1892 / 302 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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auszuwählen, die Trokenlegung, die Parzellirung, den Verkauf u. \. w. zu besorgen haben soll. Zu diesem Zwe> soll die Regierung die Be- willigung von 300 000 Kronen jährli< von dem Reichstag verlangen. Schließlich wird bezüglih der beiden nördlihsten Län Westerbotten und Norrbotten vorges<lagen, vorzugsweise entwässerte oder öde liegende Forstländereien zum Anbau herzugeben, die in der Nähe von Verkehrsstraßen liegen, und daß den Ansiedlern außer dem nöthigen Bauholz eine Staatsunterstüßung von 300 bis 500 Kronen gewährt werden foll. Zu diesem Zwe> werden 100 000 Kronen jährlih für vorläufig ausreichend erachtet.

Gesundheit8wesen, Thierkrankheiten nund Absperrungs- Maßregeln.

Verbreitung der Lungenseuche im Deutschen Reich im Jahre 1891*).

Dem bereits erwähnten, im Kaiserlihen Gesundheitsamt bear- beiteten se<sten Jahresberiht über die Verbreitung von Thierseuchen im Deutschen Reich (Verlag von Julius Springer hier) entnehmen wir nachstehende Angaben. Die Lungenseuche hat in dem größeren Herd in Meitteldeutshland an Grad und Ausdehnung etwas gewonnen und sih vorübergehend au<h an einigen anderen Orten in ziemliher Heftigkeit gezeigt. Die Zahl der Er- franfungsfälle, sowie diè Verluste an Rindvieh aus Anlaß der Bekämpfung der Seuche beträgt mehr als das doppelte derjenigen vom Jahre 1890. Auch die Zahl der heimgesuchten Gemeinden ist fast um das zweifache, und die der betroffenen Gehöfte annähernd um das eineinhalbfahe größer. Nach der dem Berichte ‘beigegebenen Uebersichtéfarte auf Tafel V reiht der erwähnte Seuchenherd im mittleren Deutichland in nordnordwestliher Richtung bis in die Kreise Lüneburg Stadt und Land sowie Bleckede. Weitere Herde be- finden sich besonders in den Kreisen Randow, Regierungsbezirk Stettin, ferner Saarbrü>en, Saarlouis, Meß und Umgegend. - Eine stärkere Verseuchung tritt sodann im Königreih Sachsen hervor, während kleinere Herde in einzelnen Orten von S(blesien, Brandenburg, Han nover, Westfalen, Hamburg, Bayern, Württemberg und Elsaß- Lothringen zerstreut liegen. Im ganzen Reich sind 1273 Stü>k Rindvieh an der Lungenseuhe erkrankt gegen 626 im Jahre 1890. Dieselben vertheilen sh auf 9 Staaten (Preußen 1053, Bayern 43, Sachsen 63, Württemberg 1, Sachsen-Weimar 1, Braunschweig 43, Anhalt 34, Hamburg 2, Elsaß-Lothringen 33), 22 Regierungs-2c. Bezirke, 50 Krei’e 2c., gegen 9, 18 und 32 im Vorjahre. Gefallen sind 18, ge- tödtet auf volizeilihe Anordnung 1494, auf Veranlassung der Besißer 740 Thiere. Der Gesammtverlust betrug somit 2268 Stück gegen 998 im Vor- jahre. Auch der Bestand an Rindvieh in den neu verseuchten 185 Ge- höften war größer als im Vorjahre und betrug 4857 Stück gegen 3188 in 76 Geböften. Auf je 10000 Stück Rindvieh im Reich nah der Zählung vom 10. Januar 1883 kommen 0,81 Erkrankungs- fälle gegen 0,40 im Jahre 1890; 1,43 gefallene oder getödtete Thiere gegen 0,62. Von je 100 gerödteten Thieren sind 43,82 bei der Section seuchenfrei befunden worden, gegen 36,93 im Vorjahre. Auf je 1 erfranftes Thier kommen im Reich 1,75 getödtete und 1,77 aus Anlaß der Seuche überhaupt zu Verluft gegangene Thiere.

Was spectell die Verhältnisse in demn mitteldeutshen Seuchen- bezirk betrifft, so waren dortselbst 22 Kreise (17 im Vorjahre), in den preußischen Regierungsbezirken Magdeburg (11 Kreise), Merseburg (1), Lüneburg (6) fowie in den Herzogthümern Braunschweig (2) und Anhalt (2) von der Seuche heimgesucht, wovon verhältnißmäßig am stärksten die Kreise Wolmirstedt (202,72 Fälle auf 10000 Stück Nindvieh), Lüneburg Stadt (180,72), Wanzleben (148,32) und Magde- burg Stadt (104,53). Zugenommen hat die Seuche in den Kreisen Wolmirstedt, Wanzleben, Neuhaldensleben, Oschersleben, Aschers- leben und Cöthen; neu betroffen wurden Magdeburg Stadt, SFerihow 1, Gardelegen, Wernigerode, der Saalkreis, Lüne- burg Stadt und Land, Ble>kede, Gifhorn, JIsenhagen, Uelzen und Wolfenbüttel. Im ganzen Seuchenbezirke sind 870 (567 im Vorjahre) = 68,3 9/9 (90,6 9/6) der sämmtlichen im Reich gemeldeten Erfranfungsfälle vorgekommen. In demselben waren ferner 89 Ge- meinden 2. (61) = 61,0 9/6 (70,9 9/0) sowie 146 Gehöfte (72) = 69,2 9%, (74,29/0) der überhaupt betroffenen verseu<t. Die Stückzahl an Rindvieh in den neu verseuhten Gehöften betrug 3526 (2848) oder 72,699 (89,3 9/0) der sämmtlihen im Reih neu betroffenen Gehöfte. Auf das betreffende Seuchengebiet kommen 1510 (903) ge- fallene und getödtete Thiere, d. #\. 67,1% (91,7 9/6) derjenigen im ganzen Reich. Von den 1500 getödteten Thieren sind 640 = 42,67 %o (37,21 ©/) bei der Section seuchenfrei befunden worden.

