1892 / 126 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

dem Major Hube und dem Hauptmann Pfeiffer vom Feld-Artillerie-Regiment Nr. 36, Ha P dem Hauptmann Lichey vom Fuß-Artillerie-Regiment von Hindersin (Pommersches) Nr. 2, und dem Rittmeister Otto vom Train-Bataillon Nr. 17; den Königlichen Kronen-Orden zweiter Klasse: dem Obersten von Graberg, Commandeur - des Migahler- Mgmt König Friedrich T. (4. Ostpreußisches) dem Obersten Grafen von Geldern-Egmont zu Arcen, Commandeur des 1. Leib-Husaren-Regiments Nr. 1;

den Königlichen Kronen-Orden dritter Klasse mit Schwertern am Ringe: dem Oberst-Lieutenant z. D. Bensch, zugetheili dem General-Commando des XVII. Armee-Corps;

den Königlichen Kronen-Orden dritter Klasse:

dem Oberst-Lieutenant Kämper, beauftragt mit der Führung des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 36, s

dem Oberst-Lieutenant von Fransecky, etatsmäßigem Stabsoffizier des Grenadier-Regiments König Friedri I. (4. Ostpreußisches) Nr. 5, _ ;

dem Oberst-Lieutenant Körber, à la suite des Feld- Artillerie-Regiments König Karl (1. Königlich Württembergi- sches) Nr. 13, etatsmäßigem Stabsoffizier des Feld-Artillerie- Regiments Nr. 6, ; _ /

dem Major Schuster vom Fuß-Artillerie-Regiment von Hinderfin (Pommersches) Nr. 2; ;

den Königlichen Kronen-Orden vierter Klasse:

dem Premier-Lieutenant Krahmer vom 1. Leib-Husaren-

Regiment Nr. 1; das Allgemeine Ehrenzeichen in Gold:

dem Depot-Vice-Feldwebel Eisbrecher vom Artillerie-

Depot in Danzig: sowie das Allgemeine Ehrenzeichen:

dem Depot-Vice-Feldwebel Hartung vom Ariktillerie-

Depot in Danzig.

Ferner haben Seine Majestät der König aus dem gleihen Anlaß Allergnädigst geruht, Hofwürden zu verleihen, und zwar:

die Würde eines Erbjägermeisters in Neu-

Vorpommern:

dem Major a. D. Grafen Otto zu Solms-Rödelheim

auf Altenhagen im Kreise Franzburg, die Kammerherrnwürde:

dem Landrath, Premier-Lieutenant a. D. Schlieffen zu Pyrisß, | | 5

‘dem Rittergutsbesißer von Zißewiyß auf Zehenow im Kreise Stolp, e

dem Hauptmann a. D. Franz von Parpart auf Jakobsdorf im Kreise Konißt, / :

dem Grafen Adam von Sierakowski auf Groß- Wapliß im Kreise Stuhm und

dem Rittergutsbesißer Elard von Oldenburg auf Januschau im Kreise Rosenberg W.-Pr.,

die Kammerjunkerwürde:

dem Regierungs-Assessor, Second-Lieutenant der Reserve des Dragoner - Regiments a von Derfflinger (Neu- mäârkisches) Nr. 3 Freiherrn Ernst Friedrich von Troschke in Stettin.

Grafen von

Aus dem gleichen Anlaß haben Seine Majestät Aller- gnädigst geruht :

den Angehörigen der Provinz Pommern, nämlich:

dem Landcs-Director der Provinz Pommern Dr. Freiherrn von der Golz zu Stettin den Rang der Räthe zweiter Klasse,

dem Ober-Bürgermeister Haken zu Stettin den Charakter als Geheimer Regierungs-Rath, :

dem Kaufmann Allendorff zu Stettin den Charakter als Commerzien-Rath, i

und den Angehörigen der Provinz Westpreußen, nämli: 4

dem Ersten Vorstandsbeamten der Reichsbank-Hauptstelle zu Danzig, Bankdirector Sauerhering den Charakter als Geheimer Regierungs-Rath, 5

den Landgerichts-Directoren Birnbaum und Mir in Danzig den Charakter als Geheimer Justiz-Rath, -

dem Commerzien-Rath Damme in Danzig den Charakter als Geheimer Commerzien-Rath, 5

dem Polizei-Director Freiherrn von Reiswiß-Kaderzin in Danzig den Charakter als Polizei-Präsident, ;

dem Fabrikbesißer Raeuber zu Elbing den Charakter als Commerzien-Rath und /

dem Ersten Bürgermeister der Stadt Danzig Dr. Bau m- ba ch den Titel Ober-Bürgermeister zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : den nachbenannten öjterreihish-ungarishen Beamten fol- gende Auszeichnungen zu verleihen, und zwar: das Großkreuz des Rothen Adler-Ordens: dem Kaiserlih-Königlich österreihishen Handels-Minister, Geheimen Rath und Kämmerer Olivier Marquis de Bacquehem:

den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse:

_dem Ministerial-Rath im Königlih ungarishen Aerbau- Ministerium Stephan Lipthay de Kisfalud,

_ dem Ministerial-Rath im Königlich ungarischen Finanz- Ministerium Stephan Freiherrn von Andreánszky, d

