1892 / 146 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E L O S L e

Me Handel und Gewerbe der Regierungs-Assessor Dönhoff den

ißungen bei. : Die Tagesordnung ist folgende:

2 . hebungen in

Wir erhalten von der Direction der Seewarte

folgende Zuschri

Wenn in 4 138 des „NReichs- und Staats-Anzeigers“

vom 14. Juni sih angeführt findet, daß es Deutschen Reih eine amtlihe Prüfun Thermometer gebe, so bedarf das insofern stellung, als die

eine eingehende Sorgfalt zugewendet un „11. Jahresberiht der T und: „Aus dem Archiv der

meter erhoben. i Die Anzahl der in den ersten Jahren atci

der Seewarte als Reichs-Jnstitut zur ärztlihen Thermometer betrug :

1875 13 Thermometer

1876 51 S

1877 54 2

1878 164 x

1879 218 7

1880 330 z

1881 625 L

1882 1502 ;

1883 . 2955

, Bei der sih hieraus ergebenden Steigerung der Jnan- spruhnahme des Instituts dur< eine im strengeren Sinne eigentlihen Arbeitsgebiete gehörende mußten entweder geeignete Kräfte lediglih für den Zwe> der

zugetheilt weiteren

nicht zum

Thermometer-Prüfung der Scewarte oder aber es mußte von der dieser Thätigkeit ganz abgeschen werden. lihe Admiralität, welcher diese Frage

meter dur< die Deutsche Seewarte a1

neugegründeten Phystkalish - Tehnischen Reichs nommen wurde, fortgeseßt.

Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Köni bergische

omburg v. d: H, 22, Juni.

gestern die Einwilligung Seiner Majestät

eingetroffen war, welhe Prinz Friedri<h Karl persönlich ein- s Der Feier wohnte Jhre Königlihe Hoheit die

geholt hatte. : Landgräfin von Hessen bei.

Neuwied, 22. Juni. Seine Majestät der König von Rumänien is heute hier eingetroffen und hat sich alsbald nah Schloß Segenhaus begeben, wo der König einige Tage zu verweilen gedenkt. Morgen wird der „Köln. Ztg.“ ‘zufolge dort von Honnef der Besuch Jhrer Majestät der Königin von

Schweden und Seiner Königlichen Hoheit

herzogs von Luxemburg erwartet. Die Königin reist am

Sonnabend nah Schweden zurü.

Sigmaringen. 21. Juni. i Herzogin von Edinburg hat mit den Töchtern gestern Nachmittag die Reise nach getreten. Seine Königliche Hoheit der Kro Rumänien ist ihr heute dorthin gefolgt.

Sachsen.

Dresden, 22. Juni. Jhre Königliche Hoheit die Kron- prinzessin von Shweden und Norwegen ist heute Vormittag, vom Schlosse Monrepos kommcnd, hier eingetroffen und in der Königlichen Villa Strehlen abgejtiegen.

Württemberg,

Stuttgart, 22. Juni. : und die Königin sind bei ihrem gestrigen

Universitätsstadt Tübingen überaus herzlich worden. Der ganze Weg vom Bahnhof bis zum Schloß und zur Aula bildete, wie man dem „Schwäb. Merk.“ schreibt, via triumphalis. , Majestäten von dem Ober-Bürgermeister Gös, dem Universitäts-Kanzler Professor Dr. von Weizsä>ker, von den Decanen der Universität, von dem Landgerichts-Präsidenten von Häcker, von Chargirten der Studentenverbindungen und Festjungfrauen empfangen, welche leßteren den Majestäten prahtvolle Blumensträuße überreichten. In huldvollster Weise begrüßte der König die Anwesenden und

eine überaus prächtige i Ankunft auf dem Bahnhof wurden die

ließ fich na<hher in den Wartesälen die der Staatsbehörden und höheren €& Nach Besichtigung des Bataillons hielt aar dann unter Kanonendonner, l fiârmischen Hochrufen seinen Einzug in

Auf dem Marktplay, wo die Vereine und die bürgerlichen Collegien Aufstellung genommen hatten, brahte vom Balcon des Rathhauses der Öbmann des Bürgerausschusses, Nechts-

anwalt Bohnenberger ein Hoch auf die

1) Anhörung der Commission über die Geschäftsordnung.

Gutachtlihe Aeußerung der Commission über Er- etreff der Arbeitszeit im Bäckerei- und Conditorei- gewerbe, im Müllergewerbe und im Handelsgewerbe.

der ärztlichen

eutshe Seewarte schon von Beginn ihrer Thätigkeit an der Prüfung der ärztlihen Thermometer

Deutschen Seewarte Seite 57“, Deutschen Jahrgang 1884 Nr. 4“) die Prüfung ärztliher Thermometer als dauernde Einrihtung in ihr Arbeitsprogramm Se: nommen hat. Die Jahresberichte des Jnstituts geben darüber umfassenden Aufschluß: Die geprüften E Thermometer wurden mit amtlichen Prüfungsscheinen versehen und für die Prüfung eine Gebühr von 50 Z für das gewöhnliche thermometer und von 1 # für das ärztlihe Normalthermo-

rüfung gelangten

zur Entscheidun vorlag, entschied sih für das leßtere, und es hörte demna mit dem 1. Januar 1884 die amtliche T der Thermo-

1f. “Durch die lihe Normal-Aihungs-Commission wurde daraufhin die amt- liche Prüfung der ärztlihen Thermometer, bis solche an der

Oberst-Lieutenant von Neidhardt ist von den Schießübungen in Hammerstein hierher zurückgekehrt.

