1891 / 277 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Nigtanitklithes. Deutsches Rei.

Berlin, 24. November.

eute Vormittag von 11 Uhr ab fand in Gegenwart einn Majestät des Kaisers und Königs die Ver- eidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Spandau, Charlottenburg und Lichterfelde im Exerzierhause des 2. Garde- Regiments z. F. in der Karlstraße siatt. ie l je eine Compagnie des 2. Garde-Regiments z. F. und des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 die Fahnen und n Séloß in das Exerzierhaus Vor dem Exerzierhause erwarteten die Generale und die fremdherrlihen Vilitärbevollmächtigten Seine Majestät den Kaiser und König und folgten Allerhöchstdemselben in das Exerzierhaus. Der Vereidigungging eine kurze Ansprache der Divisionsgeistlihen beider Konfessionen über die Bedeutung daran r ariggna ar ri eee die Vereidigung der preußischen evangelishen un katholishen Rekcuten durch einen Offizier, wobei am Schluß durch den Divifions-Commandeur Majestät den Kaiser und König ausgebracht wurde. ) Vereidiaung wurden die Fahnen und Standarten durch die- selben Compagnien wieder in das Königlihe Schloß zurück-

Preußen.

Hierzu waren durch

Standarten aus dem Königli gebraht worden.

des Eides voran,

ein Hurrah auf Seine

Die auf Anregung des Reichskanzlers für das Reichs- ebiet Aa Erhebungen über die diesjährige rnte sind bezüglih des Weizens und Rogg ens beendet. Das Ergebniß is aus der in der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- ti E Sie ablón veröffentlichten ersihtli. ie Za l) Schäßungen sahverständiger Körperschaften und Behörden. E n (Va trolle dort veröffentlihten Nachweisung II sind die Zahlen über die Ein- und Ausfuhr von Roggen, Mehl und sonstigen Mühlen- erzeugnissen, wie sie sih aus den von den Hauptzoll- und Hauptsteuerämtern eingereihten Uebersihten ergeben, zusammen-

Nachweisung I beruhen auf

Weizen,

Der ruffishe Minister des Auswärtigen von Giers ift gestern Abend aus Paris hier eingetroffen.

ieute ignit deur der Der General: Lieutenant von Ligniß, Comman eur d 11. Division, ist zur Abstattung persönlicher Vieldungen hier eingetroffen.

Der Jaspecteur der 1. Kavallerie - Jnspektion, General- ai E N Krosigk ist aus Hannover hierher zurüdck-

General-Lieutenant Edler von der Planiß, Com- E der Garde-Kavollerie-Division, hat sich mit furzem Urlaub zur Japd nah Swhlesien begeben.

r Königlich sähsishe Gesandte am hiesigen Allerhöchsten Hofe Graf R Hohenthal und Bergen hat Berlin mil furzem Urlaub verlassen, Während seiner Abwesenheit fungirt der Legations-Sekretär Graf Vißthum von Ecstädt als

Geschäftsträger.

ittenberg, 23. November. Seine Majestät der A wird L der „Magd. Ztg.“ gelegentlid der Reise nah Torgau am 25. d. M, kurze Zeit hier verweilen. Allerhöchst- derselbe wird um 10 Uhr 25 Minuten hier eintreffen, den Hofzug bei dem kleinen Exerzierplay vor dem Schloßthor verlassen und hier die Parade über die hiesige Garnison abnehmen. Alsdann wird Seine Majestät Sih nah der im Wiederherstellungsbau begriffenen Schloßkirche begeben und um 11 Uhr 55 Minuten

die Fahrt nah Torgau fortseßen.

Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent ist nah der „Allg. Ztg.“ gestern Morgen mit seinen beiden Söhnen, den Prinzen Ludwig und Leopold, nah Luitpoldshöhe im Spessart abgereist.

Jhre Majestät die Kaiserin Friedrich traf laut Mel- dung des „W. T. B,“ heute, von Trient kommend, hier ein und wurde am Bahnhofe von den Gesandten Preußens und Großbritanniens empfangen. „Bayerischer Hof

München, 23. November.

Jhre Majestät ist

Für den in Südwest-Afrika gefallenen Hauptmann Frei- herrn von Gravenreuth fand heute in Augsburg ein feierlicher Trauergottesdienst statt, dem die Generalität, die Offizier: Corps der Garnison und das Regiment, welhem Frei- herr von Gravenreuth früher angehörte, beiwohnten.

im Hotel abgestiegen.

Dresden, 24. November. Seine Königliche Hoheit der Prinz und Jhre Kaiserlihe und Königliche Hoheit die Prinzessin Friedrih August trafen gestern Mittag um 12 Uhr, von Prag kommend, hier ein, Von der Landesgrenze ab waren Höchstdenselben in is De Daa en Sir und Pirna, von der troß ungünstigen

A 5 enthusiastishe Kundgebuugen be- stung N S Ado

erannahen des Zuges Salutshüsse abgegeben. Jn Dresden a G Gebäude festlich geschmüdt und in den Straßen prächtige Ehrenpforten errihtet, während der Markt und die andern Pläße mit Masten, Flaggenshmuck und Bekränzungen Auf dem Plate vor dem böhmishen Bahn- ofe war gegenüber dem Auëgange des Königlichen Warte- e Ehren - Compagnie

herbeigeströmten Bevölkerun reitet worden.

versehen waren.

des Schützen- (Füsilier-) 108 unter Hauptmann 30 Schritt dahinter hatten die berittenen Offiziere, welhe an dem festlihen Einzuge Theil zu nehmen

hatten, Kufüellung genommen.

Regiments „J von Haugk aufgestellt.

