1911 / 275 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

| 6. B

10.

Ih

BeEbzeiwnung der Etsenbahnen

Betriebs- länge Ende des Monats

km

BerteprSeinnabme

aus dem Personen- und Gepäverkehr

aus dem Güterverkehr

zusammen

Einnahme aus sonstigen

über- auf über- auf haupt 1 km haupt 0a

M Á M M

über- haupt M

Quellen

M

Gesamt-

einnahme

über- haupt M

auf Tkm

b

Neuhaldenslebener Eisenbahn . ._. Neustadt-Gogoliner Eisenbahn . Niederlaufiger Uen Oberrheinische Eisenbahn-Gesellschaft . Oberschefflenz-Billigheimer Eisenbahn Oschersleben-SWöninger Eisenbahn . Osterwieck-Wasserlebener Eisenbahn . Paulinenaue-Neuruppiner Eisenbahn . Prignißer Eisenbahn . .. Nappoltsweiler Straßenbahn . .. Neinickendorf-Liebenwalde-Gr. Schönebecker Eisenbahn Ninteln-Stadthagener Eisenbahn . . . Nosheim-St. Naborer Eisenbahn .

Nuppiner Kreisbahn . Stendal-Tangermünder Eisenbahn . Stralsund-Tribsees’er Eisenbahn . « Süddeutsche } Badische und Hessische Linien Eisenbahn- |

Gesellschaft ( Thüringische Linien. . Teutoburger Wald-Eisenbahn . Thüringisße Nebenbahnen (Bathstein) . Od An ea Cv N Vorwohle-Emmerthaler Eisenbahn , Westfälische Landes-Eisenbahn-Gcsfellschaft . Wittenberge-Perleberger Eisenbahn . Wutha-Nuhlaer Eisenbahn . . . Zschipkau-Finsterwalder Eisenbahn .

Badische Lokal-Eisenbahnen, A.-G. Braunschweigishe Landes-Eiscnbahn . STONberger Gisenbahn. « «s Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn Medkenbeuren-Tettnanger Eisenbahn . Neubrandenburg-Friedländer Eisenbahn . Niederbiegen-Weingartener Eisenbahn Württembergishe Eisenbahn-Gesellschaft

Wörttembergishe Nebenbahnen. « . L

Summe gegen das Borjahr | : 4+

Vermerk. Die

26,97 0 21,33 0 30,30 63,29

20,42 11,65 0 43,37 13,23 36,22 167,71 32,91 101,33 0

129,75

31,48 265,78

10,54

93 021,17 671,90

bei jeder Bahn in zwêtter Reihe eingetragenen Zahlen geben den Unterschicd

30,64 0 41,60 0 113,30 0 61,94 8,90 886 104

4,00 0 62,02

4,46

5 600 183 30 400 992 370 “b 12 25 250 824 9 670 232 28 880 694 740 b LT 5 360 -+ 129 13 300 117 28 900 255 600 6 3 400 30 50 881 821 39 623 640 +43 6 006 +— 97 1844 217 0 70 H UO 207 -+ 24 6 500 269 15 200 564 400 h L6G 6 100 226 5 200 244 11 200 525 400 4-19 200 10 8 400 295 15 550 513 0 1 000 35 4 950 164 14 000 921 48 000 758 0 300 A5 6 000 95 3 929 982 4 846 1211 555 —-- 139 530 + 132 30 940 512 31 410 506 0 380 6 730 + 11 7 473 366 31 094 1 523 0 200 1 507 + 74 1 844 ; 11 335 973 826 354 + 30 9 500 18 500 427 0 400. 9 300 3 5 140 35 290 2/660 0 110 13 080 996 8 200 7 500 207 0 200 1-700 A7 43 865 68 572 409 0 3 946 4 085 c O 10372 29 819 | 906 0 689 24 e C5 14 552 40706 | 402 601 2194 499 26 173 58911 | 454 0 626 108 l 14 1811 314 743

0 104 S0 s 1B 6 999 96 031 827

0 276 398 | 127 70 000 125 000- | 470 0 4 000 10000 | h 87 8 300 16'000 |- 1518 700 1600 | 152 5 578 5800 | 793 213 1045 148 4 802 78 743 2 392 383 4 365 +132

62560 | 405 41960 | 272 2090 | 7 2680 | 4 18 26 100 250 129 970 1 203 2000 | —+ ..19 11 780 110 22 000 2 287 O20 2 500 260 O0 = 3 30400 | 348 96590 | 1107 1670 | _— ‘20 - 13 080 150 2181 496 B22 | 652 1207 | 274 1045 238 7900: 308 16:000 | 624 2001| 4 7 GOOOL l 92 325 81 7456 531

0 2 688

bDD S

R ER S

dD

b DO DO D

Co

ed

s) Jam) U

S ent (e

5 [D]

ck O No D

“do do 10 T0055

ck O C0 D

D O N

—]

ck v do D

36 830 394

19730 | 911 | 9 10S l S Le 604 47760 | 391

460 | 880 ba D 837 769 9 968 868 |

—- 34

70113468 | 1364 +, 3229500 | —+ -48 —- [1

175

1/149

3 339 245 981 237

36 000 24 880 38 550 6 100 42 200 4 000 90 504 8 694 2 730 137° 21 700 5 700 16 400 200 923 950 5-950 62 000 5 700 8 775 1 085 62 350 350 38 567 1 707 13 179 1180 98 000 1 900 40 430 19970 = 986 15.700 f 433 1 500 | 49 112437 | 670 P 4019 1221 B00 96 55 328 | 546 9 795 85 084 9 384 5 125 927 33 030

©° 591

o 41 195 000 14 000 24 300 900 11 378

9: C 38

83 945 4 748

104 520 590 156 070 9 780 25 020 3 200 126 990 14 750 5 053

2 252 20900 | 5800 | 227 7781 1 612

56 560 | 605 840 —_— 8

123 600 - | 995 300 ——— 4 4699

18194368 | 4+ 197

nehr (+) oder weniger (—)] gegen das Vorjahr an.