C Heute Mittag fand, wie „W. T. B.“ meldet, im hiesigen Schlosse die officiele Feier der Verlobung Jhrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Margarethe von Preußen mit Seiner Hoheit dem Prinzen Bieres Karl von Hessen statt, nachdem

Jhre Kaiserliche Hoheit die

Jhre Majestäten der König

Schulen Glo>engeläute und

seit 1885 im eincr Richtig-

später (siehe

Seewarte,

ieber-

dem Bestehen

Thätigkeit

en ortjeßung 8 Kaiser-

aiser-

anstalt aufge-

gli<h württem-

des Kaisers

des Groß-

Prinzessinnen- England an- nprinz von

Besuch in der empfangen

Bei ihrer

Corporationen vorstellen. das Königs-

die Stadt

ajestäten aus, |

in welches die Menge mit Begeisterung einstimmte. Die Königshymne hörten die hohen Gäste im E stehend an. Vom Markiplap aus fuhren Jhre Majestäten dann zum Schloß und nach dessen Be- sihtigung zur Stifts-Kirhe, wo besonders der berühmte Chor mit den Grabdenkmälern das nteresse in Anspruch nahm. Hierauf begaben sih die Majestäten mit Begleitung in das Militär-Casino, wo sie über eine Stunde verweilten und ein Frühstü> einnahmen. Um 2 Uhr fuhr das Königs- paar alsdann nah dem Universitätsgebäude. Unter Führung des Rector magnificus Professor Dr. von Funk und des Kanzlers von Weizsä>er betraten der König und die Königin mit Begleitung den Festsaal der Aula, wo ee Lehrer der Hochschule versammelt waren. Auf die Ansprache des Professors Dr. von Funk, der den König begrüßte, er- widerte Seine Majestät: Es werde jeder Zeit sein ban Be- streben sein, die Wissenschaften zu fördern. „Nehmen Sie meinen herzlihen Dank hin für den wahrhaft groß- artigen Empfang, der uns zu theil geworden. Möge die Universität immerdar blühen und eug adt Die Majestätey-ließen sich sodann eine große Zahl der Professoren vorstellen, unterhielten si< mit ihnen wohl eine Stunde aufs freundlihste und nahmen sodann das von der Universität angebotene Frühstü> ein. An leßterem nahmen der Kanzler, der Rector und die sieben Decane der Hochschule theil. Mehrere Professorentöhter hatten die Ehre, dem Königspaar zu serviren. Das vom Kanzler Professor Dr. von Weizsä>ker ausgebrahte Hoh erwiderte der König in huldvollster Weise. Nachdem die Majestäten dann noch die verschiedenen Jnstitute der Universität besichtigt hatten, ver- ließen sie am Abend die Stadt und fuhren unter begeisterten Hochrufen nah Bebenhausen.

Sefsen.

Die go eite Kammer hat gestern in geheimer Sißung über die Vorlage des Finanz-Ministeriums vom 4. Mai 1892, wegen Festseßung der Civilliste Seiner ilen Hoheit des Großherzogs berathen. Nah vierstündiger Debatte wurde der Antrag der Mehrheit des Ausschusses: „Die Kammer wolle si< mit der Festseßung der Civilliste Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs auf den Betrag von 1265 000 F jährli einverstanden erklären“ mit 27 gegen 19 Stimmen abgelehnt, dagegen der Antrag der Ausshußminorität: „Die Kammer wolle sich mit der Fest- schung der Civilliste Seiner Königlichen Hoheit des Groß- herzogs auf den Betrag von 1 200 000 (4 jährlich einverstanden erklären“, mit 31 Stimmen angenommen. An Stelle des verstorbenen Ersten Präsidenten Kugler hat die Kammer den u as Weber in Offenbah zu ihrem Vorsißenden gewählt.

Sachsen-Weimar-Eisenach.

Weimar, 22. Juni. Seine Königliche Hoheit der Erb- großherzog empfing heute Nachmittag in Schloß Etters- burg eine Deputation des Offiziercorps des 15. Husaren-Regiments unter Führung des Regiments- Commandeurs, Oberst-Lieutenants von Huth, sowie einige höhere Offiziere dieses Regiments, die dem Erbgroßherzog in Erinnerung daran, daß er vor 25 Jahren als Rittmeister à la suite in das Regiment eingetreten war, ihre Glückwünsche aussprachen und einen Ehrensäbel überreichten. Die Herren wurden darauf zur Tafel gezogen.

Eisenach, 20. Juni. Jn der heutigen Sizung der Conferenz der Vertreter der deutshên Kirchen- regierungen kamen das Referat des Abts D. Uhlhorn und das Correferat des Prälaten D. Doll über die fkir<hli<he Armenpflege und ihre Bedeutung für die Gegen- wart zum weiteren Vortrag. Es knüpfte sih daran eine sehr lebhafte Debatte, in der es sih namentli< um das Verhältniß zwischen der von fkirhlihen Organen geübten Thätigkeit und derjenigen der freien Vereine handelte. Die Conferenz nahm nach vierstündiger Verhandlung folgende Säge an:

I. 1) Die kirhlihe Armenpflege ist ein nothwendiges Stück der gesammten Armenpflege. Sofern dieselbe von der Kirchengemeinde durch die amtlichen Organe geübt wird, dient dieselbe als freie und doch organisirte einerseits der bürgerlichen als geseßli<h gebundenen und dem entsprehend in ihrem Wirken beschränkten, andererseits der pri- vaten und darum zufälligen, zur nothwendigen Ergänzung.

2) Sie is eines der hauptsächlichsten Mittel zur Hebung des Gemeindelebens und zuglei< eine Schule für die Gemeindevertreter, in der diese für die thnen obliegenden höheren Aufgaben erzogen werden.

