1893 / 5 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ei nr i R

der Violin-Virtuose Herr Jacques Weintraub, dic Berliner Lieder- tafel (Dirigent: Herr A. Zander) mitwirken. Den orchestralen Theil übernimmt dieLHauskapelle. E E :

Im Concerthaus e wird die Violinvirtuosin Fräulein Valentine Marcolini morgen zum vierten Male auftreten. Sie spielt die Cava- tine von Raff, Berceufe von Marcolini und die Melodie von Godard. Außerdem werden die Herren Spohr (Horn), Carnier (Violine), Steffens (Cornct-à-Piston) und Smit (Cello) als Solisten si hören lassen.

Manuigfaltiges.

Die Beerdigung des Commandeurs der Schußmannschaft, P o- lizei-Obersten Paris soll nah der „N. Pr. Z.“ am Sonntag Nachmittag stattfinden.

Der Polizei-Präfsident veröffentlicht folgende Warnung: „Es sind vielfach Faßhähne aus Zinnlegirungen zum Abfüllen von Getränken im hiesigen Gewerbebetriebe im Gebrauch, deren Blei- gehalt auf die Getränke shädlih einwirkt, sodaß dur den Genuß oder die Verwendung derselben bei der Zubereitung von Speisen und Getränken die menflide Gesundheit gefährdet ist. Es is zwar die reichêgeseßlihe Regelung dieses Gegenstandes in Aussicht genommen, jedoch bietet weder das Nahrungsmittelgefeß, noh das Geseß, / betreffend den Verkehr mit blei- und zinkhaltigen Gegenständen, zur Zeit eine geeignete Hand- habe zu einem Einschreiten gegen diesen, die menschliche Gesundheit bedrohenden Brauh. Zur Abwendung von Gefahren, welche aus der Verwendung derartiger Faßhähne erwachsen können, läßt das Polizei- Präsidium în den Niederlagen solhe Hähne behufs Feststellung ihres Bleigehaltes ankaufen und wird die Verkäufer derjenigen Faßhähne, deren Bleigehalt die dur die vorstehend angezogenen Geseße fest- geseßten Grenzen mehr oder weniger überschreitet, zur Warnung des Publikums in Zukunft öffentlich namhaft machen.“

Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten-Versamm- lung eröffnete, wie wir einem Bericht der „N. A. 3.“ entnehmen, der Mécitehér-Stellvertréter Dr. Langerhans mit folgender Ansprache: „Meine Herren! Wir pflegen unscre Arbeit bei Anfang eines neuen Jahres stets damit zu beginnen, daß wir unseres erhabenen Herrschers gedenken. Ich bitte Sie, sih von den Pläßen zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: „Seine Majestät unser Aller- gnädigster Kaiser, Ihre A E unsere Allergnädigste Kaiserin, sowie unser erhabenes Herrsherhaus, fic leben hoh! hoh! hoch!* Die Versammlung stimmt in den Ruf ein. Es fand sodann die Wahl des Vorstehers und des Vorsteher-Stellvertreters statt. Bei der Wahl des Vorstehers wurden 109 Stimmen abgegeben, wovon neun unbe- schrieben und somit ungültig waren. Die absolute Mehrheit verlangt

51 Stimmen. Es entfielen auf Dr. Langerhans 72, auf Singer elf

Stimmen, die übrigen zersplitterten sih. Dr. Langerhans ist somit a!s Vorsteher gewählt. Bei der Wahldes Vorsteher-Stell- vertreters wurde cin dreimaliger Wahlgang erforderlih. In der Stichwahl mit dem Stadtv. Dr. Barth wurde der Stadtv. Alexander Meyer 11. gewählt. Bei der folgenden Wahl von drei Beisißern werden die früheren Beisiger, die Stadtv. Gerie, Seibert und Siebmann wiedergewählt.

Wetterbericht vom 6. Januar, 8 Uhr Morgens. Herr.

Stationen. Wind. Wetter.

Mullaghmore | WSW d Regen Aberdeen .. | 769 \NW_ 1bedeckt Christiansund | 772 |OSO 3/bedeckt Kopenhagen. | 774 \SO 4sbeded Stockholm . | 779 \SO 2s aparanda . | 784 still/halb bed. St Petersburg|__783 {till Cork, Queens-

town l C01

meister Sucher.

7 Uhr.

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chauspiel in 7 Vorgängen von Ernst von Schauspielhaus. [ Goethe. Der Tragödie erster Theil.

Auf Allerhöchsten Befehl findet am 8. Februar cr. in den Räumen des Königlichen Opernhauses ein

Die Direction der Armen-Speisungs-Anstalt läßt tägli 8000 Portionen nahrhafter Suppe bereiten und vertheilen, was jedoch dem Bedürfnisse noch immer nicht entspricht. Milde Gaben nimmt gern entgegen der Rendant Heitepriem, Wallnertheaterstraße 37.

Die Armenspeisung und Geroährung von Naturalien an 100 Arme, welche aus der L’'Abbaye’ schen Stiftung alljährlich am 17. Januar stattfindet, wird in diesem Jahre ausnahmsweise am 18, d. M. im Englischen Hause begangen werden. Die Mitglieder der Gemeindebehörden find hierzu eingeladen und mögen ihre An- meldungen dem Commissar der Stiftung, Stadtverordneten Diersch bezw. dem Bureau-Vorsteher der Armen-Direction Dietrich zustellen.

Ucber starken Frost und Schneestürme sowie dadur ver- anlaßte Verkehrsstörungen liegen heute folgende Nachrichten vor :

Cassel, 4. Januar. Die Kälte hat hier recht erheblih zuge- nommen. Auch ist seit gestern starker Schneefall eingetreten, der den Verkehr hemmt. Die Fulda is gänzlih zugefroren. Aus dem Uplande, einem der fältesten Strihe im mittleren Deutschland (an der Grenze von Waldeck und Weslfalen), wird der „N. ‘Pr. Z."“ gemeldet, daß das Thermometer 20 Grad C. Kälte zeigte. Hier hatten wir gestern Abend 10 Uhr und heute Morgen 167 Grad Kälte.

Nom Nhein, 4. Januar, Die „Köln, Z meldet: Das Nheineis steht jeßt geschlossen von der Loreley bis Caub; im oberen Laufe geht der Strom in feiner ganzen Breite dick mit Eis. Der Main ist von Flörsheim bis zur Mündung zugefroren.

