1911 / 160 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Bekanntmachung.

FernspreGverkehr zwischen Berlin und dem

Der gewöhnliche Gespräch-

i rte Morchenstern eri g n ‘Q E (owie A deutschen Orten Trierweiler

50 4 —, Försterei Briesniß, Hohenvier, Lockstedt (West- igniß), Sek, Tangendorf v Gatig (Westprignit) und Mei au je 1 #46 ist eröffnet worden.

erlin C., den 8. Juli 1911.

Kaiserlihe Oberpostdirektion. A Vorbe ck.

Bekanntmachung.

Der Herr Reichskanzler hat dur Erlaß vom 8. Juni 1911 II. S6 die von der Gesellschaft für Lebens- und Rentenversicherungen Der Anker in Wien beantragte Ge- nehmigung zur Einführung von Invaliditätszusabversicherungen und von Versicherungen mit Gewinnbeteiligung 1m eutschen Geschäftsgebiet erteilt. Berlin, den 29. Juni 1911. i : Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung. Gruner.

Bekanntmachung.

Der Herr Reichskanzler hat durch Erlaß vom 14. Juni 1911 die e V Allianz, und Renten- Versicherungs-Aktien-Gesellshaf 6 Erlaubnis zur Einführung eines neuen Volksversicherungstarifs (Gemischte Versicherung auf den Ab- und Erlebensfall mit garantiertem Gewinnanteil) erteilt.

Berlin, den 29. Juni 1911.

Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung.

Gruner.

Bekanntmachung.

Der Herr Reichskanzler hat dur Erlaß vom 14. Juni 1911 die von der New-York Life Insurancé Company in New York beantragte Erlaubnis zur Einführung des vorge- legten Policeformulars für die iein nebst den darauf abgedruckten Allgemeinen Ver icherungsbedin ungen in ihrem deutschen Geschäft und die Erweiierung der bestehenden Bestimmungen über die Vergütung von Gegenwerten erteilt.

Berlin, den 29. Juni 1911. ;

Das Kaiserliche A für Privatversicherung.

runer.

Bekanntmachung.

Der Herr Reichskanzler hat durch Erlaß vom 6. Juni 1911 der K. K. privilegierten Lebensversicherungs- Gesellschaft Oesterreich ischer Phönix in Wien neue Versicherungsbedingungen für den Betrieb der Lebensversicherung in Deutschland genehmigt, und zwar für die verschiedenen Arten der Todesfallversicherung, der Lebensfallversicherung, der Rentenversicherung, die Jnvaliditätszusaßversicherung und die Kriegsversicherung, sämtlich ohne Gewinnanteil.

Berlin, den 4. Juli 1911... e Das Kaiserliche Aufsichts0“ 4 F

E 20 us : Sat e Bekann tzga 3d Ziegen aus der “7 über die Einfuhr 9,0" S a 229

E i : aal Cu N der M l-

œ izerischen Kanton Mellenbnra wied bés inm Os Der s vom 2. September 1908 G.-V.-Bl.

S. 909 verfügte Verbot der Einfuhr und Durchfuhr von

Rindern und Ziegen mit sofortiger Wirksamkeit Neuenburg ausgedehnt. fortiger Wirksamkeit auf den Kanton

München, den 6. Juli 1911.

Königliches Staatsministerium des Jnnern. Dr. von Brettrei c.

BGeranntmaGuUnga.

Der Stadt Straßburg ist auf Grund des L 795 B. G.-B. die staatlihe Genehmigung erteilt worden h “s gabe von Shuldverschreibungen auf den Jnhaber im Gesamtbetrage von 8 Millionen Mark, eingeteilt in 1080 Stück s S SAA: M DE i Lo Lit. B Nr. T zu 1000 46 Stü Lit. C Nr. u 500 M, 1800 Stück Li T L 200 A L: zu 5 , 1800 Stück Lit. D Nr. T ie Schuldverschreibungen sind verzinslih zu 4 Hundert und rückzahlbar innerhalb 40 Jaber Lin Jahre 1919 ab, erstmalig am 2. Januar 1919, auf Grund von Verlosung a R A ien, gens, Vom gleichen ift verstärkte Tilgung oder Kündi \ Anleihe cultffig, gung Kündigung der gesamten Straßburg, den 7. Juli 1911. _ Ministerium für Elsaß-Lothringen. Abteilung für Finanzen, Handel und Dana,

Der Unterstaatssekretär. Koehler.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangend i des A La es é p BGA, Je R M De r. 3913 die Verordnung über die Einteilung d - La Tele für Elsaß-Lothringen, vom 3. Full 1911, und Nr. 3914 die Bekanntmachung, betreffend den itri Norwegens zu der internationalen Ücberethunti biectnd S Hoa a Ses g Gelbfieber, vom 3. De- Mi eich8geseßbl. 1907 S. 425), 30. i Berlin W., den 8. Juli 1911. die

Kaiserliches Postzeitungsamt. Krüer.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: auf Grund des $ 28 des Landesverwaltungsgeseßes vom 30. Juli 1883 (G.-S. S. 195) den Regierun srat Friedri in Breslau zum Mitgliede: des Bepirtpane lou ses in Lüneburg und zum Stellvertreter des R n enten im Vorsiße M Behörde mit dem Tite „Verwaltungsgerichtsdirektor

auf Lebenszeit zu ernennen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Oberlehrer Dr. Paul V erbeek vom Kaiser Karls- Gymnasium in Aachen zum Direktor des Progymnasiums in

Werden zu ernennen und i ia. Kreissekretär a. D. S Mei in Waldenburg aus

Anlaß seines Uebertritts in den Ru Rechnungsrat zu verleihen.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Bekanntmachung.

