1912 / 66 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Schwerin,

Reiterregts.

Gorup v. Besanez, dieser

Regts. Adjutanten, Grafen v.

Stöber, Adjut. beim Bezickskommando Kempten, Karl Kamer- knecht des 20. Inf. Regts. Prinz Rupprecht, Wochinger des 21. Inf. Regts. Großherzog Friedrih Franz 1V. von Mecklenburg- ezirksfommando Ingolstadt, Weiß- mann des 1. Jäger-Bats. Prinz Ludwig, Frhrn. v. Perfall, Frh v. Könißtz, dieser kommandiert zur Militärreitshule, des 1. Schweren Frhrn. v. Podewil s des 2. Schweren Reiterregts. Erzherzog Franz Ferdinand von Oefterreich- Este, kommandiert zur Militärreitshule, v. v. Loßbeck, dieser kommandiert zur Militärreitshule, des 1. Ulan. Regts. Kaiser Wilhelm I11.,- König von Preußen, Herzog Franz Foseph in Bayern Königliche Hoheit, à la suite des 1. Ulan. Negts. Kaiser Wilhelm 11., Dina von Preußen, Grafen v. Spreti, Frhrn.

ommandiert zur Militärreitschule, ge r des 4. Chev. Regts. König, Karl Lenich des 5. Chev. Negts. Erzherzog Friedrich von Oesterreich, kommandiert zur Militärreitshule, Di ttmar, Fahre Qu: Es L E pu Nes A S E des 6. ev. Negts. Prinz recht von Preußen, Frhrn. v. Hauch, - Pocci, Sandner des 8. Chev. Negts., Ritter v. Menz, Abteil. Adjutanten im 1. Feldart. Negt. Prinz- Regent Luitpold, Thelemann, Abteil. Adjutanten, Aschenbrandt, fommandiert zur Kriegsakademie, Griesbeck, Abteil. Adjutanten, des

tjutanten beim

rinz Karl von Bayern,

Le Suire,

2. Feldart. Regts. militärtehnischen

Kriegsakademie Regts. Prinz Leopold, Mahler

Bayern, reitshule, des 7. Féldart. N Hirschauer des 8.

Weyh der Militärreitshule, Maier des 1.

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des 4. Feldart.

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Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner böser | niedrigster E

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orn, Nüdel, kommandiert zur Königl. preuß. kommandiert zur Halder, Abteil. Adjutanten, des 3. Feldart. Î y. Lindenfels, Abteil. Adjutanten, Regts. König, Adjutanten im 5. Feldart. Regt. König Alfons X1kI1. von Spanien, Hiller, kommandiert zur Kriegsakademie, : jutanten, Rattelmüller des 6. Feldart. Regts. Prinz Ferdinand

von Bourbon, Herzog von Calabrien, Grafen v. Es Ste fa G inkel, dieser kommandiert zur Militär-

ts. Prinz-Regent Luitpold, egts., Horschelt,. Abteil. Adjutanten im 9. Feldart.Negt., Hetlin gbrunner, kommandiert ohne Gehalt zum Reichskolonialamt, Wegs\chc ider des 10. Feldart. Negts, Grodhau 8, Abteil. Adjutanten im 11. Feldart. Negt, Bergmann, Majer des 1. Fußart. Regts. vakant Bothmer, S lee der Insp. des Ing. Korps und der Festungen, kommandiert zur Versuchsabteil. der Königl. preuß. Verkehrstruppen, Moosau er, Bats. Adjutanten im 1. Pion. Bat., Teutsch, Glaser des 2. Pion. Bats., Jac ob des Ciserbahnbats., Ingolstadt, Härtl,

Regts. Schwink, Negts. Ad- Holnstein aus Eidam,

kommandiert zur Trainbats., Lindner des 2. Train-

bats., zu Zeugoberlts. die Zeuglts.: Kropf der Geschüßgießerei und

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

Nerkaufte Menge

Doppelzentner

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Nîteßen

Molitor des 5. Hessen, diesen mit dem Range nach der : Negts. König Friedrich August von Sachsen, P rieger des 1. Ulan. Negts Kaiser Wilhelm I1., König von l dem Lt. Kaffl des 2. Chev. Regts. Taxis, Peßlmüller, diejen mit ußart. Negts., Dre

Fähnriche Spanien,

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Dea S, U: nah dem Lt. Lorenz Obermayer des 3. Infanterieregiments Prinz Karl von Bayern, Inf. Regts. Großherzo

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für 1 Doppel- zentner

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Regts.

