1892 / 106 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E eie Ko leit zu M,

ftimmlide Begabung und Schu

Der Musikalienverleger Edoardo Sonzogno is aus Mailand hier E x tendamirii der Königlichen

eingetroffen und

mit Anerkenn

ung für die Anmuth ihres

ib

scheint die Duren e in

die bei gefällige piel eine ung offenbarte.

dem General-In

spiele Grafen von Hochberg die Mittkbeilun

Mascagni feine neue Oper , ? : findet am 10. November d. J. im Teatro alla

statt. Die Königliche Oper in Berlin wird e Fenisthen zuglei “der deutsche

Die erfie Aufführung Pergola zu alsbald na<folgen,

da mit dem ita

Die Ranyau“* na

Clavier-Auszug erscheinen wird.

Das im Königlichen Schauspielhause für morgen an- gesetzte Gastspiel des Fräulein Hertwig findet nicht statt. ; / Das Deutsche Theater wird am Sonnabend in Wien bei der Internationalen Ausstellung für Theater und MusÆ spiel „Die Mitschuldigen“ leßte Vorstellung ftatt, „Die Neuvermählten“ und „Ein Hut“ gegeben werden, während die Aufführung des „Nathan“ ausfällt. Barnay, der seit zwei Jahren die Rolle des „Uriel Acosta“ in Berlin nicht dargestellt hat, wird am nächsten Montag im Berliner Theater, zahlreihen Aufforderungen folgend, in

Eröffnun

sein Gastspiel mit „Stella“ und dem Lust beginnen. Deshalb findet hier morgen die wobei „Der Obolus*“,

Ludwi

diesem Stücke wieder

Richard Alexander vom Residenz-Theater hat nah seinem erfolgreihen Gastspiel in Breslau seine Thätigkeit in Léon Gaudillot's Schwerenöther“ wieder aufgenommen. In dem <hauspiel „Lola*®

Schwank „Der kleine

am Sonnabend zur ersten Aufführung kommenden S

wird Franziéka Elmenreich in der Titelrolle auftreten. i Im Kroll’schen Theater singt der Baritonist Br

morgen zum ersten Male den Grafen Liebenau im „Waffens

Der Müncener „Allg. Z.“ wird berichtet : eitun die im Sommer in Kraiburg am Inn stattfindenden Volksscha u - spiele sind nun soweit gediehen, daß die erfte Aufführung von Martin Greif's vaterländishem Schauspiel: „Ludwig der Bayer oder der Streit von Mübldorf“ auf Pfingstfonntag, 15. Juni, festgeseßt werden fonnte. Das Theater faßt 1000 Personen und wird ele ris Der Bau wie die Einrichtung der Bühne L schieht nah

beleuthtet.

auftreten.

den Plänen des Herrn Directors Lautenschläger.

und Waffen, von Herrn

specte und Coulifsen,

Mettenleitner aufgenommenen S z den des ganzen Herbstes und Winters fanden unausgeseßt $ese- und 4 Regisseur des Königlichen Schauspiels wiederholt perfönlih leitete, na<hdem er zuvor auch den Hauptdarstellern gesonderte Unterweisungen ertheilt hatte. Dabei war er bedacht, die ursprüngli< naive Auffassung der Mit- wirkenden, soweit es anging, festzuhalten und damit den Charakter

Spielproben statt, die der Herr Savits

in- München

des Voslks\chauspiels

geht unser patriotisches Schuß der

wohlwollenden

der Ferne erwarten.

staltetes Placat, von Herrn Maler Fellerme

ankündigung bringen, w Königlichen Inspection

barte Schlachtfeld

in vollem Maße zu Unternehmen , Königlichen

Ein demnächst erscheinendes

von Ampfing bieten wird.“

„Die Vorbereitungen für

rofessor Slüggen esen 1 E dessen Leitung zum größten Lheil fertig geitellt, desgleichen die Pro- Ñ 5 die na< den von Herrn Hof - Theatermaler fizzen ausgeführt wurden.

begünstigt von dem | Im Kreisregierung von Oberbayern und dem Entgegenkommen der General-Intendanz der Königlichen Hoftheater, sowie gefördert von hervorragenden Kräften, seiner nahen Vollendung entgegen. Aus allen Theilen des deutschen Vaterlandes dem Comité zugegangene lassen dieses jeßt s<on einen regen

ie Anerkennungsschreiben aber esu<h der Vorste

ver gezeihnet, wird die Vor- ie ein von Herrn Hauptmann Teicher von der der Militär-Bildungsanstalten friegsgeshihtliher Führer wünshenswerthe Belehrung über das be- na

-au nennen aulein Gu R E den

, wird von hervorra u. a. vom Erzherzog

emacht, da - beendet pas

den Colonien hielt die erkrankte Gräfin

Danach um

wird.

begründet worden.

Heimath kennen gelernt, Marschall von Bieberstein.

4 Birkenwerder. mied“.

Berlin, festgeseßt.

Königsberg i. Pr. Anläß Cürassier-Regiments Grat

Die Costüme

Während

Danzig. Das berg in Garnifjon Eugen von 1. Mai berg sein ist unter Friedri<h Wilhelm I.

olenkônig August Il.

stehende wahren. So

nah dem Herzog Friedrih Eugen,

ungen auch aus fünstleris< ge-

verfaßter Posen, 2. Mai.

