1911 / 279 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ministerium des Junern.

Dem Landrat von Hoff man n ist das Landratsamt im Landkreise Görliß übertragen worden.

Finanzministerium. Königliche Generallotteriedirektion.

Plan zur 226. Königlich preußischen Klassenlotterie, lien aus 348 000 Stammlosen und 32000 zu Freilosen bestimmten Losen, die die Lotteriekasse bis zu ihrer Ausgabe

für eigene Rehnung spielt, mit 174 000 in 5 Klassen vexteilten Gewinnen und zwei Prämien.

und Staatsanzeigers“ wird

lottenburg, veröffentlicht.

Jn der Dritten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- j eine Genehmigungsurkunde, betreffend eine Anleihe der Stadtgemeinde Char-

Nichkamllicßes. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 27. November. gestern auf der Fahrt von Donaueschingen nah Moschen den

Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Gesandten Freiherrn von Jenisch.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten

und der Marineminister vorgestern abend nach den Dardanellen begeben, um die Forts zu besichtigen und Anweisungen für die Verteidigung zu geben. Der Kriegsminister stattete vorher dem englishen Botschafter einen Besuch ab, den dieser erwiderte. Der Bot- schafter konferierte hierauf zwei Stunden mit dem Minister des Aeußern und erklärte, dem Blatte „Jkdam“ zufolge, daß die Blockade der Dardanellen den englischen Handel berühren

1871 in eine schwierige Lage bringen würde.

Die Deputiertenkammer seßte vorgestern die Be- ratung des Chester-Projektes fort, wobei die Armenier laut Meldung des „W. T. B.“ lebhaft für dieses eintraten und ein Abgeordneter den Verdacht aussprach, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten den Bau der Bahnlinie den Deutschen zuwenden wolle. Da das Ergebnis der von dem Minister ver-

und die Signatarmächte des Londoner Vertrages vom Jahre

ihm zugewiesene Stellung, in die bald darauf auch die nue cdiere mer während die Bersaglieri das Dorf Henni hesezten und den Feind vor sih her trieben, der sich in Unord- ung auf allen Seiten zurüctzog. | P Rie aus Derna gemeldet wird, wurde am Freitag auf m Plateau vor der Stadt eine Erkundung mit zwei Bataillonen anfanterie, einem Bataillon Alpenjäger, drei Maschinengewehr- hteilungen, einer Abteilung Gebirgsartillerie und einer (ompagnie Matrosen vom Linienschiff „Napoli" unternommen. Gegen 9 Uhr wurden beträhtlihe Streitkräfte des Feindes gemeldet, und kurz darauf begann ein lebhafter Gampf, der bis 5 Uhr Nachmittags dauerte. Die Türken und Araber, die ernsthafte Verluste erlitten hatten, verloren an Hoden und begannen sih zurückzuziehen. Bei Sonnenunter- ang gingen auch die italienishen Truppen, nachdem sie den Feind “qus den Augen verloren hatten, auf Derna zurü.

Betrieben einen nachdrücklicheren Mitbewerb als die am Orte des Hauptgeshäfts unterhaltenen; mindestens

L 8 diese. : E Me 1e Wahlen ist, Ci dahin gestellt bleiben; soweit dabet

eigene gewerblihe Erzeugnisse der Hauptgeschäfte ganz oder vorwiegend zum Vertrieb stehen, seinen die auswärtigen Zweigniederlassungen als Ersatz selbständiger Zwischenhändler der Zahl nach mindestens ein doppelt so hohes Gewicht zu haben wie die ortsangehörigen.

die kleine Abteilung A: „Gärtnerei, Tierzucht und Fischerei“ nur 67 Hauptgeschäfte nl 71 Zweiggeschäften nah, ist also ziemli be- deutungslos für die mit der Frage zusammenhängenden Erwägungen. Die Abteilung B: „Industrie einshließlich von Bergbau, Hütten- und i E eine SUO rößere

weigntederlassungen als die 1 \ haft“ fe Tae bteilung C, nämlich 3997 mit 10 476 Zweiggeschäften. Zieht man aber die Personenzahl der Zweiggeschäfte in Betracht, so ist die Bedeutung der Zweigniederlassungen für die Industrie sehr viel

haben fie eine größere Ob dies gewerbepolitisch oder steuer-

Geht man auf die Abteilungen der Gewerbestatistik ein, so weist

ahl von Hauptgeschäften mit „Handel, Verkehr, Gast- und Schankwirt-

¡chr guten au Bres lehen lassen. Er weist auf eine starke und \pezifish plastische Begabung. Au L l ied set S ein Werk, das mit dem stillen Fluß seiner Linien, dem keuschen i Ls Ingen eine E1findung voll hoher dichterisher Schönheit bedeutet. Len \folhen Arbeiten Ge ziemlih befangen und gesucht. Mit dem Wandbrunnen von

der Rundgang dur die Plastik beschlossen. ] gerade durch seine Lücken und Ungleichartigkeiten, welch große Auf- gaben einer umfassenden, sorgsam vorbereiteten Ausstellung der deutschen Plastik von heute gestellt wären. D.

ch auf Hermann Hallers Grab- Engelhardts Stikisierungskunsk

ugust Kraus, einem hübschen Einfall, sei Das Gebotene zeigt

Die medizinische Fakultät der Universität Bern hat den

Wirklichen Geheimen Rat Karl August Lingner, den Präsidenten der Hygieneausstéllung in Dresden, für seine Verdiensjic um die Gesundheitspflege zum Ehren doktor ernannt.

