1892 / 266 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

des Ritterkreuzes desselben Ordens: dem Geheimen Schatullsecretär Jhrer Majestät der Kaiserin und Königin Posth; sowie des Commandeurkreuzes des Großherzoglich luxemburgishea Ordens der Eichenkrone: dem Kammerherrn von Goe>ingfk.

esandte Arbeiten, denen die vorstehend untér 1 bis 4 Schriftstü>ke und Atteste niht vollständig bei-

pendium von 2250 M lien unter der Bedingung, te in Rom aufbalten und bei se<3 Monate über scine Studien an die

folgt im Monat März 1893.

aufgeführten liegen, werden nicht berü>sichtigt. j Der Preis besteht in einem Sti zu einer Studienreise nah Jta der Prämiirte sich Ablauf der ersten Akademie Bericht erstatten muß. Die Zuerkennung des Preises er Berlin, den 27. Oktober 1892. Der Scnat der Königlichen Akademie der Künste, Section für die bildenden Künste. C. Bed>er.

aht Mona

Deutsches Reich.

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht:

den Landesrath von Klißing zum Reichsbank-Director und riums zu ernennen und d m Reichsbank - Directorium, Bank - miedi>e den Charakter als Bank-Director mit dem Range der Räthe vierter Klasse zu verleihen.

Mitglied des s8arbeiter 1

Reichsbank-Directo

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Berlin, 9. November.

Seine Majestät der Kaiser und König besichtigten heute Vormittag in Kiel die Schiffe der ersten Division der gingen mit diesen sowie einigen Avisos in gedachten Seine Majestät Sich zur Besich- stseecanals nah der Grünthaler Brücke zu dort heute Abend die Nü>reise nah dem

N E E R T A x

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht : dem Bauinspector Winkler in Colmar den Charakter als Baurath zu verleihen.

Preußen.

Manóöverflotte und Um 1 Uhr tigung des Nord-D begeben, um von alais anzutreten.

Gestern Nachmittag Ober-Bürgermeister Dr. Giese aus Altona.

Auf Grund d vom 15: J 10. April 1892 (Reichs-Gesehbl. S 7. Oktober zugelassenen Kranken- und Be werkvereins der deutschen S arbeiter die Bescheinigung ertheilt worden, daß sie, vorbehalt- lih der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des 8 75 des Krankenversicherungsgeseßes genügt.

Berlin, den 6. November 1892.

Der Reichskanzler. Jn Vertretung : von Boetticher.

es S 75a des Krankenversicherungsgeseßes 883 in der Fassung des Gesezes vom . 379) ist der unter dem eingeschriebene räbnißka uhmacher und Leder-

empfingen Allerhöchstdieselben den

Dem Bundesrath sind von dem Reichshaushalts-Etat für 1893/94 ferner folgende Theile zu Der Etat für das Auswärtige Am Schußzgebiete, der Etat für das Reichs- der Reichsschuld.

Die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und für Handel und Verkehr, sowie der Aus\ und Steuerwesen hielten heute Sißzungen.

r Berathung zugegangen: t nebst dem Etat der Schaßamt und der Etat

und Steuerwesen

Im Anschluß an meine Bekan <huß für Zoll-

ihs- und Staats-Anzeigers“ vom Kenntniß gebracht, daß mit dem heuti ärztlichen Controlstation VII ( heitlihen Ueberwachung des S und deren Nebengewässern

ntmahung in Nr. 260 des 2. d. M. wird hiermit en Tage die der l ellte, zur gesund- chiffsverkehrs auf der Oberspree 1 i aus\chließli<h des Oder-Spree- Kanals) errichtete Neben-Controlstation Stralau aufgehoben worden ist.

Berlin, den 9. November 1892.

Der Reichscommissar für die Gesundheitspflege im Stromgebict der Elbe. Freiherr von Richthofen.

Berlin) unter

Dem Magistrat der Stadt Neisse in Schlesien vielfah in öffentlichen Blättern besprochenen Angele Auflösung des dortigen Realgy Ministers der geistlichen, Unterrichts- heiten der nachstehend abgedru>te Erlaß zugegangen:

Berlin, den 18. Oktober 1892. Magistrats vom 16. August d. JI-, betreffend ädtischen, jeßt von 184 Schülern be- t Bericht des Königlichen Pro- Oktober d. J.

Magistrat, daß ih den gefaßten Beschluß ealgymnasium und die an demselben wir- bren bisherigen genehmigen

el enheit der mnasiums seitens des

und Medizinal-Angelegen-

Die Eingabe des die Aufbebung des dortigen st suchten Realgymnasiums, ist mir mi vinzial-Schulcollegiums in Breslau vom 10. ¿. vorgelegt worden.

