1893 / 35 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Theater und Mufik. Saal Be@w(fstein.

veranstaltet und in welchem

Der Violinvirtiuos Herr Henry Such; über desscn erstes | (Chormeister: A. Zander) und

Hervortreten bereits berihtet worden ist, gab gestern cinen Kammer- - musik-Abend, in welchem ge Hirschberg und Königlihe Kammermusiker Herr Lüdemann (Cello) mitwirkten.

mitwirken, bringt von Klaviercompositionen die Klavier-

(Klavier) und der | concerte in G-dur von Becthoven und G-mo11 von St. Saëns. Für den nächsten Volkêunterhaltungs-Abend am -Sonn-'| deurs des Garde-(Cürassier-Regiments Ober n Freihecrn von Not k.

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die Berliner « Liedertafel | Die Beerdigun das Philharmonishe Orchester | des Neuéèn Kir

Leobf<üt, 8. Februar. Die Beife

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spielen. Das Programm des Conccrts, welches der Pianist Fr ip Tode wurde _ der Verstorbene dur die Verleihung des Kreuzes dex Masbach am 11. d. M,, Abends 8 Uhr, in der Sing-Akademie | Ritter des Königlichen Haus-Ordens von DO Na ausgezeihnet.

findet morgen Nachmittag 2 Uhr von der Kapelle®

hofs aus statt.

qus des bisherigen Conmnan-

ie genannten Künstler begannen mit Schubert's Trio (B-dur), das | tag in der Sing-Akademie haben die Concertsängerin Fräulein | kfir< und Panthen fand heute Vormittag in St. B riren bei

fic mit fehr verständnißvoller Auffassung und großer Präcision in der

ufammenwirkung vortrugen; ein gleiches iedergabe des am Schluß des Abends (G-dur) ‘von Beethoven. Solovorträge. Der Concertgeber, an dem nur Bogenstrie ih mitunter bemerkbar machen, kannte „Ciaconna“ von Bach

Cellist dur< den schr warm empfundenen Vortrag

Zwischen beiden Werken erschienen

und den „Teufelstriller* von Tartini unter großem Beifall. Gleiche Anerkennung erwarben sich auch der Pianist dur einige Stücke+ aus Schumann's „Carneval“ und der

gespielten Trios hilharmonishe Concert am

spielte die be- _ 1 und Beethoven's Erofca-Symphonie.

Sb Paghelli und der Kulenkampfff"s{e Frauendzor (Dir. Gust. l

Lob verdient die |} Kulcnkampff) ihre Mitwirkung zugesagt.” Für das nähste mit dem Nacht- Montag hat General-Director | Offiziercorps des evi aus München, der Dirigent dieses Concerts, mit Rücksicht auf die zu scharfe | den Todestag Wagners folgendes Programm festgeseßt : Parsifal- Vorspiel, Siegfried-FIdyll, Trauermarf< aus der „Götterdämmerung“

Trawnig statt.

_ Zum Besten des unter dem Protectorat „Ihrer Majestät der | zwölf Unteroffizieren desfelben Regiments, dem der Kaiserin stehenden «Deutschen Fra uenvercins für Kranken- zweier Solosäße | pflege in den Colonien“ veranstaltet Mittwoch, den 15. Februar,

angehört hatte,

von Boccherini. Gegen die Länge der Zeitdauer solher Musikabende | Abends 72 Uhr, in der St. Mathäikirche Frau Anna Goldbach | corys, danu

„sind Bedenken nit unbegründet.

Am Sonnabend findet im Königlichen O

Allerhöchsten Befehl Théâtre paré statt. (Anfang 74 Uhr.) Zur | zum Preise von 2, 1,50 und 1 /6 zu haben î führe D | mit den Damen Herzog | des Vereins Fräulein Müseler, Lüßowstraße 84 a, in der Musikalten- Frau handlung von Stern und Ollendorf, Potódamerstraße 27b, in der Buchhandlung von Fr. Grunert, Markgrafenstraße 59, und beim Küster

Darstellung gelangt „Die Negimeautstochter“

und Lammert, den Herren Krolop, Philipp, Lieban und Krasa. Kahle vom Königlichen Schauspielhause giebt die Herzogin von

Nipawerda.

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In dem am Sonnabend im Königlichen Schausfpielha use ¿um ersten Male zur Aufführung gelangenden Drama „Vasan- tasecna“, na< einer Dichtung des altindischen

drala frei b>rbeitet von Emil Pohl, Jebung der Hauptrollen die folgende :

pernhause auf | Solokräfte des Vereins ein Kirchen

der St. Matthäikirche.

Königs Su-

Matkowsky, Maitreja Herr Vollmer, Sanmsthanaka Herr Arndt, | K önigin das Nathhaus, welches

Arika Herr Purschian, Vasantasena Frau von HDochenburger, Manda- [ i nifa Fräulein Lindner, Bettelmön<h Herr Klein, Oberrichter Herr dem Ober-Bürgermeister Zell Hartmann und | Comités drs Kaiserin Augusta-Denk Näume des Nathhauses geleitet. Das Kaiserliche Paar nahm die von er cine Wieder- | sieben Künstlern im Festsaale ausgestellten Modelle für das

Kahle, Matura Herr Vischer, ein Spieler Herr Randanika Fräulein Bergmann.

“Am Sonnabend findet im Berliner Theat belung von Lindau’'s ‘Schauspiel „Der Komödiant“

statt mit Agnes | Kaiserin Augusta - Denkmal in Augenschein und besichtigte \o- Sorma, Ludwig Barnay und Ernst Formes in den Hauptrollen. Am | dann den aroßen Festsaal, den Stadtvexorducten - Sißzungs-

Sonntag Nachmittag geht -, Hamlet" in Scene mit Ludwig Barnay saal, die Bibliothekräume, den

Königin und Ludwig Stahl als König; für Sonntag Abend sind Magistrats-Sitzungssaal, in welchem

Freytag’'s „Journalisten“ angeseßt. Die für heute

tauften Villets werden an der Kasse des Theaters zurü>kgenommen. „Der Fall Clémenceau“ von Alexandre Dumas wird am nächsten 3

zur Aufführung | Stunde etwa verließen die Majestäten unter dem Ausdru> der Be-

zum ersten Mal | friedigung über das Gesehene das Rathhaus.

die Jfa und Georg Molenar den Constantin Niß spielen, während Es

.+ die Rolle der Gräfin Dobronowska an Séeraphine Dets{hy über-

Dienstag zum ersten. Mal im Wallner-Theater gelangen. Jenny Groß wird bei dieser Gelegenheit

gegangen ist. Der Vorverkauf für diese Vorstellung

mittagsfasse des Theaters bereits begonnen.

unk morgen ver- | Herrscher seit dem Großen Kurfürsten bis Kaiser Wilhelm 1. befinden, | bevor l ) zeb 11 ever der sagte Seine Majestät die Verleihung des Gemäldes Allerhö<hstseines Sntzündung einer Rafkete entstandenen Feuersbrunst ist ein hiesiger s f Weinhändler ermittelt und verhaftet worden.