Auf der Carolastraße stand ein g berittener Gendarmen, dahinter ein Zug des Garde:Reiter- egiments, die Königlichen Equipagen und endlich ein Zug des Königs - Hujaren - Regiments Nr. 18. E Bahnhofs hatten sich die Generalität und die Stabszoffiziere der hiesigen Garnison, sowie der Polizei - Präsident ein- gefunden und auf dem Perron zu beiden Seiten des für die hohen Neuvermählten freizulassenden Durhgangs nah dem

Jnnerhalb des

Wartesalon aufgestellt. Während die Prinzessin eine Deputation der Mädchenschule empfing, {ritt der Prinz Friedrih August die Front der Ehren-Compagnie des Schüßen-Regiments ab. Dann erfolgte unter Glockengeläute die Fahrt durch die Stadt, wo Vereine Spalier bildeten und Tausende das hohe Paar jubelnd begrüßten und ihm Blumenspenden darbrahten. Vor dem Rathhause war eine imposante Empfangshalle errichtet, in welcher die Spigen der Behörden die Neuvermählten empfingen und Ober-Bürgermeister Dr. Stuebel eine Ansprache an sie richtete. Hierauf ging die Fahrt nach dem Schlosse, wo die hohen Neuvermählten im Vestibül von den versammeïiten Königlichen Prinzen auf das Herzlichste begrüßt wurden. Auf dem Vorplaß der zweiten Etage begrüßte Seine Majestät der König das neuveimählte Paar und geleitete es durch die Galerie, wohin Jhre Majestät die Königin, begleitet von Jhrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Mathilde und umgeben von Allerhöchst: und Höchstihren Damen sowie dem Oberhofmeister, Kammerherrn von Waßdorf, entgegengegangen war, nah dem rothen Saal. Hier erfolgtesodann die Vorstellung der Staats-Minister, des Ministers des König- lihen Hauses, der Präsidien beider Kammern der Ständever- sammlung und des Königlichen großen Dienstes, sowie später im anstoßenden kleinen Ballsaal die Vorstellung der Hof- und Zutrittsdamen. Nachmittags fand, wie „W. T. B.

berichtet, im Schlosse Galatafel statt, an welher außer Jhren Majestäten und den Prinzen des Königlichen Hauses auch die Herzoge Heinrich und Adolf von Mecklenburg-Schwerin Theil nahmen. Die Hofstaaten nahmen Aufstellung vor der Hosftafel. Der König brachte, aus einem goldenen Pokale trinkend, einen Trinkspruch auf die Hohen Neuver- mählten aus. Hierauf verließ der Hofstaat den Saal und begab sich zur Marschalltafel nah dem angrenzenden Banket- saal. Zu der Marfchalltafel waren gegen 160 Gäste geladen, darunter die obersten Staatswürdenträger, Vertreter der Stadt, die Präsidenten des Landtages, das diplomatische Corps fowie andere hervorragende Persönlichkeiten. Um acht Uhr fand Gratulationscour bei dem Prinzen und der Prin- zessin Friedrih August statt, an welcher die Miniïer mit ihren Gemahlinnen, die Herren und Damen vom diplomatischen Corps, die Mitglieder der Fürstlihen Häuser Schönburg und Solms, die Präsidenten beider Kammern, die Herren und Damen der ersten und zweiten Hofrangordnung und viele Offiziere Theil nahmen. Viele Häuser waren illuminirt, die Plätze festlich beleuchtet.

Baden.

Karlsruhe, 23. November. Nach hierher gelangten brieflihen Mittheilungen wurde Jhre Königlihe Hoheit die Kronprinzessin von Shweden und Norwegen bei ihrer am 15. d. erfolgten Ankunft in Kairo vom Khedive auf dem Bahnhof herzlich empfangen. Das Klima erweist sich von sehr günstiger Wirkung auf das Befinden JFhrer Königlichen Hoheit. Sachsen-Weimar-Eisenach. i r Weimar, 23. November. FJhre Königliche Hoheit die Erbgroßherzogin ist, der „Weim. Ztg.“ zufolge, heute, nah längerem Aufenthalt in Ftalien, aus Stuttgart wieder hierher zurückgekehrt. j

Mecklenburg-Strekit.

Neu-Strelißt, 24. November. Seine Königliche Hoheit der as von Paris kommend, nach längerer Abwesenheit hier wieder eingetroffen,

Sachsen-Altenburg. : i kunft Seiner Majestät des Katsers in ui ven n „M. Z.“ zufolge am 26. November, Abends gegen 5 Uhr, erfolgen. Vom Bahnhof aus wird Seine Majestät im offenen Wagen dur die Stadt nah Hummels- hain fahren, Wenn der Sonderzug sich der _alten- burgishen Landesarenze nähert, werden an geeigneten Stellen größere Freudenfeuer angezündet werden; der Thurm der auf viele Meilen hin fihtbaren Leuhtenburg wid durch Petkränze erleuchtet scin. Von der Saale her wird die loßgemeinde von Kahla Seine Majestät von einem ge- chmüdckten und mit Rothfeuer beleuhteten Floß begrüßen.

Neuß ä. L. y Es

Greiz, 22. November. Auf Befehl Seiner Dur@lau t

des Fürsten sind der „Leipz. Ztg.“ zufolge die Landtagë-

Abgeordneten des Fürstenthums zu dem 9. ordentlichen Land-

tage einberufen, und es 1st die Eröffnung auf Donnerstag,

96, d. M,., Vormittags 10 Uhr, in der Fürstlichen neuen Burg anberaumt worden.

Oesterreich-Ungarn.