1 ce : ; Z i erfenêwerth Der Internationale Weinmarkt in Berlin, dessen | ten | E eilte : Weinbergeb fern E beshi>t danten d en 1 M Herz s H a fobtowi ein als ein n ontenuovo, vom og von iati; er wird allgen / Unternehmen begrüßt, das in hohem Grade gemeinnügig ist.

t verein Der Neunte Fraue Sbent im Kaiserhof unter Vo

onts vertretenden Gräfin Pfeil seine Jahres- versammlung ab. Den Jahresbericht erstattete Staatssecretär Herzog. aßt der Verein 1250 Mitglieder und 11 Zweigvereine. In Ost-Afrika haben die Schwestern nah der Krankenpflege nun auch die Kinderpflege übernommen und eine Schule für r gerichtet, die von hier aus durch Büchersendungen u. dgl. gefördert In Neu-Guinea hatte der Verein biéher nur eine Station in Stephansort, die u. a. in vier Monaten 17 Kranke verpfl hat. Neuerdings is nun au< in Friedri< Wilhelmshafen ein reth In naher Ausficht “ist die Eröffnung eines neuen Lazareths in Kamerun. Der Kassenbericht omn eine- Ein- nahme von 22103 Æ, die Ausgaben beliefen si< auf 9038

Vermögen ist im Laufe des Jahres von 22993 #4 auf 36 058 # angewachsen, im neuen Jahre hat es fich bereits auf 45 000 4 erhöht. Im Namen derer, welche die Wohlthaten des Vereins fern von der \pra<h Lieutenant Märker, deutshen Schußtruppe angehört hat, dem Verein herzlichen Dank aus. In den Vorstand trat an Stelle von Professor Gerhard Rohlfs Herr

Die oes des hiesigen Denkmals für Kaiser Wilhelm I. ist, wie der „N. Z." be l den 16. Juni, den Jahrestag des Einzugs der siegreichen Truppen in -

[ih der Jubiläumsfeier des Wrangel (Ostpreußisches) Nr. 3 findet, wie die „Ostpr. Z.* berichtet, heute (4. Mai), Abends 7 Uhr, in der Bahn 1 der hiesigen neuen Cürafssierkaserne eine Vorfeier statt. Das Programm umfaßt folgende Nummern: 1) Quadrille, geritten in der Üniform der Wuthenaudragoner von 8 Damen und 8 Herren, 2) Jeu de rose, geritten vom Rittmeister von Maubeuge, Premier-Lieutenant von der Gröben und Lieutenant von Platen, uadrille, gert im Dienstanzuge von $8 Offizieren, 4) Quadrille, geritten in littauischer Nationaltraht von 16 Unteroffizieren und Gefreiten, uad geritten in Parade-Uniform von 12 Wachtmeistern und Unteroffizieren, 6) Jagd, geritten von den Offizieren des Regiments.

in Riesenburg, Deutsch - Eylau Cürassier-Regiment Württemberg _ im Beisein des Herzogs 175jähriges Bestehen im Jahre 1717 entlassenen Oberst von Wuthenau errihtet worden.

bei Kunersdorf befehligte, wo es durch- glü>lihe Atta>en einen geordneten Rückzug der Truppen ermöglichen half. Durch Cabinets- Ordre vom 24. Januar 1892 wurde Seine Majestät der König Wil- helm von Württemberg als Chef an die Spitze des Regiments gestellt.

Ein starkes Gewitter, das erste bedeu- tendere des Jahres 1892, entlud fih, wie das „P. Tgbl.“ mittheilt, gestern von etwa 104 Uhr Abends ab über Stadt und Umgegend.

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Gally zu

vom Fürsten

für Ep eee s n war,

lassen.

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ender Ergiebigkeit ni :

E und zahlrei<, ebenfo die haben

ln, 3. Mai. ereignete ih in der ] dem Regierungs-Rath Ofthues zur Revision der Fabrik

New-York, 4. Mai. l Theater stürzte, wie „H. T. B." meldet, ein Galerie in das Parterre und war auf der Stelle todt.

de Regen drehte im weiteren p I bendane U Dai Tinten. Waleón

y Lereitenbei Donnerschläge, agen

int es hier und im näheren Umkreise nicht einges{

Wie die „Köln. Z." aus Siegen berichtet, Siegener Dynamitfabrik heute Vormittag,

eine Explosion, wodur zwei Arbeiter ge-

tödtet wurden. Als wahrscheinlihe Ursahe wird angenommen, daß die Arbeiter ein mit Nitroglycerin gefülltes Gef

baben fallen

Während der Vorstellung im Jafkob- Mann von der

A Das

welcher der | Kopenhagen

Der Minister

Pr. Z.* berichtet wird, auf

Wolhynien.

eine Bombe 3) Quadrille, geritten die bei

5) Quadrille, | ¿inem

und Rofen- | und hat gutem (Westpreußisches) Nr. 5 hat Albre<ht von Württem- gefeiert. Das Regiment aus 600 vom sächsishen Reitern durch Seine Bezeichnung führt es der das Regiment in der Schlacht

haftete umhertrieb.

zerstören wollte.

St. Petersburg, 4. Mai. [ des Kai gers, der Kaiserin und der Kaiserlichen Familie nady

Lüttich, 4. Mai. I nunmehr die Urheber der leßten Dynamit-Attentate ermittelt und zur Haft gebracht worden. Verhafteten p ein gewisser Beaujeau. Bei ihm wurden

Herzog gelegt, auch seine Mithelfer angegeben. eßteren ist angeordnet.

Mons, 4. Mai. : l gestern Abend ein Jndividuum, welches sih im Park Dasselbe hatte cinem städtischen Arbeiter über die Absicht kundgegeben, das Haus Warelle’'s sowie die Häuser der Banquiers Delloye und Dr. Roulier in die Luft zw sprengen. - Dynamitpatronen bei si< und hat gestanden, daß er -mit Unterstüßung von vier anderen Anarchisten die Häuser der vornehmsten Bewohner des Parkviertels mittels Dynamit

Nach Schluß der Redaction eingegangene

Depeschen. (W. T. B.) Die Abreise

ist nunmehr auf den 21. d. M. festgeseßt. der Communicationen Witte ist zum

Mitglied der unter dem Vorsiß Abasa's eingeseßten Getreide- commission ernannt worden. hat dieser Commission niht angehört.

