1893 / 41 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

In der Vorstellung der Oper „Dic Hexe“ am Sonnabend îm

Königlichen Opernhause sind die Damen Lamiret, L ränkel und Krasa beschäftigt.

Deppe, die Herren Nothmöhl, Sykva,

Darauf folgt das Tanzbild „Slavische Brautwerbung“.

Pierfon und

Am Sonn-

tag gelangt „Bastien und Bastiene“ mit Fräulein Weiß und den

erren Krolop und Philipp zur Aufführung. Darauf folgt die Oper

«Bajazzi mit Frau Dies und den Herren Sylva, Bulß, Philipp e

und Fränkel. Den

i luß bildet das Tanzbild „Die Satte éine Hoheit der Erbprinz und Ihre Königliche

oheit die

Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen besuhten gestern das Deutsche Theater und wohnten der Aufführung des Shwankes „Zwei glü-

liche Tage“ bis zum S(hluß bei. _ Morgen findet im Lef j Lustspiels „Eine

ing-Theater eine Wiederaufführung des Palast-Revolution“ von Nichard Skowronnek statt,

das jeßt auch für das Lobe-Theater in Breslau, sowie für das Deutsche

Volks-Theater in Wien erworben worden ist.

Das Friedrich-Wilhelmstädtishe Theater brin t /in nächster Zeit einen wechselnden Spielplan. Morgen gelangt Gabriel?s Operette „Der Garde-Husfar“ zur Aufführung, am Sonnabend und Sonntag ' geht Offenbah's Operette „Die s{chöne Helena“ in Scene, diesem Werke folgt dann in kommender Woche Dellinger's „Don Cesar“, der überhaupt zum ersten Mal im Friedrih-Wilhelmstädtischen

Theater aufgeführt wird.

„Jugend“ ein Liebeédrama in drei Acten von Max Halbe

ist von führung L mien worden. T. 2

irector Lautenburg für das Residenz-Theatex zur Auf-

A urmeister wird in seinem morgen Abend 8 Uhr in der Sing-Akademie stattfindenden Concert mit dem Philharmonischen Orchester zwei Klavier-Concerte, und zwar Beethoven?s Es-dur- und

Lifzt’'s A-dur-Concert zu Gehör bringen. außerdem des Concertgebers leßtem Saß als poetisher Vorwurf

Gemälde „Die Jagd nach dem Glück“

Das Programm bringt „Symphonishe Phantasie", Henneberg?s

deren bekanntes gedient hat.

Das Programm des Concerts, welhes Frau Evelyne Muschler- Solbrig mit den Schülerinnen ihrer Gesangs\hule am Sonntag, Abends 73 Uhr, * in der Sing - Akademie veranstaltet, bringt cine ganze Reihe von dramatischen und colotirten Arien der bervorragendsten

Opern, sowie Duett und Lieder-Compositionen.

Das dritte und leßte Concert des Geigenvirtuosen Waldemar Meyer mit Orchester uñter Direction des Hoffkapellmeisters Alois Schmitt findet morgen Abend 74 Uhr im Concerthause statt. Das interessante Programm enthält Schumann?s D-mo1l-Symphonie, Mendelsfohn's Violinconcert, Vieux-temy's Ballade und Polonaise, und für Gesang die Arie der Donna Anna aus Mozart’'s „Don Juan“ und Ungarische Nationallieder, gesungen von Frau Schmitt-

Czányi,

Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.)

isher Kla

senlotterie fielen in

Bei der gern fort eseßten Pes DeE 2: Klasse

188. Königlich preu der T ugung:

ewinn von 15000 A auf Nr. 55 373.

2 Gewinne von 5000 #4 auf Nr. 13 445. 1- Gewinn von 3000 #4 auf Nr. 39 883.

2 Gewinne von 1500 4. auf Nr. 129 361.

1 Gewinn von ‘500 #6 auf Nr. 136 187.

185 860. 178 000.

11 Gewinne von 300 #4 auf Nr. 1472. 5326. 34 879.

30 981. 37 392. 62 513. 75604. 102 463. 126 416.

165 624.

Wetterberidch 8 U

vom 16. Februar, Morgens.

Di Et et

Stationen. Wind. Wetter.

Mullaghmore | Aberdeen

SSW 3 bedeckt SSO 3|lbedeckt

Scene Anfang Sonnabend: Opernhaus. 43. Vorstellung. Die Secxe. n 3 Text nach Arthur Fitger's Drama überseßt von Mary von Borh. In Scene ge vom Ober - Regisseur Teßlaff. Dirigent: Kapell-

156 084,

In Scene geseßt vom Ober-Regissecur Max Grube.

Der cingebildete Kranke.

zügen von Jean Baptiste Molière, mit Benutung A

der Wolf Graf Baudisfin'shen Ueberseßung. Jn

gkt vom Ober-Regisseur Max Grube. Vi

Oper

Bei der heute beendeten Zichung der 188. Königlich preußischen Klassenlotterie fielen :

1 Gewinn von 10 900 M auf Nr. 55 124.

1 Gewinn von 3000 J auf Nr. 154 040.

1 Gewinn von 500 4 auf Nr, 121 408. :

14 Gewinne von 300 F auf Nr. 8533. 14 000. 25 289. 28100. 40697. 50 474. 56460. 72270: 99819. 102 693. 114 290. 132 154. 138738. 157 723.

Mannigfaltiges.

Wie die „N. A. Z.* erfährt, hat. Seine Majestät dex Kaiser in einem Schreiben dem Berliner Magistrat mitgetheilt, daß Allerhöcstderselbe ihm als Zeichen Seines Wohlwollens das leben8große Bildniß Seiner Majestät des hochseligen Kaisers und Königs Friedrich 111. als Geschenk verleihen wolle und den Ober- Hof- und Haus-Marschall Grafen Eulenburg beauftragt habe, wegen der Ausführung dieses Bildnisses das Erforderliche zu veranlassen.