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GEIMRErE und Möllniß des Art. Depots Würzburg, zum Feuer- Femrmer n: Hs s1 der Geshüßzgießerei u Festungébauoberlt. den

nd Geschoß-

Festungöbault. Grahn der ortifikation Ingolstadt, zum Lt. mit Patent vom 2. März 1911 den ähnr. Wille des 5. Feldart. Regts. König Alfons XIII. von Spanien, zu Lts. mit Patent vom 26. Oktober 1911 die Fähnriche mit dem Range

14. Infanterieregiments Hartmann,

dem Range vor dem Lt. Kempter des 2. Dred Depser des 1. Fußart. Regts. vakant Bothmer, dann überzähl. die eldart. Regts. Köntg Alfons XTII. von scher des 8. Feldart. Regts., Edlen v. Germersheim des 10. Feldart. Regts., Leitenstorfer, Steinbauer des 11. Feldart. Negts. und Trauch des 1. Trainbats. mit dem Range vor dem Lt. Pertenhammer des 2. Trainbats.

Am vortgen Markttage

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Preußen, mit dem „diese nah

Ernst Ludwig von t. Konrad des 15. Inf.

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Außerdem wurden m Markttage (Spalte 1)

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Berlin, den 14. März 1912.

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volle Mark abgerundet mitgeteilt. daß der betreffende Preis niht vorgekommen ist, eia Punkt (.

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Deutscher Reichstag.

25. Sißung vom 13. März 1912, Nachmittags 1 Uhr. (Berit von Wolffs Telegraphis{em Bureau.)

Nach Erledigung der ersten Punkte der Tagesordnung, worüber in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet worden ist tritt das Haus in die erste und event. zweite Beratung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Fest stellung eines Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für das Rech- nungsjahr 1911, ein, durh den für die erste. Einrichtung des Direktoriums der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte 3488 #4 für den Monat März 1912 gefordert werden.

Abg. M olkenbuhr (Soz.): Die Vorlage mu in d Budgetkomwission vorberaten werden. Die Beatltnbung brt felbst an: „Ein Fehlgriff in der Organisation dieser Anstalt würde nicht nur die gesamten Verwaltungskosten wesentlich steigern, sondern fann auch für die Entwicklung der Anstalt verhängnisvoll werden.“ Mir scheint ein völliger Fehlgriff gerade darin zu liegen, daß man die ganze âußere Organisation fertig herstelt und mit der Berufung der beamteten Mitglieder vorgehen will, che die nihtbeamteten Mit- glieder in Funktion treten. Bei dem Aufbau müßte nach meiner Meinung fo vorgegangen werden, daß zuerst die Vertrauensmänner gewählt werden, diese den Verwaltungsrat wählen und aus dessen Mitte dann die nihtbeamteten Mitglieder des Direktoriums. Nach der Denkschrift soll es umgekehrt gemaht werden.

__ Direktor des Reichsamts des Innern Caspar: Allerdings müssen diese Aufgaben und Vorbedingungen erfüllt sein, bevor die Anstalt in Wirksamkeit treten kann. Aber alle diese Aufgaben seßen voraus, daß zunächst einmal eine Organisation vorhanden ist. Um diese ins Leben zu rufen, muß doch jemand da sein, der sie in Be- wegung feßt. Solange die gewählten Organe nicht vorhanden sind, ist das Direktorium auch ohne sie bes{lußfähtg. Daher möchte auch eine Vorberatung in der Budgetkommission überflüssig sein.

Abg. Bassermann (nl.): Es handelt sich hier nur um dic Fest- ftellung des Besoldungsetats für das Direktorium. Da hat die Kom- missionsberatung keinen Wert. Die sachlichen Einwendungen des Abg. Molkenbubr werden für den späteren Zeitpunkt event. zutreffend sein. Die Begründung der Vorlage will den Nahweis bringen, daß die Höhe der Gehälter der betreffenden Beamten (14- bis 17000 4 für den Präsidenten und 8- bis 12000 4 für jedes der beiden anderen Mitglieder) angemessen ist.