Baters, des Kaisers Friedrich 111.

hat an der Vor- | Versammlung hat das Königliche

Die Operettenfängerin Ilka von Palmay wird im April im von den öffentlihen Prüfunge

Friedrih-Wilhelmstädtishen Theater in auftreten.

Friy Blumer wird in seinem zweiten Concert (Klavicrabend ( unter anderem | der Rittmeister a. D. Gustav K iedebus<h, der si< bis in sein

hohes Lebensalter einer O drorbenttidn Rüft

Paderewsfi 2c. | erfreute, nah \{<weren Leiden sanft entschlafen. Noch kurz vor seinem

im Saal Bechstein am Sonnabend 71 Uhr)

Becthoven’s Sonate op. 53, Liszt's Ungarische Rhapsodie Nr. X111 sowie Werke von Schubert, Chopin, Rubinsftein,

cinem Gastspiel | nehmen.

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t vom 9. Februar, orgens.

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Stationen. Wind. Wetter.

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Mullaghmore' 753 |WSW 5 Regen Aberdeen .… | 749 |SSW 3 bede>t Ghristianfsund | 741 |OSO 4‘bede>t Kopenhagen. | 751 |NNW 1 bede>t Stocholm . | 752 |O 2 bede>t Haparanda . | 753 | still/hciter |—3 t Petersburg| 752 |NW l wolkenlos |—: ESork, Queens- | | Ton}. 761 [W 4 Regen | Cherbourg . | 764 |W 3\bededt | It 708! 1W 4 wolfig | S... 03. NW 2hheiter | Damburg .. | 754 |NW 3 (bede>t | |

winemünde | 749 |NW 3¡Nebel1) Meufahrwasser| 747 [NNW l Schnee Memel 747 _|NO 1 ¡Nebel 76 |SSW 2bede>t .. | 758 |WSW 2lbede>t Karlöruhe. . | 763 |\SW 4lhalb bed.1)) Wiesbaden . | 761 |SW 2hbede>ts) | München .. | 761 \NW 6wolkig Chemniß .. | 755 |[W 7|Schnee 5) Berlin... | 750 |WNW 4 Regens) Me via S 00 31bede>t reslau... | 751 |WSW 4\bede>t Me De, [608 3 [wolkig | Ua...) 1707 |NW 3lheiter | U. 1 708 | still|Negen 5

1) Abends, Nachts Negen, früh Schnee. 2) Gestern Regen. #*) Gestern Negen. #) Nachts Schnee. *) Nebel. 6) Seit Nachmittags Negen, früh Schnee.

Vebersiht der Witterung.

Während das Minimum, welches gestern bei Wisby lag, ostwärts vers<hwunden ift, hat sich die gestern über der Nordsee lagernde Theildepression mit langsam abnehmendér Intensität, ostwärts nah der ostpreußishen Küste fortgepflanzt. Ein neues Minimum is nördli<h von Schottland erschienen, welches ostwärts fortzuschreiten sheint. In Deutsch- land ist bei an der Küste meist <wachen, im Vinnen- landc theilweise starken, vorwiegend westlichen und N Winden das Wetter mild und trübe, fast überall ist Regen oder Schnee gefallen. Fn Finland hat der Frost erhébli<h zu enommen, da- gegen ist es in eworden. S Pei fowie in Süt-

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rußland wärmer geworden. St, Petersburg meldet 33, Haparanda 37, Archangelsk 35 Grad unter Null. Deutsche Seewarte.

R NECAMZ R A Q S ATSR E T: R ETR E INRED (E PAE N R DAL G A BEA Theater - Anzeigen,

Königliche Schauspiele. Freitag: Opernhaus. 35. Vorstellung. Die Hexe. Oper in 3 Acten von August Enna. Text nah Arthur Fitger's Drama „Die Hexe“, überseßt von A D Borch. In a vom Ober - Regisseur Teßlaff. irigent : Kapell- meister Dr. Mu>. Slavische Brautwerbung. Tanzbild von Emil Graeb. Musik componirt und

«arrangirt von P. Hertel. (Mit Einlagen on X.

Duahms) Dirigent : Musikdirector Hertel. Anfang * T,

Sonnabend. Opernhaus. 36, Vorstellung. Auf

des Negiments. Komische Oper in 2 Acten von

St. Georges. Dirigent- Musikdirector Wegener. Anfang 77 Uhr.

Freipläße is Allerhöchst verfügt worden.

Das Abonnement für den L. Rang wird deshalb aufgehoben und den Abonnenten der Betrag für die 36. Vorstellung gegen Rückgabe der betreffenden Villets angerehnet. Die Abonnements für Parquet,

geehrte Publikum wird ersucht, im Gefellschafts- anzuge zu erscheinen.

Schauspielhaus. 49. Borstellung. “BUM 1, Mal! Vasautasena., Drama in Aufzügen von Emil | f Pohl, mit sreicr Benußung der Dichtung des alt- Ober-Negisseur Max Grube. Anfang 7 Ukr.

Sonntag: Opernhaus. Cavalleria rusti- cana. Der Barbier von Sevilla. Montag: Gedächtnißfeier für Richard Wagner.

Sonntag: Schauspielhaus. Vasantaseua. 4

Die Villet-Inhaber werden ersucht, vor dem Be- treten des Zuschauerraumes den Coupon vom Billet

Vorstellung als Legitimation aufzubewahren.

liche Tage. Anfang 7 Uhr. Sonnabend: Der Talisman. Sonntag: Der Talisman. Montag : Zwei glückliche Tage.

Vorstellung, Wilhelm Tell. Anfang 7 Uhr.