Gemäß $ ) 1893 (Geseßsamml. S. 152) wird das gesamten preußischen Betrag von 322 586 300 6

einkommen der eisenbahnen auf den

hierdurch Fg Von die Verhältnisse der erwachsenen Löhnen vet ia, S U inden und selbständigen Gutsbezirle pen | %93 456 390 M. Berlin, den 4. Juli 1911. | Der Minister der öffentlichen Arbeiten. von Breitenbach.

der geistlihen und Unterrichts-

Ministerium 1 angelegenheiten.

Der bisherige

burg ernannt worden.

Abgereist:

Seine Eri [fenz öffentlihen Arbeiten von ( der Edertalsperre und nach den Nordseeinseln.

Angekommen:

Seine Exzellenz ) Wirkliche Gebeine Nat Dr. von Lindequist, vom Urlaub.

/ s d

Ja if ; f x 4 L n ( Nälamlliches. reußen. Berlin, 10. Zuli. Anlage C zur Eisenbahnverkehrsordnung.

sind auch starke, dihte Säcke zugelassen. unter Deckenverschluß befördert werden.

„Reich8geseßblatts“ vom 3. d. M. hervor.

Eisenbahnfrachtbriefe.

bahnverkehrsordnung vom 26. Oktober 1899 Frachtbriefmuster läuft mit Ende d. J. ab.

1. April 1909 eingeführten Muster zu beschaffen.

zugestanden werden.

die S8 26 bis 57

Schadensersaß beendet. Die läufige Entlassung ($8 lichen gutgeheißen worden; via: i bei E isher er na einem Jahr der Strafverbüßun

sondern hon nah sechs Monaten a rio! Die Schußaufsicht, der die vorläufig Entlassenen zu unterstellen sind, ist als besonderes Jnstitut gedacht, desse nähere Aus- gestaltung durh den Bundesrat erfolgen soll. , Auch die Vor- \hläge des Vorentwurfs über die Geldstrafe ($8 30 bis 36 sind im allgemeinen gebilligt worden. An Aenderungen hervorzuheben, daß der Mindestbetrag der Geldstrafe bei Verbrechen und Vergehen wieder auf drei Mark herab- geseßzt ist. R soll eine Tilgung der Geldstrafe durch freie Arbeit erst O sein, wenn sich die Uneinbring- lichkeit der Geldstrafe erwiesen hat. Endlich ist der Höchstbetrag der Geldstrafe, auf die bei Verbrechen und Vergehen neben einer a erkannt werden kann, wenn die Handlung auf Gewinnsucht beruht (8 Su von 10000 auf 50000 M erhöht worden. Hinsichtlih des Verweises ($8 37) hat die Kommission beschlossen, daß er in der Regel mündlich

Vorschriften über die jedoch soll die

und Haffstrafen nicht

estand den Charakter als

45 des Kommunalabgabengeseßes vom 14. Juli für die Kommunal-

besteuerung im Steuerjahre 1911 in Betracht kommende Rein- i Staats-

em Gesamteinkommen unterliegen nah dem Ausgaben an Gehältern und die beteiligten preußischen Ge-

Oberlehrer am Gymnasium zu Hadamar Dr. Alexander Conradi ist zum Kreisschulinspektor in Sieg-

der Staatsminister und Minister der Breitenbach, zur Besichtigung

der Staatssekretär des Reichskolonialamts,

Auf Grund der Schlußbestimmung in Anlage C Eisenbahnverkehrsordnung hat das Nelaeifenbähnumt unterm 26. v. M. einige Aenderungen der Nummern [a und VI verfügt. Ta. Jn denEingangsbestimmungen „A. Spreng- mittel. 1. Gruppe a) Ammoniak\alpetersprengstoffe“’ sind die Vorschriften über die Zusammenseßung des Walsroder Sicher- heits\sprengstoffs und des Gelatineastralits geändert; ferner sind darin Astralit TIT, Neo-Astralit und Teutonit nachgetragen. VI. Zur Verpackung von trocknem Hundekot in Wagenladungen sin rke, d Der d Sendungen müssen in bedeckten Wagen oder in offenen Mten

Das Nähere geht aus der Bekanntmachung in Nr. 35 des

Die Frist für den Aufbrauch der veralteten, in der Eisen- DLAeen , j Ven Fracht- nehmern wird empfohlen, sih rechtzeitig die neuen seit dan il 1909 : Wegen Unzuträglichkeiten, die aus dem wahlweisen Gebrauch ider in wichtigen Punkten von einander abweichenden Muster leicht entstehen, kann eine Verlängerung der Aufbrauchsfrist nicht