Direktor des Neichsamts des Innern Caspar: Ih kann dies nur bestätigen. Es follte nur nachgewiesen werden, daß die be- O Beamten notwend!g sind. Die Erledigung der Sache ist ringend.

__ Abg. Dr. Schaedler (Zentr.): Wenn die Vorlage überhaupt einer Kommission überwiesen werden sollte, dann könnte dies nit die Budgetkommission sein, sondern müßte eine eigene Kommission sein. Es handelt ich doch nur um das Gehalt der drei Beamten. Die anderen Fragen gehen die Zukunft an, die Budgetkommission bietet zu threr Erörterung keine Gelegenheit.

__ Abg. Molkenbuhr (Soz.) zieht seinen Antrag auf Kom-

missionsverweisung zurü. _ Abg. Graf Westa ry (dkons.): Die nihtbeamteten Mitglieder sollen keineswegs ausgeschlossen werden, es ist aber notwendig, das Direktorium möglichst bald zusammentreten zu lassen. Wenn wir die Sache an die Budgetkommission verweisen, dann ist kaum eine Möglichkeit, daß das Direktorium früher als mit dem Etat für 1912 ins Leben tritt.

Der Nachtragsetat wird in zweiter Lesung angenommen.

Hierauf wird die zweite Beratung des Staats- haushaltsetats für 1912 bei den dauernden Aus- gaben für das Reichsamt des Jnnern beim Kapitel A1 [l - gemeine Fonds fortgesetzt.

Zur „Förderung des. Absaßes landwirtschaftliher Er- zeugnisse und Unterstüßung wissenschaftlicher, tehnisher und hnlicher allgemeiner Bestrebungen auf dem Gebiete der Land- wirtschaft“ sind wie im Vorjahre 150 000 # ausgeworfen.

Hierzu liegen vor: 1) Die Resolution der Polen (Prashma und Genossen):

„den Reichskanzler zu ersuchen, durch einen Nachtragsetat

entsprehende Mittel anzufordern, um

a. die Erforschung und Bekämpfung der Maul- und Klauen- seuche intensiver als bisher betreiben zu können,

b. den auswärtigen Vertretungen des Relchs durch einen ge- nügenden Fonds die rechtzeitige Feststellung der Viehseuche im Auslande zu ermöglichen,

, die volle Entshädigungspflicht des Staates so weit aus- zudehnen, daß bei Auftreten der Seuche mit alsbaldiger Tötung seuchenverdähtiger Tiere vorgegangen werden kann, um der Verbreitung der Seuche Einhalt zu tun,

d. bet A von Sperrmaßregeln die Landwirte \{hadlos

zu halten."

2) Die Resolution der Nationalliberalen (Basser? mann und Genossen): „den Reichskanzler zu ersuchen :

l, durch einen Nachtragsetat genügende Mittel zur Ver- fügung zu stellen, um a. die wissenshaftlihe Erforshung der Maul- und Klauen-

seuhe und ihre Bekämpfung sowohl durch staatliche Behörden als durch Unterstüßung solcher Privatforscher, welche bemerkens8werte Ergebnisse dieser Untersuchungen erbracht haben, zu fördern,

b. im Falle des ersten Ausbruhs der Seuche die Tötung der bedrohten Viebbestände durch Gewährung von Ent- \chädigungen zu ermöglichen ; :

[T, bei den verbündeten Regierungen auf eine tunlichst einheit- lihe und unnötige Härten vermeidende Durchführung der Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Seuche und auf die Uebernahme der Kosten der tierärztlihen Untersuchungen und Atteste auf Staatskosten hinzuwirken.“

Jm Extraordinarium sind als erste Rate 25 000 4 zur Errichtung eines Laboratoriums mit größerem Stall für Versuchstiere auf dem Gelände der Veterinärabteilung des Gesundheitsamts in Groß Lichterfelde-Dahlem ausgeworfen.

