1892 / 48 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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filter einzn.rreten: da wäre es wohl än der Zeit, daß wir üns von unseren Kinderkrankheiten freimadten. Wir geben dur bewegte und anregende Tage bindur<, in denen das Urtheil der großen Menge der Menschen der Objectivität leider zu sehr entbehrt. Iknen werden rabigere Tage folgen, infofern unser Volk si< ernstlih zu- fammennimmt, in si< geht und unbeirrt von fremden Stimmen auf Gott baut unv die ebrlihe fürsorgende Arbeit feines angestammten Herrschers. Jh möchte dieses Uebergangéstadium mit einer fleinen Geschicbte vergleidzend beleuhten, welhe Jch einmal gehört habe. Der berühmte englische Admiral Sir Francis Drake war in Central-Amerika gelandet nah s{werer, stürmis<h bewegter Reife : er suhte und forsdte nah dem anderen großen Ocean, von dem er überzeugt war, daß er vorbanden sei, den die meisten seiner Begleiter jedoh als ni<t existirend annahmen. Der Häuptling eines

Sa A So S 7 na Cyrano n T avi A . Stammes, Ocm TAS eindringliche Fragen UND is oríd en CV

Admirals aufgefallen, von der Macht seines Wesens eingenommen, sagte ihm: „Du fuhst das große Wasser; folge mir, ih werde es Dir zeigen“, und nun stiegen die beiden troß warnenden Zurufs der übrigen Begleiter einen gewaltigen Berg hinan. Nach furchtbaren Beschwerden an der Spitze angelangt, wies der Häuptling auf die Wasserfläche binter ibncn und Drake sah die wildbewegten Wogen des zuleßt von ibm durds{bifften Meeres vor s><. Darauf drehte si der Häupt- ling um, führte den Admiral um einen

und plößlich that sh vor seinem entzü>kten Bli>e der vom Gold der aufgehenden Sonne bestrablte Wafserspiegel des in majestätischer i es auch mit uns! Das feste Bewußtsein Ihrer, Meine Arbeit treu be-

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Nuke sich ausbreitenden Stillen Oceans auf. gleitenden Sympathie flößt Mir stets neue Kraft ein, bei Arbeit zu beharren und auf dem Wege vorwärts zu screiten, der Mir vom Himmel gewiesen is.

Gefühl der Verantwortung unferm obersten Herr

über und Meine felsenfeste Ueberzeugung, daß unfer

von Roßba<h und Dennewißy Mich dabei niht im Sti lassen wird. Er bat Sih sfolde unendlihe Mübe mit unserer alten Mark und Unserem Haufe gegeben, daß wir nicht an- nehmen können, daß Er dies für nidts gethan hat. Nein im Gegen- theil, Brandenburger, zu Großem sind wir no< bestimmt und herr- liden Tagen führe Ih Euh no< entgegen. Lassen Sie fid nur dar keine Nêérgeleien und dur< mißvergnüglicbes Parteigerede SFhren Bli> in die Zukunft verdunkeln oder Ihre Freude an der Mit- arbeit verfürzen. Mit S{lagwörtern allein ist es niht gethan, und den ewigen mißvergnüglichen Anspielungen über den neuen Curs und feine Männer erwidere Ih ruhig und bestimmt: „Mein Curs ist der richtige und er wird weiter gesteuert,“ daß Meine brave märkisce Mannschaft Mir dabei belfe, das hoffe Ich bestimmt. Daber trinke Ic auf das Wohl Brandeuburgs und seiner Männer Mein Glas.

Heute traten die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für das Landheer und die Festungen und für Handel und Verkehr, sowie die vereinigten Ausshüsse für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen zu Sitzungen zusammen.

Dem Bundesrath sind die Entwürfe von Bestimmungen )

4 über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlihen Arbeitern in Cichorienfabriken und Über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlihen Arbeitern in Glashütten zur Beschluß- fastung vorgelegt worden. Auch diese Entwürfe tragen wie der neuli<h erwähnte über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Walz- und Hammer- werken der Gewerbenovelle vom 1. Juni 1891 Rechnung. Der erstere Entwurf verbietet den Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern der Cichorienfabriken zunächst für zehn Jahre die Be- schäftigung und den Aufenthalt in Räumen, in denen Darren im Betriebe sind. In dem zweiten Entwurf wird die Beschäftigung jugendliher Arbeiter in Glashütten von der Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses abhängig gemacht und ferner be- stimmt, daß die Nachtarbeit, welche in 24 Stunden die Dauer von 10 Stunden nicht über)hreiten darf, in jeder Schicht durch cine oder mehrere Pausen in der Gesammtdauer von mindestens einer Stunde unterbrochen sein muß. Weiter ist für die Glashütten, in denen die Glasmasse gleichzeitig geshmolzen und verarbeitet wird, regelmäßiger wöchentliher Schichtenwechjel angeordnet, während in Betreff der Hütten, in denen die Schmelzschicht und die Verarbeitungsshiht mit cinander wechseln, die bisher nur für Knaben bestehende Vorschrift, daß innerhalb zweier Wochen von der Gesammtdauer der Beschäftigung in die Zeit von 6 Uhr Abends bis 6 Uhr Morgens nicht mehr als die Hälfte fallen dürfe, auf junge Leute ausgedehnt worden ist. Endlich ist die bisherige Bestimmung, daß die Gesammtdauer der Be- schäftigung der Knaben innerhalb z weier Wochen nicht mehr als 72 Stunden betragen dürfe, dur<h die Vorschrift erseßt, daß die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit der Knaben