Goslar, 4. Januar. Der „N. Pr. Z.“ wird geschrieben: Das neue Jahr hat uns hier am Gebirge eine erheblihe Kälte gebracht, gestern war die größte des Winters, nämlih früh 12° N.: im Lande, bei Börßum, sollen fogar deren 15 gewesen sein. Der Schnee liegt im allgemeinen mehr als fußhoch.

Braunschweig, 3. Januar. Nachdem in den letzten Tagen mäßiger Frost mit Schneefall geherrscht, ist, wie der „Köln. Ztg.“ be- rihtet wird, plößlich feit Je furchtbare Kältc eingetreten. Jn leßter Nacht sank die Temperatur bis —219 C. Vom Harze, der unter einer Schneedecke von # m und mehr liegt, wird ebenfalls sehr starker Frost gemeldet, sodaß das auf die Futterpläßze angewte}ene Wild große Noth leidet. Hier in Braunschweig mußten heute die von der Stadt der Arbeitslosigkeit wegen angeordneten außergewöhn- lichen Arbeiten im neuen Bürgerpark des starken Frostes wegen ein- gestellt werden. :

Hamburg, 5. Januar. Der Eisgang auf der Unterelbe bis Curhaven war, wie der „Voss. Ztg.“ telegraphirt wird, heute so s{wer, daß ein großer spanischer Dampfer fest gerieth. Beim be- rüchtigten Finkenwärder Loch trat Eisstopfung ein. Drei Hamburger Eisbrecher sind bei dem anhaltenden Froft noch ungenügend.

Wien, 3. Januar. In der Umgebung der Stadt liegt, wie ver „K. Z." berichtet wird, der Schnee meterhoch. Die Hochwild- jagden in Steiermark, an denen der Kaifer theilnehmen follte, wurden abgesagt. Zur Straßensäuberung wourden etwa 11 000 Arbeits- lofe angenommen. : : .

Triest, 3. Januar. Der „N. Fr. Pr.“ wird berichtet: Gestern Nachmittags und Nachts wütheten hier Schneestürme von beispiel- loser Heftigkeit; der Schnee fiel in dihten Massen, begleitet von etner orkanartigen, ecisfalten Bora, die das öffentliche Leben lähmte. Die Stadt war wie ausgestorben, der Wagenverkehr unterbrochen, die öffentlihen Locale verödet, Die Theater - Vorstellungen

7. Vorstellung. Der nene

Deutsch von Max Schönau.

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Concert. Anfang 7 Uhr.

Lur Handlung

Anfang 1 Act von E Offenbach.

Residenz-Theater. Direction: Sigmund Lauten- T : burg. Sonnabend: Zum 16. Male: Familie Pont- Me Gre: uen T Felevt vom Dber-Regisseur BViquet. Schwank n 3 Acten von Alexandre Bisson.

Sonntag: Opernhaus. 7. Vorstellung. häuser und der Sängerkrieg auf der Wart- burg. Nomantishe Oper in 3 Acten von N. S Wagner. Ballet von Emil Graeb. In Scene ge- fet vom Aera nleus Teßlaff. Dirigent : Kapell-

Anfang 7 Uhr.

Tanu- Sigmund Lautenburg. Anfang 7# Uhr. Sonntag: Familic Pont-Viquet.

Kroll's Theater. Sonnabend: Materna-

; - Sonntag : Gastspiel von Frau Moran - Olden. 9% e Faust von Die lustigen Weiber Mun Windsor. z z bedeckt 6 | gehörende E von Anton Fürsten Radziwill und | s R h f T gg oer e fett S Dher - Regisseur Max Grube Scene ge- | Rorher: Fritchen unnd Lieschen. Operette in | Symphonie Nr. 5 (C-mol]1 op. 67).

wurden suspendirt. Dic Bora blics meterhobe Schneemauern auf und machte zahlreihe Straßen unyassirbar. i

. Fiume, 3. Januar. Selbst in Abbazia- trat, wie der „N. Fr. Pr.“ gemeldet wird, starker Schnee ein ; hier herrscht jeßt Shneegestöber.

Budapest, 5. Januar. Infolge der anhaltenden Kälte brachen nah ciner Meldung des „H. T. B.“ Raubthbiere fortgesetzt in die Dörfer ein. In Aspod s{leppte ein Wolf ein vierjähriges Kind fort und zerriß es, ohne daß die Einwohner es zu retten vermochten.

Antwerpen, 5. Januar. Infolge des eingetretenen Eis- ganges können laut Meldung des „W. T. B.“ Segelschiffe ohne Benutzung von Schklep E niht mehr die Schelde herauf- fahren, auch alle mit Naphtha und Petroleum beladenen Segelschiffe sind daran verhindert.

Bukarest, 5. Januar. Scit zwei Tagen herrschen nach Mel- dung des „W. T. B.* in ganz Numänien heftige Schneeskürme; auf den meisten Eisenbahnlinien ist der Verkehr unterbrochen.

Sofia, 6. Januar. Infolge des starken Schneefalles sind, wie „H. T. B." meldet, die Eisenbahnverbindungen des Inlandes mit dem Auslande unterbrochen. Die Tundscha ist stark ange- \{wollen und droht, Jamboli zu übers{wemmen.

Schandau, 3. Januar. Eine fchône Weihnachtsgabe wurde, wie der „Frkf. Z.“ berichtet wird, dem am 27. Juni 1816 in Hainichen geborenen Friedrih Gottlob Keller, Mechanikus in Krippen, zu theil. In Anerkennung feiner Verdienste als Begründer unserer jeßigen Papier- und Holzstofffabrikation über- reichten ihm die deuts{en Holzpapierfabrikanten eine Ehrengabe von 12 000 16, damit fich sein Leben8abend zu einem recht \orgenlosen gestalten möge.

Wien, 6. Januar. Telegramme des „H. T. B.“ aus Odessa und Konstantinopel melden, daß größere Unglücksfälle infolge furht- barer Stürme auf dem Schwarzen Meere vorgekomnuren find. Dreißig kleinere Schiffe sind untergegangen, auch der größere englische Dampfer „City of Manchester" ift gegénüber dem Kloster Sanct Giorgio mit der ganzen Bemannung untergegangen.