St. Petersburg, 4. Mai. i t veröffentlihter Kaiserlicher Ukas seßt die auf administra- tivem Wege zu verhängenden Strafen Unterhaltung und Beschi>ung geheimer polnischer Schulen in [den i Grodno, Minsk, Witebsk, Mohilew,

Witte’s Vorgänger Hübbenet (W. T. B.) Ein heute fest für die

Gouvernements Wilna, Kowno,

Kiew, Podolien und (W. T. B.) - Wie verlautet, find Zu den.

owie cinige Dynamitpatronen vorgefunden,

deren Papierumhüllung genau derjenigen gli, in welche der Explosion Fensterbrett Ferner wurde ein gewisser Stoumont verhaftet, bei welchem man ebenfalls Dynamitpatronen in cinem vorfand. Beaujzjeau ist bereiis gerihtli< vernommen worden

_am Boulevard Sauvenière auf gefundene Patrone gehüllt war. lumentopf verste>t

Vernehmen nah ein volles Geständniß ab- Die Verhaftung ‘der (W.: D.' B!) --Die Polizei ver-

egen-

Wie verlautet, trug der Verhaftete fünf

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten

Beilage.)

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Stationen.

Bar. auf 0 Gr. || u. d. Meeresfp. red. in Millim.

t vom 4. Mai, orgens.

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1) Gestern und Nachts Regen. 2) Nachmittags

und Rachts Regen.

4) Thau.

3) Nachts wenig Regen.

5) Nachmittags Gewitter mit Hagel.

Uebersicht der Witterung. Die Luftdru>vertheilung hat sich seit gestern nicht erbheblih geändert; eine breite Zone niedrigen Lusft-

dru>s, mit trüber, vielfah regnerischer und s<wacher Luftbewegung erstre>t {ih

itterung von Süd-

west-Guropa nordostwärts über Frankrei, Deutsch- land und das Ostseegebiet nah dem Weißen Meere hin, während barometris<he Marima über Nordwest- und Ost-Europa kagern. In Deutschland, wo feit gestern fast allenthalben Regen gefallen ist, hat Er-

wärmun

statigefunden, sodaß die Temperatur sih

wieder ihrem normalen Werthe nähert. Eine wesent- lihe Aenderung der Witterung if demnächst no<

niht wahrscheinlich.

Deutsche Seewarte.

Theater - Anzeigen. |

Königliche Schauspiele. Donnerstag: Opern- haus. 114. Vorstellung. Der Ring des Nibe- lungen. Bühnenfestspiel von Richard Wagner. Dritter Abend: Götterdämmerung in 3 Aufzügen und einem Vorspiel. Dirigent : Kapellmeister Sucher. Anfang 62 Uhr.

Schauspielhaus. 121. Vorstellung. Kabale uud Liebe. Trauerspiel - in 5 Aufzügen von Friedrich von Stiller. Regie: Herr Plaschke. Anfang 7 Uhr.

Freitag: Opernhaus. 115. Vorstellung. Don Juan. Oper in 2 Acten mit Tanz von W. Mozart. Text von Daponte. Dirigent : Kapellmeister Wein- gartner. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 122. Vorstellung. Faust von Goethe. Der Tragödie erster Theil. Die zur Handlung gehörende Musik von Anton Fürsten Radziwill und von Peter Iofeph von Lindpaintner. In Scene ge- E vom Ober-Regisseur Mar Grube. Anfang

T.

Deutsches Theater. Donnerstag: Vorstellung vor dem Wiener Gastspiel : Obolus. Die Nenvermählten. Ein Hut.

Vom 6. bis 24. Mai bleibt das „Deutsche Theater“ geschlossen. :

Berliner Theater. Donnerstag: Der Hütten- besißer. (Nusha Buye, Martha Baumgart, Ludw. Barnay, Ludw. Stahl.) Anfang 7# Uhr.

Freitag: 33. Abonnements-Vorstellung. Nora.

Sonnabend: König Richard Alx.

Montag: Uriel Acofta. (Ludw. Barnay.)

Lessing-Theater. Donnerstag: Die Groß- ftadtluft. s

La: Wahrheit ? i

Ssnnabend: Zum 1. Male: Eine Frau. Sitten- bild in 3 Acten von Albin Valabrègue. pn Schluß: 29 Grad im Schatten. Schwank in 1 Act von Eugen Labiche. 2

Sonntag: Nachmittags 24 Ubr : Die Grofstadt- luft. Abends 77 Uhr: Eine Frau. 29 Grad im Schatten.

Wallner-Theater. Donnerstag: Neu ein- studirt: Ehrliche Arbeit. Volfs\tü> mit Gesang in 4 Acten von H. Wilken. Musik von R. Bial und V. Holländer. Neu bearbeitet und mit neuen Couplets versehen von L. Herrmann. Anfang 7# Uhr.

Freitag und folg. Tage: Ehrliche Arbeit.

Friedrich - Wilhelmftädtisches Theater. Donnerstag: Mit neuer Ausftattung zum 105. Male: Das Sonuntagskind. Operette in 3 Acten von

Wittmann und Julius Bauer. Musik von I . In Scene gesegt von Julius

Lebte

burg.

Fribs>e. Dirigent: Kayellmeister Federmann. Die ecorationen aus dem Atelier von Falk. Die neuen Coftume vom SBarderoben-Inspector Ventky. An- fang 7 Uhr. Freitag: Zum 106. Male: Das Sonntags- Sonnabend, 14. Mai: Eröffnung des Concert- Parks. Täglich: Militär-Concert. Auftreten von Gesangs- und Instrumental-Künstlern. Saison-Billets à 6 # sind von heute ab an der eie des Friedrich - Wilhelmstädtischen Theaters zu aben.

Residenz-Theater. Direction : Sigmund Lauten- Donnerstag: Der kleine Schwerenöther (Œerdinand le neceur). C<mwanfin 4 Acten von Leon Gaudillot. Deuts< von Schönau. In Scene gesezt von Emil Lessing. Anfang 7# Uhr.

Freitag: Dieselbe Vorstellung S

Sonnabend: Zum 1. Male: Lola. Schauspiel in 4 Acten von M. Loebel.

Kroll's Theater. Donnerstag: Der Waffen- \<hmied. Anfang 7 Uhr.

