1892 / 297 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

cndt, ax: Herr Matkowsky, Terzky:

Keßler, Buttler: L

mann: Herr Ludwig, Gefreiter der Cürassiere:

Kraußfine> und Anna Haberland in den

dermaßen festgestellt worden. führung des dreiactigen Shwanks „Schulden“ und T. von Trotha statt. wiederholt, während am shiedsverstellung in der Rolle der „Fedora“ giebt.

reise“ zur Aufführung gelangen. ist die Einrichtung getroffen,

mittagsfkafse stattfindet.

Im Thomas-Theater wird in der heutigen Vorstellung der

Münchener Gesellshaft Fräulein Flora Kester als gottshnizer von Ammergau“ auftreten.

Zusammenstellung eines regelre<ten Spielplans

stüu> der Wiener Hofoper „Die Sirenen-Insfel“

Overette „DieWUachenden Erben“ no< eine zweite Operetten-Neuheit „Das Modell* erworben, wozu die Musik von Fall componirt und À Die erste Aufführung dieser Operette findet kereits zu Weihnachten gleichzeitig mit der „Sirenen- Zur Theilnahme an den Schlußproben des neuen Tanz- (horeographischer Theil) und Herr Regel (tertliher Theil) nächste Woche aus Wien

das Libretto von Kallenberg verfaßt ist.

Insel“ statt. Zur T le 0 1120 voëms werden die beiden Verfasser Herr Hakßreiter

bier eintreffen.

Der Vierte Quartett-Abend der Herren Professor Jof. findet am 29. Dezember in der Sing- tatt: der Kartenverkauf ift bereits eröffnet. Der an- ur Mühlen ift nun- den 13. Januar in der Sing-Akademie an- geseßt; Karten sind in der Hof-Musikalienhandlung von Bote und Bo

Joachim und Genossen Akademie |\ / gekündigte Lieder-Abend von Raimund von

mehr auf Freitag,

zu haben.

Hof-Musikdirector Bilse wird morgen in Berlin eintreffen, um mit den Proben zu dem am nä<hsten Mittwoh im Concerthaufe stattfindenden Fest-Concert zu beginnen. Morgen findet im Concert- Das interessante Programm ufführung der „Sonate in vier Säßen“, op. 1,

bause der fünfte „Wagner-Abend“ statt. enthält u. a. die erste für Orchester neu eingerichtet.

Jagd.

Sonnabend, den 17. d. M. findet Königliche P arforce- Jagd statt. Stelldichein: Mittags 1 Uhr Jagdshloß

wald, 11/2 Uhr am Saugarten.

t vom 15. Dezember, r Morgens.

Wetterberi

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Stationen. Wind. Wetter.

Temperatur in 9 Celsius 50 T,

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1) Nachts starker Regen. 2?) Abends und Nachts Schnee. 8) Nachts Schnee und Regen. +) Nachts Schnee. *) Gestern Regen. $) Nachts Regen. 7) Nebel, Glatteis. 8) Nachts Schnee und Regen.

Uebersicht der Witterung.

Das barometrishe Minimum, welches gestern nördli< von Schottland lag, is ostnordostwärts nah der norwegischen Küste fortgeschritten, auf der Süd- seite ein Theilminimum entwi>elnd, wel<hes am Abend und in der Nacht an der westdeutshen Küste fart stellenweise stümishe Südwestwinde verur- achte. Das Hochdru>gebiet über Südwest-Europa s verändert. Bei ziemli frischer meist westlicher Luftströmung ist das Wetter in Deutsch- land trübe, außer im Nordosten, mild und regneris ; nur im A Nordosten herrsht Frostwetter, im deutshen Binnenlande liegt die Temperatur 135 bis 5 Grad über dem Gefrierpunkte.

Deutsche Seewarte.

E E A L Theater - Anzeigen.

Königliche Schauspiele. haus. Keine Dos, Vierter Symphonie - Abend der Königlichen Hof- kapelle zune Besten ihres Wittwen- und Waifen-

onds. Dirigent: Herr Felix Weingartner. Solist:

err Alfred Reifsenauer, Programm: 1) Ouverture „Coriolan“, 2) Klavier-Concert C-moll, 3) Ouverture

Leonore“ Nr. 3, 4) Symvhonie Pastorale von

Beethoven.

pk O O O VO O O L He D N DO

hat sih wenig

Freitag: Opern-

zogin ros Kahle, Thekla: Frau von Hochenburger, Octavio: Herr

i Herr Purschian, JIllo: Herr ; Kahle, Jsolani: Mere Vollmer, Gordon : Herr Oberländer, Oberst Wrangel: Herr Plaschke, der shwedif{<e Haupt- L L Herr Winter, Seni: Herr Link, Fräulein von Neubrunn : Fräulein Abich.

Im Berliner Theater geht morgen „Macbeth* mit Arthur auptrollen in Scene; für den Sonnabend is „Nora“ mit Agnes Sorma und für Sonntag Abend „Kean“ mit Ludwig Barnay in der Titelrolle angeseßt.

