1911 / 178 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Der Katasterkontrolleur, Steuerinspektor Poar t) in Nottbus ist zum Katasterinspektor bei der Königlichen Regierung in Arnsberg ernannt worden. :

4 Verseßt sind: die Katasterkontrolleure, Steuerins ektoren

Eichacker von Altena nah Frankfurt a. M. (Kat.-Amt 3) und M onreal von Frankfurt a. M. nah Bonn eontro 2).

Der Katasterlandmesser Rieth ist zum Kata terkontrolleur in Altena bestellt worden.

Bekanntma un g

Jn Gemäßheit des §_ 46 des Komunalibgwegmehe? vom 14. Juli 1893 (G.-S. S. 152) wird zur eh en Kenntnis gebracht, daß aus dem Betriebe der Kerkerb a ch- bahn I das Jahr 1910/11 ein fommunalabgabepflichtiges Reineinkommen nicht erzielt worden ist. Frankfurt a. M., den 25. utt 1911 Der Königliche Eisenbahnlmmissar. J Bi! Clausnißer.

Abgereist:

Seine Exzellenz der Chefpräsident der Fammer und des Rechnungshofs des Deutschen Reichs, lihe Geheime Rat von Magd eburg mit Urlaub.

Oberrechnungs8- Wirk-

"Nichfamlliches. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 31. Juli.

Der Präsident des Konsistoriums der Provinz burg, Duis Oberkonsistorialrat Steinhausen Urlaub nah Wildbad Gastein abgereist.

Der Großherzoglih badische Bevollmächtigte zum Bundes- rat, Ministerialdirektor Dr. Nieser is} heute von bier abgereist.

Branden- ist auf

Swinemünde, 30. Juli. Der Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg und der Staatssekretär des Aus- wärtigen Amts von Kiderlen-Waechter sind, „W. T. B zufolge, gestern nahmittag hier eingetroffen und auf der Jacht „Hohenzollern“ von Seiner Majestät dem Kaiser und König empfangen worden. Heute nachmittag reiste der Reichskanzler von Swinemünde nach Hohenfinow ab, während der Staatssekretär von Kiderlen-Waechter nah Berlin zurück-

kehrte. Sachsen-Coburg-Gotha.

Jn Gegenwart Jhrer Königlichen Hoheiten des Prinzen Ludwi pon Bayern und des Herzogs von Vlen-Q o nus 2nd Gotha fand vorgestern nahmittag athause in 4 adira eine Sizung des großen Ausschusses Zentral vet s für deutsche Binnenschiffahrt Nach einem Vortrage des Baurates Contag- Berlin

Sa im des

statt. über den „Anschluß des coburgischen Landes an den geplanten

Merra-Mainkanal“ gelangte, „W. T. B.“ zufolge, nachstehende

Resolution zur Annahme: Der am 29. Juli 1911 in Coburg tagende große Aus\{chuß des

Zentralvereins für deutshe Binnenschiffahrt erklärt nah eingehenden Nerhandlungen die Herstellung des von dem Königlichen Baurat Contag-Berlin als zweckmäßig vorgeschlagenen Stichkanals nach Coburg als zweckmäßig und bauwürdig. Er beauftragt daher den Vorstand, dahin zu wirken, daß dieser Stichkanal in das Gesamtprojekt einer Merra-Matin-Donau-Verbindung aufgenommen wird.

Jn der Diskussion sprach in längeren Ausführungen Seine Königliche Hoheit der Prinz Ludwig von Bayern über die deutschen Binnenschifsahrtswege und ihre Vorteile fir die Bevölkerung. Obiger Quelle zufolge trat der Redner für ein großzügiges Kanalprojekt von München bis zum Main und auch für das Merra-Mainprojekt ein und erklärte, er sei für große Linien und für große Jdeale. Ein jeder Teil des Reiches solle durh den Bau von Kanälen gewinnen, keiner ausgenommen sein.

Oesterreich-Ungarn.

Das österreichische Abgeordnetenhaus verhandelte vorgestern über die Anträge des Teuerungsaus\husses auf unbeschränkte Einfuhr überseeischen Fleisches ohne Rücksicht auf Ungarn und die vermehrte Fleish- und Lebend- vieheinfuhr aus Serbien.

Nach dem Bericht des „W. T. B. spra ih der Minister- präsident sehr entschieden gegen die Anträge aus. Die Regierung müsse an der Vertragstreue fesihalten und werde sich niemals in eine dauernde Abhängigkeit von überseeischem Fleisch und den amerikanischen Fleishtrusts begeben.

Bei der Abstimmung wurde der erste Teil des Antrags, betreffend die unbeschränkte Einfuhr überseeischen Fleisches, in namentlicher Abstimmung mit 251 gegen 174 Stimmen abgelehnt. Eine von dem Abg. Stölzl eingebrachte Resolution, die die Regierung auffordert, alles auf- zubieten, damit überseeishes Fleisch nach Maßgabe des Bedarfs eingeführt werde, wurde unter Feststellung des Stimmenverhältnisses mit 191 gegen 182 Stimmen abgelehnt. (Entrüstungsrufe bei den Sozialdemokraten, großer Lärm im Hause.) Der Präsident teilte mit, daß er namentlih ab- stimmen lasse. (Widerspruch bei den tschechishen Agrariern.) Da der Lärm sih nicht legte, unterbrach der Präsident um 1 Uhr die Sißung, um mit den Obmännern zu konferieren. Nach der Wiederaufnahme der Sizung wurde von einer Wiederholung der Abstimmung über den Antrag Stölzl Abstand genommen. Hierauf wurde der zweite Teil des Ausschuß- antrags, wonach Serbien gegen angemessene Zugeständnisse Fleischeinfuhr im größten Maße gestattet wird, mit 208 gegen 197 Stimmen angenommen, dagegen die Gestattung der Einfuhr lebenden Viehes abgelehnt.

ti eos: ezogen. Das Haus le’,nte nah kurzer Debatte den ozialdemokratishen Antrag ab.