Sorma, Anna Haverland, Ludwig Barnay, Ludwig

Stahl.) Abends 7¿ Uhr: Die Journalisten. Lessing-Thedater.

fang 74 Uhr. Sonnabend: Heimath. Sonntag: Eiue Palastrevolution.

Wallner- Theater. Freitag: Die Grofßftadt-

luft. Anfang 7F Uhr. Sonnabend: Die große Glocke, Sonntag: Der Probepfeil.

Chausseestraße 25.

Operette in 3 Acten von Oscar Walther, Musik von Max Gabriel. In Scene geseßt vom Regisseur | ©

Anfang 7 Uhr. Sonnabend: Der Garde-Husar.

unter gütiger Mitwirkung des Oofcelliften Heinrih Grünfe ld, des / 1a Orgelspielers Dr. H, Neimann sowie des Frauenhors und mehrerer | Regiments. In

Mannigfaltiges. L dle Be- Seine Majestät der Kaisex besuchte heute, Vormittags Karudatta Herr | 10x Uhr, in Begleitung Ihrer Majestät der Kaiserin und

hatte_und in clektrishem Lichte ecstrahlte. Die Majestäten wurden von U: l ite j e und dem Dr. Stry> als Vorsitzenden des | Restaurant auf dem Neumarkt Nr. 7 Feuer ausgebrochen, dem,

soweit bis jeßt festgestellt werden konnte, fes Personen zum Opfer

Nach einer Mittheilung des Magistrats an dic Stadtverordneten-

Directoren der höheren Lehranstalten der Stadt Berlin ermächtigt, n zu Vstern d. I. Abstand zu

Potsdam, 9. Februar. Im 95. Lebensjahre ist gestern früh

II. und 1117. Rang behalten ihre Gültigkeit. Das | Freitag : 1 : j jzaug vegalten Ihre Gültig 6, | die Welt in achtzig Tagen. Großes Aus-

stattungsstü> mit Ballet in 9 Acten (15 Bildern) von A. d’Ennery und Jules Verne. Ballet arran-

indischen Königs Sudraka. Fn Scene gesetzt vom Welt in achtzig Tagen.

e : D) ödiant. rciter. Inscenirt durch den O oa 21 Uhr: Hamlet. (Agnes | Gundlah. (Sensationeller Erfolg.) Anfang 74 Uhr.

Freitag: Zum 6. Male: Der Garde-Husar. | -

wurde der Sarg nach dem Leichens Den Leichenzug eröffnete die E

folgte der mit Blunen übershüttete Sara, hierauf in* zwanzig Schlitten die Offiziere des Garde-Cürassier-

Die „Leobsch. Z.*“ berichtet darüber: Die Leiche war Schnellzuge von Berlin, begleitet von dem ganzen Garde-Cürassier-Negiments und dem Oberst-Lieutenant und Commandeur des Husaren-Regiments Graf Goeßen (2. Schlesische) Nr. 6 von Ziegler und Klipphausen, auf Bahnhof Twardawa um 9,30 Übr eingetroffen. Hier hátte die 3. Escadron des usaren-Regiments Graf Goeßen mit dem Trompetercorps in Parade Lo genommen. Von

nts{lafene frifher

yenshlitten getragen. brencécadron mit dem Trombpeter-

Zrawnig hatte sich das gesammte Offiziercorps des

- Concert, zu wel<hem Billets Hujaren-Negiments Graf Goeten in Paradeuniform eingefunden, um

aus dieser Veranlassung geflaggt

mals empfangen und durch die l

sind bei der Schriftführerin | ihrem chemaligen Kameradei die leßte Ehre zu erweisen fn St. Brixen trugen wiederum Unteroffiziere ‘den Sarg unter den Klängen cines Chorals an das Grab. Nachdem Pastor Struhl auc Ober-Glogau die (

gleitet von den üblichen drei Ghrensalven, langsam in die Gruft ge- senkt. Seine Majestät der Kaiser hatte cinen prachtvollen Kranz am Grabe niederlegen lassen, ebenso Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, die Prinzen Heinrich und Friedrih Leopold von Preußen u. a. m.

Gedächtnißrede gehalten hatte, wurde der Sarg, be-

Le1PItg; 9, Februar. Der „General-Anzeiger für Leipzig und Uingebung“ meldet: Heute Nacht 12 Uhr ist in dem S äfer-\<en

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gefallen sind, darunter vier junge Männer, während ehrere anderc-

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Personen zum theil sehr schwere Verleßungen davongetragen haben. Das Local ist eng und lang und hat einen s{<malen Hausflur. Das ¿cuer verbreitete sih mit so großer Geschwindigkeit über das ganze Local,

Magistrats - Sitzungssaal und | daß cine große Panik entstand. In dem engen Hausflur hatten sich dic

sich die Bildnisse aller preußischen

zu. Nach Verlauf von einer

Provinzial-Schulcollegium die

in der Titelrolle, Agnes Sorma als Ophelia, Anna Haverland als | die ‘in der Vorhalle befindlichen Wandgemälde. Für den | Gäste beim Vínausgehen fo eng zusammengedrängt und der Qualm des Feuers hatte si< fo rasch verbreitet, daf sechs Perfonen ersti>ten,

bevor ihnen Hilfe gebraht werden fonnte.

Als Urheber der durch

Nom, 8. Februar. In Campolieto (District Campobasso) find laut Meldung des ,W. T. B.“ beute Bormittag mebrere s{le<t gebaute Häuser eingestürzt. Soweit bis jeßt bekannt, sind drei ¿ebn Perfonen dabei umgekommen und vierzehn Personen verleßt.

„Kopenhagen, 8. Februar. Der Cisbrecher, welcher heute früh von Nyborg mit Post und Reisenden abfubr, sitzt, wie „D. B, DZ

a melket, südlih von Korför no< im Ets fest.

igkeit und Geistesfrische

Residenz-Theater. Direction : Sigmund Lauten-

o : : burg. Freitag: Gläubiger. Tragikomödie in

Schauspielhaus. 41. BVorstellung. _ Douna | 1 Act vou August Strindberg. Regie: Hans Meery. Diana. Lustspiel in 5 Aufzügen, nach dem Spanischen Hierauf: Zum 50. Male: Familie Vout- des Don Augustin Moreto, von West. Fn Scene Biquet, Shwank in 3 Acten von Alexandre Bifson.