Ueber die Vornahme von Impfungen sind Mittheilungen aus dem Regierungsbezirk Magdeburg, den sächsischen Kreiëhauptmann- schaften Dresden und Zwickau, sowie den Herzogthümern Braunschweig und Anhalt eingegangen. Hiernah waren von 26 in Betracht kommenden Beständen 17 verseucht und 9 seuhenfrei. Von den 17 ver- seuhten Beständen sind 6 bereits vor dem Auébruh der Seuche geimpft gewesen, 11 niht. Es erkrankten in den ersteren 6 Beständen beim Ausbruche von 554 geimpften Thieren 26 = 4,7 9/0, von 178 nicht geimpften 29 = 16,3%). Nach Vornahme ciner zweiten Impfung in zwei von diesen Beständen erkrankten von 256 Thieren ein Stück. Von den elf erst na< dem Ausbruche der Seuche geimpften Beständen erkrankten beim Auébruche von 706 Thieren 41 = 9589/0, na< der Impfung von 586 Stück 63 = 10/89/60. Verluste an Thieren infolge der Impfung sind im ganzen 16 (0,7 9/9) gemeldet. i

Verbreitung der Maul- und Klauenseuche im Deutschen Reich im Jahre 1891 **),

Nach dem bereits erwähnten Jahresberiht über die Verbreitung von Thierseuhen im Deutschen Reich im Jahre 1891, welcher im Kaiserlichen Gesundheitsamt bearbeitet und im Verlage von Julius Springer in Berlin erschienen ist, hat die Maul- und Klauenseuche das ganze Jahr hindur< geherrsht, und zwar am stärksten im Süden, am |{<wächsten im Nordwesten von Deutschland. In der ersten Zeit hat die Seuche an räumliher Ausdehnung zwar etwas ge- wonnen, dagegen weniger Gemeinden und Gehöfte befallen als im vorangegangenen Vierteljabr von 1890. In der Folge wurden indeß allmählih mehr Neuausbrüche in einer größeren Zahl von Ge- meinden gemeldet, während gleichzeitig die Zahl der betroffenen Kreise 2c. und größeren Verwaltungsbezirke sih verringerte. Jhren niedrigsten Stand hotte die Seuche im dritten Viecteljahr, dann nahm sie nah und nah wieder zu und suchte {ließli< au<h mittlere und ‘nördlihe Theile des Reichsgebiets etwas stärker heim. Im Laufe des Berichtsjahres sind im Reich ungefähr 7/10 sämmtlicher Kreise 2. (gegen 2 im Vorjahre) von der Seuche heimgesuht worden. Verschont blieb nur das lübe>is<he Staats- gebiet; verhältnißmäßig wenig verseu<ht waren Schleswig-Holstein und andere nördli gelegene Gebietstheile. Während bei Beginn des Berichtsjahres 3346 Gehöfte in 1234 Gemeinden betroffen waren, erwiesen si<h am Schluß des Berichtsjahres 1416 Gehöfte in 535 Gemeinden verseuht. Ueberhaupt betroffen wurden 25 Staaten (21 im Vorjahre), 79 Regierungs- 2c. Bezirke (77), 739 Kreise 2c. (769), 10545 Gemeinden 2c. (9263) und 47 865 Gehöfte 2c. (40 699). Die Gesammtzahl der Thiere in den neu verseuhten Gehöften betrug nach- weiélih 394 640 Stück Rindvieh, 240 904 Schafe, 3378 Ziegen, 182 208 Schweine, zusammen 821 130 Thiere.

Die größten Bestände an Thieren in den neu be- troffenen Gehöften wiesen auf die Negierunas- 2. Bezirke Berlin (114 614) Schwaben (104 554), Oberbayern (69 273), JIagst- kreis (56 634), Donaukreis (40 777), Magdeburg (37 917), Nieder- bayern (32 763), Anhalt (28 453), Mittelfranken (26 546), Merse- burg (23 530), Bromberg (19 876), Schwarzwaldkreis (18 569), Caffel (16 525), Ne>arkreis (15 795); von den Kreisen 2c.: Cöthen (20703), Neuburg a. D. (15171), Straubing (15 106), Dillingen (13 464), JIerihow 1 (12333), Gera- bronn (12143), Aicha<h (11 665), Neresheim (10 769), Donau- wörth (8337), Augsburg (8245), Heidenheim (7891), Zus-

*) Vergl. Veröff. 1891 S. 785.

**) Vergl. Veröff. 1891 S. 767.

marshausen (7568). Die größten Bestände an Rind- vieh waren vorhanden in den Regierungs- 2c. Bezirken Schwaben (58905), Oberbayern (47 654), Donaukreis (27 849), Niederbayern (22 031), Iagstkreis (21 973), Merseburg (14079), Schwarzwaldkreis (13 742), Mittelfranken (12538), Ned>arkreis (12 358), Freiburg (11 078), Magdeburg (10 239), in den Kreisen 2c. Neuburg a. D. ($808), Straubing (8650), Aichach (5788), Augsburg (4831), Memmingen (4810), Cöthen (4809), Bru> (4042), Donau- eschingen (3956), Landau a. J. (3919), Gerabronn (3916), Mün- hingen (3871), JIllertissen (3864), Dillingen (3689), Berlin (3555), Zusmarshausen (3521). Die größten Bestände an Schweinen ergeben \si< für die Regierungs- 2c. Bezirke Berlin (111054), Oberbayern (8899), Schwaben (8336), Niederbayern (8158), Leipzig (5498), Jagstkreis (4785), Mittelfranken (4099), Magdeburg (2564), Cassel (2499), Donaukreis (2038), Bromberg (2013); für die Kreise 2c. Straubing (5548), Stadt Leipzig (4553), Neuburg a. D. (3109), Aichah (2517), Gerabronn (2401), Eichstätt (1540), Donauwörth (1446), Bru>k (1347), Augsburg (1316), Pfaffenhofen (1235), Kelheim (1157), Cöthen (1133).