Der Ministerpräsident Gaut\ch reagierte auf einige scharfe Ausfälle des Abg. Seiß und betonte, daß die richtigen Argumente des Norredners dünn gesät seien. Der Ministerpräsident verwahrte sich gegen die Ausdrücke „Verbrecher“ und „Hoflakaien* und ertlärte, f die frühere Megierung von dem Notbehelf des § 14 bescheidenen Gebrauch gemacht hätte, da troßdem 74 Re- ierungsvorlagen unerledigt geblieben wären. Der Ministerpräsident Bab hervor, daß im Hause des allgemeinen Wahlrehts jeder Einzelne für den Volkewillen vabeisentiere: daß aber auch nicht eine Partei und ein Redner nahezu sämtlichen Parteien des Hauses vorschreiben könne, wie sié sih im einzelnen Falle zu benehmen hätten. Wenn der Antragsteller es als {chimpflihen Verrat erklärt habe, anderer Meinung zu sein als er, so bitte er, der Ministerpräsident, doch, weil er noch an eine selbständige Meinung auch anderer Parteien in diesem Hause glaube, den Antrag abzulehnen.

Das Abgeordnetenhaus nahm hierauf den Handels- vertrag mit Montenegro an, ermächtigte die Regierung, einen provisorishen Handelsvertrag mit Portugal abzuschließen, und nahm dann den Mittags infolge eines Jrrtums abgelehnten Resolutionsantrag Stölzl, betreffend die N heinfuhr, nah einem Kompromißantrag, an.

as Haus nahm ferner eine Reihe von Notstandsanträgen an und beendigte die Debatte über die Drohobyczer Dringlichkeitsanträge. Hierbei gelangte der vom Ob- mann des Polenklubs gestellte Antrag zur Annahme, daß die Regierung eine strenge Untersuchung einleiten, die Schuldigen bestrafen, die Opfer und deren Familien entschädigen und dem Hause baldigst einen Bericht erstatten solle. Die übrigen sieben Dringlichkeitsanträge, worin Einseßung einer parlamentarischen Untersuchungskommission verlangt wird, wurden abgelehnt. Damit war das Arbeitspensum der Session ershöpft. Das

Haus trat seine Ferien an. \ck

: Fraukreich.

Um eine größere Einheitlichkeit des Offizierkorps der Kriegs flotte zu erzielen, hat der Marineminister Delcassé, „W. T. B.“ zufolge, verfügt, daß die Seeoffiziersaspiranten, die sih aus Zöglingen der Seeschule, der Polytechnischen Schule, Unteroffizieren der Kriegsflotte sowie Kapitänen der Handelsflotte rekrutieren, niht wie bisher verschiedene, den einzelnen Kategorien entsprechende Aufnahmeprüfungen, sondern durchweg dieselbe Prüfung zu bestehen haben.

Ftalien.

Nachdem die Regierung zur Sicherung der sanitären Ueber- wachung der Auswanderung alle Sicherheitsmaßregeln zur Anwendung gebracht hatte, die von Wissenschaft und Erfahrung empfohlen schienen, mit dem Erfolg, daß bisher fein einziger S von Choleraverdacht auf den nach Südamerika auslaufenden

ampfern festgestellt wurde, hatte sie Grund zu glauben, daß die argentinische Regierung ihr Vertrauen in die Organisation des Sanitätsdienstes dadurch zeigen würde, daß sie darauf verzichtete, ihre Sanitätsinspektoren auf den transatlantischen Dampfern einzuschiffen, die sich unter der Ueberwachung eines Marinearztes befinden, und alle Dampfer ohne Unterschied in den Ankunftshäfen der Quarantäne Mliaoiveifei Da aber die argentinishe Regierung auf diesen Maßnahmen besteht, hat die Königlihe Regierung nah einer Meldung der „Agenzia Stefani“ jur Wahrung der nationalen Würde gestern ein Dekret erlassen, durch" dôâs die Auswanderung na ch Argentiñnien verboten wird.

Türkei.

Vorgestern haben der Minister der öffentlichen Arbeiten und ein Vertreter der Régie générale des Chemins de fer laut Meldung des „W. T. B.“ Verträge unterzeichnet, durch die der leßteren die Studien und das Vorzugsrecht für den Bau und Betrieb folgender Eisenbahnlinien übertragen werden: 1) von der serbishen Grenze über Prischtina— Prizrend—Dibra—San Giovanni di Medua nach Skutari; 92) von Monastir über Resna—Ochrida—Korytca—Janina nah dem Adriatischen Meer ; 3) die Strecke Resna—Ochrida— Dire 4) Die Linie Monastir—Perlepe—Gradsko— Fstip—Kotschane—Ts\charevo nah der bulgarishen Grenze; 5) Samsun—Sivas und Charput—Erzerum—Trapezunl. Die Gesamtlänge der genannien Linien übersteigt 2000 Kilometer. Die Verträge erwähnen, daß die Baukosten durch eine große türfkishe Anleihe aufgebracht werden, worüber Verhandlungen mit einer französishen Gruppe und der Banque Ottomane schweben.

Der Oberkommandierende von Reihe von Angriffen der Nebellen, die in der Zeit vom 95. bis 27. Juli auf die Truppen bei Brojaund und Selce erfolgt sind. Die Nebellen wurden jedesmal zurückgeschlagen. Vorgestern überfielen Rebellen in der Gegend von Hoti wasser- holende türkishe Soldaten, i

Albanien meldet eine

wobei zwei Soldaten getötet, zwei verwundet wurden. gien türkishen Wachmannschaften, die herbeieilten, und den Rebellen entwickelte sih ein heftiges Feuer- gefecht, zu dem wegen der großen Zahl der Rebellen zwei Ge- birgsgeshüßze herangezogen wurden. Die Truppen verloren sechs Tote und hatten eine Anzahl Verwundete.

Griechenland. Wie die „Agence d’Athènes“ meldet, werden die Nach- rihten aus Saloniki, die das Auftauchen griechischer Banden in Mazedonien melden, in Athen mit Entschiedenheit als unrichtig bezeihnet. Ebensowenig sei es richtig, daß griechische Offiziere Banden anführen. Selbst wenn das Vor- handensein von Banden gemeldet worden wäre, würden sie sich nur aus entlaufenen Verbrechern zusammenseßen. Es sei zu wünschen, daß die türkischen Behörden sie tatkräftig verfolgten, um diese unglücklihen Gegenden von den unheilvollen Räubern zu befreien. Amerika. Einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge ist das cana- dishe Parlament aufgelöst worden. Die Neuwahlen werden am 21. September stattfinden. _— Mie der Kommandant des Kanonenboots „Pretel“’ aus Cap Haitien meldet, haben die Revolutionäre den Distrikt Tiburon ohne Blutvergießen eingenommen und machen weitere Fortschritte. Asien, Wie dem „Standard“ aus Teheran unter dem 30. d. M. gemeldet wird, ist der frühere Schah mit starken Streit- fräften von Asterabad nah Teheran aufgebrochen. Der Medschlis hat, einer Meldung des „W. T. B.“

früheren Schahs eine Belohnung von 100 000 Thomans und auf die Köpfe seiner“ Brüder Salar ed Dauleh und Schoa es Saltaneh eine solche von je 25000 Thomans auszuseßen. erner wurde der Vorschlag der Regierung angenommen, das Hehalt des Chefs der Finanzgendarmerie um 250 englische Pfund jährlih zu erhöhen. Dieser SO wurde dem ehe- maligen Militärattaché der englischen esandtschaft in Teheran, Major Stokes, angetragen.