Ich erwidere auf diese Cingabe dem unter dem 1. Juli bezw. 16. August d. der städtischen Körperschaften, n 31. März 1893 aufzulösen fenden Lehrer von dem genannten Tage ab mit i Gehältern zur Disposition zu stellen sind, nicht zu

vom 2%. Juli 1892, betreffend das Dienst- an den nictstaatlichen ösffentlihen höheren 9 die Bestimmung enthält: „An den Befug- Aufkebung der Anstalt zu beschließen, wird parlamentarishen Verhandlungen _zu diesen bisherigen Rücksicht auf die Interessen der Schüler Aufhebung aller Klassen einer höheren Hinsicht habe i als ver

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : dem Porträtmaler Rudolf Wimmer in München das Prädicat eines Königlichen Hofmalers zu verleihen.

dem 14. Oktober d.

wonach das städtische

Finanz-Ministerium.

u Heinrichswalde und eicher Diensteigenschaft die Kataster- Assistenten in Gumbinnen sind zu Heinrichswalde bezw. Wächtersbach

Wenn das Gesetz einkommen der Lebrer Schulen, im $ 3 Abs. nissen der Gemeinden, die nichts geändert“, so geht aus den über das Geseß hervor, eine auf einmal und ohne und deren Eltern erfolgende Lebranstalt keineswegs in der Sißung des Einfügung Verhandlung

Die Kataster-Controleure Zacke Schmigz zu Wächtersbach sind in g nah Flensburg bezw. Berlin verseßt; Nickel in Danzig und Kataster-Controleuren in bestellt worden.

Quandt

Befugnissen

ere<net wurde.

errenhauses 17: Jud:

Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Am Schullehrer-Seminar zu Ragnit i} der bisherige commissarishe Lehrer Reinert zum Seminar - Oberlehrer definitiv ernannt worden.

Unterrichts- verwaltung Lehranstalt L daß die Auflösung Es müssen die Klassen von unten auf a mit diejenigen Schüler, die einmal i auch die Berechtigung. behufs angen fTönnen.“ erihterstatter derselben constatirte,

vorbehalten, ordnungsmäßig ufgelö|t werden, da- t aufgenommen sind, ¡e die Anstalt besucht u< in der Commission des Hauses ist, von mir die Erklärung Staatsregierung

Aufhebung der Schule mit der Maßga orhandenen Schüler Rechnung getragen wer- Nacuum entsteht und damit die Schüler Nur mit dieser dur< die Natur der Gemeinden zur feßgebenden

zu sorgen, allmähßli<h und

y S Anstal Königliche Akademie der Künste. f Saugena

Betanntmahuna:

Bewerbung um den Preis der ersten Michael - Beer’schen Stiftung. um den Preis der ür Maler und Bildhauer jüdischer Jahr 1893 für Bildhauer eröffnet. arzustellenden Gegenstandes bleibt dem n des Concurrenten überlassen. Die Com- Werk oder einem Relief, in estehen, nur muß die- war für runde Werke aber soll in der Höhe Centimeter und in der Breite nicht unter

haben, erl wie der B der Gemeinde zur be anerkenne, daß den Interessen der v den müsse, damit fein wobin sie gehören. Sache gebotenen Besch x Aufhebung ihrer Schulen bisher verst Factoren neu bestätigt worden.

Der Beschluß der städtischen Körpc ab, was aus den Schülern werden soll städtishen Anstalt sie dort die für erlangen könnten. Tertia aufwärts ins Freie falle i und verweist die Schüler der unteren Klasse efüllt, zum theil überfüllt lih aus guten Gründen f Ein sol<hes Verfahren gut Unterrichtsverwaltung nicht möglich.

Wenn also die städtishen Körpersch harren, daß das Realgymnasium ohne a werden solle, so kann dies nur in der W 1893 die Sexta, ein Jahr später die Q wird. Die ohne meine Genehmigung er an die Lehrer sind hiernah zurüzuziehen, der Sexta eine Lehrkraft entbehrli<h eine Verständigung mit dem Königli

Ich verkenne nicht, daß die da hen Vollanstalt die finanziellen Anspruch nimmt und viellei beiden Primen 14 Schülern), daß eine solche ist. Aber ich empfehle den städtishen Körp in Erwägung zu ne mnasiums in eine einfa mit se<sjähriger Cursus Stadt liegt. Schule in den ses L weist deutlih auf das Bedürfniß nach ei würde sehr zu beklagen sein, Beruf der

der gymnasiale ,

Der Wettbewerb Beer hen Stiftung f Religion wird für das

Die Wahl eigenen Ermesse position kann in einem runden Gruppen oder in einzelnen Figuren b selbe ganze Figuren enthalten und em Meter, das Relie

ersten Michael- ränkung sind die Befugnisse der

anden und von den ge

örperschaften sieht gänzlih davon , die von ihren Eltern der überwiesen wurden,

dem Vertrauen 1 f erforderlihe Vor-

ihre berufliden Lebensziele Er läßt die Schüler Int llen Einheimishe wie Auswärtige n auf das Gymnasium, sind, und welches die ür ihre Kinder nicht ge-

zu heißen, ist für die

nicht unter ein niht unter 70 einem Meter messen.

