1892 / 273 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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zu statten kamen, litt stellenweise an ciner folhen Ueberhastung, daß die Worte unverständli<h wurden und die Gestalt das Heldenhafte verlor. Die Amalie der Frau Geßner dagegen war ein natürliches Bild echter Weiblichkeit und zarter Empfindung, das auch bei der Ab- wehr der Zärtlichkeiten des verhaßten Franz niht der Größe ent- behrte. Den alten Grafen gab Herr Pategg würdevoll; er wußte die Gefahr, allzu gräßli<h zu wirken, geschi>t zu umgehen. Unter den Räubern sind lobend hervorzuheben der Spiegelberg des Herrn Merten, der Schweizer des Herrn Bender, der Roller des Herrn Sommerstorff und der Kosinsky des Herrn Herz. Die Infscenirung war prachtvoll, der Eindru> des brennenden Schlosses

großartig. Kroll’s Theater.

Gestern Abend gab man eine neue italienis<e Oper in zwei Acten „A Santa Lucia“ von Pierantonio Tasca, die bei vor- treffliher Best ßung aller Nollen und einer tadellosen Wiedergabe des orchestralen Theils einen ganz ungewöhnlichen äußeren Erfolg erzielte. Die Oper is ein neues Product der musikalis<en Strömung, welhe die zeitgenössishen italienishen Componisten beherrscht. Ein Zug von Realiêmus, der überhaupt dem Empfinden der Gegenwart entspriht, dur<hweht die Vorgänge auf der Bühne, und die mustikalishe Nachbildung des. Empfindungs- gehalts der Handlung scheint niht weniger pa>end und naturwahr als diese selbst. Es liegt nahe, das erste moderne italienis<he Musik- drama, das auf der deutshen Bühne sich eingebürgert hat, die „Cavalleria rusticana“ von Mascagni, hier in Parallele zu ziehen. Wie bei Mascagni wurzelt der Stoff der Handlung in dem italienischen Volksleben und wie bei ihm bildet das nationale und locale Colorit einen wesentlichen Reiz wie des Textes so der Musik. Man hat zu bemerken, daß neben einer national deutschen auch eine national italienishe Musik neue Blüthen von eigenartigem und berü>endem Charakter treibt. In den neuen italienis<hen Producten spielt au<h gegenwärtig noch das lyrishe Element neben dem dramatischen eine hervorragende Nolle, und die gefällige Melodik gewinnt die Hörer leihter, als es wohl in den jüngsten deutshen Musikdramen der Fall ist; ihre hohe Bedeutung für die Gesammtentwi>klung der Kunst kann umsoweniger zweifel- haft sein, als die Wirkung, welche die neuen Opernerzeugnisse auf das italienishe Volk naturgemäß ausüben werden, an dem großen Eindru> emessen werden kann, den diese Werke bei fremden Völkern

ecvorgerufen haben. Die Oper „A Santa Lucia“ giebt in zwei Acten ein Schi>salsbild, das, in kleinem Kreise si abwi>elud, do<h hervorste<hende Merkmale des italienis<hen Volks- charakters überhaupt enthält. Die Scene spielt am Golf von Neapel. Eines Austernhändlers Sohn Cicillo liebt ein armes Madchen Nosella: eine Nebenbuhlerin Maria su<ht \si< Nosella?s mit allen Mitteln zu entledigen, und bringt dem ein Jahr lang von der Heimath fern gewesenen Cicillo den Verdacht bei, daß fein eigener Vater Totonno Nosella liebe und wieder geliebt werde. Da Totonno diesen Verdacht bestätigt, gelingt es Nosella nicht, ihren Bräutigam von ihrer Treue zu überzeugen, und voller Verzweiflung stürzt sie sich in das nahe Meer. Cicillo entreißt sie den Wellen und die Sterbende ersti>t dur< ihre leßten Worte jeglihen Verdacht in der Brust des untröstlihen Cicillo. :

Der Componist hat das Volksleben musikalis< pa>end und in überrashender Treue auszudrü>en gewußt. Geradezu bewundernswerth ist es, wie Tasca Naturlaute harmonish verwendet; vielleicht darf man hier ganz im besonderen Richard Wagner als Lehrmeister an- sehen; überall erscheint aber das lyrishe Element als Begleiter des heroishen. Der erste Act des Melodramas klingt in einer Liebesscene aus, die den Höhepunkt der compositorischen Arbeit und au< der Wirkung auf die Hörer bildet. Der iveite Ac mit felnet aalen Lösung enthält nur scau- spielerisd, ni<ht musikalis< eine Steigerung des Affects. Aber auf das Publikum der gestrigen Vorstellung machte au<h der Schluß der Oper einen tiefen Eindru> durh die geniale \chauspielerishe Kraft, die der Darstellerin dieser ersten Rolle, der Frau Gemma Bellincioni innewohnt; sie an erster Stelle war Trägerin des großen Erfolges, denn vom ersten Augenbli> an fesselte sie das Publikum

fast no< mehr als Zuschauer, denn als Zuhörer; das ganze Gefühlsleben eines Mädchens aus dem Volke trat in ihrem naturwahren Spiel und ihrer überzeugenden Gekterdensprache lebendig vor den Zuschauer hin und, um die künstlerishe Leistung zu einer in jeder Richtung voll- endeten zu machen, stand auh die Sängerin voll auf der Höhe ihrer Aufgabe; eine überaus geshmeidige Stimme ermögliht die klare Wiedergabe aller Gemüthébewegungen und Seelenregungen; au< die Klangfarbe und die Kraft des Organs gestatten in den Momenten der Leidenschaft mächtige Wirkungen. Es kann daher nicht Wunder nehmen, daß die Künstlerin wahre Beifallsstürme entfesselte. Als Cicillo konnte Herr Roberto Stagno seine bemerkenswerthen Stimmmittel gut verwerthen und gefiel au< als Darsteller besser, weil er ohne Geziertheit seinen Gefühlen einfahén Auëdru> gab. Die eindru>svollere Partie unter den männlichen Künstlern fiel aber Herrn Juan Luria als Totonno zu, den der Sänger mit feiner Charakteristik und \{öner Stimm- entfaltung gab. Als Maria zeigte Fräulein Marie Tomschi> es Talent für die Nolle der Intrigantin, die sie au< gefanglih völlig heherrshte und verständnißvoll gestaltete. Alle übrigen mit- wirkenden Kräfte lösten ihre Aufgaben fo befriedigend, daß fi ein sehr würdiges Zusammenspiel ergab. Besonders verdienen auch die Chöre und das Orchester, das unter der Leitung des Herrn Kapell- meisters Alessandro Pomé fland, sowie endlich die Inscenirung lobende Anerkennung. Mit den Sängern und Sängerinnen mußte auch der anwesende Componist wiederholt auf der Bühne erscheinen um den Dank des Publikums entgegenzunehmen, das sih namentli< am Schluß der Vorstellung an Hervorrufen nicht genug thun konnte.