500 50

1 603 397 2 000 0

1 000 ZIT 48 43

1 060 140 400 0 950 600 900 0 205 14

1 200 100 2 040 90 1147 43 600 0 250 170 400 400

l 466 62

4 974 285

L C2

140

2 333 185 510 10 661 74 39000 2 000 600

0

298

2

2 338 140

1 530 1030 37 000 3 000 4 095 168 16 500 300 3.305 331

1 500 500

3170 32D 2 550

t 1 300

1923 404

15019914 .

36 500 24 930 40 153 5 703 44 200 4 000 91 504 8911 2TTE 180 29 760 5 840 16 800 200 24 900 6 559 62 900 5 700 8 980 1 071 63 550 450 40 607 T C06 14 326 T 28 600 1900 40 680 13 140 16 100 1 900 113 903 T4 45 165 2 865 57 100 2935 87 417 2 199 5 635 937 33 691 3 786 230 000 16 000 24 900 900 11 676 834 85 883 4 608

106 050 á40 193 070 6 780 29 115 3 032 143 490 14 450 8 358

2 583 25 400 6 300 7781

59 730

—— 1165 126 150

1 000 961 001 151 -—+ 13 000 964

1194 814 965

-+ 137 390 36 1477

Freit und in

Literatur.

Neichsversiherung8ordnung nebst Einführungs8gesetz mit Erläuterungen von Dr. L. von Köhler, Ministerial- direktor, K. württembergischem ftelly. Bundesratsbevollmächtigten, I. Biesenberger, Oberregierungsrat bei der Versicherunasanstalt Württemberg, H. Schäffer, Regierungsrat, und Dr. W. Schall, Amtmann im K. württ. Ministerium des Innern. Zweite Lieferung : Zweites Buch: Krankenversiherung, Abschnitt 1—11, §8 165 bis 536, nebst einer Zusammenstellung der Paragraphen der N.-V.-O. und der alten Arbeiterversicherung8gesete, bearbeitet von Regierungsrat Schäffer. Preis 5 Æ. Stuttgart, Verlag von W. Kohlhammer. Die vorliegende zweite Lieferung enthält das von der Kranken- versiherung handelnde zwette Buch der Neichsversicherungsordnung. Dieser wichtige Versicherungszweig hat die verhältnismäßig größten Aenderungen gegenüber dem bisherigen Necht erfahren. Der Kreis der der Krankenversicherung unterliegenden Personen weist eine ganz wesentliche Ausdehnung namentlich - insofern auf, als nun- mehr auch die land- und forstwirtshaftlihen Arbeiter, die Dienstboten, die sogen. unständigen Arbeiter, ferner die im Wandergewerbe Be- schäftigten, die Hausgewerbetreibenden sowie die unbezablten Lehrlinge unmittelbar kraft des Gesetzes der reichsrechtlichen Kranfenversiherung unterliegen. Sodann isst die Organisation der re'chégesetlidben Krankenve: sicherung auf ganz neue Grundlagen gestellt worden. : Die Gemeindefkrankenversiherung ist beseitigt. Als die allgemeinen Ver- sicherungseinrihtungen dienen jeßt die allgemeinen Orts- \o- wie die Landkrankenkassen, soweit leßtere niht landesgeseßlih auêéges{lossen werden. Daneben können noch besondere Orts- kcanfenkassen, soweit folhe bisher bestanden, zugelassen werden. Die Betriebs- und die Innungskrankenkassen bleiben, wenn auch unter etwas strengeren Vorausseßungen, bestehen. Eine wesentlihe Ein- \{ränkung haben die Hilfskassen erfahren. In der Organtsation der Krankenkassen ift auch insofern eine weitere Aenderung eingetreten, als der Einfluß; der Arbeitgeber, obgleih die bisherige Beitragsdrittelung beibehalten wurde, ntcht unwesentlih gestärkt worden ist. Die Rechtss verhältnisse der Kassenangestellten sind in umfassender Weise geregelt worden. Der Verwaltung der Kassenmittel ist ein weiterer Spielraum gewährt. Die Gründung freier Kassenverbände 1} ausdrücklich an- erkannt. In den von Regierungsrat Schäffer zu den Gesetzesbestimmungen gegebenen Erläuterungen find die Aenderungen im einzelnen unter jeweiligem Hinweis auf die Bestimmungen des bigs- herigen Nechts hervorgehoben. Außerdem find die wichtigsten Gegenstände: der Kreis der versiherten Personen, die Necbts- verbältnifse der Kassenangestellten, die Beziehungen der Kassen

|

zu den Aerzten und Apotheken, die Versicherungsverhältnisse der land- wirtschaftlichen Arbeiter, der Dienstboten, der unständigen Arbeiter, der im Wandergewerbe Beschäftigten und der Hausgewerbetreibenden, sowie namentlich auch die Regelung der Verhältnisse der Ersatzkassen und der knapvschaftlichen Krankenkasen in besonderen Vorbemertungen zu den betreffenden Abschnitten in zusammenfassender Weise dargestellt. Gerade diese Darstellungen werden die Einführung in das neue Recht wesentlih erleichtern. Die der zweiten Lieferung noch beigegebene vergleichende Uebersicht über die einander entsprehenden Paragraphen der Neichöversiherungsordnung, des Negierungsentwurfs und der Be- \{lüsse der Reichstagskommistiion hierzu sowie der bisherigen Gesetze wird besonders für die Uebergangszeit denjenigen, die sich mit der Arbeiterversiherung näher zu befassen haben, wertvolle Dienste leisten.