Die Stra fre SZLN hat in den leßten Wochen e 8 7 des Vorentwurfs beraten und damit wichtigen Abschnitt über Strafen, sichernde Maßnahmen Ae l i i vor- 26 bis 29) find im wesent- vorläufige wie

erteilt werden soll. Die bedingte Strafaussezung

soll unter den im Vorentwurf ($8 38, 39) ibe Voraus-

segungen zulässig sein, jedoeh nicht bei Ersaßsreiheitsstrafen,

wie dies $ 41 vorschlug. Ferner oll nah Ab auf der Probe-

eit stets eine gerichtliche Entscheidung darüber erfolgen, ob die ewährung verdient oder die Strafe wegen |\chlechter Führung des Verurteilten zu vollstrecken is. Jm alle einer neuen Verurteilung soll das Gericht, welches über die neue O aburteilt, über den Wegfall der Strafaussezung enl heiden. Das Arbeitshaus (8 42) oll im wesentlichen nah den Vorschlägen des Vorentwurfs als ichernde Maßnahme Verwendung finden, jedoch [nicht neben Haftstrafen, andererseits aber auch neben Gefängnisstrafen von weniger als vier Wochen Dauer. Die sichernden _Maß- nahmen des MWirtshausverbots und der Unterbringung in eine Trinkerheilanstalt (S 43) sind beibehalten worden. An Aenderungen der Ausgestaltung ist hervorzuheben, daß das Wirtshausverbot nur zulässig sein soll, wenn es sich um selbstverschuldete Trunkenheit handelt und der Täter auch onst {hon Neigung zu Aascheeitngen im Trunk gezeigt O Die Unterbringung in eine Trinkerheilanstalt ift niht mehr von einer bestimmten Strafhöhe abhängig gemacht ; auch ist eine widerrufliche vorläufige Entlassung unler Nuf- erlegung von Bedingungen, gegebenenfalls mit Stellung unter Schuzaufsicht vorgesehen. Die Ehrenst rafen (88 44 bis 49) sind in sachlicher Uebereinstimmung mit dem Vorentwurf geregelt worden. Bei S 45 soll hervorgehoben werden, daß neben Zuchthausstrafe, wenn die Tat auf ehrloser Gesinnung beruht, auf den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden muß. Die Nr. 5 und 6 des 8$ 46 (Un- fähigkeit als Zeuge bei Urkunden und Eheschließungen zu dienen und Vormund usw. zu sein) sind mit Rück- sicht auf die N Vorschriften des Bürgerlichen Rechtes gestrichen worden. Die Vorschläge des Vorentwurfs

lichen Aenderungen gebilligt worden, n jedoh nach den Beschlüssen der Kommission nah der Richtung ausgebaui werden, daß erstmalige gelöschte i mcaler die Zu- lässigkeit einer späteren bedingten Strafaussezung nicht ausschließen und daß bei erstmaligen Verfehlungen Jugend- liher nah längerer Frist eine vollständige Tilgung der Strafe angeordnet werden fann, die Vorschriften über Aufenthalts beshränkung (S 53) und Einziehung (88 54 bis 56) find sachlich unverändert angenommen worden. Auch dem Vorschlage des Vorentwurfs (8 57), einen Adhäfions- rozeß zur Geltendmachung von Schadensersagansprüchen einzu- Führen, ist dié Kommission beigetreten. Die Zuerkennung eines Schadensersaßzes soll jedoch weitere Ansprüche im Zivilverfahren \{lechthin ausschließen.

Der Kammergerichtspräsident Hein roth hat einen längeren Urlaub angetreten.

Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. S. „Victoria Cuise am c d, M. in Aandalsnes und am 8. d. M. S. M. S. „Tsingtau“ in Canton und S. M. S. „Loreley"

in Galag eingetroffen.

A Baden.

I T on : 2 “np HorzA vorgestern sein da. liche Hoheit der Ler Geburtata s Landesherrn wurde in Stadt und Land festlih begangen.

Grof/{britannien und Jrland.

Der König und die Königin, der Prin 3 Der ig1 h ( z von Wales und Prinzessin Mary sind, „W. T. B“ ufolge, vorgestern in Kingstown eingetroffen und unter dem Jubel der Menge nah dem Schlosse von Dublin gefahren. ;

Ftalien.

Vorgestern hat die Beisezung der verstorbenen Superga in Turin stattgefunden. Am Vormittage wu it Schlosse Stupinigi in Anwesenheit des Königs Be v Königin, der Königinnen Margarete und Amalie, des Herzogs von Oporto und aller Prinzen des Königlichen Hauses eine Totenmesse für die verstorbene Königin gelesen und darauf die Leiche in feierlichem Zuge nach der Kirhe Gran Madre di Dio übergeführt, wo sie eingesegnet wurde. Der Zug bewegte si sodann nah der Basilica Superga, wo in Gegenwart der Königlichen Familie die leßte Zeremonie stattfand. Darauf wurde der Sarg in der Gruft der Königlichen Familie beigeseßt.

Jn der vorgestrigen Sißung der Deputierten- D o der An R des Rentier Fürst

Scalea auf zwei Anfragen, „W. T. B.“ / stehende Erklärungen ab: t as __ In gewissen Zeitabständen pflegten italtenishe Kriegsschiffe die Haupthäfen des Mittelländischen Meeres zu e EeE N ¿fn Häfen seten während der leßten beiden Jahre die Häfen bn Tripolis niht einbegriffen worden; dies werde man jedoch in Zukunft tun, umsomehr, als die Besuche italienishen Schiffe in diesen Häfen, in denen starke italienishe Kolonien vor- handen seien, patriotishe Kundgebungen hervorgerufen hätten, die dazu beitrügen, bei diesen Mitbürgern die Liebe zu dem fernen Vaterlande immer lebendig zu erhalten. Auf eine weitere Anfrage erklärte der Unterstaatssekretär, es scien Unterhandlungen im Gange zwischen den ottomanishen Behörden und den Aufständischen in Albanien. (Fs set Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß dteser traurige Konflikt eine friedlihe und befriedigende Lösung finden werde.