Freitag: Gastspiel der Frau Moran-Olden und Si Herrn Franz Schwarz. Die Hochzeit des

igaro.

Shitabb: Lettes Gastspiel der Signorina Luisa Nikita. Die Nachtwandlerin. 7

Zur ersten Aufführung der „Maccabäer“ sind nur noch Stehpläße à 2 # an der Theaterkasse, in den Vormittagéstunden von 11—1 Ubr, zu haben.

Belle-Alliance-Theater. Donnerstag: Mit durchweg neuer, glänzender Ausftattung. Zum 3. Male: Der Günstling. Operette in 3 Acten von Her- mann Sternheim. Musik von Carl Grau. Jn Scene geseßt vom Director Sternheim. Dirigent: Marx Gabriel. L

Im prachtvollen, glänzenden Sommer - Garten (vornehmstes und großartigstes Sommer-Etablissement der Residenz) :

Großes Militär-Doppel-Concert.

Brillante Illumination des ganzen Garten- Etablissements dur< 50 000 Gasflammen.

71 us des Concerts 6 Uhr, Anfang der Vorstellung 74 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung.

Adolph Ernft-Theater. Donnerstag: Zum 19. Male: Fräulein Feldwebel. Gesan po in 3 Acten von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Musik von G. Steffens. In Scene geseßt von Adolph Ernst. Anfang 74 Uhr.

Cra und folgende Tage: Fräulein Feld- webel,

Der Sommer-Gartean if geöffnet.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direction: Emil Thomas. Donnerstag: 6. Gastspiel von Frau Emma Sebold, Herrn Adolf Brakl und Herrn Alfred William vom Carl-Theater in Wien.

um 6. Male: Novität! Die Ulanen. Novität! Operette in 3 Acten von Hugo Wittmann. Musik von Carl Weinberger. Regie: Ernst Meißner. Dirigent: Kapellmeister Eduard Weber. Anfang; 7x Uhr.

Freitag: Die Ulanen.

[6241] Hohenzollern-Galerie am Lehrter Bahnhof. Gr. histor. Nundgemälde 1640—1890. 9 Vorm. 1x Ab, X A Kinder 50 4.

Urania, Anstalt für volksthümliche Naturkunde,

Am Landes - Ausstellungs - Park (Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 12—11 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenshaftlihen Theater. Näheres die Tiniédlags zettel. Anfang 7F Uhr.

R E E E E E E E R N E E R E E E E Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frein Etha von Diepenbroi>k-Grüter mit Hrn. Hauptmann Günther Pappriß (Haus Mar> b. Te>lenburg—Cassel). Frl. Julie Klaats< mit Hrn. Rittergutsbesißer Georg . von res (Berlin—Klein-Machnow). Frl. Gertrud

üder mit Hrn. Dr. phil. Kurt Treusch von Buttlar (Dresden—Berlin). :

Vere hel i <t: Hr. A. von Gaude>er mit Frl. von Lettow-Vorbe> (Berlin). Hr. Wirklicher Legations-Rath Rudolf Pritsh mit Carola Freiin von Blomberg (Mailand).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Gymnafiallehrer Dr. Riese (Fey Hrn. Prem.-Lieut. Albrecht Frhrn. von Richthofen Ce . Hrn. Pastor Kornrumpf (Fürstenwalde a. Spree). Hrn. Hauptmann Andrae (Kolberg).

Gestorben: Hr. Landgerichts-Director Konrad Kob (Berlin).

Redacteur: Dr. H. Klee, Director. Berlin:

Verlag der Expedition (Scholz).

Dru> der Nord Buchdruckerei und Verlag#l- E eit Berlin S MWilbolenitenge Nr. I

Sieben Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

F 106.

T1

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1892.

Berlin, Mittwoch, den 4. Mai

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Portepee-Fähnrichezc. Ernennungen, Be- fôörderungen und erseßungen. Im activen Heere. Schwerin, 27. April. Seeliger, Hauptm. und Comp. Chef vom Fnf. Regt. Graf Kirchbach (1. Niedershlef.) Nr. 46, zur Vertretung tines Lehrers bei der Kriegsshule in Hersfeld commandirt. Wachs- muth, Zeug-Pr. Lt. von der Gewehrfabrik in Erfurt, zum Zeug- Hauptm., Pahlow, Zeug-Lt. von der Art. Werkstatt in Danzig, zum Zeug-Pr. Lt., de Bruyn-Ouboter, Zeug-Feldw. vom Feuer- werfs-Laboratorium, Schult, Zeug-Feldw. von der Art. Werkstatt in Danzig, zu Zeug-Lts., befördert. Nachbenannte Cadetten von der Prima des Königlih Sächs. Cadetten-Corps in der Preuß. Irmee, und zwar als Garnkterif. Port. Fähnrs. angestellt: Cadett v. Vieregge bei dem Holstein. Feld-Art. Regt. Nr. 24, Cadett Frhr. v. Coburg bei dem Magdeburg.Füs. Regt. Nr. 36, Cadett Frhr. v. Biel bei dem Leib-Cür. Regiment Großer Kurfürst (Schlef.) Nr. 1, Cadett v. Ni>ish-Rosenegk I. bei dem Gren. Regt. König Friedri< Wilhelm 11. (1. Schlef.) Nr. 10, Cadett Kors<h bei dem Gren.-Regt. König Friedrih I. (4. Oftpreuß.) Nr. 5, Cadett Baumbach bei dem Inf. Regt. Markgraf Karl (7. Brandenburg.) Nr. 60, Cadett v. d. Lühe bei dem 1. Thüring. Inf. Regt. Nr. 31, Gefreiter Furbach bei dem Inf. Negt. von der 2E (7. Pomm.) Nr. 54, Cadett v. Restorff bei dem 2. Hanseat. Inf. Regt. Nr. 76. v. Leveßow, Sec. Lt. von -der Res. des Füs. Regts. Königin (Schleswig- Holstein.) Nr. 86 und commandirt zur Dienstleistung bei diesem Regt., im activen Heere, und zwar als Sec. Lt. mit einem Patent vom 19. September 1890 bei dem Füs. Negt. Königin (Schle8wig-Holstein.) Nr. 86 wiederangestellt. ;

Potsdam, 2. Mai. v. Below, Hauptm. und Comp. Chef vom 1. Garde-Regt. z. F-, unter Ueberweisung zum Großen General- stabe, in den Generalstab der Armee zurü>verscßt. v. Leipziger, Pr. Lt. vom 1. Garde-Regt. z. F., zum Hauptm. und Comp. Chef, vorläufig ohne Patent, Graf von Waldersee IT., Sec. Lt. von demselben Regt., zum Pr. Lt., befördert.