36 Stunden nicht überschreiten darf. Auch für diese Bestimmunger ist cine Zeitdauer von zehn Jahren in Aussicht genommen. Desgleichen ist dem Bundesrath der Entwurf von Bestim- mungen über die Beschäftigung von Arbeiterinnen auf Steintohlenbergwerlen, ZUnl- Und Blelerzberg- werken und auf Kokersien im Regierungsbezirk Oppeln vorgelegt worden. Der Entwurf macht von der Be- ré<tiqung des S 137, 1 der Gewerbeordnung vom 1 Juni 1891 Gebrau<, wodur für . Fabriken, welhe mii ununterbrehenem Feuer betrieben werden, oder welche sonst dur<h die Art des Betriebs auf eine regel- mäßige Tag- und Nachtarbeit angewiesen sind, dur<h Beschluß des Bundesraths für bestimmte Bezirke Ausnahmen von det im S 137, 1 bis 3 über die Beschäftigung von Arbeiterinnen vorgesehenen Bestimmungen nachgelassen werden können. In den Werken der obershlesishen Montanindustrie waren im Jahre 180 etwa 14505 Arbeiterinnen mit einem Lohn von 3869346 X# beschäftigt. Die große Menge der Arbeiterinnen und die Summe der von ihnen verdienten Löhne, welche nah den angestellten Ermitte- [ungen ni<t nur zur Bestreitung des eigenen Lebensunterhalts dienen, fondern vielfa<h der Haushaltung erwerbsunfähiger Eltern zu gute kommen und bei Wittwen oder cheverlassenen Frauen zu Ernährung der Kinder gebrauht werden, würde es. im hohen Maße bedenklich ersheinen lassen, K m S 1 Do i V6 83. 0 d W vor qcichenen Bestimmungen fofort und ausnahmslos durch-

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zuführen. Für die Frage, in wel<em Umfange die Frauen- nachtarbeit bei der oberschlesishen Montanindustrie weiter zu gestatten ist, bedurfte es unter diesen Umständen zunächst der Prüfung, welche der bisher zur Nachtzeit von weiblichen Per- sonen verrihhteten Arbeiten ohne wesentlihe Störung dcs Be- triebs in die Tageszeit verlegt werden können. Die Prüfung hat zu dem Ergebniß geführt, daß beim Eisenerzbergbau sowie bei der gesammten Hüttenindustrie abgesehen von den mit Hochöfen in Verbindung stehenden Kokereien für die Nachtarbeit der Frauen überhaupt keine zwingenden betrieb- lihen Gründe vorliegen, daß, soweit Nachtarbeit für diese Jndustriezweige überhaupt für erforderli<h erachtet werden muß, diese dur<hweg von Männern verrichtet werden fann, und daß die in Folge der Anwendung ècs $ 137 Absaz 1 bis 3 der Gewerbeordnung bei diesen Betrieben zu erwartenden Entlassungen von Arbeiterinnen voraus- nhtlih feinen solhen Umfang annehmen werden, um darin cine im Interesse der Bevölkerung zu vermeidende Nothlage zu erbli>en. Anders liegen nach den angestellten Ermittelungen die Verhältnisse beim Steinkohlenbergbau, beim Zink: und Bleierzbergbau und bei den Kokereien mit ununterbrochenem Betriebe. Jn diesem Gewerbszweigen, welche im allgemeinen auf cine regelmäßige Tag- und Nachtarbeit angewiejen sind, können cinc Rcihe von leichteren, bisher vielfah von Ar- beiterinnen versehenen Arbeiten, welche mehr oder weniger mit der Gewinnung der Mineralien und der Koksherstellung in Verbindung stehen, au<h während der Nachtzeit nicht unter- bleiben, und es würde die Durhführung des Verbots der Nachtarbeit weiblicher Personen aller Wahrscheinlichkeit nah deren völligen Auss{hluß von den bisher ihnen zugefallenen Arbeiten deshalb zur Folge haben, weil Männer nicht geneigt sein würden, ausscließzli< eine regelmäßigeNachtarbeit zu übernehmen. Unter diesen Umständen erscheint es angemessen, nur auf eine schrittweise Beseitigung der Frauennachtarbeit in Oberschlesien hinzuwirken. Nach dem Entwurf soll demgemäß bis zum 1. April 1897 no< Nachtarbeit weiblicher Personen gestattet sein. Weiter soll auf Steinkohlenbergwerken und Zink: und Bleierzberg- werten für Arbeiterinnen mindestens cine Stunde Pause ein- acführt werden, und auf den Werken mit doppelter Arbeits- \<hiht werden bis 1902 für Beginn und Dauer der Arbeit bestimmte Festsezungen getroffen.

Danzig, - 23. Februar. Der 15. wesipreußis<e Provinzial-Landtag ist heute dur<h den Ober-Präsidenten, Staats-Minister von Goßler mit folgender Rede eröffnet worden :

Hochgeehbrte Herren!

Als Königlicher Commissarius babe i< die Ehre, den Landtag der Provinz Westpreußen bei seinem 15. Zusammentritt zu begrüßen.

