt angenommen werden. Die Börsensteuer betreffend, erflärte der Minister, daß sih Regierungsvertreter an den Verhandlungen betheiligten, daß man aber abwarten

müsse, welche Stellung beide Häuser des Reichsraths zu der Vorlage einnehmen und welche Bedeutung sie der Haltung der ungarischen Regierung beilegen würden.

Der Generalberiht des Finanzausschusses des ungarischen Unterhauses über das Budget stellt fest, daß das Gold-Agio in den Ausgaben mit 18 Proz. prä- liminirt sei, während €s bei den Zolleinnahmen mit nur 16 Proz. eingestellt sei. Ferner hebt der Bericht die niedrige Präliminirung der Einnahmen hervor, die ermögliche, daß das wirklihe Ergebniß den Voranschlag um mehrere Millionen übersteige. Dieses günstige Ergebniß des Einnahme-Budgets sowie die eventuellen Agio- Ersparnisse würden zur Verstärkung der Kafssen-Bestände beitragen, die mit den durch die Konversion der Staatsshuld erzielten Re- sultaten zum Theil die Bestimmung hätten, die Valutaregulirung aus den ordentlichen Einnahmequellen zu ermöglichen. Der Bericht konstatirt \{ließlich, daß der Finanz- Minister die Unterbreitung eines Berichtes über die Konversion einiger Staatsschuld - Titres in allernächster Zeit in Aussicht ge- stellt habe.

In seiner gestrigen Sißung nahm das Unterhaus den Gesetzentwurf über die provisorische Regelung der Han- delsbeziehungen zu der Türkei, Bulgarien, Spanien und Portugal mit einem von Nemeyi ge- stellten Amendement an, wonach die Regierung aufgefordert werden soll, in dem Falle, daß das Uebereinkommen mit Spanien und Portugal sich über den 31. Dezember 1892 hinaus erstrecken sollte, neuerdings die Genehmigung des Parlaments nachzusuhen. Das Amendement Helfy's, die Regierung solle dem Hause über die Vereinbarung mit der Türkei und Bulgarien berichten, wurde ab- gelehnt, nahdem der Handels - Minister von Baroß es für überflüssig erklärt hatte, da mit der Türkei und Bulgarien die Verlängerung des gegenwärtigen Zustandes beabsichtigt sei und mit der Türkei bereits Verhandlungen über den Abshluß eines Handelsvertrages im Zuge seten. Jn Beantwortung der Fnterpellation über die Beseßung des Stuhles des Fürstprimas von Ungarn sagte der Unterrichts - Minister von Csàky, es könne nicht von einem Kandidaten der Nation, sondern nur von einem Kan- didaten der Regierung die Rede sein, der Ministerrath habe sich in seiner Sizung vom 23. v. M.- für nur einen Kandidaten ents{lossen und diesen an Allerhöchster Stelle vorgeschlagen. Dieser sei auch ernannt worden. Die Patronatsrechte des Königs von Ungarn seien vollständig unverlezt. Die Frage der Verlegung des Siß-s dee Primas sei mit der erfolgten Ernennung gleichfalls gelöst, indem der jeweilige Primas durch das Ernennungsdekret verpflichtet werde, in Pest zu residiren, so oft der Monarch längere Zeit in der Hauptstadt verweile und der Reichstag versammelt sei. Die Antwort des Ministers wurde mit überwiegender Mehr- heit vom Hause zur Kenntniß genommen.

Nach einer der „Köln. Ztg.“ zugegangenen Mittheilung hätte der Kriegs-Minister die Absicht, eine zweite Ersatreserve zu errichten, und werde von der Delegation die Mittel - für die Stämme von 202 Bataillonen verlangen.

