1892 / 294 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

_ Eleonora Duse braucht, um si von einem leihten Influenza-

. anfall völlig zu erholen, auf ärztliche Anordnung ‘no< einen Tag Ruhe. Infolge dessen mußte der für heute angekündigte elfte Duse-Abend („Die Cameliendame“) im Lessing-Theater auf morgen vertagt werden. Der zwölfte Duse-Abend (,„Cyprienne“) findet, wie es im Spielplan fon vorgesehen war, am Mittwoch statt. Der dreizehnte Abend, der die erste Aufführung von „Cavalleria rusticana“ in Verbindung mit Goldoni’'s „La Locandiera“ bringt, ist auf den Freitag verlegt, während am Sonnabend der vierzehnte Abend eine abermalige Wiederholung der „Cameliendame“ bringen wird. Heute wird die „Orientreise“ gegeben. Im Friedrih-Wilhelmstädtischen Theater haben die Proben zu der erften großen Neuheit dieser Spielzeit, der in Wien mit großem Erfolge gegebenen Operette „Der Millionenonkel“ von Zell und Genée, Musik von Adolf Müller, begonnen. : Nach einer Vereinbarung zwischen den Herren Dr. Oscar Blumen- thal und Director Sigmund Lautenburg wird Herr Eugen Pansa in dem neuen Schwank von Alexandre Bisson „Familie Pont-Biquet“, der die nächste Neuheit des Residenz-Theaters bilden foll und

iervon entfallen auf die Einzelstre>en : Seiner Majestät des Kaisers und Königs,

3 Rothhirshe, 2 Stü> Wild, 43 grobe, 2 geringe Sauen, 1 Schaufler, 1 Stü Damwild, Ihrer Königlichen Hoheiten des Prinzen Ludwig von Bayern, 2 Nothhirshe, 3 Stück Wild, 41 grobe und 7 ge- E T S n i Preuk _ des Prinzen Heinrich von Preußen, 3 Rothhirsche, 7 Stück Wild, 2 grobe und 18 geringe Sauen, 2 Se und 2 Stück Damwild, des Prinzen Albrecht von Preußen, 3 Rothhirsche,

4 Stück Wild, 14 grobe, 10 geringe Sauen und 2 Schaufler, des Fürsten von Hohenzollern, 2 Rothhirsche,

14 grobe, 6 geringe Sauen und 1 Stück Damwild, Ihrer Hoheiten des Herzogs Ferdinand zu Schleswig - Holstein - Sonderburg - Glücksburg,

Breslau. XXI. Sthlesisher Bädertag. Der in diese Jahre zum 21. Male tagende Se Bbportas, dém PE Kurorte Altheidc, Charlottenbrunn, Cudowa, Flinsberg, Goczalfowin Görbersdorf, Königsdorff-Jastrzemb, Lande>, Langenau, Muskau, Reinerz, Salzbrunn und Warmbrunn angehören, hielt seine Sitzungen am 9. und 10. Dezember cr. hier ab und war von Vertretern der Shlesishen Kurorte und Badeärzten zahlreih besu<ht. Die Tages- ordnung der diesjährigen Versammlung umfaßte 22 Vorlagen, aus welchen folgende hervorgehoben seien: 1) Maßregeln bei anste>enden Krankheiten in Bädern. 2) Die neue Gewecbe- steuergesegebung in ihrer Wirkung auf die Bäder. 3) Die Stellung des Badearztes in der Gegenwart. 4) Die Sonn- tagsruhe in Bezug auf Kurorte. 5) Die Fichtenrinde und ihr Werth in medizinis<-balneologischer Beziehung. - 6) Ueber gesunde Woh- nungen. 7) Ueber Quellenshuß. 8) Ueber Grundwafser-Beobach- tungen. 9) Das Kneipp’sche Heilverfahren mit einem Hinbli> auf seinen wissens<haftlihen Werth. 10) Ueber das Gurgeln mit Mineral- wasser. 11) Ueber die Gebrauhëweife der Moorbäder. 12) Die

Erste Beilage : : zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Slaats-Anzeiger.

M 294.

Berlin, Montag, den 12. Dezember : 1wH2.

die zwei Reserve-Bataillone gemischt seien aus Reservisten und Land- webrieuten. Darauf habe der Reichskanzler bemerkt, diese Mischung fände nur bei den Bataillonen der Garde statt, während sonst ni<t jedes Bataillon gemisht sei aus Reservisten und Landwehr- männern, sodaß das vierte Bataillon nur aus Reservisten be- stehe und beide Reservé?Bataillone nur aus LandÆ&>männern.

seiner Männer zu kämpfen, \ondern das ganze Volk zum Entscheidungs- kf1mpfe aufzurufen. Au die Alten vor den Jungen in den Kampf zu führen, wäre Unreht; im Gegentheil, die Jugend gehört in die erste Linie und zum Angriff, die Alten zum Nachschub und zur Ab- wehr. Damit wird au<h der Landwehr wieder derjenige Wirkungs-

Deutscher Reichstag. 12. Sißung vom Sonnabend, 10. Dezember, 12 Uhr. Aus der auf der Tagesordnung stehenden ersten Berathung

furz vor dem Weihnachtsfeft zur Aufführung gelangt, in der Haupt-

rolle auftreten.

Die Direction des Kroll’schen Theaters theilt mit, daß Sgr. Stagno wiederhergestellt und die erste Aufführung von „Mala Vita“ mit dem Genannten, Sgra. Bellincioni, Frau Moran-Olden

und Herrn Luria in den Hauptpartien auf morgen angeseßt ift. Sigismund Stojowski spielt in

Stücke von Paderewski, Godard, Dubois Zelénski,

Gondolicra und Anu soir“. Eugen d’Albert veranstaltet am 12. Januar 1893 sein erstes dieswinterlihes Concert in Berlin und zwar in der Sing-Akademie; Karten find schon jeßt bei Bote u. Bot erhältlich.