Vor JIabresfrist stand an dieser Stelle ein Mann, der, wie wenige, durch die ausgezeichneten Eigenschaften scines Charakters und seiner Gesinnung berufen s{ien, das Wohl der Provinz zu fördern. Mitten in seiner s{affensfreudigen Laufbabn ift er abberufen, feine Treue in der Pflichterfüllung haben die Westpreußen in Treue ver- gelten, eine aufrichtige Trauer bat sein Scheiden begkeitet. Unter den Mitlebenden wird sein Gedächtniß in Ehren bleiben, daß es aber au als ein theures Erbtbeil auf die nabfelgenden Gesclechter über- gehe, dazu baben Ibre vorjährigen Beschlüsse die Grundlage geschaffen.

Dank Ihrer Bewilligung, Dank des Entgegenkommens Ihrer Verwaltung is es gelungen, das Liebling8project des Verewiaten auszuführen, die westvreußishe Arbeitercolonie in das Leben zu rufen und in ibrem Namen „Hilmarshof“ das Andenken an Hilmar von Leipziger wah zu erbalten. Ein tief empfundenes Bedürfniß ist mit der Einrichtung der Colonie befriedigt, die Beshafung der zur Ergänzung des Unternehmens durchaus erforderlihen Bervflegungés- stationen hat einen neuen Antrieb erbalten und die Provinz ist um ein Werk bereichert, welches in der Kette der socialen Schöpfungen der Neuzeit ein bedeutsames Glied bildet. h

Auch auf einem anderen Gebiete weitsicbtiger Fürsorge für Ibre leidenden Mitmenschen steben Sie im Begriff, ein !egensreihes Unter- nebmen ins Leben zu rufen. Durch die im Princiy bereits beschlossene Einrichtung eines Nebencursus in Schlcehau werden bilfsbedürftige, bildungéfähige Taubstumme Tostenfrei Erziehuna, Unterricht und Aus- bildung erhalten und der mensc{hlihen Gefellshaft als brauchbare Glieder werden. i

( ih diese Veranstaltung in der altbewährten Richtung

bisber unentgeltlich ‘te Fürsorge für ortsarme dioten, Taubstumme, Si nd Blinde auf eine Grundlage aeîtell ur< das Gefeß vom Bom 1. April 1893 liegt dem Landarmen- [i g ob, in geeigneten Anstalten für Be- der Geistesfranken, Idioten, Epileptischen,

zu treffen, foweit sie bilfs-

t E L - Pflicht steht

munalverbände wirth- Mit der Be- E j aus dem ne deten Fonds für eémelio Entwäfserunssgenossenschast ein gan für die Féêrderung è Landescultur Neue Anforderungen werden aus landwirtbschaftlichen en und die Gewährung *vinzieller Mittel erbält für zten einen um fo größeren Wertb, als bierdur die Unternebmens für die Provinz anerkannt und die : L vird, mit Staats- Zum : Staaishauskbalts für das tommende von 150 000 zur Förderung der - en sstlihen Provinzen Aufnahme gefunden. i ; ( 3 Etats- inister für Landwirthschaft êinen Tb z Westpreußen zu überweisen und lperein verwenden zu lassen. Die darauf, daß ‘ih a i

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Kreise beendet.

Norlegung dentmäler ist ihre Aufnahme für die Die Einrichtung, welche Sie Ihrer n Berwaltung des Provinzial-Museums betrauten Commission ben baben, bat sich bewährt und als geeignet erwiesen, der erweiterten Organisation der Denkmalspflege, wie fie die Staatsregierung anstrebt, als Grundlage zu dienen. Bei allen Vercinen; “wekche mitder Gefcbichte, Ve der Kunst unserer Provinz ih besbäfti die Nure

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Widerhall gefunden und die Vorschläge des Provinzial-Aus\{hufesz vermitteln in glüliher Weise zwischen den Absichten der Staats. regierung und den hier bereits erprobten Grund}aßen. Durch ihre Annabme wird, wie allseitig erhoft wird, das Verftändniß für die Ueberlieferungen der Vorzeit und die Liebe zur Heimath eine mätige Förderung erfahren. ,

Mögen diese, wie alle Ihre Beschlüsse der Provinz zum Segen gereien ! j

Mit diesem Wunsche erkläre ih im Allerhöcsten Auftrage den 15. Provinzial-Landtag der Provinz Westpreußen für eröffnet.

Die Versammlung hatte sih während der Rede von ihren Sigzen erhoben. Der Abg. Engler eröffnete alsdann als Alters-Prôsident die Verhandlungen und brachte ein drei- maliges Hoh auf Seine Majestät den Kaiser und König aus. Mittels Acclamation wurde darauf zum Vor- fißenden der Abg. von Graß-Klanin und zu dessen Stell- vertreter der Abg. von Gramagzki-Danzig gewählt.

Vayern.