Wien, 24. November, Jm weiteren Verlauf der gestrigen Sibung des Budgetausschusses der österreihishen Delegation erklärte, wie „W. T. B.“ berichtet, der Minister des Auswärtigen Graf Kálnoky auf eine Anfrage, die Regierung wende der Frage der Besiellung von technishen Attachés die größtmöglichste Aufmerksamkeit zu ; bei der Realisirung der Jdz:e würden betreffs der Wi ksamkeit und der Stellung der tehnishen Attachés die in Deutschland maß- gebenden Gesichtspunkte auch für Oesterreich - Ungarn die ge- eignete Grundlage bilden. Hierauf folgte die Berathung des Okkupationskredits. Der Referent Bilinski konstatirte den steten erfreulichen Aufschwung der okkupirten Pro- vinzen, deren Verwaltung ein großes civilisatorisches Werk vollbringe. Der Minister Kallay trat den maßlosen Uebertreibungen der serbishen Presse be- züglih der mohamedanishen Auswanderung entgegen und erklärte, er habe der Frage der Verbindung Bosniens mit einem Seehafen {hon seit längerer Zeit seine Ausmerisamkeit zugewendet ; die Studien zum Aus- bau einer Bahn vom Centrum Bosniens nach Spalato seien bereits vollendet. Ueber die prape des Baues ständen die beiderseitigen Regierungen in Verhandlung, über derenStand könne er nichts mittheilen. Die Ausführungen des Ministers wurden beifällignt aufgenommen und das Ofkkupationsbudget unverändert genehmigt. Der Budgetausshuß nahm ferner das Extraordinarium des Heeresbudgets an. Jm Laufe der Debatte bemerkte der Kriegs-Minister, Rußland habe das 7,6 und Rumänien das 6,5 mm: Kaliber angenommen ; er erahte es niht für nothwendig, das Kaliber weiter zu ver- mindern, da das 8 mm-Gewehr vollkommen genüge und die Ausrüstung der Armee damit nahezu beendet sei.

eeresausshuß der uñgärishen Dele- Li Su E gestern der Kriegs-Minister Freiherr von Bauer, die von der Kommission festgeseßten Maßnahinten Behufs Erhaltung der Widerstandsfähigkeit der galizishen Seiiaga erforderten eine allmählihe, den Zeitumständen und den vorhandenen Mitteln angepaßte Durchführung. Die gegenwärtig verlangte Million stelle die jährlih zu ver- bauende Summe dar. Der Zeitpunkt für die Beendigung der Umgestaltungsarbeiten sei nicht zu bestimmen, weil die- selben das Resultat eines fortwährenden Kampfes zwischen den Fortschritten der Artillerie und der Fortifikation seien.

Frankrei. aris, 23. November. Der rusfishe Minister des Aus- iti von Giers stattete, wie „W. T. B.“ meldet, gestern vor seiner Abreise um 51/2 Uhr Nachmittags dem Präsidenten der Republik Carnot nochmals einen halbstündigen Besuch ab.

Der Senat seßte heute die Berathung des Zolltarifs fort. Der Präsident der Tarifkommission Jules Ferry rechtfertigte. die vorgeshlagenen Tarife, welhe dur den wirth- schaftlihen Zustand Frankreichs sowohl, wie dur denjenigen aller anderen Staaten bedingt seien. Alle anderen aus- wärtigen Mächte, insbesondere Ftalien, Deutschland und Oesterreih, hätten Frankreich das Beispiel zum Schugzoll gegeben. Frankreich könne gegenwärtig mit feiner Macht Handelsverträge abschließen. Die vor- geshlagenen Tarife seien niedriger als diejenigen der meisten anderen Staaten. Die wirthschaftlihe Veränderung werde Frankreich nicht isoliren, denn alle Nationen würden den Minimaltarif acceptiren. - Repressalien seien nit zu fürchten. Spanien werde allerdings unter dem neuen Zoll- \ystem leiden, aber der deutsche Alkohol, welcher in den spa- nishen Weinen nach Frankreich eingeführt werde, verurfache eine Shädigung von mrhr als 80 Millionen. Der Vertrag mit Jtalien habe leßteres niht gehindert, die Tripel:- alliance zu shließen. Politish sei man niemals isolirt, wenn man wirthschaftlich stark sei, man sei niemals isolirt, wenn man rei sei. (Lebhafter Beifall.) Jm weiteren Verlauf der Sizung verlangte Poirrier mehrere Abänderungen, viele Zollsäße seen übert:.ieben und willkürlih. Ein gemäßigter Sqcutzoll allein könne Frankreich von Nußgen sein. ie weitere Berathung wurde sodann auf morgen veriagt.

Die Deputirtenkammer berieth heute das Budget des Ministeriums des Jnnern. Einer der Boulangistischen Deputirten beantragte die Streihung der Position: Geheime Fonds. Der Minister des Jnnern Conftans erklärte, er betrahte die B: willigung dieser Fonds als ein Vertrauens- zeichen Die Kammer bewilligte den Posten „Geheime Fonds“ mit 278 gegen 158 Stimmen. Der Deputirte Cousset trat für den Anirag ein, die Verwendung der Ge- heimen Fonds fortan durch eine Spezialkommission kontroliren u lassen. Nahdem der Minister-Präsident de Freycinet den Wricas als verfassungswidrig bekämpft hatte, wurde er von der Kammer mit 286 gegen 162 Stimmen verworfen. Auf eine Anfrage über die Angelegenheit des ehemaligen Direktors der Strafanstalten Herbette erklärte der Minister des Jnnern Constans, die Bravheit und Rehtschaffenheit Herbette's brauche niht vertheidigt zu werden, Herbette hätte einzig und allein aus Gesundheitsrüfichten seine Entlassung gegeben. Hierauf L G Quas des Jnnern sowie mehrere Kapitel des Finanz-Budgets angenommen. L E L Seputitle Läur benahrihtigte den Minister des Auswärtigen Ribot, daß er ihn darüber zu interpelliren be- absihtige, ob ein schriftliher Vertrag zwischen Fran k- reich und Rußland b-stehe. Ribot erklärte, er werde die Beantwortung der JFnterpellation ablehnen.