An dem morgen im Concerthause stattfindenden Virtuosen- Abend wird Herr Rößler „Le carnaval russe“ für die Flöte von Ciardi, Herr Carnier den ersten Saß aus dem E-dur-Goncert für die Violine von Vieurtemps, Herr Smit Serenade und Tarantelle für Cello von Lindner, Herr Steffens „The Favorite*“ für Gornet à Piston von Hartmann vortragen; ferner werden die vier Wald- hornisten die Lieder-Uebertragungen „Du bist die Ruh“ und „Der Lindenbaum“ von Schubert blasen. Außerdem bietet das Programm Orchesterwerke von Herold, Liszt, Nicolai, Ziegler, Verdi und Müller- Berghaus. :

Jagd. Officieller Stre>en-Rapport der Königlichen Hofjagden im Springer Saupark am-9. Und. 10; d. M:

In einem für Freitag Nachmittag im Hallerbruch einge- stellten Jagen auf Roth-, Dam- und Schwarzwild, einer am Sonnabend Vormittag im abgestellten District Sinngrün ver- anstalteten Suche mit der Findermeute auf Sauen und endlich cinem am Drakenberge verrichteten leßten Fagen auf Roth-, Dam- und: Schwarzwild wurden 12 Rothhirshe, 35 Stü Wild, 142 grobe und 160 geringe Sauen, 12 Schaufler und 8 Stück Damwild, zusammen 369 Stück Hochwild erlegt.

seinem am Mittrooh Abends 74 Uhr im Saal Bechstein stattfindenden zweiten Klavier- Abend, außer Werken von Beethoven, Shumann und Chopin, kleinere Chaminade, Moszkowski, ferner von eigenen Compositionen ein Scherzo, eine

Auer-, Wachteln und Hasen mit Ablauf des Dienstag, des 17. Januar 1893, geschlossen.

Versammlung hat, wie die zur Vorbereitung der Wahl des Bürgermeisters und eines besoldeten Stadtraths an Stelle des ausscheidenden Stadtraths Schreiner, zur Beseßung der Stelle des Bürgermeisters den Nechtsanwalt Kirschner in Bresla Assessor B. / {lossen, die Wahlen in der nächsten Sißung vorzunehmen.

Berliner Stiefelpußer ihre Thätigkeit. feine Angestellten in belebten Gegenden der Stadt placiren, um den Passanten Gelegenheit zu geben, fih für 10 Stiefel und Kleider reînigen zu lassen. wird für den Betrag von 2 Æ an pro Monat übernommen. Abonne- ments werden angenommen bei den Angestellten sowie im Comptoir der Vereinigung Berliner Stiefelpußer, Elsasserstraße 64/65, wo au jede weitere Auskunft ertheilt wird.

1 grobe, 10 geringe Sauen und 2 Schaufler,

_ des Herzogs Johann Albrecht von Me>lenburg- Schwerin, 4 Stück Wild, 3 grobe, 14 geringe Sauen und 2 Schaufler.

: E Parforce-Jagd findet morgen nicht statt.

BekanntmaqGunga, betreffend den Schluß der kleinen Jagd.

Für den Regierungsbezirk Potsdam wird die Jagd auf, Birk- und Fasanenhennen, Hajselwild

Potsdam, den 8. Dezember 1892. Der Bezirksausshuß. von Dewigt.

Mannigfaltiges.

In der leßten geheimen Sißung der Stadtverordneten“ „N. A. Z.* erfährt, der Ausschuß

und zur Beseßung der Stadtrathsstelle den Magistrats- ohm in Vorschlag gebraht. Die Versammlung hat be-

An einem der nächsten Tage beginnt hier die Vereinigung Das Institut wird

Auch die Kleider- und Stiefelreinigung im Hause

Rickmers“ gegangen ift. Das“ norwegischen Küste; die Mannschaft ertrank.

Späterlegung -der preußischen Schulferien. 13) Ueber das Necht der Vermiether zur Verabreichung geistiger Getränke. Die Verhand- lungen sollen im nächsten Frühjahr im Dru> erscheinen.

Altena, 10. Dezember. Seit gestern herrs<ht , wie der „A Deli, Dig.“ L id, E ganzen E a Schnce- geitöber. Der Schnee liegt im Gebirge 1 m ho ert den Verkehr. : N E E

Düsseldorf, 9. Dezember. Heute Mittag gegen 12 Ubr stellte sh, wie déx „Rh. - Wesif. : Zig. ute wird, cin heftiger Schneefall ein, der lange anhielt und endlih den Verkehr in den Straßen der Stadt so ershwerte, daß um 5 Uhr die Pferdebahn si genöthigt sah, den Betrieb einzustellen. Stellen- weise lag der Schnee fo hoh, daß Fußgänger Mühe hatten, sich Babn zu bre<hen. Schwere Lastfuhrwerke versanken gegen 6 Uhr an ver- schiedenen Stellen der Stadt so tief im Schnee, daß Vorspann geholt werden mußte, um sie von der Stelle zu bringen. Der Verkehr auf den Wegen der Außengemeinden ist dur< den massenhaften Schnecfall ebenfalls schr ers{Gwert.

_ Hamburg, 10. Dezewber. Es gilt na< einem Telegramm der „Köln. Z.“ für sicher, daß der teuts<he Fünfmaster „Maria aus Bremerhaven mit 40 Mann Besaßung unter- Das deutsche Schiff „Thyra“ kenterte an ver

Pest, 10. Dezember. Auf allen Linien der Staatsbahnen ift,

wie „W. T. B.“ meldet, heute Nachmittag der dur<h Schneever - wehungen genommen worden.

seit einigen Tagen gestörte Verkehr wieder auf-

Turin, 9. Dezember Wölfe überfielen, wie der „Voss. Ztg."

berichtet wird, gestern in go Marittima bei Ventimiglia am hellen Tage eine Schaar spielend Töchter des Dorfhirten vor den Augen des Vaters.

er Kinder und zerrissen die vier

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

E Emil A E EEE E T E E E Em TE N T mw E Öm E R Ez tem einm T E E E E E E E D E a E R L R e E E E E Aa T E E

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iht vom 12. Dezember, Ubr Morgens.