Das Weihnachts-Repertoire des Lessing-Theaters ist folgen- Am ersten Feiertag findet die erste Auf- von Gustav von Moser m zweiten Feiertag wird diese Vorstellung dritten Feiercag Gleonora Duse ihre Ab- ei H t. Als Nachmittags- vorstellung zu volfsthümlichen Preisen (kein Aufgeld, Parquet 2 U. f. w.) wird an allen drei Feiertagen der Schwank i

Zur Bequemlichkeit der Besucher 1 daß der Vorverkauf für sämmtliche fes Feiertagsvorstellungen {hon vou heute ab täglih an der Vor-

C Die Titelrolle spielt Herr Balaitby, der au früher {hon in dieser Partie hier aufgetreten ift.

Die Direction des Theaters Unter den Linden läßt sich dur Erwerbung neuer Stücke und weitere neue Engagements die angelegen fein. wurde für das Theater außer dem mehrerwähnten Ballet-Repertoire-

Augenbli>lich ift

Wasserstraßen versandt werden.

Danzig, 14. Dezember.

„Die Orient-

Hochofenwerks

Loni im „Herr-

eine Mauer in einer Höhe

So leithte : unglü>ten Resultat. geleitet worden.

gelangte, ergab sih

und der neuen

legenen A E von rend si< etwa hundert Mann

kommen sind. New-York, 15. Dezember.

vernichtete,

Summit

Mannigfaltiges.

Die Sammlungen zur Unterstüßung der Hinterbliebenen der der Cholera zum Opfer gefallenen Schiffer haben mit Ein- {luß der no< neuerdings eingegangenen Nachträge 4948 A erbracht. ‘ist man mit der Feststellung der Hilfsbedürftigen be- schäftigt; es sollen zu diesem Zwe> Fragebogen au an die Ar vorsteher der Orte am Finowkanal und an den fäammtlichen märkischen

E R A Die Daus D meibet s Le E festgestellt wurde, sind bei dem gestrigen Speicherbrand der Dber- : c; euermann Trevtow dur einen Sprung vom Dache und vier Feuer- Arène fein. eute in den Flammen umgekommen, ferner zwei Feuerleute \{wer und mebrere andere sowie der Branddirector leiht verleßt worden. Die Leichen der Verunglü>ten konnten bisher no< ni<t unter den rauchenden Trümmern hervorgeschafft werden. verursahte Schaden wird auf } Millionen Mark geschäßt.

Hörde, 14. Dezember. Gestern gegen Abend ereignete sich, wie der „Rh.-Westf. Ztg.“ berichtet wird, an der Pumpstation des Hörder ein shre>lihes Unglüd, sofort getödtet und fünf andere {wer verleßt wurden. der Anlage einer neuen Schla>en-Absturzhalde waren Arbeiter daselbst mit der Herstellung von Böschungsmauern beschäftigt, als plögli< von etwa 20 m theilweise in fi< zu- sammenbra< und aht Arbeiter unter sich eine allgemeine Panik, aber sofort begannen die Aufräumungsarbeiten, um zu den vershütteten Personen zu gelangen. als man na< mchr als zweistündiger Arbeit zu den Ver-

Die Untersuhung über die Ursache des Unglücks ist ein-

Wigan (Grafschaft Lancaster), mittag brach nach einer Meldung

in der Grube befanden. Mittag waren ungefähr zwanzig halbersti>t herausgefördert; später wurden gegen zwanzig Leichen aufgefunden. organisirt; Nachmittags 3 Uhr war fürchtet, daß alle no< in den Gruben Befindlichhen ums Leben ge-

wie „H. T. B. meldet, verg : ; (Missouri). Durch den Einsturz eines Hauses vierzehn Perfonen getödtet und dreißig {wer verleßt.

Amts- | licher

hauptet,

in gleihem Der durch den Brand

(2 S.

wobei drei Menschen Zum Zwe>

begrub. Es entstand

das eingangs erwähnte traurige

14. Dezember. Heute Vor- des „W. T. B.“ in den nahe ge- amfurlong Feuer aus, wäh- Bis zum

Hilfeleistung war schnell das Feuer gelöscht. Man be-

Ein furhtbarer Wirbelsturm vergangeae Nacht die Stadt wurden

herrsche

werden.

hirnschlag gestorben. Budapest, mittag haben

Ô Grune-

Nach S<hluß der Redaction eingegangene Depeschen.

Danzig, 15. Dezember. I A

General-Superintendent D. Taube ist heute plöglih am Ge-

15. Dezember. S eut hier unter dem Vorsig des Fürstprimas

(V. T. V) Der. hienge

Offiziere.