Eine Textausgabe der Neichsversicherung8ordnung nebst dem Einführungsgeseß ohne Erläuterungen erschien in Hermann Hillgers Verlag, Berlin (geh. 1 4). Negierungsrat J. Neuberg hat dem Gesetzestext eine Einleitung vorausgeschickt, die einen Uecberblick über die wichtigsten Bestimmungen der Reichéversicheru"göordnung gewährt. Ein beigegebenes alphabetishes Sachregister weist au dem Geseßesunkundigen den rihtigen Weg durh die große Zahl von Paragraphen.

Im laufenden Jahrgang der Veröffentlißungen „Aus dem Archiv der deutshen Seewarte“ ist als Heft 2 „Die geschichtliche Entwicklung derPolhöhenbestimmungen bei den älteren Völkern“ von Karl Schoy-Essen und als Heft Z3 „Die Temperaturverhältnisse von Mittel- und Südspanien“ von Dr. A. B. Nosenstein -Jafa erschienen.

Von Peyolds Gemeinde- und Ortslerikon des Deutschen Neiches ift cine zweite, neubearbeitete und vermehrte Aufloge erschienen (geb. in einem Halblederband oder in 2 Ganzleder- bänden 20 46; Verlag von E. H. Petzold, Bischofswerda i. S.). Das Lertkon enthält in alphabetischer Anordnung etwa 120 000 Orte des deutshen Neichsgebietes, darunter alle Gemeinden und Gutébezirke, Post-, Bahn-, Kleinbahn- und Schiffahrtsstationen, ferner alle gemeindepolitisch nicht selbständigen Ortschaften, Stadtteile, Dörfer, Kolonien, Weiler, Vorwerke, Gemarken, Gnots{haften usw., lettere bis zu 50 Einwohnern. Bei jedem Ortsnamen ist die topographische Bezeichnung, die zugehörigen Verwaltungs- und Gerichtsbehörden, der Landwehrbezirk, die Bahnstation und die Einwohnerzahl angegeben. Angestellte Stichproben haben die Zuverlässigkeit des Lerikons erwiesen, es kann daher als praftisdes Nachshlagewerk empfohlen werden. Er- wähnt sei noch, daß das Werk auch in 8 Teilausgaben, derèn jede ein ih ges{lossencs Ganze bildet, geliefert wird.

Im Verla A Ausgabe der

tlargelegt hat.

\{chwinden.

Weißmann.

stattlichen Band,

Satire verborgen liegt.

Voin Sóöldatenberuf. der Infanterie z. D.

e

g von J. Neumann in Altdamm i} eine neue eQumoristish-satyrischen Plänterhiebe in den Nevtieren unserer Forstzcit* von Gotthilf August Freiherr von Maltty ‘erschienen, die der Königliche Forstmeister a. D. Wilhelm Keßl!ler besorgt hat, (geh. 3 M, geb Von den Dichtungèn des Freiherrn von Maltit hat keine feste Boden zu gewinnen und ein dauerndes Interesse zu erringen vermocht. vorliegende Büchlein wird die meisten Leser zunächst kaum erwärmen, erst bei näherer Bekanntschaft wird der Leser finden, daß unter der krausen, bizarren Außenseite manche Perle treflihen Humors und zielsicherer Forstmänner dürften an der Schrift wohl Gefallen finden, zumál der Herausgeber das Zeitmilieu und die Lbens- shicksale des Dichters, aus denen sich fein Buch erst würdigen und recht verstehèn 1äßt, in einer ausführlihen Einleitung geschildert und

„Berlin als Musikstadt.“ Konzerts von 1740 bis 1911

schildern,

sowie ibm

Berlin. esen

Neigung

Sie be-

50 A).

Von H. von Beseler, Gencral Verlag E. S. Mittler u. Sohn, Die Bedeutung des Wehrstandes und die ihm gebührende Stellung im Volksleben in das rehte Licht zu seßen, ihn nach Wert in kurzen Zügen zu erwecken, ist der Zweck der kleinen, zeitgemäßen Schrift. handelt vornehmlich den Offizterstand, als den Träger des berufs- mäßigen Soldatentumes, als den Stamm fkundiger und wohlaus- gebildeter Führer, deren erzieherishe Tätigkeit die erfolareiche kriege- rishe Schulung des Volks gewährleisten soll, die es befähigt, wenn das Vaterland seines starken Armes bedarf, in selbstaufopfernder Pflicht- erfüllung sich willig in seinen Dienst zu stellen. Die Schrift {ließt mit dem Appell an die deutsche Jugend, sie möge für alle Zeiten ihren Stolz und ihre Freude darin sehen, fich diesem verantwortungsvollen Berufe zu widmen, dessen Licht- und Schattenseiten der Versasscr in kurzer, verständliher Form darleat, wobei er zu dem Ergebuis kommt, daß die leyteren vor den Lichtseiten des Soldatenstandes ver-

Geschichte der Oper und des (mit 100 Bildern) von Dr. Adolf Verlag von Schuster u. Löffler, Berlin und Leipzig 1911, (Preis geheftet 12 4, gebunden 14 A). Nimmt man diesen den der bekannte Musikschriftsteller Dr. Adolf Weißmann über die Entwicklung Berlins als Musikstadt geschrieben hat, zur Hand, so \{chreckt man zunächst vor den 425 Druckseiten zurück, dur die man ih hindurcharbeiten soll. Vorrede empfindet man das“ Lesen nicht als Arbeit, scndern als Vergnügen und man folgt dem Verfasser und fleißigen Kompilator des umfangreichen Werkes gern auf seiner an Belehrung reichen, aber keines