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von W.

Stationen. Wetter.

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Mullaghmore Aberdeen .. Ghriftiansund Kopenhagen . Stockholm . Haparanda . St. Petersburg Moskau .

Cork, Queens- A 6 Cherbourg . e E E es mburg .. winemünde Neufahrwafser| 755 Memel... | 755

Karlsruhe . . | 755 Wiesbaden . C95 München . . | 756 Chemniy .. | 753 Berlin .…. | 750 Wien ¿..| 758 Breslau . . . | 754

E 4 702

halb bed. | wolkig halb n Schnee Sine bede>t bede>t bede>t

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Die erste am Freitag statt.

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fang 7 Uhr.

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Erhöhte Preise.

e D E e 3) Sen aue nee. Nachts Ne S ; i: ©) Nets Són D gen un nee. 5) Nebel

Uebersicht der Witterung.

Ein tiefes Minimum liegt über der Nordsee, seinen Wirkungskreis über Westeuropa ausbreitend, wo trübes, windiges Wetter mit Negen- oder Schnee- fällen vorwaltet. In Deutschland is es überall wärmer geworden, erheblich in den westlichen Gebiets- theilen, wo Thauwetter mit Regenfall eingetreten ist. In dem Streifen Danzig—Bndapest herrs{ht no strenge Kälte. Die westlihe Frostgrenze erstre>t #i von Hamburg na< Salzburg und dürfte rasch oft-

wärts sich verlegen. Deutsche Seewarte.

dame.

Freitag: 1

Sonnabend : dame.

i Anfang 74 Uhr Theater - Anzeigen.

Königliche Schauspiele. Dienstag: Opern- haus. 267. Vorstellung. Bajazzi (Pagliacci). Oper in 2 Acten und einem Vorspiel. ei und Dichtung von R. Leoncavallo, deuts< von Ludwig

rtmann. In Scene geseßt vom Ober-Regisseur

eßlaff. Dirigent : Kapellmeister Sucher. Vorher: Slavische Brautwerbung. Tanzbild von Emil B es E aRE Brahe g ai von P. el. inlagen von J. Brahms. iri - director Hertel. ‘Anfang 7 Uhr. E

Schauspielhaus. 277. Vorstellung. Christo S (Seer A A n 3A - zügen von Kar erder. In Scene geseßt v ; ÖOber-Regifseur Max Grube. Anfang 7 Ñ 2 2 ans

ohne Aufgeld

Dienstag :

Herr Kapellmei

Mittwoch : Opernhaus. 268. Vorstellun oder: Der Markt komische Oper in 4 Acten von Friedrich v. Flotow. Text erweltt 0s dem Plane des St. Georges) Friedrich. Emil Göte, als Gast.) Anfang 7 Uhr. 2. 278. Vorstellung. auspiel in 1 Aufzug nah H. Hölty von In Scene gefeßt vom Ober-Regisseur | Marx Grube. Die gelehrten in 5 Aufzügen von Jean Baptiste Molière. In deutschen Versen von Ludwig sept vom Ober-Regisseur 7

S Que,

Deutsches Theater. Klaus. Anfang 7 Uhr. Mittwoch: Die Jüdin von Toledo. og: Lolo’s Vater. ufführung von „Don Carlos“ findet

Berliner Theater. Dienstag: Dora. An-

Mittwoch: Kean. _Domnerstag, Nachmittags 1 Uhr: Mit Aller- hôöcbster Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers. Matinée zum Besten des unter dem Protectorate Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen stehenden „Charlottenheim“. Jugendliebe. Lustspiel in einem Aufzug von Adolf Hierauf: A Santa Lucia. drama von Cognetti.

Donnerstag, Abends 7 Uhr: Dora.

Lessing-Theater. Dienstag: 11. Gastspiel von Eleonora Duse mit ihrer Gesellschaft unter der Direction von Cav. F e. Anfang Ubr. Mittwoch: 12. Duse-Abend. Cyprienne. S erag: Die Orientreise.

. Dufe-Abend. Cavaleria rusti- cana. La Locandiera. von G

14. Duse-Abend.

Wallner-Theater. Dienstag: 43. Gast-Vor- ftéllung ‘des Lessing - Theaters: Die Grofßftadtlufz.

Mittwoch: Die Großstadtluft. Denmnerstag: Der Lebemaun. de Aue e Preise (Parquet 2 46). Vorverkauf

Friedrich - A sbes Theater. au ;

Das verw p e loß. O

a unschene of. tte i -

zügen von Alois Berla. Verur p MilSEe

In Scene geseßt von Julius G he. Dirigent:

: edermann. uf

“Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

,_In Vorbereitung: Der Millioneuonkel. Operette

in 3 Acten von Zell und Genée. Musik von Adolf

Residenz-Theater. Direction : Si bOrg. Dienêtag:

) g. Martha, u Richmond. Nomantisch-

von Max Schönau. Anfana 7$4 Uhr.

(Lyonel: Herr Kammersänger Mittwoh: Zum 65. Male:

Das Buch

Blum und Raoul Tohs. Deuts

S ; rauen. Lustspiel Vorher: Der nene

ulda. In Scene ge- ax Grube. Anfang

Stagno und Juan Luria.

Dienstag: Doctor

Mittwoch: Der Freischüt.

Anfang 73 Uhr. Mittwoch : Logierbesuch.