Für das KaiserinAugusta-Denklmal ist, wie der.,N. A. Z.1 mitgetheilt wird, nunmehr mit Zustimmung Seiner Majestät des Kaisers der Plaß am Opernhause bestimmt worden. Wegen _des Denkmals i} beschlossen worden, dem Entwurf des Professors Schaper den ersten Preis zuzuerkennen und diesen Entwurf der Ausführung zu Grunde zu legen. Die Entwürfe werden noch bis Sonntag ausgestellt bleiben.

Der Componist Adalbert von Goldschmidt, dessen kürzlich veranstaltete Licderabende fo bedeutenden Erfolg hatten, wird am

2. Klaße der

Sonnabend, Abends 77 Uhr, im Saal Bechstein auf vielfahe An- -

regungen hin seine Dichtung „Gäa“ vorführen. Für die Inter- pretation des Werkes wurde Emanuel Neicher gewonnen.

Breslau, 15. Februar. Nah Meldung des „W? T. B.“ aus Niederschlesien ist der Eisgang sehr heftig, die große Fahrbrüde bei Priebus (Kreis Sagan) wurde fortgerissen. Viele Brücken sind beschädigt, der Frachtverkehr in den Kreisen Sagan und Rothenburg ist eingestellt. Im Gebiet der Gl aßer Neiße sind ganze Dörfer überschwemmt; in» Weltdorf (Kreis Neiße) drohen die stark mit- genommenen Häuser cinzustürzen. gestellt.

Hamburg, 15. Februar. Nach einer Meldung der „Hamb. Börsenh.* wird der Dampfer der Hamburg-Amerikanishen Patet- fahrt-Actiengesellshaft „Bohemia“ (vecgl. Nr. 40 d. Bl.) morgen nah vollständiger Ausbesserung mit ‘voller Ladung von New-York nach Europa abgehen.

Wien, 15. P E Der Wiener „Presse“ wird berichtet : Auf der Naxalpe hat am Sonntag ein Wiener Tourist, Georg Krüger, den Tod durch Erfrieren gefunden, während sein Be- gleiter, der sicbzehnjährige Richard Scheibe, noch rechtzeitig Hilfe er- bielt und, wenn auch in total erkältetem Zustande, jedo lebend ins Höllenthal gebraht werden konnte, wo er Pflege fand. Die beiden Touristen hatten am Sonnabend Nachmittag in Begleitung des Bankbeamten Urban Wien verlassen. Es gesellte sih zu ihnen noch der Beamte einer Maschinenfabrik, Namens Reidus. Sonn- tag Morgens traten sie von Kaiserbrunn aus den Auf- sticg an. Sie marschirten durch das große Höllenthal bis zum Gaisloh, welches sie nah etwa achtstündigem Marsche erreichten. Das anfangs günstige Wetter hatte sih mittlerweile geändert ; Urban und Neidus weigerten si, den Auffstieg fortzuseßen, und kehrten nah

Dec Schulunterricht wurde ein-

Wien zurück,. Nach der Erzählung des Richard Scheibe waren er, Geora Krüger, Urban und Reidus bei günstigem Wetter Sonntag, egen 1 Uhr Mittags beim Gaisloh angelangt und die vier Ber;- rider seten dann den Marsh noch zwei Stunden fort, ehe Urban und Reidus sich von den Collegen trennten, - um den Rückweg anzu- treten. Scheibe und Krüger wollten nun allein zur Phehofer-Alm, verfehlten jedoch infolge des Schneesturms, der sih erhoben hatte, die Richtung und gingen dreimal um die „Lechnerin“ herum, odaß sie zuleßt wieder am Ausgangspunkte waren. Es brach die Nacht herein und die zu Tode ermüdeten Touristen mußten si dazu entshließcn. eine Sch neegru be zu- bereiten, worin sie übernachten konnten. Beide wurden vom Schlafe übermannt und erwachten erst gegen 7 Uhr früh, mit steifen Händen und Füßen, von Kälte durchschüttert, in einem Zu- stande, der ihnen das Gehen unmöglih machte. Richard Scheibe cr- wärmte fich indessen durch starke Bewegungen und erholte sich langsain, Krüger aber war ershöpft und ciner Ohnmacht nahe. Da nabm Richard Scheibe seinen Freund auf die Arme und trug den Ent- kräfteten, der nun in Bewußtlosigkeit verfiel, etwa eine Viertelstunde, bis auch der Träger nicht mehr weiter konnte. Er wollte Krüzc- aufstellen, dieser aber sank zu Boden und erwachte nicht mebr. Nichard Scheibe, felbst ermattet und - vor MWüdigkeit zusammen- brehend, fuchte angsterfüllt nach einem Auêweg und schleppte sich mit dem Aufgebote der leßtèn Kraft fort, nachdem er vergebens fich um den Freund, den er zurücklassen mußte, bemüht hatte. Nach acht Stunden erreichte er das Reisthal, berichtete, was geschehen und sendete Leute an die Unglücksstelle. Mittlerweile hatte ein Professor aus Reichenau, welcher sih auf einer Raxpartie befand, den Todten im Schnee entdeckt. Die Leiche wurde dann zu Thal befördert und ist heute Naht nah Schwarzau gebracht worden.

