1893 / 11 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E:

E E E

Musik von Ferdinand Hummel, ift Opernhause angenommen worden.

Im Königlichen S des Geburtstages Fr. Grillparzer’ ê,

Neues Theater.

Das E vor cinigen Jahren geschriebene Lustspiel „Die kleine Marquise“ von Henry Meilhac und L. Halévy, das kürzlich in den Spielplan des „Théâtre variété*“ zu pas wieder aufge- nommen wurde, ging gestern Abend in einer Ueberfepung von Eduard Mauthner zum ersten Mal in Scene. Die Verfasser haben das Thema der Ehescheidung, ähnli<h wie “Sardou in „Cyprienne“, nur nicht mit soviel Geist und Witz | Herr Kahle; Naukleros : wie er, von neuem bchandelt. Dem Marquis von Kergazon, | Oberländer; JIanthe: der ausfließli< mit historishen Arbeiten von allerdings anscheinend Seebach und Herr Eichholz. geringem Werth beschäftigt is, wird feine Frau, die kein Interesse dafür zeigt, lästig. Auf den Vorschlag des Gatten, die Ehe dadurch zu lösen, daß er selbst fich als der Schuldige von einem Polizei-Com- mifsär ertappen läßt, geht die Marguise gern cin. Nachdem fie jedoch in kurzem Gespräd den zweifelhaften Charakter ihres Anbeters, des Vicomte von Boisgommeurx erkannt Dat Nebt: Ne hr Uno re<t ein, kehrt reumüthig zu ibrem Gatten zurü> und erbittet und erbält seine Verzeihung. In der Titelrolle trat die von ihrer Thätigkeit am Nesidenz- The eater ber bekannte Frau Hachmann- Zipsfer als Gast auf. Fhr munteres Spiel fand auch bier den Beifall der Zuschauer. Der Marquis und der Vicomte wurden von den Herren Da ahn und Seldene> angemessen gegeben. Die von dem Herrn Director Löwenfeld gespielte Rolle cines tauben Chevaliers wurde viel beladht. Als Kammermädhen Juliette gefiel endlih au< no< Fräulein Köttschau.

Dem Lustspiel vorauf ging cine cinactige, Bühne“ {hon bekannte naturalistishe Plauderci „Die Lore*“ von Otto Erich Hartleben, die den Verfasser als der in manchen Kreisen bestehenden Verkehrsgebräuche zeigt, Unterhaltung bestimmtes Theaterstü> jedo< zu wenig ages Darstellung der Plauderei dur Frau Hachmaun- Zipsc und di Herren Vorwerk, Ciéfeld und Worlißsh wurde beifällig au Farnoikinen

S Sing-Akademie.

Herr Eugen d’Albert gab gestern f UN abend, für dessen zahlreichen Besu ) auch das Podium in Anspruch | zwei Klavieren am Montag M Sa genommen wurde. Er eröffnete die Reihe der Vorträge mit Bah's { Das Programm diefes Concerts D-moll-Suite, die der ausgezeichnete Pianist mit tiefem Eingehen in | C-moll, Grieg’s Roman : den Inhalt der einzelnen, sehr mannigfaltig gestalteten Säpe 1 Gehör | brillant op. 92 1 bradte. Es folgte hierauf eine cigene Sonate (Fie-moll) (neu), die in | Saëné den beiden Hauptsäten Originalität der thematischen Erfindung erkennen 1äßt, deren Durchführung jedo mebr in einem Aneinanderreihen der verschiedenen Motive, als in ciner organischen Entwickelung Cs steht, die sich zu cinem Höhepunkt des Ein idru>s aufs{<wänge : denn die zum Uebermaß im Forti) simo heranstürmenden Bravoureffecte, einer großen Anzahl von Zuhörern oft schr imponiren, bilden immer no< feine Steigerung m inneren Aufbau der Ge- dankenentwi>elung. Der Andantefsaß (D - dur), ein mit Variationen, bildete einen vollkommencn in dem sehr s<wiecrigen, selbst den Spieler sihtli< Merke. Mit fehr zartem Anschlag und E feinsinniger weise trug Herr d’Albert Mozart's N A mol] glei vortrefflicher Ausführung drei >tüdec Etuden von Liszt und Nubinstein un 1 igs alie: ‘Ph an Strauß? „Nachtfalter“ folgten. , Piè ëcen wurden raufs<endem Be ifall aufgenon vicrabend f am 19. Januar im Saal Bed

Liebe Wellen“

morgen und am Sonntag © Herr Director Frische Operette „Fürstin Ninetta“ statt, die maligen Aufführung pan

Weber's Oper „Silvana“

Coloratursängerin Fräulein Louise Gastspiel fortseßen wird als Amine Morgen bleibt das Theater

ges{lossen.

den Lefern der „Freien | zu absolviren, hat inzwischen ihre

für ein zur } der neuen “Operette ic K ünstlerpe rfonal au fgeb Oen. Zu ie au rten Ballet Evoli ition in de afte berangezogen. Der 1 fiefiung findet fortdauernd an Das Künstlerpaar i