Hierauf nahm das Haus die Beratung des Gesetzentwurfs über die Verstaatlihung der Lebe Veruna

wieder auf chung nsversicherungen Nachdem mehrere Redner unter dem Beifall des Hauses darau verzichtet hatten, die von ihnen eingebrachten aner S ter i le O wies der Ministerpräsident Giolitti unter großer Aufmerk- [amtes des Hauses auf die Wichtigkeit des Geseßentwurfs hin und etonte, daß rate der Staat geeignet sei, die Lebenêversicherungen, De denen ein langjähriges Vertrauen gefordert werde, zu betreiben. Es sei cinc bedeutende Aufgabe des Staates, im allgemeinen Interesse det Landes diese Form des Sparens und der Vorsorge zu (1 an und si erzustellen. Es handl- siŸ niht darum, die Frage ter Altersversorgung der Arbeiter zu lösen, sondern dieses Problem der Wsung einen Schritt näher zu bringen. Der Entwurf be- zwecke ferner, eine Ftnanzmacht ersten Nanges in den Händen des Staates zu konzentrieren. as Beispiel der Postsparkassen und Depositenkassen zeige, wie geeignet der Staat sei, große Kapitalien z8 verwalten. Ein nationales Versicherungsinslitut könne zur Lösung.

der

über die Rehabilitation ($8 50 bis m sind mit unwesent- | olle

Königin Maria Pia von Portugal in der Bafsilica |

wie,

des Problems der Pensionierungen der Zivilbeamten und Militär- personen beitragen. Es fkônne eas zu einer Uebergangs- periode vor der Einführung des onopols kommen, aber darüber werde man bei der Debatte über die einzelnen Artikel \prehen. Die Diskussion habe einen rein politischen Gharafkter angenommen, weil eine Wahlreform nahe bevorstehe. Der Minister sagte zum Schluß, es sei gewiß, daß jeder, der von der dringenden Notwendigkeit überzeugt set, den Staat in finanzieller Be- ziehung stark zu machen, die Regierung in ihrer Bemühung zur Er- reichung dieses Zieles unterstüßen müsse. Giolitti forderte, daß die Kammer dafür stimmen möge, zur Debatte über die einzelnen Artikel iberzugehen, und daß dies die Bedeutung eines Vertrauensvotums für die Regierung haben solle.

Jn namentlicher Abstimmung nahm die Kammer sodann mit 289 gegen 118 Stimmen bei 19 Stimmenthaltungen den Vorschlag an, zur Erörterung der einzelnen Artikel überzugehen, was die Bedeutung eines Vertrauensvotums für das Kabinett haben solle. Nach der Abstimmung bat Giolitti die Kammer, zu beschließen, daß die Erörterung der einzelnen Artikel des Gesezentwurfs über das Lebensversiherungsmonopol, die mit ruhigem Abwägen geprüft wérden müßten, bis zur Wieder- aufnahme der Arbeiten im November zurügestellt werden sollte. Die Kammer stimmte diesem Antrag bei, worauf die

Sizung geschlossen wurde.

Serbien.

Das neue altradikale Kabinett set sich laut Meldung des „W. T. B.“ folgendermaßen zusammen: Präsidium und Aeußeres Milowanowitsch, Jnneres Trifkowit\ch, Finanzen Stojan Protitsch, Krieg Sanne Sustiz Professor Dr. Arandjelowits{ch, Kultus Ljuba Fowanowitsch, Bauten Jlitsch, Ackerbau und Handel Kapetanowitsch.

Der König hat vorgestern die Mitglieder der neuen Re- gierung empfangen und an fie eine Ansprache gerichtet, in der er dem Wunsche Ausdruck gab, daß die Skupschtina ihre im Herbst des nächsten Jahres ablaufende Legislaturperiode auch beendigen möge. Das neue Kabinett möge versuchen, mit der Skupschtina zu arbeiten, wozu er ihm besten Erfolg wüns N Wenn ein Zusammenarbeiten zwischen der Regierung und der S upshtina unmöglich wäre, was er sehr bedauern würde, so würde die Krone in der Lage sein, entsprechend zu handeln. Der König empfahl \hließlich der Regierung, in ihrer Tätigkeit persönlich zu wirken. Der Ministerpräsident Milowanowitsch erwiderte im Namen der Regierung, daß diese alles aufbieten werde, um die Wünsche des Königs zu erfüllen.

Montenegro.

Der türkische Gesandte hat vorgestern der montenegrinischen Regierung die den Malissoren gemachten Q Le mitgeteilt, die sich laut Meldung des „W. T. B.“ auf den Militärdienst, die Entrichtung von Steuern und Abgaben, die Ablieferung der Waffen, den Bau von Schulen und Straßen und die Unterstüßung der bedürftigen Bevölkerung erstrecken. Die betreffenden Maßnahmen sollen nicht erst nah der Rück- fehr aller Flüchtlinge, sondern sofort durchgeführt werden. Der Mali von Skutari hat bereits entsprechende Befehle erhalten.

Amerika.

Nach einer vom „W. T. B.“ verbreiteten Depesche aus Willemstad hat die venezolanische Regierung bestimmte Nach- richten erhalten, daß Castro im westlichen Venezuela gelandet sei und daß 1000 Mann ihm Gefolgschast leisten.

Afrika.

Nach Meldungen der „Agence Havas“ haben die Zemmur am 2. d. M. die Vorhut der Kolonne des Generals Moinier angegriffen, sind aber mit Verlusten zurückgeshlagen worden. Auf französischer Seite ist ein algerisher Goumier gefallen, zwei sind verwundet.