München, 23. Februar. Jn der heutigen Sißung der Kammer der Abgeordneten besprachen, wie der „Köln. Ztg.“ berihtct wird, die Abgg. Sartorius, Aichbichler und Hermann Beckh nochmals die Einfuhr russishen Hopfens und nahmen den Nürnberger Hopfenhandel gegen Verdächtigungen in Schuß. Der Abg. Hübler klagte über starke Schädigung der Müller und Bäcker in Grenzorten durch die Erlaubni zollfreier äinfuhr von 3 kg Brot und Mehl aus Oesterreich. Wenigstens jollten die Bercchtigungsscheine hierzu nur an Minderbemittelie ausgegeben werden. Der Finanz-Minister Dr. Freiherr von Riedel erwiderte, die Bestimmung entspreche vollkommen der Natur der Sache. Die Grenzbewohner hätten ohne- hin viel unter den Zollverhältnissen zu leiden: es würde eine große Härte sein, diese Bestimmung aufzuheben. Die Unter- scheidung na< der Bedürftigkeit sei vertragswidrig und un- möglih. Die Abgg. Brünings, Süß, Dr. Jäger, Müller- Haardt, Dr. Groß, Ott, Kaub und Friedrih Beckh besprachen die Lage des pfälzischen Taba>kbaues und verlangten Erhöhung des Zolls auf 120—125 Der Finanz-Minister erklärte, die Regierung verkenne die shlimme Lage nicht und werde sich gegebenenfalls der Jnteressen dieser Bevölkerung wärmstens annehmen. Auf Einzelheiten könne er heute nit eingehen. Der Antheil Bayerns am Ertrage der Zölle und der Tabat- steuer wurde hierauf mit 22100 000 A in den Etat eingesegzt.

Sachsen.

Dresden, 23. Februar. Die Zweite Kammer ge- nehmigte heute den Bau der Secundärbahn Reichenbah— Mylau und bewilligte dann die in Tit. 3 und 25 des außer- ordentlichen Staatshaushalts-Etats geforderten Beträge für den Umbau der Bahnhöfe in Dresden und die Herstellung von Abladestellen am Elbquai in Dresden-Altstadt.

Baden.

Karlsruhe, 22. Februar. Die Zweite Kammer be- schäftigte sich heute mit der Abänderung des Wein- steuergeseßes, wona<h der aus verzollten Trauben ge- wonnene Wein der inländishen Weinsteuer unterliegen joll, was bisher niht der Fall war. Die Vorlage wurde an- genommen. A :

In dem Berichte der Commission über die den badishen Weinbau betreffenden Anträge des Centrums und der liberalen Partei, sowie übcr die Bittgesuche des ober- badischen Weinbauvereins um Neueinschäzung des Rehb- geländes wird nach der „Straßb. Post“ die empfehlende Ueber- weisung folgender Wünsche an die Regierung vorgeschlagen: 1) einen Gejeßentwurf vorzulegen, demzufolge nah Mißjahren im Weinbau auf Antrag der Gemeinden den Beschädigten die Staatssteuer aus Rebgelände ganz oder theilweise rü>- ersczt werden kann; 2) im Staatsbudget Mittel einzustellen, damit vom Staat oder mit Staatsunterstüßung in allen Nebbezirken des Landes Rebschulen angelegt werden können: 3) einen Gesezentwurf vorzulegen, welcher für den Fall der Totalerneuerung eines Rebjstü>ks Befreiung von der Grundsteuer auf die Dauer von fünf Jahren vorsicht.

Mecklenburg-Schwerin. Schwerin, 23. Februar. Zum heutigen Geburtstage Jhrer Königlichen Hoheit der Großherzogin-Mutter war die Stadt, wie die „Meckl. Nachr.“ melden, festlih ges<hmüdt. Um 8 Uhr wurde von den Musikcorps und Spielleuten der hiesigen Garnison eine Reveille dur<h die Straßen der Stadt ausgeführt. Jm Laufe des Morgens beglü>wünschten dann Jhre Kömgliche Hoheit die Großherzogin Marie, begleitet von Jhren Hoheiten der Herzogin E lijabeth und dem Herzog ¿Friedri < Wilhelm, ferner Jhre Königliche Hoheit die Herzogin Wilhelm, Seine Durhlaucht der Prinz Reut mit hoher Gemahlin und Jhre Hoheiten der Herzog und die Herzogin Johann Albrecht die Großherzogin-Mutter in ihren Gemächern. Jm Schlosse fand Mittags ein Familien- frühstü>, Nachmittags 5 Uhr Familien- und Marschalltafel itatt. Am Abend veranstalteten der Herzog und die Herzogin Johann Albrecht in ihren Gemächern eine musikalische Soiree.

Reuß: ä. L. E Greiz, 23. Februar. Jhre Königliche Hoheit die Herzogin Max von Württemberg, Schwester der Hoc seligen Fürstin Jda, ist na< mehrtägigem Aufenthalt am hiengen Hofe gestern wieder von hier abgereist.

Oefterrei<-Ungarn.

Jn einer gestern in Budapest abgehaltenen Conferenz der liberalen Partei des ungarischen Unterhau}e® wurden dem „W. T. B.“ zufolge Baron Desiderius Banf?fy als Candidat für das Präsidium und Alerius Bokroß und Graf Theodor Andrassy als Candidaten für das Vice- Präsidium des Abgeordnetenhauses einstimmig aufgestellt. <1 Conferenz beschloß ferner, die bisher der Opposition zU- gewiesenen Schriftführerstellen von zwei auf drei zu erhohen.

Großbritannien und Jrland.

Jm Unterhause kündigte der Erste Lord des Schaßes Balfour gestern an, er werde am Freitag die Aus- [hließung des (befanntli<h eines sittlihen Vergehens a1 getlagten und im Auslande weilenden) Abg. Decobatn aus dem Hause beantragen, weil er gestern der Aufforderung des Unterhauses, fih zu stellen, niht nahgekommen |el und ih der Gerechtigkeit entziehe. Ein von Samuel Smith el

gebra<hter Antrag zu Gunsten der Entstaatlihung der Firhe von Wales wurde vom Hause mit 267 gegen 990 Stimmen abgelehnt.