Aber {on bei der

Das

und zit

wegs langweiligen Wanderung dur die vershiedenen Jahrzehnte Berliner Musiklebens. Bald bemerkt man, taß man sich der Führung eines genauen Kenners der Musikgeschihte wie des neuzeit- lichen musikalisWen Berlins anvertraut hat, der zielbewußt seinen Weg geht und vor- und rückblickend auf die charakteristi\{chen Er- sceinungen aufmerksam macht, niht im trockenen Tone des Pedanten, sondern in dem des geistvollen Plauderers, dem daran gelegen ist, die Auf- mezulsamkeit des Lefers wach zu erhalten und ihn zu eigencm Nachdenken anzuregen. „Der Weg, den ih den Æser führe,“ so {reibt Dr. Weißmann îin der Vorrede, „soll nichts von dem Gestrüpp ahnen lassen, durch das ih selbt gewandelt bin; nichts von der unsympa- thishen Sißzarbeit, die tür das Sammeln des Rohmaterials unent- behrlih ist. . , . Was im Ernst und im Wiß von führenden Geistern über dic musikalischen Erscheinungen geäußert worden ist, wird, von der Hülle des Zeitlihen nah Möglichkeit be- seinem Kern bloßgelegt, vor den Leser treten. Auch aus der Memoirenliteratur, aus dem, was die- Histo- riker vor Jahren oder Dezennien über Berlins Musik ausgesagt, will ih thm vom gleichen Gesichtspunkte aus das Wesentliche mit- teilen. Und er wird lächeln, wenn er sieht, wie wir uns auch hier in einem Kretslauf bewegen, wie gewisse Klagen wiederkehren. Aus alledem will id meine Schlüsse ziehen und auch dem Leser die Ueber- zeugung zu geben suchen, diese Nückshau nötig ist, ‘die unter Ausshaltung dés Kleinkrams ein Ziel verfolgt: nicht nur der Musik, au) der Kulturgeschichte zu dienen.“ Was die Vorrede verspricht, bält das Buch durchaus, und die Vor- fchläne, die der Verfasser macht, um das Berliner Mußikleben vor ver Verflahung und Versumpfung zu bewahren, die ihm drohen, find sehr beahtens8wert, wenn er sie auch felbst vorläufig in die Gefilde ÜUtopiens verweist. Ist aber der Wille zur Reform erst geweckt, so wird sich vielleiht doch au der Weg dazu finden lassen. Es wäre ein Ziel aufs innigste zu wünschen! Vie hundert in einem Anhang bei- gefügten Abbildungen, zum großen Teil Bildnisse, sind eine wertvolle Ergänzung des Bucbes, in dem man vermittels eines Nameu- uud Sachregisters Gewünschtes {nell nachs{chlagen kann.

KUuUrzs Un zeit agen neu erschienener Schriften, deren SNLEIIng LULRERO Lei bleibt, Einsendungen sind nuran die Nedaktion, Wilhelmstraße 82, zu richten. Rücksendung findet in keinem Falle statt.

Fur alle Welt. Jllustrierte Zeitschrift mit der Abteilung Erfindungen und Entdeckungen auf allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. XVIII. Jahrgang 1912. Me D Di (C S 28 Dee a 040 6 Delin V 0G Deutsches Verlagshaus Bong u. Co.

Balladen, Bilder und Stimmungen von Theodor Strasser. 1,50 #4, aebdn. 2 . München, Kaiserstr. 37. Hans Sachs. Verlag. Gotthilf Haist.

Die Frobnatur vom Schöpfer her; vernihtet durch das Priestertunm. Von Paul Kurth. Gebdn. 6 Æ. Berlin-Zehblen- docf (Wib.), Gertraudstr. 3, Conrad Skopnik.

Spiel und Arbeit. 47. Hest: Elektrisher Fahrstuh[k. Anleitung zur Herstellung eines zum Spiel geeigneten Fahrstuhl- modells. . Von E. Schröder. Mit 1 Detailbogen. 1 #. Ravens: burg, Otto Maier.

Am Born ver Willklenskraft. Neligion und Leben in Liedern und Gedichten von Dr. Bruno Weiß. 3 #. In zwet Welten. Rudolf Hermann Gurland. Ein Lebensbild. 4. Aufl. 2 H; gebdn. 3,20 46. Oredoden-A., C. Ludwig Ungelenk.

Für all die lieben Kinder Ein Bild?r- und Ge|chichten- buh. Herauêëgeg. von Martha Lorenz. Gebdn. 3 4. Berlin NO. 43, Neue Königstr. 9, A. Weichert.

„Hört, thr Herrn, und laßt euch sagen." Eine Erzählung aus Nheinhessen von Richard Knies. 1 X; gebdn. 1,50 #. Berlin W. 30, Motßstr. 77. Kourad W. Mecklenburg vormals Nichtersher Verlag.

Milada. Schauspiel in einem Aufzug von F. L. Ulbrich. 1 M. Oldenburg i. Gr., Schulzeshe Hofbuchh. Nudolf Schwarb.

Enrico Caruso und das Problem der Stimmbildung. Von Dr. J. H. Wagenmann. 2. Altenburg S.-A., Johannes Näde Verlag.

Weule, Professor Dr. K., Kulturelemente der Men |ch beit. „Anfänge und Urformen der materiellen Kultur.“ Mit vier Tafeln und zahlreichen Abbildungen nach Originalaufnahmen und Originalzeihnungen von K. Neinke. 1 ; gebdn. 1,80 4. Dr. H. Dekker, Sehen, Riechen und Shmecken. (Auf Vor- posten im Lebensïampf, Bd. 11). Eine Biologie der Sinneborgane. Mit zahlreichen Tertabbildungen. 1 ; gebdn. 1,80 46. Stuttgart, Frandckhsche Verlagshandlung.