Wie aus Elksar gemeldet wird, haben die Spanier mit der Erklärung, sie übernähmen die Sorge für die Sicher- heit der Stadt, die marokkanischen Soldaten entwaffnet. Der französishe Konsularagent hat wegen des Vorgehens gegen den P Bendahan eine Beschwerde an den spanischen Konsul gerichtet.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Danzig wird der „Rh.-Westf. Ztg.“ gemeldet, daß die an- gebahnten Vergleihsverhandlungen in dem Streik auf der Schichau - werft am Freitag gescheitert sind. (Vgl. Nr. 157 d. BL.)

Zum Seemannsausstand (vgl. Nr. 159 d. Bl.) wird dem „W. T. B.“ aus Hull gemeldet, daß die Getreideverlader und anderen Hafenarbeiter beschlossen haben, die Arbeit heute nicht wieder aufzunehmen, da sie von der in der vergangenen Woche erzielten Bei- legung ihres Streits mit den Arbeitgebern nit befriedigt sind. Der Ausstand der Seeleute im Hafen von Manchester ist durch ein zwischen den A1beitgebern und Arbeitnehmern aller Kategorien erzieltes Einvernehmen beigelegt worden. Die dortigen Hafen - arbei ter beschlossen in einer gestern abgehaltenen Versammlung, die dur Vermittlung des Schiedsamts mit den Arbeitgebern vereinbarten Bedingungen zur Beilegung des Streiks anzunehmen, wonach unter anderem der Verein der Schiffseigner sich zu einer Erhöhung der Löhne versteht. Es wurde zugleich beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen, sobald die Streitigkeiten der Fuhrleute mit ihren Arbeitgebern ebenfalls beigelegt seien. Die im Cisenbahndienst be- \{äftiaten Fuhrleute hielten ebenfalls eine Versammlung ab, in der sie beshlossen, die Arbeit zum alten Lohnsay wieder aufzunehmen, wenn die Angelegenheit der anderen Fuhrleute zufriedenstellend erledigt sei. Leßtere haben indessen entgegen dem Nat ihrer Führer bes{chlo}sen, die Bedingungen der Arbeitgeber abzulehnen. Í Das Komitee der Syndikate verschiedener Verbände im Baugewerbe in Paris hat angesichts der We'gerung der Arbeitgeber, über verschbiedene Fragen in Unterhandlungen zu treten, „W. T. B.“ zufolge beschlossen, den allgemeinen Ausstand zu er- klären. Der Beschluß soll mo1gen der Arbeiterschaft in etner großen Ver- sammlung vorgelegt werden. Eine gestern vormittag abgehaltene Ver- sammlung der Arbeiter aller Verbände tes Baugewerbes bestätigte den Beschluß des Komitees. Die Sekretäre des Bau- arbeitersyndikats Baritaud, Vian und Dumont, bei denen in den leßten Tagen wegen der antimilitaristishen Umtriebe Haussuhungen vorgenommen wurden, sind gestern ver- haftet worden. (Vgl. Nr. 159 d. Bl.) i

Der holländische Minister für Industrie und Handel ist in Amsterdam. eingetroffen, um eine Vermittlung zur Beilegung des Ausstandes der Hafenarbeiter (vgl. Nr. 159 d. A zu versuchen. Bevor er die Vermittlung begann, ersuchte,

. T. B.* berichtet, der Minister die Vorstandsmitglieder der zu ihm zu kommen, und gab ihnen in einer Unterredung zu verstehen, daß er nur dann seine Vermittlung anbieten könne, wenn er die Gewißheit habe, daß sch die Führer der Vereinigung niht des Terrorismus und der Einshüchterung \huldig machten. Die Führer erwiderten, daß sie

Vereinigung der Docarbeiter,

niemals hierzu aufgereizt hätten, und versprachen, den Arbeitern un- verzüglih den Rat zu erteilen, sich jeder Handlung gegen die öffent- lihe Ordnung zu enthalten. Nach dieser Erklärung bot der Minister seine Vermittlung zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern an. In Antwerpen kam es, „W. T. B.“ zufolge, am Sonnabend infolge der Weigerung der Red Star Line, die Forderungen der Seeleute anzuerkennen, wiederholt ¿zu Zusammenstößen zwishen Arbeitswilligen und Ausständigen. Die Be, zei mußt mit blanker“ Waffe eingreifen ; zwei ersonen wurden verlegt. Im übrigen ist der Ausstand der See- leute, nahdem die lezten Shwterigkeiten im Laufe des Tages beseitigt worden sind, nunmehr auf allen belgischen Linien beendet. Dagegen dauert der Konflikt mit der Red Star Line an. us Christiania wird dem „W. T. B.“ telegraphiert: Da die Verhandlungen im Bergwerk sfach ergebnislos verlaufen sind, sind am 8. d. M. 15 000 Arbeiter verschiedener Gewerbe in ganz Norwegen ausgesperrt worden. Wird bis nähsten Sonnabend eine Einigung nicht erzielt, so werden weitere 17 000 Arbeiter aus- gesperrt werden. (Vgl. Nr. 158 d, Bl.)

Kunst und Wissenschaft.