Biel. Wie der „Bieler Anzeiger“ mittheilt,- ist die na dem Lahmeyer’ schen System ausgeführte elektrisde Anlage, welche die Wasserkräfte der Taubenlohs{hlucht zum Betriebe und zur Beleuchtung der Werkstätten der Jura-Simplon-Bahn in Biel ausnußt, Gnde Januar in Betrieb gekommen. Die Anlage erzeugt Drehstrom von 2000 Volt, welcher dur eine Freileitung von 3 km Länge zu den Werkstätten der Jura-Simplon- Bahn geführt und dort theils direct motorifch verwandt, theils für Beleuhtung in Gleich- strom von 110 Volt Spannung umgeformt wird. Die Turbinen der Anlage sind geliefert von der Firma J. F. Nieter u. Co. in Winterthur und die elektrishen Maschinen von der Firma W. Lah- meyer u. Co. in Frankfurt a. M. Zufolge der guten Wirkungs- weise der Anlage if ebenfalls der Anschluß der Beleuchtung8anlage des Bahnhofs Biel an die Wasserkraft bes{chlossen worden.

Brüssel, 14. Februar. Jn der Hennegauschen Stadt Wasmes im Bezirk Mons ist, wie der „Voss. Z.* mitgetheilt wird, unerwartct durch den Bruch eines Damms eine erschrecklihe Ueber \chwenm- mun g herbeigeführt worden. Die Stadt liegt zum theil an dem Ufer des Flüßchens Ri beaupont, das jeßt zu einea- reißenden Fluß anges{wollen war. Um die Wässer zu reinigen, hatte man einen Damm errichtet diht bei der Eisenbahnbrücke. Diese Brüe barst; die Wässer brachen durch den Damm und übte flutheten die an dem Ufer belegenen Stadttheile. Nur einen Tkeil ihrer Habe konnten die Bewohner noch retten ; alles floh; bald ftand das Wasser über einen Meter hoch in den Häusern ; Tische, Betten, Stühle, Hausgeräth und Waaren aller Art s{chwammen in den Fluthen und wurden fortgetrieben. Alle Wiesen stehen unter Waßer. Der angerihtete Schaden ift beträchtlich.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

4 e M E E I A ORR R O"; O o O G A G a

1 Sonnabend, 25. Februar : ustspiel in 3 Auf-

7 Uhr:

August Enna. „Die G:

est] Victoria-Theater. Freitag:

Acten ‘bon Sgra. Nevada.)

Die beiden Chamu- pignol. (Champignol malgré Iui.)

Kroll's' Theater. Freitag: Undine. Anfang Sonnabend: Erstes Gastspiel von Sgra. Emma

Nevada. Der Barbier von Sevilla. (Nosine:

Belle - Alliancestraße 7/8. Mit neuer Ausstattung:

Concert-Haus, Leipzigerstraße 48. Freitag, Abends 7} Uhr LIL. und lehßtes Populäres Concert mit Orchester von Waldemar Meyer. Dirigent: Hofkapell meister Alois Schmitt, Gesang: Frau Schmitt-Csanyi.

Saal Bechstein, Linkstraße 42. Freitag, An- fang 75 Uhr: LX. Concert der 11jährigen Geigerin Josephine Gerwing àus Köln a. Rh.

Die Reise um | (ircys Renz (Carlstraße.) Freitag, Abends

F

. F

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 41.

Deutscher Reichstag. 44. Sißung vom Mittwoch, 15. Februar, 1 Uhr.

Das Haus fährt in der Etatsberathung fort. Zur Debatte steht noch immer das Gehalt des Staatssecretärs des Jnnern.

Zunächst nimmt das Wort der Reichskanzler Graf von Caprivi. Die Rede, über welche wir in der Mittwoh-Nummer bereits kurz berichtet haben, hat folgenden Wortlaut:

Reichskanzler Graf von Caprivi:

In der gestrigen Sißung hat der Herr Abg. Graf von Kaniß Aeußerungen aus einer Rede von mir citirt, die ih am 10. Dezember 1891 hier gehalten habe, Aeußerungen, in denen ih mich bemühte, nachzuweisen, welchen Werth die Erhaltung der Industrie und des Exports für Deutschland habe. Der Herr Abg. Graf von Kanitz hat daran die Bemerkung geknüpft :

Der Herr Reichskanzler hat damals Handel und Industrie als die eigentlichen Träger des Wohlstandes und, wenn ih dies weiter ausdehnen darf, auh der nationalen Wehrkraft hingestellt. Ich glaube es hier aussprehen zu dürfen, daß wohl nichts dazu bei- getragen hat, eine gewisse, der Regierung entgegengesetzte Stimmung in der ländlichen Bevölkerung hervorzurufen, als diese Worte des Herrn Reichskanzlers.

Wenn diese meine Worte eine soweit gehende Wirkung gehabt haben, fo bleibt es mir zunächst unerfindlih, warum der Herr Graf Kaniß nicht das gethan hat, was so nahe lag, um si über die Trag- weite meiner Wortê und meiner Absicht eine sichere Meinung zu ver- schaffen: warum er niht meine Reden weiter gelesen hat. Jn der Sißung vom 10. Dezember es wird den Herren erinnerlih sein entspann sih dann eine Debatte über die Industrie. Ich hatte eine Aeußerung Friedrichs des Großen verlesen über die Industrie als Nähr- mutter oder Nähramme, und ih habe in der darauf folgenden Sitzung

am 12. Dezember wörtlich gesagt :

Es ist wiederholt davon gesprochen, däß ih in meinen Aeußerungen der Industrie eine bevorzugte Stellung vor der Land- wirthschaft eingeräumt hätte. Jch muß gestehen, daß mich diese Behauptung in Erstaunen seßt. Jch weiß in der That nicht, wenn ih nochmals eine Rede zu halten hätte, wie ih es anfangen sollte, um mich in einer wohlwollenderen Weise für die Landwirthschaft zu äußern, um mehr zu betonen, als ih gethan habe, daß ich deren Dasein für die Eristenz des Staats für unumgänglich nöthig halte.