3) Darf die evangelishe Kirche mit dem Bekenntniß nicht zurü>- halten, daß fie auf diefem Gebiete manches versäumt jat, und daß die in der Reformationszeit gegebenen Anregungen nit zu voller Auswirkung gekommen sind, so ist es ge enwärtig ihre Pflicht, unter treuer Bewahrung der Grundsäße, welche ihre Armenpflege von der der rômisch:katholishen Kirche untersheiden, und unter voller Aner- kennung der Aufgaben des Staats das Versäumte nachzuholen.

II. 4) Die kirhlihe Armenpflege darf volle Selbständigkeit be- anspruhen und muß diese sorgsam bewahren. Eine Vermis ung der bürgerlichen und der kirchlichen Armenpflege ist zu vermeiden, weil sie beide ‘hindert, sih in ihrer Eigenart auszubilden. : :

5) Die kir<lihe Armenpflege darf der bürgerlichen feine Con- currenz machen, no< weniger sie dur<freuzen. Das wird au nit

eschehen, wenn sie si< auf ihre besondere Aufgabe beschränkt. Sie hat da zu helfen, wo die bürgerlihe Armenpflege ihrer Natur nah nit, oder do< nicht ausreichend, belfen kann und bei ihren Unter- stüßungen als unmittel- oder mittelbar zu erstrebendes Ziel die religiös-sittlihe Förderung der Unterstüßten ins Auge zu fassen. Des- halb ist ihr Gebiet besonders die Bekämpfung der Ursachen der Ver- armung, die Fürsorge für vers<ämte Arme, die Kränken- und Kinder- pflege, die Rettung der Verwahrlosten und der Verirrten.

6) Die kir<li<he Armenrflege darf sih nicht isoliren. Sie muß, ohne ihre Selbständigkeit aufzugeben, einerseits mit der bürgerlichen Armenpflege Hand in Hand gehen. Die Verbindung beider ist in erster Linie in den auf beiden Gebieten arbeitenden Persönlichkeiten zu suchen. Andererseits ist die Liebesthätigkeit der freien Vereine und einzelner Gemeindeglieder nah Kräften zu fördern und dahin zu trachten, sie mit der fkirhli<en Armenpflege in Verbindung zu bringen. D

TIT. 7) Es ift dahin zu \treben, die Erträge der regelmäßigen Sammlungen in den Gottesdiensten und bei den firlichen Hand- lungen überall der fir<lihen Armenpflege dienstbar zu machen.

8) Bei der Verwendung der Mittel is vor Zersplitterung der- selben dringend zu warnen. Vielmehr is in Zeiten geringeren Be- dürfnisses ein Fonds für Zeiten größeren Bedürfnisses zu sammeln.

9) Die Leitung der kirhlihen Armenpflege gebührt dem Kirchen- vorstande. Dieser is zu dem Zwe>e entsprehend zu organisiren, namentli<h dur< Theilung größerer Gemeinden in Bezirke und Ueber- weisung derselben an einzelne Kirchenvorsteher. Wo die Zahl der Kirchenvorsteher dazu niht ausreicht, sind Helfer aus der größeren Gemeindevertretung oder aus der Gemeinde selbs heranzuziehen. Das Interesse der gesammten Gemeinde an der Armenpflege ist dur Mit- theilungen über die Thätigkeit des Kirchenvorstands zu we>en und rege zu. erhalten, damit die Armenpflege in steigendem Maße zur Sache der gesammten Gemeinde werde.

10) Damit ist ni<t ausges{lossen, daß ein Theil der Armen, mittel dem Pastor zur Uebung einer paftoralen Armenpflege bee: wiesen wird. Im entheil, es gehört das zur vollen usgestaltung der kixhlihen Armenpflege. E S

11) Es ist dahin zu streben, die Liebesthätigkeit, soweit das irgend thunlich ift, parochial einzugliedern und auszugestalten. Zu dem Zwe>e sind niht nur freiwillige Helfer, sondern au beru smäßig ausgebildete Hilfskräfte (Gemeindes<western und Diakonen) heranzu- ziehen. In größeren Gemeinden ift die Errichtung eines Pflegehauseg oder Gemeindehauses zu wünschen. :

12) Am nächsten liegt zumal gegenüber der auêgedebnten Thätig- keit der rômish-katholishen Ordensshwestern die Anstellung von Gemeindeshwestern für die Kranken-, Siechen- und Kinderpflege. Solche Schwestern werden für jeßt am besten aus den für die Kranken- und Kinderpflege bestehenden Genossenschaften entnommen ; es ist aber dahin zu streben, namentlich in den ndgemeinden, geeignete- Persönlichkeiten aus der Gemeinde selbst zu gewinnen. Die Leitung derartiger Einrichtungen als Ganzes ges dem Kirchenvorstande, die- Leitung im einzelnen liegt am rihtigsten in der Hand des Pastors.

13) Die Anstellung von Gemeindeshwestern macht die Arbeit der Frauenvereine niht unnöthig, diese find vielmehr daneben zu pflegen und zwar so, daß ihre Arbeit mit der der Gemeindeschwestern in die: riptige Verbindung gebracht wird. E

4) Es ist in der Gegenwart eine der wichtigsten Aufgaben der SRtaregierimgen und der Synoden, alle auf die Einrichtung und Förderung der ftirhlihen Armenpflege gerichteten Bestrebungen nad

räften zu unterstüßen und darf man zu den staatlichen und commu- nalen Organen das Vertrauen hegen, daß fie im eigenen Interesse auch ihre Mithilfe niht versagen, namentli< alle der Entwi>elung einer thatkräftigen fir<lihen Armenpflege no< entgegenstehenden Hindernisse beseitigen werden.