__ dem NMinisterial-Rath im Kaiserlich - Königlich öster- reichischen Ackerbau-Ministerium Leo Ritter von Herz, und

__ dem Ministerial-Rath im Kaiserlich - Königlich öster- Ls Finanz - Ministerium Adolf Freiherrn von Jorkafch;

den Rothen Adler-Orden dritter Klasse:

_ dem Ministerial-Secretär im Königlich ungarischen Handels- Miniftcrium Thomas Biró; f

den Rothen Adler-Orden vierter Klasse:

- dem zur Zeit im Kaiserlihen und Königlichen Ministerium des Kaiserlichen Hauses und des Aeußern beschäftigten Konsulats- Kanzlei-Secretär Camillo Tschinkel;

den Königlihen Kronen-Orden erster Klasse:

dem Sections-Chef im Kaiserlihen und Königlichen Ministerium des Kaiserlihen Hauses und des Aeußern Hugo Freiherrn Glanz von Eicha, j

__ dem Sections-Chef im Kaiserlih Königlich österreichischen Ministerium des Jnnern Ferdinand Freiherrn Erb von “a Kann der Dampfschiffahrts-Gesellshaft des

äsidenten der Dampfschi ellscha Oesterreichishen Lloyd in Triest, Sections-Chef Victor Frei- herrn von Kalchberg;

den Königlichen Kronen-Orden zweiter Klasse

mit dem Stern: dem Ministerial-Rath im Königlih ungarischen Handels- Ministerium Johann von Mihálovich;

den Königlihen Kronen-Orden zweiter Klasse:

_ dem Sections-Rath im Kaiserlihen und Königlichen Ministerium des Kaiserlihen Hauses und des Aeußern Marimilian Freiherrn von Biegeleben,

__ dem zur Zeit in demselben Ministeruum beschäftigten Kaiserlichen und Königlichen General-Konsul Eugen Ritter von Kuczyúskfi, und

_ dem Sections-Rath im Kaiserlih Königlich österreichischen Handels-Ministerium Dr. Franz Stibral; sowie

den Königlichen Kronen-Orden dritter Klasse:

_ dem Ministerial-Vice-Secretär im Kaiserlich Königlich ofterreichishen Handels-Ministeriuum Dr. Maurize Rößler, __ den Hof- und Ministerial-Concipisten im Kaiserlichen und Koniglichen Ministerium des Kaiserlihen Hauses und des Aeußern Dr. Ludwig Müller und Nobert Freiherrn von Bac, und :

_den Directions - Adjuncten in demselben Ministerium Lo let SAFGROREE von Aystetten und Anton Alfred Seidel.

Deutsches Reich.

Jn Grundlage des Beschlusses des Bundesraths vom 31. März d. J. wird hierdurch, insoweit in Abänderung der landespolizeilichen Verordnung vom 14. März 1885 (f. au Bekanntmachung vom 4. März d. J., Regierungs-Blatt Nr. 9), die Durchfuhr von lebenden Schafen aus Oesterreih-Ungarn unter Vorbehalt der Controlbestimmungen des Viehseuchen- Uebereinkommens vom 6. Dezember 1891 und unter der Be- dingung erlaubt, daß die Beforderung der Thiere nur mittels e Ps vage und ohne unnöthigen Aufenthalt durch das Land geschicht.

Schwerin, am 16. Mai 1892. Großherzoglih mecklenburgishes Ministerium, Abtheilung für

Medizinal-Angelegenheiten. von Buchka.

Königreich Preußen. Kriegs-Ministerium.

Zur Broschüre „Neue Enthüllungen, Judenflinten T. und IT. Theil“ wird hierdurch auf Grund der inzwischen angestellten Ermittelungen Nachstehendes veröffentlicht :

__ 1) Die von der Kammanditgelellschaft auf Actien Ludwig Lowe & Co. hier für die Militärverwaltung gelieferten 425 000 Gewehre 88 entsprechen allen Anforderungen, die an die Kriegsbrauchbarkeit derselben zu stellen sind.

2) Die sämmtlichen in der Broschüre angeführten, bei Truppen vorgekommenen Sprengungen von Gewehren 88 be- treffen n i ch t Löwe’sche Gewehre.

Berlin, den 29. Mai 1892.

Der Kriegs-Minister. von Kaltenborn.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Dem Leiter des chemischen Laboratoriums des Vereins für die NRübenzudcker-Jndustrie des Deutschen Reichs Dr. Alexander PerafeLo in Berlin ist das Prädicat Professor beigelegt worden.

Ministerium der geiftlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Die Beförderung des ordentlichen Lehrers Dr. Hielscher

am Real-Progymnasium zu Schwelm zum Oberlehrer ist genehmigt worden.

“Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 30. Mai. Seine Majestät der Kaiser und König sind gestern Abend um 81/2 Uhr nah dem Neuen Palais Gi Heute Vormittag nahmen Seine Majestät die Vorträge des Civilcabinets, der Marine, des Militärcabinets und den- jenigen des Minister-Präsidenten entgegen.

Heute traten die vereinigten Ausschüsse des Bundes- raths für das Landhecr und die Seliniden: für das Sees wesen und für Nechnungswesen zu einer Sißung zusammen.