Se

gefeßt vom Ober-Regisseur Max Grube. Anfang Deutsch von Marx Schönau. Jn Scene geseßt von # Ubr. Sigmund Lautenburg. Anfang 7 Uhr. '

Sonnabend: Gläubiger. Hierauf: Fantiilie

Allerhöchsten Befehl: Théütre paré. Die Tochter | Pont-Biquet.

In Vorbereitung : Das Geständuiß (L’axeu).

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G. Donzzetti. Tert nah dem Französischen des | Drama in 1 Act von Sarah Bernhardt.

Äroll's Theater. Freitag: 4. Ensemble-

Neber die Fremden- und Orchester - Logen, sowie | Gastspiel der französishen Operngesellshaft. Zum den 1, Rang U der Dienst- und leßten Male: Mireille. Anfang 74 Ubr.

Sonnabend : Geschlossen. Sonntag: Die Favoritin.

Victoria-Theater. Belle - Alliancestraße 7/8. Mit neuer Ausstattung: Die Reise um

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girt rom Balletmeister C. Severini. Musik von Debillemont und C. A. Raida. Anfang 74 Uhr.

Sonnabend u. folgende Tage: Die Reise um die

Ueucs Theater (am Schiffbauerdamm 4/5). Freitag: Varouin Ruth. Schauspiel in Acten von Nobert Misch. Anfang 73 U Sonnabend: Zum 1, Male: Tosca. Schauspiel

in 4 Acten von Victorien Sardou. (Frl. Barkany trennen zu lassen. Derselbe ist bis zum Schluß der | als Gast.)

‘Freitag :

Theater Unter den Linden.

r S Zum 27. Male: Lachende Erben. Overectte in Deuisches Theater. Freitag: Zwei glüct- | 2 Acten von Horst: 8 Stein. Musik von Carl Weinberger. Inscenirt dur den artist. Leiter Ed. Binder. Dirigent: Kapellmeister A. Ferron. Die militär. Evolutioyen im 3. Act arrangirt von L. Gundlach. Vollständig neue Ausstattung an Deco- J rationen und Kostümen. Hierauf: Die Sirenen- Berliner Theater. Freitag: 24. Abonnements- Iuscl. Ballet in 1 Act von H, Regel. Musik von N. Mader. Der Morcogr. Theil von Jos. Haß-

Zalletmeister Herrn L.

Adolph Ernst-Theater. Freitag: Zum

V 48, Male: Moderncs Babylon. Gesangsposse in Freitag: Heimath. An- 3 Actcn von Ed. Facobson und W. M Couplets theilweise von G. Görß. Musik von G. Steffens. Fn Scene gescßt von Adolph Ernft. Anfang 7# Uhr.

annfstädt.

Sonnabend; Dieselbe Vorstellung.

Thomas-Theater. Alte Zakobstraße Nr. 30.

Freitag: Gesammt - Cte des Wiener En-

lomble E Naa des lrertors Fron

s s , i g rafelli. estroy - Cyclus. olfs

Friedrich - Wilhelmfslödtisthes Theater. | Preise, Zum 4. Male: Dex bösc Geist Lumpaci vagabundus, oder: Das liederliche Kleeblatt.

irectors da e ume

auberposse mit Selang in 3 Aufzügen von Johann testroy. Musik von Adolf Müller. Negie : Franz

Müller. Dirigent: Victor Holländer. Anfang Epstein. Dirigent: Herr Kapellmeister Federmann, 74 Uhr.

Sonnabend: Dieselb: Vorstellung.

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(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Urania, Anstalt für volkéthümliche Naturkunde, Am Landes - Ausstellungs - Park (Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 12—11 Uhr.

(T oncerte.

Concert-Haus, Leipzigerstraße 48. Freitag : Karl Meyder-Concert. Anfang 7 Uhr.

Ouv. „Der Freishüß" von Weber. „Tannhäuser“ von Wagner. „Nübezahl“ von Flotow. Phantasic aus „Das Nachtlager in' Granada*® von Kreutzer. „Immer oder Nimmer“, Walzer von Waldteufel, Largo von Händel.

Dienstag, 14. Februar (Fastnacht):

Letztes Familien-Vall-Fest.

Billets à 3 s im Bureau des Hauses.

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Circus Renz (Carlftraße.) Freitag, Abends 74 Vhr: Auf vielseitiges Verlangen: 2. Wieder- holung der Gala-Fest - Vorsteliung auläfßlich des Geburtstages Seine! Majestät des Kaisers. Großer Feft- Auszug. 1) Neigen der Nitter und Edeldamen. 2) Militärishes Divertissement (Gegen- wart). Zum Schluß:

F Ein Künstlerfest. “Way

Große Ausstattungs - Pantomime vom Hofballet- meister A. Siems. Mit überraschenden Licht- und Wassereffecten und auf ‘das Glänzendste inscenirt vom Director Franz Nenz. Großer Blumencorso. Costume, Nequisiten, Wagen vollständig neu. Unter Mitwirkung des gesammten Personals. Ballet yon 100 Damen. Großes Brillant-Feuerwerk.

Sonnabend, Abtends 74 Uhr: Große Borstellung mit neuem Programm und Eiu Künstlerfest.

Sonntag: 2 große Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr (ein Kind frei): Die Touristen, Abends- 74 Uhr: Ein Künstlerfest.

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Johanna Sibeth mit Hrn. Lieut. Louis Paschen (Güstrow). Frl. Emma Wellen- berg mit Hrn. Negierungs-Assessor Frhrn. Friß von Massenbah (Marienwerder, Westpr.). Frl, Hedwig Bartels mit Hrn. Max von Vahl (Stralsund—Turow).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann Athos von Schauroth (Weimar). Orn. MNegierungs- Mee Ernst Frhrn. von der Nek (Düsseldorf). Hrn. Pastor Bêrger (Liebenwalde). Eine Tochter: Hrn, Lieut. Ernst Grafen ‘Fin> von Fin>enstein (Kö>te), Hrn. von Carnay (Ober- Steinkirh, Kreis Lauban). Verw... Fr. Land- gerihts-Iath Freifrau von Bothmer, geb. von Borcke (Greifswald). ;

Gestorben: Hrn. Professor Dorner Sohn Ludwig Ernst (Königéberg). Hr. Nittmeister a, V. Carl Graf von Bredow (Burg ried).

Hr. Pastor om. Friedri Korth (Kleyke, Prigniß).

Hr. Oberförster a. D. Hermann Lielhr (Ham-

minkel bei Wesel).