New-York, 5. Januar. Die letzten Nachrichten des ,W. T. B.“ aus Marion (Nord-Carolina) melden, daß am Tage nach den in Nr. 4 d. Bl. berichteten Borfällen in Bakersville die Kämpfenden He noch immer gegenüber standen. Die Gendarmen wurden ver- tärkt, ebenso vergrößerte sih die Menge. Die Gendarmen, die den Tod des Sheriffs rächen wollten, griffen die Menge an, worauf cs gestern Nachmittag zu einem neuen Zusammenstoß kam, bei dem fünf- undzwanzig Personen getödtet wurden. Man erwartet das Eintreffen von Truppen.

New-York, 5. Januar. Bei Bülaviß nahe Pittsburg sind, wie „D, B. H meldet, zwet Babnzuge tin etñiander ge» rannt und vollständig zertrümmert; bis jeßt find aht Todte unter den Trümmern hervorgezogen. Zahlreiche Fahrgäste sind noch darunter begraben; die Hilfe ist außerordentlih ershwert. Die Gesammtzahl der Todten und Verwundeten ist noch nicht festgestellt.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Concerte. Concert-Haus, Leipzigerstraße 48. Sonnabend :

In Scene geseßt von | Karl Meyder-Councert. AV. Virtuosen-Abend

unter freundlicher Mitwirkung der Violin-Virtuosin Fräulein Valeutine Marcolini. Anfang 7 Uhr. Freitag, 13. Januar, Abends 75 Uhr: VPopulärer Beethoven - Abend mit dem Karl Mepyder'’schen Orchester von Waldemar Meyer. Direction : Herr Hofkapellmeister Alois Schmitt (Schwerin). esang: Frau Schmitt-Csányi (Sopran). Ouverture „Leonore Nr. 111.". Violin-Concert. Arie Ah perfido. Romanze îin V für Violine.

Saal und 11. Rang 1 im Concert-Haus und in allen mit Placaten belegten A O ZEnhen-

Victoria-Theater. Belle - Alliancestraße 7/8. | Num. 1. Rang Loge und Balkon 3 # nur im

Concert-Haus,

Cherbourg . | 766 T1 amburg .. S A ive 774 Neufahrwasser| 778 Memel 090 /: 3|\wolkenlos ( E C08 2 bedeckt

Miner l O 4/bedeckt Karlsruhe . . | 769 92\beiter Wiesbaden . 770 19 3/\bedeckt München . . | 767 j beded41) Chemniy .… | 772 bedeckt?) Merlin... | T78 3|wolkenlos Aen ck - (L bedeckt Breslau... | 772 | Fle d'Aix . . | 762 \OSO Ed e ch3. 162 ch1) riet... «1.000 |DND

1 wolkenlos

wolkenlos

1) Hochnebel, 2) Nebel, Rauhfroft. Vebersicht der Witterung.

Am höchsten if der Luftdruck über dem Innern Nußlands, am niedrigsten auf dem Ocean südwestlich von den Britischen Inseln, sodaß in unseren Gegen- den östliche und südöstlihe Winde vorherrschen. Die Abkühlung, welche sih gestern an der oftdeutschen Grenze zeigte, hat sih westwärts fortgepflanzt, in Neufahrwasser und Berlin ist es um 13 Grad kälter als vor 24 Stunden. Im nordwestlichen Deutsch- land liegt die Temperatur um 4 Grad, dagegen im nordöstlichen bis zu 21 Grad unter dem Gefrier- punkt. In Deutschland ist das Wetter ruhig, im Westen trübe und neblig, im Osten fast wolkenlos, nennenswerthe Niedershläge werden nicht gemeldet. Schneehöhe zu Berlin 13 ecm, zu Haparanda wurde

Nordlicht beobachtet. Deutsche Seewarte.

Theater - Anzeigen.

Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern- haus, Keine T /

Fünfter Symphonie-Abend der Königlichen Kapelle zum Besten ihres Wittwen- und Waifen-Fonds. Dirigent: Herr Felix Weingartner, Königlicher Kapellmeister. ;

Programm : 1) Ouverture „Jessonda“ von Spohr. 2) Symphonie H-moll von W. Taubert. 3) Carnayal romain von Berlioz. 4) Ouverture „Freischüg" von Weber. 5) Symphonie C-moll von Beethoven.

j Anno 7E Uhr.

ter Symphonie-Akbcnd am 20. Januar 1893.

4

Subscriptions-Ball statt. Gesuche um Ballkarten werden bis zum 25. d. M. entgegengenommen. Die- selben müssen schriftlich gestellt, die genaue Bezeichnung (Name, Stand, Wohnung) derjenigen Perfonen ent- halten, für welche die Ballkarten gewünscht werden. Zuschauerbillets werden nur für den 111. Yang und Amphitheater-Sißplaz ausgegeben. Alle den Sub- scriptions - Ball betreffenden Gesuche wolle man unter der Adresse: General-Intendantur der König- lien Schauspiele, Französischestraße 36, einreichen und mit der Aufschrift: „BaUangelegenheit“ ver- sehen. Eine besondere Beantwortung solcher Gesuche fann bei der umfangreichen Arbeit unter keinen Um- ständen stattfinden. / A Géneral-Intendant der Königlichen Schauspiele. Graf von Hochberg.

Deutsches Theater. Sonnabend: Zwei glüctliche Tage. Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Zwei glückliche Tage.

Montag : Der Pfarrer von Kirchfeld.

Berliner Theater. Sonnabend: Dora. An- fang 7 Uhr.

Sonntag: Nachmittags 24 Uhr: Minna von Barnhelm. Abends 7F Uhr: Esther. Der Geizige. : : j

Montag: Neu einstudirt: Die Journalisteu.

Lessing-Theater. Sonnabend: Zum 1. Male: Heimath. Anfang 74 Uhr.

Sonntag: Heimath.

Montag: Heimath.

Wallner -Theater. Sonnabend: Zum 1. Male: Der Stolz der Familie. Posse in 3 Acten von Carl Laufs. Anfang 7# Uhr.

Sonntag: Der Stolz der Familie.

Montag: Der Stolz der Familie.