Deutsche Colonien.

Aus Dar-es-Salam liegt über das Gefeht am Kilimandscharo heute folgende Depesche des „W. T. B.“ von gestern Abend vor: Unteroffizier Bartel, welcher selbst ver- wundet ist, und Lazarethgehilfe Wiest melden, daß am 10. Juni bei Moschi ein Gefeht mit Mandara’'s Sohn Meli ftatt- gefunden hat, wobei Chef von Bülow, Lieutenant Wolfrum Und zwanzig Sudanesen gefallen sind. Die Unteroffiziere Wußer und Wittsto> halten mit 64 Mann die Kilimandscharo- Station. Die von hier abgesandten 180 Mann Verstärkung sind gestern (Mittwoch) in Tanga angekommen und von dort sofort ins Junere dirigirt worden.

Oesterrei<h-Ungarn.

Der Valuta-Aus\chuß des österreihishen Ab- eordnetenhauses hat in seiner gestrigen Sißung den rtifel 10 des Geseßes über die Kronenwährung, betreffend

die Regelung des Umlaufs der Courant-Silbermünzen, unter Ablehnung aller Abänderungsanträge angenommen. Jm Laufe der Verhandlung bezifferte der Finanz-Minister den zu Prägungszwe>en erforderlichen Silberbedart auf 751/2 Millionen Gulden und theilte mit, daß dieser Bedarf bis auf einen kleinen Bruchtheil gede>t sei, sodaß die Regierung weder die Heran- ziehung von Eingulden-Silberstä>ken, no< Silberankäufe in London nöthig habe. 7

Im ungarischen Unterhause kam es gestern zu einem von der Opposition veranlaßten lärmvollen Zwischenfall, über welchen „W. T. B.“ berichtet : Die Weigerung des Präsidenten. dem Del: Horvath, welcher zu einem Gegenstande nah Schluß der Debatte reden wollte, das Wort zu ertheilen, führte stürmische Scenen seitens der Opposition herbei, welche dagegen leidenschaftlihen und lärmenden Widerspru< erhob. Der Präsident suspendirte infolge der Lärmscenen auf fünf Minuten die Sigzung. Als na< der Wiederaufnahme der Präsident von neuem die Abstimmung vornehmen lassen wollte, verließen Apponyi und die Mitglieder der National- partei demonstrativ den Saal. Nah Schluß der Sizung. wurde der Präsident für seine energische Wahrung der Ge- shäftsordnung mit lebhaften Eljenrufen ausgezeichnet.

Der Finanzaus\<huß des ungarischen nterhauses hat

den Geseßentwurf über den Bau einer Eisenbahn Janijce— Bugojno einstimmig angenommen.

Großbritannien und JFrland.

Die Königin hat, der „Köln. Ztg.“ zufolge, am Diens- tag Nachmittag Balmoral verlassen und ist nah Windsor zurückgekehrt. Wegen der bevorstehenden Auflösung des Par- laments hat die Monarchin ihren Aufenthalt im schottischen Hochlande verkürzt.

Gladstone hat, wie man der „Mgdb. Ztg.“ aus London berichtet, vorgestern mit den iris<en Deputirten Justin Mac Carthy, Dillon, Healy und Sexton eine gere Be- sprehung gepflogen, um sih vor Erlaß seines Wahlaufrufs mit diesen Führern der Antiparnelliten über gewisse Punkte des neuen Homeruleplans zu verständigen. In Belfast fand demselben Blatte zufolge am Sonntag eine groß- artige Straßenkundgebung gegen Homerule tatt. Ueber hundertausend iris<he Protestanten durchzogen die Straßen unter Entfaltung englisher Fahnen und unter dem Rufe : „Nieder mit Homerule, nieder mit Gladstone!“

Mit dem, wie gestern gemeldet, vom Oberhause an- genommenen Amendement zu der Kleinstellenbill, wonah der Paragraph, welcher ein den Bestimmungen des Gesehes entsprechend erworbenes Pachtgut als persönliches Eigen- thum anerkannt wissen wollte, zu streichen sei, hat sih das Unterhaus in seiner gestrigen Sißung einverstanden erklärt. Das Amendement wurde mit 48 gegen 17 Stimmen genehmigt.

Frankreich.

Der Präsident Carnot wird si<h, wie „W. T: B.“ meldet, zu Anfang des Monats September nah Chambéry begeben, um der Erinnerungsfeier der Angliederung von Savoyen beizuwohnen. E

Das Schwurgericht in Montbrißon hat bereits sein Urtheil gesprochen. Jn der gestrigen Verhandlung wurden die Zeugenvernehmungen ohne Zwischenfa fargelehe und beendigt. Der General-Staatsanwalt beantragte hierauf gegen Ravachol die Todesstrafe wegen gemeinen Mordes und gegen Beala die Mitshuld wegen Theilnahme an dem Verbrechen, jedo<h unter Gewährung mildernder Umstände. Spät in der

acht wurde sodann das Urtheil gefällt; iges lautete gegen Ravachol auf Todesstrafe, Beala und die Mitangeklagte Soubert wurden freigesprochen.

Ftalien, E

Das von beiden Kammern an enommene Gesetz über die

Weinclausel in dem italienish-österreichisen Handels-

verirage wurde in der gestern erschienenen amtli<cn „Gazzetta veröffentlicht.

: __ Shpanien.

Nach cinem Pariser Telegramm des Wolf} \chen Bureaus sind infolge eines Ausstandes der Telegraphenbeamten in Spanien, der dur ein Fusionsproject der Telegraphen- und Postverwaltung veranlaßt wurde, die telegraphischen Ver- bindungen mit Spanien fast aufgehoben. Meldungen aus Hendaye zufolge habe der Ausstand in Madrid eine gewisse Beunruhigung und Erregung hervorgerufen, die au<, nahdem der Director der Telegraphen seine Entlassung gegeben, noch fortdauere. 6

Belgien.