Verkäufe der Großen Berliner Kunstausstellung 1911. Gemälde: Erich Kubterschky, anan „Verlassene Sand- ibe! Hermann Schnee, Berlin, „Stiller See“; Traugott Senn,

ern, „Nelken“; E S E Berlin, „Mädchen aus Geispoldsheim“ ; Arnold Busch, Breslau, „Deisiser Bauer“; Maria Preußner, Berlin, „Stilleben mit weißer Base“; August Böcher, Berlin, „Der Nähtish“; Richard von Hagn, Dresden, „Inneres der Markuskirche Venedig"; Carl Böklin, Florenz, „Im Tal von Castella“ ; August von Brandis, Aachen, „Interieur : Sptegelungen“; Friß Freund, München, „Der Feldweg“; Hans Herrmann, erlin, „An der Zuidersee" ; Eugen Bracht, Dresden, „Abziehendes Gewitter“ ; Wilhelm Brösker, Kösen, „An der Waldhütte“; Max Gildemeister, Berlin, „Grunewaldsee“ ; Franz Türcke, Berlin, „Bei Shmargendorf“. Skulpturen: Karl Deibele, Berlin, „Visitenshale“ ; Marmor; Joh. Rob. Korn, Berlin, „Rehgruppe', Bronze; Hans Schwegerle, München, „Christophorus“, Plakette.

Land- und Forftwirtschaft,

Die Landwirtschaftlihe Akademie Bonn-Poppels- dorf wird im laufenden Sommerhalbjahr 1911 nach vorläufiger Fest- stellung von insgesamt 521 (589) Studierenden besucht, und zwar von 508 (561) ordentlihen Hörern und 13 Gn Hospitanten. Unter den ordentlichen Hörern befinden ih: 214 (211) Studierende der Land- wirtschaft, 294 (350) Studierende der Geodäsie und Kulturtenik. (Die entsprehenden Zahlen des reten Wintersemesters sind zum Ver- gleih in Klammern beigefügt.) Der Rückgang der Gesamtfrequenz ist dadur veranlaßt, daß im Frühjahr 1911 nur 35 Studierende der Geodäsie und Kulturtechnik neu in das Studium eingetreten sind, gegen 93 im Frühjahr 1910 und 145 im Frühjahr 1909.

St. Petersburg, 8. Juli. (W. T. B.) Laut „Handels- und &Fndustrie-Zeitung“ sind die Ernteaussichten im europäischen Rußland am 20. Juni alten Stils allgemein mittel. Winterweizen ist mittel, gut im Südwestrayon, zum Teil auc in den kleinrussischen, polnishen und zentralen Gouvernements; unbefriedigend an der mitt- leren Wolga, zum Teil im De und im nördlichen Kaukasus, stellenweise im Nordwestrayon und im arberen Teile des Gouvernements Cherson; im übrigen Rußland allgemein befriedigend. Die Roggenernte steht ziemlih mittel; unbefriedigend und stellenweise {chlecht im Wolga- und Transwolgagebiet sowie im größeren Teile des Dongebiets, stellenweise auh im Nordwestrayon und im Gouvernement Cherson. Gut sind die Aussichten für Noggen in einzelnen Bezirken des Zentral- rayons, der Oberwolga und in dem Pperen Teil Polens, \tellenwelse au im Südwestrayon, im Dnjeprgebiet sowie in einzelnen Ge- bieten des Nordwestrayons. Im e Nußland steht die Roggen- ernte befriedigend. Hafer ist ganz befriedigend; gut in einzelnen Bezirken des Zentralrayons, des Südwestrayons, des Dnjeprgebiets, im südlihen Teile des Dongebiets sowie in den angrenzenden Bezirken des Kurbangebiets, in Polen und in den Gebieten von Wja tka, Belaja und der Oberwolga. Unbefriedigend sind die Aus- sichten stellenweise an der mittleren Wolga, dem Don und in einzelnen Bezirken der baltishen Provinzen. Im übrigen scheint die Haferernte befriedigend. Sommerweizen ist befriedigend, gut în en, im \üd- lichen Teil des Dongebiets und im Nordkaukasus, stellenweise gut im Südwestrayon, dem Nordwest- und dem Zentralrayon. Unbefriedigend an der Mittelwolga, zum Teil im Gouvernement Cherson, stellen- weise auch im Nordwestrayon und im Transuralgebiet. Im übrigen Nußland befriedigend. Gerste ist befriedigend. Gut sind die Aus- sichten für Gerste im Nordkaukasus und den angrenzenden Bezirken des Dongebiets, zum Teil im Südwestrayon und in den südlichen Teilen Polens, stellenweise auch im Nordwestrayon sowie im Wjatka- und Kamagebiet. Unbefriedigend ist Gerste an der mittleren Wolga und in den baltishen Provinzen. Zum Teil unbefriedigend im Trans- wolgagebiet, stellenweise im Nordwestrayon und in Kleinrußland. Im übrigen befriedigend. Nach telegraphischen Berichten vom 25. Juni alten Stils is eine Vershlechterung der Ernteaussichten in den östlichen Gebieten Rußlands infolge der Dürre der legten Woche eingetreten.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Das Kaiserlihe Gesundheitsamt meldet den Ausbruch und das Erlöschen der Maul- und Klauenseuhe vom Schlacht- und Viehhofe zu Hamburg am 6. Juli 1911.

Numänien.

Durch Verfügung des rumänishen Ministers des Innern vom 16. v. M. ist die Einfuhr von Nahrungsmitteln tierishen Ursprungs in frishem Zustande, von frischem Gemüse und frishen Früchten aus Rußland in Rumänien verboten.

Pag, 8. Juli. (W. T. B.) Nach amtlichen Meldungen vom 4. d. M. find auf Java Ende der vergangenen Woche 35 Erkcankungen In Malang Rae

n

und 39 Todesfälle an Pest vorgekommen. 5 Fälle sporadish auf, in Kediri sind alle tödlih verlaufen. verdähtiger Fall hat sih als Lungenpest herausgestellt.