Es mag mir nun exlaubt sein, aus der Sitzung am 10. Dezember

die Stelle vorzulesen, in der ih von der Landwirthschaft gesprochen habe. Jch glaube damit am sichersten den Beweis zu führen, daß mir nchts ferner gelegen hat, als eine die Landwirthschaft verlezende Aeußerung zu thun, die eine Folgë haben könnte, wie die gewesen sein soll, die Herr Graf Kaniß hier citirt hat. Ich habe am 10. gesagt :

Ich schlage uñd ih glaube, das kann kein Staatsmann, auh in keinem Staat den Werth der Landwirthschaft nit gering an. Ich habe mich {hon öfter darüber ausgesprochen, daß es nothwendig ist, die staatserhaltenden Kräfte zu stärken und zu vermehren ; und ohne irgend einem Stande zu nahe treten zu wollen,

Berlin, Donnerstag, den 16. Februar

haben, damit das geschehen ist, was Fe Landwirthschaft etwa von Seiten der verbündeten Regierungen erwarten konnte. Daß wir dafür keinen Dank ernten würden, das habe ich vorhergesehen. (Heiterkeit links.)

Es war in der Sizung am 12. Dezember die Rede ‘davon, daß die Zollvereinigung mit anderen Staaten die Bevölkerung dieser Staaten. uns nicht günstig immen würde. Jh habe damals geäußert, daß ih nit fürchtete, diese Stimmung würde im Auslande \{ädlich werden. Ic habe vielmehr gesagt: daß hier und da durch Verträge Verbitterung entsteht, glaube ih; ih glaube aber nit, daß diese Verbitterung sih gegen die Staaten richten würde, mit denen wir das Bündniß abgeschlossen haben. Sie wird gewohnheits- mäßig und bequemer den ihr auh licberen Weg gegen die eigene Negierung wählen. Diese Vorausfeßung is} denn nun in reichlichem Maße eingetreten. Die Regierung muß das tragen; aber ih möchte

« dem, was der Herr Staatssecretär des Auswärtigen Amts neulich hier

dem Grafen Kaniß entgegnet hat, doch noch hinzufügen, wie unbillig es mir scheint, wenn man die verbündeten Regierungen für die Noth- stände in der Landwirthschaft, die auh ih anerkenne, verantwortlich macht. (Sehr richtig! links.)

Wenn man jeßt die Berichte über agrarishe Versammlungen liest, so bekommt man leiht den Eindruck und ih habe die Be- sorgniß, der Eindruck wird sich im Lande verbreiten —, wie wenn die niedrigen Preise, unter denen die Landwirthschaft zur Beit noch labo- rirt, lTediglih das Nesultat der Herabseßung der Kornzölle wären. Nun ist es ja richtig: unsere Kornpreise sind jeßt zum theil um 100-4 niedriger, als sie vorm Jahre waren; sie sind nicht etwa niedriger, als der Durchschnitt einer längeren Reihe von Jahren vorher gewesen ist. Dabei ziehe ih aber voll in Betracht, daß inzwischen die Lasten der Landwirthschaft nah mehr wie einer Richtung größer geworden sind; aber immer bleibt bestehen, daß, wenn der Kornpreis jeßt um 100 4 niedriger ist, als er vorm Jahre war, daß darauf eine Zollerniedrigung von 15 M eben nur einen Einfluß von 15 46, gehabt haben kann und niht von 100. * Und auch diesen von 15 4 wird sie nicht gehabt haben; denn es ist doch nachgerade ein anerkanntes und unbestrittenes Axiom, daß die Wirkung der Zölle in der Zeit guter Ernten geringer wird, daß also von diesen 15 X nur cin verhältnißmäßig geringer Theil zur Anrechnung auf das Sinken der Preise kommen ftann.

Es wird ja nun eine Menge anderer Dinge angeführt, unter denen die Landwirthschaft leide. Ich will das auch alles nicht bestreiten. Es mag der Unterstüßungswohnsiß, es mag das Frei- zügigkeit8geseß datauf einwirken, daß der Landwirthschaft das Leben s{chwerer wird wie früher; aber ih stimme darin mit dem Herrn Abg. Grafen Behr, dessen gestrige Rede ih nachgelesen habe, überein: so einfach, wie man sich das in agrarischen Kreisen vorstellt, liegt die Sache doch nicht, so {nell is eine Abhilfe niht mögli. Sie können das Unterstüßungéwohnsitzgeseß ändern wir werden Ihnen ja einen Aenderungsvorshlag vor- legen —, aber ih kann mich der Hoffnung nit hingebea, daß das von einer so einschneidenden Wirkung werden wird, und Herr Graf Kaniyz selbst hat diese Hoffnung niht gehabt. Wenn die Landwirth- schaft leidet, so ift das die Folge mehr universeller Verhältnisse, die auch dur die deutsche Geseßgebung niht aus der Welt zu {hafen

1893.

Klagen nicht zu Anklagen gegen die Regierung zu gestalten, wenn nit wirklih zwingende Gründe vorliegen. (Bravo! links.)

Ueber die Nede des Abg. Grafen von Kaniß, der darauf das Wort hatte, haben wir gleichfalls shon berihtet. Nach dem Abg. Grafen von Kanig exhält das Wort der H