(W. T. B) Heute Bor-

ein der Rechten angehöriger Deputirter in Fs $

dem Cabinet angehörten ; Petersburg, 15. Dezember. Verweser des Marine-Ministeriums Tschichatshew wurde gestern bei Besichtigung von Marinewerft dur< ein zufällig herabfallendes Brettstück im Gesicht verwundet und Behandlung - begeben. E erheisht jedo< volle Ruhe. ern, 15. Dezember. Bundesversammlung wählte den National-Rath Lachenal raumu é (Genf) an Stelle von Droz zum Mitglied des Bundesraths. Die Arbeit war keine Zum Bundes-Präsidenten für -das r. Schenk (Bern), zum Vice-Präsidenten des Bundes- raths wurde Frey (Basel-Land) gewählt. Sofia, 15. Dezember. (: canique“ constatirt, das die Bekanntgabe der geplanten Ver- fassungsänderung anfangs thatsächlich in der Hauptstadt wie in den Provinzen und auch bei mehreren Gruppen der Deputirten einen ungünstigen Eindru> gemacht habe, insbesondere sei die Abänderung des Artikels 38 selbst bei einflußreihen Persönlich- keiten energishem Widerspruche begegnet. Erwägung und Erörterung in öffentlihe Meinung der geplanten leßtere werde nunmehr als nothwendig zur Consolidirun Dynastie und Erhaltung der Ruhe des Landes erachtet. die Abänderung des Artikels 38 der Verfassung werde die Vermählung des A Ferdinand erleichtert werden. sogar Prinzen bestehe

Vas3zary die Bishofs-Conferenzen begonnen, an denen alle ungarischen Bischöfe theilnehmen.

Paris, 15. Dezember. i Ministerrath kündigte der Zustiz-Minister Bourgeois die Ab- sicht an, den Antra Befugnisse auf die Panáma-Untersuchungscommission von der Tribüne herab zu bekämpfen.

Die wirklichen Empi Orsati erhobenen Che>s follen , Rouvier,

W. T. B.) Jn dem heutigen

Pourquery wegen Uebertragung richter-

änger der von Davoust, Schmitt und wie die „Libre Parole“ be- Jules Roche und der Deputirte Dem „Intransigeant“ zufolge beabsichtigt er heutigen die Regierung zu interpelliren, weshalb zwei

aße wie Rouvier compromittirte Minister noh

einer derselben sei Burdeau. (W: T. B) Der

Neubauten auf der hiesigen

mußte sih infolge dessen in ärztliche Der Zustand des Verleßten ijt be- (W.

T. B.) Die vereinigte

Jahr 1893 wurde

W. T. B.) Die „Agence Bal-

Allein nah näherer der Presse sei gegenwärtig die Abänderung günstig O er

ur<

Es die Ansiht vor, ein Heirathsprojekt des bereits und werde demnächst angekündigt

New-York, 15. Dezember. (W. T. B.) Eine Depesche des „New-Ÿork Herald“ aus Valparaiso besagt, die chile- nische Regierung habe eine Militärvershwörung entde>t, deren Zwe> gewesen sei, das 7. Regiment aufzuwiegeln. Die Verschwörer seien verhaftet worden, es seien sämmtlich ehemalige

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

E S T

S E R

Fünfter Symphonie-Abend am 7. Januar 1893.

Billets zu 6, 5, 3, 2 und 1 ( sind in der Hof- musikalien-Handlung von Bote & Bo>, Leipziger- straße 37, und an der Abendkasse zu haben.

Anfang 7 Uhr. /

Scausvielhaus. 280. Vorstellung. Die Philo- sophin. Lustspiel in 1 Aufzug von riedrich Noeber. In Scene geseßt vom Ober-Regiffeur Marx Grube. Die gelehrten Frauen. Lustipiel in 5 Aufzügen von Jean Baptiste Molière. In deutschen Versen von Ludwig Fulda. In Scene ge- E vom Ober-Regiffeur Max Grube. Anfang

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Sonnabend: Opernhaus. 270. Vorstellung. N Oper in 2 Acten von L. van Beethoven. Text nah dem Französischen von F. Treitschke. Diri- ent: Kapellmeister Weingartner. Prometheus. Musik von Beethoven. Nach einer mythologischen Tanzdichtung E. Taubert's in 2 Acten von Emil Sra Dirigent : Musikdirector Hertel. Anfang

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Schauspielhaus. 281, Vorstellung. Neu ein- studirt: Wallenstein's Lager. Schauspiel in 1 Aufzug von Friedri< von Schiller. In Scene gefeßt vom Ober-Regisseur Mar Grube. Die Piccolomini. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedri< von Schiller. Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Opernhaus. Alefsandro Stradella. (Alessandro Stradella: Herr Emil Göße, Königlich preußisher Kammersänger, als Gast.) Cavalleria rusticana.

Schauspielhaus. Walleustein's Tod.

Deutsches Theater. Freitag: Don Carlos. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Die Kinder der Excellenz.

Sonntag: Die Jüdin von Toledo. Z

Die erste Aufführung von „Die Räuber““ findet am Montag statt.

Berliner Theater. Freitag: 16. Abonnements- Vorstellung. Macbeth. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Nora.