Die mit der lezten Post aus Französish-Hinter- indien eingetroffenen Berichte melden, wie der „Köln. Ztg. geschrieben wird, daß 50 eingeborene Milizen in der Provinz Thai-Nguyan ihren europäischen Sergeanten getödtet haben und dann geflüchtet seien. Es ist das erste Vorkommniß dieser Art in Tongking. Am 12. November scheiterte an den Felsen von Dutahé bei der Mündung des Gabun der fcanzösische Kriegs- Aviso „Albatros“. Die Mannschaft (67 Mann) wurde gerettet, aber der Aviso (635 Tonnen und zwei Ka: nonen) ist verloren.

Rußland und Polen.

Die zur Begrüßung des Kaisers vom Sultan ab- geordnete Ges andt haft ist gestern in Falta eingetroffen. Sie besteht dem „W. T. B.“ zufolge aus dem Marschall Fuad Pascha, dem Sekretär d:s Sultans Kiafim Bey sowie drei Adjutanten. Die Ga ear dis noch im Laufe

estrigen Tages in Livadia vorstellen. | is: Le neueste i St. Petersburg eingetroffene turkestanische Zeitung enthält einen Tagesbefehl des General-Gouver- neurs Wrewski aus Tashkent vom 12. Oktober, wonach am 21. Juli die Jäger-Kommandos von fünf turkestanischen Bataillonen und orenburgishe Kosaken, die unter Leitung des Obersten Jonow in das Pamirgebiet entsandt waren, 1900 km zurüdgelegt hab:n und nach zwei Monaten wohl- behalten zurüdckgekehrt find.

Jtalien. iciiaia

ie „Gazz:tta ufficiale“ veröffentlicht ein Königliches Det PotaG zur Abänderung des bestehenden Gesetzes die fiskalishen Abgaben auf Zucker, Kaffee, Alkohol, Bier und Oelsamen, sowie auch die Steuersäße auf mehrere Fabrikationsartikel erhöht werden sollen. Man hofft daraus, wie dem „W. T. B.“ aus Rom berichtet wird, in dem Budget eine den Betrag von 11 Millionen übersteigende Einnahme zu er- zielen, und beginnt damit die Ausführung des Programms der Vermehrung der Einnahmen, welches in Verbindung mit fortgeseßten Ersparnissen {hon im Budget des ee Finanzjahres das Gleichgewicht herstellen und zum Absch des nähsten Finanzjahres mit einem Ueberschusse führen so Es gelte für nit zweifelhaft, daß das Parlament das König- liche Dekret in ein Gese umwandeln werde. á

Jn der Verwaltung der eritreishen Kolonie if durch zwei Verfügungen, welche die amtliche Zeitung am 18. November veröffentlicht hat, ein bedeutender Schritt nah vorwärts gethan worden. Die erste dieser Ver- fügungen theilt die Kolonie in vier Distrikte Samhar, Kheren, Asmara und Decatesfa. Die zweite Verfügung stellt fest, daß jeder Distrikt einen jährlichen Tribut zu entrihten habe, und zwar Samhar 37 680 Lire, Kheren 106 600 Lire, Asmara 14780 Lire, Decatesfa 1580 Lire. Jnsgesammt soll also die einheimishe Be- völkerung an direkten Steuern jährlich 160640 Lire auf- bringen. Der Tribut kann in Geld oder Waaren entrichtet werden.

griffen die Aufständishen am Montag Vermittag zunächst das

Spanien.

Jn Folge der Weigerung Villaverde's, das Justiz- Portefeuille zu übernehmen, ist Cos-Gayon zum Justiz- Minister ernannt worden. Dem Pariser „Temps“ wird Über das Programm des neuen Ministeriums aus ‘Madrid gemeldet: Das neue Kabinet werde die äußere, innere und æwirthschaftlihe Politik des vorigen Kabinets fortsegen, Budget- ‘Ersparnisse zu realisiren versuchen, 250 Millionen amortisir- barer Schuld emittiren und die cubanishe Schuld, falls es die Lage des Geldmarktes erlaube, konvertiren. „Wirthschaftlich werde das neue Kabinet protektionistish, in der inneren Politik aber entschieden konservativ und weniger tolerant gegenüber den Republikanern sein.

Schweiz.

Bundesrath hat bei der Bundesversammlung den He: eingebraht, für die Verwaltung und die Auf- bewahrung der Werthtitel aus den Anlagen der eid- genössishen Staatszgelder und der Spezialfonds, sowie für die Aufbewahrung von Hinterlegungen aller Art einen be- sonderen Verwaltungszweig unter der Bezeihnung „Eid- genössishe Werthschriftenverwaltung“ zu schaffen, welch2 dem Finanzdepartement zu unterstellen sein würde. Dieser Werth|chriftenverwaltung soll vorsteben: ein Chef mit einer jährlihen Besoldung von 6000 bis 7000 Fr., ein Ge- hülfe als Stellvertreter mit einer jährlichen Besoldung von 4000 bis 5000 Fr.

Belgien.

Die Deputirtenkammer hat der „K. Ztg.“ zufolge einen von Woeste eingebrahten Gesezantrag angenommen, welher die Wohnungs- und Fristförmlichkeiten bei Heiraths- abshlüfsen vereinfaht.

Dänemark.

