1911 / 268 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

ein Polizeikommissar: Herr Habih; Haushofmeister der Marschallin : vat] Alma; Haushofmeister bei Faninal: Herr Philipp; Ein Notar : Herr asa; ein Sänger: Herr Jörn; drei adelige Waisen: die Damen Dietrich, Quaglio, Parbs; Modistin: Fräulein Buchholz; Tierhändler: Bere Schöffel. Die musikalische Leitung hat der Generalmusikdirektor r. Muck, die Regie führt Herr Droescher. Die neuen Dekorattonen find von Herrn Kautsky entworfen und ausgeführt. / :

Die Direktion des Deutschen Theaters teilt mit, daß Freitag, den 24. November, noch eine Aufführung der «Dvenlte! im Zirkus Schumann stattfindet. Der Vorverkauf beginnt Donnerstag, den 16. d. M., im Deutschen Theater und im Waren- hause A. Wertheim. N

Im Berliner Theater ist dle Erstaufführung des neuen S@{wanks „Die Ahnengalerie“ von Leo Walther Stein und Ludwig Heller auf Sonnabend festgeseßt worden. Für die Darstellung zweier Hauptrollen sind- Frieda Richard und Hans Sternberg, vom Kleinen Theater, verpflichtet worden.

Mannigfaltiges. Berlin, 13. November 1911.

Eine Kleistfeier veranstaltet der Verein der Literaturfreunde zu Berlin „Die Klause" (Ehrenvorsißender: Victor Blüthg n) morgen, Abends 8 Uhr, Wilhelmstraße 111. Die Festrede hält Dr. Karl Storck. Weitere Mitwirkende find die Konzertsängerin Frau Louise Genner (Klossegk-Müller), die Königliche Schau- \pielerin Fräulein Häußler und Derr Kapellmeister Gerhard Schreiber. Ferner findet Sonntag, den 19. November, Mittags 1 Uhr, am Grabe Kleist s in Wannsee eine Feter statt. Die Teil- nehmer versammeln sih um 123 Uhr vor dem Bahnhof tin Wannsee. Nach der Feier geweinsame Wanderung nach Schloß Wannsee. Wer vor 90 Fahren die Grabstätte Kleists besuchen wollte, mußte lange danach suchen; halb verfallen lag sie da, kaum war die Inschrift zu entziffern. Da nahm sih des unwürdigen Zustandes der literari[e Nerein „Klause“ an unter seinem seit mehreren Jahren verstorbenen Vorsitzenden Friedrih Kirchner, ließ die Grabstätte in Ordnung bringen und behtelt sie in dauernder. Pflege, bis der Staat dice vor einigen Jahren übernahm. Die „Klause" hat auh eine Tafel auf- stellen lassen, die heute noch den Weg weist.

Am Dienstag, den 5. Dezember, Abends 8 Uhr, findet in der Aula des Köntglichen Wilhelms-Gymnasiums zu Berlin (Bellevue- straße 15) die achte Sahresversammlung der Vereinigung der Freunde des humanistischen Gymnasiums statt. Den Hauptvortrag über: „Humanismus und Rechtswissenschaft“ hat der ordentliche Professor an ter Universität Berlin, Geheime Justizrat Dr. jur. Kipp über- ncmmen. Gäste sind willkommen.

Kiel, 12. November. (W. T. B.) Gestern, Mittags 12 Uhr, wurden die hiesigen Marinerekruten im Exerzierhause der erslen Matrosendivision in Gegenwart Ihrer Majestäten des Kaisers, der Kaiserin und der hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen vereidigt. Nach den Neden der beiden Stationspfarrer beider Bekennt- nisse bielt Seine Majestät der Kaiser eine Ansprache an die Ne- fruten. Na Schluß der Feier nahm Seine Majestät militäri?he Mel- dungen egen und frühstückte dann in der Offizierspeiseanstalt bei dem Offizierkorps der kei der Vereidigung beteiligt gewe}enen Marinetetle. Abends wohnte Ihre Majestät die Kaiserin mit Jhren Königlichen

Hoheiten den Prinzessinnen Heinrich und Viktoria Luise owie

entg [

den Prinzen Adalbert und Waldemar einer Fest vorstellung im Stadttheater bei. Gegeben wurde „Das Und eine Koppenstedter Komödie von Ottomar Enking. Der, Dichter wurde nah der Vorstellung von Ihrer Majestät empfangen. E

Heute miitag erfolgte in Anwesenheit Jhrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin die feierliche Einweihung des neuen Rathhauses der Stadt Kiel. Das schöne große Gebäude, dessen hochaufragender Turm tem Stadtbilde einen neuen bedeutsamen Zug cinfügt, prangte in Flaggenschmuck. Fahnen und Girlanden zogen sich auch dur die Festsiraßzen am_ Kleinen Kiel und dem Lorenzentamm entlang bis zur Barbarossabrücke. Die Krteger- vereine, Svpo1tvereine, Innungen und die Bürgergilde sowie

Mittwoch, Nachmittags . Abends: Coeur As.

| Donnerstag: Coecur As.

Freitag: Bummelstudenten.