Theater Unter den Linden. Zum 81. Male: Die Welt

ßreiter. Musik von I ouis Gundla<h. Ballabile: Ein Musik von Pierantonio Tasca. | in 1 von A. Braun. Imro spiel). Anfang 7# Uhr

ct von H. F. Musik von A.

von Regel. Haßreiter.

Adolph . Ernst-Theater.

Woche): Die wilde Madonna. pofse îin 3 Acten von Leon Treptow Görß. Musik von G. Steffens

Musik von Mader. (Nepertoirestü> der Wiener

lavio Ando. Die Camelien-

Die Camelien-

vet f Diefelbe Vorstellung. In Vorbereitung : ang8posse in 3 annftädt. Couplets theilweise von Musik von G. Steffens.

traße 25. \hauspielers Max Hofpauer.

ale in neuer Bearbeitung : bayerisches

von Carl Millö>er.

ang 7 Uhr. Zither - Soli:

Tanz. 74 Uhr. Mittwoch: Dieselbe Vorstellur g.

) Der ‘kleine Schwerenöther. Schwank in 4 Acten von Leon Gaudillot. x

m Pavillon. (Le Parsam.) S4wanfk in 3 E von Ernest

Fis<l. In Scene geseßt von Sigmund Lautenburg.

1 Ganymed. Lesert.) Ehwantk in 1 Act von Charles Louveau.

Kroll's Theater. Dienstag: Gastspiel von Gemma Bellincioni, Frau Moran - Olden, Roberto 2 l Zum 1. Male: Mala Vita. Melodrama in 3 Acten von N. Dospuro. Musik von Umberto Giordano. Anfang 72 Uhr.

Ueues Theater (am Schiffbauerdamm 4/5).

Dienstag : Zum 11. Male: Logierbesuh. Schwank in 4 Aufzügen von R. Weber und Max Löwenfeld.

und Tauz. Ausftattungs - Ballet von Gaul und Bayer. Inscenirt dur< Das grandiose chinesische Drachenfest. (M Melo- | 500 Ma Das Baby. (Novität.) Schwank j erron. Couplets

A Inscenirt dur< C. A.

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In Vorbereitung: Die Sirenen-Jusel. Ballet Choreogr. von

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Costumen aus dem Atelier der Fr. Köpke und neuen Decorationen von Lütkemeyer in Coburg. In Scene gefeßt von Adolph Ernft. Anfang 7} Uhr.

Modernes Babylon. Ge- cten von Ed. Jacobson und W.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Dienstag: Ensemble-Gaftspiel der Münchener unter Direction des Königlih Bayerischen Hof- Zum 4. Male: Der Herrgottschnizer von Ammergau. C olksstü> mit Gesang und Tanz in 5 Auf- gen von Ludwig Ganghofer und Hans Neuert.

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Concerte.

Coucert-Haus. Dienstag, Abends 7 Ubr: Karl Meyder - Concert. 111. Virtuosen-Abend.

Saal Bechstein, Linkstraße 42. Dienstag,

Anfang 7# Uhr. Lx. und letzter Klavier-Abend- von Leonard Borwick.

Circus Renz (Carlstraße.) Dienstag, Abends

74 Uhr: Große brillante Vorstellung: Aus dem

rogramm besonders hervorzuheben: Mr. James- Fillis mit dem Schulpferde „Markir“. Quadrille aus der Zeit Friedrih's des Großen, geritten von 8 Damen und 8 Herren. 8 arabishe Schimmel- hengste, in Freiheit vorgeführt von Herrn Oscar Renz. „Elimar*, der Strikspringer, vorgeführt von Frl. Oceana Nenz. Zum Schluß: S" Anf elgoland “a oder: Ebbe und Fluth. Großes and-, Wasser- und D ie National- tänze von 82 Damen. Neue Einlagen, u. a.: „Auf- zug der Leib-Garde- Artillerie", „1. Garde-Negiment zu Fur „Hamburger Bürgerwehr“.

Mittwoch, Abends 7} Uhr: A Vorstellung mit neuem Pgruue und „Auf Helgoland“.

Billet-Verkauf dur den „Invalidendank“, Mark- grafenstraße 51 a.

E E E R E Ae F Mh E S C M R Aa E N S Familien-Nachrichten. Verlobt: Frl. Katharina Schen> mit Hrn. Bau- meister Carl Bräuer (Berlin). tg Barxter mit Hrn. Verlagsbuhhändler August Herbig (Berlin).

Vereheliht: Hr. Ewald von Gruben - Comsow mit Frl. Else von Stralendorf (Berlin). Hr. Regierungs-Baumeister Benno Voss mit Frl. Îda Conrad (Berlin). Geboren: Ein Sohn: Hrn. Oberlehrer J. Guts< (Berlin). * . Hrn. Regierungs - Rath Werneburg (Osnabrück). Eine Tochter: Hrn. Frhrn. von Schlichting (Wierzbiczany). n. von Alt-Stutterheim Ri Gestorben: Hr. Gutsbesißer ilhelm Niete (U Hr. Hofrath a. D. - Richard de Cuvry (Berlin). F Prediger Ulrike Lücke, geb. Liba (Berlin). Hr. Landrath a. D. Ferdi- nand Graf Larisch, Frhr. von Ellgoth und Karwin (Dirschel).

Dienstag : in Bild

itwirkende :

Friese sen.

Hofoper.)

Ce Í ouplets . Mit pi ata

G. Görß.

Ober- Redacteur: Dr. H. Klee, Director. Berlin:

Verlag der Expedition (Scholz).

Dru> der Norddeutschen Buchdru>kerei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (eins<ließliz Börsen-Beilage).