Einshlevpungen der Maul- und Klauenseuche aus dem Auslande baben, wie in den Vorjahren, in zahlreihen Fällen stattgefunden. Bielfah wurde die Seuche im Inlande durh den Ankauf bereits er- kfrankter oder angeste>ter Thiere vers<leppt. Viele Ausbrüche sind auf Unterlassung oder mangelhafte Ausführung polizeilih angeordneter Sperrmaßregeln sowie der Reinigung und Desinfection zurückgeführt. Außerdem haben die Benußung der Thiere zur Feldarbeit und fonstigen Gespanndiensten, Berührung gesunder und kranker Thiere auf mangel- haft getrennten Weiden, Tränken von Vich an öffentlichen Brunnen, Treiben gesunder Thiere dur< verseuhte Orte, gemeinschaftlihe Schaf- wäschen, der Handel mit Vieh, sowie Märkte und Gastställe zur Berbreitung der Seuche beigetragen. Eine besondere Nolle spielten hierbei Personen, wie Händler, Schlächter, Hirten, Dienstboten, ferner Thiere, welche für die Seuche selbst ni<ht empfänglih sind, wie Pferde, Hunde, Kaßen, Geflügel und dergl. sowie leblofe Gegenstände, wie frishe Thierhäute, Stallgeräthe, Stroh, als Zwischenträger des Anste>ungs\toffes. Jn einer größeren Zahl von Fällen ist die Seuche dur die von Molkereien abgegebene Magermilh in die Gehöfte der Abnehmer eingeshlevpt worden. Durch den Genuß ungekochter Milch von seuchekranken Thieren ist die Krankheit nicht selten auf Menfchen übertragen worden.

Spanien

Zufolge Königlich spanischer Ministerial-Verordnung vom 14. De- zember 1892 werden Herkünfte aus Amsterdam, welhe na<h dem 12. des\. Mts. abgegangen sind, als „rein“ zugelassen.

Portugal.

Die Königlich portugielishe Regierung hat? den Hafen von Hamburg wieder als von Cholera „verseucht“, alle anderen deutshen Häfen als derselben Krankheit „verdächtig“ erklärt. (Vergl. „R.-À.“ Nr. 288 v. 5./12. 92).

Griechenland.

Durch Königliches Decret vom 10. Dezember 1892 if verfügt worder, daß die zweitägige Beobachtungs-Quarantäne , welcher die aus Marseille kommenden Provemenzen bisher no< unterworfen waren, aufgehoben wird und die betreffenden Schiffe si< nur no< einer strengen ärztlihen Untersuhung zu unterziehen haben.

An Stelle der bisherigen fünftägigen Effectiv-Quarantäne:werden ferner die aus Triest kommenden Schiffe bis auf weiteres nur einer dreitägigen Beobachtungs-Quarantäne unterworfen.

Die gegen Provenienzen aus Odessa bisher verhängt gewesene elftägige Cffectiv:Quarantäne ist in eine fünftägige Beobachtungs- Quarantäne umgewandelt worden.

Die vorstehenden Ermäßigungen gelangen bei allen seit dem 7. Dezember d. F. aus den genannten Häfen abgefahrenen Schiffen zur Anwendung.

Fdicua ade

Der Gesundheitsstand in Berlin blieb au< in der Woche vom 4. bis .10. Dezember cr. ein günstiger, wenngleih die Sterblichkeits- zifffer cine etwas höhere als in der Vorwoche war (von je 1900 Ein- wohnern starben, aufs Jahr berehnet, 19,3). Unter den Todes- ursachen kamen acute Entzündungen der Athmungsorgane in ansehnlih gesteigerter Zahl zum Vorschein und endeten auch häufiger tödtlih. Auch Erkrankungen an epidemischer Grippe, jedoch bisher mit mildem Verlaufe, wurden mehrfah beobachtet; aus der der Berichtswoche vorher gegangenen Woche wurden zwei Todes- fälle gemeldet. Acute Darmfkrankheiten zeigten fich in mäßiger Zahl, endeten jedo ein wenig häufiger als in der Vorwoche mit dem Tode. Die Betheiligung des Säuglingsalters an der Sterblichkeit blieb die gleiche geringe wie in der vorhergegangenen Woche; von je 1000 Einwohnern starben, aufs Jahr berehnet, 55 Säuglinge, Von den Infectionékrankheiten blieben Erkrankungen an Masern und Scharlach in fast gleiher Höhe wie in der Vorwoche; Masern zeigten fi<h im Stralauer Viertel, Erkrankungen an Scharlach in der jenseitigen Luisenstadt am häufigsten. Erkrankungen an Diphtherie, die aus dem Stralauer Viertel, der jenseitigen Luisenstadt und der Nosenthaler Vorstadt am zahlreihsten zur Meldung kamen, wurden seltener zur Anzeige gebraht. Erkrankungen an Typhus blieben ver- einzelt. Erkrankungen an Wochenbettfieber wurden acht gemeldet. Seltener gelangten rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut zur Behandlung, während Erkrankungen an Keuchhusten etwas mehr beobachtet wurden. Auch rheumatis<he Beschwerden aller Art, besonders acute Gelenfrheumatismen zeigten im Vergleich zur Vor- woche cine kleine Steigerung.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks

an der Nuhr und in Oberschlesien.

An der Nuhr sind am 20. d. M. gestellt 11 312, nicht re<tzeitig gestellt keine Wagen.

In Oberschlesien sind am 19. d. M. gestellt 5001, nicht rehtzeitig geftellt feine Wagen.

Leipzig, 20. Dezember. (W. T. B.) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster B. per Dezember 3,65 ä, per Januar 3,674 M, per Februar 3,70 4, per März 3,725 A, per April 3,725 4, ver Mai 3,725 M, per Juni 3,774 M, PÞè Juli 3,80 4, per August 3,82 4, per September 3,825 A, per Oktober 3,824 Æ, per November 3,85. Umsay 30 000 kg.

London, 20. Dezember. (W. T. B.) An der Küste 1 Weizen- ladung angeboten.

Manchester, 20. Dezember. (W. T. B.) 12r Water Taylor 6, 30r Water Taylor 8, 20r Water Leigh 74, 30r Water Clayton 8, 32r Mok Brooke 8{, 40r Mayvoll 8x, 40r Medio Wilkinson 9s, 32r Warpcops Lees 8, 36r Warpcops Rowland 83, 36r Warp- cops Wellington 94, 40r Double Weston $7, 60r Double courante S 113, 32“ 116 yardë 16 X 16 grey Printers aus 32r/46r

4. Fest.

fia s 20. Dezember. (W. T. B.) Von der Börse wird berihtet: Bei s\tillem Geschäft waren die Curse abgeschwächt; Banken gut behauptet, in Crédit Foncier machte si<h De>kungsbedarf geltend, Banque de Paris war fest. Rio Tinto waren nach s<wachem Berlauf mäßig erholt, Portugiesen leiht anziehend.