Sonnabend: Zum ersten Male: Ahneugalerie. Li Pi I Mittwoch und folgende Tage: Die Dame iu Rot.

| met

Dienstag: Opern- |

* - e 4 . Königliche Schauspiele. Die | haus. 82. Kartenreservesaßz. Das Abonnement, die ständigen Reservate fowie die Dienst- und FXret-

|

Squlen hatten mit Fahnen und Musik als Spalier Aufstellung ge- nommen. Zahlreihes Publikum erwartete troß ströômenden Negens die Majestäten. Im großen Kollegiensaal des Nathauses, der in setner gediegenen Einfachheit mit einer schönen Kassettendecke und großen Glasmalereien an den Fenstern einen schr würdigen Eindruck macht, versammelten sich die städtishen Behörden und die geladenen Gäste mit ihren Damen, unter Anderen der Staatssekretär des Reichsmarineamts von Tirpiß, die Admiralität, der Ober- präsident von Bülow, der Rektor der Universität, Pro- fessor Dr. Fischer, Mitglieder des Adels der Provinz sowie der Polizeipräsident von Schroeter. Ferner trafen ein: Shre König- lihen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Heinrich, die Prinzen Adalbert und Waldemar sowie Ihre Durchlaucht die Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein. Fanfaren- bläser in mittelalterliher Tracht kündeten das Nahen der Majestäten. Fhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin und Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Viktoria Luise wurden am Portal des Nathauses vom Oberbürgermeister Dr. Fuß, vom Bürgermeister Lindemann und dem Stadtverordnetenvorsteher Dr. Ahlmann empfangen und die große Treppe hinaufgeleitet. Auf der oberen Rotunde umstanden weißgekleidete Töchter der Bürger- chaft die dort aufgestellte, von Blumen umgebene Büste Jhrer Majestät der Kaiserin. Unter den Klängen der Musik betraten die Majestäten den Kollegiensaal. Nach dem einleitenden Gefang eines Männerhors hielt der Oberbürgermeister Dr. Fuß eine An- sprache, in der er u. a. sagte: „Eurer Majestät bringen wir erneut unsere Huldigung als dem machtvollen Schirmherrn des Deutschen Neiches dar, der uns den Segen des Fuiedens seit nahezu einem Bierteliahrhundert erhalten hat, auf dessen Nuf wir aber auch bereit fein wollen, Opfer zu bringen und Not zu tragen, wenn dereinst des Reiches Sicherheit und Würde es erheischen sollte. Wir huldigen Eurer Majestät als unserem König, dem Erben der Geistes- und Sceelengröße, die dem Geschlecht der Hohenzollern auf Preußens Thron in Glück und Unglück eigen ist. Wir huldigen Eurer Majestät als dem Herzog unseres Hetmatlandes und wissen Eurer - Ma- jestät besonderen Dank» dafr, daß wr heute auch Fhre Majestät, unsere erhabene Kaiserin, begrüßen dürfen.“ Des weiteren führte der Oberbürgermeister aus: „Die deulschen Städte, die vor kurzem in der Residenzstadt Posen tagten, sind einmütig beseelt von Treue gegen Kaiser und Reich. Dort im Osten hat der Oberbürgermeisier der größten Stadt im deutshen Süden aus vollteilnehmender Freude über den unserer nordishen Stadt verheißenen Kaiserliden Besuch aus eigenem An- triebe gebeten, für diese Feier den gleihen Wein bereitstellen zu dürfen, den Eure Majestät vor wenigen Jahren im Münchener Nat- hause zu kosten geruhten. Dieser Wein aber entstammt der im Westen des Neis von der Sonne der Rheinpfalz gekochten Traube“. Seine Majestät der Kaiser erwiderte mit folgender Rede: „Mein lieber Oberbürgermeister! Jh danke Ihnen und der Stadt Kiel in Meinem und der Kaiserin Namen herzlih für die Einladung zu der heutigen Feier und die freundlihße Begrüßung. Fhrem neuen Rathause die Weihe zu geben, ist mir eine besondere Die großartige Entwicklung, welhe Ihre ehrwürdige Stadt mit ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte in den leßten fünfzig Jahren erfahren hat, hängt mit dem Wachstum Meiner Marine und dem Aufblühen der Schiffbaukunst und Industrie aufs engste zusammen. Hier an dem größten Hafen der deuten Ostseeküsle sind die mustergültigen Werftanlagen ent- standen, auf denen für deutsche Panzer der Kiel gestreckt und der Körper cefugt und gesichert wird. Hier werden fic nach alüclihem Stapellauf mit Ausrüstung und Bemannung versehen. Hier ist der punkt der rastlosen Arbeit, die diesen Panzern Leben einhaucht und se \(ließlich zu dem macht, was fie sein sollen: Zum starken Schuß und Schirm des deutschen Vaterlandes und Volkes. Es sind wahrlich erhebende Vorgänge und Eindrücke, die Jhre Stadt erlebt. Welches deutsche Herz sollte nicht höher {lagen bei cinem Schauspiel, wte wir es erst gestern wieder gesehen haben, als wir ein neues Erzeugnis der Kieler Werften scincm Element über- 1 Als Wahrzeichen einstiger Zugehörigkeit zur Hansa fühnt Jhre Stadt im Wappen ein Boot. Als Wahrzeichen des engen Zusammenbanges mit der Flotte erscheint Mir der weit hinaus- ragende Turm Ihres neuen Stadthauses, der Meinen Schiffen bei der in den Heimatshafen einen Willkommensgruß der Kieler

Freude.