Anfang

(1951)

des Geseßentwurfs, über die Friedenspräsenzstärke des deutshen Heeres, über deren Beginn ¡wir bereits am Scecnnabend berichtet haben, tragen wir nachstchend die ein- leitende Rede des Königlich preußischen Kriegs-Ministers von Kaltenborn-Stachau nach:

Im Anschluß an die Ausführungen des Herrn Reichskanzlers gestatte ih mir diejenigen militärishen Gesichtspunkte kurz zur Sprache zu bringen, welche bei Einbringung des zur Berathung stehenden Geseßentwurfs maßgebend gewesen sind. Es steht ¿war beute nur die Vorlage, betreffend die Friedenspräsenzstärke des Heeres, auf der Tagesordnung; ih kann aber die andere Vorlage, die dem hohen Hause ebenfalls zugegangen ift und die die, ander- meitige Regelung der Ersatzvertheilung betrifft , nicht gut von der auf der Tagesordnung ftchenden trennen. Der bevor- stehende Ablauf des Septennats stellte die Militärverwaltung vor den \<wierigen Entschluß, in welcher Weise die Heeresorganisatien weiter auszubauen sein wird. Zwei Gesichtspunkte traten dabei klar bervor: erstcns die ungere<te Vertheilung der perfonellen Lasten des Heeres- dienstes und zweitens die nicht zureichende Leistung an si in militä- riser Beziehung. Diesen beiden Gesichtspunkten sollen die vor- gelegten Geseßentwürfe Rechnung tragen, und deéhalb, meine ih, find sie niht von einander zu trennen. h

Auf die Mißstände einzugehen, wel<e die bisherige Ersaßver- theilung im Gefolge hatte, versage ih mir; ih glaube, cin Bli>k auf die Begründung zu dem betreffenden Gesetzentwurf genügt, um dar- zuthun, daß hier Wandel geschaffen werden muß. Wenn Sie der Geseßvorlage über die Ersatvertheilung Ihre Zustimmung geben, wie ih erwarte, dann shaffen Sie damit die Grundlage für den anderen Geseß- entwurf, betreffend die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres, und gewähren dayn die Möglichkeit, alle taugli<hen Wehrfähigen au<h wirkli einzuziehen und für den Krieg vorzubilden. Erst dadur wird man dem im $ 4 des Wehrgeseßes ausgesprohenen Grundsaß gere<t, nach welchem das stehende Heer im Verein mit der Flotte die Bildungê- schule der ganzen Nation für den Krieg sein sol. Dieses Ziel ist biéher nicht errcilt worden, der Rahmen des stehenden Heeres ist zu flein, um dieser großen Aufgabe zu genügen; das Deutsche Reih verfügt ni<ht über die Machtmittel, welche der Stärke seiner Bevölkerung und der Kraft und der Größe“ der Nation entsprechen. Diese Erkenntniß ist mit der Zeit immer schärfer hervorgetreten; au haben si die Folgen mehr und mehr geltend gemaht, daß sämmtliche curopäishen Großmächte die allgemeine Wehrpflicht eingeführt haben. So is es gekommen, daß wir, die wir den Anstoß zu dieser úFdee gegeben, allmähli<h den früheren Vorsprung verloren haben. Ich darf in Bezug auf weitere Details hierüber wohl auf die Begründung zu der Gesetzesvorlage

verweisen. y

War hierna<h das Ziel einer Neuorganisation klargelegt, so fragte es si, auf welWem Wege cs zu erreichen sei. Eine Verlängerung der Dienstpflicht, - um dadurch die Zahl der für den Kriegédien\t vor- handenen Mannschaften zu vermehren, erschien ausges{lossen; wir sind bereits in dieser Hinsicht hon bis an die äußerste Grenze gegangen. Es fam also nur die Erhöhung des Friedens-Ctats und die Vermehrung der Cadres in Betracht. Der bisher mehrfa< ein- geshlagene Weg, die Heeresorganisation dadur zu erweitern, daß man neue größere Verbände {uf und in dieselben ein- fügte, erschien niht gangbar. Sollte es in genügender Weise ge- \hehen, so waren Mittel erforderli, die nit aufzubringen gewesen wären, eine partielle Abhilfe genügte aber gegenüber der thatsächlichen Verschiebung der Machtverhältnisse ni<ht. So blieb denn nur das Mittel übrig, unter Festhaltung der bestehenden Organisation mehr Leute auëzubilden und im allgemeinen nur diejenigen Formationen neu zu schaffen, welche diesem Zwe> dienen und gleichzeitig als Stämme für Kricgsformationen Verwendung finden sollen.

Aus diesen Erwägungen is das Project der Hceresverstärkung entstanden. Ich glaube, es ist einfa; und ih möchte behaupten, daß noch bei feiner bisherigen Heeresverstärkung Kosten und Wirkung in fo günstigem Verhältniß gestanden haben. Wirft man einen Bli auf die vers{windend kleine Zahl von hohen Stellen, die in Auésicht genommen sind, so ergiebt sih ohne weiteres, daß _die Heereêverwal- tung von feiner anderen Nüfsicht geleitet worden ist, als vön der Er- \trebung des vorhin bezeichneten Zieles.

Aus demselben Grunde is aber auch die thatsählihe Durch- führung der dreijährigen Dienstzeit bei den Fußtruppen nicht mehr ausführbar; die geforderten Mittel würden unershwingli< sein. Außerdem hat sich gezeigt, daz mit dem Rückgang der Zahl des dritten Jahrgangs au< der Einfluß dieses Jahrgangs auf die Aus- bildung erhebli<h zurü>gegangen ist. Die Ausbildung is zudem un- gleihmäßig geworden, und es erschien deshalb ni<t nur angezeigt, sondern auh geboten, den entscheidenden Schritt zu thun: lieber sih mit einer unter normalen und gewöhnlichen Verhältnissen verkürzten Dienstzeit zu begnügen, dafür aber die Bedingungen für eine bessere und gleichartige Ausbildung zu erhöhen. Daß von einem Versuch bei dieser Gelegenheit nicht die Rede sein fann, möchte ih ausdrü>li< hervorheben ; es handelt si<h um die Beschreitung eines Weges, der unter sorgfältiger Abwägung aller Verhältnisse und mit festem Ausbli> auf die Zukunft gewählt worden ist.