Dur<h Verfügung des Kriegs - Ministeriums. 21. Apr WeutneLr, Ae Dai, vom Art. Depot der Feste Boyen, zur Geschüßgießerei, Gloger, Zeug-Pr. Lt. vom Art. Depot in Mainz, zum Art. Depot der Feste Boyen, Rohde, Zeug-Lt. vom Art. Depot in Graudenz, zum Art. Depot in Mainz, Geißler. Zeug-Lt. von der 2. Art. Depot-Insp., zum Art. Depot in Graudenz, Vahl, Zeug-Pr. Lt. vom Art. Depot in Koblenz, zum Art. Depot in Spandau, unter Commandirung na< Jüterbog zur Verwalt. des Filial- Art. Depots daselbst, Grieger, Zeug-Lt. vom Art. Depot in Rastatt, zum Art. Depot in Koblenz, Grahl, Zeug-Lt. vom Art. Depot in Königsberg, zur Gewehrfabrik in Danzig, Steinbe>, Zeug-Lt. von der Gewehrfabrik in Spandau, zum Art. Depot in Königs8- berg, Lemke, Zeug-Lt. vom Art. Depot in . Posen, zur Gewehrfabrik in Spandau, Witt, Zeug-Lt. vom Feuerwerks- Laboratorium, zum Art. Depot in Posen, Stelter, Zeug-Lt. vom Art. Depot in Koblenz, zur Gewehrfabrik in Erfurt, Friese>e, Zeug-Lt. vom Feuerwerkts-Laboratorium, zum Art. Depot in Koblenz,

. Espig, Zeug-Lt. vom Art. Depot in Straßburg i. E., zur Munitions-

fabrik, Krietemeyer, Zeug-Lt. von der 3. Art. Depot-Insp., zum Art. Depot in Straßburg i. E, Hoffmann, Zeug-Lt. vom Art. Depot in Königsberg, zum Art. Depot in Breslau, Müller I., Zeug-Lt. vom Art. Depot in Danzig, zum Art. Depot in Königsberg, n, Zeug-Lt. von der Art. Werkstatt in Straßburg, zum Art. Depot in Danzig, Vogt, Zeug-Lt. von der 1. Art. Depot-Insp., zum Art. Depot îin Glogau, Burkart, Zeug-Lt. vom Art. Depot in Koblenz, zum Art. Depot in Graudenz, verseßt.

Im Beurlaubtenstande. Schwerin, 27. April. Rei- mann, Sec. Lt. von der Res. des Inf. Negts. Nr. 136, von dem Commando zur Dienstleistung bei diesem Regt. entbunden.

Abschiedsbewilligungen. Jmactiven Heere. Schlitz, 26. April. v. Drygalsfki, Pr. Lt. a. D., zuleßt im jeßigen Drag. Regt. Prinz Albrecht von Preußen (Litthau.) Nr. 1, der Charakter als Nittm. verliehen.

Schwerin, 27. April. Engelhardt, Sec. Lt. à la suite des Braunschweig. Inf. Regts. Nr. 92, mit Pension, Leesecmann, Sec. Ll. vom. Inf. Regt. Nr. 145, mit Pension, Wild, Zeug-Hauptm. von der Insv. dex Gewehr- und Munitionéfabrifen, als Zeug-Major mit Pension und seiner bis- berigen Uniform, der Abschied bewilligt. Nehring, Zeug-Lt. von der Pulverfabrik bei Hanau, mit Pension ausgeschieden. Klewer, Koltermann, Zeug-Lts. vom Art. Depot in Berlin, commandirt zur Dienstleistung bei dem Kriegs-Ministerium, mit ihrer bisberigen Uniferm der Abschied bewilligt.

Schießplaß bei Meppen, 28. April. Prehn, Feuerwerks- Pr. Lt. a. D., zuleßt commandirt bei der Art. Prüfungscommission, der Charakter als Feuerwerfs-Hauptm. verliehen.

Im Beurlaubtenstande. Schwerin, 27. Meißner, Sec. Lt. von der Juf. 1. Aufgebots des Bezirks Sondershausen, mit Pension der Abschied bewilligt.

Evangelische Militär-Geistliche. s _ Durch Allerhöchste Cabinets-Ordre. 2%. März. Yuandt, Div. Pfarrer der 36. Division in Danzig, scheidet aus und tritt zum 1. Juni d. J. in ein Civil-Pfarramt über.

7. April. Kramm, Div. Pfarrer der 21. Div. in Wiesbaden, zum Viv. Pfarrer der 3. Div. in Stettin mit dem Titel und den Geschäften als Mikitär-Oberpfarrer des 11. Armee-Corps ernannt A 20. April. Zeclin, Div. Pfarrer der 20. Div. in Celle, als N sarrer der 36. Div. nah Danzig, zum 1. Juni d. Je Verseßt. E 2 Apr i L NU n ge, Div. Pfarrer der 2. Div. in Königsberg, VetTeBE Pfarrer der 21. Div. nah Wiesbaden, zuni 1. Mat d. J,

April. Landw.

E Evangelische Marine-Geistliche. l Dur< Allerhöchste Cabinets-Ordre. 19. Dlazejewsfki, Marine-Pfarrer, ausgeschieden und in ein Pfarramt übcrgetceten.