Sonntag: Nachmittags 25 Uhr: Julius Caesar. Abends 7+ Uhr: Kean.

Lessing-Theater. Freitag: 13. Gastspiel von Eleonora Duse mit ihrer Gesellschaft unter der Direction von Cav. Flavio Ando. Cavalleria rusticana. La Locandiera. Anfang 74 Ubr.

Sonnabend: 14. Duse-Abend. dame.

Sonntag: Die Orientreise.

Die Camelien-

Wallner-Theater. Freitag: 46. Gaft - Vor- stellung des Lessing-Theaters: Der Lebemaun. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Der Lebemann. :

Sonntag: Der Lebemaun.

Volksthümliche Preise (Parquet 2 4). Vorverkauf ohne Aufgeld.

Friedrich - Wilhelmstädtisches Theater. Chausseestraße 25.

Freitag: Zum 21. Male în neuer Bearbeitung:

Das verwunschene Schloß, Operette in 3 Auf-

zügen von Alois Berla. Musik von Carl Millö>er.

In Scene gesezt von Julius Frische. Dirigent: Herr Sp eliter Federmann. (ti ads 7 Uhr.

Sonnabend: Die schöne Helena.

In Vorbereitung : Der Millionenonkel. Operette e ore von Zell und Genée. Musik von Adolf

üller.

Residenz-Theater. Direction : Sigmund Lauten- burg. Freitag: Marquise. Lustspiel in 3 Acten von Victorien Sardou. Deutsh von Robert Buch- holz. Anfang 74 Uhr. :

Sonnabend: Denise. Schauspiel in 4 Acten von Alexandre Dumas.

_Nälste Novität: Familie Pout - Bigquet. Schwank in 3 Acten von Alexandre Bifson.

Kroll's Theater. Freitag: Gastspiel von Gemma Bellincioni, Frau Moran - Olden, Noberto Stagno und Juan Luria. Mala Vita. Melo- drama in 3 Acten von N. Daspuro. Musik von Umberto Giordano. Anfang 7$ Uhr.

Sonnabend: Die Zauberflöte.

Neues Theater (am Schiffbauerdamm 4/5). Freitag: Zum 14. Male: Logierbesu<h. Schwank in 4 Aufzügen von R. Weber und Mar Löwenfeld. Anfang 7# Uhr.

Sonnabend: Logierbesuc<.

Sonntag, Nachmittags 24 Uhr: Die Liebes- händlerin. Abends 7 Uhr: Durch die Iuten- danz. Hierauf: Logierbesuch.

Theater Unter den Linden. Freitag: Zum 84. Male: Die Welt in Bild und Tanz. Ausstattungs - Ballet von Gaul und

ßreiter. oie von J. Bayer. Inscenirt dur ouis Gundla<h. Das grandiose chinesische Ballabile: Ein Drachenfest. (Mitwirkende: 500 Personen.) Das Baby. g at Schwank in 1 Act von H. F. Musik von A. Ferxon: Couplets von A. Braun. FInscenirt dur< C. A. Friese sen. Imro Fox, amerikanischer Prestidigitateur (Gast- spiel). Anfang 74 Uhr.

In Vorbereitung: Die Sirenen-Jusel. Ballet von Regel. Musik von Mader. Choreogr. von Haßreiter. (Repertoirestü> der Wiener Hofoper.)

Adolph Ernst-Theater. Freitag: Dritt- letzte Aufführung. Zum 101. Male: Die wilde Madonua. Gesangsposse in 3 Acten von Leon Treptow. Couplets von G. Görß. k von G. Steffens. In Scene gesezt von Adolph Ernft.

Anfang 7# Uhr.

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

Fn Vorbereitung: Modernes Babylon. Ge- sangsposse in 3 Acten von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görß.

Musik von G. Steffens.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Freitag: Ensemble-Gastspiel der Münchener unter Direction des Königlich Bayerischen Hof- \chauspielers Max Hofpauer. Zum 7. Male : Der Herrgottshnizer von Ammergau. Ober- bayerishes Volksstück mit Gesang und Tanz in 5 Auf- zügen von Ludwig Ganghofer und Hans Neuerkt. Musik von F. M. Prestele. Die Handlung spielt in Grasweg und Umgebung. Im 3. Act: Schuhplattl- T j t Zither - Soli : Albert Sageser. Anfang 7 r.

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

[49621] Hohenzollern-Galerie Lehrter Bahnhof. L &# Sonntags 50 4. Gr. histor. Rundgemälde 1640—1890. Geöffuet 9 Uhr bis Dunkelh. Sount. 9—9®D.,

Urania, Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes - Ausstellungs - Park (Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 12—11 Ubr.

Concerte.

Concert-Faus. Freitag, Abends 7 Uhr: Karl Meyder - Concert. 5. Wagner-Abend.

Dienstag, 20. Dezember: Fest - Feier. Souper und Familien-Ball zum 25jährigen Bestehen des Hauses. Abends 8 Uhr. Karten à 5 Æ im Bureau des Hauses.