. Ueber die vorgestrige Unterhaus-Sißung, in welcher, wie schon gemeldet, die erste Lesung der Bill zur Er- leihterung des Erwerbs von Kleinstellen stattfand, entnehmen wir dem Bericht der „A. C.“ no< Folgendes : Der Präsident des A>erbauamts Chaplin führte in seiner Begründung aus, diese Maßnahme müsse natur- emäß einen versuhsweisen Charakter tragen. Der Hauptzwe> sei, die Zahl der ländlichen Grundeigen- thümer zu vermehren und den mafßsenhaften Zuzug der länd.ichen Bevölkerung in die großen Städte zu beschränken. Ockonomishe Gründe, weshalb der Versu<h scheitern sollte, beständen niht. Vom socialen Standpunki betrachtet, könne nur eine Stimme herrshen über die Vortheile im Falle des Gelingens. Nach der Vill sollten die Commissäre für An- leihen zu öffentlihen Bauten bevollmächtigt werden, Geld für den angeführten Zwe> zu nicht über 3!/z Proc. zu leihen. Die locale Behörde solle berehtigt werden, das Geld von ihnen zu entleihen oder sonstwo her zum Ankauf von Klein- stellen aufzutreiben. Die Summe dürfe jedo die localen Auflagen um nicht über 1 4 pro Pfd. Sterl. erhöhen. Eine _Kleinjtelle“ sei nah der Bill ein zum A>erbau geeignetes Stü> Land, wel<hes 1—50 Acres groß ist und dessen jähr- licher Werth nicht über 50 Pfd. Sterl. beträgt. Die Local- behörde, welche den Landankauf besorgen soll, fei der Grafschafts- rath. Würde die Gemeindeauflagein England und Schottland um 14d pro Pfund Sterling erhöht, so käme, London und andere Grafschafts-Boroughs niht mitgerechnet, cine Summe von 10 000 000 Pfd. Sterl. zusammen. Der zu zahlende Preis müsse so bemessen scin, daß er bei Parcellirung in Kleinstellen wieder herauskomme. Zwang zum Verkauf solle nur dann geübt werden, wenn der Zwe> sonst niht erreiht werden fonne: bei der heutigen Lage der Landwirthschaft werde es wohl kaum dazu kommen. Der Käufer der Kleinstelle müsse ein Viertel des Kaufpreises baar zahlen, das zweite Viertel möge als ewiger Pachtzins stehen bleiben, und der Rest müsse in Abschlagszahlungen während des Zeitraums von 50 Jahren getilgt werden. Der Eigenthümer der Kleinstelle müsse das Land selbst bebauen und dürfe es ohne Zustimmung des Graf- shaftsrathes niht in Afterpaht geben. Nur ein Wohnhaus dürfe auf der Stelle gebaut werden, damit nicht zu viele ((nschen darauf lebten. Chaplin {loß mit der Bemerkung, daß die Zeit äußerst günstig für den Plan sei. Die von ihm befürwortete Bill wurde von beiden Parteien äußerst beifällig aufgenommen. Der liberale Deputirte Sir W. Harcourt beglü>wünshte Chaplin, erklärte jedoh, daß seine Partei bei der Specialdebatte eine Anzahl Amendements stellen würde. Jn derselben Sißung brachte der irishe Ober-Secretär Jackson die Bill zur Neform des irishen Volksunterrihts ein. Der Schulbesu<h ist in Jrland shwächer als in England und Schottland. Obligatorish soll der Besuch zunächst in den Städten, erst später au<h auf dem Lande fein. Jn diesem Jahre follen 200 000 Pfd. Sterl., über welhe das Schaßamt für irishe Zwe>e verfügt, dazu verwandt werden, das Schul- geld unter 6 Sh. das Jahr abzuschaffen und den Lehrer- penstonsfonds zu vermehren.

196 Unterhausmitglieder haben bereits ihren Wäh- lern crklärt, daß sie auf eine Wiederwahl für das nächste Parlament verzichten: 9 von ihnen werden si<h um cin Mandat in einem anderen Wahlkreise bewerben: von den übrigen 97 Ab- geordneten sind 59 Conservative, 13 liberale Unionisten, 18 Gladstonianer und 7 Nationalisten. England und Wales werden 78 neue Abgeordnete in das Unterhaus senden, Schott- land 10 und Jrland 9.

Ueber die gestern bereits gemeldeten Kämpfe in Ober- Birma entnehmen wir der „Times“ folgende weiteren Einzel- heiten :

Am 19. d. M. überfielen 500 Kachpenen das kürzliÞh von Major Aule in Sadone errichtete Fort, das eine Besatzung von

0 Mann vom 23. Madraser Infanterie-Regiment, 30 Mann vom 5. Gurfa-Regiment, einer Abtheilung militärischer Polizei und 7 britis<hen Infanteristen unter dem Commando des Lieute- nants Harrison hatte. Der Angriff wurde mit einem Verlust von 5 Todten „und 14 Verwundeten auf briti- sher Seite zurü>ges{lagen. An dem gleihen Tage über- fielen Kachyenen in der Nähe von Kritu, etwa a<t Meilen süd- westlich von Sadone, cinen kleinen, von elf Scpoys und einem Iemadar eécortirten Wagenzug und seßten sich in seinen Besiß. Bei dem Ge- re<t famen zehn Sepoys um, während der Jemadar seitdem vermißt ie Nordost-Colonne unter dem Commando des Capitäns bereits am 20. in Sadone eintreffen sollen. Man glaubt,