Abg. Dr. Buhl (nl.): Ich" habe seiner Zeit #mih auch ent- {ließen müssen, für die Handelsverträge zu immen, bin aber noch beute der Meinung, daß im einzelnen eine ganze Reihe von Fehlern gemacht worden sind. Beiläufig halte ih es nicht für gut, wenn der führende Staat zu schr in Fragen eingreift, welche der Reichs- competenz unterliegen. Während der Verhandlungen sollte die Re- gierung die Verbindung mit den mirthshaftlihen Factoren des Neihs nicht verlieren. Gegen einen L eidoer s mit Nußland fann ich mich aus politishen Gründen nicht a [ehnend verhalten ; ich halte außerdem dafür, daß die Erstreckung der Meist- begüastigungsclausel für Getreide auf Rußland für den Westen Deutsch- lands keine oder nur untergeordnete Bedeutung hat. Die gestrigen Ausführungen des Abg. Dr. Barth gegen den Großgrundbesiß kann ich nicht unterschreiben, ebenso wenig wie seine Angriffe auf die L seit 1879, die er als eine reine Gunstpolitik bezeichnete. Jh muß auch zurücweisen, daß die Getreidezölle für den kleinen Grundbesiß und für den Bauernstand keine Bedeutung hätten. Ich habe schon früher das Gegentheil « nahgewiesen. (Ruf links: N Nein, die Zahl der Besißer - ist viel größer, und mit ihnen hängt der größte Theil der Bevölkerung des platten Landes eng zusammen! Gerade die Getreidezölle ermöglichen es, daß die landwirthschaft- lihe Bevölkerung auf dem flachen Lande bleiben kann und nicht in die Städte gedrängt wird, wo sie auf die Löhne drücken muß. Die Herabseßung des Zolles von 5 4 auf 3,50 4 ist keine so große, daß der ermäßigte Zoll der Landwirthschaft das Lebên erschwert; er ist aus- reichend, und darum habe ich für ihn gestimmt. Auch ih bin dem Reichskanzler dankbar dafür, daß er sih so bestimmt für die Aufrecht- erhaltung der Zölle auf zwölf Jahre ausgesprochen hat. Die englischen Verhältnisse sind mit den unsrigen abfolut niht zu vergleichen. Außerdem ist die Bewegung für landwirthschaftlihe Schutzölle dort im Wachsen. Die Landwirthschaft zu zerrütten, würde ih für einen. Fehler halten. Der Zug der ländlichen Arbeiter in die Städte ist etne vérhängnißvolle Erscheinung. Nicht bloß die Lohnverhältnifse, sondern auch die Vergnügungen, welche die Städte bieten, wirken bet dieser Verschiebung mit. Zu dem Versuch einer Abänderung sind wir umfomehr berechtigt, weil für eine große Menge der nah der Stadt Gegangenen das Glück nur ein sehr furzes ist. Eine Statistik der Arbeitslosen würde das zweifellos ergeben. Die Arbeiter auf dem Lande zu halten, ist in vieler Beziehung eine Wohlthat für die Arbeiter felMt. Andererseits darf an der Freizügigkeit nichts geändert werden. Es wird also zu prüfen sein, wie am Unterstüßungswohnsiß- geseß geändert werden kann. Die Hauptsache ist, daß von den Besitzern selber entsprehende Maßregeln getroffen würden, die den Arbeitern das Bleiben auf dem Lande erwünscht machten, vor allem, daß den leßteren die Möglichkeit gegeben würde, Grundbesiß zu erwerben.

Abg. Dr. Baumbach (dfr.): Es ist gestern gewissermaßen im Namen des Oftens wiederholt davon die Rede gewesen, daß man dort sih zu dem AbschHluß eines russishen Handelsvertrages nicht günstig stelle. Im preußishen Abgeordnetenhaus hat man ja diese Be- strebungen und Strömungen zu einem Mißtrauensvotum gegen die Negierung verdichtet. An der Spiße der Verwaltung eines Haupt- haitdelsplaßes des Ostens stehend, muß ih diese Anfchauung als etne ganz einseitige erflären; eine große Anzahl von Großgrundbesißzern lehnt cs ab, sich gegen einen Handelsvertrag mit Rußland zu ereifern. Aber nicht bloß Danz, fondern alle westpreußishen Städte haben auf dem leßten westpreußishen Städtetag in Thorn sich einmüthig dafür ausgesprochen, die guten Beziehungen mit Rußland in Zukunft zu erhalten und zu verbessern, und sehen also dem Zustandekommen eines Vertrages mit Rußland mit Freuden entgegen. Selbst der Abg. von Kardorff hat es ja als den Ruin des Ostens bezeichnet, wenn der Handelsvertrag nicht zu stande kommt, während seine agrarischen

Christiansund SSW 1hheiter Kopenhagen . D) 1 Nebel Stockholm . | 768 |NO 2 bedeckt aranda . | still|bedeckt t Petersburg N 1|Schnee Moskau . NW 1\wolkenlos |—20

Tork, Queens- E W 3 wolkig Cherbourg . | 7 S 4 Regen lder... | 757 |SSO 1wolkenlos E e% OSO 3 Dunsk mburg OSO 3 'bedeckt winemünde SO 2 Nebel Neufahrwafser till|Nebel Memel .…. W 3 Nebel

Bes E 3 wolkenlos ünster ..

2 heiter Karlsruhe . 1 heiter Wiesbaden . 2 heiter München 4 wolkenlos Chemniß 2 heiter!) Belliñ. W

meister Dr. Muck. Slavische Brautwerbung. Tanzbild von Emil Graeb. Musik componirt und arrangirt von P. Hertel. (Mit Einlagen von J. e Dirigent: Musikdirector Hertel. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 49. Vorstellung. Vasfantasena. Drama in 5 Aufzügen von Emil Pohl, mit freiec Benutzung der Dichtung des altindishens Königs Sudraka. In Scenc geseßt vom Ober-Regisseur Max Grube. Anfang 7 Uhr.

Deutsches Theater. Freitag: Zwei glückt- liche Tage. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Der Talisman.

Sountag: Der Talisman.

Montag: Der Talisman.

bin ich der Meinung, es liegt in den Bedingungen des Daseins der Landwirthschaft ein starkes Moment, das unter allen Umständen den Landwirth mag er einer politischen Partei angehören, welher er will —,; zu einem s\taatserhaltenden Menschen macht. Vollends, wenn der Grund und Boden durch Generationen in denselben Händen bleibt, erwächst eine Liebe zur Heimath, wie sie kein anderer Stand hat, und die die erste und sicherste Quelle des Patriotismus ist, wie ihn der Staat in ernsten Zeiten braucht.