Das gemeinsame Budget für 1892 weist ein Ge- sammtbrutto : Erforderniß von 139 142886 Fl. auf. Das Nettoerforderniß beträgt 96 314198 Fl, gegen das Vor- jahr um 3 802 459 Fl. mehr. Das Heeres budget erfordert 119 265 266 Fl., weift also ein Plus von 4320 828 Fl. auf. Für die Marine sind 11527714 Fl. eingestellt. Das Heeresbudget enthält eine Standesvermehrung pro 1892 um 225 Lieutenants sowie eine Kompletirung von 14 Batterie- Divisionen auf den Friedensstand. 2

Für die morgen, Montag, erfolgende Eröffnung der Delegationssession sind bereits alle Vorbereitungen ge- troffen. Nach einer zwishen den Parteien erfolgten Verein- barung wird, dem „Frmdbl.“ zufolge, der Vize-Präsident des Herrenhauses Fürst Schönburg zum Präsidenten der öster- reichischen Delegation gewählt werden. Die der deutschliberalen Partei angehörigen Delegationsmitglieder halten Montag Vormittag im Bureau des Freiherrn von Chlumecky eine Besprehung. Der ungari)che Minister - Präfident Graf Szapary trifft heute hier ein, um bei dem Empfange der ungarischen Delegation durch den Kaiser anwesend zu sein.

Großbritannien und Jrland.

Nach amtlicher Meldung ist an Stelle Jackson's, der den Posten eines Obersekretärs für Frland übernommen hat, Sir John Gorfst zum Sekretär des Schaßamts ernannt worden. 0 . / i

Bei der vorgestrigen Ersaßwahl in Cork an Stelle Parnell's ist der Antiparnellit Flavin mit 3669 Stimmen gewählt worden. Der Parnellit John Redmond erhielt 2157 Stimmen, der Unionist Kapitän Sarsfield 1161 Stimmen.

Die britishen Mitglieder der Kommission zur Be- stimmung der english-französishen Grenze an der Goldküste werden fih der „A. C.“ zufolge am 14. d. M. in Liverpool auf dem Dampfer der britishen und afrikanischen Gesellshaft nach Sierra Leone einschiffen.

, L England steht, wie der „Daily Telegraph“ mittheilt, die Einführung einer neuen Art von Kriegsschiffen und Geschützen bevor. Das Blatt schreibt darüber :

«Die Hälfte der fünfjährigen Periode (1. April 1889 bis 1. April 1894), während welher die in der Marine-Vertheidigung8akte vor- geschriebenen 70 Kriegsschiffe mit einem Kostenaufwand von 20 Mil- lionen Pfund Sterling fertig zu ftellen sind, ist jeßt vorüber und der größere Theil der Arbeit bereits geshehen. Da es jedod zu dem Bestehen unserer großen Regierungéarsenale und Werften unerläßlich ift, daß fie fortwährend zu thun haben, so müfsen {on während der kommenden Parlamentsfession die Pläne für neue Schiffe und ihre Ausrüstung gefaßt werden. Die Ereignisse der leßten fünf Jahre haben uns gezeigt, wie weit moderne Wissen- schaft und Technik, wenigstens was Schiffe und Geschütze anbetrifft, von ihrer Vollendung entfernt find. Die moderne Schule der Artillerie ist der Schiffsbaukunft vorangeeilt, und veränderte Zustände erfordern neue Thaten. Die großes Geshüße der Zukunft brauchen, Dank den neuen Stahlarten, kein arößeres Gewicht oder Kaliber als das jeßige 45 Tons- oder zwölfzöllige Geshüy zu haben. Wie unsere Marine-Autoritäten vêrsicbern, ist es praktisch erwiesen, daß ein Geschüß dieses Kalibers, welbes das neue raucblose Pulver benußt und nah dem Tonbridge’shen System aus Stahldraht oder -Band hergestellt ist, mit seinem Geshoß den Rumpf des ftärksten Panzer- \chiffs oder Hauscs zu dur{bohren vermag. Ja, es soll in seiner Tragfähigkeit und Kraft niht einmal den 110 Tons - Geschüßen nachstehen, gegen melde es den Vorzug größerer Leichtigkeit und Beweglichkeit besißt. Das bei dem Bau der Tar ge de der Zukunft benutzte Stablband is etwa F Zoll breit und Zoll dick. Es wird mittelst hohgradigen Druckes um eine Centralröhre aus Stahl gewunden etwa wie man Zwirn um eine Rolle widelt —, bis es die für das Geschüß erforderlihe Façon und Die errei{t hat. Große Stärke, Leichtigkeit, Billigkeit und nit |!