Jittc Mitte

[ \

ko Í 4+ or aeben Tionntien

Rückkehr [komm beglückwünsche

neuen monumentalen Shmuck der Stadt. | allezeit sein eine Stätte ernster Arbeit, unermüdlicher Pflichterfüllung

Möge das neue Nathaus

und liebevoller Fürsorge für die geistigen und leiblihen Bedürfnisse der Bürger, eine Stätte ech'er deutscher Gesinnung, die in der Gottes- furt, der Treue zum Herrsherhause und der Liebe zum Vaterlande wurzelt. Ich ergreife den Pokal und trinke den Saft der deutschen Rebe, gespendet von Bayerns treuer Hauptstadt, auf das Wohl der Stadt Kiel.“

Hierauf brachte der Oberbürgermeister ein dreifahes Hurra auf Seine Majestät den Kaiser und König aus, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Es {loß sich ein ausführliher Nundgang dur die Räume des Rathauses an, währenddessen sich auch die Majestäten in das goldene Buch der Stadt Kiel eintrugen. Gegen 122 Uhr verließen die Majestäten und Fürstlichkeiten unter Fanfarenklängen und Hurrarufen der Bevölkerung das Rathaus und begaben Sih an Bord S. M. S. „Deutschland“. Abends 10 Uhr 45 Minuten sind Ihre Kaiserlihen und Königlichen Majestäten und Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Viktoria Luise mittels Sonderzuges nah Wildpark abgereist.

Königshütte, 11. November. (W. T. B.) Während der Ausführung von Shachtarbeiten erfolgte gestern nahmittag dur plöulih auftretendes Grundwasser ein Erdrutsch. Die Erdmassen vershütteten vier Arbeiter. Von diesen wurden, wie die auß- führende Gesellschaft bekannt gibt, drei teils s{wer, teils leiht ver - leßt geborgen, während nah dem vierten noch gesu ckcht wird.

St. Petersburg, 12. November. (W. T. B.) Während des Gottesdienstes in der Hauskirhe griff ein früherer Seminarist den Erzbishof Antonius von Wolhynien mit einem Messer an. Der Seminarist wyrde von den An- wesenden festgehalten, sodaß das Messer nur die Hand des Erz- bishofs streifte. Den Grund zu seiner Tat wollte er nicht angeben.

Lublin, 12, Noveainber, (W. L. B) ZIn° dam Dorfe Zemborzice sind 50 Gehöfte, die 120 Häuser umfaßten, mit allen Vorräten viedergebrannt.

T. B) Heute rh 82 Lr

Werny, 12. November. (W. Erdstoß wahrgenommen, der von

wurde hier ein fast senkrehter starkem Getöse begleitet war.

Sugdidi (Gouvernement Kutais), 12. November. (W. T. B.) Heute früh gegen 4 Uhr wurde hier eine leihte Erd\chwankung ver|puürt.

Fonesville, 12. November. (W. T. B.) Im Hügellan d von Wisconsin und in Zentralillinois wütete gestern nach- mittag ein heftiger Orkan, der außerordentlichen Schaden anrichtete. Fn Jonesv ille sind während des Sturmes neun Personen getötet worden, viele sind anderweitig zu Schaden gekommen Die in der Stadt Virginia (Illinois) angerichteten Verheerungen find besonders groß. Drei Personen, die dort in einer Kirche Zu- fluht gesuht hatten, wurden durh einstürzende Trümmer getötet.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

J De „mes

en Tage, daß der

des russischen

London, 13. November. (W. T. B : meldet aus Teheran unter dem gestrig Negent und das ganze Kabinett infolge Ultimatums zurückgetreten seien.

Schanghai, 13. November. (Meldung des „Neuterschen Bureaus“.) Tschifu ist zu den NRevolutionären übergegangen, ohne daß es dabei zu Blutvergießen kam.

i ton

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

enit A V Bürgerschaft zurufen wird. Ich Sie zu dem

3x Uhr: Ein Fallifse- Garten. Kantstr. 12.) Die Dame iu Not. Operette von Robert Winterberg.

Theater des Westens. (Station: Zoologischer Dienstag, / e in drei Akten von s Fulius Brammer und Alfced Grünwald.

pläße sind aufgehoben. Zum ersten Male: Der

Hugo

Theater in der Königgrüßer Straße,

T T E

Blüthner-Saal. Dienstag, Abends 8 Uhr:

Abends 8 Uhr: | Liederabend von Aungelica Rummel.

Mist 5. O 5 N Klindworth-Scharwenka- Saal. Dienêtag,

Abends 8 Uhr: 1A. Liederabeud von Emy vou

Buttykay-Kosüry.

E I “T A S L A

Er ste Beilage en Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.

13. November

Berlin, Monteg, den

Die endgültigen Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 l)

(Zusammengestellt im Kaiserlihen Statistisen Amt.)

Orts8anwesende Bevölkerung

Zunahme

Staaten und LUndesteile

am 1. Dezember 1910 am

männlich | weiblich \zusammen

6 1905 bis 1. Dezember 1910

1905 ?)