Hierzu beantragt die Budgetkommission:

„den Reichskanzler zu ersuchen, alsbald dur einen Ergänzungs- ctat große Mittel zur Erforshung der Maul- und Klauenseuche E zu deren wirksamer Bekämpfung zur Verfügung zu stellen, und zwar

1) durch Stipendien an Institute und geeignete Privat-

personen, welche sih dieser Aufgabe widmen,

2) durch Gewährung einer großen Prämie für den Entdecker

des Seuchenerregers und des Heilmittels gegen denselben.“ Vom Zentrum liegt ferner die Resolution Schaedler vor:

„die verbündeten Regierungen zu ersuhen, noch in dfkeser Session Gefseßentwürfe vorzulegen, durch welche |

1) die Kosten der Schlachtvieh- und Fleishbeschau auf die

Landeskasse übernommen werden, 2) die Entschädigungspfliht des Staates bet Viehseuchen aus-

gedehnt wird, L ; 3) die Kosten der Durführung der Viehseuchengeseße (Tier-

arzt, Desinfektionsmittel usw.) aus allgemeinen Mitteln bestritten werden.“ i Die Diskussion wird über die vorerwähnten Titel und

Resolutionen gemeinsam eröffnet.

Abg. Dr. Matbinger (Zenir.): Ende 1911 konnte man sich nach dem Gefamtübe bn iber den Stand der Maul- und Klauen- seuche im Deutschen Reih der Hoffnung hingeben, daß es gelingen würde, die Seuche im Laufe des Winters zum völligen Erlöschen zu bringen. Den Höhepunkt hatte sie bekanntlih im Nane des vorigen Jahres erreicht, wo 38 250 eboste verseucht waren. Bis Ende Januar 1912 war die Zahl der verseuchten Gehöfte bis unter 6000 gesunken, aber die Zahl der Kreise und Verwaltungsbezirke, in denen Seuchenherde bestanden, war um 30 höher als zur Zeit des Hochstandes der Seuche. Die Seuche hat also an Dichtigkeit abgenommen, aber an räum- licher Ausdehnung gewonnen. Die Befürchtung, daß die Seuche im Frühjahr wieder größere Verbreitung finden werde, hat sich leider bestätigt. In Bayern waren am 15. Februar von 163 Bezirksämtern 88 verseucht. Auch im Ausland ist die Seuche noch nit erloschen, namentli in der Schweiz und in den russischen Vstseeprovinzen ent- stehen immer neue Seuchenherde. Auf die Ursachen der Ausbreitung der Seuche will ih hier niht weiter eingehen. Der Landwirt leidet unter der Seuche um so mehr, als er sih bei der Futternot nur unter großen Opfern dazu ents{ließen konnte, sein Vieh den Winter durch- zuhalten. Auch für die Allgemeinheit is es wichtig, der Weiter- verbreitung der Seuche energisch entgegenzutreten, da die Milch- versorgung immer schwieriger wird. Aus dem Algäu wird gemeldet, daß gesunde Milchkühe immer teurer werden. Auch die Versorgung des deutschen Volkes mit einheimishem Fleish wird durch ein weiteres Ümsichgreifen der Seuche gefährdet. Neben dem Landwirt leidet vor- nehmlih der gewerbliche Mittelstand besonders in den mittleren und kleineren Orten; hat der Bauer Geld, dann hat's die ganze Welt. Der Viehstapel, der zu {hüben ist, dürfte mit 10 Milliarden keines- wegs zu hoch eingeshäßt sein, also hier sind große Mittel schon gerechtfertigt. Deshalb ollten Institute und Privatpersonen in weit-