Es haben außerdem die Concurrenten gleichzeitig einzu-

dessen Klassen Eltern vorauss\icht wählt hatten.

aften bei dem Beschluß be- derweiten Ersatz aufgehoben eise geschehen, daß zu O ta und so fort aufgehoben folgten Kündigungsschreiben das Eingehen

ist darüber chen Provinzial-Schulcollegium

1) eine in Relief ausgeführte Skizze, darstellend: „Empfang heimkehrender Sieger“ ; 9) einige Studien nach der Natur, des bisherigen Studienganges des Bewerbers dienen Die kostenfreie Ablieferung der Concurrenz-Arbeiten an den Senat der Königlichen Akademie der Künste muß bis achmittags 3 Uhr, erfolgt sein. : C Bewerbungs-Gesu Arbeiten müssen von folgenden Attejten und

Attest, aus welhem hervorgeht, daß der Be- ! Alter von 22 Jahren erreicht, jedo das 32. Lebens- jahr noh nit überschritten hat und daß derselbe si<h zur jüdischen Religion bek 2) cinem Attest, ciner deutschen Akademie gemacht hat; 3) einem Lebenslaufe, aus welhem der Studiengang des

: | en Versicherung an Eidesstatt, daß die eingereihten Arbeiten von dem Bewerber selbst ohne fremde Beihilfe ausgeführt sind.

welche zur Beurt

und falls dur

zum 11. März 1893, N Das schriftliche

uernde Unterhaltung einer realisti- Kräfte der Stadt sehr stark in Auch zeigt der geringe da (von zusammen

l chriftstü>en begleitet sein: bt übersteigt: und der Ober-Secunda ( Vollanstalt für Neisse nicht erforderli erschaften, nohmals ernst- Umwandluag des Real- chere und weniger fostspielige Re dauer niht im Interesse der Bürgers 170 Schülern, welche die jeßi Unter-Secunda zäh ner Realanstalt bin, und es [le diejenigen Schüler, für Bildungsgang falshen Weg

werber ein A Besuch der

daß der Bewerber seine Studien auf

Freguenz von j Concurrenten ersichtli Klassen von Sexta bis

4) einer schriftli

erfunden und

*

gdeingt oder, da der Zulassung von Doppelklassen an dem dortigen öniglihen Gymnasium gewichtige Gründe entgegenstehen, von der Erlangung einer über die Ziele der Volksschule hinausgehenden Bil- dung überhaupt abgeshnitten würden. Au<h vom finanziellen Gesichts- punkte aus verdient die Frage der Umwandlung des dortigen Real- aymnasiums in eine einfachere Sculform eine erneute Erwägung. Denn während bei dem Eintritt eines solchen Ersaßzes die überwiegende Zahl der heute an der alten Anstalt angestellten Lehrer an der neuen weiter arbeiten könnte und die Ausgaben an Besoldungen durch die Einnahmen an Schulgeld theilweise gede> würden, müßten bei Auf- hebung des Sg n ohne anderweiten Ersaß von der Stadt die dur< den neuen Normal-Etat erhöhten Besoldungen der Lehrer getragen werden, ohne daß diese Ausgabe durch eine Einnahme an Schulgeld erleihtert würde, und ohne 4 die Lehrer in der Lage wären, der Stadt, w ihre Arbeit eine Gegenleistung zu_ gewähren.

t absehbare Zeit also würde si<h die Finanzlage der Stadt nicht effsern.

Sollten diefe gegen die Aufhebung des Realgymnasiums ohne Ersaß sprechenden Gründe bei den städtischen Körperschaften Eingang finden, so sehe ih deren weiteren Anträgen in der bezeichneten Rich: tung dur Vermittelung des Königlichen Provinzial-Schulcollegiams

entgegen. S Der Minister der geistlichen, die Medizinal-Angelegenheiten. osse.

Der Königlich württembergishe Gesandte am hiesigen Allerhöchsten Hofe, Staatsrath von Moser ist von Stutt- gart, wohin er sih vor einigen Tagen behufs Theilnahme an den Beisezungsfeierlichkeiten begeben hatte, nah Berlin zurü- gekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder über-

nommen.

‘Der gegenwärtig bei dem Landrath in Gelsenkirchen, Regierungsbezirk Arnsberg, beschäftigte Regierungs-Affsessor von Noël ist der Königlichen Regierung zu Stade zur weiteren dienstlihen Verwendung überwiesen worden.

Die Regierungs-Referendare von Jagow aus Oppeln, von Rosenstiel aus Frankfurt a. O., Fink aus Arnsberg und Thilo aus Oppeln haben die zweite Staatsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst bestanden.

Sachsen-Weimar-Eisenach.

Weimar, 8. November. Unter den der Landessynode zugegangenen Vorlagen befinden sih au< der Bericht über den Zustand der Landeskirhe und der Entwurf neuer Saßungen der Pensionsanstalt für die Wittwen und Waisen evangelischer Geistlichen. Durch leßteren sollen künftighin die obengenannten Pensionen erhebli<h auf- gebessert werden, nachdem der Landtag für die nächste Finanz periode eincn wesentlih crhöhten Beitrag pg Pensionskasse bewilligt hat. Nach einer an die Landessynode gelangten Mit- theilung wird der Bußtag {hon vom Jahre 1893 an vom Freitag vor dem ersten Advent auf den Mittwoch vor dem leßten Trinitatis-Sonntag verlegt werden.

Schwarzburg-Rudolstadt. Rudolstadt, 8. November. Der Landtag des Fürsten-

thums is} heute dur< den Staats-Minister von Star> im Auftrage Seiner Durchlaucht des Fürsten eröffnet worden. Unter den dem Landtage zugegangenen Vorlagen befinden fih solche über die Abänderung des Geseßes vom 25. Juli 1876 wegen Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer, über die Gewerbesteuer und über eine anderweitige Regelung des

Diensteinkommens der Volksschullehrer.

Oesterreich-Ungarn.