Staaten und Landesteile

mea maten mag

Ortsanwesende Bevölkerung am

1. Dezember 1905 ?)

m

Zunahme

am 1. Dezember 1910

Il I

476 666 310 164/ 274 005| 382 402 483 265 1077 051| 1 472 995) 627 605) 1 442 562, 315 323) 114 693| 700 860) 1 387 839) 969 454] 1 610 454| 1 1133341) 2 631 116) 1 662 962| 1 275 941 (90 170 1 376 378) 286 779) 266 340 9210 974 187 125 131 702 481 487 369 023 159 206| 2 514 899 1 621 5292| 1 378 082 683 600/ 3 631 647) 1 494 934| 1 348 375 36 560

a. Negierungsbezirke : Neg.-Bez. Königsberg . 4 Gumbinnen .

Allenstein . . L Daa s Marienwerder

Stadt Den e

Neg.-Bez. Potsdam Frankfurt . Let Koln Stralsund . Posen Bromberg Breslau Liegnitz . Oppeln . Magdeburg Merseburg . Erfurt Schleswig . Hannover . Hildeshetm Lüneburg . Stade Osnabrück . Uri Münster Minden Arnsberg (Caffel

437 453] | 996 423 969 464 360 217 477 590 994 206| 386 432 605 984| 429 363 304 525| 110 455| 635 024 376115 871 944 566 129/

1074 640| 617 874| 646 548 254 834| 830 834 371 737 981 218] 9280 065| 9218 381| 189 4829| 142 255 507 632| 367 105| 240 643|

493 154|

Wiesbaden or us

Koblenz i L | 375 219

FAeldorf E é .| 1734788

Goin « . 617 893

Trier 514 200|

342 402|

Aachen Sigmaringen . 34 451

b. Provinzen : DITDICUDAt Westpreußen Berlin Brandenburg Pommern Den «5 è Schlesien . G Sachsen . N Schleswig-Holstein Hannover Í NUEI alen e Hessen-Nassau . « « VODRII O Dobel 34 451 36 560

1 003 340] 1 060 835 837 807| 865 667 994 206! 1 077 051 1 992 016] 2 100 600!| 4 ( 844 343 1011139 2 012 713

1 088 692} 2(

830 834| 790 170! 1 1483 138] 1 459 298| 2 ( 2115 380| 2 009 716 1084 600| 1 136 421 3 584 502| 3 536 638

2001 204 2 859 427

872 578) 1 7

13| 2713 249| 5 225 962 1519 256| 1 570019| 3 089 275

4 125 096

Neg.-Bez. Oberbayern Niederbayern . Dal. A Oberpfalz . Oberfranken Mittelfranken Unterfranken . Schwaben .

914 119 606 587 543 469 742 619 960 855

20 703 2/393 10 903 33 307 28 293 31 109 529 542 31 218 4 173

893 416 604 194 992 566 709 312 932 562 2 040 148 2 329 885 1 201 971 857 752

233 189 871 925

Köntgreih Bayern .

männlih | weiblih | zusammen

1413 788 707 367 885 833 574 693 637 700 868 846 682 532 753 613

6 524 372

780 288| 1 532 065] ( 369 682 724331 473 394| 937 085 306 587/ 600 284 338 265| 661 862 476 663| 930 868 362 951| 710 943 399 881| 789 853

507 711) 6 887 291

118 277 16 964 51 292 25 591 24 162 62 022 28 411 36 240

362 919

293 697| 323 597 454 205| 347 992| 389 972

3 379 580| 3

619 §48 229 148 3395 884 763 947 841 398 1.770 879 176 583 1133195

606 125 220 468 1 262 672 723 965

Kretshauptmannschaft Dresden Leipzig . Chemniy Zwickau Bauten

Könitgreißh Sacsen

646 274| 605 714| 445 611 410 576 219 (7283|

2 2323 903

704 013) 1 3! 628 909| 1 234 623 474 932| 920 543 447 083| 857 659 227 3821| 443 549

2 482 758! 4 806 661

1 284 397 1 146 423 851 143 800 218 426 420 4 508 601

65 890 88 200 69 400 57 441 17 129

98 060

207 981 2 035 651 248 990 I 220 8ST 309 510 1 255 465 530 775 497 907 621 004 1 504 248 748 115 694 779 53 336 567 997 554 040 13 957

Nekarkreis ¿ Schwarzwaldkreis . Jagstkreis . Donaukreis .

Königreih Württemberg .

447 197) 882 569 570 820

9296 006!

212 933| 414 969

9289 046| 569 216 1 245 189) 9 437 574

435 372| 274 814 202 036| 280 170

6) 392

811 478 941 662 407 059 9541 980

2 302 179

71 091 29 158

7 910 27 236

135 395

946 405 506 805 39 600 429 355 403 302 26 053 | Landeskomm.-Bez. Konstanz 376 607| 348 653 27 954 - Fretburg 273 957 251 666 22 291 " Karlsruhe n Me E tes 171 065 u Mannheim O0 L2 C L, 084 49 044 Großherzogtum

a4! O OOSOON : „| 302 2296| , 6 316 768| 1 059 579|

164 239| 325 924 285 680| 564 580 308 558| 610 784 324 777| 641 545

1 083 254 2 142 833

311-318 543 305 567 397 588 708

2 010 728

14 606 21 275 43 387 52 837

132 105

39984) 211295) 286897

8 05: 955 233 52 820 | Provinz St

008 05 230 52 z Starkenb e

212968] 1114819 A Obabessin

753 301 723 676 29625 | , Rheinhessen

418 388] 929892901 429 098 N Sroßherzogtum

249 540 1141 851 107 689

294 418) 154 408) 190 372|

339 198

295 962| 590 380 154 825) 8309 233 192 066) 382 438

1 282 051

942 996 296 755 969 424

1 209 175

47 384 12 478 13 014

72 876

009 134 690 777 71 011

931 016 78 118 650 504 40 273 68 282 2 729

Mecklenburg-Schwerin . Großherzogtum Sachsen Mecklenburg-Streliß . .