Q ata 4 V Ut

Cd aeaen T einen ersten Klavier -

T ne i 10CP Un E pfen

Im Königlichen Opernk gekündigte Oper „Djamileh“ wegen Hc nidt gegeben werden. Es fommen eBastien und Bastienne“ und das werbung“ zur Aufführung. Am Sc August Enna mit den amen Sen, Herren Rothmüßhl, Sylva, Bulk,

B Moöd Mal in Scene. Die einactige Op

r. Bajazzi (Pagli n Bor! viel. M1 1 f 1 G deuts< von Ludwig Hart: sept vom Ober-Negifseur Tetlaff Sucher T Braut- VOR Emil Gract M

beri<t vom 13 8 Uhr Morge n

|

L

trt An

angi 4 VUN

Bar. auf 0 Gr. u. d. Meeresf\p.|

red. in Millim.!|

-

Schauspielhaus. 14. BVorstellu h Des Mecres und der Liebe Wellen.

Fr ran Gr

Mullaghmore Aberdeen s Christiansund Kopenhagen . Sto>holm Daparanda . | (ork, Queens- N o Cherbourg 7 p elder . Sylt Hamburg Swinemünde Neufahrwafser

Memel F N 1iNe

E bevedt *Münster voltenlos Karlsruhe .

Wiesbaden München Gkemnit .. | 766 |SW wollig/ L Berlin. P L (G2 2 bei C12 L Gerlt e The 4 Gr

at ai ONOD LIINLTI IFMILL. Mien D wolkenlo: 7 C s etn pr E Breslau . [b bed. L gr: abei Ile d’Aix Itizza Montac Medea. Trieft s nachste Auffül 1 E ERE i x indet am Mittwoch ft

Nachts Schnee. „Zach! n. Sdchnce Jiachteé Maia Sina . 4) Dunft. *) Nahm » : Schnee Dunft Ps r Nebersiht d der Wi Lessmg The

E e « C N Heimath. Anfang 7

Dat barometrische Maximum, weiches gelern In Sonntag: Heimath. Nordwesten der Britischen Inseln lag, hat id etwas | Montag: Heimath. na< Süden hin verlagert und entjendet einen Aus- S : Täâufer ostwärts 11

über Franfkreih hinauë na< Dii- | deuts<land hin. Theildepressionen liegen über Dänec- Waliner - Theaier. © marft und über der südlichen

Nordsee, an der süd- | pfeil. Anfang 7+ Uhr Tichen Nordseeküftc start auffri schen { U nDi m1 j A onntac : Der Probepseil. Schneegeftöber verursachend. „Bn

10 Fn Deuti Rd S das Wetter kalt, im Norden | é c : A o Cf nur auf Sylt herrscht Thaumwetter. In und | Friedri - Wilhelmstädtishes Thecaie Ostdeutshland herrsht sehr strenge Kälte, “Bi ‘amber E Chausseestraße 25. meldet minus 24, München und Königsber( minus | Sonnabent Pariser Leben. K01 uet Dperetic | 920 Grad. In Norddeutschland ist vielfa> Schnee | 4 Acten nach de m F1 anzöfi sen ves Meilhac únd | gefallen, meist jedo<h nur in geringer Menge leber | pes von Carl Treuman: Muti! voI Jacque: DET Nordbälfte Europas ift der Luftdru> in Ab- | <. Dirigent: Herr Kapellmeister Federmann. s U l N Mi P) nahme begriffen und daher dürfte zunächst für Itord- | Anf fanç Übr deutshland Erwärmung M erwarten sein. | Sonntag Baaúfer Leben. T : Mittrooh: Zum 1. Male mit neuer ZLusîtattung | Fürstin Niuctta. _Operettic ir F Icten von Hugo Sittmann und Julius Bauer. Musik von Johann | Strauß.

L Pee Pes 2 tz

90) N33 U)

4 G

2 ree

-

T aal ass 1e e f

DON August \

f C; U Lit

a)

n Qceen

C r c 2

e) +7

Oauitowé

“rft

SZQOE 2 B

2

«

r S5

S 5 « E +—_+

| Deutsches Theater. S Ter Sohn | | der Wildrifß;. Anfang 7 Uhr. nntag: Zwei glücfliche Tage. 10: Das Wintermärchen.

CYTCY) cs S

e) _— t-ts am

L 2 e

i 16éh

l wo fig

Res

Sonntaç | befißer. Abendé

T 1 A C

=J =J =I| J “J

perett:

cer L V 14

Theater - Anzeigen.