Friedrich - Wilhelmstädtishes Theater. Chausseestraße _

Sonnabend: Pariser Leben, Komische Operette in 4 Acten nah dem Französischen des Meilhac und Halévy von Carl Treumann. Musik von Jacques Offenba. Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Pariser Leben. M

Mittwoch, 18. Januar : n 1. Male: Fürstin Ninetta. Operette in 3 Acten von Wittmann und

Bauer. Musik von Johann Strauß,

Sonnabend: Mit neuer Ausstattung: Die Reise um die Welt in achtzig Tagen, Großes Aus- stattungsstück mit Ballet in 5 Acten (15 Bildern) von A. d’'Ennery und Jules Verne. Ballet arran- irt vom Balletmeister C. Severini. Musik von ebillemont und C. A. Raida. ‘Anfang 7# Uhr.

Sonntag und folgende Tage: Die Reise um die Welt in achtzig Tagen.

Ueues Theater (am Schiffbauerdamm 4/5). Sonnabend : Zum 3. Male: Die liebe Familie. Lustspiel in 3 Aufzügen von Esmann. Deutsch von Emil Jonas. Hicrauf: Kleine Hände. Lustspiel in 3 Aufzügen von Labiche. Deut|ch von Franz von Schönthan. Anfang 73 Uhr.

Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

Theater Unter den Linden. Sonnabend: Das Baby. Schwank in 1 Act von H. F. Musik von A. Ferron. Couplets von A. Braun. Inscenirt dur den Ober-Regisseur C. A. Friese sen. Novität! Die Sircnen - Jusel. Novität! Phantastisches Ballet in 1 Act von H. Regel. Musik von R. Mader. Der choreogr. Theil von Jos. Haßreiter. Inscenirt durch den Balletmeister Herrn L. Gundlach. Repertoirestück der Wiener Hofoper. Mr. Imro For, amerikanischer Prestidigitateur, mit ganz neuen Experimenten. Anfang 74 Uhr.

Adolph Erust-Theaicr. Sonnabend: Zum 14. Male: Modertnies Babylon. Gesangéposse in 3 Acten von Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görß. Musik von G. Steffens. In Scene geseßt von Adolph Ernst. Anfang 72 Uhr. :

Sonntag: Dieselbe Vorstellung.

Thomas-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30.

Ensemble-Gastspiel der Münchener unter Di- rection des Königlih Bayerischen Hofschauspielers Max Hospaner. Nur noch zwei Vorstellungen. Sonnabend: Zum vorleßten Male: Der Proten- bauer von Tegernsee, Bauernposse mit Gesang in 4 Aufzügen von Hartl-Mitius, Musik von Hernr. Müller. Anfang 7# Uhr.

Sonntag: Dieselbe Vorstellung. i

Montag: Gastspiel der Lufttänzerin Preciosa Grigolatis. Das Märchen der blauen Grotte. Phantastish-pantomimisch«s Ballet in 2 Bildern.

Urania, Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Lankdes - Ane - Park (Lehrter Bahnhof), Geéffnet von 12-11 Uhr.

Saal Bechstein, Linkfstraße 42. Sonnabend, Anfang 73 Uhr: Concert der Cello-Virtuosin Julie von Bologovskoy unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Fr. C. Fairbauks (Klavier).

Circus Renz (Carlstraße.) Sonnabend, Anfang 74 Uhr: Große Gala-Vorstellung. Aus dem reich- haltigen Programm besonders hervorzuheben: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde „Markir®“. „Horaz“ und „Merkur“, Fuchshengste, vorgeführt von Herrn Ernst Renz. Mlle. de Mertens mit dem Schulpferde „Ben Azed“. Geschwister Hoff- mann, Reckturnerinnen u. f. w. Zum Schluß der Borstellung: W“ Auf Helgoland “Wz oder: Ebbe und Fluth. Großes Land-, Wafsser- und Feuer-Schauspiel. Nationaltänze von 82 Damen, Neue Einlagen, u. a.: „Aufzug der Leib-Garde- Artillerie“.

Sonntag: 2 große Fest-Vorstellungen um 4 Uhr (ein Kind frei) und“ um 7} Uhr. In beiden Vor- stellungen zum Schluß: „Auf Helgoland“.

Billet-Verkauf an der Circuskasse und beim „Inyalidendank“, Markgrafenstraße 51 a.

ESR E E E E ARE E E R S S S R E E E Ho E P A N Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Amalia Hoffmann mit Hrn. Vicc- Konsul von Sanden (Montevideo). Agnes Gräfin von der Rede-Volmerstein mit Hrn. Major a. D. von Dittmar (Haus Werdringen, Westfalen). Frl. Vicky von Massow mit Hrn. Prem.-Lieut. Joahim Blecken von Schmeling (Rohr i. L / au

Vercheliht: Hr. Nittmeister Robert von Nickisch- Nosenegk mit Frl. Läâtitia von Gersdorff (Züllichau). Î Í H ;

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Oberförster Zoch (Rittel a. d. Ostbahn). :

Gestorben: Verw. Fr. Pfarrer Auguste Buettner, geb. Poelger (Königéberg). Fr. Maria Adel- gunde von Weise, geb. von Groote (Köln), Hr. Wirkl. Geh. Admiralitäts-Rath a. D. Theodor &Facobs (Berlin). Verw. Fr. Pastor Marie Pietsch, geb. Noak (Ohlau). /

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Redacteur: Dr. H. Klee, Director. Berlin: r—

Verlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutshen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin SW,, Wilhelmstraße Nr. 32.

Fünf Beilagen

(einschließli Börsen-Beilage).

Literatur.

Erziehung und Unterricht.

Zur selbständigen Erlernung der französischen, englishen und italienishen Sprache empfehlen K die bei Rosenbaum und Hart in Berlin erscheinenden Zeitschriften „Le Répétiteur“, „The Repeater“ und „Il repetitore“. ie darin angewandte Methode ermöglicht die s{chnelle Aneignung der gebräuchlihsten Wort- und Sprehformen. Die gewählten Uebungsstücke sind unterhaltend und belehrend und von angenehmer Mannigfaltigkeit. Für Fort- geschrittenere enthalten diefe vierzehntägig ¿R{eiienben Blätter all- monatlich eine Beilage mit nur fremdsprahlihem Tert, dem Anmer- kungen beigefügt sind. Das Abonnement beträgt für jede der drei Zeitschriften vierteljährlih 1 4.