Herzogtum Oldenburg . . Fürstentum Lübeck . v Birkenfeld

Großherzogtum Oldenburg .

317 964| 204 375

53 518| 198 525 . : 20 597 : ¿ 24 896 244 018

639 958 417 149 106 442 391 246 41 300 50 496

483 042

625 045 388 095 103 451

353 789 38 583 46 484

438 856

14 913 29 054 2 991 37 457 2: C 4 012

44 186

90 703| 925 600!

239 024

U s «e

Sachfen-Metningen . , 5.

Sag Sitburg (40

Sachfen-Coburg- al

Anhalt . i .

Sl ariburgeSondershausen warzburgMudolsta

( Waldeck e diiag

91109 | Neuß älterer Linie

960 760 | Neuß jüngerer Linie .

32576 | Schaumburg-Lippe

113 194 | Lippe . 20

283 237 | Sübedck .

110026 | Bremen

116 756 | Hamburg .

183 19 y

507 s Bezirk Unter: Elsaß

150969 | «» VDber-Clsaß

684 803 C MoIpLinden. . . 2729 | Neichsland Elsaß-Lothrinaen

2 030 176 1 641 874 2 040 148 3531 856 1 684 345 1 986 637 4 942 725 2 979 249 1 504 248 2 759 245 3 618 090 2 070 052 6436 337

68 282

33 999 61 600

)I2 616

(16 921 )99 831

21 004 342 436

251 556 142 148 109 850 131 847| 169 994 45 768' 51 367 31 163 37 988 78 407) 23: 252 77 683

242 783| 136 614 106 278| 125 330| 161 134 44 149 49 335 30 544 34 781 74 345 923 400 73 254| 56 911 148 529 504 902| 352 644 256 955| 356 026|

965 625

494 339 278 762 216 128 257 177 331 128 89 917 100 702 61 707 72 769 152 752 46 652 150 937 59 688] 116 599 150 997| 299 526 509 762 1 014 664

| 348 294] 700938 260 910| 517 865 299 185| 655 211

908 389! 1 874 014 1814 564 59 450

485 958 268 916 206 508 242 432 328 029 85 152 96 835 59 127 70 603 144 584 44 992 145 577 105 857 263 440 875 149 686 695 512 079 615 790

8 381 9 846 9 620 14 745 3 099 4 765 3 867 2 580 2 166 8 168 1 660 5 360 10 742 36 086 139 515

14 243 9 786 39 421

Lustspielyaus. (Friedrichstr. 236.) Dienstag, | Abends 8 Uhr: Ensemblegastspiel des „Neuen Shau- spielhauses" : Die Verguügungsreise. Etn Reise \{hwank in vier Stationen von Friy Friedmann-

Noseukavalier. Komödie für Musik von Hofmannêthal. Musik von Richard Strauß.

Falishe Leitung: Herr Generalmusifdirektor Muck.

Musi- | Dienstag, Abends 8 Uhr: Schauspielerin. Dr. Mittrooch: Hundstage. An- Donnerstag: Schauspielerin.

Freitag: Spielcreien einer Kaiseriu.

Pirkus Schumann. Dienstag, Abends 74 Uhr: Große Galavorstellung. Auftreten sämtlicher Spezialitäten. Um 9{ Uhr: Das Manegeschaustück :

Königreih Preußen « « « « [19847 725/20 317 494 40 165 219] (2 37 293 264

1) Die Veröffentlichung der Ergebnisse ü Bevö E ) 20 i Frgebnisse über Bevölkerungswac{hstu Darstellung Anfang Dezember d. J. im Vierteljahrshefte Un

2871 955

. (32 040 16632 885 827/64 925 993] 60 641 489) 4 284 504

Q 8tetlen wird d i it ei Ma N neben den obigen Angaben mit einer kurzen tertlichen ) r in Berlin, ¿Franzöfische Straße 28) erfolgen. ?) Nach dem

Deutsches Reich

Flähe und Wohnhäuser in den Bundesstaaten und

Negie: Herr Oberregisseur Droeschec. ur Statistik des De n Net Y : z atistif des Deutschen Reichs 1911, TIV (Verlag von Puttkammer und

Ent

fana 7 Uhr.

Schauspielhaus. 253. Abonnements3vorstellung. Die glückliche Hand. Lustspiel in drei Aufzügen von Hugo Lubliner. In Szene geseßt von Herrn Negisseur Keßler. Anfang 7x Uhr.