«Ich habe dann gesprochen von dem Einfluß auf das Familien-

leben au in Arbeiterkreisen und habe endlich gesagt :

Das höchste und leßte Motiv aber für die Erhaltung der Landwirthschaft ist ein durhaus und exclusiy staatliches. F bin der Ueberzeugung, daß wir eines Körnerbaues, der zur Noth hin- reiht, felbst die steigende Bevölkerung, wenn auch unter Be- shränkungen, im Kriegsfall zu ernähren, gar nit entbehren können.

Ich meine, der legte Saß beweist, daß der Zusaß, den Herr Graf Kaniyz aus seinem Eigenen zu meinen Aeußerungen gemacht hat, und der dahin ging, daß ih auch der nationalen Wehrkraft dabei die rihtige Würdigung nicht hätte zukommen lassen, daß der hinfällig ift.

Ich habe auch den Vorwurf, den Herr Graf Kaniß mir macht, mich der Landwirthschaft niht hinreichend angenommen zu haben, nah meiner Ueberzeugung thatsählich nicht verdient.

Als im Winter 1891 viel übêr Nothstand geklagt wurde, war es, glaube ih, der Abg. Graf Kaniß im preußischen Landtag, der die Neigung hatte, dahin zu wirken, daß die Kornzölle provisorisch ganz aufgegeben werden follten. (Sehr richtig! links.) Daß das damals niht geschehen ist, ist niht zum geringsten Theil meiner persönlichen Einwirkung zuzuschreiben, und i{ch glaube, mir O ein

: i bn: gewisses Verdienst um die Landwirthshaft erworben zu

L Biebahe (Berlin, Eine Tochter: Hrn. haben. Denn ich bin noch heute der Meinung, daß, wenù Oberlehrer W. Zopf (Breslau). Hru. Licuk. die Zölle damals auch nur zunähst temporär herabgeseßt

i R ebahe «i E E thin S E a0 e, N Le anderen T itaa: i 3 E L ; egenheit Nachahmung hätte finden können; und e ja ganz be-

Operette in 3 Acten von Oscar Walther. Musik i: E Std A Du A (Del. f Tabttt D. Friß kannt, daß eine Gefahr hoher agrarisher Zölle gerade darin liegt, daß

e n a M OLOE gesell, va Meter ( : Ai Sue L e O sie in fi Zeiten, in Zeiten des Nothstandes, leiht ganz weg-

die Welt in achtzig Tagen. Großes Aus- stattungsftück mit Ballet in 5 Acten (15 Bildern) von A. d’Ennery und Jules Verne. Ballet arran- irt vom Balletmeister C. Severini. Musik von ebillemont und C. A. Raida. Anfang 7# Uhr. Sonnabend u. folgende Tage: Die Neise um die Welt in achtzig Tagen.

Neues Theater (am Schiffbauerdamm 4/5). Freitag: Zum 7. Male: Tosca. Schauspiel in 4 Acten von Victorien Sardou. (Frl. Barkany als Gast.) Anfang 74 Uhr.

Sonnabend: Tosca.

Sonntag: Tosca.

Theater Unter den Linden. Freitag:

| Freitag: 25. Abo s, | Zum 34. Male: Lachende Erben. Operctte in Berliner Theater. Dea, M Pnnements 3 _Acten von Horst und Stein. Musik von Carl

P ung Neu einstudirt: König Lear. Anfang Weinberger. Inscenirt durth den grtis Leiter @d. Son ; inder. Dirigent: Kapellmeister A. Ferron. Die SUN o A an M Journalisten, | Vilitär. Evolutionen im 3. Act arrangirt von L.

Nbends 7E Übr ; Dée Keraibbitiect 9 * | Gundlah. Vollständig neue Ausstattung an Deco-

"Die nädste ‘Aufführung von „Uriel Acosfta- | kationen und Kostlmen. Hierauf: Zum 59. Male:

findet am Montag statt 7 Die Sirenen-Jnsel. Ballet in 1 Act von H,

D s Regel. Musik von R. Mader. Der choreogr. Theil

N : von Jos. Haßreiter. Inscenirt durch den Ballet- E E. Sit Eine Palast- | meister e T Gundläh (Sénsationeller Erfolg.) revolution. Anfang r.

Anfang 7ck Uhr. Sonnabend: Heimath. Sonnabend: Diefelbe Vorstellung. Sonntag: Heimath. L A

f: Adolph Ernst-Theater. Freitag: Zum Wallner-Theater. Freitag: ‘Der Probe- | 55. Male: Modernes Babylonu. Gesan tele in pfeil. Anfang. 73 Uhr. / 3 Acten von Ed. Jacobson und W. annftädt. Sonnabend: Der Fall Clémenceau. Couplets theilweise ‘von G. Görß. Musik von Sonntag: Der Fall Clémenceau. G. Steffens. In Scene geseßt von Adolph Ernst.

Anfang 7F Uhr. n m Friedrich - Wilhelmstädtisches Theater, | Zonnabend: Dieselbe Vorstellung, Chausseestraße 25.

Freitag: Zum 13. Male: Der Garde-Husar Thomas-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30.