Kopenhagen, 23. November. Der König und die Königin werden nah hier eingegangener Nahriht am 25. November von Livadia abreisen und am 28. d. M. in Stettin eintreffen, wo ein dänishes Postshiff das Königs- paar erwartet. Die Ankunft in Kopenhagen erfolgt, dem „W. T. B.“ zufolge, voraussihtlich am 30. November, Vormittags.

Amerika,

Brasilien. Ein Telegramm des „Reuter'’shen Bureaus“ aus Rio de Janeiro von gestern Vormittag 11 Uhr meldet: In der Stadt Rio de Janeiro wären die von dem Diktator Deodoro da Fonseca jüngst ergriffenen Maßregeln einem ernsten Widerstande begegnet und es sei ein Aufstand gegen die Regierung Fonseca's ausgebrochen. Die aufständische Bewegung sei zuerst am Sonnabend Abend dur die (bereits gemeldeten) Zerstörungen an den Eisen- bahnen zu Tage getreten. Jn Rio de Janeiro sei sie am Montag Morgen zum Ausbruch gekommen. Die Marine habe revoltirt und die Demission Fonseca’s verlangt. Fonseca habe die Unmöglichkeit, Widerstand zu leisten, eingesehen und ein Manifest veröffentliht, wona er, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden, seine Gewalt in die Hände des früheren Kriegs8- Ministers Generals Floriano Peixoto niederlege. Es herrsche große Erregung, die Bureaus zweier der Partei der bisherigen

egierung ergebenen Journale seien von Pöbelhaufen zerstört und die bisher an den Telegrammen geübte Censur theilweise aufgehoben worden. —Wie demselben Bureau weiter berichtet wird,

Marine-Arsenal an, das sie nach kurzem Kampfe beseßten, Dabei sei ein Arbeiter getödtet und die Candellariakirhe von einer Kugel getroffen worden; im Ganzen habe -man jedoch uur wenige Schüsse gewechselt, Jn Folge der entstandenen Panik seien Läden und Bureaus von den Besißern Anfangs geschlossen worden, jeßt herrshe aber allgemeine Befriedigung Über den Erfolg des Aufstandes. Das Kabinet habe de- missionirt, und der Belagerungszustand sei aufgehoben. Man glaube, daß der durch Fonseca aufgelöste Kongreß wieder werde einberufen werden.

Afrika.

Aus der Kapstadt meldet „R. B.“, daß die Verbin- dung zwischen den östlihen und westlihen Eisenbahnen der Kapkolonie in Steynsburg am 20. d. M. mit großen Festlichkeiten gefeiert worden ist,

der Staatssekretär Dr. von Boetticher und der Königlih preußische Minister für Handel und Gewerbe Freiherr von Ber- lep\ch beiwohnten, stand auf der Tagesordnung als erster Gegenstand die Jnterpellation der Abgg. Hitze, Haber-

land, Letocha, Meßzner (Neustadt), Rintelen und Dr, Shaedler:

sidenten von Leveßow erklärte CoettiGer zur sofortigen Beantwortung der Interpellation eit.

Hinweis a

A A

Parlamentarische Nachrichtea. n der heutigen (125.) Sißung des Reichstags, welcher

Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, dem Reichstage mit- zutheilen, ob und wele geseßgeberische Maßnahmen auf Grund der Verkbandlungen mit Vertretern des Centralaus\chusses der ver- einigten Innungsverbände Deutshlands und des Allgemeinen Deutschen Handwerkerbundes in München von den verbündeten Regierungen zur Hebung des Handwerkerstandes beabsichtigt sind ?

Nach der Verlesung der n durch den Prä- ih der Staatssekretär Dr, von

Nbg. Be begründete die Jnterpellation unter dem uf die im Handwerkerstande herrschende Spannung

geliefert. Der Staatssekretär ging

\chongeshehenen Schritte, theils die noch in Ausfiht stehenden Verwaltungs- bezw, gesezlihen Gebieten. gegen die Einführung obligatorischer g des Besähigungsnachweises. leßteren beschlossene hlüssig ge- Berechtigt Lehrlings-

Maßnahmen auf d Nahezu unmöglich sei Jnnungen und die Einf Uebec das bezüglih des habe der Bundesrath sich macht, er werde es seien die Wünsche wesen und des Man Handwerks.

Regierung m

jedoch wahrscheinlich ablehnen bezüglih der Mißstände im angels einer wirksamen Vertr An einer Abhülfe dieser Uebelstände wolle die vielleiht durch Errichtung ammern geschehen. rgsam gegeneinander abge- man aber zu einer zweck- rks kommen fönnen, sodaß ) wiedergewinne. g. Biehl fand eine Besprehung der chluß des Blattes zunächst ort nahm.

chstage ist folgender Antrag der Abgg. sen, Dr. von Cuny und Schneider

itwirken. Das könne oder Gewerbek Interessen aller Stände müßten s\o wogen werden. Hoffentlich werde mäßigen Organisation des Handwe es seinen früheren goldenen Boden

Auf Anirag des Ab Interpellation statt, z der Abg. Dr. Hartmann das W

Beim Rei Dr, von Marqu (Hamm) eingegangen :

Der Reichstag wolle bes{ließen: die daß bei der Ausarbeitung eines für das D Gesetzes, betreffend die Militärstrafproze der Gerichte, sowie der Oeffentlichkeit verfabrens zur Geltung gelangen, sowei lihe Interessen Ausnahmen nothwendi

Bei der gestern im 11. w bezirk (Hall-Oehringen-Weinsbe tags-Ersazwahl wurde, wie „W. wirth Hartmann (Demokrat) gewählt.

u der bei S

Erwartung auszusprechen, ;/ 18 Deutsche Reich gemeinsamen Militärgerichtsverfassung und die die Grundsäße der Ständigkeit und Mündli(keit des Haupt- t nicht besondere militärdienst- g erscheinen lafsen.