s{wierige Herstellung gehören zu den Hauptvortheilen des neuen Geschütes, von welchem bereits eine ganze Anzahl angefertigt und in Woolwich geprüft worden is. Das zwölfzöllige GesGky us: etwa 50 Tons. Schon bei Aufstellung ihrer nächstiährigen Voranschläge für die Marine (denkt die Admiralität eine durch Einführung der neuen Geschüße bèv.ngte Aenderung in der Konstruktion der Schiffe zu beantragen, wel@e wiederum größere Geshwindigkeit im Gefolge

haben dürfte.“ Frankreich.

Paris, 8. November. Der Großfürst Wladimir stattete dem „W. T. B.“ zufolge gestern Nachmittag dem Präsidenten der Republik Carnot im Elysée:-Palast einen Besuch ab, den der Präsident alsbald erwiderte.

Der Ministerrath beschäftigte sh in seiner gestrigen Sißung mit den jüngsten Vorkommnissen an der süd- algerishen Grenze und beschloß, bei der Kammer einen Kredit zu beantragen, um den Posten in Elgolea zu ver- stärken und in der Richtung auf Ainsefra weiter vorzuschieben.

Heute Nachmit:ag fand die Enthüllung des bei Sèvres errihteten Gambetta-Denkmals ftatt. Der Präsident Carnot und der Minister-Präsident de Freycinet hatten Vertreter zu der Feier entsandt. Der Minister der öffentlichen Arbeiten und s{önen Künste Bourgeois hielt eine mit großem Beifall aufgenommene Rede, an deren S&luß er auf die ausgezeihnete Lage Frankceihs im FJnnern wie nah außen hinwies, an deren Herbeiführung Gambetta fünfzehn Jahre gearbeitet habe.

Die Deputirtenkammer genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung die am 5. Juli 1890 in Brüffel unterzeichnete Kon- vention über Bildung einer internationalen Ver- einigung für die Publikation der Zolltarife und beendigte sodann die Berathung des Militärbudogets. Auf eine Anfrage über die Versuche, bei der Soldatenver- pflegung für Zwieback Ersaß zu finden, erklärte de Freycinet, die Versuche seien noch niht zum Abshluß gelangt und würden fortgesetzt.

Dem Vernehmen nach hat der Deputirte Dreyfuß von seiner Anfrage an den Finanz-Minister Rouvier wegen der Baisse der russishen Fonds an der Pariser Börse des- halb Abstand genommen, weil der Minister sih geweigert habe, die Anfrage anzunehmen. Es heißt jedo, daß der Deputirte Dreyfuß sich vorbehalten habe, nach der Abstimmung über das Budget eventuell auf die Anfrage zurückzukommen.

Die \chwedische Regierung hat die hiesige Regierung benahrichtigt, daß fie Bevollmächtigte nah Paris senden werde, um über die Verlängerung der Klauseln des Handelsvertrages, die mit Tariffragen nicht zusammen- hängen, Verhandlungen zu pflegen.

Bei der gestrigen Stichwahl zur Deputirtenkammer in Lille siegte der in Haft befindlihe Sozialist Lafargue mit 6470 Stimmen über den Republikaner Depafse, welcher 5175 Stimmen erhielt,

Nußland und Polen.

Jm Reichsrath wird in einer der nächsten Sißungen, wie die „N. Wr.“ berichtet, das vom Finanz-Ministerium ausgearbeitete Projekt der Regulirung des Getreide- handels auf den inneren Märkten zur Verhandlung kommen.