Gewiß wäre es ein Fehler, wenn man bei der Abwägung der gegenseitigen Machtverhältnifse nur Zahlengrößen in Rechnung stellen wollte. Aber andererseits wäre es do< auch nicht zu verantworten vor der Nation, das Heer gegen überlegene Massen zu führen, und ihm zu überlassen, mit seinem Blut diese Verschiedenheit der Stärke aus- zugleihen. Will das Deutsche Reich seine Machtstellung bewahren, Herr. seines Geschi>kes bleiben, .so muß es jederzeit bereit sein, seine volle

freis zugewiesen, der ihr na< der Organisation gebührt und deñ sie nach der festen Ueberzeugung der Heeresverwaltung ganz und voll aus- füllen wird. 7 Freili< wäre es fals, sih mit der Zahl der ausgehobenen Massen zu begnügen und si< über die Ausbildung des Einzelnen hinwegzufseßen. Aber das gerade ist ja der Zwe> der Organisakion, daß man troß fürzerer Dienstzeit für eine gleichmäßige und intensivere Ausbildung sämmtlicher Mannschaften sorgen will. Es unterliegt keinem Zweifel, daß, wenn ein folches Heer zu schaffen wäre unter Festhaltung und gleihmäßiger Durchführung der dreijährigen Dienstzeit, das jedem Soldaten das Er- wünschteste sein würde. Aber i< meine, es hat feinen Zwed>, nach Unerfüllbarem zu streben, richtiger ist es vielmehr, daß man mit faltem Blut die Verhältnisse abwägt und sih dann zu denjenigen Maßregeln entshließt, die unter gleihmäßiger Vertheilung der Last und unter höchster Anspannung der Kraft doch die sorgfältige und gründlihe Ausbildung jedes einzelnen Streiters gewährleisten. i: Auf dicsem Gedanken beruhen die Vorschläge in Bezug auf Etatsvermehrung und Neuformationen bei den Fußtruppen, in welchen letzteren auch die unentbehrlichen Compenfationen für die Durchfüh- rung der zweijährigen Dienstzeit enthalten find. /

Die Vermehrung der Cavallerie if in den engsten Grenzen ge- halten. Die Bildung von Stamm-Escadrons hat gerade die Inter- essen möglichster Sparsamkeit ins Auge gefaßt und es sind für diese Maßregel die Erfahrungen bei der uns befreundeten österreichish- ungarischen Armee nußbar gemacht. i

Größere Ausgaben erfordert die Feldartillerie, bei welcher, ab- gesehen von der reitenden Artillerie, ebenfalls mit der zweijährigen Dienstzeit gerehnet werden soll, und für welche deshalb entsprechende Etatserhöhungen in Aussicht genommen sind. Die Neuformationen betreffen im wesentlihen Stämme für die im Kriege aufzustellenden Nefervebatterien; ohne solhe würden diese Batterien minder- werthig seien. | : » e Ï In Bezug auf die Vermehrung der Specialtruppen darf ih auf die Begründung verweisen. Es mußte eben der Weiterentwidelung dieser Waffen und den neu an sie herantretenden Bedürfnissen Rech- nung getragen werden. E : E

Ich darf annehmen, daß das Haus beschließen wird, die Geseßzes- vorlage an eine Commission zu verweisen, und es wird in dieser Gelegenheit sein, auf nähere Einzelheiten einzugehen. Es wird dort au der Nachweis erbra<ht werden, welhe Maßregeln getroffen sind, um die überaus wichtize Frage der Bereitstellung ausreichenden Ausbildungépersonals zu lösen und daß alles vorgekehrt ist, die Durch- führung der Neuorganifation zu sichern, ohne das Gefüge der Armee auch nur auf einen Augenbli> zu gefährden. .

Ich möchte mi< dahin resümiren, daß, wenn die betreffenden Gesetzentwürfe zur Verabschiedung gelangen, das Heer eine derartige Verjüngung und Verstärkung erfahren wird, die die beste Garantie für den Frieden und im Falle eines Angriffs die sicherste Bürgschaft des Erfolges gewähren. Ich bin nicht in Zweifel darüber, daß bei der Durchführung Schwierigkeiten entstehen werden. Aber dies tritt zurü> gegenüber dem Mißstande, mit Kräften re<nen zu müssen, welche nah meiner pflihtmäßigen Ueberzeugung niht mehr ausreichen. (Bravo! rechts.) :

Die hierauf folgende Rede des Abg. Freiherrn von Huene haben wir bereits in der Sonnabend-Nummer wieder- gegeben. Diesem Redner folgte der E i