Blätter für höheres Schulwesen, Organ für die Interessen der höheren Schulen und des höheren Lehrstandes, heraus- Ta von Dr. Steinmeyer, Director des Gymnasiums mit

ealprogymnasium zu Aschersleben. Nr. 24 dieser Halbmonats- chrift enthält einen Bericht über die zehnte Generalversammlung des Vereins von akademish gebildeten Lehrern der Provinz Sachsen und der benahbarten Herzogthümer am 13. November d. J. in Halle, sowie die Fortseßung eines Berichts über den vom 7. bis 15. Juni d. J. in Bonn und Trier abgehaltenen arhäologischen Feriencursus. Außerdem wird mitgetheilt, daß zur Erleichterung der Abonnenten das Blatt vom neuen Jahrgang (1893) ab statt wie bisher halbjährlih zu 3 M, vierteljährlich zum Preise von 1,50 M. abgegeben werden foll, und daß ferner mit dem künftig am 10. und 25. jedes Monats erscheinenden Blatt eine Beilage unter der Be- zeihnung „Literaturblatt für die höheren Schulen“ herausgegeben werden wird , das zur Besprehung der einschlägigen neuen Er- \cheinungen bestimmt is. Bestellungen können an alle Postanstalten E an den Verleger Hugo Suderström, Grünberg i. Schl., gerichtet werden.

Unterbal tung;

Das Januar-Heft der „Deutschen Rundschau“ bringt außer dem bereits an anderer Stelle erwähnten „Brief aus der Fremde“ mit der Ueberschrift „Deutschland am Scheidewege" von dem be- kannten Militär-Schriftsteller General Freiherrn von der Golß-Pascha eine Novelle von Paul Heyse: „Mittagszauber“, die A den besten

eyse’schen Novellen auf das würdigste anreiht. Otto Pfleiderer

arakterisirt eingehend die wissenshaftlih-literarishe Thätigkeit Ernst Nenan's. Von großem culturgeschichtlihen Interesse find Professor Eduard Straßburger's „Botanishe Streifzüge an der Riviera“, in denen er fesselnd über allerhand Crlturpflanzen plaudert und ihre mit vielen volksthümlihen Sitten und Gebräuchen verbundene Anwendung erklärt. Louis Bobé theilt fodann mehrere neue Schiller-Briefe aus Ernst und Charlotte Schimmelmann's Briefwechsel mit Schiller und dessen Gattin mit, die einen wichtigen Beitrag liefern zur Geschichte jener Cpoche im Leben Schiller's, welche durch die Hochherzigkeit des Herzogs Friedrih Christian von Schleswig-Holstein-Augustenburg, des Ahnherrn unserer jungen Kaiserin, einen glücklihen Wendepunkt in den Geschicken unseres großen Dichters bedeutet. Jn einem populär geschriebenen Auffaß über das Cholerajahr 1892 behandelt Ober-Stabsarzt Dr. Krocker verschiedene auffällige Erscheinungen, die sih anläßlih der leßten Cholera-Epidemie zeigten und zu viel- fachen wissenschaftlihen Nachforshungen Anlaß boten. Der dem hohen Berliner Gesellschaftsleben entnommene Roman Marie von Bunsen's: „Gegen den Strom“ findet in dem vorliegenden Heft seinen Abschluß. Eine scharf umgrenzte Schilderung der Persönlichkeit und Kunst Eleonora Duse's giebt uns Paul Schlenther; neben der Politischen Nundschau treffen wir dann noch auf eine Wirthschafts- und finanzpolitishe Rundschau sowie auf kunstgeschichtliche Kritiken und literarishe Neuigkeiten. h i

Nr. 14 des XIX. Jahrgangs der vaterländischen Wochen- rift „Der Bär“, herausgegeben von Fr. Zillessen und N. George, hat folgenden Inhalt: Verrath und Treue. Historisher Roman aus der Zeit des siebenjährigen Krieges. Von E. H. von Dedenroth. —. Vom „Dustern Keller“ bei Berlin. Von Ferdinand Meyer (mit Abbil- dung) (Fortseßung). Mönch Hermann von Lehnin. Ein märkischer Sang von M. von Buch (Bor Eng, Der Fernemüller und sein Weib. Ein Stück märkischer Geschichte. Von Rudolf Elert (Fort- seßung). Kleine ‘Mittheilungen : Das Bliücher-Denkmal bei Kaub (mit Abbildung). Eine Audienz bei König Friedrih Wilhelm IV.

Verschiedenes.

Die Steuererklärung, Muster zu Steuererklärungen für verschiedene Berufsklassen und Verhältnisse, sowie zu Anträgen, Be- rufungen und Beschwerden nebst den wichtigsten Geseßes- und Aus- führungsbestimmungen, von R. Thielemann. Zweite Auflage. Berlin, Carl Heymann's Verlag. Das vorliegende Buch hat den Zweck, Steuerpflichtigen der verschiedenartigsten Berufe in Preußen eine praktishe Anleitung zu bieten, wie sie ihre Steuer- erklärungen zur Einkonmmensteuer - Veranlagung den geseßlichen Vorschristen entsprechend anzufertigen und abzugeben haben. Nach den ausgeführten Mustern wird jeder preußishe Steuerpflichtige seine eigene Steuererklärung ohne große Mühe selbst auszuarbeiten vermögen. Die geseplihen und Ausführungsbestimmungen Lo in gedrängter Darstellung aufgenommen worden, fodaß jeder sich mit den wichtigsten Theilen derselben bekannt machen kann. Am Schlusse befinden sich noch Muster für Anträge, Berufungs- und Beschwerde- schriften an die Veranlagungscommissionen, Berufungscommissionen und an den Finanz-Minister. Um von Jahr zu Jahr sich über- zeugen zu können, welhe Steuererklärung man im Vor- jahre abgegeben hat, ist es nothwendig, von jeder Steuererklärung eine Abschrift zurückzubehalten und diese Abschriften zu sammeln, oder jede Steuererklärung in ein besonders dazu einzurichtendes Steuer- erklärungöbuh der Reihenfolge nach einzuschreiben. As dient der IV. Abschnitt des Heftes. Behufs Feststellung der Einnahmen nah dem Durchschnitt sind die früheren Steuererklärungen unbedingt noth- wendig, wenn man die Berechnung “tas aufstellen will. Möge dies Werkchen seine Aufgabe in vollstem Maß erfüllen.

Kalender.