Die Parade auf dem Temrelhofer Feld beginnt moracn früh um 9 Uhr. S G E

General-Lieutenant und Commandeur Division, ist von Urlaub hierher zurückgekehrt. Der Kaiserli andte Königli i ; ba E cheine Legations-Rath "Graf In Nangau hal tex

U

Seine Hoheit der Erbprinz von Sachsen- Meininge» L der 2 Garbe ningen,

ag verlassen und sich aus Anlaß des bev

hes Jhrer Majestäten der Königin und “g thig Regentin der Niederlante am biestgen Allerhöchsten ofe La "I itiets : 02 Bel nen Ce

ngirt der ations - Ra rei von S Griebenow als Geschäftsträger. A EReD

Der General-Lieutenant von Rosenberg, Jnspecteur Ie E Cavallerie-Jnspection, hat sich mit Urlaub nah Schlesien en.

Der hiesige chilenishe Gesandte Don Gonzalo hat sih im Auftrage seiner Regierung nah Man beate E Seiner Majestät dem König von Jtalien sein Beglaubigung schreiben zu überreihen. Während seiner Abwesenheit von Berlin fungirt der Legations - Secretär Don Galg Jrarrázaval als Geschäftsträger.

Vayern.

München, 28. Mai. Seine Königlihe Hoheit der Prinz-Regent vollzog heute in der herkömmlichen Weise den feierlihen Schluß des Landtags. Jn dem Land- tagsabschiede werden sämmtlihe von dem Landtag gefaßten Beschlüsse genehmigt. Bezüglih der Anforderungen an eine etwaige deutsche Militär-Strafprozeßordnung heißt es darin:

«Auf die von den beiden Kammern an Uns gerichtete Bi i bayerischen Bevollmächtigten im Bundesrath S zu R e Berathung einer deutschen Militär-Strafprozeßordnung nur einem Ent- wurf zuzustimmen, in welhem die in der bisherigen bayerischen Militär- Gerichtsverfafsung und Militär-Strafprozeßordnung enthaltenen, dur die Erfahrung erprobten Grundsäße, insbesondere die Selbständigkeit der Gerichte, sowie die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Hauptverfahrens wirksam gewahrt sind,“ erwidern Wir, daß Wir bei Berathung einer Militär-Strafprozeßordnung die bayerishen Bevollmächtigten ¿um Bundesrath werden anweisen laffen, die in der bisherigen bayerischen Militär-Gerichtsverfassung und Militär - Strafprozeßordnung ent- haltenen Grundsäße, insbesondere jene über die Gerihtsorganisation und die Mündlichkeit und Oeffentlichkeit des Hauptverfahrens, insoweit sich diese Grundsäße dur die Erfahrung erprobt haben, au ferner- hin zu vertreten.“ E

Das Staats-Ministerium des Jnnern wurde ferner beauf- tragt, dem nächsten Landtag den Entwurf einer Kirchen- gemeindcordnung in Vorlage bringen zu lassen, während die interimistishe Regelung der Firchengemeiadenertretunna nah den Beschlüfsen beider Kammern sanctionirt ist. Der Schluß des Landtagsabschiedes hat folgenden Wortlaut:

_ eIntem Wir diefen Abschied ertheilen, bliden Wir mit lebhafter Befriedigung auf die umfangreihen und wichtigen Ergebnisse der nun- mehr zum Abs{lufse gelangten Sißungéperiode und if Uns ein tiefempfundenes Bedürfniß, den Lieben und Getreuen Unsere An- erkennung hierdurch zum Auédrucke zu bringen. Wurde zunächst für den ordentlichen Staatshaushalt auf die Dauer von drei - Finanzj- perioden Sorge getragen, so hat der Landtag in ersprieß- licher Thätigkeit bei wichtigen geseßgeberishen Arbeiten und bei vielen dem Lande zum Wohle gereichhenden Schöpfungen mitgewirkt. Dank der günstigen Finanzlage war es möglich, erbeb- liche Erleichterungen für die Steuerpflichtigen eintreten zu lasen und zugleich neue Verktehrsmittel in umfafsendster Weise zu schaffen, der Landwirthschaft, dem Handel und dem Gewerbe unterstüßend zur Seite zu stehen und den Ansprüchen des idealen Lebens dur Willigung reihlicher Mittel zu willfahren. Den Ausbau der be- stehenden und die Schaffung einer Anzahl neuer Schienenwege, die Zuwendungen aus der Staatskasse für die Förderung der land- wirthschaftlichen Interessen, die Errichtung großer Hafenanlagen, die Bewilligung von Mitteln zur rasheren Förderung der Fluß- Correctionen, den Bau cines neuen Gewerbe-Museums, die Zuschüsse für Kunst und Wissenfehaft, sowie die Ermöglihung der Erbauung eines neuen National-Museums begrüßen Wir als wichtige Factoren und Einrichtungen, die dem Gesammtwohle des Landes zum Nukten dienen. Zu besonderem Danke erahten Wir uns veranlaßt, daß die Kammern des Landtags in opferwilliger Erkenntniß Unseren Wünschen hinsichtlich der Verbesserung der Lage des Be- amtenitandes und der Lebrerschaft entgegengekommen sind. Die sih festigende friedliche- Gestaltung der inneren Verhältnisse jachliche Beurtheilung aller Fragen, welche die Grundlage für ein gedciblihe Entwicklung bilden, hat Unserem Herzen wohl gethan. Moöge die Landeévertretung auch fernerhin Unseren warmen Bestre- bunçen, das Wohl Unseres heißgeliebten Bavernlandes und das Et- deihen des Deutschen Reiches zu fördern, kräftig zur Seite stehen dann wird mit Gottes Hilfe nur Segen daraus ersprießen. In dieser Doffnung und festen Zuversicht {ließen Wir die gegenwärtige Ver- fammlung und entbieten Wir den Lieben und Getreuen die Versicherung Unserer Huld und Gnade.“ O