ürttembergishen Wahl- rg) stattgehabten T. B.“ meldet, Land-

ßordnung,

Dritte ordentliche Generalsynode.

In der gestrigen Sißung wurde cin Antrag des S auf Gewährung von Provinzialsynoden fowie der Mit kommissionen der Finanzkommissi Synodalen Dr. Nebe auf Vorlegung der unterri{t an den Ober- Kirchenrath

4 ynodalen Rogge Diäten für die Mitglieder der Kreis- und glieder der theologischen Prüfungs- nachdem der Antrag des Lehrpläne für den Religions- höheren Lehranstalten zur Begutachtung durch den angenommen war.

In zweiter Berathung gelangte fodann, der „Nordd, Allg. Ztg.“ entnehmen, des §. 3 der Generalsynodalordnung neue Bestimmung aufgenommen wird: gleichzeitig ein Stellvertreter gewählt.“ Auch der Gesetzentwurf, Kirchengcmeinden, Es folgte der Berit des der Bibelrevision.

on überwiesen,

wie wir dem Bericht der Gesetzentwurf zur Abänderung zur Annahme, wona folgende eFür jeden Abgeordneten wird

betr. die Vermögensverwaltung der wurde in zweiter Berathung angenommen. Synodalen Dr. Frick über die Lage Danach ist das \{wierige Werk thatsächlich geführt und wird Ende dieses oder Anfang r.ähsten Jahres ersheinen. Es werden zwei Ausgaben der ganzen Bibel veranstaltet ; hulbibel entspriht, in einer Anzahl in einer Anzahl von Die Revisionskommision hat eine erhebliche Zahl uf theologishem und \prahlihem Gebiete vor- genommen. Die Synode sprach der Kommis Dank für das Werk aus.

Syn. Rogge erstattete darauf Bericht über den Gustav- ebe über den Antrag der Kreis- Fortbildungs-Schul- der Antrag der Kommission Kirchenratÿ zu ersuhen, dahin ) finfsteren Mächte, welche die Seele die religiös-siltlihen Fächer , insbesondere vaterländischen ortbildungs-

eine, welche der gewöhnlichen S von 20 000 Exemplaren, 6000 Exemplaren. von Aenderungen a

fion den wärmsten

Adolf - Verein, der Syn. Dr. N synode Bochum wegen Umgestaltung Im Anschluß hieran wurde angenommen: „den Evangelischen Ober- zu wirken, 1) daß Angesihts der finste der Jugend bedrohen,

im Gesange, _ Berücksichtigung stliGen des Bezirks der Fortbildungs\chu der Fortbildungs\{hule zu helfen oder da chkeiten zu bezeihnen.“ ißende mit, daß von dem Synodalen Z wonach dem Kialtus- gesprochen werden soll, daß mit der A gebälter baldigst vorgegangen werte, vollgültige Vertretung

Volksschullehrer von de baldigst befreit werden mögen.

im Lehrplan angemessene evangelischen Gei werden, felbst in ecignete Perfönli

le verarlaßt für besonders Sließlich theilte der Vor- illessen ein Antrag ein- Vinister die Erwartung aus- ufbefserung der Volks\chullehrer- l daß die Volksschullehrer eine im Sculvorstande erhalten und daß pflihtung zum niederen Küsterdienst

Kunft und Wissenschaft.

Medizinal-Rath Dr. Karl Liman,

rsität und Direktor der Königlichen Un : zneikunde, ift, wie die „Post“ seinem 74. Lebensjabre plößlich gestorben. sten Kreisen der Reichs-Hauptstadt dur zinisher Sachverständiger bei Unter den Studirenden, i reute er sih großer Be- interessanten Vorlesungen über gerihtlihe Gerichtsarzt hatte er bereits vor einigen widmete sich nur noch dem akademischen

ist Professor Schneider beiden leßten der von aht Bronzethüren ienpforte des zwischen _In der Gesammtanordnung früher' eingeseßten Verschiedenheiten Aus\{chmückungen Horizontalstreifen der großen Flügel- nordnung wie an der Dreikönigenpforte die an den entsprechenden Stellen drei Swlüfsel zeigen, durch je drei bekrönte Diese Schildhen tragen die Namenszüge : Die das Feld einfassende Inschrift lautet: QUICUNQUE DEI PENETRALIA XPI, INGREDERIS (Friede sei it friedfertigem Herzen und ie auf penetralia folgende Abkürzung mmenden Wortes Christi besteht aus in griechisher Schreibweise X und P Das Rahmenwerk der obern

Der Geheime an der biesigen Unive

r die Staats-Ar berihtet, am

blichene hat si seine langjährige Thätig Berliner Landgericht bekannt gem juristishen Fakultät, erf

ch in den weite keit als medi

namentlich denen der liebtheit wegen sein Das Amt als ahren niedergelegt und Wie die „Kölnische Ztg * meldet,

el gegenwärtig damit beschäftigt, die

fenen und für den Dom gelieferten e Es sind dies die Thüren der Mar den Thürmen liegenden Hauptportales.

Beifall.

mannigfache ocnamentalen

werks der

4 ; | üll di über das Schicksal des vom Reichstage beschlossenen Gesetzes L E St Da

Über den Befähigungsnahweis. Eine Hebung des Jnnungs- | Kronen und drei gekceuzte wesens, eine bessere Gestaltung des Verhältnisses der Gesellen | Wappenschildhen belebt. und Lehrlinge U. st. w. müßten erreiht werden und das Centrum werde sih von diesem Ziel niht abbringen lassen. PAX TiBI

Staatssekretär Dr. von Boetticher erklärte, daß die | FECTORE PACIFIC verbündeten Regierungen

des Rahmer-

Maria, Joseph.