Abg. Richter: Er freue \si<, die Grundauffassung, mit der seine Partei dieser Vorlage gegenüberstehe, in der Rede des Abg. Freiherrn von Huene anerkannt zu sehen. Was er als über- einstimmende Meinung seiner Partei hingestellt habe, daß man auch bei einer geseßlichen Sicherstellung der zweijährigen Dienit- zêit niht geneigt se, über die gegenwärtige Friedenspräjenz- tärke hinauszugehen, nähere fi<h der Grundauffafsung der frei- sinnigen Partei. Er (Redner) erbli>e allerdings in dieser Vor- lage niht ein so weitgehendes Entgegenkommen gegen die Windt- horst’schen Resolutionen wie der Abg. Freiherr von Huene und er möchte auch alles ablehnen, was den Gedanken erwe>en fönnte bei der Negierung, als ob die freisinnige Partei geneigt sei, auf der Grundlage des Gesammtplans diesmal eine erste Nate zu bewilligen, unter Vorbehalt späterer Entscheidung über den Rest. Das zweite Gesetz, die Vertheilung des Grsaßbedarfs, stehe nicht in untrenn- barem Zusammenhange mit dieser Vorlage. Eine geredhtere Ver- theilung des Erjaßbedarfs sei unter _allen Umständen richtig, möge man das Ergänzungscontingent großer oder geringer feststellen. Seine Partei f\tehe also dem _Grundgedanken dieses_ Entwurfs \ympathis<h gegenüber, den Ausschluß der Geg Freiwilligen bei der Becebnung des Ergänzungscontingents halte er aber für ungerechtfertigt. WVorab eine Bemerkung gegenüber dem Neichs- fanzler, der bei der Etatsberathung geäußert habe, man könne ein poli- tishes ABC schreiben und do< im militärischen ABC noch weit zurü> sein. Der Reichskanzler habe Zurückhaltung im Urtheil ge- wünscht, wenn man da nicht zu Hause sei. Er (Redner) meine aber auch, daß der Reichskanzler nicht richtig gehandelt habe, daß er gerade bei diesec Vorlage sich auf das Urtheil der milltärishen Autoritäten so besonders gestüßt habe. Es sei doch ein offenes Geheimniß, daß ein großer Theil gerade der militärishen Autoritäten. diese Vorlage nicht anerfenne als eine große Verbesserung vom militärischen Stand- punkt und daß hier sehr große Meinungsperschiedenheiten gerade unter den Fahhmännern vorhanden feien, “nicht bloß in Bezug auf die zwei- jährige Dienstzeit, sondern auch über den Werth der neuen For- mationen, inébesondere der vierten Bataillone. Es sei nicht sehr ge- \hi>t gewesen, nah dem Inhalt dier Vorlage gerade den Fachmaun auszuspiclen gegenüber dem Laienverstand. Denn das müsse man doch zugeben, daß das Anerkenntniß, daß die Zweijährige Dienstzeit jeßt militäris< zulässig sei, ein Triumph des Laienverstandes Über die militärishe Autorität sei. Er (Redner) habe dar- zuthun versucht, daß seit 1870/71 ohne diese Vorlage eine ahelice Verjüngung im Heere für den Kriegsfall eingetreten sei. Er habe

angeführt, daß, während damals den dritten Unien-Bataillonen un- hae in Sa Aufstellung die beiden Landwehr-Bataillone gefolgt seien, jeßt ein viertes Bataillon dazwischen stehe und zwei Reserve-

Diese Berichtigung habe für das, worauf es bei der“ Bespre<hung angekonimen sei, nur eine verhältnißmäßig geringe Bedcutung. Der Reichskanzler habe gesagt, daß das vierte Bataillon im künftigen Kriege si den drei Linien-Bataillonen anshlösse. Daraus folge, daß die tünfstige Felddivision der Linie se<zehn Bataillone führen werde. Da man nun gegenwärtig 43 Felddivisionen der Linie habe gegen 30 îm Jahre 1870/71 und da jede dieser 43 Divisionen dur Hinzufügung der vierten Bataillone um 4 stärker sei als die Felddivision von 1870/71, so folge daraus, daß die jeßigen 43 Divisionen gleich- werthig seien 57 Divisionen, verglihen mi der Stärke von 1870/71. Daraus folge weiter, daß s<on_ ohne diese Vorlage die Landwehr im Verhältniß zu 1870/71 erhebli<h zurüd- gestellt sei. Er (Redner) wise sich wohl in Anbetracht des Umstandes, daß er in militärischen Dingen Laie sei, in dieser Besprechung ¿u bescheiden. Er gebe sih nur nit einfach gefangen gegenüber den

thatsächlichen Mittheilungen, die man von der Regierung zur Unter-

stüßung ciner Vorlage erhalte. Er versuche, alle Mittheilungen that-

fächlicher Art zu vergleichen mit thatsählichen Mittheilungen, welche

dieselbe Regierung bei früheren Vorlagen und bei anderen Gelegenheiten

gemacht habe. Er vergleiche sie mit demjenigen, was fonst in der Veffenk-

lichkeit über militärische Verhältnisse des deutschen Heeres oter fremder

Heere bekannt geworden sei. Es könne ja sein, daß ihm bei diefen

Vergleichen ab und zu ein Irrthum unterlaufe, aber im Laufe der

91 Jahre, in denen er si< mit diesen Fragen beschäftige, fei es ibm

oft aelungen, vor dem Hause den Nachweis zu führen, daß die

thatsächlichen Mittheilungen der Regierung einseitig, niht vollständig,

daß die Angaben darin fkünstlih gruppirt und deshalb einer

Correctur bedürftig gewesen seien. Worauf es bei diefer Borlage

anfomme, sei, ob das Mehr an Soldaten und Bataillonen sich vertrage

mit den bürgerlichen undwirthschaftl ichen Rücksichten gegenüber dem Lande.

Der Reichskanzler meine, daß die freisinnige Partei na ihren früheren Bestrebungen diese Vorlage genchmigen müßte, andererseits habe er ihr dieselben Bestrebungen zum Vorwurf gemaht. Das |er ein