Kunstgewerbe fürs Haus, preis 450 46. Berlin NW. 7, Georgenstc. 23. Verlag: Kunst- gewerbe fürs Haus. *

Lebenstücher der Jugend Band 16: Friedrich der Große. Ein vaterläñd. Geschichts- und Lebensbild* von H. Panse- grau. Mit 14 zeitgenössishen Bildnissen. Gebdn. 2,90 46. Braun- {hweig, George Westermann. ; G

Lord Nelsons leyte Liebe. Hist. Roman von Heinri VollratShumacher. Mit zeitgenössishen Jlustrationen, Auszügen aus Aktenstücken, Dokumenten, Korrespondenzen usw. 4 4; gebdn. 9 M; in Pergamentband 7,90 4. Berlin W. 57, Potsdamer Straße 88. Nich. Bong.

Hermann von Helmholß. Von Leo Koenigsberger. Volksausg. in einem Bande. X11, 3566 S. Mit 2 Bildnissen. Gebdn. 450 A. Braunschweig, Friedr. Vieweg u. Sohn.

Hesses Volksbücherei. Nr. 624 bis 660. - Preis jeder Nummer 0,20 46. Leipzig, Hesse u. Becker Verlaa.

Spiel und Spaß und noch etwas. Ein Unterhaltungs- und Bes§äftigungsbuch für kleinere und größere Kinder. Von K. Dorenwell. 3 Hefte à 0,80 4. Leipzig. B. G. Teubner.

Goethes Faust. Etne Analyse der Dichtung von Professor Dr. W ilhelm Büchner. 26; gebdn. 2,80 46. Leipzig, B. G. Teubner.

Antologia di Poesie Italiane. Von Dott. Alfredo

Tortori. GBebdn. 3 4s. Leipzig, B. G. Teubner. __ Märchenprinzeßchens Grüne aus dem Märchenland. Von Jda Fergola-Nohden. Bearb. und nebst einem Anhang berausgeg. von Hans von Neinfels. Gebdn. 2,25 4. ipzig, F. E. Fischer. L: L

Geschichte des Kulturkampfes im Deutschen Neiche. Von Dr. Johannes B. Kißling. In 3 Bänden. 1. Band: Die Vorgeshichte. 6,50 4; gebdn. 7,50 4. Freiburg i. Br., Herdershe Verlagshandlung.

Geschichte Japans von Hisho Saito, Professor der Ge- chihte, Tokio. 4,50 M, geb. 5,50 4. Berlin W. 30, Nosenbettiikr straße 12. Ferd. Dümulers Verlagsbuchh. E

Das Japa nbuch. Eine Auswahl aus den Werken La fcadio Hearns. Mit einem Bildnis des Verfassers und einem Vorwort von Stefan Zweig. In Pappyband 2,80 4; in Leder gebdn. 9 M. Frankfurt a. M., Verlag der Literarishen Anstalt Nütten u. Loening. | A

Friedrich der Große. Zur Erinnerung an die 200 jährige Wiederkehr seines Geburtstages von D. Bernhard Rogge, Hof- prediger a. D. 48 S. mit 5 Abbildungen. 0,10 4; 100 Exemplare für 8 6; 200 Exemplare für 15 4. Potsdam, Stiftungsperlag.

12. Jahrg. 1. Heft.“ Quartals-

Verdingungen.

(Die näheren Angaben über Verdingungen, die beim ,Reids- und Siaats- anzeiger“ ausliegen, fönuen in den Wochentagen in dessen Expedition während der Dienststunden von 9 bis 3 Uhr eingesehen werden.)

Ftalien. Stadtverwaltung in Mailand. 29. November 1911, Nach- mittags 2 Uhr: Lieferung von Ventilen für Hydranten 2c. für die

städtishe Wasserleitung. Voranschlag 150 000 Lire: Sicherbeitsleistung 15 0 ire use bis 22. November 1911, Nachmittags 3 Uhr. Offerten bis 29. November 1911, Nachmittags 3 Uhr. Näheres in italienischer Sprache beim „Netchsanzeiger - ae Verwaltungekommission der bürgerlichen Hospitäler in Genua. 28. November 1911, Nachmittags 2 Uhr: Veserung von wollenen Geweben und Decken, Holzkohlen, Scbreibmaterialien und leinenen Geweben in b Losen im Werte von 67 500 Lire; Sicherheitsleistung und Kostenvorshuß 129% der genannten Summe. Offerten 2c bis 27. November 1911, Nachmittags 3 Uhr. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“. : Z Ministerium für Ackerbau, Industrie und Handel in Nom. 30. November 1911, Vormittags 94 Uhr: Lieferung feinen Papiers

für die Zentralbehörden im Werte von 120000 Ure. Sicherheits-

leistung 901 0 Lire. Zeugnisse 2c. bis 22. November 1911, Nach- mittags 6 Uhr. Näkberes in italienischer Sprache beim „Neichéanzeiger“.