0 CANDIDUS zu den in der Konferenz mit den mit dir, der du Christi Heiligthum m

Vertretern des Handwerkerstandes behandelten Fragen noch

reinem Sinne betrittst). D keine Stellung genommen

a DELLEI y des dem Griechischen entsta aat dée He mmen hätten. Damit sei aber nicht ge- | den beiden erften Bustaben 198 - daß die Ergebnisse dieser Konferenz nit fruhtbar werden | und der lateinischen Endung.

önnten. Die Konferenz habe zum mindesten eine | theile enthält Engelfigürchen, die Spruhbänder halten. Die 32 In- große Menge von Material zur Beurtheilung der | \hriften geben auf der Thür links das Credo, rechts die 8 Selig- keiten und 8 Anweisungen für das christliche Leben. Die Ausführung sodann näher auf die Wünsche des Handwerkerstandes bezüglich | der Gaßarbeiten für die im Laufe der leßten drei Monate eingesepten

der Gefängnißarbeit, des Submisfionswesens, der Konsum-

vereine, der Abzahlungsgeschäfte, Einshränkung des Hausir- , El s t beiten ist in der Zeit von niht ganz neun Monaten handels, Verleihung ber Korporationsrehte an Jnnungen Ot “ineben,

sechs Thüren wurde von Professor Schneider der Firma C. L. Beck

in Iserlohn und Hamburg übertragen. Die Fertigstellung der be-

Sämmtliche Modelle find von Professor

U. st. w. ein und erörterte die in dieser Beziehung theils | Schneider angefertigt. Die kleinen quadratischen Füllungen, figürliche

Darstellungen enthaltend, wurden für sämmtlihe vier Thüren des Wesftportals {on im Ans{luß an die in Kassel ausgeführten Buße E für die westlihe Dreikönigenpforte von Fr. Hesse in Kassel gegossen.

In der legten Sizung der Historishen Gesellschaft zu London hielt, wie die „A. C.* berichtet, Mr. C. W. Oman einen Vortrag über die mehrerwähnte, neuerdings aufgefundene Hand- \chrift, entbaltend die dem Aristoteles zugeshriebene „athenisce Verfassungsrevision“. Oman zweifelt daran, daß Aristoteles wirkli der Verfasser des Buches sei. Es sei, wie man allgemein annehme, niht vor dem Jahre 329 vor Beginn der chrifst- lien Zeitrechnung geschrieben worden, enthalte jedoch merkwürdiger- weise keinen Hinweis auf die Verfassungsreformen in dem Zeitraum zwishen den Jahren 400 und 329, Die politishen Ansi§ten des Verfafsers leiten nit frei von Widersprühen. Er trete offen für die Oligarhie ein und sprebe von Drakon als einem konstitutionellen Reformator, obwohl Aristoteles in seiner „Politik“ ausdrücckli@ erklärt habe, daß Drakon die Verfassung ni®&t geändert hat.

Aus Paris wird dem „H. C.“ beribtet: Die Acad6mie française hielt am Donnerstag ihre große öôffentli6e Jabressizung ab, in welcher sie Tugetndpkeise austheilt und gute S{hriftroerke be- lohnt. Es wurden als folche ausgezeihnet: die Dicbtung „Le Jonegleur“ des Vicomte de Borrelli, die den Grand-Prix d'éloquence erhielt, während der ¡weite dem Dichter Ezmond Harancourt für seine „Mort de Wicking“ verliehen wurde. Der Prix Fitet (6100 Fr.) fiel den poetishen Werken des im Laufe des Jahres verstorbenen Dichters Jofephin Soulary, also seiner Wittwe zu.

Die Amerikaner wollen eine neue Bibelübersezung veranstalten Die neue Bibel soll, der „A. C.“ zufolge, nicht nur sämmtliche Vüther des Altea und Neuen Testaments enthalten, sondern auch die Apokryphen, die Pseudoepigrapha, die 4 Esdras und die Palmen des Salomo. Jedes der 36 Bücher wird von einem beson- deren Ueber feßer bearbeitet werden. Ein autführlicer Kommentar, der so vollständig fein soll, wie kein bisheriger, wird das gesammte Werk begleiten. Das Alte Testament wird zwei Bände von je 1000 Seiten umfassen. Das ganze Werk ift auf sech8s Bände angelegt. Professor Paul Haupt von der John Hopkins-Universität befindet si ægenwärtig in England, um Mitarbeiter für das großartige Unternehmen zu suchen.

Theater und Mufik,

Deutsches Theater. Goethe's Trauerspiel „Egmont“, das den fünften Abend

des Goethe-Cyklus füllte, gelangte in der scenishen Anordnung und Verkürzung, der Schiller das Drama für die Anwesenheit Iffland's in Weimar unterworfen hatte, zur Darstellung. Die Scene, deren Streichung damals zumeist bedauert und auch bei der gestrigen Darstellung wieder vermißt wurde, ist die zwischen der Regentin und ihrem Geheimschreiber. Wenn sie auch nit durchaus unentbebhrlih ersheint für die Bestimmung von Egmont's Schicksal, so bilft sie doch in hohem Grade die dumpfe, ahnungsvolle Stimmung des im Drama eine bedeutsame Rolle spielenden Volks e:klären, das nach der weihen Hand Maragaretben?s3 plôßlich die eiserne Faust Alba's fühlt. Man konnte und wollte gern von der Darstellung des „Egmont® eine weitgehende Wirkung erwarten; das Werk, das Goethe in der größten Fülle feiner Kraft, in de: ih die Jugendfrische mit der abgeklärten Freiheit des in nh gefesteten Gemüths verband, geshrieben und vollendet hat, sollte auch mähtig anregend auf die Zuschauer wirken, so meinte man. Diese Erwartungen wurden nur in geringem Maße erfüllt, da die

Darstellung nit überall den Anforderungen genügte und überaus ungleih war.