Der Großscherif von Mekka ist, „W. T. B.“ zu- folge, nah heftigen Kämpfen am 15. d. M. mit neuen U 08 in Ebha, dem Hauptorte Assis, angekommen und at die seit Monaten belagerten Truppen entseßt.

Afrika.

Der deutshe Gesandte in Tanger hat vorgestern den Ea Gesandten empfangen, der ihm den französisch- panischen modus vivendi notifigierte.

Nr. 42 des „Zentralblatts fürdas Deutsche Nei ch“, heraus- gegeben im Reihsamt des Innern, vom 28. Juli hat folgenden Inhalt : Konsulatwesen : Ernennungen; Ermächtigung zur Vornahme von Zivil - standshandlungen ; Entlassung. Finanzwesen : Uebersicht der Einnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren für die Zeit vom 1. April 1911 bis zum Schlusse des Monats Juni 1911; Nachweisung von Einnahmen der Reichspost- und Telegraphen- sowie der Neichsei)enbahnvei waltung für die Zeit vom 1. April 1911 bis zum Se des Monats Junt I Militärwesen : Ermächtigung zur Ausstellung ärztlicher Zeugnisse über die Tauglichkeit von militärpflihtigen Deutschen in Mexiko. Zoll- und Steuerwesen: Aufnahme von Orten in das Verzeichnis der Orte, an denen {ih R 8& 1, 2 der Weinzoll- ordnung zuständige Zollstellen befinden. * olizeiwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet.

Statistik und Volkswirtschaft.

Ueber die Bautätigkeit in den größeren Städten Deutschlands während des Jahres 1910 und über das Angebot von leerstehenden Wohnungen gegen Ende dieses Jahres

hat das Statistishe Amt der Stadt Cöln ausführlihe Zusammen- stellungen veröffentliht, die ih im allgemeinen an die vor- jährige Bearbeitung anlehnen. Das grundlegende Zahlen- material is wie früher von den beteiligten Städten bezw. ihren Statistischen Aemtern zur Verfügung gestellt worden. Im ganzen sind 36 Städte mit zusammen 9,9 Viillionen Einwohnern berück- sichtigt; von den größten deutshen Städten fehlt nur Berlin.

Als Hauptergebnis der Untersuchung sei zunächst hervorgehoben, daß zum ersten Male wieder seit 1904 ein stärkerer Auf\hwung in der baulichen Entwiklung zu beobahten war, während im Vorjahr nur die Zahl der U G ANDEREN Wohnungen sich etwas erhöht, die Zahl der Neubauten jedoeh noch keine Steigerung erfahren hatte. Sm einzelnen waren die wichtigsten Ermittlungen folgende :

ta der Zahl der neu errichteten Wohnhäuser gestaltete sih die Bautätigkeit, wie seit Jahren, in Bremen am lebhaftesten ; es wurden dort auf je 10 000 Einwohner 34,02 Neubauten vollendet. Die zweite Stelle nimmt Essen a N. mit 27,32 ein. Dann folgen Duiéburg mit 18,11, Düsseldorf mit 17,13, Mannheim mit 16,96, Hamburg mit 16,03, Lübeck mit 13,47, Stuttgart mit 13,34, Nürnberg mit 13,25, Dortmund mit 12,03, Crefeld mit 10,90, Cöln mit 10,70 usw. Den Schluß der Neihe bilden Elberfeld (2.95), Dresden (2,86) und Stettin (1,61). Der Durchschnitt belief fich bei im ganzen 9819 Wohnhausneubauten auf 9,92 (im Vorjahre auf 8,01); von 12 Städten wurde er überschritten, von 24 nit erreicht.

Einen gewissen Ueberblick über die Auédehnung, die hierbei die Ansiedlung erfuhr, gewährt die Unterscheidung der auf bisher unbe- bautem Grundstücke errichteten Wohngebäude. An der Spiye steht nah dieser Richtung mit 100 °/o Mainz. Ueber 90 betrug der Prozentsay außerdem in Gfsen a. R., Düsseldorf, Cassel Bremen, Dresden, Duisburg, Dortmund, München, Leipzia, Magdeburg, Swhöneberg und Nürnberg, fast ebenso hoh war er tn Cöln (89,6 9/0). Noch nicht 759/69 wurden erreiht und demnach entsprechend mehr Ersaßbauten ausgeführt in Halle a. S. (72,8), Straßburg (69,0) und Wiesbaden (63,1). Der Durchschnitts\ay stellte sich für 35 Städte, von denen entsprechende Angaben vorlagen, auf 88,3 (im Vorjahre auf 90,3) 9/0.

Vergleicht man die Bautätigkeit der einzelnen Städte auf Grund der Zahl der neu entstandenen Wohnungen, so ergeben si, wiedèrum auf 10000 Einwohner bezogen, als Greyzwerte der Wohnungészunahme 232 in Charlottenburg 1909 mit 161 ebenfalls an erster Stelle und 12 in Stettin. Die zwelte Stelle nimmt, ebenso wie im Vorjahr, Hamburg (194) ein, alsdann folaen Schöne- berg (109), Chemniy (101), Nürnberg (99), Essen a. R. (96) usw. Von 36 Städten mit entsprecender Angabe s\teheu über dem Durch- nitt 74 (im Vorjahr 57) auf 10000 Einw. bei im ganzen 73 380 neuen Wohnungen 10, unter ibm 26 Städte.