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größer als für den Handel; bei jener wurden 186 363 Personen in Bauwesen.

Einen Wettbewerb für Pläne zum Bau eines Wohn- und Geshäftshauses auf dem Eckgrundstück Theater- play 3 in Bromberg schreibt der dortige Magistrat mit &rist bis 31. Fanuar 1912 aus. Dem Preisgeriht gehören als Techniker an: Negterungs- und Baurat Engelbrecht in Bromberg, Stadtbaurat Teubner in Posen, Stadtrat Meßger und Direktor der Königlichen Handwerker- und Kunstgewerbeshule Architekt Arno Koernig in Bromberg. Es sind drei Preise ausgeseßt von 1800, 1000 und 700 M. Das Preisaus\chreiben nebst Lageplan ist für 1 4, die dem Teilnehmer erstattet wird, vom Magistrat in Bromberg zu beziehen.

Erste Klasse. ‘Auieita Kfasse. Hie ¡talienishen Verluste betragen 50 Mann, darunter 12 Dote.

(Ziehung am 12. u. 13. Januar 1912.) |((Ziehungam 9. u. 10.Februar 1912.) Gewinne Mh 4M | Gewinne Mb M

2 zu 50 000 100 000 2 zu 60 000 120 000

ü 30 000 60 000 S 40 000 80 000

f 10 000 20 000 2 20 000 40 000

Z 5 000 10 000 2 10 000 20 000

S 3 000 12 000 4 5 000 20 000

L 3 000 18 000

1 000 6 000 6 * 500 5 000] 10 1 000 10 000 500 10 000

langten Abstimmung über den Vorschlag, das Projekt zur Ab- 1804. 79 648 f 0: änderung an die Kommission zurückzuverweisen, unsicher blieb, N Zweiggeshäften ermittelt, de Wee Die C ves wurde die Weiterberatung bis nah dem Kurban-Bairamfeste muvelggelGüsten von t Zweiggeschäfte sind in der

vertagt. E Ortes des Hauptgeschäfts arbeitenden Parlamentarische Nachrichten.

Nf ch verhältnismäßtig umfängliher und also wohl auch Mona bit jablreidhee - 7086 Elie Fe gelun M L Wie „W, T. B. aus Mexiko meldet, hat vorgestern bei Der heutigen (210.) Sißung des Reichstag Î wohnten tba En Eden et aue 22289 B ER Sn R Santa Anna ein Kampf stattgefunden, in dem die Regierungs- ver Staatssekretär des Jnnern Dr. Delbrü, der Staals- D | 0 ird v ee d licht, daß die vertriebstehnishe Richtung in truppen in Stärke von 450 Mann 800 Anhänger des Generals 4 retär des Reichsshaßzamts Wermuth und der Gouverneur è Subusirte auf Anleauit

Zapata, der geflüchtet ist, geshlagen haben. Verschiedene Hinrich- Dr Solf bei. :

tungen werden aus den in Unruhe befindlichen Orten gemeldet, wo A Zur erster Lesung stand die Vorlage, betreffend Eisen-

Nachdem der Kaiserlih japanishe Botschafter Vicomte Chinda von hier abberufen worden ist, werden die Geschäfte der Botschaft bis zum Eintreffen des neuen Botschafters von dem Botschaftsrat Hata geführt.

Amerika.

der Industrie auf Anlegung von Zweiggeshäften in beträchtlichem Umfange abzielt, wobei es sh wohl in niht wenig Fällen um den

10 20 400 8 000] 20

0 300 15 000 | 50 400 20 000 100 ; 200 20 000 | 100 300 30 000

300 100 30 000 j 300 200 60 000 7502 50 SCO LTOOITOU2 L 96 720 192 8000 Freilose zu 323 rund 258 667 | 8000 Freilose zu 324 rund 258 667

8000 Gew. u. 8000 Freilose 919 767 [8000 Gew. u. 8000 Freil. 1 406 859

Dritte Klasse. Vierte Klase. (Ziehung am 8. u. 9. März 1912.) |(Ziehung am 16. u. 17. April. 1912.) Gewinne M #46 | Gewinne M 2 zu 75 00 150 000 2 zu 100 000 50 000 100 000 Ss 60 000 30 000 60 000 40 000 15 000 30 000 20 000 10 000 20 000 15 000 5 000 20 000 10 000 3 000 30 000 10 5 000 1 000 20 000 20 3 000 500 25 000} 50 1 000 400 40 000 } 100 500 300 300 90 000 | 300 400 7506 144 1080 864 17506 , 192 1 441 152

8000 Freilose zu 32F rund 258 667 | 8000 Freilose zu 323 rund 258 667

10 20 90 100

8000Gew. u. 8000 Freilose1 924 531 18000 Gew. u. 8000 Freil. 2 539 819

Fünfte Klasse. (Ziehung vom 10. Mai bis 5. Juni 1912.)

Prämien M 2 zu 300 000 Gewinne zu 500 000 200 000 150 000 100 000 75 000 60 000 50 000 40 000 30 000

M 600 000

1 000 000 400 000 300 000 200 000 150 000 120 000 200 000 160 000 600 000 15 000 450 000 10 000 900 009 5 000 900 000 3 000 7 800 000 1 000 4 000 000 500 3 580 000

I d0O 240 30 696 000

142 000 Gewinne und 2 Prämien 52 056 000 Aru

Einnahme.