Der Kaiser hat nah einer Meldung des ¿W: T B,“ die Demission des Grafen Szapary angenommen. Diese Nachricht wird vom „Pester Lloyd“ mit dem Bemerken bestätigt, daß das Ministerium provisorisch die Geschäfte weiter- führen werde. Jn der heutigen Sißung des Magnaten- hauses, das auf Wunsch des Grafen Szapary zu ciner Sizung einberufen worden ist, und ebenso im ungarischen Unterhause wird, wie nah derselben Quelle verlautet, der Minister - Präsident Erklärungen über die Minister- krisis abgeben. Seinen Freunden soll Graf Szapary mit- getheilt haben, er werde einen eventuellen Auftrag zur Bildung eines neuen Cabinets ablehnen. (Vgl. Tel. Dep.)

Die Londoner „Daily Chronicle“ hatte vor kurzem die Mittheilung gebraht, das Wiener Cabinet habe- dem Papste halbamtlih den Text des österreihish-italieni- \hen Bündnißvertrages mitgetheilt, in welchem ein Artikel die Stipulation enthalte, daß Oesterreih-Ungarn die Verpflichtung übernehme, gelegentlich eine Verständigung zwischen Jtalien und dem Vatican herbeizuführen. Das „K. K. Telegraphen- Correspondenz-Bureau“ erklärt jeßt diese Meldung im ganzen und im einzelnen für aus der Luft gegriffen.

_ Der Kanzler des Olmüger Erzbisthums Dr. Kohn ist gestern zum Fürst-Erzbischof von Olmüß ewählt worden.

Jn der gestrigen Sizung des österreichischen Abge- ordnetenhauses forderte der Referent für die eingegangenen Petitionen Proskoweß die Regierung dringend auf, den Bau der Kanäle Donau—Marh—Oder, eventuell Donau—Marh—Oder—Weichsel, sowie Donau— Mar<h—Elbe ungesäumt in Angriff zu nehmen oder, falls der Bau aus Staatsmitteln undur<hführbar sei, alsbald die Jnitiative zur Durchführung dieser Kanalbauten dur Privat- kapital zu ergreifen. Ohne diese Känäle würden alle von den Handelsverträgen erhofften Vortheile illusorish sein.

Großbritannien und Jrland.

Am 5. d. M. hat in Birkenhead die Taufe des leßten der zehn Panzersch iffe stattgefunden, deren Erbauung auf Grund des Seevertheidigungsgeseßes von 1889 angeordnet wurde und die contractgemäß bis zum 31. März 1894 fertig- gestellt sein E Das Schiff, welches den Namen „Royal Oak“ erhielt, ist 3880 Fuß lang, 75 Fuß breit und hat bei einem Gehalt von 14 Die Doppelmaschine ist darauf eingerichtet, 9000

t einen Tiefgang von 27 Fuß 6 Zoll. hine 1/1 Pferdekräfte zu entwi>eln, die nöthigenfalls noch auf 13000 erhöht werden

fönnen. Die angesezte Geschwindigkeit beträgt 16 resp. 171/4 Knoten. Die Bewaffnung wird bestehen aus vier 131/zzölligen 67 t Kanonen, zehn 6zölligen 61/2 & \nell- feuernden M lfecertiten 16 Sechspfündern und drei neun- pfündigen schnellfeuernden Geschüßen, acht Maschinengeschüßen,

zwei neunpfündigen Feldgeshüßen und sieben Torpedo-Werfern (Ejcctoren), darunter zwei unterseeische.

In einer in Carlisle gehaltenen Nede hat der Aba. Keir Hardie geäußert, daß, da die Regierung Gladstone’s nur eine Majorität von 38 Stimmen besiße, die Arbeiter-

partei nit hilflos sei und die Gladstonianer schon zwingen

werde, sih mit Arbeiterfragen zu befassen; sonst werde fie ihnen ihre Aemter unmögli machen.

Frankreich.

Das neue Dynamit-Attentat, welches gestern in Paris stattgefunden und worüber wir no< in der gestrigen Nummer kurz berichteten, hat in der Pariser Bevölkerung große Gege und eris hervorgerufen. Es liegen beute darüber folgende näheren Mittheilungen des „W. T.B.“ vor:

Die Dynamitbombe wurde Vormittags 11 hr von einem Beamten eines Wechselmaklers, der geschäftlih bei der Berg- werksgesellshaft von Carmaux in der Rue des Bons Enfants zu thun hatte, an der Schwelle des im Entresol gelegenen Bureaus bemerkt. Der Kassirer der Gesellschaft ließ den Concierge holen, der das Zeitungsblatt, womit die Bombe umwi>elt war, vorsichtig auseinanderfaltete und cinen gußeisernen Topf vorfand, der mit dem Deckel auf der Diele lag. Unter dem Deckel bemerkte der Concierge ein weißes Pulver, das er für Dynamit hielt. Jn- zwischen war der Polizeiagent Roux herbeigeeilt, der die Bombe, in eine Serviette gehüllt, aufs Commissariat brachte. Dieser sowie der Unterbrigadier Formeurin, der Secretär des Commissariats Pousset und der Vicesecretär Fogard standen in der Nähe der Bombe, als diese txplo- dirte. Alle vier Personen wurden sofort getödtet, Die Leichen waren furchtbar verstümmelt. Ein fünftes Opfer, dessen Tod mittelbar durch die Explosion verursacht wurde, war der Unterbrigadier C Pread der im Laufschritt nach der Unglüsstätte eilte und vor dem Thor des Bs vom Schlage gerührt niederfiel. Der gerade anwesende Polizei- Jnspector Troutot wurde tödtlich verwundet und ist gestern Abend gestorben. Zwei Stockwerke des Commissariatsgebäudes wurden völlig zerstört. Die Fensterkreuze der unteren Räume waren herausgerissen und eine größere Anzahl Fenster ausgehoben. Die Straße war mit Trümmern übersät. Die Pompiers be- gannen alsbald mit den Aufräumungsarbeiten an der Unglücfsstätte, an der sich au Vertreter der Behörden ein- gefunden A