Der Insertionskalender für 1893 von Rudolf Mosse hat ca ph Bezeichnung „Rudolf Mosje's Normal-Zeilenmesser“ eine werthvolle Neuerung in das Inseratenwesen eingeführt. Neben dem Namen jeder Zeitung im Katalog ist außer den Angaben über

eilenpreis und Zeilenbreite für Annoncen und Reclamen, über Er- cheinungsort 2c. unter der neuen Rubrik ,„Zeilenmesser“ eine Ziffer zu finden, welche bezeihnet, nah welchem Maße der Annoncenxaum in dem betreffenden Blatte zu berehnen ist. Die 27 verschiedenen Maß- stäbe, welhe dur sorgsame Messung normirt sind, liegen dem Katalog, auf einem Cartonbogen vereint, als Separatbeilage bei. Veber die praktis e Nutzanwendung dieses Meßsystems heißt es im Katalog, der Normal-Zeilenmesser soll dazu dienen: 1) den Interessenten in den Stand zu seßen, vor Aufgabe einer Anzeige {nell und Pai die er- forderliche Zeilenzahl und eur den Preis eines Inserats zu er- mitteln; 2) dem Jnserenten ein Mittel in die Hand zu geben, nah der Injertion die E Engen auf die Zeilenzahl hiu selbst genau prüfen zu können. Es soll also dur die Einführung des al ge lenmessens dere Unsicherheit in der Zeilenberehnung ver- mieden werden. Der Katalog hat auch ns in Bezug auf Inhalt und Ausstattung manche Verbesserung erfahren.

Erste Beilage

Berlin, Freitag, den 6. Januar

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger. De

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Nuhr und in Oberschlesien.

An der Ruhr sind am 5. d.- M. gestellt 10 327, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen.

In Oberschlesien sind am 4. d. M. gestellt 4204, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen.

Zwangs83-Versteigerungen.

Beim Königlichen“ Amtsgeriht 1 Berlin stand am 5. Januar das Grundstük der Bauunternehmer Carl Logsch zu Stegliß und Gustav Hübner zu Berlin zur Versteigerung ; Nuzungswerth 11 300 (; Mindestgebot 1000 46; für das Meist- gebot von 176000 ÆÆ wurde die Frau Töpfermeister Anna Döring, Demminerstr. 9, Ersteherin. Aufgehoben wurde das Verfahren der Zwangsversteigerung in den nachbezeihneten Grund- stücken: Gräfestr. 41, dem Tischlermeister C. Kusik erg, Belle-Alliance-Plaÿ 13, dem aurermeister ustay S cheidler gehörig, und die Termine am 25. Januar d. J.

Die „Rhein.-Westf. Ztg." berihtet vom rheinisch-west- fälishen Eisen- und Stahlmarkt: Wie um diese Jahreszeit nicht anders zu erwarten ist, wih die abgelaufene Woche in keiner Weise von ihren Vorgängerinnen ab. Das unerfreulihe Aussehen des Marktes hellte sich auch beim Jahres\{chluß nicht auf. Die Nachfrage beshränft sih auf Deckung des unumgänglih nöthigen Bedarfs und die Preise, so wie sie wirklich den Abschlüssen zu Grunde liegen, sind auf einem Standpunkt angelangt, unter den sie kaum herunterzugehen im stande sind, da jeßt hon vielfa mit Verlust gearbeitet wird und man die Betriebe nah Möglichkeit einshränkt oder, wte das schon in Westfalen und am Rhein vorgekommen ist, ganz einstellte. In Siegerländer Erzen ist kaum eine nennenswerthe Aenderung zu verzeihnen. Die Förde- rung ist nur {wer unterzubringen, da die Hochöfen nur den dringenden Bedarf kaufen. Die Preise von Luxemburg-Lothringer Minette find \{chwankend und der Absay ist kein regelmäßiger. e Erze sind unverändert. Auf dem Noheisenmarkt is alles beim alten ge- blieben. Die Walzwerke sowohl wie die Stahlwerke kaufen nur wenig; einige scheinen jedoh der Ansicht zu sein, Pad die gegen- wärtigen Preise wohl kaum A weiter heruntergehen werden, und so find denn in leßter Zeit von einem westfälischen Stahlwerke ganz bedeutende Posten Thomaseisen erstanden worden. Ueber die übrigen Sorten läßt sih nichts Neues von Belang berichten. Spiegeleisen is im Siegerland augenblicklich ruhig, und auch Puddelroheisen ist vernahlässigt; leßtere Sorte wird in jüngster Zeit namentlich vom Siegerland aus sehr billig angeboten. Der Walzeisenmarkt hat îm ganzen seine frühere Physiognomie beibehalten. Stabeisen fand in leßter Zeit nur in geringen Posten Umsaß. Weder das Inland noch das Ausland braucht belangreihe Posten und die erzielten Preise find N gedrückt, namentlich durch die nicht zum Ver- bande gehörigen Walzwerke. Die den Abschlüssen zu Grunde liegenden Ziffern weichen niht unerheblich von den officiellen Notirungen ab. Die Lagerbestände sind im günstigsten Falle gleihbleibend, und die jeßt noch gebuhten Aufträge sichern s für ungefähr einen Monat einen annähernd regelmäßigen Betrieb. Formeisen is unverändert und auch für Bandeisen hat die Marktlage sih nicht anders ge- staltet. Grobbleche finden nur wenig Absaß und der ungünstige Einfluß auf Lie Preute ist nicht ausgeblieben; es ift \{chwer, die heutigen Säße den Abnehmern gegenüber zu behaupten. Günstiger, zum wenigsten was den les anbetrifft, liegt der Markt für ¿Feinbleche, die flotter verkauft werden; die Preise sind indessen unverändert. Für Walzdraht gilt das im vorigen Bericht gemeldete. Das Aus- fuhrgeshäft hat sich in leßter Zeit besser angelassen und die Werke sind wieder gut mit Aufträgen versehen. Das Niet enge schäft ist ebenso flau wie früher. Aenderungen in der Lage der Etsengieße- reien, Maschinenfabriken und Bahnwagenanstalten sind nicht zu verzeichnen. |