2 in der Nachbarschaft von Sadone stebenden Truvpen zur Be-

der Kacbyenen ausreichen werden. Wahrscheinlih hat Capitän

; Botschaft des Lieutenants Harrifon, worin diefer um Hilfe it, erst nah einer mehrtägigen Verzögerung empfangen. Die in der

nâsten Umgebung ansässigen Kachyenen hatten sih früher nit als deinde gezeigt, scndern vielmehr an der Erbauung des Forts mit- gebolfen. Die Angreifer seßten si<h aus den nördlihen Stämmen zusammen und batten wahrscheinlich das Fort vor seiner Fertigstellung überrumpeln wollen. __ Der Nanguner Correspondent der „Times“ behauptet in seinem Bericht, der gemeldete Ueberfall sei die Folge des von <inesishen Beamten an der Grenze entfalteten Treibens. N verschiedenen Theilen des Kachyenenlandes, welche un- zweifelhaft innerhalb des englishen Gebiets lägen und türzlih auh von englishen Truppen durchzogen worden seien, hâtten sih cinesishe Emissäre eingestellt, welhe die Kachyenen zur Verschanzung ihrer Dörfer und zum Widerstand gegen die englishe Macht gereizt hätten. Eine endgültige Bestim- mung der Grenze zwishen Birma und China erscheine vingend geboten und ein weiterer Aufshub der Frage könne nur zu ernsten Verwickelungen führen.

Frankreich.

Der bisherige Minister-Präsident de Freycinet, dem, wie gestern gemeldet, der Präsident Carnot die Bildung tines neuen Ministeriums übertragen hatte, hat, einer Meldung es „W. T. B.“ zufolge, nah Rücksprache mit verschiedenen feiner politishen Freunde den Auftrag abgelehnt. Der Präsident hat nun den früheren Finanz-Minister Nouvier mit der Bildung eines Cabinets beauftragt. Dieser wird sih mit den Mitgliedern des zurü>getretenen Cabinets und seinen politishen Freunden besprehen und wollte heute ot Präsidenten mittheilen, ob er die Mission zu übernehmen Dn, Nouvier würde, wie verlautet, bei seinen Versuchen sgt reycinet, Ribot, Constans und Develle unter- in ‘he verden. Wie es heißt, sollen Loubet und Burdeau z 2as neue Cabinet eintreten. Die opyortunistishen,

Nervativen, sowie auh cinzelnc radicale Blätter

beurtheilen die nunmehr als wahrscheinli geltende Neubildung des Cabinets dur< Rouvier, wobei die meisten früheren Minister ihre Portefeuilles behalten würden, in günstigem Sinne.

Jn der vorgestrigen Sißzung der Deputirtenkammer wurden, der „Köln. Ztg.“ zufolge, nur einige Vorlagen von untergeordneter Bedeutung erledigt, worauf der Präsident Floquet, da kein Ministerium vorhanden sei, die Vertagung der Kammer bis morgen beantragte.

Infolge der Anzeige eines Steinbruchbesißers in Soify- sous-Etiolles, daß ihm in der Nacht vom 14. zum 15. d. M. 360 Dynamitpatronen entwendet worden scien, hat, wie „W. T. B.“ berichtet, die Pariser Polizei umfassende Na chfor- schungen und Haus3durhsuchungen bei den Anarchisten von Paris und Umgebung angestellt. Wie verlautet, habe die Polizei bisher über 100 Patronen beshlagnahmt und zwei Verhaftungen vorgenommen. Man vermuthet, die Dynamitpatronen, welhe ein Gesammtgewiht von 35 kg haben, jollten den Anarchisten als Munition für verbrecherische Anschläge dienen. Einzelnen Blättern zufolge habe die Polizei Beweise, daß ein Theil des in Soisy-sous-Etiolles gestohlenen Dynamits bestimmt gewesen sei, das spanische Botschafts- hotel in Paris in die Luft- zu sprengen, um oie Hinrichtung der Anarchisten von Xeres zu rächen. Ein anderer Theil wäre für anarchistishe Zwecke im Ausland bestimmt gewesen. Das „Journal des Débats“ meldet, die Polizei, welche wegen der aroßen Anzahl der no<h nicht auf- gefundenen Patronen beunruhigt sei, habe besondere Maß- nahmen zur Sicherung der spanischen Botschaft getroffen. Den Anarchisten sei es gelungen, einen Theil des Dynamits nah Spanien zu schaffen.

Der Gouverneur von Algerien beabsichtigte, wie das „Journal des Débats“ erfährt, vorgestern von Ghardaja nah El Goleah über Berghavul und Tirara aufzubrechen, und hoffte in aht Tagen dort anzulangen. Am 3. März wird er über Quargia, Tuggurt und Biskra die Rückreise antreten. Die Neise gilt der Herstellung eines Einvernehmens mit einigen großen Scheikhs, dur die man den französishen Einfluß im Süden beträchtlih fördern will.

Nuß;land und Polen.