Wie die Explosion erfolgte, konnte bisher nicht ermittelt werden, da kein einziger Augenzeuge am Leben blieb. Die Annahme, die Bombe sei mit einem Uhrwerke versehen ge- wesen, wird indessen für unrichtig gehalten. Die Sach- verständigen vermuthen, es dürste eine sogenannte Bombe à renversemfent gewesen sein, in der beim _Umstürzen cine allmählihe Mischung der explosiblen Stoffe vor n< geht. Zwischen dem Zeitpunkte, wo die Bombe vor der Thür der Actiengesellschaft niedergelegt worden war und der Explosion dürften etwa 20 Minuten vergangen sein. Von polizeilicher Seite wird die Behauptung, daß durch die Unvorsichtigkeit der Polizeibeamten die Explosion ver- schuldet sei, zurü>kgewiesen. Der Chef des chemischen Gemeinde- Laboratoriums Girard erklärte, die Maschine und der Spreng- stoff seien derart gewesen, daß die Explosion bei der geringsten Veränderung der Lage des Geschosses erfolgen mußte.

Am Nachmittag begaben sich die Minister Loubet und Nicard in das Geschäftshaus der Bergwerksgesellschaft von Carmaux und hatten daselbst eine längere Besprechung mit den Mitgliedern des Verwaltungsraths. Wie verlautet, hat die Bergwerksgesellshaft von Carmaux während des nunmehr beendeten Strikes zahlreihe Drohbriefe erhalten, darunter einen, worin der Gesellshaft angedroht wird, ihr Geschäfts- haus in Paris in die Luft zu sprengen, falls nicht sämmtliche entlassenen Bergarbeiter sofort wieder eingestellt würden.

Die gestrigen Abendblätter geben der Entrüstung der Bevölkerung über die Explosion den schärfsten ‘Ausdru>. Die „Liberté* weist darauf hin, daß der Strike von Carmaux die revolutionären Leidenschaften aufs höchste entzündet habe. Man habe Nachsicht und Langmuth geübt und alles gethan, um die Gemüther zu beruhigen. Troßdem wären die Nach- folger Ravachol’s von den Strikenden als Complicen erwählt, und die Mitglieder des Verwaltungsraths der Grubengesell- haft in Carmaux seien ungeachtet aller Concessionen den Anschlägen der Dynamitarden ausgeseßt. Man spreche so viel von socialen Fragen, aber all’ diese Anstifter von Strikes wollten nur den Ruin der Gesellschaft. Es seien wilde Thiere, die man unbarmherzig niedershlagen müsse. Die Regierung möge empfinden, wel" großen. Fehler he begangen habe; sie müsse alles thun, damit die Hegzer dic Massen niht mehr so leiht zu derartigen Verbrechen aufreizen könnten. Der „Jour“ verlangt gleichfalls die kräftigsten N nur eine eiserne Faust könne die anarchistischen Verbrecher niederhalten.

Die heutigen Morg enblätter verurtheilen gleichfalls über-

cinstimmend das Attentat, gehen aber in ihren Ansichten dar- über auseinander, wem die E DeranT für das. Verbrechen zuzuschreiben sei. Die conservativen Vrgane flagen dic Schwäche der Regierung an, einige wie z. B. das „Journal des Débats“ richten ihre Vorwürfe gegen die Radicalen und Socialisten, die die Strikenden von Carmaux ermuthigt hätten. Die Radicalen erklären, derartige Verbrechen hätten mit der politishen Parteistellung nihts gemein.

Bezüglich der Urheber des Attentats ist die Polizei bisher ohne jede Spur. Die Angaben der Bewohner des Hauses Avenue de l’Opéra Nr. 11 über das Jndividum, das die Sprengbombe niedergelegt haben könnte, sind vollständig widersprehend und bieten nur geringe Anhaltspunkte. Dem „Figaro“ zufolge soll auf der Treppe jenes Hauses furz nah 11 Uhr eine Frau gesehen worden sein, die in einem Korbe einen umfangreichen runden Gegenstand trug. Andererseits wird die Vermuthung ausgesprochen, daß der Thäter ein junger Mann gewesen sei, der mit fremdem Accent sprah und die Dien|ttreppe hingauf- gestiegen sei. Wie verlautet, is heute früh die Verhaftung mehrerer Anarchisten erfolgt. Ein Jndividuum, das seine Zu- stimmung zu dem Attentat aussprach, wurde gestern Abend verhaftet. Bis er hat die Untersuhung no< kein Resultat ergeben. Ein hoher Beamter der Sicherheitspolizei ist nah et Een abgereist, um -dort eine Specialuntersuhung ein- zuleiten.