Krankheit widmen zu können. Es ist ja richtig, daß sih der Seuchen- erreger allen Lockungen zum Troß bisher nicht aus seinem Dunkel hervorholen ließ, aber cs ift doch wahrscheinli, daß die Gelehrten ihn \{ließlich entdecken, wenn fie durch Gewahrung einer großen Prämie angespornt werden. Ein Gelehrter hat doch auch recht reale NRüdsichten walten zu lassen, und der Forschertrieb allein wird kaum so anspornend wirken wie die Aussicht auf einen erheblichen mate- riellen Lohn. Die Entdeckung des Erregers wäre wirklih eines großen Preises, ja sogar einer Nationalspende würdig. Das Preis- aus\chreiben soll auch gelten für den Erfinder eines wirksamen Heil- mittels, das dam in den Besiß der Allgemeinheit übergehen sollte, damit die Kosten für den einzelnen niht so hoh werden. Die Ent- hädigungspfliht des Staates bei Viehseuhen müßte ausgedehnt werden. Einige Staaten sind hier {hon mit gutem Beispiel vor- angegangen, in erster Linie Bayern. Auch die Kosten für die Durch- führung der Desinfektion, für die Untersuhung von Vieh, das zum Verkauf herausgeht, usw., sollten auf die Staatskasse übernommen werden, da es sih hier um Maßnahmen zum Schuße der Allgemein- heit handelt. Diese Kosten fallen jeßt meistens kleineren Besißern zur Last, denn nah der Viehzählung vom Jahre 1907 befanden si von den vorhandenen Rindern 88 % im Besiße von Landwirten, die unter 5 ha besaßen. Eine möglihst enge Begrenzung der Sperr- bezirke wird allseitig gewünsht. Die Frist von 3 Wochen bis zur Aufhebung der Schußmaßregeln nah Erlöschen der Seuche ist viel zu lang. Ueberhaupt müßten die bestehenden Vorschriften nicht ein- seitig bureaukratisch, sondern in weitestem Maße unter Heranziehung praktischer Landwirte durchgeführt werden.

Abg. von Bolko (dkons.): Diese Frage is von der größten Wichtigkeit für die Landwirtschaft, denn durch die Maul- und Klauen- seuche \ind {were Verluste der deutshen Volkswirtschaft entstanden. Wir können es nicht verstehen, wie man auch in dieser Frage das Ausland besser behandelt als uns. Auch im Auslande müßte die Verbreitung der Seuchen ebenso verhindert werden wie bei uns. Das vom Auslande kommende Vieh muß an der Grenze einer Quaran- tane unterworfen werden oder binnen 24 Stunden geschlachtet werden, weil es sonst unmöglich ist, die Einshleppung von Seuchen zu verhindern. Wir wollen keine Ausnahme für uns von der Regie- rung, sondern nur, daß wir niht \{lechter behandelt werden wie das Ausland. Ferner bitten wir, daß die Beobachtungsbezirke nicht zu groß gemacht werden, daß sie sh mehr den Kreisen anschließen. Wir hoffen, daß, wenn das Viehseuchengeseß am 1. April in Kraft tritt, ih manches bessern wird. Es wird möglich sein, bei Aus- bruch von Seuchen, die sih noch nicht weit verbreitet haben, dur Abschlachten des Viehes den Seuchenherd auf einen bestimmten eng- begrenzten Bezirk zu beschränken. Als 1910 die Seuche in Schlesien eingeshleppt wurde, wäre es sehr leiht möglih gewesen, der Seuche Herr zu werden, wenn man sofort die erkrankten Tiere abgescblachtet hätte. Man hat aber diese kleine Ausgabe gescheut, und infolge- dessen sind der Provinz Schlesien Millionen von Mark Schaden zu- gefügt worden. Besonders in den Kreisen der kleinen Besißer hat es viel bôses Blut gemacht, daß sie monatelang gezwungen waren, ihr Vieh im Stalle stehen zu lassen oder wenigstens niht auf das Feld zu treiben; hierin muß alles Mögliche geschehen, um den Leuten u helfen, denn jene Vorschrift, die die Landwirte hindert, mit threm Vieh das Feld zu bestellen, trifft sie oft härter als die Seuche selb. Allerdings könnten ja wohl die größeren Besißer den kleineren dadurh zu Hilfe kommen, daß sie ihnen Gespanne zur Bestellung des Ackers leihen, aber manchmal fällt es auch den rfen Besißern R \{wer, ihre Felder zu bestellen. Wenn das neue Geseß in Kraft tritt, sollte die Regierung alles mögliche tun, die unter- geordneten Organe zu ermahnen, die Interessen der Tierhalter mög- lihst zu berüsihtigen, damit diese ihre Felder bestellen können. Eine große Erschwerung is es für die Landwirte, wenn sie nah dem neuen Geseß ihre Hunde, Kaßen und das Geflügel von der Dorfstraße fernhalten sollen. Da ist es den Besißern {on lieber, wenn ihre Tiere getötet, als wenn fie eingesperrt werden. Besonders hart müssen auh die angedrohten Gefängnisf\trafen die Landwirte treffen. enn diese Strafen auch nicht gerade oft verhängt werden, so ist es doch immerhin sehr beunruhigend, wenn die Landwirte sie befürchten müssen. Uns i} eine Broschüre zugegangen, worin die Ansicht vertreten wird, daß die Viehseuhen nicht durch Ansteckung verbreitet würden. Eine soldhe Idee is uns Landwirten absolut unerklärlih. Allerdings wird die Seuche niht immer durch Tiere verbreitet, sondern leider oft aud durch Menschen. Die Staats- verwaltung und Neichsverwaltung sollte die Leute darauf aufmerk- sam machen, daß sie in dieser Beziehung recht vorsichtig sein müssen. Ich kenne einen Fall, ‘wo durh den bloßen Händedruck eines Be- fannten die Maul- und Klauenseuche in einen Stall übertragen wurde. An einem Orte brach die Seuche aus in dem Stall einer kleinen Besißersfrau, die nur zwei Kühe hatte. Es wäre ein Leichtes ge- wesen, diese beiden Tiere anzukaufen und zu {Glachten, dann ware die Weiterverbreitung der Seuche vermieden worden. Die Regierung E alles tun, um die Weiterverbreitung am Anfange und am lusgangspunkte zu verhüten. Gerade da wäre es von ungeheurem Wert, mit Energie vorzugehen, wo nur noch ganz wenige Seuchen- herde vorhanden sind. Es muß auf diese Weise ermögliht werden, daß das Vieh auf die Felder kommt. Es könnten auf diese Weise Millionen der deutshen Volkswirtschaft erhalten, für die deutsche Landwirtschaft gerettet werden. Wenn das Geseß am- 1. April in Kraft tritt, dann sollte man so {nell wie möglich eingreifen, bevor im Sommer die Fliegen die Seucbe von Stall zu Stall tragen. Wir hoffen, daß die Organe in Zukunft energischer vorgehen, damit nicht der deutsche Viehbestand mit Milliarden von Werten gefährdet wird zum Schaden des ganzen Vaterlandes. j Aba: Wamhoff (nl): Die Maul- und Klauenseuche hat seit vielen Jahren der deutshen Viehwirtshaft {weren Schaden ge- braht. Es ift in dieser Zeit viel daruber Aen und gesprochen worden; au im Preußischen Abgeordnetenhause sind viele Klagen aus weiten Kreisen, namentlih aus der Provinz Schleswig-Holstein vor- gebraht worden. Unser deutscher Viehbestand repräsentiert ein enor- mes Kapital; wir müssen also alles aufbieten, unseren Viehbestand gesund zu erhalten. Schon vor 8 oder 10 Jahren habe ich im