_ Nag vollendeter Verlesung des Abschiedes erklärte Scine Königliche Hoheit die Sißungen der zum gegenwärtigen Land- tag versammelten Kammern des Königreichs im Namen Seiner Majestät des Königs für geschlossen. Der zweite Präsi dent der Reichsrathskammer Freiherr von Pfreßschner erhob fih hierauf, um die Versammlung zur Huldigung mit cinem dreimaligen „Hoh“ auf Seine Königliche Hoheit auf- zufordern, in welches diese begeistert einstimmte.

Baden, / Karlsruhe, 28. Mai. Jhre Majestäten die Königin und die Königin - Regentin der Niederlande habcn heute Sand verlassen und sih zunächst nah Heidelberg begeben. uf der Reise dorthin wurden Höchstdieselben in Dos von Jhren Königlihen Hoheiten dem Großherzog und der Kronprinzessin von Schweden und Norwegen b& grüßt. Die Ankunft in Heidelberg erfolgte Mittags 1 Uhr 50 Minuten. Nach einer längeren Spazierfahrt sehen JZyre Majestäten um 71/4 Uhr mittels Sonderzugs die Reije nad Frankfurt a. M. fort, wo Höchstdieselben um 8/, Uhr eintrafen und im Ore Hof“ Absteigequartier nahmen. _.

_ Die Erste Kammer uahm in ihrer heutigen Sißu19 das Finanzgeseß an und wählte eine Commission zur L Dieg der Anträge auf Einführung des directen Wahlrechts. Die Zweite Kammer lehnte heute mit 31 gegen 28 Stimmen, drei Abgeordnete enthielten sich der Abstimmuns- die Ee des Centrums ab. Diese Anträge hatten folgenden Wortlaut :

__ eArtifel 1.: § 11 des Geseßes vom 9. Oktober 1860, die ret lihe Stellung der Kirchen und firchlihen Vereine im Staate t treffend, wird durch folgende Bestimmung erseßt: Von der Einfüb- rung eines religiösen Ordens und von der Ecrichtung einer einzeln? Anstalt eines eingeführten Ordens ist der großherzoglichen Regieruns Anzeige zu erstatten. Artikel 11.: Das Geseß vom 2. April I die Abhaltung von Missionen durch Mitglieder religiöser Drden treffend, ift aufgehoben.“

_ tragsforderung

-

der Zweiten Kammer is} am Freiiag eine Na ch- In von 100000 Æ zur Aufbesserung ering besoldeter fatholisher Geistlihen einge- bracht worden. Die Regierung kommt, wie die „Bad. Corresp.“ e it dieser Vorlage einem von verschiedenen Seiten in der Zweiten Kammer geäußerten Wunsche entgegen. Jn der heutigen Sißung legte der Finanz-Minister einen zwischen dem eich und Baden a M eitenen Staatsvertrag mit dazu ge- höôrigem Budgetnachtrag vor, der sich auf die ellung einer strategishen Bahn von Hagenau nach Karls-

ruhe bezieht. Meckelenburg-Schwerin. Schwerin, 28. Mai. Jhre Königlichen Großherzog und der Erbgroßherzog sind 1021/2 Uhr hier eingetroffen.

Deutsche Colonien.

Das vor einiger Zeit telegraphish angekündigte Schreiben des Dr. Stuhlmann an Professor L in Gotha, welches nach längerer Zeit wieder die erste Kunde über Emin Pascha und seine Erpedition brahte und die Ankunft Stuhl- mann’s in Bukoba am Victoria-See meldete, wird in dem Juniheft von „Petermann's Mittheilungen“ veröffentlicht. Das Heft liegt uns noch nicht vor ; einem von D. B. H. ver- breiteten Auszuge is Folgendes zu entnehmen: Aus dem Schreiben geht hervor, daß Emin Pascha zunächst nur die Absicht hatte, die geogranpies Verhältnisse am deutsch-englischen Grenzparallel (1 Gr. S.) zu erforshen, namentlih au, das Süd- ende des Albert-Edward-Sees festzustellen. Am 22. März 1891 erfolgte der Abmarsh von Kaiuro, und man zog südlih von Stanley’'s Route durch unbekannte Gebiete zum Südufer des