Cinsa E abzüglt 4 E Nachzahlung Schreib- auf die

ebühr E der | Vorklassen

Reichs- ftempel- abgabe.

b Mb Ab

11 252 000 11 252 000 10 993 333 11 252 000 | 10 993 333 11 510 666 340 | 10 993 333 776 000 11 769 333

5. 1 340 000 | 10993 333| 1034 667 12 028 000 In Einnahme u. Ausgabe dur{hlaufender Betrag d. Freilose 1 034 668 58 846 667 Zu: Zum Ausgleih der Schlußsumme 309

98 846 976

Anzabl

i Gesamt- der zu begebenden

einkommen. der Freilose.

Stamm- |

348 000 | 340 000 340 000 |

298 667 917 333

Ueberhaupt Ausgabe. Betrag Klasse. | der baren Gewinne. M

|

661100 1148 192

1666844 |

E G ( “ag. dan Aeilose, esamtbetrag M M

298 667 919 767 298 667 1 406 859 258 667 1 924 531 298 667 2 939 819

E 92 056 000

2 281 152 92 056 000

Ueberhaupt 58 846 976

Vorstehender Plan der 226. Königlich preußischen Klassenlotterie wird zur öffentlihen Kenntnis gebracht. Die Lose erster Klasse dieser Lotterie werden von den König- Len Lotterieeinnehmern von dem ersten Tage ms Be- endigung der Ziehung der fünften Klasse 225. Lotterie ab aus- gegeben werden.

Berlin, den 23. November 1911.

Königliche Generallotteriedirektion. Strauß. Ulrich. Gramms.

Laut Meldung des Q V t S. M. S. „Nürn berg“ am 24. d. M. in Ts\ingtau eingetroffen.

Baden.

_ Seine Majestät der Kaiser und König ist, wie a2W. T. B.“ meldet, nah herzlicher Verabschiedung von dem Fürsten zu Fürstenberg, dessen Familie und den Gästen gestern s von Donaueschingen nah Moschen in Schlesien ab gereist.

Großbritannien und JFrland.

_ Die Regierung hat dem Parlament die vom Botschafter Sir William Goschen eingesandten Uebersezungen der R ei h s- tagSreden des Reichskanzlers Dr. von Bethmann Hollweg vom 9. und 10. d. M. vorgelegt.

Ruß;land.

Die russische Regierung ist nach einer vom „W. T. B.“ verbreiteten Meldung der „Agence Havas“ in der Frage der Achtung des Grundsates der Neutralität der Dardanellen an die Mächte herangetreten; sie stüßt sih dabei auf den be- treffenden Artikel des Londoner Vertrags vom 13, März 1871.

Nach mehrtägigen Debatten über die Verpflegungs- interpellation hat die Neihsduma vorgestern mit 158 gegen 103 Stimmen eine von den Oktobristen eingebrachte Uebergangsformel angenommen, in der, wie „W. T. B.“ meldet, anerkannt wird, daß die Regierung die gegen die Hungersnot angezeigten Maßnahmen rechtzeitig ergriffen habe, und - gleichzeitig die Ueberzeugung ausgedrückt wird, daß die Regierung in kurzer Zait Geseßentwürfe über die Verpflegung der, .Notleidenden und jibet Line örtlihe Organisation der Ver- flegung mit Hilfe der Séä&stwos einbringen werde. Sodann at die Duma einen Antrag des Abgeordneten der äußersten Rechten Purischkewitsh angenommen, dahin gehend, die Regie- rung müsse neue Mittel zum Kampf gegen die Hungersnot suchen, und zwar auf Grund von Mitteilungen der örtlichen Amtspersonen, die im Falle unrihtiger Angaben ihres Amts entseßt ‘und zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden sollen. :

Ftalien. Der König hat dem Marinelandungskorps in Tri- polis eine besondere Fahne gestiftet, die an Bord des Admiralschiffes aufzubewahren und bei Landungen zu entfalten ist. Mit Rücksicht auf die von den Matrosen bei den Landungen in Tripolis und Cyrenaika bewiesene Tapferkeit hat der König der Fahne die goldene Medaille für militärishe Tapferkeit verliehen. Durch Königliches Dekret wird der Zoll auf bestimmte Waren türkischer Herkunft, namentlih auf Teppiche und Kaffee, „W. T. B.“ zufolge, erhöht und für alle übrigen aus der Türkei kommenden Waren die Anwendung des General- tarifs vorgeschrieben. : Der Schatzminister Tedesco hat der Deputierten- kammer das endgültige Budget für 1910/11, das berichtigte Budget für 1911/12 und das voraussichtlihe Budget für 1912/13 vorgelegt. : Das Rechnungejahr 1910/11 \{ließt, obiger Quelle zufolge, mit einem Barübershuß von 35 700 000 Lire. Diese Summe ist mit dem am 30. Juni 1910 im Schaß vorhanden gewesenen Nebershuß von 21 500 000 Lire durch - Königliche Dekrete, die dem Parlamente mitgeteilt worden sind, für die Kriegskosten bestimmt, die bis zum 30. November auf 65 Millionen veranschlagt sind. Das berichtigte Budget für 1911/12 gibt die Ausgaben , die die ersten Schägungen übersteigen, auf 49 500 000 Lire an, wovon 24 Millionen für den Volksschulunterriht, 21 Millionen für die Kriecgs- und Handelêsmarine bestimmt sind. Die berichtigte Auf- stellung beziffert die sehr vorsichtig geshäßten Einnahmen 45 Millionen höher als die erste Aufstellung. Für das Nechnungsjahr 1911/12 wird ein Uebershuß von 59 Millionen voruefsehen. Das Budget für 1912/13 weist cinen Ueberschuß von rund 14 Millionen Lire auf und sieht einen Kredit von 33 Millionen für den Volksschulunterriht vor, eine Erhöhung des Kriegs- budgets um 20 Millionen, cin Mehr an Ausgaben von 11 500 000 Lire sür öffentliche Arbeiten, ungerehnet 16 Millionen für die durch das Erdbeben von 1908 entstandenen Schäden, wofür die besonderen Ein- nahmen aus den Steuerzuschlägen bestimmt sind, und ungerechnet 91 Millionen Lire außerordentliche Ausgaben, die im Budget der öffentlihen Arbeiten konsolidiert sind.