Man hatte die Rolle des Egmont mit Herrn Nissen beseßt;

so unentbehrlich der Künstler für die Wiedergabe moderner, kraftvoler Naturen, für déren geistvolle psychologische Entwicklung ist, \o wenig wollte er sih für den Egmont eignen; ihm fehlte, was dem

Egmont vor Allem eigen sein soll, der Auédruck der von dem Helden auéstrahlenden Lebensfreude und Jugendfris{e. Herr Nifsen gab den

ih feiner Kraft und Macht bewußten Mann, der #ich den leichten Freuden mehr ergiebt, um hierdurch die anstürmenden ernsten Fragen und Mahnungen des Lebens zu übertönen, als aus innerer natürlich-freier Lust an Leben, an Jugend und Glück. Die galante Ritterlihkeit, die unerschrockene Tapferkeit des geschihtlihen Helden waren vorhanden, aber es fehlte der sonnige Glanz, den der Dichter von der jugendlih s{önen, frohsinnigen Gestalt Egmont’s ausstrablen läßt; so floß der frishe Strom der Gedanken oft nühtern und fla, troß der s{önen Form, dahin, Herr Pittschau konnte die ernste Würde, den eisernen unentwegten Willen, die grübelnde Klugheit des Oraniers nur \{wach zum Ausdruck bringen. Auch Herr Pohl, der fonst scharf und treffend charakterisirt, befand sid als Alba ni@§t auf der Höhe scines Könnens. In dem Streben, den ewöhnlichen Theatertyrannen zu vermeiden und seiner Sprechweise Natürlichkeit und Einfacheit zu verleihen, wurde aus dem eisernen Herzog ein übellauniger, grumlicher Heuchler, Herr Engels als Jetter belebte dur seinen Humor die Volksfcenen, besonders die des ersten Aktes, der überhaupt in seiner frishen Lebendigkeit, in seiner künstlerischen Gesammtwirkung der beste des Abends genannt werden muß. Zum Vansen fehlt Herrn Kadelburg der teuflische Galgenhumor, der tückiscbe Spott des vershmißten Lumpen. Am Besten löste seine Aufgabe Herr Sommer st orff als Brakenburg; er gab uns den in boffnungsloser Liebe dahinsiechenden und darüber unmännli und kraftlos gewordenen jungen Vürger, dessen ruhige, klare Ueberlegung vor der verzehrenden Leidenschaft dabins{milzt, in deutlichen Zügen mit warmer, Theils nahme heischender Empfindung gleih zum Beginn mehr holde S{wärmerin als einfaches, liebendes Bürgermädcen; sie wuhs aber um so leichter in die Heldenrolle hinein, und die Marktscene hätte ter Glanzpunkt ihrer Leistung sein kônnen, wenn die Stimwe nit gerade in diesem Moment eine sonst bei ihr ungewohnte Mattigkeit gezeigt hätte. Die in leßter Zeit einer schr angestrengten Thätigkeit unterworfen gewesen, da sie den weibli@en Gestalten der klassischen Goethedramen mehr gerecht zu werden versteht, als irgend eine andere Darstellerin dieser Bühne ; aber wenn die physishen Kräfte ermatten, kann die Psyche A voll die glänzenden Schwingen entfalten.

i

Frau Geßner als Clärhen war

Künstlerin ift

ie Darstellung fand nach jedem Aktschluß reihen und lebhaften

Am Donnerstag geht im Königlichen Opernhause vor der

„Cavalleria“ anstati des angekündigten „Barbier von Sevilla“ die Oper „Die Regimentstochter“ mit den Damen Herzog, Lammert und Bergmann, den Herren Ernst, Krolop und Krasa in Scene.

Herr Kapellmeister Weingartner folgt zum Freitag einer Ein-

ladung des Liszt-Vereins nah Leipzig, um daselbst an der Spigte des Sau IF eters Werke von Liszt, Wagner und Berlioz zu rigiren.

Im Königlihen Schauspielhause wird am Freitag nah

längerer Unterbrehung Shakespeare's Zauber-Komödie „Der Sturm“ mit der Musik von Wilhelm Taubert aufs Neue zur Darstellung gelangen. Gestern las Eryst von Wildenbruh im Schauspielhause sein neues Bühnenwerk vor und erzielte bei den zahlreichen uhörern (fast das ganze ersonal ist in dem Märchenschwank beschäftigt) eine tiefgehende irkung. Die Musik des Herrn Hummel, vom Komponisten am Klavier vorgetragen, enthält melodiöse und ansprehende Nummern.

Morgen Abend findet in der Sing-Akademie (74 Uhr) das

Concert von Fräulein Lydia Müller und Herrn Hofopernsänger Rob. Settekorn statt, und im Saal des Hôtel de Rome (8 Ubr) das Concert der Sängerin Fräulein Anna Roeckner und der Pianistin Fräulein Lilt Scherzer. Der leßte Abend des Lieder- cyclus „Das deutsche Lied“ von Amalie Joachim findet am Donnerstag in der Philharmonie statt.

Jin Concerthause findet morgen unter Leitung des Herrn

Theodor Haupt stein ein Concert des Grk’\hen Männer-Gesangvereins

unter Mitwirkung der Karl Meyder'shen Kapelle satt. Der A ift auf 74 Uhr festgeseyt. pelle fiatt. Der Anfang