In dem Geschäftshause der Suezkanal-Gesellschaft fand heute Vormittag eine große Versammlung statt, der alle französischen und auéländishen Mitglieder des Verwaltungsraths beiwohnten. Der Versammlung wurden die kürzlih von dem Bureau des Verwaltung®- raths getroffenen Maßnahmen zur Billigung unterbreitet. Der Verwaltungsrath beschäftigte sich alsdann mit der Frage, ob bei der unvermeidlihen Abwesenheit zweier seiner Mitglieder die saßzungsmäßige Erfüllung der Obliegenheiten der Gefellschaftsorgane möglih sei. Die Berathung ergab Einmüthigkeit darüber, daß die gegenwärtige Lage der Gesellschaft aufreht erhalten werden solle. Wie weiter gemeldet wird, wurde der Senator Guichard an Stelle des verhafteten Charles Lesseps zum Präsidenten der Suezkanal- Comvagnie designirt.

Nach einer Meldung aus Lissabon soll die Negierung mi der Bank von Portugal ein Abkommen auf folgenber Grundlant zu treffen beabsichtigen : Alle Schulden des Staatsschaßes an die Baor von Portugal follen confolidirt und gleichzeitig 250 Millionen Francs in neuen Stüken der dreiprocentigen inneren Mentes emittirt werden Ferner soll die Bank von Portugal ermächtigt werden, den Noten- umlauf bis zum Gesammtbetrage von 319 Millionen Francs zu erx- hoben S gleichzeitiger Verpflichtung. die Metallreserve in Gold zu verstärken.

Zürich, 20. Dezember. (W. T. B.) Die Betriebs-Einnahmen der

Schweizerischen Nordostbahn betrugen im November 1892 für den Personenverkehr 488 000 (im November 1891 476 724) Fr., für den Güterverkehr 930000 (im November 1891 990 811) Fr., diverse Einnahmen im November 1892 73 545 (im November 1891 71 766) Fr. Total-Einnahme im November 1892 1 491 545 (im November 1891 1539 301) Fr. Die Betriebs-Ausgaben betrugen im November 1892 844 103 (im November 1891 848 582) Fr. Demnach Ueberschuß im November 1892 647 442 (im November 1891 690 719) Fr. __ “Wasshington, 20. Dezember. (W. T. B) Der S<haß- secretär erklärte bei einer Besprechung der Goldausfuhren die gegenwärtige Lage für befriedigend; die Ausfuhren im leßten Mo- nat beliefen si auf 7 000 000 Dollars, aber dem Staatsfchaß sei nur eine halbe Million entzogen; die Reserve sei auf 100 Mil- lionen festgeseßt; allein der Staatsschat besiße einen Uebers<uß von 243 Millionen. Ohne Zweifel werde das Gold an die Vereinigten Staaten wieder zurü>gelangen. Er hege die Hoffnung, die Gold- reserve des Staats\chates auf der gegenwärtigen Höhe zu erhalten.

- Nèwe Vot, 20: Diemer S B) DiE Bôoxse eröffnete steigend, befestigte sih im weiteren Verlauf und {loß fest. Der Umfag der Actien betrug 371 000 Stü>k. Der Silber- vorrath wird auf 889000 Unzen geschäßt. Silberverkäufe fanden nicht statt.

_Der Dampfer „Elbe" überbringt 3 900 000 Doll. Gold. Wie verlautet, wird au< der Dampfer „Champagne“ 500 000 Doll. an Bord nehmen.

Weizen durhweg weichend auf Nealisirungen. Schluß {<wa<h. Mais niedriger den ganzen Tag auf Realisirungen. Schluß flau.

Der Werth der in der vergangenen Woche ausgeführten e betrug 7 927 953 Dollars gegen 7 948 531 Dollars in der Borwoche.

__ Weizen-Verschiffungen der leßten Woche von dey atlantischen Häfen der Vereinigten Staaten nah Grokbritanuien 130000, do. nah Frankreih 17 000, do. nah anderen Häfen des Continents 46 000, do. von Californien und Oregon nah Großbritannien 36 000, do. na< anderen Häfen des Continents Qrts.

Chicago, 20 Deb D) Wee guf telegraphishe Nachrichten den ganzen Tag shwächer. Schluß s{<wa<. Mais war ten ganzen Tag weichend auf großes Angebot. Schluß flau.

Verkehrs-Anstalten.