Spanien.

Jnfolge der Wiederherstellung der Ordnung in Spanien werden die Reservisten, die in der Zeit der Ausstände zu den Fahnen gerufen worden waren, entlassen werden. Wie die Madrider Blätter melden, wird sih die Verminderung der Garnisonen auch auf die afrikanischen Pläße, nah dem „Liberal“ au auf Larrasch und Elksar ausdehnen. Die Gesamtzahl der Entlassenen wird sih auf 20 000 Mann belaufen.

Türkei. _ Nach einer Konferenz mit dem Großwesir und dem Minister des Jnnern haben sich, wie das „Wiener K. K.

die Regierungstruppen Befehl erhalten haben, jeden zu töten, der schuldig befunden wird, die Revolution offen geshürt zu haben. Amtlich wird ferner gemeldet, daß ein zweiter Kampf zwischen Bundestruppen und Aufständischen bei Pilcaya stattgefunden habe. Jn Daxaca herrsche sehr große Aufregung; die Be- völkerung drohe sih zu erheben. j

Asien. Ç nor C . (ck. M . . Cv a

4 u O det „St. Petersburger T elegraphen-

g ) er den Standpunkt seiner Regierung in dem bekannten Zwischenfall mit Morgan Shuster unterrichtete russishe Gesandte in Teheran auf die Entschuldigung des persischen Ministers des Aeußern geantwortet, daß die russishe Regierung infolge der verzögerten Er füllung ihrer Forderungen zu der außerordentlichen Maßnahme der Entsendung einer Truppenabteilung nach Persien genötigt worden sei. Unterdessen habe \sih Shuster er- laubt, eine Uebersezung seines von falschen Angaben vollen Briefes an die „Times“ in Persien zu verbreiten, offenbar, um das persische Volk gegen Rußland aufzubringen. Der Ge- sandte erklärte dann, er glaube daher nicht, daß die russische Regierung die Erfüllung ihrer beiden ersten Forderungen be- friedigen werde. Er werde weitere Weisungen aus St. Peters- burg abwarten. f - Wie der Korrespondent des Reuterschen Bureaus, der sich bei den cchinesishen Revolutionären vor Nanking be- findet, telegraphiert, haben diese gestern früh begonnen, Nanking von einem eine Meile nördlih der Stadt gelegenen Fort aus zu bombardieren. E

Einer vom „Reuterschen Bureau“ verbreiteten amtlichen Meldung zufolge ist die japanishe Regierung gemäß dem Beschlusse der diplomatishen Vertreter in Peking, wegen der gegenwärtigen Lage die fremden Garnisonen in Peking zu verstärken, bereit, demnächst die not- wendigen Verstärkungen zu \chicken. Ebenso wurde be- lossen, wegen der sehr begrenzten Anzahl der in Petschili stehenden Truppen gleichzeitig eine entsprechende Truppen- macht nah Tientsin zu senden. Jn Peking und Tientsin werden die Truppen insgesamt um ein Bataillon Infanterie und eine Maschinengewehrabteilung vermehrt werden. Die Gesamtzahl der Streitkräfte in Petschili wird die Truppenzahl nicht überschreiten, die sich vor der Verminderung im Jahre 1908 dort befand. | Afrika.

Nach Meldungen der „Agenzia Stefani“ aus Tripolis wurden am 24. d. M. auf der Ostseite der italienishen Front in geringer Entfernung starke Abteilungen von Türken und Arabern gesichtet, es entspann sih ein lebhaftes Feuergefecht, das den ganzen Tag über anhielt. Da um 383 Uhr der Wind nachgelassen hatte, konnte ein Fesselballon aufsteigen, und das Kriegsschiff „Carlo Alberto“ nahm das Feuer gegen die Vase wieder auf. Gegen 7 Uhr Abends machte eine feindliche Abteilung auf die italienishe Linie ungefähr in jüdlicher Nichtung von Fort Hamidie einen Angriff, anscheinend in der Absicht, die italienishen Stacheldrähte zu beseitigen, wurde aber zerstreut. Durch Aeroplane wurde festgestellt, daß die Lage des Feindes unverändert ist. Aufklärungsstreifzüge, die italienishe Truppen im Süden in der Wüste vornahmen, ergaben, daß sih dort kein Feind befand. Vorgestern fand eine *Zusammenziehung der Araber nah Ainzara statt, wo anscheinend Kamelkarawanen mit Lebensmitteln aus Garian angetommen sind.