Am Sonnabend gelangt im Königlichen Opernhause Meber's „Oberon“ mit den Damen Leisinger, Pierson, Rothauser, Göße, Deppe und Kopka, den Herren Rothmühl, Lieban, Stammer, Fränkel und Krasa zur Darstellung. E / :

Im Königlichen Schauspielhause ist fdie morgige Auf- führung -des „Fiesfo" zum Besten der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger bestimmt. Die Beseßung der Hauptrollen des Dramas ist die bekannte, nämlih: Fiesko Herr Matkowsky, Leonore Frau von Hochenburger, Gräfin Imperiali Fräulein Poppe, Andreas Doria Herr Nesper, Gianettino Herr Keßler, Verrina Herr Klein, der Mohr Herr Vollmer. :

Am Freitag und Sonntag finden im Berliner Theater Wiederholungen des neueinstudirten Schauspiels „Julius Câäfar“ mit Ludwig Barnay in der Rolle des Marc Anton statt. Am Sonn- abend geht „Dora“ in Scene. Wegen der kirhlihen Todtenfeier findet am Sonntag keine Nachmittags-Vorstellung statt : die Abend- Vorstellung beginnt daher hon um fieben Uhr. i '

In dem Schauspiel „Nalsen wider Ralsen“ von Richard Grelling, das, wie gemeldet, morgen im Lessing-Theater zur ersten Auf- führung kommt, werden die Hauptrollen von Marie Reisenhofer, Oscar Höcker, Georg Molenar, Emanuel Reicher und Franz Schön- feld dargestellt. In episodishen Rollen werden Gustav Kober, Ernst Lessing und Eugen Pansa mitwirken. :

Im Wallner-Theater wird am Sonntag zum ersten Male Hermann Sudermann's Schauspiel „Die Ehre“ zur Aufführung gelangen, da dur<h die Rücksicht auf das Todtenfest eine Aenderung in dem wechselnden Spielplan erforderli<h geworden ift. Auch für diese Aufführung werden die volksthümlichen Preise beibehalten. i

Im Friedrih-Wilhelmstädtishen Theater werden die Aufführungen von Offenbah's „Orpheus“ täglih fortgeseßt und nur am Todtensonntag für diesen einen Tag unterbrochen. O

In der einmaligen Aufführung des Dumas'shen Schauspiels „Prinzessin Georges“, die im NResidenz-Theater am Todten- sonntag die Vorstellungen des Schwanks „Im Pavillon“ unterbricht, wird eine junge Künstlerin, Fräulein Louise Baumbach, erftmalig auftreten. j '

In der morgigen Vorstellung von Mozart's „Zauberflöte“ im Kroll’ schen Theater wird rau Lizzi Sondermann, die bekannte Concertsängerin, als Königin der Nacht gastiren; die Partie des Sarastro singt Herr Conrad Behrens.

„Der Einsam’“, die Novität der „Münchener“, die im Thomas- Theater erfolgreih in Scene gegangen ift und namentlih im zweiten Act eine bedeutende Wirkung ausübte, hat bei ihren Wiederholungen dur zwe>entsprehende Einrichtung auh in den übrigen Acten ‘an Interesse gewonnen. Das Stück wird au< am Sonntag auf dem Spielplan bleiben. :

In dem morgen im Concert hause stattfindenden Virtuosen- Abend wird der Concertmeister Hellriegel „Zigeunerweisen“ für die Violine von Sarasate, Herr Schwarz das Larghetto aus dem A-dur-Duintett von Mozart, Herr Concertmeister Carnier „Souvenir de Bade“ für die Violine von Leonard, Herr Nößler „Ballabile di Concerto* für die Flôte von Briccialdi, Herr Smit „Grande e Lestocq“ für Cello von Servais und Herr Steffens Variationen aus dem „Carneval von Venedig“ für Cornet-à-piston von Arban vortragen. Außerdem wird der Componist Herr Max Wagner seine \ymphonishe Dichtung „Von der Schauenbnrg“ unter persönlicher Leitung zur Wiederholung bringen.