Ueber die Fortschritte und den gegenwärtigen Stand der Arbeiten an der dritten großen Pacificbahn, die für Süd-Amerika eine Verbindung zwischen dem Atlantishen und Stillen Ocean her- stellen soll und von Buenos-Aires über den Kamm der Anden nach Valparaiso geführt wird, berichtet die „Times“ Folgendes: Die beiden Endpunkte der argentinishen und cilenis<hen Bahnstrete sind ein- ander bereits so nahe gerü>t, daß eine Art Durchgangsverkehr zwischen Buenos und Valparaiso, wenigstens für die Sommermonate, eingerihtet werden konnte. Von ter argentinischen Linie, die eine Ausdehnung von 108 Meilen (englis) besißt, ist bereits eine Stre>e von 75 Meilen bis Rio Blanco für den Verkehr eröffnet, und ein weiterer Abschnitt von 13 Meilen wird binnen Kurzem fertig- gestellt werden. Auf der chilenishen Seite, wo die Arbeit wegen der bedeutenden topographishen Schwierigkeiten (es handelt sich u. a. um den Bau eines 14 000 m langen Tunnels) nicht in gleichem Maße gefördert werden fonnte, ist der Betrieb auf einer Stre>e von 20 Meilen eingerihtet. Die Expreßgesellschaft Compania de Trans- portes Villalonga in Buenos-Aires hat nun vom 1. Oktober ab eine directe Verbindung zwishen Buenos-Aires und Valparaiso hergestellt, wobei Passagiere und Güter zwishen den Eisenbahn-Endpunkten, welche dur< eine gute Fahrstraße miteinander verbunden sind, durch Maulthiere befördert werden. Die Erxpreßgesellshaft hat außer- dem mit verschiedenen Dampfschiffsgesellschaften in Europa eine Vereinbarung getroffen, welhe den Reisenden er- möglicht, bereits in den europäishen Abgangshäfen der Dampfer directe Billets für Santiago oder Valparaiso zu lösen; hierdurch werden sie zuglei<h der Sorge wegen des Transports ihres Gepä>s enthoben. Die Beförderung der Reisenden von Buenos-Aires aus geschieht in folgender Weise: Von Buenos-Aires bis Villa Mercedes mit der Pacificbahn, von Villa Mercedes bis Mendoza mit der Großen Westbahn, von Mendoza bis Punta de Vacas mit der transandinis<hen Bahn und von Punta de Vacas bis Salto Soldado mit Maulthier. In Salto Soldado benußt der Reisende wieder die transandinishe Bahn. welche ihn nah Santiago und Valparaiso be- fördert. Die Vortheile dieser Einrihtung sind, wie das „Archiv f. Post u. Tel.“ dazu bemerkt, niht gering anzus<hlagen, wenn man be- denkt, daß dadurch die Beförderungszeit von Ocean zu Ocean, die auf dem Seewege mittels“ Dampfer zwölf Tage und mehr beträgt, auf fünf Tage abgekürzt wird, und daß auch die Kosten sih erheblich niedriger stellen.

Bremen , 20. Dezember. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „Ems“ hat am 18. Dezember Vormittags die Neise von Gibraltar nah New-York fortgeseßt. Der Schnell- dampfer „Kaiser W ilhelm II.“ ist am 17. Dezember Mittags von New-York via Gibraltar nah Genua abgegangen. Der Post- dampfer „Baltimore“, nah dem La Plata bestimmt, hat am 17. Dezember Abends St. Vincent passirt. Der Reichs - Post- ban Oa E S E mittags die Reise von Singapore na< Colombo fort- geseßt. Der Postdampfer „Köln“, von Brasilien fommend, ist am 19. Dezember Morgens in Antwerpen angekommen. Der Postdampfer „Dresden“, von New-York kommend, hat am 19. De- zember Nachmittags Lizard passirt. Der P stdampfer „Frank- furt“, vom La Plata kommend, hat am 19. Dezember Mittags St. Vincent passirt. Der Postdampfer „Stuttgart“, am 3. Dezember von Bremen abgegangen, ist am 19. Dezember Vor- mittags in Baltimore angekommen. Z

21. Dezember. (W. T. B.) Der Postdampfer „Stra ß- burg“, nah dem La Plata bestimmt, hat am 20. Dezember Nah- mittags Ouessant passirt. Der Neichs-Postdampfer „Sachs en“, von Ost-Asien kommend, hat am 20. Dezember Vormittags von Southampton die Reise nah Antwerpen fortgeseßt. Der Postdampfer „Kronprinz Friedrih Wilhelm“, von Kamerun fommend, ist am 20. Dezember Mittags in Wilhel mshaven angekommen. Der Postdampfer „Braunschweig“, bon Baltimore kommend, hat am 20. Dezember Mittags Dover passirt. Der Postdampfer „Amerika“, von New-York fommend, hat am 20. Dezember Nachmittags Lizard passirt. Der Schnelldampfer „Werra“ hat am 19. Dezember Abends die Reise von Gibraltar nah Genua fortgeseßt. Der Reichs-Postdampfer „Preußen“ hat am 19. Dezember Nachmittags die Reise von Genua nah Port Said fortgeseßt. Der Postdampfer , Hannover hat am 20. Dezember Mittags die Reise von Antwerpen nah Bremen fortgeseßt.

Hamburg, 20. Dezember. (W. T. B.) Hamburg - Ame- rifanishe Pa>etfahrt-Actien-Gesellshaft. Der Post- dampfer „Suevia“ is, von Hamburg kommend, gestern Nacht in New-York eingetroffen. Der Postdampfer „Scandia ist, von New-York kommend, heute Vormittag aus der Elbe eingetroffen.

London, 20. Dezember. (W. T. B.) Der Castle-Damps\er „Dunbar Castle“ is heute auf der Ausreise in Capetown angekommen.

e BOZ.

1. Untersuhungs-Sachen.

2. Aufgebote, Zustellungen u. dergl.

3. Unfall- und Invaliditäts- 2c. Versicherung. b Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen 2.

Verloosung 2c. von Werthpapieren.

Zweite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Mittwoch,

den 21. Dezember

1892.

6. Kommandit-Gesellschaften auf Aktien u. Aktien-Gesellsh, L Erwerbs- und Wirthschafts-Genofsenschaften.

Beffentlicher Anzeiger. | ug bbn

10. Verschiedene Bekanntmachungen.

1) Untersuchungs-Saen..

[56233] Steckbrief. /

Gegen den unten beschriebenen Kaufmann Otto Goldberg, welcher si<h verborgen hält, ift in den Acten U. R. I. 530. 92 die Unterfuchungshaft wegen betrüglihen Bankerutts und Betruges verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das UntersuchungEgefängniß zu Berlin, Alt-Moabit 12, abzuliefern.

Berlin, den 17. Dezember 1892.

Der Untersuchungsrichter bei dem Königlichen Landgericht T.

Beschreibung: Alter 25 Jahre, geb. am 31. Dk- tober 1867 in Berlin, Größe 1 m 65 cm, Statur \<mächtig, Haare <warz, Stirn frei, Bart kleiner Schnurrbart, Augenbrauen \{<warz, Augen dunkel, Nase etwas gebogen, Mund gewöhnlich, Zähne voll- ständig, Kinn oval, Gesichtsbildung oval, Gesichts- farbe blaß, Sprache deutsch.

[56003] Bekanntmachung.

In der Strafsache wider die am 27. Februar 1875 zu Mossin bei S<{lochau geborene Dienst- magd Auguste Krüger wird um gefällige Ermitte- lung deren Adresse und Mittheilung zu unseren Acten D. 392/92 ersucht.