2, P ern

Residenz- -Theaiec. Direction : Sigmund Lauten-

auf dem Spielplan erschienene Trauerspiel neu cinstudirt in Scene. Frau von Do en burgeo: Leander: Herr Matkowsky :

Herr Purfchian ; Fräulein Richter ;

Im Friedri-Wilhelmstädtishen “O De „Pariser Leben“ zur Darstellung.

t aus Wien zurü>gekehrt. Leitung finden nun die letz s Bühnenproben zur neuen

fältung verhindert wi trde, thr füx

N n } bterl her zurück, um au 189. M. das angekündigte

guten Beobachter Im Theater Untex den Lin ) Y C ü „Lacende Erben

Königliche Shauspiele. Sonnabent aus. 13. Vorstellung Bastien und Bastieuue. Sing- | durg Zut pa in 1 Act von Solfg ana Ämadzus Mozart. Diri- | Biquet. Schwank in 8 Acten von

Sonnabend: 2um 23. Male: Familie Pout- i exan Ote Bifson.

zur Aufführung im Königlichen

Schauspiel baufe geht morgen, zur Feier das feit zehn Jah „Des Meeres und der

Die Besetzu

die Eltern

am nächsten Mit

Das Kroll \<ec Theater bringt am Sonntag neu einstudirt in der laufenden Spielzeit zur erstmaligen Aufführung mit Frau Moran-Olden îin der Partie der der Künstlerin in Berlin bisher no< ni<t gefungen,

Heymann am in Bellini's

einer Privatfestlichke Frau Materna, die bekanntlih dur eine {were Er-

n 7. d. M. bestin

Kunstreife angetr Soncert zu geben. zur crsten Aufführung

den wird Sonntag Balletmei ind die

Karten zU von 10 bis

% «U E A nn( I C

Bechstein wieder hören lassen. bringt u. à. Bach’

h?

r Ma

n Mar

Lal ten burg.

achtwand

der Oberpriester : der Temp

Theater

„Nachtwandlerin“

ren ni<t mebr ait: Vero:

elhüter : Herr Heros: Frau

gelangt

Unter feiner Strauß’schen two zur erft-

Dryade, von während die Dienstag ibr i<feit wegen nintes Concert eten und kehrt

das gesammte- ster Gundlath besten Ballet- dieser Vor- Ubr ftatt. vird G auf

8 Concert in A 1] wg N V L11C010

{es Thema

° 4 (Ag trat

_— s Schönau. In

Gläubiger. Von August

lerin.

_Victoriga- Theater.

Mit neuer (t

in achtzi

Dic Reise um dic

ben.

D Die fleinc Marguise.

R von Meil [hac

„Theater Unter den Cinden

c Sipemen- Jnuícel.

G1 undla. Ie

uUnL Koftümen

I GLZ+ gens (ODIIAI UI

egel.

Lachcude

rit und Stein.

pell 5. Act arrangirt von | ; an Decoratio1 Verehelicht: Hr. Lieut. a. D. Hans

ue Auëéstattunc

Adoiph Ernsi Theater.

21 Male: 3 Acten von Et. Goupleté theilwet

Diese Thomas-Th

Sonnabent : G

(S, Steffens. In S

| Grigolatis mit

Märcheu ver P mne nitt “Male

¿U1T

1itspiel der fliegenden Grotte. Ballet in 2 Blldern. Othello's Erfolg.

Mobvernes Babylon. Gesangêpofie in

Jacobso n Un®L

tie Don G. Görß. cene gesept von Abolph Ernst. | geb, von Bi

Tbe Vorstellung,

eater.

ihrem blauen

Scene geseßt von Anfang (4 T Ubr. ag Familic Pont-Viguet. fang 7xUbr. otbercung : ey dem Tode. Bon

Dic Lorce.

E f 4 * D. CONNaDenC:. ZUnNI

Alte Jakobstraße Nr. 30, Fatftiängeris

zur kostenfreien Erlangung der Geburtsurkunde für die in Berlin ge borenen Kinder von den E N in Empfang etöitinén werden. Diejenigen Eltern, Tvelche zum 1. April d. J. verziehen und denen ihre neu zu beziehende Wohnung bereits bekannt ift, werten wohl daran thun, wenn sie die Anmeldungen ihrer Kinder bei der- jenigen SMulcommission bewirfrn, in deren Bezirk die neue Wohnung liegt. E

An Geschenken und Vermächtn issen sind bei dêr Haupt: Stiftungskasse des Magistrats im Monat Dezember 1892 eingégängen 20 521,77 Æ, an Collectengeldern 500,25 A, aus s{hiedsmännischen Vergleichen und Cessionen 865,05 #6, zur Ablöf fung der Neujaßrs- agratulationen 4031,30 Æ, zusammen 29 918,37 M

Die ses bon der niglihen Sternwarte städtischen Normal- Uhren haben während des Jahres 1892 im allgemeinen sehr genau functionirt. Sie haben nämli, abgesehen von ganz vereinzelten und kurzen Unterbrechungen, an den Secunden Zifferblättern stets die ri<tige Secunde e an den vorderen Ziffer blättern, die mit Sccundenangaben nicht versehen sind, \tets die ridtig Minute jGzetat. Keinerlei Abweichung von der Nichtigkeit und keinerlei înterbreGung ift bei der Normal-Ubr am Spittelmarkt und bei dez Normal-Ubr am Potsdamer Thor vorgetominen.

regulirten

Georg Ferdinand VBeutner, de: zuleßt als Chef-Redacteur der in zwischen eingegangenen „Berliner Bürger Zeitung" angehörte und darauf lange Zeit General-Scecrctär des Centralverbandes deuts Industrieller war, ift gestern, 63 Jabre alt, gestorben.