Nedacteur: Dr. H. Klee, Director. Berlin: - 4: 1d Verlag der Expedition (Scholz).

Dru> der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlaçs- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32,

Sechs Beilagen (cins{licßli< Börsen-Beilage).

—.

zum Deulschen Reichs-Anzeiger und K

M Dede

Deutscher Reichstag. 39. Sißgung vom Mittwoch, 8. Februar, 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung steht die Fortseßzung der Berathung des vom Abg. A >ermann eingebrachten Antrags, welcher aht Nummern umfaßt, von denen bereits fünf erledigt sind. Die noch ausstehenden Nummern lauten:

Den Reichskanzler zu ersuchen, dem Neichstag alsbald Gesetze vorzulegen, dur<h welche

2) den Confumvereinen die Abgabe von Waaren an Nicht- mitglieder s{le<thin und unter Strafandrohung verboten wird;

7) vorgeschrieben wird, ah aus der Bezeichnung jedes fauf- männischen oder gewerblichen Ge <hâfts das Geschle<t und der Name des Inhabers erkennbar sein muß;

8) daß Demjenigen eine Strafe angedroht wird, der nah erkannter Zahlungsunfähigkeit Geschäfte auf Credit macht, ohne den

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anderen Theil zuvor davon in Kenntniß geseßt zu haben.

Cy M „li ov ; . .

Jn Verbindung hiermit werden berathen die vom Centrum (Abgg. Rintelen, Gröber, Hi ße und Genossen) einge- brahten Geseßentwürfe wegen Abänderung der Konkurs- ordnung vom 11. Februar 1877 und wegen Abänderung des ne Über die Erwerbs- und Wirthschaftsgenossen- schaften.

Die Nummer 2 ist in der Berathung erledigt. Die Num- mern 7 und 8 werden zusammen berathen.

___ Neber den Beginn - der Verhandlung haben wir bereits in der Mittwoh-Nummer berihtet. Nach dem Abg. Nintelen erhält das Wort der

Abg. Freiherr von Stumm (Np.) hält es für bedenklich, daß der die Firma betreffende Antrag fo allgemein gefaßt ist; er ist hauptfächlich auf fleine Verhältnisse bere<hnet, während es ein Unding ist, eine vielleicht 100 Jahre alte Firma bei jedem Wechsel des Inhabers zu ändern ; auch für Actiengesellshaften paßt diese Be- stimmung nicht.

Abg. Dr. von Bar (dfr.): Unsere Konkursordnung ift juristis{ ein ganz vorzüglihes Werk und von Kennern der geschäftlichen Ver- hältnisse verfaßt. Es is in höchstem Grade bedenklich, angesichts dieses Umstandes fo tiefgreifende Aenderungen in die Konkurs- ordnung hineinzuseßen. Auch der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller wüns<ht eine Aenderung der Konkursordnung, aber nicht eine so tiefgehende. Die Einschränkung des richterlihen Er- messens dahin, daß ein Gläubigeraus\<uß in jedem Fall eingesetzt werden muß, ist praktis< gar nicht durchführbar. Wir müssen

nah dieser Richtung die Erfahrungen zu Nathe ziehen, die man in jüngster Zeit in anderen Ländern, namentlih in England gemacht hat. Die dortige Entwickelung geht ganz in entgegengesetzter Nichtung. Die Vermehrung der Konkurfe ist nicht gerade eine Folge der Geseßgebung über das Konkursverfahren, fondern eine Folge der größeren Ausdehnung des Verkehrs. Ueber die Beseitigung des weit- gehenden Vorrechts der Vermietler an den eingebrahten Sachen ließe sich reden. Wollen Sie die Konkursordnung ändern, so thun Sie es in der Nichtung, daß Konkursrichter solche Leute werden, welche ni<t bloß juristische, sondern auch geschäftlihe Erfahrungen haben. Die Wiederbefähigungserklärung bringt do< manche Miß- lichkeiten mit si<; wer einen dahin gehenden Antrag bei Gericht stellt, theilt dadurch gewissermaßen den Leuten seine Schande mit.

Abg. Schneider- Hamm (nl.): Wir sind durchaus gewillt und halten uns für verpflichtet, diesen Gesetzentwurf in einer Commission zu berathen und uns auf das Eingehendste an dieser Berathung zu betheiligen. Wir erkennen an, daß troß der tehnis{h-juristis< vor- trefflichen Durcharbeitung unserer Konkursordnung sih do<h im Laufe der Jahre Mißstände shwerwiegender Art ergeben haben, die gesetzliche Nemedur erheis{èn. Ob freili<h der vorliegende Gesetzentwurf in allen Punkten das Nichtige getroffen, ist eine Frage für sih. Wir stechen auf dem Standpunkt, das Publikum gegen jede leichtfertige und shwerwiegende NVebervortheilung zu hüten. Wir müssen mit der ganzen Schärfe des Gesetzes den betrügerischen und frivolen Konkurs treffen. Im einzelnen haben wir gegenüber diesem Gesehentwurf erhebliche Bedenken, namentlich wegen der Einschränkung des Zwaängsvergleihs. Dagegen sind wix damit einverstanden, daß der rückfällige konkurs- machende Kaufmann einer \{ärferen Strafe unterworfen wird. Die

Aufgabe der Konkursverwalter ist eine außerordentlich \hwierige. Es

sind jeßt meist Leute ohne kaufmännische Vorbildung, welche fich in geschäftlihen Dingen nur eine gewisse Noutine erworben babén, Vielleicht hören wir in der Commission Vorschläge, welche diese Ver- hältnisse bessern. Jh würde nichts dagegen haben, zu verhüten, daß ein Geschäftsinhaber fein Vermögen seiner Frau überträgt und als deren Procurist das Geschäft weiterführt; aber die Borschläge des Abg. Ackermann gehen hier viel zu weit.