Abgeordnetenhause für dichte Abschließung der Grenzen plädiert: ebenso habe ih darauf hingewiesen, daß der Kiat höher dotiert

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gehend\stem Maße unterstüßt werden, um sich der Erforschung der

werden muß, um den Krankheitserreger zu erforshen. Das leßtere ist au geschehen und von uns mit Freuden begrüßt worden. Durch die Untersuchung entstehen dem Viehzüchter wie dem Händler ganz gewaltige Kosten; manche Untersuchung, die jeßt stattfinden muß, ist vielleicht nicht notwendig. In erster Linie muß man die Entdeckung des Erregers anstreben. Die preußische Regierung hat uns mitteilen lassen, der Bazillus sei noch nit entdeckt; von anderer Seite wird behauptet, er sei bereits entdeckt. Das Löfflershe Serum is außer- ordentlih teuer; seine Anwendung erfordert für ein Stü Me 20—30 Æ. Was sonst zur Abwehr unsererseits geschehen kann, darauf weisen wir in der Resolution Bassermann im einzelnen hin. Es finden ausgiebige Untersuhungen zur Erforshung des Krank- heitserregers statt, und da sollten nit nur die zuständigen staatlichen Behörden, sondern auch Private, die sih der Erforshung widmen, mit größeren Geldmitteln- zu diesem Zwecke ausgerüstet werden. Aus meinem Wahlkreise Sangerhausen—Eckartsberga, und zwar aus Kölleda, wird mir geschrieben, daß nah der Meinung der Geschädigten die Sperrmaßregeln viel zu weit gehen, daß die dadurch verursachte Schädigung der Viehzüchter enorm is, daß es unbedingt nötig ift, vor Anordnung dieser und ähnlicher Polizeimaßregeln au das Laien- element heranzuziehen, damit unnötige Härten vermieden werden und au cine tatsählibe Durchführung der Maßregeln verbürgt wird, diese also nicht bloß auf dem Papier steben bleiben. i

__ Zu der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche ist in- zwischen noch eine weitere Resolution der Abgg. Dr. Blunck u. Gen. eingegangen.