Der Regierungs-Nath a. D. längere Zeit der Berliner Presse,

Die von dem Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes, de: Berliner Architektenverein, der Polytechuischen Gesellschaft, dem Ver cin für Eise nbabnkunde, dem Verein deutscher Ingenieure, dem Berliner Bezirksverein deutsher Ingenieure, dem elektroteMnischen Vercin und dem Verein deutszer Maschinen-! Ingenieure veranstalt: tete Gedächtnißfeier für Werner von Siemens wird am 16. d., Mittags 2 Uhr. im Saale der Phil harmonie stattfinden. förderung des Gewerbfleiße s den 24. d. M, Nab- Mohren-

N ZUL NIE Stif tungs8feft O tenôstag, dur cin Festmabl im Englischen Hause,

Schluß der Redaction eingegangene Depeschen.

Dortmund, 13. Januar. {W. D. B) Wie die „Rheinisch Westfälische Zeitung“ meldet, verbot die Polizei cine heute Nachmittag nach der Hobertsburg einberufene groß: Bergarbeiterversammlung.

Gestern Nachmittag wurde Schönwald, Strikenden, welher gerade von einer nah Witten zurü>kkehrte, auf dem hiesigen Bahnhofe verhaftet. Nach ciner Meldung aus Schalke wurden gestern Abend auf „Schacht 1] der Zehe „Graf Biamar(“ Bea mte, Steiger und Betriebsführer von mehreren hun dert Bergleuten überfallen. Die schnell herbeigerufenen Beamten von Schacht 1, f&wvie berittene Schußleute und Gendarmen schlugen die Wüthenden zurü>, von denen mehrerc verwundet wurden.

ein Führer dcr Aagitationsreise

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.)

1 Aufzug von Dr. E. M. Lute. Den Anfang macht: Das oeriavaien hinter'm Heerd. An-

Herbftzcichen. Sonntag : Dieselbe Dor ea, Strindberg. Montag: 1. Gastspiel des Wiener Eusemble. Direction: Jof. Grafelli. Die Gigerlu von

Wien.

Urania, Anf talt für volféthümlihe Naturkunde uéftcllungs - Park (Lebrter Bahnbof).

M Can dpd „S «An An

LUL

Geöffnet vor

Concerte. Sing-Akademie. Sonnabend, Anfang 8 Ukr: x. Quartett - Abend. kx. Cyclus. Joachim, Krnsc, Wirth, Hausmann.

Concert- Haus, Leipzigerstraße 48.

ta R E T oNCi Do

"Soáutr 1g : ‘Karl Meyder - Concert. \chafts- Abend. Anfang 7 Uhr.

Ci [sus Renz ( (Carlstraße.) Sonnabend, Abends Ee ZU! am 1. Male: Ein Madtisek. roße Auss\tattun Pantomime vom Hofballct- A. S Siems. “Mit überrashenden Licht- U und auf das Großartigste infce Fr. Renz. Unter Mitwirkung de gb 1alé. Ballet. von 100 Damen. A uftrete En erie s mit dem S

2 große Vorstellungen. Nahmittag:

Kind unter 10 Jahren frei): (F ellung mit besonderem, zur Belustigung _„gewähltem Programm. Abends 7 Uhr: - Vorstellung. Zum 2. Male: Ein

Gefsfell-

—Familien- Nachrichten.

1 r, Anna von Herder mit Hrn. Erben. | W alter Below (Schloß Salenstein, Thurgau). Musi! Frl. :lifabeth Blande mit Hrn. Gerihté-

den artít. | Assessor Otto Skoniecki (Merseburg). F!?

[meifter A. Ferron. | Gertrud von Briesen mil Hrn. Lieut. Paul von

von Briesen

Kornatki (Leipzig- Graudenz).

mit Frl, Margorethe von Wallenrodt (Liegniß) Geboren: Ein Sohn: Hrn, Rittmeister a.

Fohann von der Nopp (Briagoll), | Gestorben: Hrn. Ober-Stabzarzt Dr. Timar!

Tochter Erna (Potsdam). Hr, Major a W, Mannftädt. Max Frhr. von Kottwitz (Cofsar bei Krossen a. 2 s

PViusik von Verw. Frau Oberst-Lieut. Louise von Sort Zil lerbed> (Dessau).

0 v V4

Nedacteur: Dr. H. Klee, Director.