Abg. Heine (Soc.): Die Anschauung, daß der größte Theil der tonkurémachenden Kaufleute an ihrem Konkurse felbst Schuld ist, ift [o fals<h wie mögli<h. Die klassishen Juristen mögen in ihren Büchern sehr gutes leisten, aber vom praktischen Leben haben fie gar feine Ahnung. Die Zahl der Konkurse ist allerdings sehr groß, aber eine ungeheure Masse von Geschäftsleuten geht, ohne Konkurs zu machen, in das Proletariat über. Oft reiht die Masse nicht aus, um dic Kosten des Konkurses zu de>en, und so wird der Mann einfa in das Proletariat abgeschleudert, Viele kleine Leute haben allerdings nit die nöthigen Kenntnisse zur Führung eines Ge- häfts; aber Sie sind daran s{uld, Ihre Schulen erziehen die Kinder, Wie man es nennt religiós, lehren, wie das Leben nah dem Tode aussieht und dergleichen, aber nihts von dem, was für das Leben nothwendig ist. Die hohe Zahl der Konkurse liegt an den \<ledten Verhältnissen und an dem Mangel der Schulbildung. Der Antrag des Abg. Rintelen ist so rigoros, daß er nicht an- genommen werden kann. Ein Zwangsvergleich foll unzulässig sein, œenn er den Gläubigern nit mindestens für ein Viertel ihrer Forderungen Befriedigung gewährt. Der Antragsteller scheint von dem Grundsaßz auszugehen, daß ein Zwangsvergleich nur ün Interesse des Schuldners stattfindet. Ein Vergleich i}t stets besser als ein Konkurs. Diese Bestimmung scheint nur zum Besten der Advocaten und Juristen gemacht zu sein, die von diefen Sachen leben. Ferner soll der Zwangsvergleich unzulässig sein, wenn der Gemeinschuldner sich (on früher einmal im Konkurs befunden hat. Das menschliche Leben ist lang. Wenn einer als junger Mann in den zwanziger Jahren einmal Konkurs gemacht hat und in seinem siebzigsten Atbre in dieselbe Lage kommt, dann soll fein Vergleich stattfinden können ! Ein in Konkurs befindliher Geschäftsmann soll ferner kein Geschäft daneben betreiben, ni<t von anderen für feinen Vortheil be- treiben Lassen dürfen. Was soll darunter verstanden werden ? Wovon

enn der Mann leben und warum dar er 110 ntt an dem Geschäft eines seiner Verwandten betheiligen? Soll er denn mit Gewalt Steine klopfen gehen? Ih stehe voll- ständig rathlos vor der*Frage, was mit dieser Bestimmung bezwe>t werden foll, Die Geseße müssen A Rücksicht nehmen auf die wirk- liche ge des kleinen Mannes und Handwerkers. Davon it in diesem ntrag aber ni<ts zu finden. Mit Ge ängniß soll bettraft werden, wer den Konkurs dur „leichtsinniges Creditgeben“ hervor- erufen hat. He Ausdruck ist einzig in seiner Art. Ein jedes Schuggeben h leihtsinnig, denn man kann niemals Pes ob der

uldner zahlungs ähig bleibt. Der „Ausdru> ist so imaginär

Erste Beilage

Berlin, Donnerstag den 9. Februar

und unfaßbar, daß i< um eine nähere Definition bitte; diese wird aber absolut unmöglih sein. Und wer sfoll ‘be- stimmen, ob das Creditgeben leihtsinnig gewesen ist? Doch die Leute, welche garnihts vom Geschäftsleben verstehen, die Juristen in ihrer Schreibstube. Mit Gefängniß soll ferner bestraft werden, wer den Konkurs durch Bürgschaftsübernahme oder Gefälligkeitsgiro herbeigeführt hat. Es ist doh<h aber ein Grundsaß des Christen- thums, daß man seinem Nächsten nah Kräften beisteht. Wer diesen christlichen Grundsaß ausführt, wird mit Gefängniß bestraft, wenn er dadurh< in Konkurs geräth. Warum halten Sie nicht hier die-<hristlihe Gesinnung hoh ? Der Konkurs soll au bestraft werden, wenn durh „leichtsinnige Eingehung von Schulden“ die Lage der Gläubiger verschlimmert worden ist. Dieser Ausdru> ist au eîn imaginärer Begriff. Wenn ein Geschäftsmann in der Voraussicht eines guten Jahres einen großen Posten eines Saifonartifkels vom Lieferanten übernimmt, derselbe aber dem Ge- \{<ma> des Publikums nicht entspriht und der Käufer mit einen Waaren sitzen bleibt, so soll das leihtsinniges Eingehen von Schulden sein! Der ganze Gesetzentwurf des Abg. Nintelen ist eine Verball- hornisirung unseres Konkursgeseßes, das {on complicirt genug ist. Kommt noch diese ns hinzu, so werden die Verwickelungen noch s{<wieriger sein als bisher. Diese rigorosen Bestimmungen werden kein Erfolg für das geschäftliche Leben sein. Jch beantrage, den Gefeßentwurf nicht erst ciner Commission zu überweisen, sondern pure abzulehnen. J

Damit schließt die Discussion. j

Nach den Schlußreden der Abgg. A>kermann (dcons.) und Gröber (Centr.) werden die Anträge einer Commission von 21 Mitgliedern überwiesen.

Es folgt nunmehr die Abstimmung über den Antrag Ackermann 2, betreffend die Consumvereine. Dieselbe ist auf Antrag des Abg. Nichter eine namentliche. Der Antrag wird mit 131 gegen 92 Stimmen angenommen. Der Antrag Gröber, welcher die betreffenden Strafvorschriften sofort in die Form eines Gesetzes gekleidet hat, wird demnächst in zweiter Berathung im Plenum berathen werden.

Es folgt die zweite Berathung des von dem Abg. Rintelen eingebrachten Geseßentwurfs wegen Abänderu ng des Strafgeseßbuchs für das Deutsche Reich.

Der einzige Artikel lautet:

Dem S 69 >des Stafgeseßbuhs für das Deutsche Reich wird folgender zweiter Absatz beigefügt :

„Die Verjährung ruht während der Zeit, in welcher auf Grund des Geseyes eine Strafverfolgung nicht begonnen oder nicht fort- geseßt werden kann. Das Fehlen des in den Strafgesezen selbst vorgeschriebenen Erfordernisses des Antrags auf Strafverfolgung oder der Ermächtigung zu derselben hindert niht den Beginn der Verjährun;z.“ G

Abg. Stadthagen (Soc.) wendet si<h wiederum gegen den Vor- {hlag des Abg. Rintelen. Eine Verjährung, wie sie hier verhütet werden solle, könne s{<hon auf Grund der bestehenden Gesetze ver- hindert werden. Nur durch Nachlässigkeit der richterlichen Behörden fonne eine Verjährung eintreten. Das Gesetz sei ein halbes; denn es treffe niht alle Fälle. Die Fassung des Gesetzes sei außerdem nicht zutreffend, weil „auf Grund des Gesetzes" nur bedeuten könne „auf Grund des Strafgeseßbuches“, aber nicht „auf Grund der Neichs verfassung“. Es würde endlih an der Zeit sein, die Streitfragen, A l an den Artikel 31 der Meichsverfassung geknüpft haben, flar zu ftellen.