Die Abweichung dieser Reihenfolge von der vorhergebenden er- klärt fich aus der verschiedenen Größe der neu errichteten Wohngebäude in den einzelnen Städten. So beruht die hohe Neubautenziffer von Bremen auf der geringen durchsnittlichen Zahl der Wohnungen in einem Gebäute daselbst (2,30). Sehr niedrig stellte c dieser Durchschnitt außerdem in Straßburg (2,99), Elberfeld (3,36), Crefeld (3,42), Essen a. R. (3.50), Aachen (3,62), Duisburg (3,88) usw. Im allgemeinen unterscheidet sich hierbei Westdeutsch- land von Mittel- und Ostdeutschland. Mehr als 10 Wohnungen famen durdshnittlich auf den Wohnhausneubau in Chemniy (10,10), Posen (10,20), Breslau (10,76), Hamburg (11,87), Schöneberg (18,62) und Cha:lottenburg (24,56). Als Durchschnitt ergab ih für 36 Städte 7,27 (im Vorjahr 6,85); er wurde von 14 Städten über- schritten, von 22 nicht erreicht. :

Um festzustellen, in welchem Umfange Kleinw ohnungen errichtet worden sind, bat das Cöôlnische Statistische Umt eine solche angenommen bei 1 bis 3 Wohnräumen oder heizbaren Zimmern mit Einschluß der Küche, bei 1 und 2 Zimmern oder heizbaren Zimmern außer der Küche und bei 3 Zimmern oder heizbaren Zimmern ohne Küche. Auf 10000 Einwohner bezogen, stellt sich alsdann der Zugang an Kleinwohnungen, wie im Vorjahr, am hôödsten mit 130 in Char- lottenburg. Darauf folgt Hamburg mit 85. Des weiteren seßt sich die Reihe fort mit Essen a R. und Dortmund (je51), Chemniy (48), Schône- berg (46), Mannheim (45), Düsseldorf (42) usw. Der Durchschnitt von 36 Städten bei im ganzen 29 927 Kleinwohnungen belief sich auf 30 (im Vorjahre auf 22); er wurde von 27 Städten nicht erreicht, am wenigsten von Stettin und Elberfeld (je 5), Cassel und ‘Aachen (je 4), Straßburg (3) und Braunschweig (0,3). Im Verhältnis zux Gesamtzahl der neuen Wohnungen entstanden Kleinwohnungen an! zahlzeichsten, 68 4 9/0, in Posen. Ueber 50 9/9 bildeten sie außet- dem in Dortmund, Königsberg, Charlottenburg, Essen a. Ri Crefeld, Mannheim und Düss ldorf. Im Durchschnitt betrug ihr Anteil 40,8 (im Vorjahre 382) V außerordent- lich geringem Umfange war die Bautätigkeit auf d! Beschaffung von Kleinwohnungen bedacht in Cassel (17,8 9/9), Aalen (17,3 9/0), Nürnkterg (155 9/0), Bremen (14,5 9/0), Straßburg (13,0 9/0), Leipzig (11,4 0/0) und brcsonders, wie 1909, in Braun- schweig (1,4 9/9). Allerdings fönnen diese Ermittlungen wegen T! Zerschiedenheit in der Bestimmung der Eröße der Wohnungen bald nach der Zahl ter Wohuräume überhaupt, bald nad der der

J

Zimmer, bald nach der der heizbaren Zimmer nit als ganz (1°

Sodann wurde der sozialdemokratische Antrag auf Erhebung der Ministeranflage gegen das frühere Kabinett

Bienerth wegen Erlassung von Notverordnungen in Ver-

zufolge, einstimmig den von einer Abgeordnetengruppe ein- gebrachten Gesetzentwurf angenommen, auf den Kopf des

wandfreîi gelten.

IMünchen (0,6) und Königsberg (0,4). Gegen das Vorjahr war der Îliegen, in 9 Städten zurückgegangen, in 15 Städten gestiegen und in

Jam stärksten in Elberfeld, Dresden, Stettin und Altona (von 2 Îhezw. 1,9, 4,9 und 4,6 auf 1,2, 1,1, 4,1 und 4,0), die Se f A Charlottenburg, Hamburg und Kiel (von 4,7 bezw. 4,3 und 3,7 auf 46,9, 6,5 und 4,8). Wenn im allgemeinen 3 9/6 leerstehende Wohnungen

als ausreichend geen werden, so verfügte von den 28 Städten, aus A denen Angaben ü

Inügenden Wohnungsvorrat.

f mittel und \chwach, bezw. reihlich, genügend und ungenügend unter- shieden, ge nachdem ihr Prozentsatz über 5, über 3 bis Nabe 3 und

äm übrigen war in Cöln, Kiel und Lübeck mit einem mittleren

Schöneberg ein genügender Vorrat mit einem hinreihenden Zugang

Man Wohnungen von 1909 und 1910 gegenübergestellt. Üdie betreffenden Zahlen nit ganz gleihwertig sind, dürften sie, da es

Mugang an Wohnungen 47 791,

AVohnungsbestand im Durchschnitt auf

Mon 69 Wohnungen auf 10 000 Einwohner, alsdann Essen a. N.

Viesbaden (— 18).

Mie Stunde.

Von gemeinnüßziger Seite wurden im ganzen 4 s häuser mit 3458 Wohnungen hergestellt, d. f. 4,25 is T An Vorjahr 4,72 bezw. 4,87) 9% des gesamten Zuganges des Berichts- jahres. Arbeiterwohnhäuser befanden ih darunter 301 mit 2507 Beamtenwohnhäuser 116 mit 951 Wohnungen. Der absoluten Zahl nach entstanden von den betreffenden Arbeiterwohnungen die meisten in O (404), München (396), Königsberg (261), Frankfurt a. M. (212) usw., von den Beamtenwohnungen dagegen M Char- lottenburg (198), Nürnberg (121), München (105), Duisburg (99) usw.

Zur Bestimmung des Verhältnisses zwischen dem Rein

Yzugang an Wohnungen und dem vorhandenen Bestande Jliegen von 35 Städten die entsprehenden Angaben vor. Danach übertraf, wie im Vorjahre, Charlottenburg alle übrigen Städte in der baulichen Entwicklung; es erfuhr einen Reinzugang an Wohnungen von 8,78% An zweiter Stelle stand Hamburg

Imit 7,63 0/9. Darauf folgten Essen a. N. mit 4,60, Nürnberg mit 4,17, Schöneberg mit 4,07, A QUE mit 4,02, Dortmund mit

43,77, Mannheim mit 3,74, Düsseldorf mit 3,62, Duisburg mit 3,57

Bremen mit 3,41, Stuttgart mit 3/09 usw. Weniger ‘als 19% wiesen auf Dresden (0,95 9/6), Straßburg (0,91 9/6), Braunschweig

(0,86 9/0), Königsberg (0,81 9/0), Cassel und Mainz (je 0,80 9/6) Stettin (0,32 0/6) und Elberfeld (0,26 0/0). Der Dur@scnitt belief sich für die im ganzen behandelten 35 Städte auf 2,84 (im Vorjahr auf d N E er 4 12 Städten.