Berlin: Verlag der Expedition (S<holz), Dru> ver Norvdeut sche n Buchdru>erei uny Verlagt- “Ph ntottiidoe Anstalt, Berlin $8W., Wilhelmstraße Nr. 32. E Norher | Sieben Beilagen S<hwank in | (cinsließlid Börsen-Beilage),

Preciosa

allet. Daë

M 74 Ü 9 L

Erste Beilage

zum Deufschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preu

Deutsch X a < w

der Einnahme an Wechselstempelsteuer im Deutschen Neich für die

2

Einnahme im Monat

M.

Hierzu Einnahme

50 Aan SVE os 14 ive Ax Dezember Bormonaten

Berlin, Freitag, den 13, Januar

es Neid.

Els uUndg zeit vom 1. April 1892 bis zum Schluß des Monats Dezember 1892.

D. 4. 9, ß, In 1892 -+ mehr

weniger

(innahme in dem- S selben Zeitraum

uammen

a j des Vorjahres

(Spalte 4)

20 M. l AÁb

in den

Im Neichs-Postgebiet. Königsbera .- . E 10 631 E o E E, 3415 U E E O ( S823 Berlin E 82 010 ) E E E A 3 650 F ee E 6911 - 8 821 1 968 5 407 3 969 15 849 10 175 7 500 14 764 ( 1 10 320 } 10 997 6 164 9 441 2155 5933 | 14907 | 5 859 | M 35 794 15 575 | 6 453 041) 39 474 1919 | 14 575 44 841 |

A SIZISE “<5 do s T5 U

pi

M

Leipzig

A

L 18 843 Konstanz Dar: nstadt Zw erin 1.

- } m.

6 642 11 750 | ; 110 |

x n

denburg Brau 1nschroeig remen L amburg Straßburg i. ( 1); Nes

C> O

M Ce O

1 D

1 6 1

J I —IOL J purò a}

D;

[Ds

bund QO bd è S C m O I I

o J

102 991 O0 32873 | ( all | 73776 | 4 79 044 | « -— 90S 726 442 | 803 739 | 77297 | 34 322 | 70 35 453 | L400

61 325 | ( 59 568 | 1 757 | 74 656 K c (2 580 207 6

15 862 14856 | ! 1 005 | 48 891 | 45 617 | 3273 | 30186 | 24 479 9 (U 199 049.1 5 130412 | < 4 967 85 S7 | 4 84 782 10/0 | ; 66 718 | S9 O7 | GOAL | 10 406 29 Til | 144275 | 19104 | 2800| 2 83 196 | 83 908 | 2 (12 | 92 928 | 193 526 | 2 [14 DOC 11 011

) 67480 | 60 324 6 656 84162 | f 80 397 3765 | 2042| 6 27 290 | 391 54176 | 5 09009 | 3 817 142 (20 | 148 661 9.938 | ¿ 56 430 | 54 914 | 2116 | 00 Z¿0_| 308 676 | 4 29 451 138 465 | K 144156 | 3 - 5690 | 54 738 | 7 59 759 | ( «O OZI 36916 | 7( 38193 |( L2LC 372 608 | 3 398 191 | - 25583 | 16951 | 15 622 | 1 829 140 189 - FOA L Z H f 0016 391 924 | 3 420 042 28118 | 189 692 | 199 299 | 9.606 # i 59 406 | f 61 755 2349 | 110/348 | B 630 | 40 5 289 | 26 240 | 29 350} 2( 7 - 3 220 28 848 32 204 33 S: j 878

49 768 | 55 792 4 55006 | 8 O 50 267 | 168 044 90 46: 22 417 42 323 | 9 C2200 1 32 48; 5 9.624 20 (89 | 142900 | 9 50018 | Cl

27 341 30576 | « 31383 | 1 306

95 398 [O 33185 | 30

T1

E E T

|+|++++

Wi Go Go

J N

—2 f CO

98 5

580 013 | 40 4 62 vern Eh 95 493 | 50 4 414 L S 21 526 | 60 1

5 202 670 | 10 5427654 | 3 9 4 984 519 406 | 80 526 206 | 7 6 799 195 455 | 10 903 646 | 7 4 191

j L

22 606 65 913 73 928

Ueberhaupt . . 655 033 | 50 Berlin, im Januar 1893

5262498 | : D9T( D932

6157 507 239 975

Haupt-Buchhalterei des E, Biester

Deutscher Reichstag. 19, Sizung. vom Donnerstag, 12,

Auf der Tagesordnung steht zunächst die von den Abgg. Auer und Singer eingebrachte Jnterpellation wegen des in

Deulschlatd herrschenden Nothstandes. __ Ueber den ersten Theil der Rede, welche der Abg. Lieb- inc<t zur Bearüiohnng der Jnterpellation seiner Fractions- genossen gehalten, haben wir bereits in der Donnerstags- Nummer berichtet. Wir fahren in der Berichterstattung fort, indem wir nachstehend über den Schluß der Rede desselben Abgeordneten berichten.