Theater und Musik, Konzerte,

Der bekannte junge Geiger Joseph Szigeti erfreute am Donnerstag im Blütbnersaal die Hörer mit seiner s{önen Kunst. Sein virtuoses Spiel, sein liebenêswürdiges Temperament fanden reilih Gelegenheit, si in den ungarischen und russischen Weisen, die u. a. auf dem Programm standen, frei Bu entfalten. Corellis „Folia“ wurde mit entzückender Feinheit der Empfindung vorgetragen, und Balds8 Chaconne gelang tadellos. Eine kleine irische Romanze von Hamilton Harty \sprach durch ihre weichen melodishen Formen angenehm an, ohne doch von Bedeutung zu sein. Immer aber en1zückten die sorgfältig ausgearbeitete Form, der beseelte Ton in den Vorträgen des Künstlers. Frau Lolo Barnay sang zwischendurch in ihrer lebendigen, sympathischen Art einige Lieder, wofür ihr herzliher Beifall gespendet wurde. Im Klindworth-Schharwenkasaal wurde, ebenfalls am Donnerstag, von Margarete Heim leidlih gesungen; die gute Wirkung der an si angenehmen Stimme wurde durch ein andauerndes Tremolo ungünstig beeinflußt, und das {wäcchlihe Gefühl im Aus- druck vermocte auch nur wenig Anregungen zu bieten. Im Gegen- sat dazu slanden die Leistungen der Geigerin Constance Klapp- roth, die einen festen, runden Ton auf ihrem Instrument entwielie; etwas Herbbeit lag in dem Klange und 1m Gefühl, aber die Ruhe und Sicherheit d«s Spiels muteten dochþ wohltuend an. Das erste Winterkonzert der Berliner Liedertafel fand um die- selbe Zeit in der Philharmonie vor ausverkaustem Hause statt, und auch diesfnal behauptete der angesehene Viännerchor unter Mar MWiedemanns Leitung den ehrenvollen Play, den er im hiesigen Musikieben einnimmt. Der erste Teil des Programms war dem An- denken Franz Liszts gewidmet, von dessen Gesangskompositionen das wuchtige „Gottes {i der Orient“ und tas durch seine Einzelstimmen eigenartig wirkende „Die alten Sagen funden" in den Vederfafelkonzerten zum ersten Male dar- geboten und fetr beifällig aufgenommen wurden. Das gleiche war der Fall bei dem mit Begleitung von Troupeten und Pauten fris berau8gebrahten „Soldatenlied“ und Schuberts „Allmacht“ in der Bearbeitung Liszts für Chor, cine Solosuimme, Orgel und Klavier- begleitung. Im zweiten Teil wurden Liedvertonungen andererKomponisten vorgetragen u. a. auch zum ersten Male „Alaska“ (ZöUner), „Lichk Sonnenwenden ist da* (Heuberger) und „Ständchen“ (Schubert), in welchem leßteren das Baritonsolo des Vereinêmitglieds Otio Teich- mann gu1 zur Geltung kam. Als Solisten wirkten dazwischen die Herren Günther Freu denb erg (Klavier), O. Müller, Mitglied des Philharmonischen Orchesters e und Musikdirektor Bernhard Irrgang (Orgel) sowie die Königliche Sängerin Frau Andrejewa Skilondz erfolgreich mit. Die süße, wohlgebildete und leichtbewegliche Stünme der hier noch niht genügend gewürdigten Künstlerin kam bei der Wiedergabe des 23. Psalms (Liszt) und außerdem noch im Nezitativ und der Polonaise der Philine aus „Mignon“ von Ambroise Thomas so wirkungévoll zur Geltung, daß auf den stürmischen Beifall bin eine Zugabe gewährt werden mußte. Marta Malatesta_ hatte an ‘ihrem an demselben Tage im Beethovensaal gegebenen Klavierabend ein Programm aufgestellt, das hohe Anforderungen an ihr musikalisGes Können und ihre pyysische Leistungsfähigkeit stellte. Bereits seit einigen Jahren durch ihre vor- zügliche technische Ausbildung, das saubere, korrekte Spiel und die Kraft ibres Anschlages bekannt, zeigte sie auch - diesmal die gleichen Eigenschaften und löste ihre Aufgabe mit großer Erfolge. Bedingt wurde leßterer noch wesentli dur die individuellere, vertieftere Auf- fassung, die srüher noch zu wünschen ließ. Mit Bach-Bülows Chromatischer Phantasie und Fuge begann das Konzert. Es folgten sodann die Sonaten in F- und H-Moll von “Beethoven und Chopin \orwie die Schu- man1uschen 12 |ymphonishen Etüden. Die beiden Schwestern Else und -Câcilie Satz traten : an - demselben Donnerstag im Beetbovensaal wirder einmal an die Oeffentlichkeit. Ste 1rugen mit Unterstüßung des Philharmonischen: Orchesters unter Dr. E. Kunwalds Leitung Werke für zwei Klaviere von Bach, Mozart und Liszt vor, in denen ße bekundeten, daß ihre pianistisbe Kunst ciner weiteren glücklihen Entwicklung entgegen- geht. E83 wurde fklangschön und präzise und nicht ohne Versländnis für den must En Inhalt gespielt. In der Singakademte spielte am Tage vorher die Geigerin Juanita Norden und sang der Bariton Gustav Franz. Es kann nachdrüdlih" bervorgehoben werden, daß der Sänger in jeder Beziehung noch gewachsen ist. Die shöône, kraftvolle Stimme hat an Modulationsfähigkeit noch gewonnen; so ist z. B. das Piano feiner und ausdrucsvoller geworden. Die künstlerische Erfassung und Wiedergabe der Lieder bewies auch in geistiger Beziehung die Höhe der Entwicklung, die in dem &örer das Gefühl der Sicherheit unter dem Einfluß einer reifen Beherrshung künstlerisher Mittel hervorruft. Auf dem Programm standen Lieder von Brahms, Kämpf und Hugo Wolf. Eine Neuheit war das Lied „Abseits“ von Karl Au Es ist \{ôn durhgearbeitet, hat etne gute Deklamation und gibt die einfame Stimmung der Heide autorucksvoll wieder. Der rei@e Beifall veranlaßte den Sänger noch zu einer Zu- gabe. Die Geigerin Juanita Norden spielte eine Suite für Klavier und Violine von Noren und ein A-Moll-Konzert von Tor Aulin. Ihre Vo1züge find klare Sachlichkeit, Energie des Auédrucks und ewandte Technik, während man Wärme der Empfindung und die Fahigkeit, die Stimmung des Gesvielten voll auszuschöpfen, etwas vermißte. Auh fie mußte den starken Beifall durch eine Zugabe beschwichtigen.