Konstantinopel, 9. Juli. (W. T. B.) Im städtischen Krankenhause in Stambul ift ein Cholerafall vorgekommen; auch in Anatolien greift die Cholera um sich.

(Weitere Nachrichten über Gesundheitswesen 2c. st. i. d. Ersten Beilage.)

Verdingungen.

(Die näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Reichs- und Staats- R ausliegen, können in den Wochentagen in reen Expedition während der Dienststunden von 9 bis 3 Uhr eingesehen werden.)

Oesterreih-Ungarn.

15. Juli 1911, 12 Uhr. K. K. Direktion für die Linien -der Staatseisenbahngesellshaft in Wien: Lieferung und Montierung der Walzträger, Geländer und des Eisenkleinmaterials für die Beton- cisentragkonstruktion in km 0,333 der Linie Wien—Bodenbach. Näheres bei der erwähnten Direktion, T Sc{hwarzenbergplaß 3s, 111. Stod, i N 3 (Brückenbau), und beim ¡Reichsanzeiger

Spätestens 17. Juli 1911, 12 Uhr. K. K. Nordwestbahndirektion Wien: Aufstellung eines feslstehenden Drehkranes für die Station Stocherau. Näheres bei der K. K. Nordweftbahndirektion, Abteilung 111, Oberbau, und beim „Reichsanzeiger“.

Spätestens 18. Juli 1911, 2 uhe: K. K. Ministerium für ee Arbeiten in Wien: Bautischlerarbeiten für den Ausbau des Postsparkassenamtsgebäudes in Wien I, Dominikanerbastei. Näheres bei der K. K. Bauleitung 1, Nosenbursenstraße Nr. 3 (Postsparkassen- amtsgebäude, arer) und beim „Reichsanzeiger“. :

Spätestens bis 20. Suli 1911, 12 Uhr. K. K Staatsbahndirektion Wien: Lieferung von Walzfabrikaten bezw. Eisenwaren, Schwell- bezeihnungsnägeln, Schaufeln, Werkzeugen und Feilen für die K. K. Staatsbahndirektionen in Wien, nz, Innsbruck, Villa, Pilsen, Prag, Olmüß, Krakau, Lemberg, Stanislau, für die K. K. Betriebs- leitung in Czernowiß, für die K. K, Direktionen der Nordwestbahn, für die Linien der Staatseisenbahngesell|chaft, der Nordbahn und für die Böhmische Nordbahn. Näheres bei den vorgenannten Direktionen usw. sowte beim „Reichsanzeiger“.

Spätestens 24. Juli 1911, 12 Uhr. K. K. Staaisbahndirektion Villach: Bauarbeiten (aus\chließlich der Glaser-, Maler- und An- streicherarbeiten) für das Aufnahmsgebäude am neuen Personenbahnhof St. Veit a. d. Glan in Kärnten. Näheres bei der oben genannten Direktion, Fagruppe für Hochbau der Abteilung TIT für Bahn- erhaltung und Bau, und beim „Reichsanzeiger“.

Spätestens 16. August 1911, 12 Uhr. K. K. Nordbahndtrektion Wien: Lieferung und Montierung einer Bekohlungsanlage für die Station Dztediß der Unie Wien—Krakau. Näheres bet der Abtei- lung 111 im Brüfenbaubureau der K. K. Nordbahndirektion, 11/2, Nordbahnstraße 50, und, beim „Reichsanzeiger“.

Frankrei.

22. Juli 1911, 114 Uhr Vorm. Präfektur in Arras (Pas-de- Calais): Vergebung von Baggerarbeiten im Jali von Boulogne \ur Mer auf 2 485 000 Fr. veranshlagt. Näheres beim „Reich9-

anzeiger". Ftalien.

Hauptmilitärlazarett in Rom: 20. Juli 1911, Vormittags 10 Uhr. Vergebung der Leferung von Feldlazarettzelten und Leinwand- säcken in 3 Losen. - Sicherheitsleistung 1980 Lire. Näheres in italienisher Sprache beim „Reichsanzeiger“.

Hospital S. Spirito und Vereinigte Hospitäler in Rom: 21. Suli 1911, Vormittags 10 Uhr. Vergebung der Lieferung von 850 Säcken Solvaysoda, enthaltend je 104—110 kg, zum Preise von 15,70 Ure pro Sa. Sigherhe Ben ng und Kostenvors{chuß 1700 Ure. Näheres in italienisher Sprache beim „Reichsanzeiger“.

Niederlande.