Börse zu Düsseldorf. (Amtlicher E Ge vom 5. Januar 1893.) Die eingetretene Schiffahrts\tokung und die Bestandaufnahmen der Werke haben den Versand beschränkt ; die Syndicats-Frage beherrscht îm übrigen das Geschäft. Der Eisenmarkt is unverändert. (Berehnung in Mark für 1000 kg und, wo nicht anders bemerkt, ab Werk.) Kohlen und Koks kamen “nicht zur offiziellen Notiz. Erze: 1) Rohspath 7,30—7,80, 2) Gerösteter Spatheisenstein 10,50— 11,50, 3) Somorrostro f. o. b. Notte#wam —, 4) Nassauischer Roth- eisenstein mit ca. 509/69 Eisen 8,40—8,80, 5) Nasenerze franco —. Roheisen: 1) Spiegeleisen 1a 10—12 9/9 Mangan 51, 2) Weißstrah- liges Qualitäts-Puddelroheisen : rhein.-westf. Marken 47—48, Sieger- länder 44, 3) Stahleisen 48, 4) Wr Bessemereisen ab Ver- \c{chiffungshafen —,—, 9) Spanisches Bessemereisen Marke Mudela cif. Rotterdam —,—, 6) Deutsches do. —,—, 7) Thomaseisen franco Verbrauchs\telle 47,00, 8) Puddeleisen (Luxemburger Qualität) 37,20, 9) Engl. Roheisen Nr. IIT ab Ruhrort 57—58, 10) Lurxem- burger Gießereieisen Nr. 111 45,00, 11) Deutsches Gießereieisen Nr. [1 62, 12) do. Nr. IT —, 13) do. Nr. III 55, 14) do. Hämatit 62, 15) Spanisches Hämatit Marke Mudela loco Ruhrort —,—. Stabeisen: Gewöhnl. Stabeisen 117, 50—120. Bleche: 1) Ge- wöshnlihe Bleche 135—145, 2) Me 150—165, 3) Ge 125—140. Draht: 1) Eisenwalzdraht —, 2) Stahlwalzdraht —.

Ueber die Convertirungsverhandlungen (vergl. die gestrige Nr. 4 d. Bl.) wird aus Pest weiter berichtet, daß gestern Nach- mittag eine weitere Conferenz des Finanz - Ministers Dr. Wekerle mit den Vertretern der Nothschildgruppe stattgefunden habe, bei der auch Baron Albert Rothschild anwesend war. Dem Wiener „Fremdenblatt" wird, wie „W. T. B.“ mittheilt, über diese Conferenz gemeldet, daß über die Betheili- gung der außerhalb der Gruppe stehenden Finanzinstitute und über die Höhe der Beträge, welche die einzelnen Bankhäufer abzu- nehmen haben, sowie über die Frist, in der dies zu gesehen hat, entschieden wurde. In der heutigen Sißung follte der Uebernahmecurs festgeseßt werden und sodann die Unterzeichnung der Verträge er- folgen. Das Bankhaus Mendelsfohn u. Co. sei im Verein mit der

Unionbank betheiligt.

Magdeburg, 5. Januar. (W. T. B.) Zuckerbericht. Kornzucker excl., von 92% 15,00, Kornzucker excl., 88 9/9 Rendement 14,30, Nahproducte excl., 75 9/ Rendement 11,90. Ruhiger. Brod- raffinade 1. 27,75. Brodraffinade 11. 27,90. Gem. Raffinade mit Faß 28,00. Gem. Melis 1., mit Faß 26,259. Stetig. Rohzucker 1. Product Transito f. a. B. Hamburg pr. Januar 14,25 bez., 14,2714 Br., pr. Februar 14,274 Gd., 14,324 Br., pr. März 14,35 Gd., 14,40 Br., pr. April 14,40 Gd., 14,45 Br. Schwach.

Leipzig, 5. Januar. (W. T. B.) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster B. per Januar 3,65 ,

er Februar 3,654 #4, per März 3,70 4, per April 3,70 , per

ai 3,72) M, per Zuni 3,75 4, per Juli 3,774 4, per August 3,774 M, per September 3,774 4, per Oktober 3,80 4, per No- vember 3,80 4, per Dezember 3,80 4 Umsay 10 000 kg.

London, 5. Januar. (W. T. B.) 96%. Javazucker loco 163 stetig, Rüben-Rohzucker loco 144 träge. Chile-Kupfer t per 3 Monat 47.

1893

Bradford, 5. Januar. (W. T. B.) Markt ruhig, Wolle und Garne stetig, Merinowolle eher chwächer, Stoffe geschäftslos.

Florenz, 5. Januar. (W. T.- B.) Der Verwaltungsrath des „Credito Mobiliare“ beschloß heute, in Palermo eine Filiale zu errichten, und genehmigte die Abmachungen des von ihm ernannten Verwalters mit dem Bankhause Florio, welches sein Bank-

eschäft in vollem Umfange an die nèue Filiale abtreten, jedoch fort-

fahren wird, als Saibelêbus zu bestehen. - -

Konstantinopel, 5. Januar. (W. T. B.) Der ere de Constantinople“ zufolge werden die Inhaber von Türkischen Loosen durh eine Bekanntmachung der Staatsschuldenverwaltung demnächst davon verständigt werden, daß der Finanz-Minister im Ein- vernehmen mit dem Verwaltungsrathe der Staatsschulden beschlossen habe, die Couponsbogen der Coupons mit den Nummern 12 bis 45 gegenwärti nicht gegen neue auszutaushen. Begründet wurde dieser Beschlu damit, daß der Betrag der Coupons Nummer 12 bis 23 in den herabgeseßten Kapiteln der ottomanishen Staats\{huld einbegriffen und die Coupons Nummer 24 bis 45 nicht zur Auszahlung gelangt seien. Die bezeichneten Stücke würden wie bisher gehandelt werden fönnen und im Falle eines Treffers oder der Amortisation ihre GlUgten behalten.

New- York, 5. Januar. (W. T. B.) Die Börse eröffnete unregelmäßig, fpäter gingen die Curse zurück; der N war matt. Der Umsay der Actien betrug 348 000 Stück. er Silber- vorrath wird auf 780 000 Unzen geshäßt. Silberverkäufe fanden nicht statt.

Am Sonnabend werden 2 Millionen Dollars Gold nach Europa verschifft werden.

Weizen anfangs höher, dann niedriger auf europäische tele- graphishe Nachrichten. Schluß shwah. Mais anfangs höher, dann abgeschwächt auf Realisirungen. Schluß shwach.