Mittwoch: Opernhaus. 243. Abonnementsvor- stellung. (Gewöhnliche Preise.) Madama Butterfly. Fapanishe Tragödie in dret Akten. Nach F. L. Long und D. Belasco von L, Jllica und G. Giacoîa, deutsch von A. Brüggemann. Musik pon Giacomo Puccini. Anfang 7# Uhr.

Schausfvtielhaus. 254. Abonnementsvorstellung. Der Bettler vou Syrakus. Tragödie in fünf Akten und einem Vorspiel von Hermann Sudermann. Anfang 7# Uhr.

Neues Operntheater. Sonntag, Nachmittags 2x Uhr: Auf Allerhöchsten Befehl: Zweite Vorstellung für die Becliner Arbeiter- schaft: Minna von Barnhelm oder: Das Soldatenglük. Lustspiel in fünf Aufzügen von Lessing. (Die Cintrittskarten werden durch die Zentral- stelle für Volkswohlfahrt nur an Arbeitervereine, Fabriken usw. abgegeben. Ein Verkauf an einzelne Personen findet nicht statt.)

Ytittwech: Heimat.

uauer. Höleufahect.

Freitag : Hebbel.

nauer. Hölleufahrt.

Deutsches Theater. Dienstag, Aben Peuthefilea. : Yeittwoh und Donnerstag: Freitag: Venthefilea. Sonnabend, Nachmittaas 3 Uhr :

ds 74 Uhr :

Turandsot. ; go Mittwoch :

Kleist-Gedächtnis- i L e nel ol 14 feier der Berliner freien Studentenschaft. Abends: Turandot. Kammerspiele.

Dienstag, Abends 8 Uhr: Nathau der TZeise.

Mittwoch: Gyges und sciu Ring.

Donnerétag: Nathan der Weise.

Freitag: Der Arzt am Scheidewcg.

Sonnabend: Nathan der Weise.

Mittwoch :

Berliner Theater. Dienstag, Abends 8 Uhr: Vummelstudenten. Posse mit Gesang und Tanz Mi in fünf Bildern nach E. Pohl und H, Willen! Musik von Conradi.

Dou

SFreitaa: I F TETLUGY - .

mäßtgten Preisen: Der Waffenschmied.

Sonnabend: Spiclereien einer Kaiserin.

Lessingiheater. Das weite Laud. Arthur S{hnigler.

Zum

Donnerstag: Nora.

Neues Schauspielhaus. Dienstag, Abends 8 Uhr: Hans Sonnenstößers Höllenfahrt. heiteres Traumspiel von Paul Apel.

Mittwo, Nachmittags 34 Uhr: Agnes BVer- Abends:

Donnerstag: Alt-Heidelberg. Neu } ; Ein deutsches Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich

Sonnabend, Nachmittags 34 Uhr: Agnes Ber-

Komische Oper. Der Troubadour. Sibirien. Donnerstag: Sibirien.

Schilleriheate. ©. (Wallnertheater.) Dienstag, Abends 8 Uhr: Madame Sans:-Gênue. Lustspiel in vier Akten von Victorien Sardou. Der Bund der Jugend. Donnerétag: Madame Saus-Gêne.

Charlottenburg. (CSarlss. Friedrih Schiller. ittwoch, Nachmittags 34 Uhr: Prinz Friedrich vou Domburg. Donnerêtag: Wilhelm Tell.

Frederich.

Mittwoh und : nügunungsreife. n

—— folgende

Dienstag, Abends Tragikomödie in 5 Akten von A I A

Dienstag, Abends Chopin. Barró. Für die deutsche Büh

Bolten-Baeckers.

150. Male: Glaube und

Chopîiu.

Ein

Schwank mit Gesang und Tanz Kraay und Okonkowsky, Gesanastexte F. Gilbert. L Mittrooh und folgende Tage:

schaft.

Hans Sonunenstößers

einstudiert: Agnes Bernauer.

Abends: Haus Sounenstößers | Sueewittchen.

Abends 8 Uhr: | Friedrichstraße.) Dienêtag, Baby.

Mittwoch und folgende Lage :

Dienstag,

Tage:

Residenztheaier. (Direktion : Richard Alexander.) Ein Schwank in drei Akten von Kêroul und ne bearbeitet von

Mittwoch und folgende Tage: Ein Walzer von

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) | S Dienstag, Abends 8 Uhr: Poluische Wirtschaft.

ky, bearbeitet von I. Kren. von Alfred Schönfeld,

Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr:

i Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof Abends §8 Uhr: Burleske in drei Akten von Margaret Mayo.

1000 Jahre auf dem Meeresgrund. worfen und inszenlert vom Direktor Schumann.

Die Ver- Albert

Pirkus Busch. Dienstag, Abends 74 Uhr: Grofée Galavorstellung. U. a.: „Max und Moritz“ und „Pepi‘‘, die drei Schimpansen (groß- artige Dressurleistung). Zum Schluß: U 20, Originalausstattungsstüd des Zirkus Busch in fünf Bildern.

Walzer von

E E E D N M NRÁAR Zt 27A

Familiennachrichten,

Verlobt: Maria Freitin von Marenholy mit Hrn. Oberleutnant Mori Frhrn. zu Fnn- und Knyp- bausen (Groß Schwülper —Berlin).

in dret Akten von Mußk von Poluische Wirt-

Kindervorstellung :

Monroy (Schwerin). Geboren: Eine Tochter: Hrn. Mein Bodo von Baumbach (Babenbausen, Hessen) Gestorben: Hr. Justizrat Dr. jur. Meinun VBaby.