enannten Sees, das Anfang Mai erreicht wurde. , Auf dem

ege dahin hörte man s{hon, daß Emin’'s Leute aus der Aequatorial-Provinz sich im Norden des Albert-Edward-Sees niedergelassen hätten; es war dies aber, wie sh später herausstellte, ein falshes Gerüht. Vom Süd- ufer des Sees brach Emin den 15. Mai auf und zog nun im Westen desselben und der nördlich davon belegenen Schneeberge, von denen Dr. Stuhlmann einen bis 3800 m Höhe erstieg, nach Norden. Bei dieser Gelegenheit gelang es auch Emin, mit seinen ehe- maligen Leuten, die sich bei Kavalli am Albert-Njansa auf- hielten, in Verbindung zu treten und einige interessante Nach- rihten über das traurige Schicfsal seiner Provinz zu erhalten. 182 Sudanesen {lossen sih ihm an. Dann ging es weiter nah dem Norden zum Jturi; 13“ nördlicher Breite scheint der nóördlihste Punkt zu sein, den die Expedition erreichte. Nach Wadelai E lag niemals im Plane Emin's, seine Absicht war vielmchr, durch den großen Urwald nah Westen zu ziehen. Ueber das Endziel der Reise läßt uns freilich auch Stuhlmann's Schreiben noch im Dunkeln. Mangel an Nahrungsmitteln und an Trägern in den von arabishen Sflavenjägern verwüsteten Ländern nöthigten Emin, sein Vorhaben aufzugeben. Am 30. September wurde der Rücfßzug angetreten, und man verfolgie dabei so ziemli den gleichen Weg wie auf dem Hinmarsche. Krankheiten, Hungers- noth und E Angriffe seßten der Expedition hart zu, auch Emin selbst erkrankie und verlor fast voll: ständig das Augenliht. Der Ausbruch einer heftigen Pockenepidemie nöthige Emin zur Theilung der Karawane; am 10. Dezember wurde Stuhlmann mit der gesunden Mannschaft vorausgeshickt. Jn Kinjawanga wartete er einige Zeit auf Emin; als aber bis zum 15. Januar d. J. keine Nachrichten eingetroffen waren, mußte er, den Befehlen zufolge, nah der deutshen Station am Victoria-See Bukoba eilen, wo er am 15. Februar eintraf. Aus den reichen wissen- \chaftlihen Ergebnissen der Expedition sei nur hervorgehoben, daß der vielberufene Mfumbiro aus einer Gruppe von Vulkan- bergen besteht, von denen einer na den Aus)agen der Ein- geren noch thätig ist ein wissenschaftlih höchst interessantes Resultat.

oheiten der eute Abend

Oesterreich-Ungarn.

Der Aus\chuß des österrei hishen Abgeordneten- hauses zur Vorberathung der Valutavorlagen hat sich am Sonnabend constituirt und den Abg. von Jaworski zum Obmann und die Abgg. Dr. von Plener und Graf Deym zu Obmann-Stellvertretern gewählt. Der Ausshuß wird heute mit seinen Berathungen beginnen. Der Finanzaus\chuß des ungarishen Unterhauses begann vorgestern die Be- rathung der Vorlage über die Kronenwährung und er- ledigte neun Paragraphen nahezu unverändert. Der S 7 (Passir- gewicht der einzelnen Kronenstücke) wurde in der Schwebe ge- lasen.

Das Abgeordnetenhaus bewilligte in seiner vorgestrigen Sitzung, troßdem der Finanz-Minister für die Gewährung von nur 500 000 Fl. als Theuerungszulage für die Staats- beamten eintrat, für diesen Zweck neuerdings eine Million.

Vorgestern traf in Wien eine 237 Mann starke Ab- ordnung ungarischer und siebenbürgisher Rumänen ein, um dem Kaiser eine Denkschrift über die Lage der Rumänen im Königreih Ungarn zu überreichen. Eine Ver- sammlung der Mitglieder dieser Abordnung wurde polizeilich aufgelöst. Bei dem ungarischen Minister am Hoflager in Wien von Szögyenyi hat sih die Deputation niht angemeldet; sie würde auch, wie es heißt, von ihm nicht empfangen worden sein.

Großbritannien und Jrland.

Jn einer am 27. d. M. abgehaltenen Cabinets- Berathung soll, wie nach der „A. C.“ verlautet, beschlossen worden sein, das Parlament so bald als möglich nah

Pfingsten aufzulösen. Frankreich.

Die Deputirtenkammer seßte vorgestern die Berathung der Vorlage über die Sparkassen fort und nahm entgegen dem Antrage des Finanz-Ministers Ro uvier mit 356 gegen 196 Stimmen ein Amendement des Deputirten Siegfried an, wonach die Sparkassen ermächtigt werden sollen, Fonds in Departements- und Communal-Obligationen anzulegen, ohne daß, wie der Entwurf der Regierung wollte, es nothwendig sei, daß diese Obligationen an der Börse gehandelt würden.

Auf eine Anfrage wegen der Weigerung der Eisenbahn- gesellshaften, ihren Arbeitern die Theilnahme an dem jüngst in Paris abgehaltenen Congreß der Eisenbahnarbeiter

gestatien, hat der Arbeits-Minister Viette erklärt, die fönne in en Fragen nit interveniren.