/ m ermitteln zu können, ob und in welchem Grade d Wohnungszugang dem Bedarf entsprochen hat, ist pie enaue Kenntnis der Zahl der verlangten Wohnungen erforderlih. Bei dem Fehlen

Jdieser Zahl lassen ub aber aud in gewissem Umfange aus der Menge der leerstehenden Wohnungen und deren Wechsel von

Zählung zu Zählung einige Schlüsse ziehen. Nach einer hierzu

vom Cölnishen Statistishen Amt gegebenen Zusammenstellung

J war das Angebot an freien Wohnungen im Verhältnis zur Zahl der vorhandenen während des Berichtsjahres ebenso wie im Borjahre am stärksten mit 6,99% in Charlottenburg. Nicht viel weniger, 6,5 9/0, wurden in L gezählt. In erheblihem Abstande folgen alsdann Kiel mit 4,8 9/09, Mainz mit 4,3%/, Cöln mit 4,2 9/0, Schöône- berg und Stettin mit je 4,109/0, Altona mit 4,0 9%/, Aachen und Lübedck mit je 3,7 9/0 usw. Unter 2 blieb dagegen der Prozentsaß in Chemniy (1,8), Dortmund (1,6), Leipzig (1,5), Posen (1,2), Dresden (1,1), Straßburg und Halle (je 1,0), Braunschweig (07)

r

Bestand an leerstehenden Wohnungen, soweit Vergleichszahlen vor- 9 Städten prozentual der gleiche geblieben. Der Rücfgang zeigte sich

] i er die Zahl der leerstehenden Wohnungen vor- liegen, zur Zeit der leßten Zählungen nur die Hälfte über einen ge-

"Dur Untersuhung, ob der Reinzugang an Wohnungen mit dem Wohnungsübershusse im Einklang stand, tien für den Wohnungszugang und -vorrat die drei Grade stark,

weniger betrug. Aus der entsprehenden Gruppierung der Städte ergibt sih alsdann, daß während des Berichtsjahres nur in Char- lottenburg und Hamburg ein reihlicher Wohnungsvorrat bei starkem ¡Zugang vorhanden war. Hingegen gehörten von den 28 Städten mit hierauf bezüglihen Angaben 18, also zwei Drittel, der Gruppe eines shwachen Zuganges an, davon 10 mit ungenügendem Vorrate. Den tiefsten Stand nimmt dabei, wie 1909, Königsberg mit nur- 0,8 bezw. 0,40/9 ein. Auch Elberfeld, Braunshweig, Straßburg, Dresden, München, Leipzig, Posen usw. wiesen mit 0,3, 0,9, 0,9, 1,0, 1,5, 1,8 und 1,9 9% bezw. 1,2, 0,7, 1,0, 1,1, 0,6, 1,5 und 1,2%/6 einen ganz ungenügenden Bau- und Wohnungsmarkt auf. Wo sonst noch der Wohnungszugang sehr gering war, wie in Stettin (0,3 9/0), Mainz (0,8 9/0), Aachen (1,1 9/0), Altona (1,5 9/0) und Breslau (1,8 9/0), hielt sich wenigstens das Angebot von freien Wohnungen ausreichend ho, über 3 9/6, und wo umgekehrt dieses in keinem Ver- hältnis zum Bedarf stand, wie in Chemniy (1,8 9%) und Dortmund (1,6 9/6), gestaltete sih die Bautätigkeit günstiger, 4,0 und 3,8 9/0.

Vorrat wenigstens ein Zugang von 2 bis 3 9/6, anderseits in Bremen, Essen a. N. und Nürnberg mit einem mittleren Zugang wenigstens in Vorrat von 2 bis 3% und in Düsseldorf, Mannheim und

verbunden.

Bur Veranschaulibung der baulihen Entwicklung der einzelnen Stadt im Vergleih mit dem Vorjahr sind vom Cölnischen Statistishen Amt in einer Tabelle noch die Reinzugänge Wenn auch

im allgemeinen nur um geringfügige Unterschiede handelt, do die tatsächlihen Verhältnisse rihtig wieder- geben. In der Gesamtheit der Städte betrug danah im Jahre 1909 bei einer mittleren Bevölkerung von 9,352 Millionen der Rein- ( im Jahre 1910 bei 9,659 Millionen Finwohnern dagegen 65 708. Bei einer Zunahme der Seelenzahl um 3,28 9/9 erhöhte er sich also um 37,49 9/9, und es stieg der

10 000 Einwohner im Kahre 1909 um 51, im Fahre 1910 um 69 Wohnungen. Im inzelnen blieb dieser Zugang bei 9 Städten im Jahre 1910 gegen 1909 zurück, bei 3 hielt er ich auf der- [elben Höhe, und bei 23 war er größer. Unter den leßteren stand hamburg mit einer Steigerung von 93 auf 171, also um 78, an der Spitze. An zweiter Stelle folgte Charlottenburg mit einem Mehr

sh

im großen ganzen

(+ 42), Düsseldorf (+ 37), Magdeburg (4+ 25), Chemniy (+ 23), Yosen (+ 20), Breslau (+ 19), Côln (+ 17) uw, Der Rückgang stellte sih dagegen am höchsten in Lübeck (— 21) und

Zur Arbeiterbewegung.

In Frankfurt a. M. beschlossen, wie die „Frkf. Ztg." mitteilt, dle mit einer Kündigungsfrist angestellten Spengler und Jn- sallateure in einer am Freitag abgehaltenen Versammlung, ihre Kündizung einzureihen. Gesellen ohne Kündigung stehen zur Dis- dosition der Organisationsleitung. In einer Resolution heißt es, der Tnnungsvorstand lasse in den leßten Wochen jeden ernsthaften Ver- uh, dur gegenseitige Verhandlungen eine fricdlihe Lösung zu nden, vermissen, und die Versammlung sehe ih daher zu dieser Maßnahme veranlaßt. Man ist jedoch mit einer Sort eau der Verhandlung einverstanden und erwartet innerhalb einer Woche Verichterstattung. e aa

__ In Neuwied sind, der „Köln. Ztg." zufolge, die Schwierigkeiten im Ausstand der Maurer (vgl. Nr. 177 d. Bl.) noch nicht bei- gelegt. Die Arbeiter fordern die Einführung des Koblenzer Tarifs, nämli 53 4 für die Maurer und 43 für die Hilfsarbeiter für Die Arbeitgeber haben beschlossen, bis zum 31. März 1912 48 „4 bezw. 38 H anzubieten und die Arbeiter aufgefordert, hren Beschluß bis zum 31. Juli mitzuteilen. Nur zwei anes laben ch mit ihren Arbeitern geeinigt. Bei diesen ist die Arbeit

vieder aufgenommen worden. i j i und Maschinenfabrik von

In der Eisengießerei i Scheidt & Bachmann in M ünchen-Gladbah hatten die rbeiter vor einigen Tagen erhöhte Lohnforderungen gestellt. Daraus tntspann si eine Zwisligkeit, die dazu fübrte, daß die Firma ihren

Arbeitern die Kündigung überreichte.