Durch ein gestern veröffentlihtes Geseß wird der russischen freiwilligen Flotte auf zehn Jahre eine Unterstüßung im Betrage von 600 000 Rubel jährlich seitens der Regierung gewährt unter der Bedingung, daß Die Flolle it dieser Zelt Vier nelle JWOnellnehende Dampfer mit einem Deplacement von nicht unter 8000 Tons jedes Schiff und zwei neue Transportdampfer erwerbe, welche speciell für die Handelsschiffahrt cingerichtet seien.

Ftalien.

Nach Mittheilungen, die der „Pol. Corr.“ aus Rom zu- gingen, hat der Papst über den Zeitpunkt für die Abhaltung des nächsten Consistoriums bisher no<h keinen Beschluß gefaßt. Jn vaticanishen Kreisen glaube man nicht, daß S vor den Ende des Frühjahrs stattfinden werde. Als feststehend gelte, daß die päpstlihen Nuntien in Wien und Madrid, Msgr. Galimberti und Mjsgr. di Pietro, in diesem Consistorium den Purpur erhalten würden. Mittlerweile hat das Cardinals-Collegium durch den (wie gesiern Unter den n. SQUl. 9. Ned. emnge- gangenen Depeschen bereits gemeldet wurde) am Diens- tag Mittag in Rom erfolgten Tod des Cardinals Mermillod einen Verlust erlitten, den die „Germania“ als einen sehr shweren bezeichnet. Gaspard Mermillod, früherer Bischof von Lausanne, gehörte dem Colleguum seit dem Jahre 1890 an. Jm Jahre 1824 zu Carouge in der Nähe von Genf geboren, wurde er shon im Alter von 22 Zahren zum Curaten in Genf ernannt. Als Bischof von Hebron in partibus und Coadjutor des Bischofs von Lausanne zum Gencral-Vicar erhoben, bestand er mancherlei Fehden mit dem eidgenössishen Bunde. Er behielt darin schließlih dennoch die Oberhand und empfing 1872 vom Papst den Titel eines avostolishen Vicars. Später aus der Schweiz ausgewiesen, wandte er ih nah Fernay in Frankreih und war von hier aus bis zu seiner Berufung nah Rom auf das eifrigste im Interesse der vaticanischen Politik thätig.

Spanien.

Nach einer Drahtmeldung des „W. T. B.“ aus Madrid von gestern ist die Herzogin von Montpensier s<hwer erkrankt.

Portugal.

Auch die portugiesishe Pairskammer hat, wie „W. T. B.“ aus Lissabon meldet, gestern die Finanzvorlagen der Re- gierung (vgl. Nr. 28 d. Bl.) ohne Abänderungen angenommen.

Velgzgien.

In einer gestern in Brüssel abgehaltenen Versamm- lung der Rechten gab sich, laut Meldung des „W. T. B., die ganz bestimmte Absicht kund, das Verfassungs- Nevisionswertk so viel wie möglich zu begrenzen und auf das strikt Nothwendige zu beschränken.

Türkei.

Der Sultan hat, na<h einem Wolff shen Telegramm aus Konstantinopel vom gestrigen Tage, dur ein Jrade den ehe- maligen Gouverneur von Janina, Ahmed Ejub Pascha zum Ueberbringer des Jnvestitur-Fermans für den Khedive Abbas bestimmt. Der Zeitpunkt der Abreise des Paschas ist jedo<h no< nit festgeseßt.

Numänien. f Ein in Bukarest veröffentlichtes amtliches Communiqué constatirt, wie die „Wien. Ztg.“ erfährt, daß der Gesundhcits- zustand der Königin Elisabeth si<h fortshreitend betere, jodaß sie in der Lage sei, tägliÞ Spazierfahrten zu untecr- nehmen und mehrere Stunden in freier Luft zu verbringen. Die Königin bedürfe jedo<h no< immer vollständiger Ruhe und besondercr Pflege, und infolge dessen werde ihr Auf- enthalt in Pallanza noch einige zeit andauern.

Schweden und Norwegen.

Christiania, 23. Februar. Aus parlamentarischen Kreisen verlautet, dem „W. T. B.“ zufolge, die norwegische Ne- gierung halte an der Meinung fest, daß die Frage der Er- rihtung eines cigenen norwegishen Konsulats- wetcns ausschließlih im norwegischen Conseil zu verhandeln

sci, während der König der Ansicht sei, daß die Frage des Konsulatswesens als eine gemcinsame vor das s{<wedis<-nor- wegische Conseil gehöre. Es gelte als wahrscheinli, daß das norwegische Cab inet, wenn der König an feiner Ansicht fest- halte, seine Demission einreichen werde. Morgen tritt das Storthing zu einer Sigung zusammen. Am Freitag findei eine Conseilsizung statt.

Afrika. In Transvaal wurde, na< einem Reuter’ schen Telegramm aus Praetoria, zu Anfang dieses Monats wieder ein „Boerntrek“ vorbereitet. Die neue Expedition war nach dem an der Westküste von Afrika gelegenen Humpata und Damaraland geplant. Ueber 200 Boern hatten si bereit erklärt, si<h dem Unternehmen anzuschließen, und es war ihre Absicht, nah Erledigung der nothwendigen Prä- liminarien unverzügli<h aufzubrehen. Wahrscheinlih werde, wie es in der Meldung heißt, der Trek den Ucberlandweg

durch die Kalahari-Wüste wählen.

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Parlamentarische Nachrichten.