Circus Renz (Carlstraße.) Freitag, Abends 74 Uhr: Groue Gala-Vorstellung. Auf vielseitiges Verlangen : iederholung der feillichen Vorstellung des gesammten Damenpersonals. Besonders gewähltes Programm. U. a. : Hippologischer Congreß mit 36 der bestdressirten Fretheitspferde, vorgeführt vom Director Franz Renz. Grande Quadrille de la haate équitation, geritten von 6 Damen -und 6 Herren. Mr. James Fillis mit dem Schul- pferde „Germinal“. Auftreten sämmtlicher Kunst- \vecialitäten I. Ranges. Zum Schluß: S" Auf

elgolaud “S oder: Ebbe und Fluth. Großes Land-, Wasser- und gu T National- tänze von 82 Damen. Neue Einlagen, u. a. : „Auf- zug der Leib-Garde-Artillerie“.

Sonnabend, Abends 74 Uhr: Wiederholung der Freitags-Gala-Vorstelluna.

Sonntag: 2 große Fest-Vorstellungen. Um 4 Uhr (ein Kind frei): „Die lustigen Heidelberger „. Abends 74 UvE: „Auf Helgoland“. Großes Brillant-Feuer- wert.

S R A E P S T B I N T; K F I R H E E EÉEE E E Familien-Nachrichten.

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Landrichter Nohr (Breslau). Hrn. Landrichter Fuchs (Graudenz). Eine Tochter: Hrn. Rec ierungs-Baumeister JIrmis< (Berlin). Hrn. Prem.-Lieut. Alfred Frhrn. Quadt-Wykradt-Hüchtenbru> T. (Berlin).

Gestorben: Verw. Fr. Pastor Eugenie Herold, geb. Mühl (Reibnitz). Hr. Forst-Inspector Ferdinand Knersh (Neude> O.-S.). Hr. Amts- rath Gustav Dangers (Braunschweig). Verw: Fr. Hauptmann Elsbeth von Klüfer, geb. Jaquet (Gumbinnen). Verw. Fr. Anna Gemnich, geb. von Derschau (Berlin).

Nedacteur: Dr. H. Klee, Director. Berlin:

Verlag der Expedition (Scholz).

Dru> der Norddeutschen Buchdru>erei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Sechs Beilagen (eins<kießli4 Börsen-Beilage), und das Verzeichnis; gekündigter Schuld- verschreibungen der Vrenßtiscben Staats- Anleihen von 1868 A., 1850, 1852,

1853 und 1862, und der confsol. 42%, Staats-Anleihe.

M 297

Deutsch Nachw

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Slaals-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 15. Dezember

es Reich. Eis ndg

der Einnahme an Wechselstempelsteuer im Deutschen Reich für die Zeit vom 1. April 1892 bis zum Schluß des Monats November 1892.

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Einnahme im Monat

Ober - Postdirections - Bezirke November - V C

Hierzu Einnahme

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4) Berlin . 5) Potsdam 6) Frankfurt a. O.

7) Stettin.

8) Köslin 9) Posen 10) Bromberg .

11) Breslau e

e 8 767

13) Oppeln 6 234

14) Magdeburg 14 192

15) Halle a. S. 9 193

16) Erfurt . 10 673

T7) Nel 8 245

18) Hannover . 8 989 19) Münster ;

20) Minden

921) Arnsberg

22) Caffel :

23) Frankfurt a. M. S 2 r 5 55 1 25) Aachen . -

26) Koblenz

27) Düsseldorf .

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31) Karlsruhe .

32) Konstanz 33) Darmstadt 34) Schwerin i. M. S 35) Oldenburg 10 36) Braunschweig s 80 O e e 905 | 10 1 J A e ale 81‘ 10 5D a Cr 99 | 20 1 E ee S S 4 078 | 50

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4 827 701 468 038 181 036

Ueberhaupt . . 2 O Berlin, im Dezember 1892.

4 608 355 | 80

5 262 498

Haupt-Buchhalterei des Reichs-Schaßamts. Biester.

Deutscher Reichstag. 15. Sizung vom Mittwoch, 14. Dezember, 12 Uhr.

Wie wir in der Mitiwo<h-Nummer berichtet haben, sprachen bei der Fortsezung der ersten Lesung der Vorlage über die Friedenspräsenzstärke des deutshen Heeres am Mittwoch die Abgg. Hausmann (Vp.) und Freiherr von Manteuffel Son). Die Rede, welhe der Reichs- fanzler Graf von Caprivi in Beantwortung der Rede des leßteren hielt, sei hier zunächst im Wortlaut nachgetragen.