Mannigfaltiges-

Heute find wieder drei große Bazare eröffnet worden. Die vierzig Zweigvereine des „Vaterländischen Frauenvereins“ haben im Foyer des Reichétagëgebäudes einen Verkauf von Erzeug- nissen ihrer Industrie veranstaltet. Malmedy und Schmiedeberg sind mit Spitzen, Neustadt in Oberschlesien mit handgeknüpften Teppichen in Originalmustern, Striegau, Preey und Varel mit Wäsche, Tann, Nheinsberg und Querfurt mit Strumpfwaaren, Ragnit mit Hand- webereien, Lubliniß mit gestri>ten Hausshuhen, Sorquitten mit Korb- waaren, Morungen mit Bürsten, Marienburg mit Korbschnißzarbeiten, Köslin mit Puppen vertreten. Auch sonst sind praktis<he Sachen ver- \chiedenfter Art ausgestellt. Der Bazar ift drei Tage lang bis Abends 9 Uhr geöffnet. Unter dem Protectorat Ihrer Majestät * der Kaiserin Friedrich hat der Pestalozzi-Frauenverein im Cultus-Ministeriuum einen Bazar aufgethan. Der Parterrefaal ist mit den Büsten der Kaiserin -Friedri<ß und Pestalozzi’s ge- \{müdt. SInmitten des Saales fteht der Kunstiish, rings- berum sind Tafeln mit zumeist praktishen Sachen aufgestellt. Der Verein hat im Vorjahre achtzig arme Lehrerwittwen und er- werbéunfähige Lehrerinnen mit 3494 Æ unterstüßt und einen nam- haften Beitrag zur Unterhaltung des Pestalozzi-Waisenhauses in Eberswalde beigesteuert. Der Bazar, der nur vier Tage dauert, foll weitere Mittel schaffen. Dem im zweiten Sto> des Abgeordneten- hauses veranftalteten Bazar des Preußischen Frauen- und JIungfrauenvereins hat Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Friedri<h Carl Kunstsahen, Stiche, Aguarelle u. dergl. über- nieen. Der Bazar enthält meist Luxuëgegenstände von hohem

erth.

Nach Shluß der Redaction eingegangene Depeschen.

Wien, 17. November. (W. T. B.) Der König von Rumänien und der Prinz Ferdinand nahmen gestern Abend bei dem Erzherzog Karl Ludwig den Thee ein und ver- abschiedeten si<h bei dieser Gelegenheit von den Mitgliedern des Kaiserlichen Hauses. Heute Morgen machten der König und der Prinz Ferdinand im Civilanzuge einen Spaziergang durch die Stadt und frühstü>kten alsdann gegen 1 Uhr in den Gemächern des Königs. :

Der ungarishe Minister-Präsident Dr. Wekerle con- ferirte heute Mittag mit dem Grafen Kálnoky und wird heute Nachmittag dem Kaiser über die Bildung des neuen Cabinets Bericht erstatten.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

vom 17. November,

Wetterberi r Morgens.

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Schauspielhaus.

252. Vorstellung. Zum Besten | Blum und Raoul Tochs.

Deutsh von Ludwig der Genossenschaft Deutsher Bühnen - Angehöriger. | Fis<hl. In Scene geseßt von Sigmund Lautenburg.

iesco, oder: Die Verschwörung zu Genua. Vorher: Der neue Ganymed.

Concerte.

(Café | Sing-Akademie. Freitag, Anfang 7# Uhr:

fp.

red. in Millim.

Stationen.

Bar. auf 0 Gr. | 5 u. d. Meeres

Wind.

Wetter.

in 9% Celsius 59 T. =49%R.

Temperatur

Mullaghmore | 757 |S

Aberdeen . . | 762 |SW

Christiansund | 763 Kopenhagen . | 768 Sto>holm . | 772 rit ¿1-709 D l T Cork, Queens- on T TOL Cherbourg . | 76L “R 760 E08 amburg . . | 764 winemünde | 768 Neufahrwafser| 771 Memel .…. | 771

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Jle d'Aix . . | 760 N L 6s 760 Triest A

23 mm Regen.

N A L E E e L L E A t e Theater- Anzeigen.

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\till|halb still!bede>t

1) Reif. 2) Gestern Nebel. ®) Reif. Uebersicht der Witterung.

Der Luftdruck ist im allgemeinen gleihmäßig ver- theilt und daher die Luftbewegung fast überall \{wa<, in Central-Europa aus vorwiegend süd- östlicher Richtung. Eine flache Depression, nordost- wärts fortschreitend, liegt über der Kanalgegend, die- selbe dürfte indessen das Wetter unserer Gegenden nur wenig beeinflussen. Eine neue tel ce naht vom Ocean westli<h von den britishen Jn Deutschland dauert die meist trübe vielfa neblige Witterung fort; in den nördlichen Gebietstheilen fanden vielfa<h Nachtfröste, in den südlichen stellen- “weise leihte Regenfälle ftatt.

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Königliche Schauspiele.

haus. Keine Vorstellun :* Dritter Symphonie-A Anfang 7{ Uhr.

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5 bede>t 1 halb bed. 2 bede>t 5/halb bed. 2 bede>t 6 bede>t 1 bede>t

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Cherbourg meldet sche Seewarte.

Freitag: Opern-

‘neu bearbeitet von Eduard Jacobson.

Königlichen Kapelle.

F Ein republikanishes Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrih von S{hiller. In Scene gefeßt vom Ober- Regisseur Max Grube. Anfang 7 Uhr. Sonnabend : Opernhaus. 243. Vorstellung. Oberon, König der Elfen. Romantische Oper in 3 Auf- zügen. Musik von C. M. von Weber. Die Recitative von F. Wüllner. Ballet von Emil Graeb. Jn Scene geseßt -vom Ober - Regisseur Teßlaff. Diri- gent : Kapellmeister Sucher. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. 253. Vorstellung. Christoph Columbus. (Erster Theil.) Schauspiel in 3 Auf- zügen von Karl Werder. In Scene geseßt vom Ober-Negisseur Max Grube. Anfang 7 Uhr.

Deutsches Theater. Freitag: Die Räuber.

Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Lolo’s Vater.

Sonntag: Der Misanthrop. Die Neuver- mählten.

Montag: College Crampton.

Berliner Theater. Freitag : 12. Abonnements- Vorstellung, Julius Cäsar. (Marc Anton: Lud- L Anfang 7 Uhr.

onnabend: Dora.

Sonntag: Julius Cäsar. (Marc Anton: Lud-

wig Barnay.)

Lessing- Theater. Freitag: Zum 1. Male: Ralsen wider Ralsen. Schauspiel in 4 Acten von R. Grelling. Anfang 7# Uhr.

Sonnabend: Die Orientreise.

Sonntag: Ralsen wider Ralsen.

Wallner-Theater. Freitag: 18. Gast-Vor- stellung des Lessing-Theaters: Die Grofsstadtlufi:.