Der Generalrath der Arbeiterpartei hat, nah einer Brüsseler Meldung der „Köln. Ztg.“, beschlossen, eine Kundgebung in beiden Sprachen zu verbreiten und anzu- shlagen, die den Willen des Volks, das allgemeine Stimm- reht zu erlangen, bekräftigen und den Gedanken einer Hin- ausschiebung des Zusammentritis der neuen Kammer bis November bekämpfen soll.

Türkei. N - Der Aufstand in Yemen im de, Arabien ist nah in Konstantinopel eingetroffenen amtlichen Nachrichten nunmehr beendigt. Die vornehmsten Stammeshäuptlinge der Araber haben den Behörden in Mekka ihre Unterw erfung

angezeigt. Griechenland.

Das neue Cabinet hat sich, wie wir annahmen, unter Zustimmung des Königs no<h im Laufe des gestrigen Tages constituirt und bereits die Geschäfte übernommen. Die Liste des neuen Ministeriums lautet: Trikupis Vorsiß und, Tes, Dragumis Auswärtiges, Theodokis Inneres,

imopulos Justiz, Zanados Krieg, Skuludis Marine, Kosso- nakos Cultus. Die Eidesleistung des neuen Cabinets vor dem König sollte bereits gestern Nachmittag erfolgen. Bulgarien.

Die Anklageschrift in dem rozeß wegen Er- mordung Beltschew’s ist den Angeklagten am 21. d. M. zugestellt worden. Sie stellt, der “Pol. Corr.“ zufolge, als sichere Thatsache fest, daß das Attentat auf Beltschew dem Minister-Präsidenten Stambul ow gegolten habe, durch dessen Ermordung der Umsturz der bestehenden Ord- nung herbeigeführt werden sollte. Die Nachforschungen der bulgarischen Behörden hätten alle Fäden der seit lange geplanten Anschläge bloßgelegt. Der Impuls, sowie das erforderlihe Geld dazu wären nah der Anklageschrift von dem flavishen Wohlthätigkeitsverein in Odessa ausgegangen, wobei cin gewisser Svetoslav Milarow einer der Ma geivesen sci. Unter den Notizen Milarow's habe ih eine Auf- ung vorgefunden, laut welcher eine in Odessa abgehaltene Versammlung beschlossen habe, auch den Prinzen Ferdinand mittels Revolvers oder Dolches zu tödten.

Schweden und Norwegen.

(F) Sto>holm, 20. Zuni. Das von dem Chef des Departements des Jnnern niedergeseßte consultirende Comité für die Ordnung der ausländischen Verkehrsverbin- dungen beendete am Donnerstag seine Arbeiten. Die Mehr- heit des Comités beantragt, die Uebereinkunft wegen der Ordnung des Verkehrs mit Deutschland und Dänemark mit einigen Modificationen gut zu heißen. Ein Mitglied be- antragt, die geltenden Bestimmungen zu kündigen und neue E E: ry Dl einzuleiten.

Ueber die Behandlung der zwishen Schweden und Nor- wegen s{webenden Kon ult rage hat die norwegische Abtheilung des gemeinsamen Staatsraths in Stockholm jeßt ihren Bericht erstattet. Nah dem „W. T. B.“ verlautet, der König habe sih dahin ausgesprochen, daß die Frage im \<hwe- dish-norwegishen Staatsrath crörtert werden müsse. Der König und der Kronprinz werden sih nah neuerer Mel- dung schon am Sonntag Abend nah Christiania begeben.

Das Abschiedsgesu<h des Kriegs - Ministers Freiherrn Palmstierna ist genehmigt und der Generalstabs-Chef, Genexal-Maior Freiherr Rappe zu seinem Nachfolger ernannt worden.

Amerika.

Die demokratishe Nationalconvention in n cago hat laut Kabeltelegramm vom heutigen Tage im ersten Wahlgange zum demokratishen Candidaten für die Präsident- (Gäftäwal Cleveland gewählt. Der Resolutions- Aus\<uß der Convention hat, wie es in der Meldung weiter heißt, der Versammlung ein Programm vorgelegt, welches gegenüber der von den Republikanern angenommenen Centralisation der Gewalten die Selbstregierung der einzelnen Staaten als Princip aufstellt. Jn dem Pro- Sago _wird_ verlangt, daß die Steuern die Ausgaben Ur Die Maltvarwaliung niht übersteigen follen. Ferner wird der Mac Kinley - Tarif als vernichtend für die A>erbauer und Arbeiter hingestelt. Man müsse daraus jeden Artikel entfernen, welcher die Nohstoffe und die Volks- nahrungsstoffe belaste. Das Programm sagt die Abschaffung des Mac Kinley-Tarifs zu und legt E die Haltung der Demokraten in der Silberfrage dar. ieses von der Majorität des Resolutionsaus\chusses acceptirte Programm wurde von der Convention nicht angenommen, sondern mit 964 gegen 342 Stimmen das Programm der Minorität des Aus\hüsses gebilligt, welches sih jedo in der Tariffrage mit dem der Majorität det.

Nach einem Wolff’schen Telegramm aus Rio de Janeiro sollen die Kanonenboote derbrasilianischen Central-Regierung am 19. Juni das Bombardement der Stadt Porto Allegre im Staate Rio Grande do Sul begonnen haben. Da die Telegraphen-Verbindungen unterbrochen scien, so fehlten nähere

Einzelheiten.