Aus Anlaß der bevo Feste in Nancy, über deren Ziel und Charakter mancherlei Besorgnisse laut ge:vorden waren, R D I Pn LRENEIE E Denen: des Rundschreiben erlassen, worin er sich gegen diejenigen erklärt, welhe meinen, die böten eine Gelegenheit zu unbe- sonnenen Reden, órungen, zur Aufregreng und zu Provo- cationen. Das Rundschreiben betont, Turnfeste würden niemals die geeignete Stätte für herausfordernde und nihtige Prahlerei bilden. Die Turner sollten fich gerade in Nancy daran er- innern, daß Wortshwall niht mehr das sicherste Kennzeichen eines erleuchteten Patriotismus sei.

Das Journal „XIX. Siècle“ meldet, die Normal-Schieß- schule im Lager von Châlons habe die Schießproben mit

dem neuen Repetirgewehr, dessen Kaliber 61/, mm und-

dessen Patronengewiht 20 g betrage, beendet. Das Gewehr übertreffe diejenigen aller übrigen Systeme.

Gestern Nachmittag fand in Paris auf dem Friedhof des Père Lachaise an dem Grabe der während des Communarden- aufstandes im Jahre 1871 gefallenen Mitglieder der „Fédé- ration“ eine revolutionäre Kundgebung statt. Zahl- reiche rothe Fahnen wurden entfaltet. Mehrere Ansprachen wurden gehalten und die zahlreih versammelte Menge brach wiederholt in den Ruf „Es lebe die Commune!“ aus. Die Kundgebung verlief jedo ohne jeden ernsteren Zwischenfall.

In Commentry (Departement Allier) haben am Freitag vor den Häusern zweier angesehener Perjönlichkeiten heftige Explosionen ftatigefunden. Sie sind in böswilliger Absicht verursaht und haben viel Schaden angerichtet. Jn der Stadt herrsht infolgedessen große Erregung.

Dem Marine-Ministerium is aus Dahomey tele- graphisch die Meldung zugegangen, die Truppen des Konigs hätten sih aus der Umgegend von Kotonu und Porto Novo nah Allada zurückgezogen , mo faft das ganze dahomeyische Heer versammelt sei. Auch der König habe sih mit einer großen Schaar Frauen dorthin begeben. Mühe mache es ihm, Lebensmittel aufzutreiben, da Hungersnoth im Lande herrsche. Ueber die Abfichten der Dahomeyer sei man noch im unklaren, sie bereiteten fih jedoch offenbar zu einem Kriegszuge vor.

Die Wirren in Uganda (Ost-Afrika) haben, wie „W. T. B.“ meldet, dem französishen Botschafter in London Anlaß gegeben, bei dem Premier-Minister Lord Salisbury bezüglih der „Mißhandlungen“ vorfstellig zu werden, welche Capitän Lugard als Vertreter der englisch-ostafrikanishen Ge- sellshaft den dortigen franzöfishen Missionaren zugefügt habe.

Zwischen dem Congo-Staat und Ös

¡ Französi} ch- Congo sind mehrfach Grenzstreitigkeiten entstanden. Die franzosfishen Beamten klagen, nach einer Mittheilung der „Koln. Ztg.“, darüber, daß die Beamten des Congo-Staats Streifzüge auf französishes Gebiet vornähmen oder doch be- figen. Der Minister des Auswärtigen Ribot hat infolge essen dem Leiter der auswärtigen Angelegenheiten des Congo- Staats Grell-Rogier e gemacht, und dieser soll Maß- regeln versprochen haben, um den Wiederholungen dieser Vorkomm- nisse vorzubeugen. Jn der Mittheilung, welche die französische Regierung darüber in der Presse gegeben hat, droht sie, daß sie dem Congostaat bei den bevorstehenden Verhandlungen über die Grenzregelung seine feindlihe Haltung vergelten werde. Ftalien.

Die Deputirtenkammer hat am Sonnabend den bis- herigen Präsidenten Biancheri, der von diesem Posten zurü- treten wollte, mit 312 von 333 abgegebenen Stimmen wieder- gewählt. Zwanzig Stimmzettel waren unbeschrieben. Das Ergebniß

er Abstimmung wurde, abgesehen von der äußersten Linken, mit

allgemeinem Beifall aufgenommen. Jn der heutigen Sißung soll der Geseßentwurf wegen Bewilligung eines provisorischen Budgets für sechs Monate der Kammer vorgelegt werden. Da der König Rom verlassen hat und nach Mailand abgereist ist, so nimmt man an, daß vorläufig weitere parlamentarishe Verwickelungen nicht zu erwarten sind.