Emeric von Stefaniai hatte am Freitag für seinen Klavierabend in der Singafkademie ein Programm zusammen- gestellt, das seinem angeborenen Temperament und feiner nationalen Eigenart entsprach. Er spielte als Solonummer Liszts H-Moll- Sonate und mit dem Philharmonischen Orchester Tschaikowskis stets zündendes B-Moll-Konzert sowte als erj1e Nummer ein Konzert in CE-Moll von Ernst von Dohnanyi, dessen Orchesterpart der Komponist selbst dirigierte. Das \chwierige, von phantastishen Ein- fällen und heißen Leidenschaftsäußerungen durchsegte Werk brachte allen an der Vorführung beteiligten Künstlern lebhafte Anerkennung. Der Klavierpart wurde mit großer Energie be- wältigt; hier, wie in den übrigen Vorträgen fiel die unbedingte Herrschaft des Spielers über den musikalishen Inhalt und die äußere Form auf; immer wurde ein ganzes Kunstwerk geschaffen. Es kam außerdem in dem Spiel eine persönlite Eigenart zum Durchbruch, die durch efffektvolle Klangschattierungen und lebhafte Gefühls- äußerungen den Kompositionen, besonders der H-Moll-Sonate von L&zt, eine ungewöhnliche, aber stets interessante Gestalt gab. Die Liedervorträge von Gertrud Assenheimer im Klindworth - Scharwenkasaal (Freitag) fklangen trocken und kunstlos; vorläufig können die gejangllhen Leistungen der Dame nit zu den erfreulichen - gezählt werden. Wertvolle Gaben bot dageaen, gleidfalls am Freitag, das jeyt unter der Bezeichnung Thornberg-Bramsen-Trio auftretende, von

früher her vorteilhaft bekannte „Nordische Trio" in Beethovenf aal bei seinem ersten diesjährigen Kammermusikabend dar. Die vornehme Unterordnung unter die künstlerishe Aufgabe trat wiederum besonders hervor. Die Vortragsart war zatt und dustig, bisweilen sogar in Anbetracht des Konzertraumes etwas zu zart. Bei dem Spi-l der Pianistin (Ida Thornberg! trat dies namentlih in die Erscheinung, es zeichnete sich jedoch dur große Klarheit aus. Der Geiger (Julius Thornberg) verriet in jedem Ton den durhgeistigten Musiker und der Violoncelli1t (Hemy Bramsen) zeigte sih als voUendeter Beherrscher seines Jn- struments. Das Prog1amm wies Trios von Beethoven, Saint-Saëns und Brahms auf. Dr. Imre von Keért-Szäntó, der am Freitag ein Konzert im Bechsteinsaal aab, ist ein Pianist von be- deutendem tehnischen Können und starker musikalischer Ursprünglich- keit. Wenn bei der Wiedergabe der von thm gewählten Stücke noch ein Zuviel an Temperament und Phantasie im Verhältnis zur ab- wägenden Kunstverstandestätigkeit fühlbar wird, so ist dieses eine Cin- schränkung, die avs der Jugend des Künstlers entspringt und si ver- mutlich im Laufe der Zeit abs{wächen wird. Auf dem Programm des Abends standen die beiden Rhapsodien Op. 76 von Brahms, Schumains Fis- Moll. Sonate, zwei kleinere Kompositionen von Bartók und Dohnányi und die Wandererphantasie von Schubert-Liszt. Gerate sür das leßtgenannte S1ück brachte Herr von Keéri-Szán'ó musikalish und technm)\chckch viel mit. Sein stark entwicelter Klangsinn, die Fähigkeit, dem Flügel ‘eine Fülle {öner, modulationé- reidier Tonschatlierungen obzugewinnen, die von watmer Innerlichkeit beseelte Vortragsart und die Schlagfertigkeit und Vielseitigkeit seines technischen Könnens verhalfen dem oft gehörten Werk zu einer weit úber das üblihe Maß hinausgehenden Wirkung. Gleichzeitig fand in der Philharmonie das 1. Winterkonzert des Berliner Sänger- veretns (Caecilia Melodia) unter der Leitung des Königliden Musik- direktors Mar Eschke statt. Der stattlih angewachsene Chor ist in seiner Leistungsfähigkeit den anteren bekannten Männerchorvereinigungen ebenbürtig sowohl in bezug auf die sorgfältige Auswahl des Stimmens- materials, als auch in bezug auf Klangstärle, Kiangschönheit und Disziplin. So war es denn ein Genuß, setnen Darbietungen zu lauschen, unter denen sich manche von ihm zum ersten Male gesungene, wenn au fonfst bereits bekannte Stücke befanden, wie Friedri Hegars „Das ist das Meer" und Fuhrmeisters drollige „Hasenjagd“. Für Abwech|\lung im Programm forgten die Geigerin Amalie Rad- waner-Birnbaum, der Tenorist Paul Bauer und Fräulein Elfriede Ulrich, die eine Reihe von feinempfundenen Liedern Fri ß Fuhrmeisters, der am Klavier saß, sang. Starker Beifall lohnte allen Beteiligten. i