Barmen, den 17. Dezember 1892.

Königliches Amtsgericht. Ik.

[54774] Oeffentliche Ladung.

Der Arbeiter Carl August Splittstößer, geboren am 10. August 1864 in Rudak, Kreis Thorn, zuleßt in Küstrin, Kreis Königéberg Nm., wird beshuldigt, tn nit re<täverjährter Zeit als Wehxrpflichtiger in der Absicht, sich, dem Eintritte in den Dienst des stehen- den Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Er- laubniß entweder das Bundesgebiet verlassen oder nah erreichtem militärpflihtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten zu haben, Vergehen gegen & 140 Abs. 1 Strafgeseßbuchs. Derselbe wird auf den 6. April 1892, Mittags 1D Uhr, vor die Strafkammer bei dem Königlichen Amtsgerichte zu Küstrin zur Hauptverhandlung geladen. Bei unent- \chuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nah S$ 472 der Strafprozeß-Drdnung von dem Herren Civilvorsitenden der Ersaß - Commission zu Thorn über die der Anklage zu Grunde liegen- den Thatsachen ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden. M2 60/92.

Landsberg a. W., den 8. Dezember 1892.

Königliche Staatsanwaltschaft.

[56159] Ladung.

Der Schiffer Peter Ebling, geb. am 11. Dezem- ber 1869 in Nierstein, zuleßt wohnhaft daselbft, jeßt unbekannten Aufenthaltsorts, wird beschuldigt, als Ersatreservist erster Klasse ausgewandert zu sein, ohne von dec bevorstehenden Auêwanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben, Ueber- tretung gegen $ 360 Nr. 3 des Strafgeseßbuchs. Derselbe wird auf Anordnung des Großherzoglichen Amtsgerichts hierselbst auf den 2. März 1892, Vormittags $ Uhr, vor das Großherzogliche Schöffengericht zur Hauptverhandlung geladen. Bei unents{uldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nah $ 472 der Strafprozeßordnung von dem Großherzoglichen Bezirks-Commando zu Worms aus- gestellten Erklärung verurtheilt werden.

Oppenheim, den 2. Dezember 1892.

(L. S.) gra, Gerichts\hreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

[56234]

úIn der Strafsache gegen

1) Gautier, Peter Maria Stephan Andreas, geb. am 25. November 1872 zu Mörchingen,

2) Meyer, Franz, geb. am 18. September 1872 zu Saaralben,

wegen Verleßung der Wehrpflicht, wird zur De>kung der die Angeklagten möglicherweise treffenden höchsten Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens in Ge- mäßheit der. $8 325, 326 der Str.-P.-D. und $ 140 Str.-G.-B., da die Beschlagnahme einzelner zum Vermögen der Angeklagten gehöri en Gegenstände niht angängig erscheint, die Beschlagnahme des ge- sammten im Deutschen Reiche befindlichen Ver- mögens der Angeklagten angeordnet.

Meg, den 16. Dezember 1892.

Kaiserliches Ländgericht. Strafkammer.

[55965] Bekanutmachung. In der Untersuchungssache gegen den Dragoner Soldat 11. Klasse der 5. Escadron Karl Adolf Eugen Reisinger aus Stuttgart wegen Fahnenflu<t im 1. Rückfall wurde die dur< Contu- mazialurtheil, d. d. 5./13. März 1877, verfügte Vermögensbeschlagnahme durch militärrevisionsgericht- liches E 18, November 1809 wtev 7 iches Urtheil, d. d. Peisinber 2, wieder auf-

gehoben. _ Garnison Lydwigonen, 17. Dezember 1892. K. Commando Dragoner-Regiments Königin Olga (1. Württ.) Nr. 25.

E E E E O I S A S S E E A E E O E R

2) Ausgebote, Zustellungen und dergl.

[56121] Zwangsversteigerung. i

Im Wege der Zwangsvollstre>ung soll das im Grundbuche von der Friedrihstadt Band 28 Blatt Nr. 1909 auf den Namen des Bankiers Alexander

tragene, zu Berlin, Französischestr. 33 a., belegene Grundstü> am 20. Februar 1893, Vor- mittags 107 Uhr, vor dem unterzeihneten Gericht, an Gerichtsstelle, Neue Friedrichstr. 13, Hof, Flügel C., parterre, Saal 36, versteigert werden. Das Grundstü> ist mit 9240 4 Nugßungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuer- rolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschäßungen und andere das Grundstü>k betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kauf- bedingungen können in der Gerichtsschreiberei ebenda, Flügel D. Zimmer 41, eingese®n werden. Alle Realbere<tigten werden aufgefordert, die niht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund- buche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs-- vermerks ni<ht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Singen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspriht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücsichtigt werden und bei Verthei- lung des Kaufgeldes gegen die berüsihtigten An- sprüche im Range zurüc{treten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstü>ks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls na< erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruh an die Stelle des Grundstü>s tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 20. Februar 1898, Nach- mittags 122 Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben angegeben, verfündet werden.

Berlin, den 8. Dezember 1892,

Königliches Amtsgericht 1. Abtheilung 75.

[56370] D Er etgene. :

Im Wege der Zwangsvollitre>ung foll das im Grundbuche von der Louisenstadt Band 70 Nr. 3307 auf den Namen des Maurermeisters Gustav Scheidler hierselbst eingetragene, in der Köpnicerstr. Nr. 154 belegene Grundstü> am 27. Februar 1898, Vor- mittags 102 Uhr, vor dem unterzeihneten Gericht an Gerichts\telle, Neue Friedrichstr. 13, Hof, Flügel C., part., Saal 36, versteigert werden. Das Grundstü ist mit 28,23 4. Reinertrag und einer Fläche von 9402 a nur zur Grundsteuer veranlagt. Aus- zug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abshäßungen und andere das Grundstü betreffende Nachweisungen, sowie be- sondere Kaufbedingungen können in der Gerichts- reiberei ebenda, Flügel D, Zimmer 41, eingefehen werden. Alle Realberetiiaten werden aufgefordert, die niht von selbst auf den Ersteher übergehenden Anfvrüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks ni<ht hervorging, insbe- sondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, \pä- testens im Versteigerungstermin vor der Auf- forderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger were dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls diefelben bei Feststellung des geringsten Gebots niht berü>- sichtigt werden und bei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berü>sihtigten Ansprüche im E zurüd- treten. Diejenigen, welhe das Eigenthum des Grundstücks beanspru<hen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellun des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls 8 erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am D, Februar 18983, Nachmittags 123 Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben angegeben, verkündet werden.