Die Breslauer Bauschlosser befinden eit dem

d. I. in einer Lohnbewegung, die ie e e e real G meldet, zu einer Arbeitseinstellung bei dem Eisenwerk Gustav Trelenberg in Gräbschen geführt hat.

In der Lausizer S aflederindustrie sind, wie der

„Voß. Ztg." aus Kirchhain telegraphiert wird, zwischen den Arbeit- ebern und Arbeitern Lohnstreitigkeiten ausgebrochen. 400 Arbeiter nd seit einigen Tagen arbeitslos. Der Ausstand ist erfolgt, nahdem die Verhandlungen zu keinem Er ebnis geführt und die Arbeitgeber erklärt hatten, die e ohnerhöhungen bet der geringen Rentabilität der Schaffellgerberei nicht zahlen zu können.

In Stuttgart haben, der „Köln. H zufolge, die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Geschästsb ücherfabriken den Arbeitstarif auf den 1. November zu kündigen beschlossen. Sie O Herabsetzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung um 10

Die Daimler-Motoren-Gesellschaft in Untertürkhei hat, wie dem „W. T. B." aus Stuttgart gemeldet wird, am S abend N wegen Meinungsverschiedenheiten mit der organisierten Ae 1a t E e uns einiger entlassener

beiter verlangte, den Betrieb, in dem etwa 2600 Ar s schäftigt sind, bis auf weiteres eingestellt. E

On Verpatg beschlossen, wie die „Lpz. Ztg." berichtet, die aus- ständigen bezw. ausgesperrten Gelbmetallarbeiter in einer Ver- sammlung, den Arbeitgebern folgende Forderungen zu unterbreiten : Erhöhung des Stundenlohnes um 3 A und der Afkordlöhne um 10 9/6, Verkürzung der Arbeitszeit auf allgemein 9 Stunden nebst Lohnausgleich, Bezahlung der Ueberstunden mit je 10, der Sonntags- arbeit mit 20 S Zuschlag für die Stunde. Die Hits Dimderswen M Leipzigs haben sich diesen Forderungen ebenfalls an-

ossen.

Der Ausstand der Seeleute in den Häfen an der Nordost- füste Englands ist, wie ,„W. T. B.“ meldet, je iltig für beig ed B L pes E Á M E A

e Bäckereibesißer Neapels tellen, wie der „Post“ telegraphiert wird, dem Geseßtesbeshluß, der die N tab ctt 8 den Bâereien verbietet, einen heftigen Widerstand entgegen, während ihre Angestellten unter allen Umständen das Gese durchgeführt sehen wollen. Die Büäkereibesißzer haben jeßt die General- aussperrung erklärt. Da man Unruhen in der Bevölkerung be- N v von Neapel zur Sicherung der Ordnung Militär aufge-

oten worden.

Wohlfahrtspfslege.

Veber Zulagen für kfinderreihe Familien städtischer Arbeiter veröffentlicht die „Zeitschrift für R T e in dieser Maßnahme eine Förderung der Kinderpflege und Jugendfürsorge sieht, folgende interessante Hulammenetung: Kürzlich E die städtishen Körperschaften in Schöneberg beschlossen, den kinder- reihen Familien s\tädtisher Arbeiter Familienzulagen zu ge- währen. Der Magistrat macht zu dieser Frage folgende Vorschläge: Verheiratete ständige Arbeiter erhalten Familienzulage, und zwar Arbeiter mit drei Kindern monatlich 10 #, mit vier Kindern 12,50 #, mit fünf Kindern 15 4, mit sech3 Kindern 17,50 4, mit sieben und mehr Kindern 20 4. Den verheirateten Arbeitern stehen die verwitweten und geschiedenen gleich. Die Zulage wird nur für ehelihe oder durch nachfolgende Che legitimierte Kinder unter 16 Jahren gezahlt, und zwar nur für diejenigen, denen der Arbeiter Unterhalt zu gewähren hat und tatsählih gewährt. Im Falle der Erkrankung eines bezugsberehtigten Arbeiters ist die Familienzulage bis zum Ende des Monats, in dem die leßte Arbeitslohnzablung erfolgt, weiterzuzahlen. Der Magistrat ist berechtigt, die Zulage au für die Zeit zu gewähren, während der der Arbeiter aus dem Arbeiterunterstüßungs- fonds Zulage erhält. Die Einrichtung der Familienzulagen für städtische Arbeiter besteht bereits in einer ganzen Reihe von Städten, z. B. Charlottenburg, Crefeld, Düsseldorf, Pra a. M., Halberstadt, Halle, Hanau, Königs - erg, Kottbus, Mainz, Straßburg. In Crefeld erhalten alle vollbeshäftigten männlichen oder weiblichen städtischen Arbeiter nach mindestens fünfjähriger Dienstzeit für ehelihe Kinder unter 16 Jahren monatliche Zuschüsse: für 1 bis 2 Kinder 4 4, für 3 bis 4 Kinder 8 4, für 4 und mehr Kinder 12 4. Charlotten- burg gewährt den städtischen Arbeitern auf Antrag für 4 Kinder jährlich 150 4, für 5 Kinder 150 bis 300 4, für 6 Kinder bis zu 450 4 (15% vom Arbeitslohn), bei mehr Kindern bis zu 600 # (20 9/6 vom Arbeitslohn). L Frankfurt a. M. erhalten Familienväter, die als ständige städtishe Arbeiter beschäftigt find, Lohnerhöhungen und Mietszuschüsse. Ledige Arbeiter, die Familtenangehörige zu unter- halten haben, werden den verheirateten in bezug auf die Zuschüfse gleihgestellt. In Straßburg erhalten die Familien der städtischen Arbeiter mit mehr als 3 Kindern unter 16 Jahren Zuschüsse von 5 bis 15 9% des Grundlohns. Ein Aufsatz in der „Zeitschrift für das Armenwesen“ weist darauf hin, al man auch in Mr für die Frage der Unterstützung finderreiher Familien lebhaftes Interesse betätigt. Mit diesem Problem beschäftigte ch ein für die Depu- tiertenkammer bestimmter Gesegentwurf des Abg. Steeg, den er in der „Revue Philanthropique“ veröffentliht und begründet. Steeg führt dabei aus, daß Frankreich das größte Interesse an der ver- stärkten Zunahme seiner sich seit längerer Zeit verringernden Bevöl- kerung habe und alles aufbieten müsse, um eine solhe Zunahme zu ermutigen und zu stüßen. Unterstüßungen, wie sie kinderreiche Fa- milien in beschränkten Lebensverhältnissen benötigen, dürften nicht der privaten fakultativen Armenpflege überlassen, sondern müßten geseßlih festgelegt werden.