Die Explosion wurde gestern au<h in der Sißung der Deputirtenkammer, und zwar unter lebhafter Unruhe des Hauses von dem Deputirten Reina<< dur< cine Anfrage an die Regierung zur Sprache gebracht. Der Deputirte Bernis (Rechte) Hlagte die Regierung der Schwäche an.

Dann erhob si< der Minister-Präsident Loubet und erklärte, die Regierung werde ohne Erbarmen gegen die Urheber dieser barbarischen Handlung vorgehen. Er forderte alle guten Bürger auf, gegen die verbrecherishen Theorien anzukämpfen, und spra<h si< mißbilligend gegen Rene aus, welche die Ent- erbten. aufreizten. (Beifall und Unter re<hungen.) Der Depu- tirte N hob hervor, die Socialisten hätten mit den Anarchisten nichts gemein. Hierauf wurden mehrere Tages- ordnungen eingebracht, unter denen shließli<h mit großer Majorität diejenige Annahme fand, in der eine Mißbilligung gegen diesen barbarischen Act ausgedrü>t und das Vertrauen zur Wachsamkeit der Regierung ausgesprochen wird.

Vor dieser Interpellation hatte der Deputirte Chiché die Regierung über die Lage in Tongking interpellirt und besonders um Mittheilungen über das Auftreten cinesisher Banden an der Grenze von Tongking ersuht. Dér Unter - Staatssecretär für die Colonien Jama is versicherte in seiner Antwort, die Lage in Tongking sei eine gute, und verlas sodann Telegramme des Truppen- Commandanten in Langson, worin constatirt wird, daß die Grenzgebiete fast vollkommen von Piraten gesäubert seien. Die in Umlauf geseßten pessimistishen Gerüchte seien dur<h nichts gerechtfertigt. Jamais gab darauf einen ein- gehenden Bericht über die in Tongking ins Werk geseßten öffentlichen Arbeiten und erklärte, der General-Gouverneur de Lanessan habe sih das Vertrauen der Regierung erworben. Die Deputirtenkammer nahm sodann mit 231 gegen 91 Stimmen eine Tagesordnung an, worin die Erklärungen der Regie- rung gebilligt werden. Ï

Der bisherige französishe Gesandte in Buenos-Aires, Charles Rouvoter, ist an Stelle des verstorbenen Mas\i- cault zum General-Residenten in Tunis ernannt worden. i

Verwundete von der Expeditions-Colonne in Dahomey, die mit dem Dampfer „Tibet“ in Marseille eingetroffen sind, bestätigen, daß die Colonne stark von Krankheiten, be- sonders vom Fieber mitgenommen worden ist.

Rußland und Polen.

Ueber den in Nr. 258 des „R.- u. St.-A.“ unter Rumänien mitgetheilten Vorfall, wonach“ der russische Dampfer Olga agegen Den Quarantänevorschriften, ohne Erlaubniß in die Sulina-Mündung eingelaufen und infolge dessen vom Stations\ciff Schüsse auf ihn abgegeben worden seien, äußert sih jeßt die „Nowoje Wremja“, und behauptet, die „Olga“ habe sih nur vor dem damals auf dem Schwarzen Meere wüthenden Sturm in die Sulina-Mündung retten wollen, woselbst gemäß einer Verfügung der rumänischen Regierung vom 21. September den kleinen Fahrzeugen ge- staitet sei, im Falle cines Unwetters auf dem S atzen Meere die Quarantäne zu abjsolviren.

Der Gesammtwerth der bis zum 1. September d. J. aus Rußland ausgeführten Waaren betrug 263 801 000 Nubel, der Gesammtwerth der eingeführten 249 992 000. Hiernah stellt si<h für die Ausfuhr ein Uebershuß von 13 809000 Rbl. heraus, während in dem gleichen Zeitraum des Jahres 1891 bei einem Ausfuhrwerth bon 475 650 000 Rbl. und einer Einfuhr im Werthe von 9244 361 000 Rbl. der Ucbershuß si<h auf 231 289 000 Nbl. belief und im Jahre 1890, wo der Werth der Einfuhr in dem gleihen Zeitraum mit 435 670 000 Rbl. dem Werthe der Ausfuhr in Höhe von . 248 207 000 Rbl gegenüberstand, sich ein Ueberschuß von 187 463 000 Rbl. ergab. Das ungünstige Ergebniß der Handelsbilanz des laufenden Jahres beruht, wie der Meldung des „W. T. B.“ hinzugefügt wird, auf der Minderung der dies- jährigen Getreideausfuhr, welche ih nur auf 84 951 000 Rubel stellte; in der gleichen Zeit des vorigen Jahres betrug diese 990 756 000 und im Jahre 1890 235 591 000 Rubel.

Ftalien.