Abg. L iebkne<t(Soc.): Wir wollen auch praktische Politik treiben. Aber ta Deuts che Reih würde sich das traurigste Armuthszeugniß aubtellen, wenn Sie gegenüber der jegt bestehenden Nothlage und der Thatsache, daß sie in immer kürzeren Perioden und immer inten- ler wiederkehren wird, sagen: non possumus, non volumu Vier heißt es: hic Rhodus, hic salta! Wenn man niht Bankerott erflâren will, muß man die Wechsel, die man ausftellt, im Inlande und Auslande escomvtiren. Sie wollen dem fkleinen Mittelstande helfen dur< Innungsgeseßze. Zeigen Sie mir doch einen ein- ¡igen Mann, der wirkli dur< Ihre Innungsgesetze in die Höhe gelommen ist. Der Mittelstand, an dem feit den lezten zeln gzaten fortwährend herumgedoctert worden ist, fommt tcoy aller patt ichon immer weiter und weiter herunter, nicht infol ge der ¿Faul-

eit der Leute und der Agitation der Soc ialdemokraten, fondern dur< den Prozeß der kapitalistishen Entwidkelung. Ein anderes Necept foll die Voppelwährung sein. Wenn das Gold aus der Welt geschafft vid, dann soll alles Elend beseitigt sein. Jch weiß nit, ob die Verren, welche das sagen, das auch wirklich glaut es, Ich möchte hnen Gelegenheit geb n, zu ze igen, was Sie mit der D oppelwährung nüßen n nen: [hon nach einem Jahre würden die, die sich jeßt an hte ) Nocschöße hängen in der Hoffnung auf Erfolg Zhrer Absichten, Sie

Ich will Jhnen einige Maßregeln anführen, die [hon auf

m Boden der beutigen Gese lljcha ft etnen bestimmten Grfolg schaffen tunen Das ist z. B. die Einführung eines Normalarbeits- von Wir wissen wohl, daß ein Normalarbeitstag von 8, 7, ja auch better Stunden es nicht mögli<h machen wird, auf dem Boden der daf fapitalistishen Gesellshaft allen Arbeitern Arbeit zu ver- al n; aber er wird außerordentliche Vortheile physischer und mo- Zeder Natur für die Person der Arbeiter mit sich bringen. Der

m als Arbeitgeber muß aber selbst auf seinen eigenen Gruben f cinem wirklichen E von Ark Voran e und dafür Mid nicht e m öglichst große Zahl von Arbeitern beschäftigt wird, freilich aud M der Weise, wie bei dem Dortmund-Ems-Kanal, wo man die Andische Arbeiter angenommen hat. Nicht das verwerfen mt aud ir auf dem Boden der Internationale stehen, daß überhaupt j dische Arbeiter angenommen werden, aber was wir verwerfen, Veste der ausländische Arbeiter zu einem billigeren Preife an- berabge ind dadurh die Lebenshaltung des deutschen Arbeiters af a wird. Eine weitere eleg der Arbeit liegt darin, volifo onntagsruhe weit ausgedehnt, daß die Sonntagsarbeit men abgeschafft werde. Auch dadur<h wäre eine größere