DQ E C c ; q: c c - M 28 P TIE Schorn, Pfarrer in Teichwolframsdorf, zum Marine-Pfarrer der Nordseestation in Wilhelmshaven zum 1. Mai d. J. ernannt.

2 „Beamte der Militär-Verwaltung. N ur < Deérsugung des Kriegs-Ministeriums. 14. April. Sounenburg, Garn. Bau-JInsp. und technischer Hilfsarbeiter bei der Intend. des IX. Armee-Corps, in die gleiche Dienststellung zur Intend. des 1. Armee-Corps zum 1. Mai d. J. verseßt.

Os s t Ges Q R S i Wi. 0

„16. April. Fischer, Oberlehrer a. D., zum etatsmäßigen Civillebrer bei der Kriegsakademie, Hu>, Gerichts-Referendar, zum ees: Referendar beim 111. Armee-Corps, Klebs, Gerichts- 2 aar, zum Intendant. Referendar beim I. Armee-Corps, rnannt. =

Q ; J í ; g rf -

19. April. Brandt, Bekleidungëamts-Assistent, auf Probe beim IV . Armee-C orps, endgültig angestellt.

E April. Niefau, Pabst, Stellenanwärter, als Kassen- Assistenten bei der Gen. Militärkafse angestellt.

Durch Verfügung der General - Inspection des A e Pionier - Corps und der Festungen. Le April. Springer, Festrngs-Ober-Bauwart, bisher Rendant er Festungs - Baukajfe zu Bitsch, zur Fortification Straßburg,

April. Civil-

epo, Festungs-Ober-Bauwart von der Fortification Straß- urg, als Kafsen-Rendant zur Fortification Bitsch, verseßt.

X, (Königlich Württembergisches) Armee-Corps.

Offiziere, Portevee-Fähnriche 2c. Beförderungen und Verjehßungen. Im activen Heere. 29. April. Frhr. v. Hügel, Major aggreg. dem Inf. Regt. Kaiser Friedri<h König von Preußen Nr. 125, als Bats. Commandeur in das Regt. wiedereingetheiltk. Die Pr. Lts.: von Prümmer im 4. Inf. Regt. Nr. 122 Kaiser Franz Joseph von Oesterrei<h und König von Ungarn, Knoblich im Inf. Regt. Kaiser Wilhelm König von Preußen Nr. 120, Jäger im -Inf. Regt. Alt-Württemberg Nr. 121, Baur im 8. Inf. Negt. Nr. 126 Großherzog Friedri von Baden, Stängel im Inf. Negt. König Wilhelm I. Nr. 124, zu überzähl. Hauptleuten befördert. Petermann, Pr. Lt. z. D. und Mitglied des Corps-Bekleidung8amts, der Charakter als Hauptmann verliehen. Keller,“ Sec. Lt. im Feld-Art. Regt. König Karl Nr. 13, mit einem Patent unmittelbar hinter dem Sec. Lt. Schulze des Drag. Negts. Königin Olga Nr. 25, in das Ulan. Regt. König Wilhelm I. Nr. 20 versetzt.

Berichtigungen. In Nr. 103 des „R.- u. St.-A.*“, Erste Beilage, Spalte 1, Zeile 3 von oben muß es in den dem „Militär- Wochenblatt“ entnommenen Personalveränderungen heißen: Fürst Anton Radziwill, Gen. der Art., u. \. w.; ferner Zeile 9 von oben: „des Garde-Corps“ statt „der Garde“.

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 99. Sißung vom Dienstag, 3. Mai.

_ Der Sißung wohnen der Präsidentdes Staats-Ministeriums, Staats-Minister Graf zu Eulenburg, der Vice-Präsident des Staats - Ministeriums, Staats - Minister Dr. von Boetticher, der Minister ¿des Jnnern Herrfurth, der Minister für Handel und Gewerbe Freiherr von Berleps\<, der Finanz-Minister Dr. Miquel und der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten Dr. Bosse bei.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Berathung des Nachtrags- Etats für 1892/93. (Gehalt des Minister- Präsidenten.)

Referent Abg. Freiherr von Huene (Centr.): Die Budget- commission shlage dem Hause vor, den Nachtrags-Etat unverändert zu bewilligen. Bei der Frage der NRepräsentationskosten habe si in der Commission eine Debatte ergeben, wenn auh deren Höbe niht bemängelt worden sei. Man habe bei der Gelegenheit eine Uebersicht dieses Titels überhaupt gegeben, zurücgxeifend bis in die 50er Jahre. 1873 sei die Stellung eines Vice-Präsidenten geschaffen worden, als der Reichskanzler von neuem die von ibm abgetretene Stelle eines Minister-Präsidenten wieder übernommen habe. Finanziell von Bedeutung sei die Sache erst dur den Nachtrags-Etat für das Jahr 1878/79 geworden. Da sei zum ersten Mal der Titel „Präsident des!Staats-Ministeriums ohne Gehalt“ erschienen. Das Gehalt des Vice- Präsidenten sci zur Ausgabe gelangt, als Graf Stolberg Vice-Präsident eg sei. Es sei nun in der Commission der Antrag gestellt worden, den

itel so zu ändern, daß der Minister-Präsident mit Gehakt, der Vice- Präsident aber ohne Gehalt aufgestellt werde. Materiell habe diefer Antrag allgemeine Zustimmung gefunden, formell habe fi<h jedo< Widerspruch aus der Ueberzeugung erhoben, daß man für die Gestal- tung der Sache no< eine gewisse Zeit lasscn müsse, und daß im nächsten Etat die Staatsregierung selbst die Juitiative zur Aenderung dieses Titels ergreifen werde. Der Antragsteller habe darauf feinen Antrag zurü>gezogen und die Commission den Titel unverändert in der Vorausfeßung bewilligt, daß die Staatsregierung die erwähnte Veränderung im nächsten Etat treffen werdc.

Finanz-Minister Dr. Miquel:

Meine Herren! Auf die von dein Herrn Referenten der Budget- commission angedeutete staatêrehtlihe Frage gehe ih zur Zeit nicht näher ein, weil dazu ein Bedürfniß nicht vorhanden ift.