Aus 503 von den 508 Wahlbezirken liegt jeßt das Wahlresultat vor. Es sind 325 M inisterielle und 101 Oppositionelle, theils Parteigänger Nicotera’s, theils Radicale, gewählt: 16 Deputirte find ohne ausgesprochene Parteirihtung. Jn 61 Wahlbezirken sind Stichwahlen er- forderlich. i

Die Blätter fahren fort, den entschiedenen Wah[- sieg des Cabinets zu betonen. Die „ZJtalie“ leugnet, daß die Niederlage der Radicalen der öffentlihen Abneigung gegen Frankreih zuzuschreiben sei; man hege die leb- bafteste Sympathie für Frankreich und wolle nur, daß es niht so eng mit den Radicalen verbündet sei. Die „Opinione“ glaubt, daß die Niederlage der Nadicalen besonders in Frankreich werde gewürdigt werden, wo Cavalotti in Aussicht gestellt habe, das Ergebniß der Wahlen werde die Verurtheilung der Tripelallianz sanctioniren. Der „Esercito“ äußert si< vom Standpunkt der wahren Jnteressen des Heeres aus sehr befriedigt über das Ergebniß der Wahlen.

Schweiz.

Zwischen der Verwaltung der französishen Mittel- meerbahn und den shweizer Behörden d es zu Differenzen gekommen. Die erstere hatte auf Anordnung des Ministers der öffentlichen Arbeiten Viette ihren Vertreter in Genf Ber- noud entlassen, weil dieser bei dem eidgenössishen Offiziers- feste veranlaßt hatte, daß beim Bahnhofe Cornavin (Genf) eine französishe Flagge dur eine schweizerische ersezt wurde. Diéser Vorfall hat in Genf ein sehr unliebsjames Aufsehen erreat. Der Genfer Staatsrath Dufour hat ih nah Paris begeben, um die Angelegenheit mit dem dortigen s{hweizer Gesandten Dr. Lardy zu besprechen. Auch der Bundes- rath hat, wie M. T2. BV.“ elde von dem Zwischenfalle Kenntniß genommen und den Gesandten in Paris beauftragt, dem französishen Minister des Auswärtigen Ribot die Erklä- rung abzugeben, daß die Maßregel, die der Minister Viette der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn auferlegt habe, weil bei einem \ E Feste die französische Fahne auf einem öffentlichen \hweizerishen Gebäude, das auf \hweizerishem Gebiet liege, durch eine shweizerishe Fahne erseßt worden sei, ihn schr peinlich berührt Fibe Es sei schr zu bedauern, daß diese Maßregel, welche die Gefühle der \hweizerishen Bevölkêrun

mit Recht tief verleßt habe, einem unbedeutenden Zwischenfa

privater Natur einen amtlichen Charakter gegeten habe, wodurch die beiderseitigen Landesfarben in Gegensaß zu ein- ander gebraht und der Bundesrath sih verpflichtet sehe, die französishe Regierung zu erinnern , daß, wenn auf shweizeriichent Boden eine französische Faone einer shweizerischen

weihen müsse, keine Demüthigung für jene vorliege. ‘Der

Bundesrath hat außerdem das Eisenbahn-Departement mit der Prüfung der Frage beauftragt,- ob nicht in *rächster Zeit die auf dem shweizerishen Boden liegende Theilstre>e der Paris- Lyon-Mittelmeerbahn zurüczukaufen sei. :

Luxemburg.

Die Kammer is gestern dur<h den Staats-Minister Eyschen eröffnet worden. Zum Präsidenten wurde de Wacquant, zum Vice-Präsidenten Ch. Simons, beide mit 2% von 43 Stimmen, wiedergewählt. Auf Blochausen entfielen bei der Präfidentenwahl 9 Stimmen.

Belgien.

Die Eröffnung der Kammer durch den König hat, wie angekündigt, gestern Mittag stattgefunden. Die Radicalen und Socialisten haben diesen Anlaß zu Demonstratiogen für Einführung des allgemeinen Stimmrechts benugzt, ‘töorüber folgende Meldungen vorliegen :

Auf dem ganzen Wege, den der König auf der E A von dem Schlosse zur Eröffnung der Kammer zurüdlegte, hatten Socialisten in großer Zahl hinter den Spalier bil- denden Truppen und Bürgergarden Aufstellung genommen. Sobald der Wagen des Königs si< näherte, brachen die De- monstranten, die zahllose Vapierzettel mit der Aufschrift : „Es lebe das allgemeine Stimmrecht !“ ausstrezten, in den Ruf aus: „Es lebe der König!“ und stimmten die Marseillaise an. Vereinzelte Bürgergardijten riefen: „Es lebe das allgemeine Stimmrecht!“ Lebhafte Rufe der Menge: „Es lebe der König, es lebe die Königin!“ übertönten deren Stimmen. Wegen antimonarchisher Ausrufe wurden mehrere O: verhastet.