_Abg. Dr. Blunck (fortshr. Volksp.): Bisber ist der alleinige Erfolg au der strengsten Sperrmaßregeln lediglih der gewesen, daß nte eine gewisse Verlangsamung der Verbreitung der Seuche bewirkten : ob das aber für unsere Volkswirtschaft ein Vorteil war, steht dur&- aus dahin. Den Erreger der Seuche kennt man immer noch niht. Jn diesem Sinne hat sich auch der Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Vereins der Viehzüchter petitionierend an den Reichstag gewendet. In der Bevölkerung hat sich gegenüber diesem Uebermaß von vexa- torischen polizeillchen Maßnahmen eine gewisse Abstumpfung cin- gestellt; tatsählih gelangen in ganz gewaltig großem Maße die Seuchenfälle nicht mehr zur Kenntnis der Behörde. Im Sommer sieht ja der Nachbar und jeder Passant die Erkrankung, wenn sich das Vieh auf der Weide befindet: im Winter ist das Vieh ein- geschlossen, und nah meiner Auffassung werden wir auch in dem kommenden Sommer mit der Seuche noch {wer zu kämpfen haben. Selbstverständlih sind wir durhaus einverstanden mit den Zielen und den Vorschlägen der eingebrahten Refolutionen, insbesondere begrüßen wir es dankbar, daß die vorjährige Anregung des Abg- Heckscher wegen Einstellung höherer Mittel für die Erforschung des Erregers von verschiedenen Seiten wieder aufgenommen worden ift. Damals wurde der Antrag Heckscher, 50 000 4 dafür zu bewilligen, leider abgelehnt. Der Abg. von Bolko hat das Thema des Grenzshußzes erörtert, ebenso der Abg. Wamhoff. JIch kann diese Forderung nur unterstüßen; auch meine politishen Freunde haben sih durchaus auf diefen Standpunkt der praktishen Notwendigkeit geftellt, wie {on voriges Jahr unfer Fraktionsgenosse Dr. Struve, später au Dr. Mugdan, erklärt hat. Soweit es sih um die Bekämpfung .aus- ländisher Viehseuchen handelt, sind "wir also für einen \ árfen und durchgreifenden Schuß an der Grenze. Im vergangenen Herbst ist unserseits sogar angeregt worden, daß man in Zukunft UE un- abhängig von einer bestimmten Seuche einen Grenzbezirk zur scharfen Kontrolle des eingeführten Viehes einrihten müsse. Wir hoffen, daß das Gese in diefer Richtung ergänzt wird. Freilih werden wir durch die Erforshung des Erregers die Scuche selbst nit sofort aus der Welt schaffen; nötiger ist deshalb, die {chweren Schäden zu beseitigen, von welchen die Landwirtshaft dur die Polizeimaßregeln zur Bekämpfung der Seuche betroffen worden ist. Der Abg. von Bolko hat Recht, wenn er diesen Schaden höher aän- schlägt als den Schaden der Seuche selbst; der Schaden ist nicht 2—3fach, sondern in Schleswig-Holstein wenigstens um 100—1000- fach höher. Der Landrat Brütt hat im Abgeordnetenhause mitgeteilt, daß in seinem Kreise kein Stück Vieh an der Seuche eingegangen sei, daß gleihwohl die Schädigungen durch die Polizeimaßregeln in die Hunderttausende gingen und für Scleêwig-Holstein ‘auf méhrere Millionen zu berechnen seien. Da ist es doch unsere unabweisliche Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß diese Schädigungen foweit als möglich vermieden werden. Der Kernpunkt der Schäden liegt in der viel zu weiten Ausdehnung der Sperr- und Beobachtungsgebiete. CGntweder muß man die Beobachtungsgebiete auf ein tunlichst kleines Maß beschränken oder dafür sorgen, daß, soweit es sh um gesundes Vieh handelt, es unter den gleihen Bedingungen zu Markte ge- bracht werden kann, als wie das Vieh, das nicht aus den Beobach- tungsbezirken stammt. Bei uns in S{leswig-Holstein wird das Vieh bis zum Herbst auf die Weide getrieben. Dort überwindet es die Seuche leichter als im Schuppen. Man hat in vielen Fällen die Landwirte gezwungen, auf diesen Weiden Schuppen zu erricten. Das Schlimmste wäre das Verbot der Magerviehmärkte in S&les- wig, die für uns unentbehrlich sind. Dadurch sind nit nur die Land- wirte geschädigt worden, sondern aub die Gemeinden. Der Ver- \{leppung der Maul- und Klauenseuce würde dur dieses Verbot Tür und Tor geöffnet, die Tiere würden von Hof zu Hof getrieben und dadurh der Verbreitung der Seuche Vorschub geleistet. Die Uebertragung der Seuche durch Menschen ist nachgewiesen worden. Auch die Tierärzte kommen als Uebertrager dieser Seucbe in Betracht. Allerdings i} die Frage der Uebertragung noch nit ganz geklärt. Auf einer Insel ist die Seuche ausgebrocen, wo eine Üebertragung von dem Festlande ausges{blossen war. Allerdings is es wobl mög- lib, daß die Seuche auch durch Vögel, wie Störche, übertragen wird. Bei uns hat man ganze Kreise für ein einziges Beobahtungsgebiet erklärt, ja in einem Falle die Inselfamilien in den Beobachtungs- bezirk eingesblossen. So kann es unmoglich weitergehen. Wir müsten die verbündeten Regierungen ersuchen, bei der Handhabung des Ge- seßes mehr den Willen des Geseßgebers zu beahten. Wir verlangen in unserer Resolution auch die Einseßung einer Laienkommission. Hâtte der Neichstag die weiteren Erfahrungen {on bei Erlaß des Geseßes vor Augen gehabt, dann bätte er diese Bestimmung schon damals in das Geseß aufgenommen. Wir batten {on damals die bestimmte Ueberzeugung, daß das Geseß {were Schädigungen ber- beiführen würde, wenn nicht eine Kontrolle durth sachverständige Laien cingefübrt würde. Wir glauben au, daß diese Lüdke noch jeßt ausgefüllt werden kann. Die Bundesratêsverordnung bat dic vielfaben Beschwerden der Sachverständigen auf diesem Gebiete voll- ständig ignoriert. Hoffentlich gesciebt jeßt ein Wandel. Unser Antrag bezüglich der Entsbädigungspflicht deckt sich mit den Anträgen der anderen Parteien. Es muß bald- und gründlih dafür gesorgt werden, daß die Wiederkehr derartiger Zustände, wie wir sie im ver gangenen Sommer erlebt baben, vermieden werde.