Fanudar, L Lr,

Gelegenheit geboten, eine große Anzahl von Arbeitslosen zu beschä} stigen, Der Staat muß ferner dafür sorgen, daß die Arbeiter sih organifiren fönnen zu selbständigen Berbänden, we sche sie widerstandsfälßig machen gegen die Conjunctur der Geschäfte. In England, wo die Arbeits- organisation vollfommen ausgebildet ift, fommen feine fkleinlihen Strites vor. Da wird entweder zroisden Arbeitern und Arbeitgebern eine Vereinbarung getroffen und Frieden geshlof fen, oder es fommt zu großartigen, geroaltigen Kämpfen. Der Arbeiter muß auf feine eigenen Füße gestellt werden. Die franzósisdie Regierung hat Arbeiter- börseu erri<tet und deu Arbeitösnachweis conccntrirt, Eine weitere Abhilfe ift, daß man von der Politik Abstand nimmt, welche jetzt de Lebensbaltung ter Arbeiter verkümmert, daß man bricht mit der biäßherigen Schutzzolipolitif, daß namentli<h die Kornzölle beseitigt werden. Was hat nun der Staat bisher von alledem gethan ? Dem Normalarbeitstag hat man si<h mit Händen und Füßen widersetzt, das bishen Soantagsöruhe nach allen Nichtungen lin beschränkt. Den Staat als Arhbeitgeter haben wir in den Saarbrücker Kohlen- bergwerfen. Wenn Männer, Frauen, Kinder vom ersten bis zum leßten mit wahrem Ingrimm, troßdem sie wissen, daß die Sache Hoffnungs- los und verloren ist, fih in einen Strike flürzen, daun muß E Schuld vorliegen. In einer Zeit, wie der jetzigen, geht cin Me nsch in einen Strike, der ihm nicht aufgezwungen wird durch bittere Noth oder fur<htbaren Jngrimm, weil er fühlt, daß er nicht sv behandelt worden ist, wie cs Menschen geziemt, Allerdings können qwir auch begreifen, wie dieser Ingrimm entstanden ist, Schon in dem Moment, wo die neue Urbeitsordnung bekannt wurde, schrieben wir im „Vorwärts“: wenn der Ausftand überhaupt an den Haaren her- beigezogen werden könne, dann werde er dadurch berbeigezogen werden. Die Behandlung der Leute seitens der Auffeher und Beamten war früher eine anständigere, die Löhne genügteu einigermaßen, eine Zeit lang ging alles gut. Dann wurde das Gedinge in den Zechen heruntergeseßt, es folgte die Herabsezung der Löhne, dann kam die Gewerbenovelle und damit Vershlehterungen, 1 welche den Arbeiter zur Unzufrieden- heit trieben. Was aber dem Faß den Boden auss<lug, das war die neue Bergocdnung. Sie ist geradezu cingerichtet, um künstlich einen Strike zu züchten. Die Arbeiter suchten sich einen PMechts- s{utverein zu gründen, um ihre Juteressen zu wahren. Dieser wurde gemaßregelt, die Führer weggeschi>t , ein \<roffer Ton an- genommen, das Nullen wieder eingeführt. (s wurden 2 O mimgen eingeführt, wel<he es ermöglihten, den Arbeitern bei den [eins en ANeE roße Geld trafen für winzige Versehen usa legt, Kurz, Hera A der Lage der Arbeiter und Maßregelung aller derer, die die Arbeiter zu organisiren suchen hat zu dem Strike geführt. Ein freundlihes Wort in dieser Zeit hätte zum Aufgeben des Strikes geführt, statt O wird den. Arbeitern gesagt : Erst anfahren, dann unterhandeln! as fociale Problem if durh den Nothstand und die Arbeitslofigkeit vor die Reichsregierung wie vor alle Regierungen gestellt, und [e muß. ihm näher - treten, Je mehr man zögert , desto s{hwieriger wird die Lösung der Frage. Man wollte do in Deutschland aus dem Manchesterthum heraus, der Staat sollte in die Arbeitsverhältnisse Lingreifen : jeyt heißt es thun, was man versprochen hat. In Sachsen foll man hoffen, daß die Mac-Kinley-Bill aufgehoben und bedeutende Be- \tellungen aus Amerika einlaufen werden, aber die Frage wird erst

ischen Staats-Anzeiger. 1893.

im nächsten Herbst den amerikanis<hen Congreß beschäftigen, ber damit keine Eile haben wird. Das Großkapital hat in Amerita eine no< viel größere Macht als bei uns, und die Er Li Piguagen Tarifs werden feineswegs sehr bedeutend sein. Die

der Industrie werden später unzweifelhaft einen Rúdschiag Verschlimmerung der r Verhältnisse zur Folge haben. Jest,

die Militärvorlage mit ihren enormen Kosten einge Ta M:

man au< daran denken, daß es auf 1 Million mehr ote

niht ankommt, wenn es gilt, für die Noth des Vo [fes

thun. Die Eri a Deutschlands hängt vor allen Dingen

seinem arbeitenden Volke, Welche Antwort wir au< au Interpellation Érbalten i< kann mir ja denken, wie sie ausfällt —, das arbeitende Volk erwartet aus dem Munde der Reichsregierung jeßt fein Urtheil.

Staatssecretär Dr. v on Boetticher:

Vieine Herren! Die Interpellation, deren Beantwortung mir obliegt, hat, wie die Fassung lautet, einen sehr viel engeren at, als wie ihr dur<h die Ausführungen des Herrn Vorredners gegeb worden ist. Der Herr Vorredner hat sih in seiner Begründun auf fo allgemeine und so wichtige, das ganze wirths<haftli<e Gebiet des Staats umfassende Fragen gerichtet, daß es unmöglich ift, in dem Rahmen der Beantwortung einer Interpellation diese Fragen alle ershöpfend zu behandeln und ihm auch nur zu sagen, weldbez von den Heilmitteln, die er vorgeshlagen hat, um die frarke Zeit zu bessern, von Seiten der verbündeten Regierungen zur Anwendung gebracht werden wird. Er selber hat am Schlusse seine: Rede gemeint, er könne sih die Antwort denken, und diese Empfindung bezieht sih vorauésichtli<h darauf, daß eine Reihe von Forderungen. die er heute gestellt hat, ja {hon früher zur Verhandlung in diesem hohen Hause gekommen sind, und daß diese Forderungen weder den Beifall der Majorität des Reichstags gefunden haben, no< au die Aussicht eröffnet haben, daß sie demnähst von den VeEIGIeNn MNegierungen angenommen werden können. Ich zweifle au<h garni daran, daß wir noch öfter Gelegenheit haben werden, von den E dec Partei des Herrn Vorredners darauf angeredet zu werden, ob wir nicht ernstlih dazu übergehen wollen, den Normal arbeitstag einzuführen, die Kinderarbeit abzuschaffen, die Arbeiter zu organisiren u. #. w., und es wird, wenn wir von neuem Veranlassung haben, an diese Fragen heranzutreten, dann auch die Gelegenheit si finden, den Stantpunkt der Regierung zu diesen Fragen von neuem darzulegen.