Ftalien.

Aus Mailand wird berichtet, daß zur Theilnahme an dem heutigen Bankett im dortigen Scala-Theater der Minister des Fnnern Nicotera, der Minister der öffentlichen Arbeiten Branca und der Finanz-Minister Colombo bereits gestern im Laufe des Tages dort eingetroffen sind. Am Abend fam der Minister-Präsident di Ru dini in Begleitung des Schat-Ministers Luzzatti in Mailand an und wurde von den Unter-Staatssekretären Pullé und Pascolato, dem Vorberei- tungs-Comité für das Bankett, den Spigen der Behörden, sowie von zahlreihen Senatoren und Deputirten empfangen. Die am Bahnhof ange)ammelte Volksmenge begrüßte die ein- treffenden Minister sympathisch. Die Senatoren und Depu- tirten, die dem Bankett, zu welchem etwa 300 Eintritts- karten ausgegeben worden find, beizuwohnen gedenken, trafen zum Theil ebenfalls bereits gestern ein, die anderen werden heute erwarte. Das Fournal „La Nazione“ weiß in Bezug auf die zu erwartende Rede des Minister-Präsidenten noch mitzutheilen, daß Herr di Nudini die wirthschaftlihe und die finanzielle Frage aus- führlih behandeln und ein Bild der finanziellen Lage geben werde, wie sie von dem gegenwärtigen Ministerium bei seinem Amts- antritt vorgefunden werden sei. Der Minister-Präsident werde des Weiteren das Werk des Kabinets zur Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts beleuhten und zugleih erklären, Jtalien wolle den Frieden, weitere Ersparungen an den militärishen Ausgaben seien aber unmöglih. Jeden Versuch einer Abänderung des Garantiegeseßes werde er, da ih dieses Geseß gut bewährt habe, zurüdcweisen.

Die sog. interparlamentarishe Friedensfktonferenz genehmigte am Sonnabend die Resolution über Konstituirung eines permanenten Bureaus der Konferenz mit dem von Gaillard gestellten Abänderungsantrage, das Bureau als in- ternationales parlamentarisches einzuseßen, sowie mit mehreren von Passy beantragten Zusäßen. Wie der „Nat.- Ztg.“ mitgetheilt wird, bildeten bei der Abstimmung die Deutschen und Engländer, Stanhope ausgenommen, die Desterreiher, Ungarn, Holländer, Belgier und einige Ftaliener die Minorität. Die anderen stimmten mit den Franzosen und errangen den Sieg. Hierauf wurde Pandoifi, Sekretär des rumänishen Comités, durch Zuruf zum General-Sekretär ernannt und als Ort der nächsten Konferenz im Jahre 1892 Bern gewählt. Der Präsident machte sadann Mittheilung von dem Antrage Jmbriani, Hubbard und Genossen auf Pro- kÉlamirung des Nationalitätsprinzips und der „Rückgabe“ des Rechtes der Entscheidung über Krieg und Frieden an die Nationen und deren Vertreter. Das definitive Bureau, dem der Antrag überwiesen war, hatte beshlossen, in Gemäßheit der Geschäftsordnung dem Antrage nicht Rehnung tragen zu können. Hubbard bekämpfte eine folhe Auslegung der Geschäftsordnung, und Zmbuiani \chloß sich dem Proteste an, was zu einem lebhaften Zwischenfalle Anlaß gab. Gegenüber einem alsdann von Hubbard gestellten Antrage, den von ihm und Jmbriani gemeinsam gestellten Antrag auf die Tagesordnung der nächstjährigen Konferenz in Bern zu seßen, meinte der Präsident, diejes sei gerade der Beschluß des definitiven Bureaus. Die Versammlung stimmte dieser Auffassung mit großer Mehr- S bei. Hierauf erklärte der Präsident mit einer Ansprache die onferenz für geschlossen. Ein Antrag Marcoarta, welcher

auch von Gaillard, Baser, Coello, Passy und Anderen unter-