Vüuepräsident Dr. Paasche teilt mit, daß die Sozialdemo- fraten 1bren Antrag, betreffend die Einführung der obligatorischen Viehversicherung, in Form einer Resolution zu diesem Ausgabetitel eingebracht haben, und bittet zuglei die nacfolgenden Redner (es find noch sieben zum Wort gemeldet), si der möglicsten Kürze zu bg- fleißigen. ._

Abg. Scheidemann (Soz.): Früher wurde geklagt über die Maul- und Klauenseuche, jeßt wird unmer über die Bebörden und über die Maßnahmen, die sie zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche treffen, geklagt. Zum großen Teil werden Vorwütfe- erhoben, die meines Erachtens unberechtigt sind. Die Herren, die damals gegen die Stimmen der Opposition diese Bestimmungen in das Geseß aufgenommen baben, türfen nun au nicht darüber klagen. Wir werden auch in Zukunft alles bewilligen, was geeignet ist, die Seuche zu erforschen und zu bekämpfen, abex ablebnen was irgendwie mit rein wirtscaftliden Forderungen vérquick wird. Des- halb baben wir auch das Meichsviebseuchengeseß lebnt. Eine ausreichende Gntschädigung der Viebzücbter, die dur die Seuckde ge- s{ädigt werden, 1 notwendig, und deshalb boantragen wir die bli. aatorische Viehversicherung. J boffe, daß unsere Nesolution ein- stimmig angenommen wird.