Gestern früh erfolgte ein allgemeiner Vormarsch der italienishen Truppen an der Südostfront. Die Aktion war nah einem sehr lebhaftem Kampfe, der den ganzen Tag dauerte, von vollem Erfolge gekrönt und {loß mit dem Rück- zuge des Feindes aus seinen befestigten Stellungen. Mit dem Vormarsch begann um 6 Uhr früh die sechste Brigade, das . 283. und 52. Jnfanterieregiment und zwei Batterien. Zwei Gebirgsbaiterien und zwei Schwadronen Kavallerie bildeten den äußersten rehten Flügel. Um 7 Uhr er- öffnete die feindlihe Artillerie aus ihren Stellungen in Südost von dem sogenännten „Fornaci“ aus das Feuer auf die Brigade. Unter dem Schuße der italienischen Artillerie, die die türkische niederkämpfte, beseßten die Truppen gegen 9 Uhr das Armenhospital. Bald darauf begann die türkishe Jun- fanterie vom Fort Messri her die ersten Reihen der Brigade zu beschießen. Die italienische Artillerie rihtete dann ihr Feuer gegen die feindlihe Jnfanterie, während die italienische Jn- fanterie, die ihren Vormarsh mit Ruhe und Entschiedenheit sargeles, hatte, zum Angriff auf das Fort Messri ritt. Als gleichzeitig das 11. Bersaglieriregiment, das den rechten Flügel der italienishen Ostfront bildete, gewahrte, daß die sechste Brigade auf gleiche Höhe gekommen war, drang es gegen Henni vor. Unterdessen griffen die ersten Abteilungen der sechsten Brigade das kleine Fort Messri an, während rechts von ihnen das 50. Jufanterieregiment die türkische Jnfanterie in den Laufgräben angriff. Die italienischen Truppen an der Ostfront mußten eine Befestigung nach der andern, ein Haus nah dem andern den Arabern abringen, die sich hinter Hindernissen aller Art verschanzt hatten.

Telegraphenkorrespondenzbureau“ meldet, der Kriegsminister

Linie durchgeführt.

Gegen vier Uhr Nachmittags war der Vormarsch auf der ganzen Das 33, Jnfanterieregiment besetzte die

| hahnbauten im ostafrikanischen Shuggebiete. Danach | ol der Reichskanzler ermächtigt werden, die durch [den Etat

: Ausbau des Hafens in Tanga bereitgestellten Mittel aucy zu

| hahngesellshaft zur 3 Dares m Morogoro bis Tabora und zu Vorarbeiten für die

für Ostafrika zur Fortführung der Usambarabahn und zum

Ergänzungs- und Neubauten auf der Stammstrecke Tanga

Mombo, sowie die durch denselben Etat bereitgestellten Mittel ur Gewährung eines Darlehns an die Ostafrikanische Eisen- Fortführung der Eisenbahn Dares-

Fortführung der Bahn bis an den Tanganjikasee auch zur ne eines Darlehns an dieselbe Gesellschaft zur Fortführung dieser Bahn bis an den Tanganjikasee sowie u Ergänzungs- und Umbauten an der Stammstreke Dares\alam—Morogoro zu verwenden. Dem Entwurf ist eine Begründung, eine Karte und eine Denkschrift beigegeben, welh' leßtere über die wirtschaftliche Bedeutung und die Finanzierung der beabsichtigten beschleunigten Weiterführung der Bahn in das Seegebiet Aufschluß gibt.

Als erster Redner ergriff der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Staatssekretärs des Reichskolonialamts beauftragte Gouverneur Dr. Solf das Wort, dessen Rede morgen mitgeteilt werden wird.

Dem Reichsta g ist im Anschluß an die Geseßesvorlage, betreffend Eisenbahnbauten im Ostafrikanischen Schußgebiete, eine Aufzeihnung über den Fortschritt und gegen- wärtigen Stand des Eisenbahnbaues in den Schußgebieten zugegangen.

Nr. 61 des „Zentralblatts für das Deutsche OE herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 23. November hat folgenden Inhalt: Zoll- und Steuerwesen: Zigarettensteuerausfüh- rungsbestimmungen. Berichtigung.

Statiftifk und Volkswirtschaft.

Das Bestehen von Zweiggeschäften in den Gewerben Preußens im Jahre 1907.

Auf den gewerbestatistishen Zählpapieren der Betriebszählung von 1907 waren au Fragen nab dem Vorhandensein von Zweiggesc aften gestellt. Der Versu der Ecmittlung einer Tatsache, die gewerbe- politis, vertriebstechnisch und unter gewi}jen Gesichtspunkten steuer- politish bedeutsam sein kann, wird als dankenswert begrüßt werden, wenn auch nicht feststeht, daß dieser erstmalige Versuch vollständig ge- lungen ist. Für die Vergangenheit fetlt es an Vergleichszahlen, und deshalb ist es nicht leiht, ein sicheres Urteil über die Bollständigkeit der Ermittlungen von 1907 zu gewinnen. Die Fragestellung selbst war bei diesem ersten Versuche übrigens niht vollkommen.

Fn Preußen sind nah Mitteilungen des Statistishen Landesamts in der „Stat. Korr.“ 7783 Hauvtgeschäfte mit 453 228 Personen ge- zählt worden, die zusammen 21 200 Zweiggeschäfte mit 260 724 Personen unterhielten. Von diesen Zweiggeshästen wurden 19 638 offene Verkaufsstellen unterhalten, in denen 135 411 Personen _tâtig waren, während die übrigen 125 313 Personen der Zweiggeschäfte nicht zur Bedienung in Läden, sondern zu anderen geshäftlihen Dienstleistungen innerhalb der Zweiggeshäfte verwendet wurden. Die Einrichtung von Zweiggeschäften is gegenüber der großen Zahl von Gewerbe- betrieben überhaupt an sich nicht sehr verbreitet: von 1016 962 Einzel- und Gesamtbetrieben bet Fortlasjung der mit Zweigs- geshäften nur ausnahmsweise ausgestatteten Alleinbetriebe hatten nur 0,77 0/0 Zweiggeschäfte. Die Hauptgeschäfte dieser „Art waren allerdings recht groß; sie beshäftigten 1m Durchschnitt 58 Personen und 5,97 9/6 der Personen sämtlicher Cinzel- und Gesamtbetriebe. Auch die Zweiggeschäfte selbst hatten einen ansehnlichen Umfang ; sie zählten durchschnittlich mehr als 12 Personen, von denen über die Hälfte in offenen Verkaufsstellen tättg war. : N