Der Gesehentwurf wird darauf ohne weitere Debatte un- verändert angenommen.

Schluß 41/5 Uhr.

Kunst und Wissenschaft. Vom Kaiserlih Deutschen Archäologishen Jn-

stitut werden in diesem Frül jahre in Griechenlano wiederum zwei gemeinsame Reisen für M logen. andere Gelehrte und Künstler veranstaltet.

Die eine Reise ist in den Peloponnes gerichtet, dessen wichtigste Nuinenstätten aufgesucht und erklärt werden sollen, und endet in Olympia. Lu dieser haben sih bereits so viele Theilnehmer gemeldet, daß weitere Anmeldungen nicht an- genommen werden können.

Als Ziel der zweiten Reise sind mehrere griechishe Fnseln und einige am Meere gelegenen Ruinenstätte in Aussicht ge- nommen, namentlich sollen Aegina, Delos, Mykonos, Eubóa, Oropos, Marathon und Sunion besuht werden. Da zu dieser Reise ein besonderer Dampfer gemiethet wird, kann die Zahl der Theilnehmer eine ziemlich große sein, und Meldungen zur Theilnahme können daher no<h bei dem Ersten Secretar des athenishen Jnstituts, Herrn Professor Dörpfeld, Athen, Phidiassftr. 1, eingereiht werden. Die Reise soll in der Zeit vom [1, bis 16. März unternommen werden: die von jedem Theilnehmer zu tragenden Kosten sollen etwa 15 M, für den Tag betragen.

Kunstgeschihtlihe Gesellschaft. Sißung vom 3. Februar 1893.

Herr Dr. P. Jessen spra über den Stil Louis XV1. im französischen Kunstgewerbe. Für den Stil, der in der Zeit Louis’ XVI, in Frankreich herrschte und den die Franzosen nah eben diesem Könige benennen, fehlt wie der Redner ausführte ein deutsher Name. Der Stil Louis’ X V1. bedeutet eine MNeaction gegen den in der Zeit Louis! XV, Crbcbenten Geschma>, gegen das Nococo. Im Frankrei des XVII1. Jahrhunderts lösen 5 die Stilformen etwa nah 30 Jahren ab. Auf den fog. Négence-Stil Fett um 1720 das Nococo und bleibt bis 1750 in unbestrittener Herrschaft. In der Mitte des Jahrhunderts werden Stimmen laut, die vor dem unver- nünftigen ÜUebershwang des Louis X V.-Stils warnen und auf das Vorbild der Antike aufs neue hinweisen, Verschiedene Umstände unterstüßten diese klassizistishe Bewe ung. 1748 wurde Pompeji aufgede>t und dort reihe Muster antiker Decoration gefunden. Die Pompadour wandte der neuen Geschmacksrichtung ibr Interesse zu und s<hi>te französishe Architekten und Zeichner nah Ztalien, die hier Aufnahmen machten. Da im Anfang der fünfziger Jahre die Concurrenzentwürfe für ein Monument Louis? XV, erschienen, zeigte es sich, daß die meisten Architekten die Aufgabe in

inneigung zum Kla Gitmus gelöst hatten. Um 1760 kommt der Louis XVL-Stil entschieden. zum Durchbruch, 1770 und später unter der Gunst, die Marie-Antoinetté ihm zuwendet, teht er in voller Blüthe. Für die Kenntniß dieser Formenwelt, die sih an Möbeln, Uhren, Bronze- und Silbergeräth am reichsten entfaltet, sink die

öniglih Preußischen Staats-Anzeiger.

Publikationen der erfindenden Zeichner beinahe wichtiger als die aus- geführten Werke, besonders weil die ersteren uns ermöglichen, die Ent- bang der einzelnen -Schmuckformen annähernd zu datiren. Jean Charles Delafosse is ein besonders einflußreiher, tüchtiger Zeichner und Erfinder von Zierformen im Geschma> der Louis XVI.- Beit. Im bewußten, scharfen Gegensaß egen die üppige, spieleris< willkürlihe ‘Kunst des -Nococo tritt jeßt eine geradlinige,

der Construction der Möbel bestimmt geschieden, was im Louis XV.-Stil keineswegs als nothwendig empfunden wurde. Der Louis XV1.-Stil begnügt sich mit relativ wenigen, meist der Antike entlehnten Shmu>motiven, die ohne liebevolle Berücksichtigung des zu s{hmü>enden Gegenstandes und feiner praktishen Bestimmung angewendet werden in mannigfacher Abwandlung. Die in den se<ziger Zahren hervortretende Starrheit und Härte des Stils mildert 1h später. Der ornamentale Geshma>k der Nevolutionszeit und des Empire steht nit im Gegensatz zu dem Stil Louis XVL., bedeutet vielmehr ein Weiterschreiten in klassizistisher Nichtut|. Der Nedner legte eine große Anzahl von Photographien ausgeführter Arbeiten des Louis XV1.-Stils und von Reproductionen der Ornamentstiche jener Periode vor und analysirte die Formelemente. Am Schluß wies er auf die Bedeutung dieser Kunst als Vorbild für das moderne Kunst- handwerk hin, wobei er jedo vor sflavisher Nachahmung der für ganz andere Bedürfnisse geschaffenen Werke warnte.