Oberst z. D. Hermann

Nolkävorstelung zu bedeutend er-

Singakademie.

Saal Bechstein. 8 UHr:

Von

Dienstag, Abends Ein dramatishes Gedicht

Abends: Es lebe das Leben.

Konzerte. Dienstag,

9, Kouzert von Heinrich Maurer (Klavier). Mitw.: Steeichquartett Heermann—van Lier,

Dienstag, Abends 74 Uhr:

Hr. Dr. med. von Campe, (Wilkenburg).

Verehelicht: Hr. Friedrih Frbr. von Gagern mit Nuth Gräfin Kospoth (Schloß Mokriy b. Jesseniß, U. Krain). Hr. Oberförster Naban Frhr. Spiegel von und zu Pekelsheim mit Frl. Christel von

Hauptmann

Wilhelm MWerenberg (Berlin). Hr. Oberstleutnant a. D, Heinri von Schak (Schöneberg-Berlin). Hr. von Sydow (Stolp). Herr auf Wilkenburg

8 Uhr: T

Verantwortlicher Redakteur : Direktor Dr. T yrol in Charl ottenburg.

Verlag der Expedition (Hetdrich) in Berkin.

Abends

T nt

Nnstalt Berlin SW., ilbelmstraße Nr. 32.

(einschließlich Börsen-Beilage).

(2350#

Brahms—Hugo Wolf-UAbend von Charlotte | Hruck der Norddeutschen Bucdruckeret und Verlags- Herpen. Am Klavier: Erich J. Wolff. : G G utt Elf Beilagen Pecthoven-Saal. Dienstag, Abends 8 Uhr: Elf Veilag 3, Liszt-Abend von Ferrxuccio Busoni.

)

Gebietsstand am 1. Dezember 1910. 3) Di i

( sft 1. Deze1 ; le gertnge Abweichung z (Prov. Hannover, Königreih Preußen) auf Gebietsaustausch avisGen P ) Die Aenderung der früher für 1905 nachgewiesenen Zahlen ist dur

Berlin, den 10. November 1911.

wischen der für 1905 hier nachgewtefenen Einwohnerzahl reußen und Hamburg im ‘(

4 und der für dasselbe Jahr früher veröffentli i nage En n erzahl der s\elbe Jahr frühe röffentlihten beruht bei dem Jahre 1908, bei anderen Regierungsbezirken (Provinzen) auf Nachträgen zu der Einwohnerzahl einiger Gemeinden.

Neg.-Bez. Lüneburg

e Abt é -Gemetube Mort Tännicl : i c 2A L: «btrennung der Gemeinde Meringerau von Obe D bal S N S E änniht von Zwickau und Zuteilung zu Chemniß. ©) Siehe Anmerkung 3. rbayern und Zuteilung zu Schwaben bewirkt. *) Wie vor dur Abtrennung des Vammerguts

Kaiserliches StatistisGes Amt. van der Borght.

Deutscher Reichstag. 203, Sißung vom 11. November 1911, Vormittags 11 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.)

Auf der Tagesordnung steht die Fortsezung der Bespr : geSordn ( Besprechung der deuts -französishen Abkommen vom 4. November 1911, betreffend Marokko und Aequatorialafrika.

Nach dem Abg. Dr. Frank-Mannheim (Soz.), dessen Rede in der vorgestrigen Nummer d. Bl. mitgeteilt worden. ist, er- greift das Wort der /

e Abg. Graf von Brudzewo-Mielzynski (Pole): Diese Verhandlungen zeigen, wie notwendig es seinerzeit war, auf die Erweite- rung der Kompetenzen “des Neichstages zu dringen. Leider sind damals die Vorschläge auf Aenderung der Reichsverfassung versandet. Die früheren Debatten über die auswärtige Politik gaben bisher immer dasselbe Bild. Die Nationalliberalen eröffneten das Gefecht. Es kam zuerst eine geshickte elegante Rede des Aba. Bassermann, ‘den ih, der ih der deutshen Sprache weniger mächtig bin, darum beneide. Dann kam eine ziemlich länglihe Nede n Zentrumsredners. Dann kam der Konservative heran ; ihm war von er Negierung angegeben worden, was er fagen sollte, nach dem Grundsay : Blamier’ mich nicht, mein \{önes Kind, und \{himpf mich nicht unter den Linden. Die Freisinnigen hatten damals, as Beit der Blockhoffnungen, auch keinen Grund, den Neichs- H harf anzugreifen, und das Jdyll wurde nicht gestört. Da kam aber der Kollege Bebel mit seinem Temperament, und in jeiner zweistündigen Nede brauste der Sturm, Gewitter und Donner Mies auf alle Parteien ein. Und der. Reichskanzler war gerettet. Mi freudiger Miene stand er “äuf, seinen ganzen sprühenden Wi

rauchte er, um Bebel zu bekämpfen. Nach diesem Gewitter und 8 elner weiteren Flut von persönlihen Bemerkungen trat dann die uhe „ein, wir gingen ziemlih konfus, aber beruhigt nah Hause. Vas ist der Verlauf der +Debatten «über die auswärtige Politik