Anfang 7# Uhr.

Sonnabend: Sodoms Ende. L

Sonntag: Zum 1. Male: Die Ehre. Schauspiel in 4 Acten von H. Sudermann.

Volksthürmliche Preise (Parquet 2 46). Vorverkauf ohne Aufgeld.

Friedrich - Wilhelmftädtishes Theater. Freitag: Sechster Abend im Offenbach-Cyelus. b. Aufführung. Orpheus in der Unterwéelt.

Burleske Oper in 4 Bildern von Hector Cremieux, Musik von

Jacques Inba, Dirigent : Kapellmeister Feder-

mann. Anfang 7 Uhr. Sonnabend : Dieselbe Vorstellung,

Residenz-Theater. Direction : Sigmund Lauten- burg. Freitag: Zum 42. Male: Jm Pavillon. (Le Parsuam.) Schwank in 3 Acten von Ernest

Geöffnet 9 Uhr bis

Lesfert.) SGwank in 1 Act von Charles Louveau. Anfang 7# Uhr.

Sonnabend: Dieselbe Vorftellung.

Sonntag : Einmalige Aufführung von Prinzesfin Georges. Parifer Sittenbild in 3 Acten von Alexander Dumas (Sohn). Deuts<h von Eduard Mauthner.

Kroli's Theater. flöte. Anfang 7 Uhr. :

Sonnabend: Gastspiel von Gemma Bellincioni und RNoberto Stagno. A Santa Lucia. Melo- drama in 2 Acten von Pierantonio Tasca.

Neues Theater (am Schiffbauerdamm 4/5).

Sonnabend: Eröffnungs - Vorstellung. Jphigenie auf Tauris. Sonntag und Montag: Jphigenie auf Tauris. Dienstag: Zum 1. Male: Die Liebeshändlerin.

Theater Unter den Linden Ronacher. Freitag: Zum 55. Male: Die Welt in Bild und Tanz. Ballet von Gaul und Haß- reiter. Musik von Bayer. JInjcenirt dur< Louis Gundlach. Die kleine Primadonna. Gelegen- heitss{wank in 1 Act von Richard Genée. In- scenirt dnr< den Ober-Regisseur Herrn C. A. Friese sen. (Gastspiel der 16 jährigen Primadonna Fräul. Sophie David.) Hervorragendes Variété- Programm. Abends 74 Uhr.

Adolph Ernst-Theater. Freitag: Zum 74. Male: Die wilde Madonna. Gesangs- posse in 3 Acten von Leon Treptow. Coupl-ts von G. Görß. Musik von G. Steffens. Mit neuen Costumen aus dem Atelier der Fr. Köpke und neuen Decorationen von Lütkemeyer in Cobura. In Scene geseßt von Adolph Ernst. Anfang 7F Uhr.

onnabend : Dieselbe Vorstellung.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Freitag: Ensemble-Gastspiel der Münchener unter Direction des Königlich Bayerischen Ÿo \chau- \pielers E Hofpauer. Zum 4. Male: Der Einsam”. Volks\tü> mit Gesang in 5 Acten, frei nach der gleihnamigen Erzählung L. Anzengruber?s von Wilhelm Bolin. Anfang 74 Uhr.

Sonnabend: Dieselbe Voeiièlluäg.

Freitag: Die Zauber-

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LASVSL) Hohenzolleru-Galerie Lehrter Bab nhof. L A Sonntags 50 <>.

Gr. histor. Nundgemälde 1640—1890. unkelh. Sount. 9—D,

Uranig, Anstalt für volfsthümlihe Naturkunde. Am Landes - AENC - Park (Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 12—11 Uhr. -

Concert von Martha Hornig und Franz Fink mit dem Berliner Philharmonischen Orchester.

Concert-Haus. Freitag, Abends 7 Uhr: Karl Meyder - Concert. 1x. Virtuosen - Abend unter gefälliger Mitwirkung des Componisten Herrn Mar Wagner.

Saal Bechstein, Linkftraße 42. Freitag, Anfang 73 Uhr: Concert der Concertfängerin Margarethe PRR unter gütiger Mitwirkung des Pianisten Herrn Elémer Polonyi und des Lello- virtuosen Herrn Anton Hegner.

Circus Renz (Carlstraße.) Freitag, Abends 74 Uhr Große außerordentlihe Vorftellung mit humoristishen Einlagen sämmtlicher Clowns. Auf- treten sämmtlicher Kunstspecialitäten ersten Ranges. Außerdem: Mr. James Fillis, der bedeutendste Schulreiter der Gegenwart, mit dem Schulpferde „Markir“. Gebr. Gelli, Akrobaten erften Ranges. Mde. la Baronne de Bellefoi mit dem Schul- pferde „Feu“. Zum Schluß der Vorstellung : Auf S oland, oder: Ebbe und Fluth. Großes Land-,

af - und Feuer-Schauspiel. Nationaltänze von 82 Damen. Neue Tanz-Einlagen: u. A. „1. Garde- Regiment zu Fuß in Parade-Uniform aus der Bei Friedrich's des Großen“, „Hamburger Bürgerwehr“.

Sonnabend, Abends 74 Uhr: Parade - Gala- Vorstellung. : i

Sonntag (Todtenfest), Abends 74 Uhr: Große E mit neuem Programm und „Auf

elgoland“.

Billet-Verkauf dur< den „Invalidendank“, Mark- grafenstraße 51a.

Familien-Nachrichten.

Geboren: Ein Sohn: Hrn. von Rohrscheidt (Deuts<h-Steine bei Ohlau). estorben: Hr. Ober - Regierungs - Rath a. D. Mathias Joseph Claessen (Aachen). Fr. Ritt- meister Katharina von Arnim, geb. von Alvens- leben (Potsdam). Frl. Ida von Petit (Brieg).

Redacteur: Dr. H. Klee, Director. Berlin:

Verlag der Expedition (Scholz).