Afrika. _ Vei der Belgischen Antisklaverei-Gesellschaft in Brüssel ist eine Depesche aus Sansibar eingegangen des Inhalts, daß Vrittoff, der Begleiter des belgise en Capitäns Jacques, im Kampfe gegen die Sklavenjäger am Ufer des Tan- ganyika-Sees gefallen sei.

Parlamentarische Nachrichten.

heutigen (24.) Sißung des Herrenhauses

„der Präsident Herzog von Ratibor die übliche

d eschäftsübersiht. Nachdem dann Graf von Schlieben em Präsidenten im Namen des Hauses den Dank

für seine Geschäftsleittung aus esprohen hatte, {loß der Präsident die Sißzung um 2/, Uhr mit einem Ho Lei Seine Majestät den Kaiser un König, in das die Anwesenden dreimal begeistert einstimmten.

In der heutigen (79. Sißung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Minific de öffentlichen Arbeiten Thielen beiwohnte, erbat und erhielt zunächst der Präsident von Köller für das Präsidium die Ermächtigung, Seiner Majestät dem Kaiser und König unk Zhrer Majestät der Kaiserin und Königin NrxEdr ich aus Anlaß der Verlobung Zhrer öniglichen D der Prinzessin Margarethe von Preußen mit

einer Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Carl von Hessen die Glü>kwünsche des Gaules darzubringen.

_Die Abgg. Spahn E) und Jm Walle (Centr.) (cum brieflih die Niederlegung ihrer Mandate infolge ihrer Ernennung zu Ober-Landesgerichts-Räthen mit.

Der Präsident theilte mit, daß die beiden Häuser des Landtags durch das Staats-Ministerium zu einer vereinigten Sißung beider Häuser wegen Schlusses der Session im seiggeor netenhause auf heute 3 Uhr Nachmittags geladen eien.

Vor Eintritt in die Ferdin erklärte der Abg. von Eynern (nl.), daß der Graf von Mirbach im Herren- ause gestern eine Aeußerung von ihm in der inden habe:

bgeordnetenhauses vom 20. Juni d. J. mißverstanden habe: es habe ihm fern gelegen, ‘dem Herrenhause Mangel an Eifer und Fleiß vorzuwerfen.

uf der Tagesordnung stand als erster Gegenstand die

Berathung des vom Herrenhause in abgeänderter Fassung

urücgelangten Geseßzentwurfs über Kleinbahnen und Privataih inb lanen 5

Das Herrenhaus hat dem $& 21 als Alinea 3 hinzugefügt :

„Ermäßigungen der Beförderungspreise, welche niht unter Er-

law der gleihen Bedingungen jedermann zu gute kommen, sind

unzula\hg.“

und im $ 30 folgende Worte gestrichen:

„und hat si< der Unternehmer dem Geseß über die Eisenbahn-

unternehmungen vom 3. November 1838 und einer auf Grund

desfelben ertheilten Concession niht unterworfen“.

__An der Generaldiscussion g tis c sich die Abgg. Rickert (dfr.), Dr. Hammacher (nl.}, Dr. Lieber (Centr 9. Graf zu Limburg-Stirum (cons.), von Tiedemann- Bomst (freicons.) sowie der Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen: sämmtliche Redner erklärten si für die Annahme der Beschlüsse des Herrenhauses, nur der Abg. Dr. Li eber sprach sich gegen den Herrenhausbeshluß zu S 30 aus.

In der ‘Specialdiscussion wurde der Gesezentwurf ohne Besprechung S den Beschlüssen des Herrenhauses angenommen.

Sodann erledigte das Haus noch einige Petitionen.

Der Präsident gab die übliche Geschäftsübersicht über die Thätigkeit des Hauses in dieser Session.

Nachdem der Abg. Hobrecht (nl.) dem Präsidenten den Dank des Hauses für seine gerechte und liebenswürdige Ge- shäftsführung oes und der Präsident seinen Collegen im Präsidium, den Schriftführern und den Quästoren für ihre Unterstüßung gedankt hatte, {loß der Präsident die Sißung mit einem dreifahen Hoh auf Seine Majestät den Fire und König, in das die Anwesenden begeistert ein- timmten.

Die auf heute Nachmittag 3 Uhr anberaumte ver- einigte Schlußsizung der beiden Häuser des Landtags, der das gesammte Königliche Staats- Ministerium mit Ausnahme des Kriegs-Ministers von Kaltenborn-Stachau beiwohnte, es der Präsident des

errenhauses Herzog von Ratibor und ernannte zu Schriftsührern Herrn von der Osten sowie die Abgg. Olzem und Eberhard.

Der Präsident des Staats-Ministeriums, Staats-Minister Graf zu Eulenburg verlas die Allerhöchste Botschaft, dur<h welche er ermächtigt wurde, die ge enwärtige Session der beiden E des Landtags heute i ließen, und welche die Anwesenden stehend entgegennahmen, und erklärte im Aller- höchsten Auftrage die Session des Landtags für geschlossen.

Präsident Herzog von Ratibor brachte darauf das Hoch auf Seine SeGeltat den Kaiser und König aus, in welches die Anwesenden dreimal begeistert einstimmten, und {loß darauf die Sitzung.

Gesundheitêwesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Der Gesundheitsstand in Berlin war in der S vom 9. bis 11. Juni cr. ein etwas günstigerer als in den leßten Wochen, und au<h die Sterblichkeit war eine geringere (von je 1000 Ein- wohnern starben, aufs Jahr berechnet, 20,6). Erhebli seltener als in den vorangegangenen Wochen famen acute Entzündungen der Athmungsorgane zum Vorschein und endeten au< in verminderter Zahl tödtlih. Erkrankungen an epidemischer Grippe sind nicht bekannt geworden; aus der der Berichtswoche Lrt LeEaN enen Woche wurte jedo< no< 1 Todesfall an Grippe gemeldet.

oren traten acute Darmkrankheiten, besonders Brechdurchfälle der Kinder häufiger zu Tage und führten in 148 Fällen zum Tode. Die Betheiligung des Säuglingsalters an der Sterblichkeit blieb fast die leih hohe wie in der Vorwoche, von je 10 000 Lebenden starben, aufs ahr bere<hnet, 94 Säuglinge. Von den Infectionskrankheiten wurden Erkrankungen an Masern, Scharlach und E seltener, an Diph- therie in fast E Zahl wie in der Vorwoche zur Anzeige gebracht. Masern zeigten sih nur im Stralauer Viertel, Diphtherie in feinem Stadttheile in nennenswerther Zahl. Das Vorkommen von Unterleibs- typhus blieb ein vereinzeltes. An Kindbettfieber gelangten 3 Erkran- kungen zur Kenntniß, au rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut gelayrgten weniger zur arztlihen Beobachtung. Erkran- kungen an Keuchhusten wurden seltener, die Zahl der gemeldeten Sterbefälle sank auf 8 (von 13 der Vorwoche). Rheumatishe Be- eaen aller Art kamen gleihfalls seltener zur ärztlichen Be- andlung.

Im Reg.-Bez. Oppeln waren vom 29. April bis 7. Mai d. J. no<h 18 Personen an den PRE en erkrankt, 9 famen als genesen in Ab- gang, 1 ist nah außerhalb verzogen und ein ahtmonatlihes Kind erlag der Krankheit.

Die Epidemien in den Nothstandsgebieten Rußlands.

Weiteren Nahhrihhten aus Odessa vom 31./19. Mai d=F. zufolge haben die Epidemien an Fle>typhus und an Rü>fallsfieber den Höhepunkt überschritten. Die Civilbevölkerung der Stadt wird auf 286 000 Seelen und das Militär zu 16 000 Mann angenommen. Die Zahl der vom 10. Januar bis 28. Mai (n. St.) an Fle>typhus erkrankten Männer - wird auf 213, der Frauen auf 0% der daran gestorbenen Männer auf 22, der Frauen auf 5 an- gegeben. Die Höhe der Epidemie fällt in die Zeit vom

27. März bis 16. April. An Nükfallsfieber „erkzankten vom 10. Januar bis 28. Mai 1652 Männer E 253 Frauen; es starben daran 91 Männer und 9 Frauen. Die Höbe dieser Epidemie fällt auf die Zeit vom 24. Januar bis 6. Februar. “Auch die Fle>- typhusepidemie in der Stadt Samara is laut Nachriht vom 3. Juni /22. Mai in Abnahme begriffen, sodaß die Krankenau ahme im Spital der „Gesellschaft der Freunde“ eingestellt werden 4 in den Kreisen des gleichnamigen Gouvernements greift die Seuche weiter um si. Vom Nothstandscomits in St. Petersburg sind 60 000 RbI. zu Sanitätszwe>en angewiesen worden zur Bekämpfung - 2E Ede und des Skorbuts, welcher leßtere in allen Dörfern aufgetreten ift.

Im Monat “April sind na< dem Monatsausweise für den Staat New-York no< etwa 500 Perfonen der Influenza erlegen, die Ge- sammtzahl der Todesfälle aus dieser Ursache seit Beginn der gegen- wärtigen Epidemie wurde dort bis zum 1. Mai d. I. auf 12 000 hes@ap: Im ganzen hat die Sterblichkeit im Staate Ne srl eit dem Februar d. J. allmählich *abgenommen, namentli< a *>An acuten Krankheiten der Athmungsorgane. (Abstr. of san. rep. S. 244.)

Hambu rg, 22. Juni. Auf dem gestern von Brasilien ange- kommenen Now urger Dampfer „Pernambuco“ sind, wie der „Voss. 3,“ dur< den Draht gemeldet wird, während der Reise 5 Mann Be- faßung am gelben Fieber gestorben.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Koblen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Nuhr sind am 22. d. M. gestellt 10 240, nit rehtzeitig gestellt keine Wagen. : i In Oberschlesien sind am 21. d? M. gestellt 3882, nit rechtzeitig gestellt keine Wagen.

/ Zwangs-Versteigerungen.

Beim Königlichen Amtsgeriht T Berlin stand am 22. Juni 1892 das Grundstü> des Bauunternehmers Me uro Antebach, in der Thurmstraße 62 belegen, zur Ve teigerung, Nutungswerth 25910 M Mindestgebot 281500 A Für das Meistgebot von 338101 A wurde der Rentier Federico Philippo zu Berlin Ersteher. Aufgehoben wurde das Berfahren der Zwangsversteigerung, betreffend das S<hmidt'’sche Grundstü> in der Elsasserstraße belegen.