Parteigenofsen, so der Abg. Graf von Mirbach, das Gegentheil behauptén. Wir haben hiernach alle Ursache, für diese Herstellung freundschaft- licher Handelsbeziehungen mit Rußland zu wirken. In Nußland glaubt man vielfah nicht an Angriffsabsihten der russischen Ne- gierungskreife gegen Deutschland, sondern umgekehrt glaubt man daran, daß im Deutschen Reih irgendwo starke Interessen für ein aggressives Vorgehen gegen Nußland vorhanden seien. Herr von Below-Saleske hat neuerdings behauptet, daß an diesemHandelsvertrage nur 30 bis 40 Groß- handelsfirmen ein Interesse hätten. Diese Auffaffung ist irrthümlich. In Westpreußen gab es eine gute Mittelernte; der Preis für Roggen ist fo niedrig wie nie zuvor. Der unverzollte russische Roggen stand auf ‘101, westpreußischer Roggen auf 120 an der vorgestrigen Danziger Börse. Fracht und Spesen sind bei denk russischen Roggen bereits berechnet. Bei diesem Preise läßt sich westpreußisches Getreide nit exportiren, gleihviel ob der Zoll auf 50 oder 35 J bemessen wird. Viel besser stände es mit dem Export, wenn der Identitats- nachweis aufgehoben würde. Bei dem leßten Ministerbefuld wurde uns diese Maßregel in Aussicht gestellt. Geschehen ift aber nichts. Ich möchte um eine Auskunft bitten, was in diefer Beziehung zu erwarten ist. Die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit des Abschlusses eines Handelspertrades is in Danzig eine allgemeine. Der Abg. Frei- geholfen werden kann, ohne in die Verhältnisse, wie sie si einmal ere 0 On! hat Us h bo es een Gzuinatne s s it z % L j Ÿ ? n 5E Ï L herausgebildet haben, in einer, ih möchte sagen : unmöglichen Weise ein- Eva fébleiden Stinumen ns i Ey “Wit been wn ‘ais greifen zu wollen. Wir haben es also mit Naturgeseßen, mit großen, | sag zu den Agrariern des preußischen A E das

sind. Wir müssen uns daran gewöhnen, mit diesen Verhältnissen zu rechnen, und werden auch eine kleine Hilfe für die Landwirth- schaft, wenn sie möglih wird, niht von der Hand weisen dürfen. Aber es läßt sih doch niht leugnen, daß unsere Landwirthschaft den Vortheil der Jsolirung, den sie noch vor vierzig bis fünfzig Jahren hatte, wo die Verhältnisse so lagen, daß die eigenen Ernten den eigenen Preis bestimmten, verloren hat ; daß die Verhältnisse fich durch die Verbesserung der Communicationen mit anderen Welttheilen fo geändert haben, daß wir jeßt eben einen Weltmarkt für Getreide haben, von dem wir bis zu einem gewissen Grad abhängig sind. Achnlich liegt es mit der, wie mir s{eint, \{werwiegend\ten Noth der Landwirthschaft in unserem Osten: mit dem Arbeiter- mangel. Der Zug der Menschen in die Städte und n«ch dem Westen folgt, wie es scheint, einem Naturgeseß, und demgegenüber wird mit kleinen Maßregeln nicht viel zu machen sein. Es is dies die \{chwerste Aufgabe, die nit allein den verbündeten Regierungen, fon- dern au dem Reichstag vorliegt, Mittel zu finden, wie dem ab-

77 Uhr: Auf allgemeincs Verlangen: 4, Wieder- holung der mit fo großem Beifall aufgenommenen Gala - Fest - Vorstellung voin 27. Januar. Großer Fest - Aufzug. 1) Neigen der Nitter und Edel- datnen. 2) Militärisches Divertissement (Gegenwart), ausgeführt vom gesammten Personal. Ferner: Vorführung von 6 englishen Springpferden dur Director Franz Renz. Mr. James Fillis mit dein Schulpferde „Germinal“. Grande Quadrille de la haute équitation, geritten von § Damen und 6 Herrèn mit 12 der besten Schulpferde, arrangirt vom Director Franz Nenz. Zum Schluß der Vor-

stellung: E” Ein Künstlerfest. g Große Ausstattungs - Pantomime vom Hofballet- meister A. Siems. Mit überraschenden Licht- und Wassereffecten und auf das Glänzendste inscenirt vorn Director Franz Renz. Costume, Reguisiten, Wagen vollständig neu. Unter Mitwirkung des gce- sammten Personals. Ballet von 100 Damen. Großartigex, in solcher Pracht noch niemals gefehener Blumencorso. Großes Brillant-Feuerwerk, in gleicher Vollkommenheit noch nie in geshlossenein Naum auëgeführt. 1 / Sonnabend, Abends 7} Uhr: Große Vorstellung mit neuem Programm und Ein Künstlerfest.

E O A T T L A Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Ida von Frankenberg und Proschlip mit Hrn. Prem.-Lieut. von Seidliy (Berlin— Groß-Lichterfelde). Frl. Margarethe Herzog mit Hrn. Branddirector Adolph Dittmann (Breslau—Bremen). Î ux

Hrn. Oberst Rudolf

2 wolkig?) E 1\wolfenlos Bréslau... | 766 | 1/halb bed. Fle d'Aix .. | 7566 W 5 Regen Ea 24 1708 n 3 halb bed. De. 00 till|Nebel

1) Nebel, Reif. 2) Nachmittags Regen. Uebersicht der Witterung.

Ein barometrisches Minimum ist westlich von Schottland erschienen und {eint nordwärts fort- zushreiten ; das Hochdruckgebiet, über Südost-Europa hat sih weiter nördwärts bis nah Lappland hin ausgebreitet. Bei {wachen meist füdöftlichen Winden ist in Deutschland das Wetter mild, an der Küste neblig, im Binnenlande vielfah heiter ohne nennenswerthe Niedershläge; die Temperatur liegt bis zu 5 Grad über dem Mittelwerth und bis zu S Grad über dem Gefrierpunkt. Ueber den Britischen Inseln und Umgebung is überall Negen gefallen.

a I OPROLIMRNNIOD U e m fa On

Redacteur+ Dr. H. Klee, Director. Berlin: —————" Vexlag der Expedition (Scholz).

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlaç8 Anstalt, Berlin Wr, Wilhelmstraße Nr. 32.

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Concerte.

Sing-Akademie. Freitag, Anfang 8 Vbhr: E di Concert des Klaviervirtuosen George Magrath j Sieben Beilagen | mit dem Philharmonischen Orchester. (i (einschließlih Bêrsén-Beikäge).