In der heutigen (179.) Sitzung des ReichStags, welcher die Staatssecretäre Dr. von Boetticher und Freiherr von Maltzahn beiwohnten, erinnerte der Präsident von Leveßow zunächst daran, daß heute vor fünfundzwanzig Jahren der er s e Norddeutsche, constituirende Reichstag am 24. Fe: bruar 1867 eroffnet wurde. Dieser Tag rufe patriotishe Er innerungen wah. Von gegenwärtigen Mitgliedern hätten an der damaligen Eröffnungssißung die Abgg. Dr. von Bennigsen, Graf von Hompesh, Richter, Freiherr von Stumm und Freiherr von Unruhe-Bomst theilgenommen: un- mittelbar „doxauf cen in das Haus eingetreten die Abgg. Bebel am 6. März, Dr. von For>enbe> am 12. März und Dr. Reichensperger am 5. April 1867. Vom Bureaupersonal seien aus jener ersten Zeit no<h im Hause der Vorsteher des Stenographishen Bureaus Kanzlei-Rath Schallopp, der Botenmeister Ristow und der Hilfskanzleidiener Koch.

Darauf fand zunächst die zweite Berathung des von den Abgg. Auer und Genossen vorgelegten Gesetzentwurfs, be- treffend die Abänderung des Zolltarifgesezes vom 15. Juli 1879, statt. Der Antrag will die gänzliche Aufhebung der Getreide-, Vieh- und Fleischzolle.

Abg. Bock Magdeburg (Soc.) führte an der Hand der Preise für die wichtigsten Lebensmittel in Deutschland und anderen Staaten aus, daß trog aller Ableugnungen von kon- servativer Seite do< ein Nothstand herrsche, der nicht Ulale Daß. man ers die Wirtlingen der neuen Handelsverträge abwarte, bis man die Lebensmittel- zolle ganz aufhebe. Wie sehr das Volk die hohen Fleischpreise drückten, beweise die Zunahme des Consums von Roßfleisch. In Dresden hätten zwei neue Gerichtsvollzieher eingestellt werden müssen, um die gestiegene Zahl von Pfändungen be wältigen zu können. Die Zunahme der Verbrechen stehe auch im Zusammenhang mit der Lebensmittelvertheuerung, sodaß die Lebensmittelvertheurer eine gewisse moralishe Verantwortung für die Zunahme der Verbrehen hätten. Demgegenüber müßten alle Gründe der Agrarier zu Gunsten der Landwirthschaft vershwinden, die sih gar niht in einem Nothstand befände, wie die großartigen Bauern- hochzeiten bewiesen. Die Lage der landwirthschaftlichen Arbeiter sei dur<h die Kornzölle keineswegs verbessert. Redner besprach im einzelnen die Schädlichkeit der Zölle auf verschiedene Nahrungsmittel, das Einfuhrverbot des amerikanischen Schweinefleishes, die Kartoffelmißernte u. f. w. und be merkte, daß die Seltenheit der Todesfälle dur<h Hunger icht gegen das Vorhandensein des Nothstandes spreche, da der Tod vieler Menschen langsam durch Entbehrungen herbeigeführt werde. Wer ein Herz für das Volk habe, müsse dem Antrage zustimmen.

Bei Schluß des Blattes nahm der Abg. Freiherr von Manteuffel (cons.) das Wort.

Die Commission des Reichstags ing des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, besteht aus folgenden Mitgliedern: ODechelhäuser, Vorfi Hulbsh, Stellvertreter des Vorsißenden: Dr. von Dziemk t Gröber, Schriftfübrer; Büsing, Dietz, Friedländer,

a L E (Qi (oiltan At la, Hiße, Schen>, Spahn, Speiser, Wattendorff.

in dem Marine-Etat an fortdauernden worden: in den Capiteln Nechtspflege

26400 4; im Capitel Indienststellung de

in den Capiteln Garnisonverwaltungswelen und zushuß: 23478 4A; im Capitel Wersftbetrieb: an verschiedenen Ausgaben 2220 L, zusammen al!o Ausgaben 818 283 6 Bei den einmaligen A! lichen Etats wurden gestrichen 8 220 000 e, Ausgaben des außerordentlichen Etats gesammt wurden also im Marine-Etat gestrichen 10

Nach dem Bericht der Budgetcommission si

In der Volkss<{ulgeseß-Commis!ic der Abgeordneten wurde gef Nachmittag , Morgenblättern entnehmen, die (Der Religionsunterricht Religionsgesellschaft ertheilt, welcher empfangen) fortgesetzt. Abg. Dr. 2 dem Worte „wird“ e na den Lebren ei in der einzelnen Absatz anfügen: ertbeilen, als

Abg. Pr.

nterricht ertheilt ! en Katechiêmus auf usgeschloffen sten Antrage |! Freiconservativen wie einige Mitglieder stimmend aus brend fie ein Antrag nicht anerkennen Tonnten. (nl.) und Sevffardt- Magdeburg (nl.) 10 daz bei Annahme des zwe Antrages

tonder hingewiesen be : Neformirte und Lutberaner, die in einer Schule eingeschult wären, erbeblide Schwierigkeiten entstehen könnten. Der erste Antrag Brüel wurde mit 21 Stimmen, der zweite nit 16, und der 1o amendirte & 16 mit 17 Stimmen augenommen. Es folgte dic

J l, F r L L Ta 4 ++ . A / D Mos Berathung des $ 17, dessen erster Abjay lautet: „Ohne den Ne