Berlin, den 9. Dezember 1892.

Königliches Amtsgericht 1. Abtheilung 75.

[56122 Zwangsversteigerung. Fm Wege der Zwangsvollstre>ung foll das im Grundbuche von der Louisenstadt Band 70 Blatt Nr. 3305 auf den Namen des Maurermeisters Gustav Scheidler hierselb eingetragene, in der Köpnierstraße (Nr. 154) belegene Grundstü>k am 24. Februar 1893, Vormittags 107 Uhr, vor dem unterzeihneten Gericht, an Gerichts- stelle, Neue Friedrichstraße 13, Hof, Flügel C., parterre, Saal 36, versteigert werden. Das Grundstü>k is mit 29,73 F Reinertrag und einex Flähe von 2% a 3l qm nux zur Grundsteuer veranlagt. Auszug aus der Steuer- rolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abshätzungen und andere das Grundstü betreffende Nachweisungen, sowie befondere Kaufbedin- ungen können in der Gerichtsschreiberei, ebenda, lúgel D, Zimmer 41, cingesehen werden. Alle MNeal- berehtigten werden aufgefordert, die niht von felbst auf den- Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- vermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspriht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berü>sihtigt werden und bei Verthei- lung des Kaufgeldes gegen die berü>sihtigten An- sprüche im Range zurü>treten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstü>s beanspruchen, werden

genians nach erfolgtem Züschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grund- stücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 24. Februar 1893, Nach- mittags 122 Uhr, an Gerichtéstelle, wie oben angegeben, vertündet werden.

Berlin, den 12. Dezember 1892.

Königliches Amtsgericht 1. Abtheilung 75.

[56123]

Im Wege der Zwangsvollstre>ung soll das im Grundbu<he von den Umgebungen Berlins im Kreise Niederbarnim Band 86 Nr. 3560 auf den Namen des Bauunternehmers (Zimmerpoliers) Wil- helm Stephan zu Berlin eingetragene, in der Butt- mannstraße Nr. 3 belegene Grundstü> am 22. Fe- bruar 1893, Vormittags LO Uhr, vor dem unterzeilhneten Geriht, an Gerichtéstelle, Neue Friedrichstr. 13, Hof, Flügel C., parterre, Saal 40, versteigert werden. Das Grundstück ist mit 10,29 M Reinertrag und einer Flähe von 8a 75 qm zur Gruntsteuer und vom ECtatsjahre 1893/94 ab mit 15 540 M Nußungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschäßungen und andere das Grundstü betreffende Nachweisungen, scwie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsfchreiberei, ebenda, Zimmer 41, eingesehen werden. Alle Realbere<tigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund- buche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- vermerts nit hervorging, tnsbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wicderkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenf>lls dieselben bei Feststellung des eringsten Gebots ni<ht berüsichtigt werden und ei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berü>- sichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Die- jenigen, welche das Eigenthum des Grundstü>s be- anspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 22. Fe- bruar 1893, Mittags 12 Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben, verkündet werden.

Berlin, den 13. Dezember 1892.

Königliches Amtsgericht T. Abtheilung 76.

Wange t Tgeerung.

[55467]

Nach beute erlassenem, seinem ganzen Inhalte nach dur< Anschlag an die Gerichtstafel bekannt gemachtem Proclam finden zur Zwangsversteigerung der bisher der Schmiedfrau Marie Dähling, geb. Kreuzfeld, gehörigen canonfreien Häuélerei Nr. 23 zu Vellahn Termine i

1) zum Verkaufe nah zuvoriger endlicher Negu- lirung der Verkaufsbedingungen am Mittivoch, den 1. März 1898,

9) zum Ueberbot am Mittwoch, den 22. März 1893,

3) zur Anmeldung dingliher Rechte an das Grundstü> und an diezur Immobiltiarmasse des- selben gehörenden Gegenstände am Mittwoch,

tags 113 Uhr, i L im Zimmer Nr. 3 des hiesigen Amisgerichtsgebäudes statt. : L Auslage der Verkaufsbediagungen vom 14. Fe- bruar 1893 an auf der Gerichtsschreiberei und bei dem zum Sequester bestellten Bä>ker und Gastwirth Häuser zu Vellahn, welcher Kaufliebhabern nach vor- gängiger Anmeldung _die Besichtigung des Grund- \tü>s mit Zubehör gestatten wird. Wittenburg, den 14. Dezember 1892. / Großherzogl. Me>lenburg-Schwerinsches Amtsgericht. [56124] A In Sachen der Ehefrau des Rentners Friedrich S@weer hierselbst, Klägerin, wider den Malermeister Alfred Stephan hierselb, Döringstraße 14, Be- flagten, wegen Zinsen, wird, nachdem auf Antrag der Klägerin die Beschlagnahme des dem Beklagten gehörigen Nr. 60d Blatt 111. des Feldrisses Altewiek am Altenwickringe belegenen Grundstü>s zu 4 a 94 qm sammt Wohnhause Nr. 6301 zum Zwe>ke der Zwangsversteigerung dur<h Beschluß vom 28. No- vember 1892 verfügt, auh die Eintragung dicses Beschlusses im Grundbuche am 30. November 1892 erfolgt ist, Termin zur Zwangsversteigerung auf den 25. April 1893, Morgens 10 Uhr, vor Herzoglichem Amtsgerichte hierselbst, Auguststraße 6, Zimmer Nr. 39, ä@ngeseßt, in welchem die Hypothek- gläubiger die Hypothekenbriefe zu überreichen haben. Braunschweig, den 4. Dezember 1892. Herzogliches Amtsgericht. VII. A. Heise.