Reichskanzler Graf von Caprivi:

Was den leßteren Vorwurf angeht, fo kann ih mi< auf den stenographishen Bericht beziehen. Ich babe nit behauptet, daß die conservative Partei als solche ihre Abstimmung von der Haltung der Regierung zur Frage des Bimetallismus oder zu einer anderen mit der Militärvorlage nicht in unmittelbarem Zusammenhange stehenden Frage abhängig mahen würde. Ich habe, wenn i< mi< nit irre, von einzelnen Herren gesprochen. Ich lege aber feinen Werth darauf, auf diese Frage weiter einzugehen, na<hdem ein Mitglied, wenn auch nicht der conservativen, fo doch der freiconservativen Partei, der Herr Abg. von Kardorff, diefen Standpunkt hier im Hause voll und ganz vertreten hat. (Sehr richtig! links.)

Was nun den Parteitag angeht, so habe ih mich für ver- vflihtet gehalten, mir klar zu machen: wie wird dieser Parteitag wirken, und wel<he Folgerungen hat man aus diesem Ereigniß zu ziehen? Ih habe meine Kenntniß dieses Parteitages aus dem- jenigen Organ geschöpft, von dem ih annehme, daß es in diesem Falle das bestunterrichtete sein würde, der „Kreuzzeitung“. (Hört, hört! und Heiterkeit links.) Ich nehme mit Befriedigung und Genug- thuung davon Act, daß die Aeußerung, „man solle demagogis handeln“, ni<t im Sinne der Partei gethan worden ist, au nicht von der Partei acceptirt wird. Sie in der Weise aufzufassen, als ob die Partei sie sich zu eigen mache, war ih aber do wohl dadur be- rechtigt, daß kein Widerspruch, soweit die „Kreuzzeitung“ die Ver- handlungen wiedergiebt, gegen diese Aeußerung erfolgt ist. (Sehr richtig! links.)

Und nicht diese Aeußerung allein ift es gewesen, die mi bedenk- lih gemacht hat, sondern es fielen Aeußerungen, die auf den Prozeß, der sich in der lezten Woche abgespielt hat, hinzielten, und die offene und unverhüllte Theilnahme mit dem Manne zum Ausdru> brachten, der infolge dieses Prozesses verurtheilt worden is (Sehr richtig! links) und der die deutshe Heeresverwaltung in einer Weise angegriffen und ges<hädigt hat, wie das von einem Deutschen bisher, soweit i< weiß, kaum geschehen ist. (Sehr wahr!) Es war also

Sehr richtig! links.)

Stimme gegeben.

Ablward+t-Antisemiten immer besser find (Hört! hört! links. Unruhe rets.)

Act, daß die eignet; aber ih finde es entshuldbar,

Unruhe rechts.) Wir fahren nun mit der Rede

richtet worden ist, fort.

feine Stimme hier erhoben. (C / Reihe von Militärvorlagen mitberathen, sei no< nicht da gewesen. Es jet

stimmung ‘gegen die Vorlage. seien gegenwärtig ganz

so befinde man ih doch einem Aufshwung, ni<ht in

Erwerb®stände.

ebenso. Auf die

tragen fönnten. werden. In Preußen stelle

ehâlter hintan, weil die Mittel nicht abe man die Gehaltsaufbesserung der

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war, sie wäre geneigt, sie si<h anzueignen.

sei, den man überall anders damit nicht verknüpfe. vorlage im ganzen Umfange habe sih mit einer einzigen Ausnahme Er habe seit 25 Jahren eine ganze

nicht zu bezweifeln, Militärvorlage unter einem fehr unglü>lichen Stern eingebracht sei. SFn dem néuen Steuerplan liege nicht allein Oie Erwerbsverhältnisse des Volkes sicher nicht günstig ; Sache ruhiger und gemäßigter als der 4 unzweifelhaft einer Stagnirung, einem Niedergang der Erwerbsverhältnifse. Das sei au< im vreußischen Landtag zum Ausdru> gebraht worden. Abgesehen von der preußischen Thronrede, habe der preußishe Finanz-Minister im Steueraus\cuß erklärt, daß er auf keine steigenden Erträge der Einkommensteuer rene, weil die Erwerbsverhält- nisse im Niedergang begriffen seien. In den anderen Bundesstaaten sei es

Matrikularbeiträge dürften die Kesten der Militär- vorlage niht verwiesen werden, weil die einzelnen Staaten sie niht Die Etats der einzelnen Staaten würden dadur< in Verwirrung kommen, ganz nothwendige Ausgaben dadur unmöglich ß man die Aufbesserung der Beamten-

für mi mindestens entshuldbar, wenn i< aus den Verhandlungen der conservativen Partei an jenem Tage den Eindru> gewonnen hatte, als ob die Partei fi< mit dem Angeklagten und dessen Be- strebungen bis zu einem gewissen Grade identificirte. Ich bitte um die Erlaubniß, verlesen zu dürfen, was ein Theilnehmer des Parteitages gesagt hat:

Ih bin au< aus Arnswalde. (Beifall.) servative Gegencandidat des Rectors Ahlwardt und troydem habe ih im zweiten Wahlgange bei der Stichwahl Ahlwardt meine

(Stürmischer Beifall. wir Conservative sind von der Erwägung ausgegangen , daß zehn.

(ODho! rets.