Von den 7783 Hauptgeshäften und ihren Zweigniederlassungen waren im ganzen 713 952 Personen abhängig, Inhaber, Gehilfen und Arbeiter zusammen gerechnet. Das is ein beträchtlicher Bruchteil (9,40%) der in den Einzel- und Gesamtbetrieben im ganzen tätigen Personen. Wüßte man, wie und zu welchen besonderen Vertriebs- zwecken die Zweiggeschäfte mit offenen Verkaufsstellen - eingerichtet sind, namentlih wie viele nur die etgenen gewerblichen Er- zeugnisse des Hauptgeshäfts vertreiben, so könnte man daraus \chließen, ein wte großer Teil der Fabrikationsbetriebe durh Einrichtung Hen Zweiggeschäften den selbständigen Zwischenhandel ugu san venn A ist. Daß dies der Fall ist, kann nicht zweifelhaft sein ; e rad dieser vertriebstehnischen Maßnahmen ist indessen aus der Statis: nit zu ersehen. i : 6

Die Zwetggeschäfte bestehen, wte die Ermittlungen weiter erge en haben, N n Heinen Teil aus\ch(ließlih am Orte des Hauptge Vis zum größeren Tetle sind sie auch an anderen Orten eingerg Bon den 7783 Hauptgeschäften hatten 2531 ihre Zweigniederla]jungen nur am Orte, und zwar handelt es sich hierbei um 4655 Zweig- geschäfte; 5252 hatten thre Zweigniederlassungen am Siu n Hauptge\schäfts und an anderen Orten, und zwar be an en ih davon die meisten, nämlih 13 452 von 16 549 Zweiggeschä en, in Orten fern vom Sitze des Hauptgeschäfts. Demnas E e Einrihtung von Zweigniederlassungen wohl oft eine 6 M erun des ortsansässigen Gewerbe- und Handelsbetriebs t ente wenn daraus volkswirtschaftlihe Bedenken auch nicht ett zu werden brauchen. Dieser Schluß scheint auch darin e üße zu finden, daß bei den am Orte des Hauptgeschäng ehen Zweiggeshäften das tätige Personal wesentlich weniger zahlrei ist a

Vertrieb eigener gewerblicher Erzeugnisse und teilweise um Be- seitigung von selbständigen Zwischenhändlern handeln mag. Eine Durchprüfung der langen Zahlenreihen der einzelnen Erzeugungs- gewerbe würde in dieser Hinsicht wohl noch manche beahtenswerte Besonderheit herausstellen.

Zur Arbeiterbewegung.

Achthundert bei dem Bau der Bahn von CEstaque nach M iramare beschäftigte Arbeiter, zumeist Italiener und Spanier, sind, wie dem ,W. T. B.“ aus Marseille gemeldet wird, wegen Ent- lassung zweier Kameraden in den A usstand getreten. Die Behörden treffen umfangreiche Sicherheitsmaßregeln. i L

In Antwerpen sind, „W. T. B.“ zufolge, am Sonnabend die Hafenarbeiter in den Ausstand getreten. Drei Schiffe fonnten aus Mangel an Personal nicht abfahren. Der Bürgermeister versucht zu vermitteln. Die Forderung der Hafenarbeiter ist, daß die Lohnskfala von Hamburg eingeführt werde.

(Weitere „Statistishe Nachrichten“ f. i. d. Ersten Beilage.)

Kunst und Wissenschaft,

XXIII. Ausstellung der Berliner Sezession. Li

Die Winterausstellung der Sezession zeigt diesmal insofern ein neues Gesicht, als der mittlere Hauptraum ganz der Plastik gewidmet ist, während in den anderen Sälen wte bisher die zeihnenden Künste im weitesten Sinn zu Wort kommen. Diese Anordnung soll, wie das Vorwort des Katalogs hervorhebt, eine „Anregung zur Vrgani- sation rein bildhauerisher Ausstellungen“ fein. Der Gedanke ist der Beachtung und Förderung wert. Bor allem die Kleinplastik, die, wie auf den meijten Ausstellungen, so auch diesmal stief- mütterlich behandelt ist, verdiente dem Interesse des Publikums näher- gerückt zu werden. Hier bedürfen Angebot und Nachfrage gleicher- maßen der Belebung. Es wäre heute gewiß niht \{wer, eine größere Zahl von Kunstfreunden für dieses Gebiet zu gewinnen. F reilih können die großen Ausstellungen allein keinen Wandel schaffen. Ständige Verkaufsstellen und Preise, die nit bloß auf die Be- gütertsten berehnet sind, müßten mithelfen, um den Sinn für edle Merke kleiner Form, vor allem für Bronzen, in weitere Kreise zu en. S i