Kunft und Wissenschaft.

Unter den Gipsabgüssen, dur die in der leßten Zeit die reiche Sammlung folcher Kopien von Deitindlbin L ber Plastik Be Germanischen Nationalmuseum vermehrt worden ist, ragt vor allem die wohlgelungene Nachbildung der Notmarmorplatte vom einstmaligen Hochgrabe Herzog Albrechts Il. von Bayern in der Karmeliterkirhe zu Straubing her- vor. Der am 21. Januar 1397 unvermählt wverjtorbene Albrecht der Junge von Straubing - Holland, ein Enkel Kaiser Ludwigs des Bayern und für Bayern-Straubing Mitregent seines in Holland residierenden Vaters Albrechts I., der K Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, Graf von Hennegau, Holland und Seeland und Herr der Herrschaft Friesland nannte, ist hier wie auf dem Paradebett liegend, doch von Engeln umgeben, dargestellt. Ein weiter Mantel umgibt die geharnishte Gestalt des Fürsten, dessen Haupt mit dem eigenartig geformten Herzogshut pem ist und dessen Lenden der Rittergürtel, Dupsing, um|chließt. In der Rechten hâlt er das bayerische Banner, mit der Linken den Weckenschild. Zu Flsen des Entschlafenen, in dessen Antliß vom Künstler Porträtähnlichkeit angestrebt zu sein scheint, fehlt niht der Löwe. Breite Schriftbänder, von Engeln ge- halten, ziehen \sich in virtuos gearbeiteten Windungen an den beiden Längssetten der Grabplatte entlang. Sowohl nah der ikono- graphischen, insbesondere kostümgeshihtlihen, als auch nah der künstlerishen und kunstgeschihtlihen Seite {t das prächtige Grabmal, das sih bisher kaum mit irgend einem anderen Werke der von der Forschung freilih noch recht vernachlässigten Plastik jener Zeit in verwandtschaftliche Beziehungen seßen läßt, von hohem Interesse, und man kann daher dem Priorat der Karmeliten zu Straubing nur dankbar sein, daß es in entgegenkommender Weise dem Germanischen Reu die sehr [Lr Abformung des hinter Lea LAME E Ler Le twe va orgenen, so bedeutsamen gestattet und damit den Weg zur wissenschaftlichen Erforshung des Denkmals geebnet hat. N lands

Die Fahrzeugfabrik in Eisenach sperrte, wie die „Frkf. tg." erfährt, wegen Lohnstreits die Mehrzahl ihrer Arbeiter aus.

Im’ Auftrag der Gesellschaft für Palästinaforshung in Ber wird im Herbst d. J. Dr. L, Brühl, g ers t Meereskunde, eine sechswöchige Expedition nah dem Toten Meer e antreten, um eine gründlihe Erforschung dieses Binnensees vorzunehmen. Erst durch den bayerischen Naturforscher Schubert war 1836 die liefe Depression des Jordantals und des Toten Meeres erkannt worden, die erste gründliche topographishe Erforshung des Beckens 1849 verdanken wir dem amerikanischen Leutnant A die 1864 von dem Marquis de Luynes ergänzt wurde ; seitdem ist der See nur gelegentlich von wissenschaftlichen Forschern berührt worden. Die bahnbrehenden Forshungen von Lyn und de Luynes können aber heute niht mehr in vollem Umfang als maßgebend angesehen werden, da sie nah den damaligen unzulänglihen iei ae oden ausgeführt wurden. So ist die Konfiguration des

eebodens noch gänzlih unbekannt, die chemishe Beschaffenheit des Seewassers bedarf genauerer Feststellung, ebenso die Lebewelt, da die alte Annahme, daß der See der diénisden Lebewesen ganz entbehre, nicht mehr haltbar ist. Von der Untersuchung des Seebodens sind, wie „Petermanns Geogr. Mitteilungen“ berichten, Aufschlüsse über die Entstehung der Salzablagerungen zu erwarten.

Literatur.

Von dem „Statistishen Jahrbuch für das Deuï Reich“ hat das Kaiserlihe Statistishe Amt den 32. 2 ene das Jahr 1911 Saarn (XXXII und 574 Seiten; Verlag von Puttkammer u. Mühlbrecht, Berlin; kart. 2 4). Er ließt sid in Form und Inhalt im wesentlichen den früheren Jahrgängen an. Die Zahlenreihen find überall auf den neuesten Stand ergänzt. Einige Uebersichten, für die neuere Erhebungen nicht vorgelegen haben, und die im legten Mona enthaltenen Tabellen über die Grgebnifse der Berufs- und Betriebszählung von 1907 sind fortgelassen und an deren Stelle weitere Ergebnisse diefer Zählung mitgeteilt. uch sonst ist der Snhalt in verschiedenen Abschnitten zum Teil erheblih vermehrt. Die umfangreihste Erweiterung enthält der Abschnitt „Gewerbe“, in den die ages der vom Reichsamt des Innern veranstalteten Pro- duktionserhebungen in zusammenfassender Darstellung eingefügt sind. Auch die Nachweisungen über den Verkehr auf deutschen Binnen- wasserstraßen und über Aktiengesellshaften, Kommanditgesellsschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind umge- staltet und erweitert. Cin dem neuen Jahrgang an efügtes alphabetishes Sachverzeichnis erleichtert die Benußung des Jahrbuchs auh den mit der Stoffgliederung niht vertrauten Lesern. Beigegeben is eine E Darstellung, die die „Säuglingssterblihkeit in den deutschen