Nun hat aber der Herr Vorredner gen ein fo düsteres Bild von der wirtbs<aftlichen Lage ded G gegeben, daß, wein dies Bild der Wirklichkeit entspräche, That Veranlassung dazu gegeben wäre, die Reichsinitiative wegung zu feßen, eine Initiative, die sonst Nothsiänden im allgemeinen verfassungsmäßig nicht besteht. hat eine solhe Juitiative ni<ht. Die Beseiti gung v die Abwehr drohender Nothstände if zunächst regierungen, der Communalverbände, und aus le Tit E von feiner Seite bisher an die Reichsregierung das Ansinnen gestellt worten ift, dem jeßt vorhandenen Nothstande gegenüber activ zu werden, ziehe i<h den Schluß, daß nirgends im Deutschen Neich ein Nothstand besteht, der die Reichsregierung zu einem Einschreiten veranlassen könnte. (Hört, hört! und Heiterkeit links.)

Ja, meine Herren, Sie werden no< mehr hören, und zwar zunächst das, daß die Anführungen des Herrn Vorredners, die Sie ja Alle bereits gehört haben, thatsächlih ohne beweislihe Begründung ge- blieben sind und daß ich in der Lage sein werde, Ihnen den Beweis zu führen, daß das von ihm entrollte Bild unmöglich richtig sein kann; denn dann wäre es eben nicht möglih, daß die wirthschaftlichen Berhältnisse sh in der, wenn au<h nicht absolut, so doch relativ günstigen Lage befänden, in der sie sih befinden. Jch weiß nicht. woher der Herr Abgeordnete seine Nachrichten hat; ex hat sich be- rufen aus die an zahlreichen Orten jeßt abgehaltenen Versammlungen vou Arbeitslosen und auf die Neden, die dabei gehalten find, und die Wünsche, die dabei laut geworden sind. Nun, ob diese Ver- sammlungen von Arbeitölosen ledigli<h, wenn sie au< vielleicht zu diesem Zwecke in Scene geseßt sind, den Verlauf genommen haben, daß es sich ernstlih um die Frage handelte: wie is dem Hunger zu wehren, wie ift dem acuten Nothstand abzuhelfen ? das ift mir doch sehr zweifelhaft geworden. Mir liegt hier ein Bericht vor vou einer Versammlung Arbeitsloser in Berlin. Da handelt es sich um weiter ni<ts, als um eine Jubelhymne auf die Socialdemo- kratie und um eine Nefolution, die sc{hließli< angenommen ift dabin, daß von der Socialdemokratie die einzige Hilfe gegen die Calamität der Zeit zu erwarten ist. (Sehr richtig! links.) Gut! Aber der einzig praktische Vorschlag, der da zur Discussion gekommen ift, man möge sih do< an den Minister der öffentlihen Arbeiten in Preußen wenden und mit dem verhandeln über die Herstellung der Gelegen- heit zur Beschäftigung der arbeitslosen Arbeiter , ist in der Minorität geblieben, (Heiterkeit und Hört! hört! Zuruf links.) Ja, der Berit ist überschrieben: „Versammlung der Arbeitöslosen", und da babe ih mir gedacht, es bandelte sich um die Beseitigung eines Nothbstandes. Irre ih darin, dann geben mir die Herren zu, daß diese Versamtn- lung von vorn herein lediglih einen politis<en Charakter gebabt hat, Nun, meine Herren, an anderen Orten is dieselbe Wahr- nehmung gema<t worden ; und aus der Thatsache, daß jeßt an vielen Orten soldhe Versammlungen Arbeitslofer abgehalten werden, werden Sie allein no< nicht zu dem Schluß genöthigt, daß die Arbeitslosigkeit cine außergewöhnliche Verbreitung gewonnen habe.

Ich bin weit entfernt davon, jeden Nothstand im Reich leugnen zu wollen; im Gegentheil, ih erkenne an, daß, wie wir in früherer Zeit {on Nothstandösperioden gehabt haben und sie fogar în der Negel in harten Wintern erleben, solhe au augenbli>lih vorliegen. Aber für die Regierungen und insbesondere für die Reichsregierung bleibt do immer die Frage: sind die Nothstände solWer Art, daß sie zu außerordentlihen Maßregeln nöthigen? Diese Frage verneine ih zur Zeit. Die Uebersichten über die Entwi>kelung unserer Industrie ergaben für das verflossene Jahr kein ungünstiges Resultat. In den wichtigsten Industrieartikeln Deutschlands ist in unserem Erport,