Cin am Sonnabend von Ralph H. Leopold in der Sing- akademie veranstaltetes Konzert wurde mit ungewöhnlihem Wohl- wollen aufgenommen. Der junge Pianist, der fich von dem Phil- Barn ten Orchester begleiten ließ, spielte an erster Stelle Nubinsteins D-MoU- Konzert mit weichem Ton und perlender Technik ; nur wollle es ihm nicht glücken, der Seele der liebenswürdigen und interessanten Tondichtung näher zu kommen; ihr gegenüber blieb er küßl, manchmal bis zur Teilnahmlosigfeit. Es scheint überhaupt des jungen , begabtcn Künsllers Art, sih den Tondichtungen rein objeftiv gegenüber zu tellen; deshalb erwärmte auch sein Spiel nicht, das durch seine formale Schönheit Wohl- gefallen erweden konnte; in der Wiedergabe des &-Moll-Könzerts von Chopin fonnte tieselbe Zurückhaltung des Gefühls beobachtet werden. Pit einer Phantasie von Liszt wurde das Konzert be- s{lossen. Der zweite Abonnementsabend des Böhmischen Streichquarte1ts, der an demselben Tage im Beethovensaal stattfand, verdient gleiche uneingeshränkte Anerkennung wie der vorher- gegangene. Besonderes Interesse erweckte er durch die Uraufführung eines Klavierquintetts von Serget Iw. Tanéjew, bei dem der Konvonist selbst am Flügel saß und seinen Part mit aller Feinheit durchführte. Das Quintett ist eine tonseterisch außerordentlich geschickte und gelungene Arbeit von temperamentvollem, oft wild dahinstürmendem Ausdruck und melodishem Reichtum. Nur ist es etwas zu lang aus- gelponnen und ftumpft auf die Dauer die Aufnahmefähigkeit der Hörer ein wenig ab. Bessere Interpreten konnte diese Neuheit wohl faum finden und so erzielte sie denn auch eine un- geteilt beifällige Aufnahme, namentlih das von \ch{öpferischem Geiste zeugende Scherzo. Eingerahmt wurde dieses Tonwerk von den niht minder mustergültig und rassig wiedergegebenen Streich- quartetten in D-Moll und F-Dur von Dvorák und Beethoven. Der Pianist Alfred Schroeder gab, gleichfalls am Sonnabend, einen Klavierabend im Bechsteinsaal. Sein {lich{ter, [aer Vortrag ließ aub diesmal, wie {hon früber, den strebsamen Musiker erkennen, der ih mit Ernst seinen Aufgäben - widmet. Das Brüsseler Streichquartett gab gleichzeitig im Klindworth - Scharwenkasaal seinen einzigen Kammermusikabend vor nur {chwach beseztem Hause. Als Ekpteiler standen Boccherinis Streichquartett

(Op. 33 Nr. 6) in A-Dur und Schuberts D-Moöll-Quartett („Der Tod

und das Mädchen“) auf dem Programm, dazwischen eine Neuheit des Gngländers John B. Mac Ewen, die hier zum ersten Male aufgeführt wurde. Bei allen großen Schwächen, die diese Arbeit zeigt, darf nicht un- erwähnt bleiben, daß fie teilweise pat und im Andantesaßz sogar den geshickten Tonsetzer verrät. Im ersten und leßten Sat, die stark orchestral angelegt sind, \spürt man eine gewisse motivi\che Armut. Immerhin war es interessant, diese Musik von den Brüfelern zu bören, die sih mit größtem Eifer der Sache hingaben. Eine wahre Meisterleistung war das Schubertshe D-Moll-Quartett, das ihnen auch den reichsten Beifall eintrug.

Das am Sonntag zugunjten der Wohlfahrts3einrihtungen des Vereins „Berliner Presse“ wie alljährlih im Reichstags- gebäude veranstaltete Festkonzert zeigte niGi nur ein glänzendes Gesellschaftsbild, sondern bot auch künftlerishe Gaben erlesener Art. Der Königliche Hof- und Domchor, unter Professor Nüdels energisher und feinsinniger Fühiung, leitete das Monzert mit den feierlihen Weisen des Psalms 84 („Wie lieblih sind deine Wohnungen") ein und be\{loß ibn stimmungsvell mit zwei Liedern von Mendelssohn. Innerhalb dieser kostbaren Umrahmung taten sich namhafte Solisten hervor. Zunächst die Königliche Sängerin Mafalda Salvatini, die bejonders duch die \{chöne Wiedergabe einer Arie aus „Tosca“ stürmishen Beifall erntete, sodann Berta Gardini-Kirhhoff, die, wie jüngst im Beethovenfsaal, in Gemeinschaft mit ihrem Gatten, dem Königlichen e Walther Kirchhoff eine Reihe von Duetten in feiner künstlerisher Darbietung zu Gehör brachte. Leßterer sang außerdem mit seinem sieghaften Tenor noch das Preislied aus den „Meister- singern." Der als Vortragskünstler bochgeschäßte Königliche Schauspieler Dr. Waldemar Staegemann sprach ausdrucksvoll einige Balladen mit melodramatischer Begleitung des Mroleiors von Woikowskis Biedau. Die Königlite Sängerin Melanie Kur t-Dert, die durch die temperamentvolle Wiedergabe mehrerer Lieder starken Eindruck machte, und der junge, begabte Violinvirtuose Eddy Brown {lossen sich den Vorg: nannten an. Kurz, es war für jeden Geshmack gesorgt und wohl jeder Besucher wird mit Befriedigung an diese genußreihe musifalisWe Veranstaltung zurückdenken. Die Damen Else Malow (Violine) und Annie Ritter (Gesang) konzertierten, gleihfalls am Sonntag, gemeinsam im Bechsteinsaal. Die Geigerin hat zwar einen weihen Ton und verfügt auch über eine ziemlih gut entwickelte Technik, es fehlt ihrem Spiel aber noch an Innerlihkeit und Temperament. Von leßterem brachte da- gegen ihr Partner am Klavier Julius Dahlke zu viel mit und beeinträchtigte dadur die Gesamtwirknng. Die Stimme der hier bereits bekannten Sängerin Annie Ritter hat an Wohbllaut und Umfang zugenommen, wenn die Höhe auch bisweilen etwas gepreßt klingt. Der Wiedergabe der von thr gewählten Leder von Schubert und Brahms kamen thre gewandte Vortragsweise und deutlihe Tertaussprache noch besonders zugute, sodaß sie auf den reihen Beifall hin mit einer Zugabe danken konnte. Herrn Sap Langheinrich hatte sie einen trefflihen Begleiter am

úgel.