Dru> der Norddeutschen Buchdruekerei und Verlag#- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Fünf Beilagen . (einshließli< Börsen-Beilaze). -

Weber der

zum Deutschen Reichs-Anz

M 213.

Statistik und Volkswirthschaft.

: Deutsche a ies Rie Die Deutsche Volks-Baugesellshaft, Friedrichstraße 108, die erst vor Jahresfrist ihre S Thätigkeit begonnen, hat bereits etwa 200 Anwesen im Gesammtbetrage von ca. 2 Millionen Mark fertig- estellt. Diese vertheilen si<h auf Groß-Lichterfelde an der Potsdamer Bahn, Lichterfelde-Giesensdorf an der An- halter Bahn, Hermsdorf an der O und Neu- Rahnsdorf zwishen Friedrihshagen und rkner an der Niederschlesif< - Märkishen Bahn. Unmittelbar an leßterer Colonie, wo jeßt s{<hon etwa 50 Villen errichtet sind, ist die vom Ministerium der öffentlihen Arbeiten der Deutschen Volks-Baugesellschaft bewilligte Haltestelle im Vororts- verkehr eröffnet worden. Neu-Rahnsdorf liegt, gegen Nordwest dur die Püttberge ges{üßt, im Norden, Osten und Westen von herrlihen Waldungen umgeben und im Süden und Osten von dem Muünggelsee, der Spree und dem Daemerißsee eingefaßt, in gesundester und s{hönster Gegend und wird nit verfehlen, jeßt na< Eröffnung des Bahnhofs eine no< größere Anziehungskraft als bisher aus- zuüben und der Colonie einen bedeutenden Aufs{wung zu sichern. Weitere Bauten sind ausgeführt in Grünheide bei Berlin, in Elberfeld, Colmar i. E., Magdeburg. Kreuzburg i. Oberschl., Zoppot und steht die Aufnahme der Thätigkeit an weiteren Orten bevor. Das Princip der Gesellschaft besteht darin, mit den Erwerbern von Anwesen abgekürzte P R abzuschließen, mittels welcher die Grundstüce (Gebäude mit Garten) gewöhnlih bei Erreichung des se<zigsten Lebensjahres unbeschränktes Cigenthum der Versicherten oder im Falle des früher eintretenden Todes derselben sofort {uldenfreies Eigenthum der hinterlassenen Familie werden. Zum Erwerb eines Anwesens bedarf es also nur geringer Mittel. Anzahlungen auf die Anwesen find jederzeit gestattet. Baupläne und Prospecte sind an Wochen- tagen zwischen 10 und 3 Uhr im Bureau der Gesellschaft, Friedrich- straße 108 I. zu haben. Jede gewünschte Auskunft wird daselbst bereitwilligst ertheilt.

: Ent- und Bewässerung. l

Im Negierungsbezirk Potsdam wird mit großem Eifer an der Ent- und Bewässerung der Ortschaften und Städte gearbeite:. In Lichten- berg urrd Pankow if na< Eingang der ministeriellen Genehmigung mit den Kanalisationsarbeiten begonnen, ebenso in Rirxdorf, wo bercits ein Theil der Hauptsammlex sowie der Dru>- rohrleitung fertiggestellt ist. Auch Neu-Weißensee hat \i< zur Anlage einer Entwässerung mit Pumpstation genöthigt geschen. In Potsdam is Mitte September die Gaus anlage für den östlihen Theil des Stadtgebiets in Betrieb gesetzt und hat bisher keine Störung gezeigt. Die Wasserleitung in Havel- berg ist für die Inselstadt dem Betrieb übergeben; bei den gemein- samen Wasserwerken für Lichtenberg, Friedrihsfelde, Borhagen,

Rummelsburg steht die Inbetriebseßzung bevor. Geplant wird Kanali-

fation und Wasserleitung für Prenzlau.

Sc<lachthäusfer.

Im Negierungsbezirk Potsdam wird in erfreulihem Umfange mit dem Bau von Schlachthäusern vorgegangen; in Neu-Ruppin ist ein folhes vollendet, in Angermünde und Perleberg im Bau begriffen, in Schwedt die Errichtung beschlossen worden.

Zur Arbeiterbewegung.

Ueber den socialdemokratis<hen Parteitag, der gegenwärtig in Berlin abgehalten wird, liegen folgende weitere Mittheilungen vor:

Nach Beendigung der Erörterungen über den Bericht des Partei- vorstandes wurde dem Vorstand Entlastung ertheilt und folgender Antrag angenommen: „An allen Orten, an welchen eine Parteiorgani- sation besteht, ift das Centralorgan auf Kosten der örtlichen Partei- kasse von den Vertrauensmännern zu halten und zu sammeln“. Hierauf erstattete Herr Singer den Bericht über die Thätig- keit der socialdemokratishen Reichstagsfraction und fam dabei auf die Militärvorlage zu \prehen, gegen die er eine Resolution be- antragte, die später zur Annahme gelangte. Ein Antrag des Herrn Augustin-Callin, daß die Socialdemokraten bei Stihwahlen unter den andern Parteien si stets der Stimme enthalten follen, und eine Resolution, die si< auf die elsaß-lothringishe Vereins-, Ver- fammlungs- und Preßgeseßgebung bezieht, sowie einige andere An- träge von Delegirten, wurden der Parteileitung zur Erwägung über- wiesen. In ciner Resolution erklärte der Parteitag fd mit der bisherigen parlamentarischen Thätigkeit der Fraction einverstanden. Beim vierten Gegenstand der Tagesordnung: Anträge zur Organi- sation, begründete Fräulein Ba ad er (Berlin) den Antrag: anstatt «Vertrauenémänner" überall zu sagen „Vertrauenspersonen“, da man in Deutschland unter „Mann“ keine Frau verstehe und die Frauen in der Partei gleihbere<tigt seien. Der Antrag wurde an- genommen; ebenso der Antrag einer Berliner Kuubis und Mädchenversammlung: „Weiblihe Delegirte können in be- sonderen Frauenyersammlungen gewählt werden.“ Die Social- demokraten von Bernburg, Bielefeld, Duisburg, Mühlheim, gram sin a. M., Liegnitz, des 16. sächsischen und 1. württembergischen