Ih bin der con-

Denn

Hört! hört!)

als ein Freisinniger.

Ich constatire no< einmal, ih nehme mit Befriedigung davon conservative Partei \sih diese Aeußerungen ni<t an-

ih des Glaubens (Sehr gut! links.

wenn

des Abg. Dr. Freiherrn

von Stauffenberg (dfr.), über deren Anfang bereits be-

Abg. Dr. Freiherr Schen> von Stauffenberg (dfr.): Die Erklärung des Abg. Freiherrn von Manteuffel gehe Me darauf hinaus, daß das Wort „demagogish“ in einem Sinne ge

ebrau<t worden Für die Militär-

aber eine Lage wie jeßt daß diefe

der Grund der Miß-

man“ auch die Bebel ansehen, jezkt ni<t in sondern in Das gehe dur alle

möge Abg.

ausreihten; in Bayern oberen Beamten gemacht,

1889S.

e * wegen der unteren aber für den fünftigen Etat NBerpflichtungen übernommen, denen man si< ni<t entziehen fônne. Wenn die Er- füllung dieser Verpflihtungen in den Einzelstaaten wesentli ers<hwert werde, so müsse die Zahl derer, die der Militärvorlage na< allen Kräften widerstrebten, immer größer werden. Das ganze Beantenthum, inêbesondere ba tedere, sei dabei wesentli<h interessirt, daß die Einzelstaaten" auch die nöthigen Mittel für ihre wirklich bescheidenen Ansprüche hätten, und jede Befürchtung, daß das unmögli sein werde, habe erhebliche politishe Wirkungen. .Die Militärvorlage sei ganz unerwartet ge- fommen. Der Reichskanzler sei zwar der beste Interpret seiner eigenen Worte, aber in fehr weiten Kreisen fei der allgemeine Ein- dru> der früheren Erklärungen der Regierung gewesen, daß man für die nächste Zeit von weitgehenden Plänen Abstand nehme. Auch im Kreise der verbündeten Megierungen sei es ebenso gewesen. Hätte man im vorigen Frühjahr diese große Belastung des Neichsbudgets erwarten Fkönnen, so wäre das Verhalten des bayerischen Finanz-Ministers in der bayeris<hen Kammer unerfindli<h ge- wesen. Man ktbabe dort große Ueberschüsse bis zum leßten Rest vertbeilt und eine Menge ständiger Ausgaben übernommen, möglich gewesen wäre, wenn die Regierung eine ? Steigerung der Reichsausgaben gehabt hätte. Die vorlagen seien in erstaunlih kurzer Zeit gemaht worden. welche direct und indirect daran interessirt seien, daf füllung aller anderen Staatsausgaben nit ein ] übrig bleibe, umfaßten einen ganz bedeutenden Thei Volkes. Der Meichskanzler sage von seinem Standpunkt mit Recht, diese Vorlage sei für absehbare Zeit das Ende der militärishen Pläne. Wenn man aber das dem Volke verkünde, würde es kein Mensh glauben. Der Reichskanzler habe den Ausdru> gebraucht: Wenn wir die i jährige Dienstzeit einführen, so müssen Sie uns gewisse Compen- sationen geben, gewisse Concessionen maczen. Das werde nun na< außen fo aufgefaßt: wir geben eu< die zweijährige Dienstzeit, das ist ein Geschenk, dafür verlangen wir ein anderes i höhung der Friedenpräsenzziffer. Nun set er die Sachlage eine ganz andere. zweijährige Dienstzeit sci die Vor- ausfeßung dessen, was der Reichskanzler tbun wolle. Er könne die Verjüngung der Armee ohne die zweijäbrige Dienstzeit gar niht in Angriff nehmen. Er habe in seiner ersten Rede wenigstens andeutungsweise gesagt, was man in dieser Beziehung thun fönnte.

