1893 / 42 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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so fehr Nü>sicht zu nehmen. Diese parlamentaris<he Gepflogenbeit ist au< in England längst außer Uebung gekommen. Wenn der Abg. Meyer-Berlin sich in diefe parlamentarische Tugendtoga hüllt, so hat er vergessen, daß die freisinnige Agitation gegen die Getreidezölle zur Zeit der Verhandlungen mit Oesterreich in diese Toza ein großes Loch gerissen hat, fodaß man die Wadenstrümpfe dudur< sicht. Wer durch einen Handelsvertrag geschädigt ist, der klagt laut; wer aber Vortheile hat, der s{<weigt still. Deshalb wird man über die Wirkungen eines folchen Vertrages niemals authentische Auskunft erlangen können. Daß Acten im Handels3-Ministerium in grauer Fülle vorhanden find, ist wohl anzunehmen; allein damit ist no< niht die Sicherheit ge- geben, daß alle Interessenten genügend befragt sind. Es - fehlt auch unseren Beamten die nöthige Vorbildung ; sie sind immer aus den Kreisen der Juristen, die vom Leben nichts verstehen. Industrie und Land- wirthschaft müssen immer Hand in Hand gehen; wir wollen nicht die Klagen der Landwirthschaft mit dem Schlagwort Agrarier be- éitigen, aber wir wollen die Ursache der Klagen untersuhen. Die andwirthschaft hat {hon \{le<tere Zeiten gehabt. Gute und \{le<te Zeiten we<hselu ab, wie bei der Industrie. Die Wanderung der Arbeiter vom Osten nah dem Westen macht der Industrie im Westen auch kein Vergnügen. Denn das Mehrangebot von Arbeitern fördert nur die Aufheßung der Massen. Die Regierung als die größte Unter- nehmerin könnte hier belfen. Das Sparsamkeits\ystem des Finanz- Ministers führt zur Einschränkung der Betriebe, die nah nes Zeit einem s{windelhaften Aufs<hwung Plaß macht, wodurch die Ar- beiter wieder angelo>t werden. Wenn die Landwirthschaft über die Lasten der socialpolitishen Geseßgebung klagt, so können wir hoffen, daß man endlich den herrschenden Humanitätsdusel aufgeben und si mit den bestehenden Einrichtungen begnügen lassen wird. Der Staat kann nicht für jeden Einzeluen sorgen. Deshalb is au das Muster- institut in Saarbrücken nach dem ersten Anlauf fehlgeshlagen. Die Entwerthung des Silbers ift bedauerli<h, aber man wird diese Natur- erscheinung, die durch eine übermäßige Production gegenüber einem geringen Consum hervorgerufen ift, nicht ändern, au<h wenn der bg. Arendt immer nah Brüssel reist, und seine Anträge von der Münzconferenz angeyommen werden. Die Prophezeiungen des Abg. Arendt, ves der Silberpreis steigen werde, haben si<h als fals< erwiesen. ie Landwirthe follten den Bimetallismus nicht zum Gegen- stand der Agitation machen. Wenn der Abg. Arendt Finanz-Minister würde, so würde er bei den ersten Schritten der Ausführung seiner Theorien Antibimetallist werden. Der Zoll von 3,50 A it doch im Verhältniß zum Preise hoh genug; ein höherer Zoll könnte bei steigendem Preise dem Ansturm des Volkes gegenüber auf die Dauer nit aufre<t erhalten werden. Alle Industrien und auch die Landwirthschaft haben ein erhebliches Interesse an Handelsverträgen ; aber wir brauchen uns nicht wegzuwerfen. Deutschland ist stark genug, um abwarten zu können, dh die anderen Staaten an uns heran- kommen. In diesem Sinne möchte ih die Verhandlungen mit Nuß- land geführt wissen. l i n, Abg. Broemel (dfr.): Daß Deutschland s< an Rußland fortwirft, ist ni<ht zu befürhten ; das erste Anerbieten zu folchen Verhandlungen is von