ablfreises beantragten, dem $ 7 Abs. 1 des Organisationsstatuts der Partei folgende Fassung zu geben : Alle zwei Jahre findet ein Parteitag statt, der von der Parteileitung einberufen wird. Der Antrag wurde von Bebel bekämpft und von der Versammlung t i ferner lehnte der Parteitag es sodann ab, die Diäten der Delegirten aus der

arteifasse zu bezahlen, und ging über den Antrag Nebs - Weißen- fels, daß jeder Parteigenosse, der als Vertreter der Socialdemokratie in ein Parlament gewählt werden folle, vorher nachzuweisen habe, daß er aus der Kirche ausgeschieden sei, zur Tagesordnung über. Veber die Maifeier, den fünften Punkt der Tagesordnung, erstattete Metallarbeiter Geris<- Berlin Bericht. Der Redner bemerkte: Der für Deutschland beste Tag für die Feier sei entschieden dér erste Sonntag nah dem ersten Mai. Der Beschluß in Brüssel bestimme aber, die Feier am 1. Mai selbst zu begehen, und man müsse sich im Interesse der Solidarität der Arbeiter danach rihten. In diefem Sinne beantragte der Referent eine längere Resolution, die aber mit folgender Wendung s{<ließt: „Mit Rüd>sicht auf die gegenwärtig herrschende wirthschaftlihe Misère, die einen geshäftlihen Aufshwung bis zum nächsten Frühjahr als völlig ausgeschlossen erscheinen läßt, hält der Parteitag die Proclamirung der allgemeinen Arbeitsruhe für den 1. Mai 1893 als undur(hführbar und beschließt daher, die Feier am Abend des 1. Mai zu begehen“. In der heutigen Vormittagéssißung fand die Discussion über diese Maifeier-Resolution statt, für die mit einer unwesentlichen Aenderung auch der Reichstags - Abgeordnete von Vollmar in einer längeren Ausführung eintrat.

Aus Eupen wird der „Köln. Ztg.* unter dem 16. November geschrieben: Die Firwa Eug. u. Gust. Peters hat sih mit den ausftändigen Webern geeinigt. Die Arbeiter wollten gestern sämmtlich die Arbeit wieder aufnehmen. Beide Theile haben ihre Ansprüche ermäßigt. , ; j

n Hü>keswagen kaen, wie te: „Vorwärts" berichtet, die er der Firma Wiehager u. Comp. wegen Lohnkürzung die Arbeit niedergelegt.

Erste Beilage

Berlin, Donnerstag, den 17. November

__ In Langwedel legten nah einer Mittheilung desselben Blattes die Cigarrenarbeiter der Firma Bra>ksie> und Brügge- mann die Arbeit nieder, weil ihnen eine Lohnforderung nicht be- willigt wurde.

_ Hier in Berlin hielten der „Voss. Ztg.“ zufolge die Be- diensteten der Pferdebahnen-, Omnibus- und Pat>et- fahrt-Gesellshaften in der Naht zum Mittwoÿ drei Versamm- [lungen ab, um eine Commission zu wählen, welche die Forderungen der Angestellten zunähst der Direction der Großen Berliner Pferdeba ngesellshaft übermitteln soll. Diese Forderungen lauten : Unterlassung jeder ferneren Maßregelung der Angestellten und Wiedereürstellung der gemaßregelten Schaffner, Kutscher und Stallbediensteten; Verkürzung der Arbeitszeit auf 10 Stun- den, mit Einschluß der Nebenarbeiten und Gewährung einer halbstündigen Mittagszeit ; Mindest-Arbeitslohn für Schaffner und Kutscher 100 ( für Stallbedienstete 70 M

Handel und Gewerbe.

__ Auf Grund eines im Niederländishen Amtsblatt ver- öffentlihten Geseßes vom 27. September d. J. wird die in den Niederlanden bestehende Accise auf Brannt- wein vom 1. Mai 1893 ab u 63 Gulden für den Hektoliter von 50 proc. Stärke erhöht werden. Mit dem gedachten Zeitpunkte wird infolge eines gleichzeitig ergangenen weiteren Geseßes eine Ermäßigung des nieder- ländischen Eingangszolls und der dortigen Accise auf A von 12 bezw. 9 auf 4 bezw. 3 Gulden für 100 kg eintreten.

Tägliche Wagenge{tellung für Kohlen und Koks an der Nuhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 16. d. M. gestellt 11 451, niht re<tzeitig gestellt keine Wagen. In Oberschlesien sind am 15. d. M. gestellt 5017, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen.

. __ Zwangs-Versteigerungen.

Beim Königlichen Amtsgericht T Berlin standen am 15. und 16. November die na<verzeihneten Grundstü>ke zur Ver- steigerung: Rammlerstraße 16, den Geschwistern Finkenberg gehörig; Fläche 9,33 a, Mindestgebot 800 ; für das Meistgebot von 210 601 A wurden der Rentier Friedri Krat, der Rentier August Rabenhorst und der Kaufmann Eduard Schulz, sämmtlich zu Berlin, out Ersteher. Friedenstraße 66, der Frau Kaufmann Marie orothee Berth, geb. Burg- hardt gehörig; Nußungswerth 5320 4, Mindestgebot 74 700 A; für das Meistgebot von 91800 # wurde der Architekt Albert Sonnenburg zu Berlin, Erstehêr. Aufgehoben wurde das Verfahren der theilungshalber eingeleiteten Versteigerung wegen des Cohniß-Marks "schen Grundstücks, Elsasserstraße 39, und die Termine am 2. Dezember d. JI., ferner das Verfahren der Zwangs- versteigerung wegen des Timme schen Grundstücks, Perleberger- straße 31, und die Termine am 26. November cr.