___— Die „Rhein.-Westf. Ztg.“ berihtet vom rheinis<-west- fälishen Eisen- und Stahlmarfkt: Die festere Haltung, die fih in den leßten Wochen bemerkbar machte, hat angehalten, obne weitere Fortschritte zu machen. Es scheint jedo aus den Einzel- berichten hervorzugehen, daß die Haltung der Preise endgültig eine bessere geworden ist. Was Erze anbelangt, so hat im Siegerlande und E Ugen die Nachfrage sih entschieden lebhafter gestaltet ; namentli< geht Rostspat gut ab, und die Zahl der Aufträge scheint sich eher zu mehren, als abzunehmen. Dagegen ift in Luxemburgs Lothringen der Absaß ein mäßiger und sämmtliche Minette- forten sind in legter Zeit etwas gewihen. Die Nachfrage in spanischen Erzen war gleihfalls gering, glei(wohl fonnten die Preise ih no< behaupten. Roheif en war in der leßten Woche etwas besser gefragt, jedenfalls haben die Preise im allgemeinen eine festere Tendenz. Man giebt sich der Hoffnung hin, daß das Geschäft für den Herbst doch ein besseres fein werde. _Die beftannt gewordenen Auf- trâge reihen für 1 bis 27 Monate, erstre>en si< au< wohl bis Al das dritte Quartal. Wenn ein Hergusgehen der Preise au bis jeß no< nicht erfolgt ist, so werden die Forderungen doch bereits besser durchgeseßt. Puddelroheisen ist ziemlich gut gefragt. Spiegel - eten unverändert, aber fest im Preise, und die übrigen Sorten sind unverändert. Auf dem Walzeisen- markt ist, was die Nachfrage anbelangt, eine Besserung’ unverkennbar, nur wollen die Preise no<h nit re<t vorwärts. Die vom Verbande höher gestellten Preise kommen no< niht zur An- wendung; troßdem ist „die untere Preisgrenze nit mehr so niedrig wie früher, obschon die Käufer nah “wie vor die Preise stark zu drü>en suchen. Die Beschäftigung der Werke ist no< ungleihmäßig; einige sind besser beschäftigt, dagegen klagen viele no< über die un- beteutende Nachfrage vom Inlande wie vom Auslande und bezeichnen das Geschäft als no< \<le<ter wie in der Vorwoche. Form - eisen geht flott, do< immer no< zu unlohnenden Preisen. Den neueren Nachrichten zufolge seinen die Schritte, die man zur Schaffung eines neuen Formeisenverbandes gethan hat, von es zu sein. Die Verhandlungen sind lebhaft im Gange. Man will ni<t nur die Preise einmüthig regeln, sondern au< eine gemeinsame Verkaufsstelle errihten. Für Bandeisenwerke ist die Marktlage no< unverändert befriedigend. Die Abnehmer kaufen flott, und au der Eingang von Specificationen is ein regelmäßiger. ar Grobbleche ist die Marktlage im wesentlihen unverändert ges lieben. Die Beschäftigun der Werke ist eine gute und eine Preis- erhöhung in der nächsten Zeit wahrscheinlih. Die bessere Na frage für Feinbleche hält an. Bestellungen laufen gut ein, doh sind die Preise no< unlohnend troß der kleinen Erhöhung, welche die Werke vornehmen konnten. Es wäre wünschenswerth, wenn die Patinenpreise dem P nicht voraufeilen wollten, damit das Geschäft in gesundere Verhältnisse käme. In Walzdraht, ges ogenen Drähten und Drahtstiften hat ih die Geschäftslage nicht geändert. Walzdraht geht wohl etwas besser ab, dagegen sind die übrigen Erzeugnisse no< vernachlässigt. Die Mal Sine sav rien ind im allgemeinen no< unglei<mäßig be- schäftigt. Ueber die Eisengießereien liegen keine Nachrichten von Belang vor. Dagegen wird mitgetheilt, daß die Röhrengießereien für längere Zeit gut beschäftigt sind. Die Nachfrage ist im Inlande anhaltend stark geblieben ; vom Auslande sind dagegen weniger Anf- trâge eingelaufen. Die Bahnwagenanstalten sind befriedigend beschäftigt. : em, 22, Juni. (W. T. B.) Wollmarkt. Die Zufu r betrug 3685 Ctr., 1000 Ctr. mehr als im vorigen Jahre. er Handel war äußerst flau, es wurde kaum die Hälfte verkauft. Preise für ordinäre Wollen 85—95 4, Mittelwollen 95—105 4, feine 105—115 M Durchschnittlih 30 A weniger als im Vorjahre. Leipitg0, 22. Juni. (W. T. -B. Kammzug-Termin- del. La Plata. Grundmuster B. per Juni 3,827 Æ, per Iuli 22 #Æ, per August 3,85 , per September 3,85 Æ, per Oktober H, per November 3,85 #, per Dezember 3,90 .%, per Januar H, ver Februar 3,924 #, per März 3,95 U, per April 3,99 Æ Umsaß 65 000 kg. Güstrow, 22. Juni. (W. T. B.) Wollmarkt. Die Zufuhren betrugen 9300 Ctr. Die A waren zufriedenstellend. Markt an- ugs \{leppend, indessen Sia0s n geräumt. Preise 113—141

remerhaven, 22. Juni. (W. T. B.) Wie authentish

verlautet, wird hier außer der Tankanlage r russi\s<es

Petroleum auch eine -solhe für amerifanis<hes Petroleum zu errihten beabsichtigt, um in Concurrenz gegen die Standard-Oil-

Company zu treten. Wien, 22. Juni. (W. T. B.) Be einer Meldung des »Sremdenblattes* hat die österreihishe Waffenfabrik-Gesellshaft in Steyr die Wäffen- und Munitionsfabriken der „Società Metallur- gica“ in Brescia erworben und beabsichtigt, in diesen Etablissements, die reorganisirt werden sollen, die für die italienishe Armee bestimmten Gewehre herzustellen.

London, 22. Juni. (W. T. B.) Wollauction. Preise fehr en bei lebhafter Betheiligung.

n der Küste 3 Weizenladungen angeboten.

M 22. Juni. (W. T. B.) Der Präsident der „Gesell-

schast zur eung von Dynamit“ erklärte einem Bericht-

erstatter gegenüber, das erwaltungsrathsmitglied Leg uay habe auf Grund feiner Zeichnungsberehtigung Che>s eêcomptirt und Tratten