26. Juli 1911/7 17 Uhr. Kon gLS niederländishes Kolonial- ministerium im Haag, in einem der Geschäftszimmer der Maatshappy tot Nut van’t Algemeen in Amsterdam: Ueferung von Messing in Platten, dto. in Stäben, Me raa, Zink in Platten, Blech, Metallkränen, Abschließern, Deckelkästen und Lubrikatoren, Mörsern, Türklinken, schwarzem Segeltuh, Verbandbaumwolle, verschiedener un- gebleihter Baumwolle, grauer Futterbaumwolle, \chwarzem wollenen Futtersto} und Futterbaumwolle, Bamasen, verschiedenes Band, \{warzen Shhuhschnüren, vershiedenem Nähmaschinengarn, Ablaufgarn, Steppgarn, Oesen, Haken, Schnallen, Knöpfe usw., Uniformknöpfe aus. Metall, Löffeln und Gabeln, Nähbeuteln und Scheren, Schuhösew (Schnürösen), Schuhhaken (Knopfringen) und Pfriemen, Haarkämmen, verschiedenem Leder, vershtedenem Papier, Schreibpapter, verschiedenem Drukpapier, Kartonpapier, Kartuschpapier und Patronenpapier, Zinkweiß, Bleimennige, dunklem Chromgrün und hellem Chromgelb, Schmirgel- leinwand und Schmirgelpapier, Kacheln, Grès artificiel, Waalklinkern (Mauersteinen und Straßenklinkern für Ställe), Karbolsäure (Kre- solum ree gelber Seife, Lötmasse für Kupfer und Zinn. Die Bestecke sind au Frankoanfragen und gegen Bezahlung von 0,20 Fkl. für jedes Besteck vom 6. Juli d. J. ab bei der Firma Gebroeders yan Cleef im aag, Hofspui Nr. 28a, zu haben, bei der auch die allgemeinen Bestimmungen für 0,25 Fl. und die 4. Ausgabe dec tehnishen Vorschriften zu 2,20 Fl. für das Exemplar erhältlih sind. Die Bestecke sind gegen den gleichen Preis vom Kolonialetablissement in Amsterdam zu beziehen. Um 12 Uhr wird der Briefkasten im Kolontaletablissement geschlo}fsen und um 14 Uhr im Verdingungslokal geöffnet werden. A0

url et.

Kriegsministerium in Konstantinopel: Vergebung der Lieferung von a. 15000 Plasfa (Sre und Gewehrriemen für die Gendarmerie. Angebote in geshlossenem Umschlage bis zum 29. Juli 1911 an die III. Seftion der Gendarmerie, wofelbst Muster und Lastenhefte. b. 600000 m American (Zuschlag 24. Juli B 1 500 000 m Kanevas (20. Juli), 200 000 Rucksäcken (26. Bie, L 10000 Stück Eisenblehplatten (27. Juli), 1700 Stück Fifres (29. Juli), 5000 Wassersässern (1. August), Holzbrettern für ein ganzes Jahr (1. August), 3300 Zelten (15. Juli), 1 200 000 weilen Beinknöpfen (15. Juli) und 165000 m Madapolam n Auguît). Angebote für jeden Gegenstand zu den in Klammern da ei geseßter Terminen an die Intendantur des genannten Ministeriums, woselbst Muster und Lastenhefte.

Drittes Armeekorps in Kirk-Kilissa: da cpbuay 29) Lieferung von 21 000 khakifarbigen Ruksäken, 11 000 fhakifarbigen iskuittaschen, 11 000 khakifarbigen Munitionstaschen. Angebote bis zum 13. Juli 1911 an die Verwaltung des genannten Korps. Sicherheitsleistung von 10 9/6 erforderlich.

¿ Bulgarien.

Kreisfinanzverwaltung in Sofia: 3. August 1911. Vergebung der Lieferung von 4 Brückenwagen zum Abwiegen von Cisenbahn- waggons für die bulgarische Eisenbahndirektion. Anschlag 16 000 Fr- Kaution 59/6 des Offertenbetrages. Lastenhefte usw. sind von der Generaldirekftion der Bulgarischen Staatsbahnen zu beziehen.

Theater und Musik.

Fn der Hagin-Oper im Neuen Königlichen Oper n- theater bringen die beiden leßten Gastspiele des Kammersängers Anton van Rooy morgen eine Wiederholung von „Siegfried“ und am Donnerstag „Die Meistersinger von Nürn eg Am Mittwoch be- ginnt die Kammersängerin Martha Leffler-Burckard ihr Gastspiel, und zwar als Brünnhilde in der „Walküre“, der am Freitag die Brünnhilde in „Götterdämmerung" folgt. Auch zu diesen Abenden sind die Preise erhöht: für Mittelparkett und Logen um 1 H, für. Seitenparkett um 50 s. i

„Der Wüstling oder Die Reise nah Breslau“, ein Lustspiel von Georg Hermann, dem Verfasser von „Jettchen Gebert“, ist soeben von den Direktoren Meinhard und Bernauer zur Aufführung für das Berliner Theater und das Theater in der Königgrägter Straße angenommen worden. s

Von Karl Kämpf erscheint demnächst im Verlag von F. E. C. Leudart ein neues Chorwerk, die symphonische Ballade „Meeres\age" für Männerchor und großes Orchester, das der „Berliner Lieder - tafel“ gewidmet und von dieser zur Aufführung angenommen worden ist.

Sn der Chorschule der Königlichen Oper beginnt der neue Kursus am 1. September d. J. Die Aufnahmeprüfung findet Sonntag, den 27. August, im E Opernhause (Eingang. „Unter den Linden“) von 2—4 Uhr für Damen, von 4—6 Uhr für

erren statt. Anmeldungen und Gesuche um Aufnahme-- edingungen sind s{chriftlich bei dem Königlichen Chordirektor Herx Professor Rüdel Berlin W 15, Bayerische Straße 26/27) ein-- zureichen. i

Mannigfaltiges. Berlin, 10. Juli 1911.

In Lehnin fand am Sonnabend die feierliche Vebernahme- des Klosterguts dur den Brandenburg ischen Provinzial-- Synodeverband in Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen August Wilhelm statt. Zu dem Festakt hatten sih- der Oberpräsident der Provinz Brandenburg von Conrad, der Dbers präsident a. D. von Loebell, der Landrat von Tschirschky, der Präsident des-