Auch die italienische Armee soll ein neues Gewehr erhalten. Die Kosten der Herstellung will die Regierung, wie der Minister-Präsident in der Kammer mitgetheilt hat, durch den Verkauf der bourbonischen Silberthaler (Piaster) decken, deren noch für etwa vierzig Millionen Lire im Schate liegen. Die Eigenschaften der Waffe charakterisirt der „Corriere di Napoli“ folgendermaßen :

Das Gewehr, dessen Geburtéstätte die Waffenfabrik von Valdocco bei Turin ift, hat eine Länge von 1,20 m, mit dem Stoßbajonnet von 1,45 und wiegt 3 kg, also etwa 1 kg weniger als das Vetterli- Gewehr. Infolgedessen kann der Soldat eine größere Menge Patronen bei sh führen, bis zu 150, ohne daß das Gefammt- gewiht der bisherigen Ausrüstung überschritten wird. Die Magazinkammer fann 5 Patronen von 6# mm Kaliber auf- nebmen, deren Gewicht je 21 g beträgt. Ein guter Schütze soll im stande sein, 20 Schüsse in der ersten Minute abzugeben. Das Geschoß ift aus Hartblei verfertigt mit einer dünnen Um- kfleidung aus einer Kupferlegirung. Die Ladung der Patrone besteht aus rauchlosem Ballistit und verleiht dem Geschoß eine Anfangsgeschwindigkeit von 700 m in der Secunde, also mehr als das Doppelte der Schallgeshwindigkeit, sowie eine Umdrehungsgeshwindig- feit von 3000. Auf 3500 m durchs{chlug das Geschoß noch zwei Tannenbretter von 3 ecm Dicke und blieb in dem zweiten stecken. Es können also auf diese Entfernung noch Mann und Roß kampf- unfähig gemacht werden. Auf 1000 m nimmt man an, daß es zwei bis drei bintereinanderstehende Menschen tötet, indem es die Knochen glatt durchbohrt, ohne seine Gestalt zu verändern. Angestellte Schießübungen ergaben u. a., daß auf 500 m mit Leichtigkeit zwölf Wollmatraßen durchbohrt wurden, ebenso ein Holzbalken von 80 cm oder zwei festgestampfte Sandsädte, ein Erdwall von 80 cm oder eine Ne von 7 mm. Den störenden Wirkungen der unvermeid- ichen Erhißung des Laufes wird vorgebeugt durch einen Belag von Holz und Leder an der Stelle, wo beim Zielen die Hand des Schüßen ruht. Der Preis jedes Gewehrs berechnet sich einstweilen auf 45 Lire; man hofft jedo, daß, wie beim Vetterli-Gewehr, der Preis im Laufe der Herstellung billiger werden wird.

Dänemark.

Der „National-Tidende“ Pas hat der König den Sre eron Friedrich von Oesterreich und den Prinzen Albert zu Schhleswig-Holstein-Sonderburg-Glücks- burg zu Rittern des Elephanten-Ordens ernannt und den Prinzen Eduard von Anhalt und Friedrich von Schaum- burg-Lippe das Großkreuz des Danebrog-Ordens verliehen. Die Königliche Familie und die Familie des Prinzen von Wales machten am Sonnabend Nachmittag eine Spazier- fahrt nah Schloß Bernstorf und kehrten nah einer Stunde zurück. Der König machte den Ausflug zu Pferde. Ueber die Festlihkeiten anläßlich der- Foldenen Hochzeit des Königspaares wird aus Kopenhagen weiter berichtet :

Am Sonnabend wurde von der Universität ein Festactus veranstaltet, welhem der König und die Königin, sämmtlihe Fürst-

lichkeiten, mit Ausnahme des Prinzen und der Prinzessin von Wales, ferner das diplomatishe Corps, die E das Präsidium des Reichstags und andere hohe er ohnten. Der Rector magnificus Professor Thomson hielt die Festrede.

Der gestrige Volkszug nach Amalignborg gestaltete sih zu einer großartigen Kundg a  Hundert uad siebzehn Corporatio- nen nahmen mit Fahnen, Standarten und Musikcorps daran theil; die E e e wenigstens 100 000. Der Vorbeimarsch durch die blumengeshmüdckten Straßen dauerte volle 3 Stunden. Straßen und As waren von einer großen Zuschauermenge dicht beseßt, welche den Zug mit Blumen überschüttete. Kurz nah 5 Uhr marschirte der Zug vor Schloß Amalienborg auf. Der König und die Könizin nabmen, von der Familie und den Fürstlihen Gästen umgeben, auf dem roth bekleideten offenen Balkon im ersten Stockwerk des Palais stehend, die Dulbus entgegen. Um Ubr Abends war der Borbei- marsch beendet. eine kurze Ansprache. N S

Zu dem gestern Abend von den Spißen der Gesellschaft im Concertpalais zu- Kopenhagen gegebenen Ball erschienen der König und die Königin um 104 Uhr und wurden von dem Ober- Denen Klein empfangen. Der König und die Königin von

riehenland, sowie der Prinz und die Prinzessiu:- von Wales blieben dem Feste fern. Einer Reihe von lebt Bildern, welche, begleitet von erflärenden Versen, Erinnerungen aus dem Leben des Königspaares, besonders aus den Verlobungs- und Hochzeitstagen, zur Darstellung brachten, folgte ein von Herren und Damen der Gesellschaft ausgeführter Fackeltanz. Beides fand die leb- hafteste Anerkennung von Seiten des Königs und der Königin. Bei dem darauf folgenden Festmahl brahte Ober-Präsident Klein ein Hoh auf das Königspaar aus. Ihre Majestäten verweilten noch bis 124 Uhr bei dem Fest.

_Die Prinzen Albert zu Schleswig - Holstein - Sonderburg- Glücksburg und Eduard von Anhalt sind am Sonntag Vor- mittag von Kopenhagen über Gjedser abgereist. Der Groß- herzog und der Erbgroßherzog von Luxemburg gedachten heute Vormittag über Korsör die Rücreise anzutreten.