während der neun Jahre gewesen, die ih dem Reichstage angehöre. Wir Polen hatten damals keinen Anlaß, in diese rein akademischen Debatten einzugreifen. Wenn wir es jeßt aber tun, so deshalb weil durch das Hin- und Hershwanken unserer Marokfoyolitik die Lage unseres Volkes gefährdet ist. Als Volksvertreter haben wir die Pflicht, in einem Augenblick, wo die internationalen Beziehungen getrübt werden, ein offenes Wort zu sprechen. Dazu kommt, daß gerade die Elemente des nationalistisch-chauvt- nistischden Scharfmachertums auch diejenigen sind, die in den polnischen Landesteilen €s niht zur Beruhigung, nicht zum Frieden fommen lassen wollen. Das Marokkoabkommen muß vor allem unter dem Gesichtspunkt betrahtet werden, ob dadur der Friede und ein friedlihes Zusammenleben mit Frankrei gesichert ist; sodann steht der finanzielle Gesichtspunkt îm Vordergrund. Wir önnen schon heute sagen, daß ein absoluter Frieden und ein gutes R zu Frankreich niht gesichert ist; die Reibungsflächen CNLIen 10V, gewisse sind sogar neu hinzugekommen, und die G auvinisten werden {hon dafür sorgen, daß imtmer wieder dunkle Wolken am Horizont auftauhen. Nach der finanziellen Seite ist unsere Einflußlosigkeit zu der Marokkanishen Staatsbank wie auch bei den Steuerkommissionen zu bedauern; die Politik der offenen Tür erscheint damit keineswegs gewährleistet. Auf der Madrider Konferenz ließ Furst Bismarck direkt erklären, wir hätten in Marokko feine Önteressen und würden die französishen Ansprüche durchaus unter- stüßen. Daraus entsprang die ganze weitere französische Marokko- politik. 1901/02 machte sich in Deutschland in gewissen alldeutschen Kretsen eine Bewegung geltend, die auf die Erwerbung eines Stückes von Marokko gerichtet war, und von da ab gab es für die deutsche Politik eine Marokktofrage. Noch 1907, 2 Jahre nah der Tanger- reise, erklärte Fürst Bülow im Reichstage, Deutschland babe keine politisc;en Interessen in Marokko. Die Reise hatte der Kaiser wider Willen unternommen; in Tanger wollte er gar ‘nicht an Land gehen, da kamen aber Depeschen auf Depeschen vom Fürsten Bülow. Nach dem Sturze Delcassés breitete Frankreih seinen Einfluß in Marokko immer weiter aus, ohne daß von Berlin aus Ein}pruch

erhoben wurde; nur die alldeutshe Presse mate v großen Skandal. Der Vertrag vom Aukeiee 1909 etait bed jeits noch bestimmter als alle vorherigen Verträge die französischen Nechte an Dieser Vertrag ist das Erbitück, das Fürst Bülow unserer Diplomatie hinterlassen hat. Seitdem hat der Sultan die Franzosen nah Fez berufen, ob unter französishem Zwange oder nit ilt gleihgültig. Nach dem Einzug der Franzosen in Fez erfol te unsererseits die Entsendung des „Panther“ nah Agadir. Das war fn sehr bedenklicher, ja gefährlicher Schritt, er ist allgemein als Gaul belli angeschen worden. Von einer gewissen Presse, namentlich der e rag Big die EMentung gera esa als Kriegserklärung auf-

f worden. Vamaîïs hing wirkli der Krieg an ein s es hieß einfah: „Wir müssen ein Stück Südmerofto ues Solche Stimmen mußten notwendigerweise im Auslande eine Reaktion hervorrufen. Dte scharfen Croberungsschreie der Alldeutschen, nament- lich „die Vegartikel und die ihnen zustimmenden Zuschriften in der L Pos haben den Frieden damals mehr gefährdet als die Entsendung des „Panther“. Es hat si ganz dasselbe im Bereich der auswärtigen Politik abgespielt, was in derselben „Post“ und in den übrigen all- deutschen Blättern gegen die polnische Bevölkerung, für die gewalt- same Enteignung und Germanisierung der polnischen Landesteile in Szene geseßt worden ist. Den friedlichen, gedeihlicchen Fortschritt wird man nur fördern können, wenn man eine Politik verfolgt, die C DAuE eine strikte Absage erteilt. :

)g. Haußmann (fortschr. Volksp.): Die jeti

debatten, die ibrem Abschluß nabe sind, A pie dins E debatten von 1908. Jch habe den Eindruck, daß diese heftigen Debatten eine retnigende Wirkung auch dieêmal ausüben werden. Debatten über so wichtige nationale Fragen können in cinem doppelten Stil geführt werden. Man kann die Regierung der Unfähigkeit anklagen und damit die eigenen Geschäftsführer des Reiches und zuglei das eigene Land diskreditieren, oder man kann neben den Scattenseiten auch di Lichtseiten der Frage hervorheben. Man könnte einem Gegner L über an das noblesse oblige denken und ecvóactim, da as Gegner diese Loyalität bewerten und vergelten werde, «Es ist ein