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P T E Le

Bei dem Verdy“\chen Plan solle angenommen worden sein, daß die dreijährige Dienstzeit stricte dur<geführt werde und daß außerdem no< alle Waffenfähigen eingestellt werden sollten. Der Reichskanzler habe einen sol<hen Plan für undur{<führbar erklärt. Er (Redner) lage, selbst eine absolute Regierung wäre nicht - im stande, etwas Derartiges zu thun, denn sie würde das Geld dafür nit beibringen fönnen, das Geld wäre uners{<winglih. Daß die zweijährige Dienstzeit geseßlich festgestellt werde, halte er für selbstverständlich, es sei dazu au< feine Aenderung der Reichs- verfassung nöthig. Die Valage gehe davon aus, daß ein Plus von etwa 60 000 Rekruten im Jahr eingestellt werden müsse. Der preußische Kriegs-Minister habe von denjenigen gesprochen, die hinterm Ofen ho>ten, während die andern ins Feld zogen. Diese Wendung entsvre<e nit vollständig der Sahe. Wenn man den Plan der Reichsregierung vollständig ausführe, so bliebe für den Frieden wenig- stens no< eine ganz hübsche Anzahl von Leuten hinter dem Ofen. Die Zahl der sogenannten Ueberzähligen betrage nah den vorgelegten Tabellen über 10 000 Mann. - Man komme aber mit den Ueberzähligen nit entfernt auf die Summe, die man brauche, um au< nur die zweijährige Dienstzeit auf der Grundlage der gegenwärtigen Ziffer durbzuführen. Man müsse das Mindestmaß herabseßen, was ja nah den einzelnen Landestheilen einen fehr verschiedenen Effect habe. Man müsse weiter von den der Ersaßreserve oder dem Land- turm Ueberwiesenen au diejenigen nehmen, die wegen bedingter Taug- lihfeit überwiesen seien, und das seien allein über 30 000, mehr als die Hälfte dessen, was man anstrebe. Nun behaupte er, daß, wenn man jon einer allgemeinen und gleihen Wehrpflicht gesprochen habe, Jeder- mann nur an die absolut Tauglichen gedaht habe. Aller- dings ließen si< Manche einziehen, die in anderen Landes- theilen als untaugli<h zurü>gewiesen würden. Gewinne die Armee wirkli<h, wenn eine größ:re Anzahl von Perfonen, deren Tauglichkeit zweifelhaft sei, in dieselbe eingestellt werde? Er glaube, diese Frage au< ohne militärishe Erfahrung mit Nein be- antworten zu müssen. Die Zahl der Eingestellten werde variiren je nad der strengeren oder milderen Handhabung der Instruction. Aber er behaupte, daß jeßt hon die Einstellung von Untauglichen, Viertel- und Halbuntauglichen eine viel größere und [hädlichere fei, als man in der Regel annehme. Das hänge sehr viel mit der militärishen Freizügigkeit zusammen. Die Aushebungëcommissicn wisse zum großen Theil von dem Vorleben der ihr Vorgestellten ni<ht das Allergeringste. Na<h dem wor- liegenden Material sei die Zahl der latenten Geistes- franfen, die auf diese Weise eingestellt würden, eine ni<ht ganz geringe. Der Geisteskranke werde in der Regel nicht in der Lage fein, felbst seine Geistesfrankfheit als Befreiungsgrund anzuführen. Die Com- mission kenne ihn niht, und vielfah wüßten auch die nächsten Ver- wandten ni<ts darüber. Eine große Zahl der Militärmißhandlungen babe ihre Ursache darin, daß ganz s<wa<sinnige, halb untaugliche und für den Militärstand unbrauchbare Personen eingereiht worden seien, daß sie dann nicht ihre militärischen Pflichten erfüllen fönnten und von den Offizieren und Unteroffizieren in harte Zucht genommen würden. Wenn man nun die Grenzen der Tauglihkeit herabseße, so föônne er nie glauben, daß man die Armee dadur wesentlih stärke. Aber selbst wenn man die Dienstpflicht auf den gegenwärtigen Präsenzstand beschränke, so werde man aus den Reihen der Ueberzähligen knapp diejenige Rekrutenzahl bekommen, die man einstellen könne. Man werde no< einen Theil der bedingt Taug- lihen dazu nehmen müssen. Daß die Militärgerichtébarkeit eine Aenderung erfahren müsse, halte er für selbstverständlih. Er rechne dazu nicht allein die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit, sondern au die selbständig organisirten Gerichte, niht eine Commission ad hoe, sondern etwas allgemein Gültiges, wie in Bayern, obwohl auch da manches verbesserungsfähig sei. Die Vermehrung der Zahl der Unteroffiziere sei geeignet, in einer Beziehung Bedenken zu erregen. Er habe mit Vergnügen aus der gestrigen Aeußerung des Reichskanzlers entnommen, daß er die Frage in Erwägung gezogen habe, ob iht dur< eine bessere Stellung der Unteroffiziere wegen ihres Avancements und ihrer focialen Stellung es errei werden ftönnte, daß die Unteroffiziere länger dienten. Mit Geld könne man einiges machen, aber niht alles. Die Stellung eines Unteroffiziers mit Civilversorgungsshein sei eine keineswegs günstige. Es wäre sehr wünschenswerth, wenn die Militärverwaltung mittheilte, wie lange die Unteroffiziere mit dem Civilversorgungéschein warten müßten, bis sie angestellt würden. Wenn der Civilversorgungsberehtigte angestellt werde, dann fomme er oft in Stellen, die im ni<t angenehm seien. Er (Redner) wisse aus Erfahrung, daß viele Unteroffiziere ihre Stellung als eine shwere Benachtheiligung empfänden sowohl in s\ocialer wie in pecuniärer Beziehung. Es gebe unter den civilversorgungsberehtigtên Unter- offizieren eine unglaubli<h große Zahl von Unzufriedenen, “die mit jedem Jahre wahse. Wern nun die Zahl der Unteroffiziexe. um ein

Sechstel vermehrt werde, dann entstehe die ernsthafte Fragk: “Habe iñan

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