I Was die Sezession in diesem Winter an plastischen Werken zeigt, gibt kein vollständiges Bild von dem Schaffen der Bildhauer, die sich zu ihrem Kreis renen. Noch weniger kann man von einer Einheit- lichkeit des Stils sprechen. Unter den großen Meistern, deren Eigenart uns leichter erkennbar ist als das gemeinsame Empfinden, das fie als Kinder unserer Zeit verbindet, s{heint am ehesten noch Hildebrand Schule zu machen. Aber der vorwtegende Eindrud bei den jüngeren Talenten ist der etnes geschmackvollen Efklektizismus, der sih neuerdings weniger vom Barock und seinen malerishen Tendenzen, als von den strengen Formen früher Antiken angeregt fühlt. Leidenschaftlich bewegte Gruppen fehlen fast ganz; ruhige Figuren, einfache Motive herrschen vor, dekorative Wirkungen werden erstrebt, die mit den ruhigen Flächen unserer modernen Näume zusammengehen. Neben der stillen Eindringlichkeit solcher neuklassizistisher Versuche stehen jedoch Er- zeugnisse einer eleganten Salonkunst , die vorderhand vom großen Publikum noch * bevorzugt werden dürften. Das eine Werk, das alle anderen an Bedeutung überragt, entstammt nun freilich weder der eben geschilderten Richtung, noch überhaupt der deutshen Kunst. Nodin, der auch mit seinem Kauernden Weib“ und seinem Marmorrelief „Francesco und Paola ark aus dem Rahmen herausfällt, hat tn der wundervollen Bronze- büste Gustav Mahlers etwas geschaffen, wovor die Kritik ver- stummt und dessen Anerkennung von keiner Zeit- und Modeströmung abhängig ist. In dem ernsten Kopf mit den durchgeistigten Leidens- zügen erscheint das Unvergängliche einer bedeutenden Persönlichkeit gefaßt und zu einer Form geworden, die niht Verallgemeinerung, sondern Vertiefung des Persönlichen bedeutet. Er verbreitet denn auch jene Stimmung wethevoller Andacht, die nur große Kunstwerke nitzutetlen vermögen. | j;

T “Es ist felbst für die besten unserer deutshen Bildhauer s{chwer, neben diesem Werk zur Geltung zu fommen. Am ehesten gilingt dies noch Klinger, von dessen zwei Bronzeköpfen namentlich der eine, den Historiker Lamprecht darstellende, in seiner malerischen Flächen- behandlung und seiner frishen Lebendigkeit der Auffassung zu den glücklichsten Arbeiten des Künstlers zählt; wenig-r hon Hilde - brand, dessen Bergmann-Büste ein feines und gewinnendes, aber nit eben \tarks und bedeutendes Bild des großen Arztes gibt. Immerhin sind diese drei Werke mit Net in den Mittelpunkt des Saals ge- rüdckt. Sie bedeuten, wenn niht Höhepunkte, so doch eine ehrenvolle Vertretung unserer deutschen Plastik. Von dem, was sonst zu sehen ist, bereiten einige sehr bekannte Namen eine gewisse Enttäuschung. Das gilt niht von Gaul, dessen „liegender Wisent“ nicht bloß ein harafteristishes und überzeugendes Tierbild, sondern in der Ge- \{lo}senheit seines Umrisses auch ein Dekorations\tück ersten Ranges darstellt. Auch die vier Kleinbronzen es sind diesmal Esel zeigen den Künstler von seiner besten Seite, dagegen erscheint bet dem großen Bronzerelief, das Tuaillon beigesteuert hat, einem „Herkules mit Eber“, die Form zu anspruhsvoll für den Inhalt : weder der Ausschnitt noch das Bewegungsmotiv vermag den Cindruck innerer Notwendigkeit zu erzeugen. Ludwig Cauer gibt ein Grabrelief mit lebensgroßen Figuren; aber gegenüber den großen Vorbildern früher griehischer Werke, deren Erinnerungsbild er unwill- fürlih wachruft, wirkt er hart und trocken An der Empfindung wie in der Gruppenbildung. Eine ganze Reihe von Bildnisbüsten hat Friy Klimsch ausge]tellt: Durhweg geschickt in der Mache, zum Teil überraschend in der Herausarbeitung einer be- zeihnenden Haltung des Modells; allein bei öfterem Sehen wirkt die Aeußerlichkeit der Charakteristik verstimmend. VInnerlicher und wert- voller ist die Kunst. des jungen B. Scheibe. Sein „Ppersischer Hund freilich ist ein mißglückter Versuch. Der jugendliche Bildniskopf da-

Land- und Forstwirtschaft.

Saatenstands- und Erntebericht für den Staat Kentudcky.

Nah einem Bericht des Landwirtschaftsamts des _ Staats Kentucky für den Monat Oktober 1911 i\t der Saatenstand im Staate besser als in einem Durchschnittsjahre. Troßdem durch ungünstige, regenreihe Witterung das Säen von Weizen und Roggen erheblich verzögert wurde, sind doch beretts 70 9/6 der zu bejäenden Weizen flächen und 78 9/9 des Roggenlandes bestellt. Im Vergleich mit dem vorigen Jahre soll die Anbaufläche für Weizen dieses Jahr um 5 9% ausgedehnt, die Anbaufläche für Roggen um 5/9 herabgemindert werden. Für die diesjährige Mais ernte lagen die Verhältnisse nit günstig. Der Mais wurde zunächst durch anhaltende Dürre am Reifwerden gehindert und faulte danach infolge von warmer, sehr feuhter Witterung in vielen Teilen von Kentucky in den Stapeln an und wurde himmelig. Das Ernteergebnis ist um 15 9/9 hinter einer Dur(\schnittsernte zurückgeblieben. Der Tabak ist vollständig ein- geerntet. Er ist ires des feuchten, ungünstigen Wetters_in tadellosem Zustande und von sehr guter Qualität, wenn au der Quantität nach geringer als im Vorjahre. Vergleichendes Zahlenmaterial darüber steht nit zur Verfügung. Die Viehweiden sind in gutem Zu- stande und der Viehstand ist reihlich. (Bericht des Kaiserlichen Kon- \ulats in Cincinnati vom 10. November 1911.)