56126 i Fn Sachen der unverehelihten Friederike Schlüter zu Seesen, Klägerin, wider die Ehefrau des Anbauers Christian Schlüter, Wilhelmine, geb. Brinkmann, zur Eulenburg bei Kirchberg, Beklagte, wegen For- derung, wird der auf den 23. Januar 1893 an- beraumt gewesene Verkaufstermin der Grundstücke der Beklagten wieder aufgehoben. Scesen, den 3. Dezember 1892. Herzogliches Amtsgericht. (Unterschrift.)

aufgefordert, vor Schluß des Verstcigerungstermins

Criedrih Heinrih Eshwe in Charlottenburg einge-

die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widri-

den 1. März 1898, jedesmal Vormit-.

[56125] Die Zwangsversteigerung des Grundstücks der Frau Bertha Weidenbach, geb. Wagener, Umgebungen 156 Nr. 6897 (Putbuserstr. 34) und die Termine am 6. Januar 1893 werden aufgehoben. Berlin, den 16. Dezember 1892.

Königliches Amtsgericht 1. Abtheilung 75.

[56128] Aufgeböt. Das Sparkassen - Quittungsbuh der Sparkasse zu Brieg Nr. 39 240 über 323 #, aus- gefertigt auf den Königlichen Landrath von Reuß zu-Brieg, ist angeblich verloren gegangen und \oll auf den Antra des Eigenthümers, des früherer Landraths, jeßigen Geheimen Regierungs-Nathes von Reuß zum Zwecke der neuen Ausfertigung amortisirt werden. S H Der Inhaber des Buches wird deshalb aufge- fordert, spätestens im Aufgebotstermine am L2. Juli 1893, Vormittags 10 Uhr, bei dem unter- zeichneten Gerichte seine Rechte anzumelden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls seine Kraftloserklärung erfolgen wird. Brieg, den 15. Dezember 1892.

Königliches Amtsgericht. Tk.

[35387] Aufgebot. i Der Fabrikant August Wirtensohn zu Münster i. W., vertreten dur< den Justiz-Rath Holle zu Dortmund, hat das Aufgebot eines am 15. März 1892 fällig gewesenen Wechsels über 35,40 Æ, welher von dem Stuhlmacher Heinrih Köster zu Südkirchen gegen Ende des Jahres 1891 an eigene Ordre auf den Polsterer Albert Busch zu Dortmund Papengarten Nr. 50, «gezogen, auf G. Nüfe zu Süd kirchen girirt und von diesem auf den Antragsteller weiter indossirt war, beantragt. Der Wechsel ift von Wirtensohn am 2. Januar 1892 mit andern Wechseln zur Post gegeben und angebli<h am 3. Januar 1892 auf der Güterpost Gelsenkir>en- Schalke abhanden gekommen. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 19, Mai 1893, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzei<hneten Gerichte, Zimmer Nr. 21, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Dortmund, den 9. September 1892. Königliches Amtsgericht.

[54979] Aufgebot.

Der Steinhauer Jakob Weber in Böttigheim als geseßlicher Erbe des Nachbenannten hat beantragt, daß SFohann Leonhard Fey (Fay), geboren 23. Janua 1818 in Neubrunn, um das Jahr 1847 nah Amcrit ausgewandert und seit langer Zeit unbekannten Aui enthalts, für todt erflärt werde.

Dieser Antrag wurde zulässig befunden und erge! Aufforderung:

a. an Johann Leonhard Fey (Fay), spätestens in dem untenbestimmten Aufgebotstermine persönlich oder schriftlih bei dem unterfertigten Gericht sih an- zumelden, widrigenfalls er für todt erklärt wird,

b) an die Erbbetheiligten, ihre Interessen im Aufgebotsverfahren wahrzunehmen,

c. an alle diejenigen, wel<he über das Leben des SFohann Leonhard Fey (Fay) Kunde geben können, Mittheilungen hierüber bei dem unterfertigten Ve- rihte zu machen. Aufgebotstermin wird auf Mitt- woch, 18. Oktober 1893, Vorm. 9 Uhr, im Situngssfaal dahier bestimmt.

Maréktheidenfeld, 26. November 1892.

Königliches Amtsgericht. Pfister.

[56129] Ausfertigung. - Nufgebst.

Nachgenanunte Personen, über welche bei dem unter- fertigten K. Amtsgerichte Abwesecnheitspflegschaft ge- führt und Vermögen verwaltet wird, sind seit mehr als 10 Jahren verschollen :

1) Röder, Johanna Barbara, geboren am 19. Dezember 1827, Bierbrauerstohter von Lauf, zuleßt .in Nürnberg, seit dem Jahre 1844 vermißt,

9) Reimer, Margareta, geboren am 29. August 1819, Bauerntochter von Speikern, vor vielen Jahren nah Amerika ausgewandert, i ) 3) Schuster, Kunigunda, geboren am 10. Juni 1828, Bauerntochter von Speikern, gleichfalls vor vielen Jahren nah Amerika ausgewandert. i

Auf Antrag der vom Vormundschaftsgerichte Hiczu veranlaßten Äbwesenheitspfleger, nämlih:

des Wechselwärters Albrecht Licbel in Lauf, zu 1, des Schuhmacherneisters Friedri<h Kroder in Speikern, zu 2, des Oekonomen Ulrih Reim von dort, zu 3, ergeht nun die Aufforderung: E

1) an die genannten Verschollenen, spätestens im Aufgebotstermine, welcher auf Montag, den 16. Oftober 1893, Vormittags S8 Uhr, im dieégerichtlichen Sitzungssaale festge]eßt wird, Per- sönlich oder schriftlich sih anzumelden, widrigenfalls sie für todt erklärt werden, i E

9) an die Erbbetheiligten, ihre Interessen im Aufgebotsverfahren wahrzunehmen,

3) an alle diejenigen, welhe über das Leben der obigen Verschollenen Kunde geben können, Mittheilung hierüber bei Gericht zu machen.

Lauf, am 13. Dezember 1892.

Kgl. Bayerisches Amtsgericht.

(L. S) auer, K. Amtsrichter.

Für die Richtigkeit vorstehender Ausfertigung :

Lauf am 13. Dezember 1892.

Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts. Der K. Secretär: (L. 8.) Biel.

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