Ich bin in der Lage, namens der Staatsregierung eine Erklärung abzugeben in Betreff des leßten von dem Herrn Referenten der Budgetcommission gemachten Vorbehalts, daß die heutige Beschluß- fassung, betreffend die Gestaltung der Positionen, welche sih auf den Präsidenten und den Vice-Präsidenten des Staats-Ministeriums im Haupt-Etat und im Nachtrags-Etat beziehen, einer anderweiten Regelung derselben im nächsten, folgenden Etat nicht vorgreifen solle.

Ich glaube, damit den Wünschen der Budgetcommission in jeder Weise entsprcchen zu haben.

Abg. Ri>ert (dfr.): Ihm genüge diese Erklärung vom budget- re<tlihen Standpunkt nicht, denn auch ohne sie habe der Landtag das Recht, diese wie jede andere Etatsposition im näcsten Jahr zu verweigern. Da der Vice-Präsident des Staats-Ministeriums auch ein Neichzamt bekleide und von dort sein Gehalt beziehe, so sehe er nit ein, warum man nicht, wie es in der Bismarf’schen Zeit geschehen sei, für den Vice-Präsidenten im Etat einfah bemerke „obne Gehalt“. Die Commission halte irgend welche materiellen Schwierig- feiten bei der jeßigen Negelung der Sache für ausgeschlossen. Aber selbst wenn die Regierung bestimmt erklärt hätte: Im nächsten Haupt- Etat werve der Vice-Präsident des Staats-Ministeriums ohne Gehalt stehen, so sei immer no<h fraglih: Was werde geschehen, wenn Herr von Boetticher in diesem Jahre seine Entlassung nehme und erhalte, und der neue Vice-Präsident sein Gehalt niht aus einem anderen Ressort beziehe? Wie die Dinge jeßt lägen, könne die Re- gierung dann für diese Stelle das Gehalt aus dem betr. Titel des Haupt-Etats entnehmen. Er frage die Regierung, ob sie sih bercch- tigt glaube, so zu verfahren, und von der Art der Antwort werde es abhängen, ob er für die Bewilligung des Nachtrags-Etats stimmen oder feine Rücverweisung in die Budgetcommission beantragen weide.

Abg. Graf. zu Limburg-Stirum (conf.): Seine Fraction sei von der Erklärung des Finanz-Ministers befriedigt und werde für die Bewilligung des Etats stimmen. Sie halte na< der Tra- dition an der Auffaffung fest, daß, wenn sie dur< Bewilligung des Gehalts für eine bestimmte Beamtenstelle eine Organisation schaffe, fie au<h diese Organisation niht ohne Uebereinkommen mit der Regierung wieder einfeitig zerstören könne. Man habe im Haupt-Etat cinen Minister-Präjidenten ohne Gehalt und einen Vice- Präsidenten mit Gehalt: leßteres werde nit ausgezahlt wegen Cumu- lirung der Stelle des Vice-Präsidenten mit einem Reichsamt, aber die Regierung habe die Befugniß, einen Vice-Präsidenten au<h ohne folhe Cumulirung zu ernennen. Nun wünsche das Haus nicht, daß der Minister-Präsident sowohl, als au<h“ der Vice-Präsident ohne Ressort seien, und um diesen Wunsch durchzuführen, habe der Abg. Meyer in der Commission seinen Vorschlag ge- macht. Bei der Loyalität der Regierung in Ausführung der von ihr ¡gegebenen Versprechungen sei das? aber ni<ht nöthig, man

Ernennungen,.

fönne si< mit der Erklärung der Regierung begnügen, daß im nächsten Haupt-Etat nicht beide Positionen gefordert werden follten, fondern daß das Haus das eine Gehalt zu streichen befugt sein jolle. Danach könne seine Fraction für die Bewilligung stimmen.

Abg. Bachem (Centr.): Es liege, glaube er, feine actuelle Nothwendigkeit vor, auf die vom Abg. NRi>ert angeregte Frage einzu- gehen. Man habe feinen Anlaß, anzunehmen, daß der Vice- Präsident des Staats-Ministeriums im nächsten Jahre sein Gehalt als solcher beziehen werde. Die Regierung werde das Haus nicht vinculiren, darum hab? der Finanz-Minister seine ärung ab- gegeben, aber auch das Haus könne die Regierung nicht vinculiren in Ver- hältnissen, die fie jeßt niht übersehen fönne. Unter diefen Umständen könne feine Fraftion für die Forderung stimmen.

Abg. Niert (dfr.): Die Erklärungen der beiden leßten Redner verdienten für die Zukunft im Auge behalten zu werden, solche budgetrehtlihen Theorien scien im Hause noch nie aufgestellt worden. Die Conservativen wünschten niht, daß ein Minister-Präsident ohne Ressort sei, das Centrum wolle keinen Vice-Präsidenten ohne Refsort seine Partei bewillige den Präsidenten ohne Ressort, wolle aber die Garantie haben, daß der Vice-Präsidenk sein Gehalt aus einem anderen Titel beziehe. Bei einer fol<hen Erklärung der Regierung, wie sie heut abgegeben sei, berubige f< Graf Limburg-Stirum im Vertrauen auf die Loyalität der Regierung; aber dur folche Erklä- rungen würden leiht Conflicte veranlaßt, die dann nur dur< Unter- wersung des cinen Theils beêndigt werden fönnten. Auch ohne die Erklärung des Finanz - Ministers könnten Regierung und Landtag die Sachlage im nächstjährigen Haupt-Etat ändern, das

unctum saliens liege anderswo. Lege Herr von Boetticher in diesem Jahre sein Amt nieder und werde für thn ein Nachfolger ernannt, der nicht zuglei<h Staatssecretär des Innern sei, würde die Regierung ih be- re<tigt halten, die 36 000 A aus dem Ländtags-Etat zu zahlen oder niht ? Solle die Erklärung des Finanz-Ministers bedeuten, daß folche Befugniß nicht bestehen solle, so könnte man die Sache laufen laffen ; formell würde es anfechtbar fein, aber materiell würde es in Ordnung sein. Er bitte aber den Finanz-Minister, eine folhe formelle Erklä- rung abzugeben, um die Situation zu klären, denn gerade aus Unfklar- heiten könnten leiht Conflicte entstehen.