Prag, 25. November. (W. T. B.) Wie das Statistische Landesbureau mitteilt, betrug die Zuckerrübenernte Böhmens 91 180 000 Meterzentner gegen 43 257 000 im Vorjahr und 31 396 000 im Jahre 1909.

Theater und Musik.

m Königlihen Opernhause geht morgen, Dienstag, Berit Dow Á t (det in Szene. Fräulein Alfermann singt als leßte Gastrolle die Violetta, den Alfredo Herr Kirchhoff, den George Germont Herr Hoffmann. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister Dr. Bes. i: N

Im Königlihen Schauspielhause wird morgen H. von Kleists Fragment „Robert Guiskard“ sowie das Lustspie „Der zer- brochene Krug“ (mit Herrn Vallentin als Dorfrichter Adam) wieder- holt. Voraus geht Goethes einaktiges Schauspiel „Die Geschwister“, mit Fräulein Thimig sowie den Herren Staegemann und Werra in den Hauptrollen.

Mannigfaltiges. Berlin, 27. November 1911.

Bom Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz wurde gestern mittag in dem großen Sipungsfaale des Abgeordnetenhauses für den verstorbenen Vorsißenden des Zentralkomitees, den Vizeoberzeremonienmeis\ler und Königlichen Fammerherrn Dr. B. von dem Knesebeck, unter Teilnahme von etwa 500 Personen, eine Gedächtnisfeier abgehalten, der, wee M. Q B. PVerimer, E Anwesenheit E a Maiestät der Kaiserin und Königin eine vesjonder

Weils pocieh. Mit der hohen Protektorin des Roten Kreuzes erschienen Ihre Königlichen Hoheiten die Prinzessin Viktoria Luise, der Prinz und die Prinzessin A ugust Wilhelm sowie die Prinzen Ws81ar und Joachim, ferner die Oberhofmeisterin der Kaiserin Gräfin von Brockdorff, die Hofstaatsdamen Gräfin von Keller und Fräulein von Gertdorf, der Oberstkämmerer Fürst zu Solms-Baruth und der Oberhofmeister Freiherr von Mirbah. Das badische Großherzogspaar vertrat der badische Gesandte, Wirklihe Geheime Rat Graf von Berckheim, Ihre Königliche Hoheit die verwitwete Großherzogin Luise von Baden der Geheime Kabinettsrat und Kammerherr von Chelius. Für Seine Königliche Hoheit den Großherzog von Sachsen-Weimar-Cifenah war der Oberhofmeist:zr und Kammerherr Freiherr von Fritsch, für Ihre Königliche Hoheit die Herzogin von Sachsen-Coburg und Gotha der Kammerherr von Haeseler anwesend. Außerdem waren u. a. zugegen: von der Familie des Verewigten der Generalleutnant und der Oberstleutnant von dem Knesebeck, der Staatssekretär des Reichsamts des Innern Dr. Delbrück, der Staats- sekretär des Reichsmarineam1s von Tirpiß, der Minister der geist- lichen 2c. Angelegenheiten D. von Trott zu Solz, der Minister des Fnnern von Dallwiß, der Generalleutnant von_ Landmann aus München, der Polizeipräfident von Jagow, der Oberbürgermeister Dr. Kirschner und der Stadtrat Namslau. Nachdem Ihre Majestät durch Ihr Erscheinen das Zeichen zum Beginn der Feier gegeben hatte, sangen Mitglieder des Hof- und Domwors das ergreifende „Requiem aeternam dona eis Dann betrat der jeßige Vorsißende des Zentralkomitees, General der Kavallerie von Pfuel das Podtum, hinter dem inmitten eines prächtigen Blumenarrangements das Bildnis seines Vorgängers prangte, dankte Ihrer Majestät für ihr gütiges Erscheinen und erteilte dem zweiten stellvertretenden Vorsißenden, General der Artillerie Rot be das Wort zu der Gedächtnisrede. In den Lebensdaten, die Redner anführte, betonte er besonders, daß B. von dem Knesebeck {on Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta sehr nahe _gestanden habe und seit dem Jahre 1890 auch Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Viktoria ein treuer Viener und Berater gewesen sei. Er schilderte die aufopfernde Tätigkeit des Dabin- gegangenen für das Rote Kreuz, rühmte seinen. scharfen Ver- stand, sein warmes Herz, seine_ tiefe _Religiosität, seine unermüdliche Arbeitskraft, setne Bescheidenheit und seinen aus- geprägten Sinn für alles Schône, Edle und Harmönische. Er war treu seinem Gott, treu Kaifer und Reich, treu jeiner Arbeit und setner Ueberzeugung. „Unsern Dank“, so {loß der Redner, „tônnen wir dem Verstorbenen nur abstatten, wenn wir, treu wie er, in seinem Geiste fortarbeiten“. Mit dem Bachschen Choral „Gib dich zufrieden und sei stille!“ fand die Gedenkfeier ihren Ab\s{luß.

gegen darf sich in seiner vornehmen Haltung, der unaufdringlichen

; A ingerihteten in den außerhalb unterhaltenen, d. h. die außerhalb eingeriqtele Svadrieilafangen machen, weil umfangreicher, den ortsansässigen

Charakteristik und dem sicheren Gefühl für ruhige Gesamtwirkung neben