‘inzelstaaten im Jahre 1909“ berais&cauli@s

Im Augustheft der von Richard Fleischer herausgegebenen Deutschen Revue (Stuttgart, Deutsche Morlaatanlialh be- leuchten in kurzen Artikeln ein Spanier, Graf Gabriel Maura Gamazo, und ein Deutscher, Georg Irmer, die Marokkofrage ; jener erörtert das Thema „Die Marokkofrage und die auswärtige Politik Spaniens", dieser behandelt die Frage „Deutschland und Marokko“. Aus dem reihen Inhalte des Heftes, das auch einige Artikelserien abschließt oder fortsetzt, sind ferner bemerkenswert der Brief Franz von Kossuths an den Herausgeber der „Deutschen Revue“ über „das historische und Le Berhältnis zwishen Oesterreih und Ungarn“, der Essay „Weltfriede“ des Vizeadmirals a. D. von Ahle- feld, die dur Professor E. Pfuhl mitgeteilten „Privatbriefe von Robert Koch“, die Erörterung der Frage: „Ist eine internationale Eisenbahnshußkonfernz nötig?" durch den Geheimen Ministerialrat R E e GAA E ider des Generals der In-

. D. Freiherrn von Falkenhausen zu dem seit dem zur Debatte Mia Tkema „Die D nin peena! E

Land- und Forfstwirtschaft. Saatenstandsbericht in Ungarn.

_ Der Saatenstandsberiht des Ackerbauministeruums vom 25. {äßt den Ertrag an Weizen auf 48,30, an Roggen auf 13, an ofe auf 15,80 und an Hafer auf 12,80 Millionen Meterzentner gegen 46,17, 12,65, 15,07 und 12,36 Millionen Meterzentner nach der Schäßung vom 11. Juli d. F. Die Entwicklung der Maispflanze is} infolge der Hiße ins Stocken geraten und seit dem leßten Bericht hat sih deren Stand erheblich verschlechtert. Die Kartoffelpflanze kann d, wenn rasch Niederschläge eintreten, noch befsern.

Fn der zweiten Hälfte des Monats Jult herrschte im ganzen Lande warmes und trockenes Wetter. Die Temperatur erhöhte #sch besonders in der leßten Woche, stark und überstieg täglih 30 Grad, an mehreren Orten sogar 35 Grad. Gewitterregen find nur in den östlichen, südlichen und westlichen Grenzgebieten zu verzeihnen gewesen. Hagelschläge richteten namhaften Schadenan, und zwar namentlih in Bacss Föoldvár, L und in Páncsova. Im größten Teil des Alfölds, jenseits der Donau sowie im nordwestlichen Teil des Landes ist seit zwei Wochen kein Regen gefallen. Die Trockenheit begünstigte zwar die Beendigung der Ernte der Halmfrüchte sowie die im ganzen Lande in vollem Zuge befindlihen Ginbringungs- und Druscharbeiten, dagegen übte die Hiße auf Hakfrüchte, Gartengewähse, Futterarten, Weiden vnd Wiesen einen s{hädigenden Einfluß aus. Die mittleren, an Negen- man el leidenden Landesteile führen um so mehr über die Trocenheit Klage, als in diesen Gebieten auch in der früheren Berichtsperiode keine Niedershläge zu verzeichnen waren; da zudem die Nächte in der leßten Berichtösperiode keine fühlen waren, hat auch der Tau den Regenmangel nur in fehr ge- ringem Maße gemildert. Die günstige Wirkung des warmen Wetters in der ersten Hälfte des Monats Juli für die Reife und den Schnitt der Getreidearten kann erst jeßt zu Beginn der Druscharbeiten kon- statiert werden, wo größtenteils gute und nicht selten sogar ausge- zeichnete Qualitäten eine angenehme Ueberraschung bereiteten. iei A D E S zeigt sh in hôöchstem Maße

ei zen und bei Gerste, weniger aber bei Ha ] jedoh bei Roggen. 9 Hafer, am geringsten. e Erntearbeiten in Weizen sind mit Ausnahme der ge- birgigen Gegenden überall zu Ende. Das Einheimsen und der Drusch sind in vollem Gange, doch konnten infolge der großen Hitze in den leßten Tagen in einzelnen Teilen des Alfölds nur die frühen Morgen- fowie die Abendstunden zur Arbeit benußt werden. Die Resultate des begonnenen Drusches haben die auf einen N Ertrag gehegten Lefturamn nicht nur bestätigt ondern noch übertroffen , esonders in bezug auf die ualität. Unter der Einwirkung entsprehend kühler und windiger Witterung in der Reifpertode konnten #sch nämlih die Körner au in der Lagersaat s{hön entwieln. Auch die trockenen Tage während des Schnittes und danah waren zur Nachreife der in Garben liegenden Aehren geeignet, sodaß die Körner hart wurden. All diesen Umständen if es zu verdanken, daß heuer das Durchschnitts- gewicht des Weizens an den meisten Stellen 80 kg überschreitet und nicht selten 83 bis 84 kg erreiht. Die Anbaufläche wird nah Abzug der dur das Auftreten von Feldmäusen fowie durch Frost ausgeackerten Flächen auf 5,8 Millionen Katas\traljoch geschäßt. Auf Grund der Berichte von den landwirtschaftlichen Berichterstattern und den landwirtschaftlihen Jnspektoren, die teilweise bereits auf den Druschresultaten basieren, kann der Ertrag im Landesdurhschnitte auf 8,33 Meterzentner für das Katastraljioh, also auf insgesamt 48,30 Millionen Meterzentner gegen 46,18 Millionen Meterzentner im Vor- jahre gent werden. Vie E Daten der Ernteschäßung ließen einen Weizenertrag von nur 46,17 Millionen Meterzentner Go nah den vorgenommenen Druschproben jedoch und nah den teil- weise erzielten Druschresultaten erhöhen sih die Schäßungen um 2,13 Millionen Meterzentner. Die Ernte von Roggen und die von Halbfrüchten ist größtenteils beendet und der Drusch bereits im Zuge, in einigen Gebieten des Alfölds sogar \chon beendet. Die bisherigen Druschresultate ! befriedigen hauptsählich in der Qualität da die Körner ens a und groß entwickelt sind. Jn bezug auf die Quantität aber entspriht der Ertrag nicht überall den ge-

hegten Erwartungen, einerseits weil zur Zeit der Blüte Frostwo eintrat und die Aebren lückenhaft geblieben, andererseits i nta: