1892 / 136 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

der Abweichung angenommen, daß nur die unentgeltliche Uebernahme einer Gef, g d a unter den Begriff des Satraas fallen soll. Der $ wurde demgemäß iQen. Die Mehrheit ging davon aus,. daß die Geschäftsbesorgung gegen Vergütung unter den Gesichtspunkt des Dienst- oder «Werkvertrags falle und daß, wenn ohne vertrags- mäßige Verpflichtung nahträglih für die Geschäftsbesorgung eine Vergütung gewährt werde, diese niht den Charakter einer S eenteisiung ondern einer remuneratorishen Schenkung habe. Der 587 mwrurde dahin angenommen,, daß der- jenige, welher si< einem Anderen gegenüber oder offentlih zur unentgeltlihen Besorgung gewisser Geschäfte erboten hat, für den Fall der ÑNichtannahme eines auf solhe Geschäfte sich beziehenden Auftrags verpflichtet ist, die Ablehnung dem Auftraggeber unver üglich anzuzeigen. Auch die von der Uebertragung der Geschäftsbesorgung auf einen Substituten und von der Zuziehung eines Ge- hilfen handelnden S8 588, 589 fanden mit nicht erheblichen Aenderungen Zustimmung. Gegen den sachlichen Jnhalt des 8 590, welcher die Frage regelt, unter wel<hen Umständen der Beauftragie von den Anweisungen des Auftrag- ees abweichen darf, erhob si<h kein Widerspru. Der von er Verpflichtung gur Rechenschaftsablegung, insbesondere zur Rechnungslegung, handelnde 8 591 wurde durch die Vorschriften ergänzt, daf der Beauftragte auch verpflichtet ist, dem Auftraggeber die erforderlichen Nachrichten zu geben und auf Verlangen jederzeit über den Stand des Geschäfts Aus- kunft zu ertheilen. Andererseits wurde die Verpflichtung des Beauftragten, die von ihm zu legende Rehnung mit Be- legen zu versehen, - auf die Beifügung üblicher Be- lege beshränkt. Die rage, ob der Entwurf durch die Aufnahme allgemeiner Vorschriften über die Rechnungs- legung, insbesondere über die Verpflihtung des Rehnungs- stellers zur Leistung des Offenbarungseides, zu ergänzen Zei, blieb der Berathung des $ 777 vorbehalten. Die N des 8 592 über die Verpflihtung des Beauftragten, dem Au traggeber alles herauszugeben, was er zum Zwecke der Ausführung des Auftrags oder aus der Geschäftsführung erhalten hat, wurde sahli<h niht beanstandet. Zu einer Mage yenden Erörterung führte aber die als Zusaß u dem S 592 beantragte Bestimmung, daß Sachen,

orderungen und andere Rechte, welhe der Beausftragte infolge der E ordung im eigenen Namen erworben hat, im Verhältnisse zwishen dem Auftraggeber und dem Beauf- tragten oder dessen Gläubigern als dem Auftraggeber er- worben gelten sollen. Der Antrag wurde jedo< abgelehnt, ebenso der Antrag, im Anschluß an die für das Commissionsgeschäft geltende Vors hrifides Art. 368 Abs. 2des H.-G.-B. (vergl. au $38 der Konk.-D.) dem Auftraggeber wegen der von dem Beauftragten im eigenen Namen für Nécinimg des Auftraggebers erworbenen “Forderungen ein gee zu geben. Die 88 593 bis 595 über die Verpflichtung des Beauftragten, im eigenen Nutzen verwendete Gelder zu verzinsen, sowie über die Verpflichtung des Auftraggebers zur Vorschußleistung und zum Ersaß der von dem Beauftragten gemachten Auf- wendungen wurden im wesentlihen na< dem Entwurf angenommen.

< -

Anläßlich eines Erkenntnisses des Königlihen Kammer- gerichts hatte si<h der Minister des Jnnern in einem Erlaß vom 30. Oktober v. J. dahin ausgesprochen, daß, falls im Interesse der öffentlihen Ordnung ein Bedürfniß vorliegen sollte, die Veranstaltung von Geldsammlungen und die Erhebung eines Eintrittsgeldes von unbestimmter Höhe in öffentlihen Versammlungen von ortspolizei- licher Genehmigung abhängig zu machen, dies durch den Erlaß von Polizeiverordnungen erreiht werden könne. Neuerdings hat das Königlihe Kammergericht, entgegen dem in dem vorgedachten Erkenntnisse aus- gesprochenen Grundsatze, mehrfach dahin entschieden, daß der- artigen Polizeiverordnungen, welche das Erheben oder Ein- sammeln von Geldbeträgen bei oöoffentlihen Versammlungen ohne Genehmigung der Ortspolizeibehörde bei Strafe ver- bieten, die Rechts ültigkeit zu versagen sei. Demgemäß sind die Königlichen Regierungs-Präsidenten und der Königliche Polizei-Präsident von Berlin von dem Minister in einem Erlaß vom 10. März ersucht worden, geeignetenfalls das Er- forderliche zu verfügen.

Das Ober-Verwaltungsgeriht hat in ciner Entscheidung vom 9. Januar anerkannt, daß die Ortspolizei befugt ist, die Entfaltung oder Vortragung einer r othen Fahne bei cinem Aufzuge zu verbieten und dur<h zwangsweise Wegnahme der Fahne thatsähli< zu verhindern, sofern na< dem pflicht- mäßigen Ermessen der Polizeibehörde aus diesem Aufzuge eine Gefährdung der Ag par c Sicherheit oder Ordnung oder eine Beeinträchtigung der Verkehrsrücksichten zu befürchten steht. Zu- gleich ist in dem Erkenntniß darauf hingewiesen worden, daß nah ciner S ENIPEL l, vom 11. September 1877 eine zu einer Festfeier vereinigte Menschenmenge, welche sih in eincr Weise, die die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen und die öffentlihe Ordnung, insbesondere den Verkehr zu gefährden geeignet ist, als ein Aufzug im Sinne des $ 10

es Vereinsgeseßzes vom 11. März 1850 zu betrachten ist.

Die Eheschließungen zwishenAusländern, nament- lih russishen Unterthanen und deutshen Frauen, haben vielfah dadur< Mißstände im Gefolge, daß die Frauen gemäß S 13 difer 5 des Bundesgeseßes vom 1. Juni 1870 über die

rwerbung und den Verlust der Bundes- und Staats- angehörigfeit die deutsche Staaisangehörigkeit verlieren, oft hon nah kurzer Zeit mit ihren Kindern als lästige Ausländer ausgewiesen werden und in dem fremden Lande, dessen Sprache sie nicht kennen, dem Elend entgegen gehen. Um der Gefahr zu begegnen, daß die cinen Ausländer heirathenden deuts<hen Frauen aus Unwissenheit in cine solche Lage gerathen, sind die Standesbeamten mit Anweisung dahin ban worden, bei Eheschließungen deutscher Frauen mit Ausländern die Bräute auf den dur ihre T QUIE ein- tretenden Verlust ihrer Staatsangehörigkeit und die damit verbundenen Folgen aufmerksam zu machen.

Nach dem Junkrasttreten des Erlasses vom 21. Juli 1886 betreffend die Vorstellung eines Geschäftsnachfolgers vor Ab von zehn Jahren seit Eröffnung einer Apot

olt bestehende Apotheken verle esißer mitgetheilt worden ift,

eke, sind wieder- worden, ohne daß dem zeitigen die Genehmigung zur Ver- legung von Apotheken sahli< einer Neuconcessionirung gleich zu erachten ist, wie bereits in dem Erlaß vom 22. November 1854 (Horn, das preußishe Medizinalwesen, 1863 Th. ITI. S. 3, 5, 4) zum Ausdru gelangt ist, und d der Jnhaber einer verlegten Apotheke den Bestimmungen des Erlasses betreffs eshäftsnahfolgers unterliegt. keinen Unterschied, ob eine Apotheke aus dem bisherigen Grundstü>e in ein anderes oder in einen anderen Stadttheil oder in eiñe andere Ortschaft verlegt wird. Behufs Vermei- dung von irrthümlihen Auffassungen seitens der Betheiligten sind die Ober-Präsidenten ersuht worden, dafür Sorge zu tragen, daß denjenigen Apothekern, welche eine Verlegung ihrer Apotheke nahsuchen, vor Genehmigung derselben eröffnet werde, daß die Vorstellung eines Geschäftsnachfolgers in Ge- mäßheit des Erlasses vom 21. Junmt 1886 vor Ablauf von zehn Jahren na< Eröffnung Grundstücke ohne die Genehmigung des Cultus-Ministers nicht gestattet sei.

infolge dessen

Eingangs erwähnten der Vorstellung

der Apotheke auf dem neuen

Aus Anlaß eines Specialfalles hat der Minister des Jnunern entschieden, daß die Einshränkung des Drehorgel- \spiels auf einzelne Stunden an bestimmt bezeichneten Tagen unter Verbot des Einsammelns von Geldbeiträgen in den Häusern nicht gerechtfertigt sei.

Kreuzer - Corvette „Arcona“, Commandant raceger, ist am 9. Juni in La Guayra Commandant oltke I., ist am 9. Zuni in Haiffa und am 10. Juni in Beirut (Syrische Küste) eingetroffen und geht von dort am 12. nah Smyrna.

Corvetten-Capi eingetroffen. S.

M. Fahrzeu Corvetten-Capitän Graf von

„Loreleny“,

__ Sigmaringen, 10. Juni. Der Prinz von Rumä- nien ist nah einer Meldung des „W. T. B.“ heute von

Coburg hier wieder eingetroffen.

Sachsen.

Dresden, 10. Juni. Jhre Majestäten der König und die Königin werden dem „Dr. J.“ zufolge am Montag, 13. Juni, von Sibyllenort in Schlesien zurückkehren und Nach- mittags gegen 4 Uhr in der Königlichen Villa Strehlen ein-

Oesterreich-Ungarn.

Die Festlihkciten in Budapest haben gestern Abend mit einem glänzenden Fadelz träger betheiligten, ihren Ab hat dann der Kaiser und König unter begeisterten Ovationen der Volksmenge die Rückreise nah Wien angetreten. Allerhöchster Entschließung Budapest künftig den Titel „Haupt- und Residenz- stadt“ führen. f S

In den einzelnen österrei <is<en Ministerien werden dem „Frdbl.“ zufolge bereits die Vorbereitungen für das Bud von 1893 getroffen und. die Ausstellun in Angriff genommen, um zu Beginn bjt-S Parlaments diesem den Staatsvoranschlag für die nächste Ver- waltungsperiode vorlegen und dessen lament no< vor Beginn des neuen Budgetjahres beendigen zu können.

Jn der gestrigen Sißung des Abgeordnetenhauses Abgg. Groß und Genossen an das Gesammt- ‘Ministerium eine Jnterpellation, ob die Regierung geneigt sei, mit möglichster Beschleunigung eine authentische Darlegung der Entstehung des Grubenbrandes in Przibram und der vorgenommenen Rettungsarbeiten zu veröffentlichen und sofort in allen Bergwerken eine genaue ung der Sicherheits- und Rettungs-

3000 Facdel-

e, an dem si n. Um 91/5 Uhr

luß gefunde

wird die

elnen Po t-Session des

ehandlung im

richteten die

Nachprüfung und Ergän vorkehrungen zu veranla a Der ungarische Finanz-Minister Dr. Wekerle begiebt sich nach einem Telegramm der „Magd. um mit dem österreichischen Finanz- Y über die im österreihishen Reichsrath und im ungarischen üglih der Währung aufgetauchten ein- <läge endgültige Beschlüsse zu fassen. Der Club der liberalen Partei des ungarisch Unterhauses beglü>wünschte in seiner gestrigen Sißung den Minister-Präsidenten Grafen Szapary zu der ihm zu theil gewordenen Auszeichnung und sprah ihm sein Vertrauen aus. Graf Szapary dankte und forderte die Partei auf, mit ihm auch fernerhin zum Wohle des Vaterlandes zusammenzuwirken ; jubiläum knüpften die Bande aus noch enger als bisher. estern bei der Berathung über das Budget des Handels-Ministeriums der Referent unahme des Personenverkehrs habe infolge der Tarifreform 1889/90 75 Proc. betragen, au<h im Jahre 1891 sei eine weitere ständige Steigerung bemerkbar gewesen. Der Frachtentarif sei noh zu kurze Zeit in Kraft, um ein endgültiges Urtheil darüber abzugeben, imme die Ergebnisse zufriedenstellend.

g.“ heute nah Wien, inister Dr. Steinba<

Finanzausshuß bez zelnen Aenderungsvo

die Festlichkeiten zum Krönun zwischen Nation und Herrsche Im Unterhause führte

des Ausschusses aus, die

rhin seien Im weiteren Verlauf der ab der Finanz-Minister Dr. Wekerle Erklärungen e bei der Verwaltung der Staatsbahnen ab. sich vollkommen bewährt habe, werde er Mehrere Neubeschaffungen , darunter 100 Locomotiven und 3000 bis 4000 Lastwagen, seien nöthi Betreffs der Donau - Dampfschiffahrtsgesellschaft seien V handlungen seitens der R-gierung begonnen, jedo<h no< nit ei auf der Donau von anderen Unternehmungen nicht verdrängt worden; ein Con- currenz Unternehmen befinde sih vielmehr in Liquidation.

Großbritannien und JFrland. Prinz Ferdinand von Coburg nahm gestern bei dem Lordmayhor von London das

welchem auch der H der Colonien Lord

Da der Zonentar unverändert bleiben.

abgeschlossen. Oesterreih - Ungarn

Frühstück cin, zu og von Cambridge, der Staatssecretär nutsford, der Unter-Staatsfecretär des

Auswärtigen Lowther und ein Secretär der TETRS ih Botschaft im Mansion House erschienen. rens

Mahles brachte der Lordmayor einen Toast auf die Gesundheit des Prinzen aus. Jn seiner Antwort hob dex Prinz hervor, wie angenehm er von den herzlichen Worten berührt sei, in denen der Lordmayor von ihm gesprochen habe Sein Besuch in iy iy sei von dem Gedanken ge:eitet, dex englishen Nation für das Jnteresse, welhes sie Bulgarien stets entgegengebraht Ros und für die vielen Beweise von Sympathie und Wohlwollen für das bulgarishe Volk seine Dankbarkeit zu bezeugen. Die herzliche Auf- nahme, welche ihm seitens der Königin und des Landes zu theil friedliche beweise ihm, daß man seine Bemü ungen, die

iedliche Entwickelung des bulgarischen Volks und die Ruhe

er Balkanhalbinsel zu fichern, günstig aufnehme. Gest Abend nahm der Prinz an dem bie bei [d Prinzen von Wales in Marlboroug oe theil.

Der Leiter des Unterhauses hat den Mitgliedern an- gekündigt, daß er nah Erledigung der beiden schottischen Bills. am nächsten Montag im stande sein werde, mitzutheilen, welhe Absichten die Regierung bezügli<h der übrigen Ss hege. Der Widerstand, welher der irischen Localverwaltungs-Bill entgegengebraht worden sei, lasse feine Hoffnung übrig, daß die Bill in der A ession genehmigt werde. Das Haus illigte den Vorschlag, den Regierungsvorlagen fortan den Vorzug zu geben und die Regel, wona der Schluß der Sizungen um Mitternacht stattfindet, einstweilen aufzuheben. O sollen die Morgensizungen am Dienstag und Freitag wegfallen. Jn der gestrigen Sißung hat das Unterhaus die Bill , betreffend die Convertirung der Schaßtbons mittels Ausgabe von 13 Millionen 28/, procentiger Consols, in dritter Lesung angenommen.

Der frühere Premier-Minister der canadischen Provinz Quebec, Mercier und dessen Genossen Langelier un Pacaud, welche unter der Anklage stehen, die Próvinz mittels betrügerisher Contracte zur Lieferung von Papierwaaren für den Staat geschädigt zu haben, sind laut Meldung vom 9. d. M. zur weiteren Aburtheilung vor das Geschw orenen- geriht verwiesen worden.

Frankreich.

Wie der „Köln. Ztg.“ geschrieben wird, behauptet Caen, seine gestern erwähnten Erklärungen über den Besuch des Großfürsten Constantin seien unrichtig und entstellt wiedergegeben, wogegen der Berichterstatter der ia News“ die Richtigkeit Liner Wiedergabe aufrecht erhält.

Die en Turner, die si< von Nancy nah Paris begeben haben, wurden gestern, wie „H. T. B.“ meldet, dort in der in der Rue des Martyrs belegenen Turnhalle von den französishen Turnern gefeiert; später wurden ihnen im Theater Montparnasse von den französishen Studenten Ovationen dargebraht. Heute Abend findet ein Ehrenbankett statt. Von Paris begeben si<h die czehis<hen Turner nah Belfort, wo von dem Gemeinderath großer Empfang vor- bereitet wird. |

Rußland und Polen.

Die Commission unter dem Präsidium des Directors des Oekonomie-Departements im Ministerium des Jnnern, Geheimen Raths A. K. Kriwoscheïn, die sich mit der Orga- nisation rationeller und zuverlässiger Saatenstands-Bericht- erstattung befassen soll, wollte Beute zu ihrer ersten Berathung zusammentreten.

Wie man der „Pol. Corr.“ aus St. Petersburg meldet, soll daselbst eingelaufenen Nachrichten zufolge die <inesis<e Regierung stärkere Truppen-Abtheilungen nah Pamir entsendet haben, um die Ansprüche Chinas auf dieses Gebiet eventuell mit Waffengewalt geltend zu- machen. Die russische Regierung warte genauere Berichte ab, um dann die erforder- lih erscheinenden Gegenmaßregeln zu ergreifen.

Jtalien.

Die Deputirtenkammer seßte in ihrer gestrigen Sißung die Discussion über das Age eau fort, ohne sie jedo<h zu beendigen. ie Debatte nahm übrigens einen e ruhigen Verlauf. Die Deputirten Baritano (äußerste Linke) und Sonnino (Centrum) sprachen gegen, Vacchelli (Linke), Punizza (äußerste Linke) für das Cabinet. Es maren niht weniger als 19 Tagesordnungen beantragt. D Referent Cadolini befürwortete die Annahme des Commissions- beschlusses wegen Gewährung eines einmonatigen Proviso- riums. Nachdem die Motivirungen der Tagesordnungen be: gonnen hatten, wurde die Weiterberathung auf die heutige Sitzung vertagt, in der man die Abstimmung erwartet. Vor Eintritt in die Berathung des Budget-Provisoriums wurden von der Kammer gestern die außerordentlichen Militärausgaben in geheimer Abstimmung mit 192 gegen 144 Stimmen bewilligt. Der Minister des Aeußeren Brin erklärte in Beantwortung einer Jnterpellation der Deputirten Lazzaro und Nicolost die Gerüchte über eingc- tretene Schwierigkeiten oder Einschränkungen bei Anwendung der A el für durchaus unbegründet. e theilte der Minister mit, daß er mit den Vorarbeiten behufs Erzielung eines Abkommens mit Desterreih-Ungarn und der Schweiz gegen die Vershleppung von Thier- seu chen beschäftigt sei.

Luxemburg.

Der Großherzog ist am 9. d. M. kurz vor Mittag in Luxemburg wieder eingetroffen und hat sih nah kurzer Ve- rüßung des zu seinem Empfange auf dem Bahnhof r- leeren Staats-Ministers Eyschen und anderer Behörden zu Wagen nah Schloß Walferdingen begeben.

Belgien:

Je näher der Wahltag der 14. Juni heranrüdt, um so lebhafter gestaltet sich im ganzen Lande die Wahl|- bewegung, und es vergeht kein Tag, an dem nicht eine oder mehrere Parteiversammlungen stattfänden. Einen oricnt!- renden Ueberbli> über den Stand der Dinge finden wir in dem „Hamb. Corr.“. * Es heißt da:

In den fkatholis<hen Wähl-rversammlungen haben alle: clericalen Candidaten einstimmig das Königliche Referendum ab- ewiesen, si< sogar „auf Ehre" verpflichtet, dagegen ¿U bine: in gleicher Weise haben sie si< sämmtlich gegen das allgemeine Stimmrecht erklärt und die Einführung des auf einem niedrigen Miethszinse ruhenden Hausstandswah redhté, fodaß „alle Familienväter“ stimmbere<htigt werden, zugesagt. Der clericale Deputirte Nothomb, seit 40 Jahren Vertreter für Turn- hout und einer der bedeutendsten clericalen Führer in Turnhout, !

stimm ewiesen worden, weil er für das Referendum des en ; B allgemeine Stimmrecht und den persönlihen Militär- dienst einge ; er vershwindet damit aus dem Parlament. Die Liberalen aller Orten stimmen geschlossen für die liberalen Candidaten, gleihviel ob fie mit ihnen zufrieden sind oder nicht. In den liberalen Wählerversammlungen fpr sich alle Candidaten für die „breiteste“ Ausdehnung des Stimmrechts aus, aber über das hierzu einzuführende Wahlsystem berrsht die róßte Uneinigkeit. Das uneingeshränkte allgemeine Stimmrecht besi t unter den Liberalen wenig Freunde; die meisten wollen ein dur< Alter, Le u. f. w. „eingeschränktes“ allgemeines Stimmreht. In Brüssel selbst i zum ersten Mal seit 1884 eine Einigung unter allen Liberalen erzielt. u wählen sind hier neun Senatoren und achtzehn Deputirte. Wie fortsGrter haben vier Senatoren und neun Deputirte, sämmtlih Anhänger des allgemeinen Stimmrechts, die gemäßigt Liberalen fünf Senatoren und neun Deputirte, von denen nur drei das allgemeine Stimmrecht, die Uebrigen die e Ausdehnung - des Stimmrechts wollen, aufgestellt. General Brialmont erhielt von den Candidaten die meisten Stimmen; alle Liberalen stimmen für diese Candidaten, und fo erscheint ihre Wahl zweifellos. Der Kriegs-Minister hat den Antrag des Generals Brialmont, ihn am 12. Sun also zwei .Tage vor der Wahl zu clear genehmigt. Da nur die Censuswähler stimmberechtigt sind, so it zwischen den Liberalen und Socialisten eine Art Abkommen dahin getroffen worden, daß kein Socialist als Candidat auftritt, damit nicht die Wähler ängstli<h werden. Dagegen werden die meisten. Socialisten für die liberalen Candidaten stimmen. Auch die Regierung ist in den Wahlkampf eingetreten; der Landwirthschafts-Minister De Bruyn hat in dem ostflandrischen Wahlkreise Ter- monde eine große Rede gehalten, in welher er die Ver- dienste und Erfolge des Ministeriums hervorhob. Dabei be- tonte er vor dem LUnde, daß die Regierung zwar die Maaslinie be- festigt habe, um den Einbruch ausländischer Heere zu hindern, aber dem Lande weder andere Militärlasten auferlegt habe, no< auflegen werde. Insbesondere werde sie nicht dulden, daß der Plan des Generals Brialmont, welchen der Minister \harf angriff, die „s{hönen Felder um Termonde herum zu Festungen umzugestalten“, ausgeführt werde. l : Auf Anordnung des Kriegs-Ministers darf keinem Mitglied der Armee wegen des Wahltags Urlaub bewilligt

werden. Rumänien.

Der König ist gestern Abend nah Sigmaringen ab- gereist, wo die Ankunft morgen Nachmittag- erfolgen wird.

Montenegro.

Die Fürstin Milena und der Erbprinz Danilo haben sich nah Karlsbad begeben.

Eine türkish-montenegrinishe Commission unter Vorsig Fahir-Paschas ist in Berana zur Schlichtung aller Streitigkeiten der Grenzbewohner zusammengetreten.

Schweden und Norwegen.

Das norwegisheStorthing hat gestern den (in Nr. 129 d. Bl. erwähnten) Antrag des Constitutions-Ausschusses, welcher den Plan der Regierung, ein eigenes A es Kon- sulatswesen einzurichten, genehmigt und die Regierung ersucht, die nöthigen Schritte einzuleiten, um das gegenwärti mit Schweden gemeinsame Könfulalwesen aufzulösen, ria zweitägiger Debatte mit 63 gegen 49 Stimmen angenommen.

Unter der Ueberschrift „Die wahre Union“ veröffentlicht Björnstjerne Björnfson einen Artikel, in welhem er nur ein Vertheidigungs - Bündniß Norwegens mit Schweden als berechtigt bezeichnet.

Amerika.

Die republikanis<he National-Convention in Minneapolis hat, laut Kabeltelegramm gestern im ersten Wahlgang mit großer Majorität den jeßigen Präsidenten Harrison zum Candidaten der répubtikantsGar artei N die nächste Präsidentschaftswahl designirt. Das Verhältniß der abgegebenen Stimmenzahlen betrug na< officieler An- gabe: für ArTion 090, Ur. Mac: - Kinley. 182, Ur Blaine 162, U. MoeD. Vier Und Ur: Lincoln eine Stimme. Die Delegirten des Staates Ohio stimmten mit allen gegen zwei Stimmen für Mac Kinley, der indessen nicht als Candidat auftritt. Als das Resultat verkündet wurde, {lug Mac Kinley vor, daß Harrison einstimmig zum Can- didaten für die Präsidentschaftswahl ernannt würde. Der Antrag wurde mit lebhaftem Beifall angenommen. Zum Vice-Präsidenten wurde mit Einstimmigkeit Whitelaw Reid nominirt. :

Die demokratishen Conventionen der Staaten Neu-Mexico, Texas und Mississippi haben sih für die Präsidentschafts - Candidatur Grover Cleveland’s erklärt, 1edo<h haben die leßteren beiden Staaten ihre Delegirten für die National-Convention nicht dur< Jnstructionen gebunden.

Asien. __ Aus Afghanistan erhält die „Times“ über Calcutta die e daß sih die Rebellion unter dem Stamm der A8 an-Mazaras weiter ausbreite und der Emir 10 Soldaten zur Unterdrückung des Aufstandes ab- gesandt habe.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Stadtrath Lamb e>, Vertreter der Stadt Thorn im Herrenhause, ist am 8. d. M. gestorben.

Kunft und Wissenschaft.

Der als Tonkünstler und Musikschriftsteller rühmlihst bekannte Dr, Wilhelm Langhans ist vorgestern nah kurzem Krankenlager an der Lungenentzündung gestorben. In Hamburg 1832 geboren, bildete er sih unter Leitung David's und Alard's zum Violinspieler aus, trat auh als older mehrmals in die Deffentlich- feit und erhielt zu Heidelberg für seine Schrift „Das musifalishe Urtheil“ den Doctortitel. Sein bedeutendstes Werk istt „Die Musikgeshihte des 17, 18. und 19. Jahrhunderts“. Außerdem war er als Lehrer an mehreren hiesigen und auswärtigen Conservatorien mit Erfolg thätig, arbeitete an verschiedenen Zeitschriften als Kunstkritiker Und war Chrenmitglied mehrerer Vereine. Seine Verehrung für Wagner hat er in Wort

und Schrift oftmals igen. Die künstlerischen Verdienste, sowie .

sein anspruchsloses und liebenswürdi Dahin- ; } ges Wesen sichern dem Dahin Pl yiedenen ein treues Gedenfen seiner zahlreihen Freunde und M In Drehna (Kreis Kalau) wurde, wie der „Voss, Ztg.“ n S dem 10. d. M. berichtet wird, auf einem A>er eine mit vier udeln verzierte Urne ausgegraben, worin sih fünfzehn bronzene

Ariringe reicher und eine Armspirale Dr. Tiehe in Kalau in der P Rang der Oberlausitzer Anthropologischen Gesellschaft zu

Meldung des „W. T. B. Gregorovius den Geheimen Rath, Professor Plan> zum glied des Maximilian-Ordens ernannt.

deutschen FUAE Io E D IEMe n ausstellung in

mittheilt, der Münchener Architekt, Professor Gabriel Seidl betraut werden. Von fonstigen deutschen AOPIONE und Ingenieuren sind l eit die Berliner Architekten Hoffa

decorativen Aus\d verschiedenen Gebäuden der Ausstellung zugewiesenen Räume mit Ausnahme des vorerwähnten dur<h Herrn Seidl bearbeiteten Theils der kunstgewerblichen Abtheilung für das Reichscommissariat thätig, während der Ingenieur und Hütte

Württemberg an den Arbeiten zur Einrichtung der deutshen Maschinen-. abtheilung betheiligt ift. :

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrung®S-

20. Mai 1892 bes{lo}sen, (an der Ostküste von Afrika) das zur Verhütung der Cholera-Ein- s<leppung bestimmte Reglement in Kraft zu seßen.

E is:

e, und zwar sens gewundene von Oberarmweite, se<s mit tricinerpieenns r den Unterarm,- zwei von Kinderarmweite efanden. Der Fund wurde vom Kreisphysikus

esel örliß vorgelegt. Seine Ge Hoheit der Prinz-Regent hat laut . B.“ an Stelle des verstorbenen*® Professors ELS

Mit der decorativen Ausgestaltung eines Theils der ! Strupp auf der Welt- hicago wird, wie das „Centr. Bl. d. Bauyp.“

] t er und Regierungs-Baumeister ade bei der Speer deltung, der Gruppenanordnung und der mü>ung der der deutschen Abtheilung in den

nverwaltungs- Assistent Haller au

Maßregeln.

Tgypten. Der internationale Quarantänerath zu Alexandrien hat am egen die Ankünfte vom Hafen Zeilah

London, 11. Juni. Die „Times" meldet aus Teheran, die

Cholera sei in Meshed stärker aufgetreten, am Mittrooh seien 250 Personen der Krankheit erlegen. i

Brüssel, 9. Juni. Nachrichten der „Voss. Z.“ über die im

Bezirke Lüttich ausgebrochene F o>enseuche lauten sehr ungünstig. In Seraing, dem großen Fa

{hen Werke, werden täglih- rund 100 neue Krankheitsfälle und mehrere Todesfälle angemeldet.

riforte und dem Sitze der Ko>erill-

Handel und Gewerbe. Nach einer Verordnung des Senats für Finland ist

sowohl für ungemahlenen wie für gemahlenen Mais, welcher

bis 1. Januar 1893 nah Finland eingeführt wird, weder Zoll noch Seefahrtsabgabe zu erlegen.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks

an der Nuhr und in Oberschlesien. e 1

An der Ruhr sind am 9. d. M. gestellt 9767, ni<ht re<tzeitig gestellt keine Wagen ; am 10. d. M. sind gestellt 9817, nicht rehtzeitig gestellt keine Wagen.

- In Oberschlesien find am 9. d. M. gestellt 3968, nicht re<tzeitig gestellt keine Wagen.

In der gestrigen Generalversammlung der Berliner Im- mobilien-Actien-Bank waren 958 Actien mit gleih vielen Stimmen vertreten; der vorliegende Geschäftsberiht nebst Bilanz, desgleichen die vorgeschlagene Gewinnvertheilung von 59/9 Dividende fir die Prioritäts-Actien sowie Stamm-Actien fand allfeitige Zu- o, Nach dem Jahresberiht hat die Gesellshaft aus Bau- itellen, Verkäufen sowie aus ihrem Häuserbesiß ein Erträgniß ge- habt, welches eine höhere Dividende zulassen würde, je- doch hat man mit Rücksicht auf die allgemein-stagnirende Geschäfts- lage und die vergrößerten Engagements vom Gewinn 45 000 (M. auf Extrareservefonds zurückgestellt, womit sih die Gesammtreserven auf 6 9/9 des Actienkapitals erhöhen. Im laufenden Jahre hat die Bank ihren Häuserbesiß Nochstraße 15 bis 19 vortheilhaft veräußert durch Annahme eines schuldenfreien Baustellenterrains in Schöneberg, von dessen Parcellirung und Weiterverkauf die Direction guten Nußen erwartet.

E 11. Juni. (W. T. B): Zu dem eaen beginnenden Wollmarkt betrugen bis gestern Abend die Zufuhren annähernd 1000 Centner weniger als im Vorjahre; heute trafen dieselben zwar lebhafter ein, do< wird voraussihtli< die vorjährige Anfuhr kaum erreicht. Wäsche infolge günstiger Witteruug fehr ut. Schurgewicht geringer. Bis jeßt ganz geschäftslos, da Käufer fehlen.

Belgrad, 11. Juni. (W. T. B.) Die Einnahmen der Ser- bishen Staatseisenbahnen betrugen vom 1. Januar bis 20 Mai cr. 1 820 690,16 Fr. gegen den gleihen Zeitraum in 1891 1 803 741,83 Fr., Mehreinnahme 16 975,33 Fr.

Verkehrs-Anstalten.

München, 11. Juni. (W. T. B.) Die Staatsbahn-Direction hat die Gültigkeit der Retourbillets in ganz Bayern vom 15. d. ab auf 10 Tage festgeseßt. Die Sonntage und Festtage werden miteingere<hnet. Die Local- und Privatbahnen sind hierbei miteinbegriffen.

Bremen, 11. Juni. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Postdampfer „Köln ", von Brasilien kommend, ist am 9. Juni, 74 Uhr Abends, auf der Weser angekommen. Der Postdampfer „Frankfu rt“, vom La Plata kommend, ift am 10. Juni, 10 Uhr Bor- mittags, auf der Weser angekommen. Der Postdampfer f er- mann“, von New-York kommend, ist am 10. Juni, 12} Uhr Nachmit- tags, auf der Weser angekommen. Der Reichs - Postdampfer „Preußen von Ost-Asien Tommend, istam 10. Juni, 123 Uhr Nachm., auf der Weser angekommen. Der Postdampfer „Weimar“, nach Baltimore bestimmt, hat am 10. Juni, 12 Uhr Mittags, Dover passirt. Der Postdampfer „Weser“, na< Brasilien bestimmt, hat am 10. Juni, 104 Uhr Vorm., Las Palmas passirt. Der Post- dampfer „Leipzig“, von Brasilien kommend, hat am 10. Juni, Vormittags, Las Palmas passirt.

amburg, 10. Juni. (W. T. B.) Hamburg-Ameri- fanishe Padetfahrt - Actiengesellschaft. Der E dampfer „Bohemia“ ist, von Hamburg tommend, heute Morgen 5 Uhr in New-York angekommen.