Finanz-Minister Dr. Miquel: .

Meine Herren! Der Herr Abg. Ri>ert stellt die Sache so dar, als wenn lediglih zwei Parteien des Hauses von mir die eben ab- gegebene Erklärung erlangt hätten. Die Sache aber liegt nicht so; ih bin in der Budgetcommission selbs anwesend gewesen, und nah meinen Wahrnehmungen ist \{ließli< dieser Beschluß, den der Herr Referent vertritt, einstimmig von den verschiedenen Parteien in der Budgetcommission bes<lofsen worden. Ich glaube genau diejenige Erklärung namens der Staatsregierung ‘abgegeben zu haben, welche in der Budgetcommission gewünscht wurde und welhem Wunsch der Herr Berichterstatter hier Auëdru> gegeben hat.

Die Erklärung hat doch den ganz bestimmten Sinn, daß der Frage der definitiven Gestaltung der beiden im Etat auf den Präsi- denten und den Vic&Präsidenten des Staats-Ministeriums bezüg- lichen Positionen dur< die Regelung, welche dieselben beute erfahren, in keiner Weise vorgegriffen werden soll, fodaß der Landtag in diefer Beziehung freie Beschlußfassung haben wird gegenüber dem nächsten Etat.

Meine Herren, der Herr Abg. Ri>ert sagt vielleiht mit Recht —, daß Schwierigkeiten zwishen Staatsregierung und Landtag am leihtesten dur< Unklarbeiten entstehen können. (Abg. Ri>ert : Sehr richtig!) Aber ich stelle den zweiten Satz auf: sie können auch leiht ohne Noth provocirt werden dur< Erhebung von Doctorfragen. Bis dahin ift der Gehalt des Vice-Präsidenten stets erspart worden, und das wird in diesem Jahre do< wohl in gleiher Weise statt- finden. Dann tritt die ganze Frage überhaupt gar nicht hervor, und ohne allen Zweifel werden wir uns bei dem nächsten Etat mit dem Landtag schon über die Gestaltung der Positionen verständigen. Der Haupt-Etat ist nun bereits Gefeß. s würde dann wieder die juristishe Frage entstehen: ob dur<h einen Nachtragë-Etat der bereits durch ein Geseß publicirte Haupt-Etat wieder geändert werden kann. Ich will die Frage hier gar niht approfondiren; es is sehr wohl möglich, daß das zulässig ist, aber wir haben keine Veranlassung, solche Fragen hier aufzuwerfen. Jch bitte Sie, dem Antrag der Budget- commission zuzustimmen.

Abg. Franke (nl.): In der Commission fei erklärt worden : Es könne zweifelhaft sein, ob es in Zukunft dabei bleiben solle, daß der Minister-Präsident sein Gehalt beziehe, der Vice-Präsident aber nicht, oder ob das Umgekehrte eintreten folle, beide Minister ohne Ressort wolle das Haus aber niht haben. Durch die einmalige Be- willigung eines Beamtengehalts entstehe ja eine moralische Bindung, diese Position auch in Zukunft zu bewilligen, aber fact< fei durch die Erflärung des Ministers diese Bindung beseitigt, denn er (Redner) fasse sie o auf, daß beide Gehalte nicht zugleih zur Auszahlung ge- langen sollten, und darum, glaube er, fôönne das Haus für die Position stimmen.

Abg. Freiherr von Huene (Centr.): Er möchte no<h nachtragen, daß, wie das Protokoll erweise, die Commission über die Anregung des Abg. Meyer durchaus nicht cinfah hinweggegangen sei. Nachdem in Bezug auf den Minister-Präsidenten eine Aenderung des Haupt- Etats vorgenommen sei, hindere nichts, au<h die Position „Vice- Präsident“ zu ändern. Bezöge freilich der Vice-Präsident das Gehalt als sfolcher, so könne das Haus dies Gehalt jeßt nicht streihen. Die Commission habe beschlossen, diese Frage hier zur Entscheidung im Plenum zu bringen. Es könne ja bis zum nächsten Jahre eine Aende- rung in den großen Staatsämtern eintreten, bis dahin wolle fie diese Frage offen lassen; habe sih das Verhältniß geändert, fo habe die Commission ausgesprochen, daß das Gehalt für den Vice- Präsidenten des Staats-Ministeriums gestrihen werden folle. Der Finanz-Minister hätte eine gründlihere Erklärung geben können, wenn er erklärt hätte: wenn die Dinge blieben, wie fie seien, wolle die Regierung das Gehalt für den Vice-Präsidenten nicht ver- langen; er habe das nicht gesagt, sondern die Frage solle eine offene bleiben. Wenn die Regierung das erkläre, fo müsse sie loyaler Weife darauf verzichten, bis zum nächsten Jahre einen Vice-Präsidenten ohne Ressort zu ernennen, denn dann könne das Haus defjen Gehalt im nächsten Jahre nicht streihen. Da er die Ueberzeugung habe, daß die Regierung fih so dur< ihre Erklärung in dem bezeichneten Sinne für gebunden halte, habe er kein Bedenken, sih auch jeßt für die Bewilligung zu erklären.

Abg. Graf zu Limburg-Stirum (conf.): Die Sache liege folgendermaßen. Die Regierung fordere eine Neubewilligung für den Minister-Präsidenten. Das Haus sei berehtigt, diese entweder abzulehnen cder Bedingungen daran zu knüpfen. Die Bedingung seitens des Hauses fei die, daß es niht wünsche, daß permanent ein Minister - Präsident und ein Vice-Prä}ident ohne Reffort nebeneinan-