Der Aachener Hüttenverein gedenkt, wie die „Köln. Ztg.“ meldet, außer den bestehenden drei Hochöfen der kürzlich er- worbenen Luxemburgishen Hochofengesellshaft zu Es< no< drei weitere Hochöfen zu errichten.

S 16. November. (W. T. B.) Kammzug-Termin-

handel. a Plata. Grundmuster B. per November 3,723 4, per Dezember 3,723 Æ, per Januar 3,725 4, per Februar 3,775 A, per März 3,775 M, per April 3,80 4, per Mai 3,827 #4, per Juni 3,85 #, per Juli 3,85 4, per August 3,85 4, per Sep- tember 3,85 M, per Oktober 3,85 A Umsay 155 000 kg. ___ New-York, 16. November. (W. T. B.) Die Börse, an- fangs unregelmäßig, war späterhin theilweise steigend und {loß fest. Der Umsay der Actien betrug 252 000 Stück. Der Silbervorrath wird auf 1 590 000 Unzen geschäßt. Die Silberverkäufe betrugen 130 000 Unzen. Die Silbe rankäufe für den Staatsshay betrugen 323 000 Unzen zu 84,70 à 84,90.

Weizen eröffnete unverändert, Me nachher auf De>kungen der Baissiers an. Schluß stetig. ais eröffnete unverändert, wurde sodann besser und blieb den ganzen Tag auf kleinere Zufuhren fester. Schluß fest.

Chicago, 16. November. (W. T. B.) Weizen zog nach der Eröffnung an infolge größerer Kauflust. Schluß behauptet. Mais anfangs unverändert, später aber fester auf ungünstige Ernte- berihte. Schluß fest.

Verdingungen im Auslande.

Niederlande.

2%. November, Mittags. Raad van administratie der Koninklyke militaire academie, im Bureau des Major-Quartier- meisters zu Breda : Lieferung von 800 m dunkelblauem Tuch für Jacken, 5000 m dunkelblauem Tuch für Pantoffeln, Westen mit Aermeln und Kapotja>ken, 80 m rothem Aufshlagtuch; ferner Lieferung der für das Jahr 1893 erforderlichen Kleidungs- und Ausrüstungs- stü>e mit Ausnahme der Hemden und So>ken. Bedingungen im vorgenannten Bureau.

28. November, 1 Uhr. Directeur van’'s Ryks magazyn van Genees middelen in Amsterdam, Sarphatifstraat 110 A: Lieferung von verschiedenen für das genannte Magazin erforderlichen Artikeln für das Jahr 1893. Bedingungen und Muster im vorgenannten

Magazin. | Verkehrs-Anstalten.

Die Einfuhrbeshränkungen für Postpa>etsen- dungen na<h Rumänien sind neuerdings wiederum abgeändert worden. Zur Zeit ist die Einfuhr nahbezeihneter Gegenstände mit der Post nah Numänien verboten: Getragene und nicht ge- waschene Leib- und Bettwäsche als Handels8artikel, getragene Kleider als Handelsartikel; Muster von gebrau<hten Webstoffen, Hadern und Abfälle von Stoffen jeder Art, Papierabfälle ; ungegerbte Häute, frishe und getro>nete Blasen und Dârme, sowie gesalzene Därme; Rinder-, Kameel- und Roßhaare, niht gereinigte Shweinsborsten, Daunenkissen, ni<t gewaschene und nicht desinficirte Wolle, rohe Baumwolle; nicht _verarbeitetes Pelz- werk; Caviar; Oel in Schläuchen, Schinken, Spe>, Würste uñd andere Fleis<hwaaren, Talg, Schweinefett, Teigwaaren, Zwiebad> ; Milch, Rahm, Butter, Käse, frisches Obst, frisches Gemüse, Kar- toffeln; niht gereinigte Säe. :

. Ausgenommen von dem Einfuhrverbot sind folgende Gegen- stände: Gebrauchte Kleider, welche den Reisenden voraus- oder na<h- gefandt werden, Darmsaiten, gefärbte Le für Siebe, Res gereinigte und als Verbandmittel präparirte Baumwolle, owie neue Watte, Kleidungsstücke mit Pegpelag,

Die Einfuhr von Heringen und allen übrigen gefalzenen, ge- tro>neten, geräucherten oder marinirten Fischen aus Deutschland ist in Rumänien gestattet. Derartigen Sendungen muß jedo< eine Be-

eiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

1892.

scheinigung des Absenders beigegeben sein, worin der Nachweis geführt wird, daß der Ursprungsort nicht verseucht gewesen ist.

Die Handelskammer in Leipzig hat, wie ein Wolff’\{hes3 Telegramm mittheilf, den Beschluß gefaßt, dem fr die Leipziger Kanalfrage eingeforderten Gutachten der Berliner Ingenieure P , und Contag, unter allenlassen der früheren

rojecte Leipzig—Wallwißhafen und Leipzig—Alten beizutreten und fomit für Herstellung eines schiffbaren Kanals von der Unterelbe über die Saale nah der Oberelbe— Barby—Halle a. S.—Kreypau—Leipzig—Eilenburg— Torgau sh zu erklären, und zwar unter der Vorausseßung, L die Königlih preußis<he Staatsregierung und die König- li fsächsishe Staatsregierung dem Unternehmen ihre Unter- stüßung widmen werden und die Leistuügsfähigkeit der Saale in Bezug auf Schiffbarkeit, von ihrer Einmündung in die Elbe bei Barby bis Kreypau auf dasselbe Niveau, wie dasjenige der Elbe, ge- braht werde. Die gesammten Herstellungskosten, in welche die Kapital-Unterhaltungsfkosten einbegriffen sind, beziffert man für die Kanalstre>e Barby Halke—Kreypau—Leipzig auf 20 900 000 #, und für die Stre>e Leipzig—Eilenburg—Torgau auf 32 250 000 ( Nachgewiesen ist für beide Stre>en die tehnishe Ausführbarkeit ohne Ueberwindung großer Schwierigkeiten. Die Bauzeit für die beiden Kanalstre>en i „auf je fünf Jahre berehnet. Die Handelskammer beschloß einstimmig, das Gutachten der Herren Havestadt und Contag der Königlich sächsishen Staatsregierung zu überreichen mit der Bitte, die Sache nunmehr fträftig fördern zu wollen.