London. Am 7. d. M. ist in Chesterfield mit dem Bau der Lancajhire-Derbyshire- und Cast-Coast Eisenbahn be- gonnen worden. Die Bahn läuft quer dur< England, von Warrington über Macclesfield und Buxton und Chesterfield nach Lincoln und von dort nah Suttonon Sea. An leßterem Orte follen große’ Dos gebaut werden. Die Gesammtlänge der Meer mit Meer verbindenden Bahn beträgt 170 englishe Meilen. :

London, 10. Juni. (W. T. B.) Der Union-Dampfer Arab“ ift gestern Lee von den Canarischen Infeln abgegangen. Der Cafstle-Dampfer „C onway Castle“ ist heute aut der Ausreise von London Vargangan,

—— 11. Juni. (W. T. B.) Der Union-Dampfer „Arab“ ist a der Heimreise von Madeira abgegangen.

ofia, 10. Juni. (W.-T. B.): Nach einer Meldung der

„Agence balcanique“ hat die bulgaris<he Regierung gestern eine Convention mit dem Oesterreichischen Lloyd abgeschlossen, be- treffend den Postdienst dur<h Schiffe des Lloyd in den Häfen des Schwarzen Meeres. Der Dienst soll mit dem 1. August cr. beginnen.

Theater und Musik.

i Thomas-Theater. »

Der gestrige Abend gab Herrn Director Thomas nach seiner längeren Abwesenheit zu erfolgreichen h til Lev in Amerika und Hamburg zum ersten Male wieder Gelegenheit, vor dem Berliner Publikum aufzutreten, und der gefeierten Wiener Soubrette Frau Flfa von Palmay vom Theater an der Wien, #< in Berlin

n

die anmuthige Künstlerin in der glänzendsten Weis aber au< Herr Thomas und Herr Grünfeld Antheil an dem großen Erfolge der an fih unbedeutenden Neuheit.

rusticana“ mit den Damen A Rothmühl und Fränkel in Scene. Darauf folgt „Das

Dietrih und Nothauser, den Ernst und Lieban zur Darstellung, Am Mittwoch bleiben die Königlichen Theater geln,

Am Dienstag gelangt ‘den, Heren P mit den Damen Herzog,

vorzustellen. Das vollbeseßte bereitete Herrn Thomas bei einem een minutenlange Ovatienen und ließ ihm während es Spiels zwei Riesenkränze überreihen. Frau von Palmay zeigte bei einer angenehmen äußeren Erscheinung, ein außer- gewöhnliches Talent für Gesang, Tanz und Spiel. Freundlih begrüßt von zahlreihen anwesenden Freunden aus ihrer i ewann au<h s<hnell die Sympathie der Berliner Besu N

haftesten Beifallsbezeigungen kundgab. Die anscheinend für Frau von Boy verfafite und hier mit Berliner Localscherzen versehene Wiener

1e

, die in leb-

esangsposse „Heißes Blut“ von Leopold Krenn und Carl

Lindau, die gestern zum ersten Male gegeben wurde, bes- handelt den bekannten Stoff, ein einfaches, aber zu Excentrici- täten geneigtes Naturnmädhen dur<h das Traumleben in einer Nacht auf den richtigen Weg zurü>zuführen. Ilona Kokos beabsichtigt am Abend vor „ihrer Hochzeit ihren Bräutigam Miklos Török wegen einer -unbedeutenden Streitigkeit zu verlassen und begiebt sich, von Müdigkeit und Weinlaune- überwältigt, zur Ruhe. Im Traum kommt fie zur Bühne, feiert in den verschiedensten Rollen die größten Triumphe und fällt im Duell mit einer Nebenbuhlerin. Bei ihrem Erwachen E sie, geheilt von ihrer Sucht nah Abenteuern,:- dem

erade herbeicilenden Bräutigan| versöhnt in die Arme. der rau von Palmay in dieser Nolle gestellte Ble eilige Aufgabe löste e. Neben thr hatten

Am Montag geht im Königlichen Opernhause „Cavalleria Biecson. Dietrich und Lammert, den

achtlager in Granada“ mit Fräulein Weiß und den rren Rothmühl, Bulß, Stammer, Lieban und Krasa.

erren Philipp, Mödlinger, Krolop,

er Spielplan des Königlihen Schauspielhauses zeigt

für die leßte Woche vor den Ferien die Fortseßung des Gastspiels des Herrn Fried. Mitterwurzer in folgenden Stücken an: Dienstag: „Der Kaufmann von Venedig" Herr Mitterwurzer,

Shylo>, Fräulein oppe , Ens Donnerstag, neu ein-

studirt: „Pitt und Fox“, Lustspiel in fünf ufzügen von

R. von Gottschall; Herr Mitterwurzer spielt den Fox. Diese Vor- stellung wird am Sonnabend wiederholt. Der Freitag bringt eine Wiederholung des „Faust“ mit Herrn Mitterwurzer als Mephistopheles,

err Ludwig: Faust, Fräulein Lindner: Margarethe, und Herr

ollmer: Wagner. Morgen findet eine Aufführung des „Narciß“ statt. Herr Grube spielt den Narciß, Fräulein Poppe die Pom- padour. Uebermorgen „Jmogen“ mit Fräulein Lindner als Jmogens

Der Spielplan der Königlichen Oper für die Zeit vom 12. bis 18. Juni lautet: Sonntag: Auf Begehren: „Ritter Pás- mán“. Montag: „Cavalleria rusticana“, „Das Nadhtlager in Granada“. Dienstag: „Ritter Pásmán“. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: _„Tannhäusfer“. Freitag: „Cavalleria rusticana“, C Sonnabend: „Die Walküre“. Leßte Vorstellung vor en Ferien.