__ Ein Vortrag des Herrn Dr. von Falke über „deuts<es Steinzeug“ folgte. Der Redner äußerte sh etwa, wie folgt: Ueber diefen wichtigen Zweig des Kunstgewerbes, über die in Deutsch- land seit dem 16. Jahrhundert hergestellten Gefäße aus steinhart gebranntem, undurhsichtigem, glafirtem Thon waren bis zum Fahre 1878 die Meinungen sehr unklar. In diesem Jahre erschien das Buch von Dornbuch, das besonders über den Töpfereibetrieb in Siegburg Aufklärung brachte. Kürzlich ist ein umfangreihes englisches Werk von Solon (The ancient Art Stoneware , 1892, 2 Vânde) herauêgekommen, das mit forgsamer Benutzung der vor- handenen, in Zeitschriften zerstreuten Literatur und mit umfassender Kenntniß der Monumente eine historische Darstellung des gesammten Betriebs der deutschen Steinzeugfabrikation bietet. Feder Fabrikation: ort, wie Nären, Siegburg, Freschen, Kreußen u. \. w., ist für sich behandelt. Der Verfasser beschäftigt sih eingehend mit der Streit- frage, ob dic auf Steinzeug häufig vorkommenden Signaturen auf die Töpfer zu beziehen seien, oder auf die „Formenschneider“, die Modelle für die gepreßten Neliefs der Thongefäße lieferten. Er entscheidet sich, wohl mit Recht, zu Gunsten der leßteren.”

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+4 Während die internationale Pastell- und Aquarell-Aus\tellung in Gurlitt’'s Kunstsalon einer Ausftellung moderner französischer Ge- mälde demnächst den Platz räumt, ist bei Amslker u. R uthardt in der Behrenstraße eine Ausftellung von Aqguarellen und Pastellen eröffnet worden, an der sich aussließli< Kün stlerinnen des In- und Auslandes betheiligt haben. * Die Gefammtleistung stellt ih als eine ungemein erfreuliche dar. Abgesehen davon, daß Pastell- und Wasserfarbenmalerei seit langer Zeit als das Lieblings- gebiet der weiblichen Künstlerschaft galten, documentirt ih in diefen Werken deren Anpassungsfähigkeit in hervorragender Weise. Das moderne Farbenempfinden bildet au< bei der Mehrzahl der bier ver- tretenen Künstlerinnen den Ausgangspunkt ihrer Studien. Die feine Nuancirung einzelner Farbenwerthe, wie sie gerade die Pastellmalerei begünstigt, gelingt sogar dem zarten Geschlecht nit selten besser, als unferen Malern. Das weibliche Auge ist offenbar feinfühliger, und in der liebevollen Durchführung halbvershleierter Stimmungen excellirten Dichterinnen und Malerinnen feit jeher. Eine fo aus- geglichene Leistung wie der Studienkopf eines blonden Mädchens von VDlga von Bosnanska würde dem gefeiertesten Maler nit zur Unehre gereihen. Der herzige Ausdru> der blauen Augen, die Wärme der Carnation, die Feinheit der Modellirung und das sichere Gefühl für Farbenwerthe vereinigen sich zu binreißender Wirkung. Bornehmheit des Geshma>ks spricht auh aus der Atelierstudie, die eine Frauengestalt in antikem Costüm darstellt. Mit Bedauern vermissen wir die Landsmännin der genialen Malerin Anna von Vilinska in diesem Kreise. Das Ausland ist überhaupt nur \{ va< vertreten ; freilih darf man in gewissem Sinne alle in Paris aus- gebildeten Damen als Vertreterinnen der französischen Nichtung be- trachten, und ihre Zahl ift niht klein. So Dora Hit, die eine lihtgrau gekleidete Frauengestalt in hbellster Umgebung durchaus ix pressionistish gehalten hat : mit energischer Sicherheit in der Zeichnung im Treffen der Töne weiß sie höchste Anmuth des Auêdru>s zu verbinde daß der beliebte Vorwurf, die Imbpressionisten bevorzugten [ließli Häßlichkeit und Herbheit, vor dieser Leistung verstur muß. Seiner Technik nah gehört das Bild allerdings nicht in diese Au stellung, da es in Temperafarben gemalt ist, deren Effecte t Geltung kommen. Ottilie W. No ederstein aus Fra hat ebenfalls in Paris studirt und verräth in dem festz charakterisirten Frauenkopf mit krausem Schwarzhaar ei lihe Energie, während das Porträt einer älteren Dame w geführt is. Unter “den Münchnerinnen zeichnet allen Ernestine Malk mit zwei coloristis< gewandten Interieurs und einem prächtigen, nur fkizzenhaft angelegten Kinder- kopf aus, der an Piglhein's beste Arbeiten erinnert. Auch Ne haufen ist wohl unter Piglhein's Einfluß ausgebildet; ihre e weiblichen Studienköpfe mit effectvoller Seitenbeleubtung t indeß etwas \<ärfere Accentuirung. Marie Lübbes un Noestel wissen durh die Auflösung der Local nebeneinandergestellte Schattirungen frische Farbenwir zielen, ihre runzlihen Bauern und Bäuerinnen philiströs und \{ablonenhaft, um lebhafter modern in der Farbe, aber \{wäGlih in de el stalten sind die Pastelle von Olga Weiß, die Ubde's Sp folgen Hein. Die geschäßte Porträtmalerin Helene S hätte für ihre Nococostudie die Tône zarter und durfichtiger wählen follen; auh* das liebens8würdige Kindervorträt „Troßköpfchen“ würde durch fklarere Färbung gewinnen. Berlin steht binter München în der Höhe der Durchschnittsleistung etwas zurück. Echt weibliches Empfinden athmet die Bangospielerin von Marie Nere R, welche auh no< ein anderes Damenbildui® ausgestellt hat. Wesentlich flotter und derber arbeiten A gnes Stamer und Helene West. hal-Lösser; leßtere legt in ihren hessischen Dorfstudien von ge= fulbeis und kräftigem Farbensinn \{önes Zeugniß ab. Als LaundsFaftg= malerinnen thun si neben der Altmeifterin Begas- Parmentier und ihrer Schwester Loewenbrü>-Parmentier befonders Helene Siete mit einem feinfühligen Strandbilde, Martha von Stu>krad mit einem Waldinterieur und die atc als Schriftstellerin geshäßte Marie von Bunfen mit einer gab studie und einer Themseansicht beevor. Das es aud an Still eben, Frucht- und Blumenstü>ken mt mangelt, bedarf bei einer Künftlertmnneu- ausstellung kaum der Erwähnung. Bemerkeuswerth bleibt iudeß der Umstand, daß das weibliche Talent anf diefe Gebiete dilettirender Kunstübung beute durchaus nicht mebr desräukt ift, vielmehr fich mit bestem Erfolg au dem Bilduiß- und Genrefache zuwendet. Daß das pessimistische Tendeuzdild in diesem Kreise im den Hinter= grund tritt, darüber wird kein Einsichtiger sich wundern oder Yagan.

magere, strenge Formenwelt. Last und Stütze werden in"

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