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weiten Verhältnissen zu thun, die sih unserer eigenen Einwirkung zum Vertrauen zu der Regierung, daß sie es an si nicht großen Theil entziehen. Jh möchte deshalb" bitten, mit Klagen gegen | fehlen lassen wird. Wir werden es bezüglich der Unterstügung die Regierung bah vorsistiger zu sein. Lrhrlri ielt ollen sat Eten Lt D Felt ge E Wenn der Abg. Graf Kaniß am Schlusse seiner Rede sagt: Solche Vorwürfe follte man doch bloß me landwirthschaftlichen „Jch verlange kein Benefiz und kein Privilegium für die Land- Vereinen thun, nit aber im Deutschen Reichstag. Wir wollen wirthschaft, ih habe niemals eine Bevorzugung für einen einzelnen | nur verhindern, daß Landwirthschaft oder gar Aen eine Erwerbszeig des Landes gefordert“ dominirende Stellung im Lande einnehmén. Es muthet feltsam an, ; Á C j R wenn bei einer Debatte über Differenzialzölle von dem gleichen Recht so glaube ih das dem Abg. Kaniß ohne weiteres. Jch bin überzeugt für alle geredet wird; in diefer Beziehun sind ja wir es gerade, die davon, daß er so denkt. Wenn er dann aber fortfährt: das gleihe Recht wollen. Der Zug nah dem Westen hat Ost- und „Ich verlange nur gleiches Maß und Recht“, Betten teien ; Aren hat Que De drana, 1 so bekommt man doch den Eindruck, wie wenn wir in einem halb | F l EIAM “e Hur etne Zunahme, welche hinter dem barbarischen Staat lebten. Das i} aber nicht der Fall. Meines Dar Vin R Ha E ge g E E Wissens bekommt in Deutschland noch jedermann sein Recht, und | dem YAgriculturstaat in den Industriestaat sich im Osten noh nicht ti meines Wissens hat das Bestreben bei den verbündeten Regierungen Gute E Ja idal hai gar feinen uad J : j iaent : d j Graselli. Nestroy - Cyclus. Einen Jux will | Hassenstein (Trempen). Hr. Rittmeister a. L- immer vorgelegen, au gleiches Maß zu geben. ( reifen oder ihn gar du nstliche Maß- S ESSCA N E E T E N A G E A S E E E S An 7 c dd Herr Kapellmeister Federmann, er gus Me en. oe mit ied in N, pon Sintins Frhr von Münchhausen (Meran), P gewisht werden, Giebt man aber einmal erst ein foldhes Exempel Wenn ih die Kornzölle ins Auge fasse, so gehe ich von der An- des Unterfiliyängswobsidlesehes f Les leber G ARE Theater - Anzeigen. Sonnabend: Die schöne Helena. B A, jesette d Mita, | Stege neler Nichard Jeglinsky (Hayna1 und folgen ein oder zwei Nothstandsjahre auf einander, dann hatte ih |-siht aus, daß sie an sih eine shwere Last für das Land sind (fehr | es mit dèm reizügigteitage eß, und wir möchten gern erfahren, ? j dai 2 : L damals son die Besorgniß, daß es mit den Zöllen überhaupt vorbei | richtig! links), und daß „ih habe das auch s{chon vor einem | ob bei den egierungen die Aida besteht, au dieses Geseg Königliche Schauspiele. Freitag: Opern- Residenz-Theater. Direction : Sigmund Lauten- Urania, Anstalt für volksthümliche Naturkunde. sein würde. Ih glaube nicht, daß ih mih überhebe, wenn ih | Jahre bereits geäußert man nit Ret thut, von Opfern der diese Frage: Jn Sag hat E di a der R Oen R ldbes “vi 42. Dag, Varmen Opér e, M A burg, Freitag: F Vorleßte D grad Am Lndes - Ausftellungs - Park (Lehrter Bahnhof). behaupte, ih habe damals der Landwirthschaft einen Dienst geleistet ; Landwirthschaft zu reden, sondern rihtiger von Opfern, die für die Vorgehen ausgesprochen. Ernst gemeinte Vorschläge auf Abänderung ; Halévy, nach einer Novelle des Proger Mérimée. L E von Muauit Ste Bode N Meery. Geöffnet von 12—11 Uhr. i ih glaube, das noch ein zweites Mal gethan zu haben. Als zpir mite] Landwirthschaft gebraht werden. (Sehr richtig! links.) J halte | in dieser Hut sind mit Rücksicht auf den socialen Frieden sehr be» nz von Emil Graeb. n Scene geseßt vom | Hierauf: e 57. Male: amilie Pont- | Oesterreich verhandelten, lagen ja sehr starke Motive vor, die es uns | es für ret, daß diese Opfer gebracht werden. Die Landwirthschaft rats Die Conservativen sollten : ; Ober-Bégisseur Teglaff, irigent: Kapellmeister | Biquet. Shwank in 3 Acten von Alexandre Bisson. nahe legten, mit den Zöllen noch etwas weiter, vielleiht noch um | muß erhalten werden, aber ih ollte meinen, die Landwirthschaft würde prä Un Ie es iadeit Dr. My . Anfang 7 Uhr. ( . | Deutsch von ar Schönau. Jn Scene geseht von 90 S herunter zu gehen. Auch dagegen habe ih gewirkt, und ich | dann gut thun, sih auch etwas in ihren Klagen zu beshränken; und | li{hünas- e e Paßfrei revi Wars t 4 s Bg Mae griehräen Si nur, Vau inbider Gleiaut Ms milie Pont- glaube, daß, wenn wir die jeßigen Zölle auf zwölf Jahre stabilisirt | an die conservativen Landwirthe würde ih die Bitte haben, diese 4 hlicßlih um ein neues Ausn olière, In deutschen Versen von Ludwig Fulda. Viquet.