_ Für das Schauspiel: Sonntag: „Narziß“. Montag: „Jmogen“. Dienstag: „Der Kaufmann von Venedig“. Mittwoch: Geschlossen. De G „Pitt und Fox". Freitag: „Faust“. Sonnabend: Vie und For“.

__ Im Deutschen Theater wird morgen „Der Sohn der Wilde niß" und am Montag A von Kirchfeld“ gegeben. Der weitere Spielplan diefer Woche ist folgendermaßen festgestellt : Diens- tag: „College Crampton“, Mittwoh: „Des Meeres und der Liebe Wellen“, Donnerstag: „Der Compagnon“, Freitag: „Don Carlos*, Sonnabend : „Die Welt, in der man sih langweilt.

Mm. Derliner Theater®geht der neu einstudirte ,„Demetrius“ mit Emanuel Sto>hausen in der Titelrolle und Anna Haverland als Marfa morgen Abend in Scene und wird am Dienstag und am Freitag (39. Abonnements-Vorstellung) wiederholt. „Der Kaufmann von Venedig“ is für morgen Nachmittag und für Donnerstag an- glept. „Der Hüttenbesißer“ wird am Montag, Mittwoh und

onnabend gegeben. :

Im Friedri<h-Wilhelmstädtishen Theater wird die „Fledermaus“ am kommenden Sonnabend zum 500. Male in Scene gehen. Bis dahin verbleibt Sullivan's „Mikado“ auf dem Spielplan.»

Im Sommergarten des Belle-Alliance-Theaters is} morgen 50 Pfennig-Tag. (Eintritt für Kinder 25 „.) Im Theater geht zum 9. Male die Operette „Der Abenteurer" in Scene. Anfang des Concerts um 4 Uhr, des Theaters um 7} Uhr.

Das Repertoire des Kroll’\<hen Theaters stellt sih in der Woche vom 12. bis 18. d. M. wie folgt: Sonntag: „Undine“; Montag : „Lorle“; Dienstag: „Undine“; Mittwoch: „Die lustigen Weiber (vorleßtes Auftreten der Frau Sembrich in der Partie der Frau Fluth); Donnerstag: „Die Zauberflöte“ ; M00: um ersten Male: „Der Wildshüßz“ ; Sonnabend mit Bewilligung des General- Intendanten der Königlichen Schauspiele Grafen von Hochberg: „Das goldene Krèuz.“ An diesem Tage wird der Erk'she Männergesang- verein im Garten concertiren. :

Das Wiener Ensemble unter Leitung des Directors Franz Josef Graselli wird im Adolph Ernst-Th eater am Montag die neue Pole „Groß-Wien“ zum ersten Male zur Aufführung bringen. Diese f je is von Wimmer, dem Verfasser der „Gigerln von Wien“, und at in Wien mehr als 200 Aufführungen gehabt.

Die Volksschauspiele zu Kraiburg a. Inn (Oberbayern) - sind, wie der „Mgdb. Z.*“ berichtet wird, am 5. d. M. mit Martin Greif’s fünfactigem Schauspiel „Ludwig der Baier“ ein- geleitet worden. Sämmtliche, den Bürgerkreisen von Kraiburg angehörende Mitwirkende haben ihre Rollen mit Verständ- niß erfaßt und mit Hingebung zur Darstellung gebracht. Besondere Hervorhebung verdient au die dur Director Lauten- s{läger eingerihtete „Shakespeare-Bühne“ und die vom Professor

lügger und dem Hof-Theatermaler Mettenleiter aus München künst- erish vollendete Ausstattung. Von nah und fern waren zu der Auf- führung Tausende zusammengeströmt.

Mannigfaltiges.

__ Die feierliche Grundsteinlegung für die Immanuel-

Kirche wird, wie die „Voss. Z." meldet, morgen, Mittags 124 Uhr, an der Prenzlauer Allee, gegenüber der Mülhausener Straße, vor sich gehen. Die Weihrede wird Superintendent Lic. Kreibig halten.

Bei dem gestern in Hoppegarten abgehaltenen Rennen siegten des Königlichen Hauptgestüts N Fuchs-Hengst „Geheimrat h“ im Versuchérennen der Hengste, desselben Fu s-Stute „Forelle“" in dem Rennen um den Preis der Diana und desselben Fuchs-Hengst „Nebenbuhler“ in dem Rennen um den Staatspreis II1. Klasse.

Der Nestor der Berliner Maschinenbauer Herr C. Hop pe voll- endet am 15. Juni d. J. sein achtzigstes Lebensjahr. Es. ist ihm vergönnt, diefen seltenen Tag in einer A angestrengteste Arbeit nicht gebeugten förperlihen Rüstigkeit und gei tigen Frische zu erleben. Ihm zu Ehren wird von der Nordöstlichen Eisen- und Stahl-Berufs- eda Section I. (E. Blum, Vorsißender), und dem „Ver- ande Berliner Metall-Industrieller“ (Frtß Kühnemann, Königlich.r Commerzien - Rath, Vorsißender der Verttamenäconrmition am Dienstag, 14. Juni d. J., Abends 8 Uhr, im Saale der Actien- Brauerei am Friedrihshain (am Friedrichshain, Haltestelle der Pferde- bahn Königsthor) cin Hoppe-C ommers veranstaltet,

Die von dem D. u. De. Alpenverein im Gebiete der deutschen und österreichischen Alpenländer errihteten Studentenherbergen, zur Zeit 419 an der Zahl, die der studirenden Jugend wesentliche Preisermäßigung bieten, find vom 1. Juli an wieder eröffnet. Zu