Die vom König verlesene Thronrede sagt nach ciner

Meldung des „W. T. B.“ in Betreff der Verfassungs- Revision: „Die Kammer hat in Uebereinstimmung mit der Regierung be- \{lofsen, daß verschiedene Punkte unserer politischen Organisation einer eingehenden Prüfung zu unterziehen sind, und in der feierlichen, be- sonderen Befragung, welche von unserer Grundacte vorgeschrieben wird, haben die derzeitigen Wähler den Abgeordneten foeben das Mandat ertheilt, eine erheblihe Ausdehnung des Stimmrechts ins Werk zu setzen. Hieran knüpfen si andere Aufgaben von derselben Bedeutung und ihre Lösung wird ein wesentlicher Gegenstand der bevor- stehenden Session sein. Indem unsere Voreltern die Verfassungs- revision der Genehmigung dur eine ausnahmsweise Majorität, unter- warfen, wollten sie, daß diese Revision niht das Werk einer Partei sei. In diesem Geiste werden durh meine Regierung Vorschläge unterbreitet werden, und i< bin überzeugt, daß die revidirte Ver- fafsung- ebenfalls ein Werk der Eintracht, der Weisheit und des Fortschritts sein wird“. Ueber die Beziehungen zum A us- lande beißt es, daß dieselben nah wie vor von dem Geiste gegenseitigen Vertrauens getragen seien. Die Thronrede hebt hervor, daß ibliae internationale Versammlungen auf politischem Gebiet abgehalten worden sind, und daß Brüssel nächstens Siß der Münzconferenz sein wird. Die Maasbefestigungèn, die_nunmehr fertig- estellt seien, würden das Land noch besser in den Stand seßen, dite Pflichten der Neutralität zu erfüllen, an welchen jederzeit festzuhalten Belgien fest entshlossen sei. Bei Erwähnung der Industrie und des Handels erinnert der König an die Schwierigkeiten, welhe aus dem allgemein herrshenden Unbebagen herrührten, und zu denen sih die Ershwerungen durch steenge Schußzollmaßregeln gesellten. Pro- duction und Handel seien indessen nicht vermindert; an Stelle ver- lorener Absaßgebiete seien neue getreten, die den Gegenstand bestän- diger Fürsorge der Regierung ildeten. Die finanzielle Lage bleibe befriedigend.

Die Thronrede behandelt im übrigen innere Fragen, ins- besondere die Besserung in der Lage der arbeitenden Klassen.

Nach Verlesung der Thronrede brachen Janson, Féron und die radicalen Deputirten von Brüssel wiederholt in den Ruf aus „Es lebe das allgemeine Stimmrecht!“ Die Rechte antwortete mit einem Hoch auf den König. Von den Tribünen wurden dem „D. B. H.“ zufolge zahlreiche Zettel in den Saal geworfen , welhe die Aufschrift „Hoch das allgemeine Stimmrecht“ trugen. Zwei Personen wurden sofort verhaftet. Bei der Rückkehr wurde der König von endlosen Hos auf das allgemeine Stimmrecht begrüßt. Zahllose Zettel mit der Aufschrift „Allgemeines Stimmrecht!“ fielen auf den König nieder, dessen Pferde wiederholt scheuten.

Am Abend kam es in Brüssel zu weiteren Demonstra-

tionen. Etwa 5000 Personen hatten si<h vor der Maison du peuple versammelt und hinderten den Verkehr. Die Artillerie beseßte die Börse; die vierte Abtheilung bivduacquirte vor dem Stadthause, der Börse, dem Palais der schönen Künste und vor Vauxhall. Die berittene Bürgergarde über- nahm den Patrouillendienst. Die gesammte Garnison und die Gendarmerie. war consignirt, ebenso die Polizei Nach Schluß der Abendmeetings, von 8 Uhr ab, durchzogen zahl- reiche Züge von Manifestantén, 1000 bis 8000 Mann stark, die Hauptstraßen der Stadt, indem sie gegen das Palais- viertel vordrangen. Eine Colonne von Mann war in die verbotene Zone eingedrungen, manifestirte und pfiff vor dem Ministerium des Jnnern, warf die sie angreifende Polizei urü> und zog dann weiter vor das Finanz-Ministerium. Nach Abzug der Manifestanten beseßte Artillerie und Gendarmerie die Place du Palais. Bürgergarde sperrte die Zugänge zur Kammer ab. Zwei andere Züge von Manifestanten versuchten die Polizeiketten hinter den Ministerien zu durhbrehen. Es entstand ein Handgemenge, während dessen die Menge die Verhafteten zu befreien suhte. Die Polizei wurde mit Steinen geworfen. Die berittene Gendarmerie zersprengte jedo<h mit blanker Waffe die Demonstranten, die nah allen Seiten auseinanderflohen. Der Lärm war un- beschreiblih. Mehrere Manifestanten wurden s{<wer ver- wundet in benahbarte Cafés getragen. Gegen Mitternacht war die Ruhe überall wiederhergestellt. Sieben Personen wurden verhaftet. Zwei Offiziere Les Bürgergarde, die auf der Place royale „Es lebe das allgemeine Stimmrecht“ ge- rufen hatten, sind zu zwei Jahren Degradirung und einer Geldbuße verurtheilt worden.

In Lüttich und Gent fanden ebenfalls Meetings und socialistische Aufzüge statt, die indessen ohne besondere Zwischen- fälle verliefen.

Griechenland.

Der Großfürst-Thronfolger von Rußland ist gestern von Athen E Dem Wiener „Frdbl.“ zufolge wird er gegen den 12. d. M. zum Besuch des Kaiserlichen Hofes in Wien eintreffen.

Dänemark.

(F) Die Einnahmen aus den Zöllen, der Brannkt- wein- und Biersteuer sowie der Kriegssteuer und den Schiffs- abgaben betrugen von Anfang April bis Ende August dieses Jahres 14 285 365 Kronen oder 515 019 Kronen weniger als

in der gleichen Zeit des Vorjahres.

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