Die Post von dem am 11. Oktober aus Shanghai ab- gegangenen Reihs-Postdampfer „Ne>kar“ ist in Brindisi crngrosset und gelangt für Berlin voraussihtlih morgen Vormittag zur Ausgabe.

Bremen, 17. November. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „Spree“, am 8. November von New- York abgegangen, hat am 15. November Abends vonSouthampton die Reise nah Bremen fortgeseßt; er überbringt 377 Passagiere und volle Ladung. Der Schleppdampfer „Netter“ is am 16. November Morgens mit dem Dampfer „Baltimore“ im Schlepptau auf der Weser angekommen. Der Schnelldampfer „Elbe“, am 5. Novem- ber von Bremen abgegangen, ist am 16. November Morgens in New - Yorfk angekommen. Der Postdampfer , Weser hat am 16. Novem- ber Mittags die Reise von Antwerpen nah Bremen fortgeseßt. Der Postdampfer „Ohio“ hat am 16: November Mittags die Reise von Antwerpen nah Lissabon fortgeseßt. Der Postdampfer ¿STULtaart", von Baltimore kommend, hat am 16. November Nachmittags Prawle Point passirt. Der Schleppdampfer „Trave“ ift am 15. November Nachmittags von New-York via Southampton nah der Weser abgegangen. Der Reichs-Postdampfer „Hohenzollern“ hat am 16. November Morgens die Reise von Genua na< Soutbämpton fortgeseßt.

London, 16. November. (W. T. B.) Der Union-Dampfer „Dane“ is heute auf der Ausreise in Capetown und der ÜUnion-Dampfer „Trojan“ in Southampton angekommen.

Mannigfaltiges.

Der Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Stry> hat zur Kräftigung seiner Gesundheit einen längeren Urlaub na< Italien angetreten.

Das Jahresfesst der nunmehr seit se{<zig Jahren wirkenden Gustav-Adolf-Stiftung wurde vom Ua S Berlin [T gestern in der Nikolaikirhe begangen. Die Festpredigt hielt Super- intendent Wegener, die Gesänge führten die vereinigten Chöre von St. Nikolai und Marien aus. Der Bezirksverein, der aht Berliner Parochien umfaßt, zählt zur Zeit 668 Mitglieder und hatte im leßten Jahre 4228 46 Einnahme. Von dieser wurden 3850 (A an den Orts- verein der Stiftung abgeführt, dessen Gesammteinnahme si<h auf 23 148" belief, sodaß 15 000 4 an den Hauptverein gezahlt und 36 Diasporagemeinden mit kleineren Beträgen unterstüßt werden konnten. Die gestrige Collecte ergab 135 #4

Zur Erinneruúng an den 100. Geburtstag Ernst Eiselen's hatten die Berliner Turner gestern Abend im Bürgersaale des Rathhauses eine Gedenkfeier veranstaltet. Das Cultus- Ministerium war dur< den Geheimen Regierungs-Rath Dr. Köpke, die Turnlehrer - Bildungsanstalt dur<h die beiden Dirigenten Küppers und Euler und Professor E>ler, das städtische Turncuratorium dur< Kaufmann Hoppe, der brandenburgishe Turn- kreis dur<h den Kreisvertreter Aßrodt vertreten. Auch die vier Berliner Turngaue hatten Abordnungen entsandt, für den Akademischen Turnverein und die akademische Turnvereinigung „Arminia* erschienen Chargirte. Von der Familie Eiselen's waren mehrere Angehörige anwesend, ebenso einige seiner ehemaligen Schüler. Eingeleitet wurde die Feier dur< die vom e aerhor des Turnraths vorgetragene Kreutzer’ he Motette „Forshe nah Gott." Die Gedenkrede hielt Professor Dr. Angerstein. Mit einer Hymne von Zwyssig {lossen die Sänger der „Turnerschaft“ die würdige Feier.

Der „Voss. Z." wird Li Vielleicht mit dem angekündigten Meteorshwarm in Verbindung steht eine Himmelsersheinung, die am Dienstag Abend 6 Uhr 3 Minuten im Nordwesten Berlins beobachtet wurde. Am I Himmel in der Nähe des Jupiter wurde plöglih ein großes Meteor sihtbar. Es bewegte sih in mäßiger Geschwindigkeit, einen grünen Schweif bildend, in westlicher Richtung und explodirte nah etwa 15 Secunden.

Halle, 16. November. Den 100. Geburtstag feiert, wie der „Mgdb. Z." berichtet wird, heute der Landwirth G impfa in Reipisch, ein Veteran aus den Befreiungskriegen.

Schwerin, 16. November. Der General-Major, Stadt- Commandant Freiherr Victor von Stenglin feierte heute sein 50 jähriges Dienstjubiläum.

_Hamburg, 17. November. Der der hiesigen Dampfschiffahrts- Gesellshaft „Kosmos" devorigs Postdampfer „Neko“, Capitän Wahlers, ist, wie „W. T. B.“ nah einer Meldung aus Bremen mittheilt, auf der Rü>kfahrt in der Magelhaensstraße an Grund ge- wesen und mit le>em Vorderraum in S eingetroffen. Taucher und Pumpen wurden dem „Neko* zu Hilfe gescbi>t.

Neapel, 16. November. en T. B.) Auf der Insel Po nza fand laut Meldung des „,W. T. B.“ heute ein Erdbeben mit starkem unterirdishen Getöse statt. Am Abend fanden neue Erdershütterungen statt ; einige Häuser erhielten leihte Risse. Die Bevölkerung lagert im Freien, zusammen mit etwa 300 auf der Insel in Haft befind- lichen Personen. Hilfeleistung ist abgesendet.