Widerspruch. Das Programm der freisinnigen Partei, das er (Redner)

selbst in diesem- Punkt abgefaßt habe; lTáute: „Entwickelung der vollen Wehrkraft des Volkes unter Schonung der wirthschaft- lihen Interessen“. Die Entwickelung der vollen Wehrkraft in

der Vorlage sei da, aber unter Preiêgebung der wirthschaftlichen Interessen. Nachher: „Verminderung und ‘gleihmäßigere Vertheilung der Militärlasten“. Gleichmäßigere Vertheilung fei es allerdings, aber ni<t Verminderung, sondern ganz bedeutende Verstärkung der Militärlasten. Weiter: „dur<h Herabseßung der Militärdienftzeit und volle Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht.“ Hier handele es sich um Einführung der zweijährigen Dienstzeit. Davon babe feine Partei damals abjsi@tlich nicht ge\prochen, weil sie gemeint habe, daß man unter gewissen Verhältnissen au<h mit einer kürzeren Dienst- ¿eit ausfommen fönne. Das habe fofort 1380 die Thatsache bestätigt, daß man für die Ausbildung der Ersaßreferve im ganzen fun? Monate für ausreihend erachtet habe. Das Institut der Einjährig-Frel- willigen vertrage sehr wohl eine Ausdehnung auf solche Wehr- pflichtige, die nicht zwei fremde Sprachen gelernt hätten. Wegen der Specialwaffen habe no< vor kurzem etn General Wille in einer Broschüre die Ansicht ausgesprochen, daß die dreijährige Dienstzeit bei der Kavallerie und reitenden Artillerie niht mehr gerechtfertigt sei, als die dreijährige bei der Infanterie. Der verstorbene König habe als Prinz von Preußen 1857 in einer Denkschrift ausgeführt, daß dur Ausbildung aller Waffenpflichtigen dem Lande geradezu uner- s<winglihe Kosten verursacht würden. Dieses „Uunershwing- lid fet: in die erste Windthorst’she Nefolution über- gegangen. Bis zum Jahre 1890 habe au<h die Regierung auf einem ganz anderen Standpunkt gestanden. Fn dem Verfasungs- entwurf des Norddeutschen Bundes, wie er von Seiten der Regierung vorgelegt worden sei, sei ein Internat vorgesehen von 1% der Be- völkerung auf Grund der Zählung von 1867. (TF8 sei damals hin- zugefügt, daß man von zehn zu zehn Jahren neue Bestimmungen treffen wolle unter Berücksichtigung der eingetretenen Volksvermehrung. Man fei also eventuell no< unter 1°/o hinuntergegangen. Dieses 1% sei in der That die Grundlage gewesen für alle Festleßungen über die Friedenspräsenzstärke, jeßt solle über diese Grundlage hinaus- gegangen werden. Als der Reichskanzler im vorigen Jahre die neue Militärvorlage vorgelegt habe, habe er (Redner) geglaubt, daß man die Volkszählung von 1890 zu Grunde legen wolle. Dann fäme man aber uur zu einer Vermehrung um 8000 Mann. _Diese Grundlage habe man verlassen. Man wolle die Aushebung verstärken über das hinaus, was Frankrei thue; man wolle die deutsche Armee sogar der russischen gleichftellen, troßder: Rußland die doppelte Volfs- N habe. Deshalb müsse man sih_ hüten vor ciner Bewilligung, die man auslegen fönnte als einen ersten Schritt auf diesem Wege. Im Princip de>e sich die Vorlage vollständig mit. den Verdy’schen Plänen, der 1890 erflärt habe: wir müssen einen selbständigen Weg gehen und nit immer nahbinken. Der Reichskanzler habe selbst damals gesagt: „Der Verdysche Plan if mit die} em Neichstag nicht durch- zuseßen; wir müssen uns einshränken“. Ver Reichskanzler habe diese Ein- \{ränfung mit den finanziellen und wirthschaftlichen Verhältnissen be- gründet. Wie werde es in Zukunft, wenn man si<h überhaupt auf solche Pläne einlasse? Das Aushebungscontingent von 244 000 Mann vermehre ih bereits durch die wahsende Bevölkerung jährlih um 2500 Mann, das mache bei zweijähriger Dienstzeit eine Vermehrun der Präsenzstärke um 5000 Mann. Wenn die verlangten 60 000 Mann in das Peer eingestellt würden, werde der Reichskanzler alsbald sagen fönnen: „40000 Mann bleiben ganz unberechtigt zu Hause“, wie er bereits jeßt ausgeführt habe, daß 100 000 Mann zu Haufe blieben. Dann würde man mit einer weiteren Heeres- verstärkung von 80 000 Mann kommen. Die Cadres, die neu aufgestellt werden sollten, seien geeignet, künftig zu weiteren Heeresverstärkungen den Rahmen abzugeben. Lasse man si<h darauf ein, dann werde es bald beißen, die Bataillone von 400 Mann seien nicht im stande, eine völlig friegstüchtige Ausbildung zu geben, es bedürfe ihrer Ver- tärkung mindestens auf 560 Mann. Dann habe man hon den e fertig, die Prä]enzstärke um weitere 30 000 Mann zu erhöhen. Auch 1887 habe man neue Cadres bewilligt, die dann 1889 zu zwei neuen Armee-Corps zusammengezogen worden, seien. Die Frage, ob man mit weniger Unteroffizieren und Offizieren auskommen könne, sei wenig von Belang. Was ihn bedenklich mache, sei, daß, wenn man einmal das Ausbildungépersonal bewilligt habe, man gerade bei diesem zu höheren Forderungen in dem Rahmen der jeßigen Vor- lage fomme. Die Zahl würde ja übrigens doch nur auf dem Papier stehen, denn zu bekommen fei sie nicht. Es werde in der Begründung gesagt, es sei die Vermehrung der Unteroffiziere und Offiziere nur eine Geldfrage. Das sei nit richtig. Die Klagen über Mißhandlung der Soldat-n würden jeßt in einem Umfange laut, den man ni<t für möglich gehalten _habe gegenüber den Peltimmungen und Verordnungen, die höheren Orts erlassen feien. Pan dürfe niht übersehen, daß an solhen Mißhandlungen, wie sie z. B. in letzter Zeit gegenüber den ¡No p T ebra vorge- fommen seien, der Umstand s{<uld sei, da iu junge

Kraft in die Wagschale zu werfen und ni<t nur mit einem Theile

Bataillone folgten für den Kriegsfall, die man damals noh nicht fait ete un Pre er bemerkt, daß das vierte Bataillon und

man j Unteroffiziere und Offiziere in Dienst stelle, die no< nicht die \ittli