Chicags, 5. Januar. (W. T. B.) Weizen anfangs höher, dann s{chwächer auf große Angebote. Schluß schwach. Mais an- fangs niedriger, dann besser auf gute Kauflust. Schluß shwach.

Verkehrs-Anstalten.

Bremen, 6. Januar. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „Havel“, von New-York kommend, ist am 5. Januar Morgens auf der Weser angekommen. Der Posft- dampfer „Stuttgart“, von Baltimore kommend, hat am 4. Januar Abends Lizard passirt. Der Neichs-Postdampfer „Stett in“ ift am 5, Januar Morgens mit der für Australien bestimmten Post von Brindisi nach Port Said abgegangen. Der Reichs- Postdampfer. „Darmstadt“, von Ostasien kommend, i am 4. Januar Nachmittags in Suez angekommen. Der Post- dampfer „Frankfurt“, vom La Plata kommend, ist am 5. Ja- nuar Morgens auf der Weser angekommen. Der Schnell- dampfer „Elbe“, nach New-York bestimmt, hat am 5. Januar Morgens die Needles passirt. Der Postdampfer „Ohio“ hat am 5. Januar die Reise von Bahia nah Vigo fortgeseßt. Der Reichs- Postdampfer „Karlsruhe“ hat am 5. Januar Vormittags nach Uebergabe der australishen Post an den nach Brindifi bestimmten Reichs-Postdampfer „Danzig“ die Reise von Port Said nah Genua fortgeseßt.

Mannigfaltiges.

Köln, 2. Januar. Man schreibt der „Frfkft. Pg“: Mit dem 1. Januar zeigt Köln ein anderes Gesicht: überall drängen \sich die Carnevalsfarben vor und in die Ver- gnügungen mischt \ich der lustige Ton der Bälle. Gestern hat Prinz Carneval wieder feinen Thron eingenommen und fo zahlrei wie nur jemals sind ihm seine Getreuen zugestrômt; die beiden großen Carnevalsgesellshaften haben Noth, ihre Mitglieder und Gäste in ihren geräumigen Sißungs\älen, Victoriasaal und Lesegesellshaftsfaal, unterzubringen; gestern in der ersten Sißzung waren beide Räume überfüllt und an beiden Orten gingen bei närrishen Reden und Liedern die Wogen des Frobfinns außerordentlih hoh. Die Idee zum diesjährigen Maskenzug ist: Heimkehr des Prinzen Carneval aus dem Reiche der Sagen und Märchen; dieser Idee is auch in der Auss{müdckung der Sizungsfäle Rechnung getragen worden. Der kleine Rath und der Senat der Großen Carnevalsgesellshaft thronen in einem von Künstler- hand geschaffenen Märchenwalde, die Mitglieder des kleinen Näthes der Großen Kölner Carnevalsgesellshaft erscheinen in reiher maurisher Kleidung auf der zur Albhambra umgestal- teten Bühne. Zwei andere gute alte Vereine, die, von den beiden großen Gesellshaften abweichend, ihre Sißungen sämmtlich mit Damen abhalten, die Narrenzunft und der Carnevalistis{-Süd- westliche Syrehsaal, eröffneten gleichfalls geftern die Carnevalëzeit, und die g er Vereine, die heute und in den nächsten Tagen folgen, ist ziemlich groß. Die Stimmung der Bürgerschaft ift in biéfeut Jahre dem Fasching sehr günstig. ie Stadt hat obne lange Erörterung den üblichen Zuschuß von 1500 A und den Gürzenich für mehrere Festlichkeiten E bewilligt; eine Anzahl unserer ersten wissenshaftlihen und Künstlervereine, die am Faschings-Dienstag ein gro Maensen auf dem prag. zum Besten der Armen veranstalten, warf bereits 2000 A zur Erbauung des Wagens für den Prinzen Carneval im großen Maskenzuge aus.

Hamburg, 3. Januar. Einen großartigen Wohlthätigkeitsfinn hat nah einem Bericht des „Hann. Cour.“ der verstorbene Herr G. L. Gaiser in seinem Testament bewiesen. Bedeutende Summen find MuegeleR! für die Angestellten und Arbeiter der Firma in Ham- burg, M urg und Lagos und außerdem 50 000 zur Begründung ciner besonderen Alters- und Krankenversicherungskafse für die augenblicklich in der Harburger Oelfabrik beschäftigten Arbeiter. 50 000 A erhält der Geburtsort des Verstorbenen, Schlierbah in Württemberg, 100000 #4 der Ort Kirchheim unter Teck in Württemberg, wo der Verstorbene eine Besitzung batte und irn Sommer zu leben pflegte, oe 10 000 Æ das dortige Waifen- haus „Paulinenpflege“. Von hamburgischen Wohltbätigkeitsanstalten, Stiftungen und Vereinen sind folgende bedaht: Der Wobltbätige Sqchulverein erhält 300 000 #, deren insen befonders für Bekleidung und Ernährung bedürftiger Schulkinder verwendet werden sollen, das Kinderhospital in St. Georg 100 000 .%, von deren Zinsen den als geheilt entlassenen Kindern noch eine Zeit lang Pilege geboten werden 2% der Vaterländische Frauenbilfs- verein 50000 Æ, die Unterstüßungskasse für Lehrerwittwen und Waisen 50 000 #, der Evangelishe Verein der Gustav Adolf- Stiftung 50000 A, der Verein für Handlungscommis für seine

ensionskasse 25 000 Æ, die Warteschulen 25 000 4, das Pestalozzi« tift 25 l, die Alsterdorfer Anstalten 25 000 #4, das Blinden- asyl 50 000 4, der v e g zur Unterstüßung der Armenpflege 25 000 MÆ, die Gewer ult für Mädchen 25 4 Ferner sollen 50000 M einem zu begründenden Verein für die ege armer Wöchnerinnen als Grundkapital übergeben werden. Alle pat v sind ohne Abzug auszuzahlen, die Staatsabgaben find aus dem Nachlaß zu vergüten. Als Unibversalerbin für den Rest des Besites und Ver* mögens ist die Wittwe des Verstorbenen eingeseßt. Nach ihrem Tode sollen dér Kunsthalle zwei Bilder: „Ungarisches Bauernrennen" von Wagner und „Lucrezia Borgia“ von K , zufallen.