Parlamentarische Nachrichten.

In der heutigen (16.) Sißung des Herrenhauses, der der Handels-Minister Freiherr von Berlepsch, der Finanz - Minister Dr. Miquel und der Minister der öffentlihen Arbeiten Thielen beiwohnten, bat der Fürst von Haßtfeldt- Trachenberg vor Eintritt in die Tagesordnung den Präsidenten, der Matrikelcommission die Frage zur Entscheidung vorzulegen, ob ein Mitglied, das seinen Wohnsiß nach dem Auslande verlegt habe, befugt sei, während dieser, Zeit Siß und Stimme im Hause auszuüben. Der Prästdent Herzog von Ratibor sagte die Erfüllung dieser Bitte zu.

Das Haus berieth sodann zunächst den Gesetzentwurf, über die Erweiterung, Vervollständigung und bessere Ausrüstung des Staatseisenbahnneßtzes.

Die Commission beantragt die Genehmigung der Vorlage und s{chlägt außerdem übereinstimmend mit den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses folgende Resolution vor:

Die Königliche Staatsregierung aufzufordecn, darauf Bedacht zu nehmen, daß thunlihst bald die Kosten für Anlage zweiter und weiterer Geleise, für Um- und Erneuerungsbauten von Bahnhöfen und für Vermehrung von Betriebsmitteln für die bereits bestehenden Bahnen in dem Staatshaushaltsplan ausgebraht und demgemäß die Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse schrittweise aus den Betriebseinnahmen dex Staatseisenbahnen beschafft werden.

Graf von Frankenber g bedauerte, daß die finanzielle Lage es nicht gestatie, in dem bisherigen Grade mit dem Bauen von Secundärbahnen vorzugehen, und wünschte, daß in Zukunft auh mitgetheilt werden möge, wie hoch sich für die Pro- vinzen die Kosten für den Grund und Boden in den einzelnen e en belaufen. Redner bemängelte ferner die großen Nachforderungen für längst bewilligte Eisenbahnbauten und auch, daß die lange geroünshte Weberbahn noch nit weiter gefördert sei. Die im Jnteresse der Stadt Berlin nage Forderungen seien zu groß und die Beschaffung von Betriebs- mitteln sowie die Erneuerung der Bahnhöfe aus Anleihen nicht zu billigen. (Schluß des Blattes.)

Jn der heutigen (71.) Sißung des Hauses der Ab- geordneten, der der Minister des Jnnern Herrfurth und der Kriegs-Minister, General-Lieutenant von Kaltenborn- Stachau beiwohnten, wurde zunächst der pt e. über- die Feststellung eines Nachtrags zum Staatshaushalts Etat für 1892/93 (Wasserversorgung der oberschlesischen Jndustriebezirke) in dritter Berathung unverändert an- genommen. :

Es folgte die zweite Berathung des Geseßentwurfs wegen Beseßung der Subaltern- und Unter- beamtenstellen in der Verwaltung der Communal- verbände mit Militäranwärtern. -

Nach S 1 der Commissionsbeshlüsse soll das Geseh auf die Verwaltung der Communalverbände ausschließlich der Landgemeinden und ländlihen Communalbezirke mit weniger als 3000 Seelen Anwendung finden; durch Königliche Verordnung soll aber die Verpflihtung der Com- munalverbände bezüglich der Kriegsinvaliden auf die eben genannten Landgemeinden und ländlihen Communal- bezirke ausgedehnt werden können.

Abg. Eberty (dfr.) M, beide von der Commission an der Vorlage vorgenommenen Abänderungen, den Ausschluß der Gemeinden und Bezirke unter 3000 Seelen und die Vor- schrift bezüglih der Kriegsinvaliden, wieder zu streichen.

Abg. von Tz\cho ppe (freicons.) beantragte, statt 3000 zu seßen 2000, und statt ländlihe Communalbezirke zu seßen: ländlihe Communalverbände. Î

Die Abgg. Barth (freicons.) und von Tzschoppe (freicons.) sprahen fich für die Annahme der Commissions- fassung mit dem Antrag von Tzschoppe und gegen den Antrag N, aus.

inister des Jnnern Herrfurth gab dem Antrag Eberty den Vorzug, da der Antrag von Tzschoppe für eine gute Ver- sorgung der Militäranwärter im Jnteresse der Armee nicht genügend sei. Die Regierung könne die Commissionsbeschlüsse im anderen Hause nicht vertreten.

Abg. Eberhard (conf.) sprach_ für die Annahme der Commissionsbeshlü}e und erklärte, daß die conservative Partei, wenn die Commissionsfassung wesentlich geändert werden sollte, gegen das Gese stimmen müsse; sie könne auch den Antrag von Tzschoppe nicht annehmen.

Der Kriegs-Minister, General-Lieutenant von Kalten- born-Stachau erklärte, daß nah der Ansicht der Heeres- verwaltung in den Commissionsbeshlüssen eine Schädigung der Anterefsen des Heeres liege.

Abg. Roeren (Centr.) erklärte sich namens des Centrums für die Commissionsfaffung.

er König hielt während desselben an die Studenten

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