Rußland ausgegangen. Berechtigt ist das Haus, mit solchen Reichssachen sih zu beschäftigen; aber man muß vorsichtig sein. Wie kümmerlich steht das Haus da! Jm Neichstag legt der verantwortliche Beamte des Reichs die Grundlage der Handels- politik des Reichs dar und wir erfahren davon nur aus Zeitungs- berichten, auf die sih au< der Abg. Vopelius für seine Ausführungen zu Anfang der Sitzung berufen mußte. Welche Beweise hat denn der Abg. Vopelius für seine <weren Anschuldigungen? Wenn er sie niht beweist, dann verdienen sie die Kennzeichnung, die der Reichskanzler ihnen hat zu theil werden lassen. Das Haus sinkt ja zu einem Debattirclub herab, wenn es sich mit allen Fragen beschäf- tigen will, die hier angeregt werden, ohne daß es zu einem Ergebniß fommt. Warum stellt denn der Abg. von Kardorff keinen Antrag auf Einführung des Bimetallismus? Wir haben in die Verhandlungen mit Desterreih „niht eingegriffen dur einen An- griff. Der Reichskanzler, der damals no< Minister-Präsident war, tam aus eigener Initiative hier in das Haus, um gegenüber der Bewegung, die fi<h damals im Lande gegen die Getreidezölle be- merkbar machte, die Entschließungen der Negierung kundzugeben. Erst darauf hin haben wir den Antrag gestellt, die Regierung möge das Material für ihre Beschlüsse dem Hause vor- legen. Der heute vorliegende Antrag wird von jedem anders ge- deutet; die einen sehen ihn an als eine Waffe gegen den russi- hen Handelsvertrag, die anderen halien den Antrag für geeignet, den Vertrag zu fördern. Troßdem die Agrarier eine Ermäßigung der Getreidezölle Nußland gegenüber nicht wollen, hofft der Abg. von Eynern doch, daß die Landwirthschaft mit der Industrie Hand in Hand ehen werde! Das heißt eine Vogel-Strauß-Politik treiben. Wenn die Regierung Sachverständige hören soll, fo wollen wir auch die Vertreter des Handels befragt wissen; denn es stehen erheblihe Interessen des Handels auf dem Spiel, namentlich der Seehandel if zu einem großen Theil an dieser Frage betheiligt. Wenn die Königstreue der Land- wirthe gerühmt wird, so muß ih do bestreiten, daß sie an Königs- treue den Seehandel von Memel bis Emden übertreffen. Vie Händler verhelfen dem Getreideproducenten zu einem lohnenden Absatz: Getreideerzeugung und Seehandel hängen eng zusammen. Die Forderung des Seehandels hat eine große Bedeutung für die Flotte. Gegen einen Handelsvertrag mit Rußland sind nur ganz allgemeine Bedenken geltend gemacht wbrden. Wenn der Zollshuß auf die Tonne um 20 A ermäßigt wird, fo muß man bedenken, daß die größere Menge der Ernte do< au< Vortheile bringt. Am interessantesten ist die Methode der Agitation. Seitdem Herr Nupreht gesagt hat: klagen hilft niht mehr, wir müssen \hreien, seitdem wird hier möglichst laut geshrieen, und der Artikel der „Weser-Zeitung“, den der Abg. Arendt citirt hat, ist nur ein Widerhall diefes Schreiens. Man darf sih niht wuúñdern, wenn nun auch die anderen wirthscaft- lihen Gruppen fih zusammenshließen. j L D Abg. Graf zu Limburg-Stirum (cons.): Wenn wir eine untergeordnete Rolle spielen, wie stimmt es damit überein, daß alle unsere Worte im Reichstag beachtet werden, daß man darauf reagirt ? Die Sache liegt fo, daß unsere Verhandlungen hier ein sehr hweres Gegengewicht gegen Ihre (nach links deutend) Stellung im Reichstag bilden! Das if Ihnen unangenehm. Die agrarische Be- wegung ist hervorgebrochen_ mit einer Spontaneität, die uns selbst überrasht hat. Ihnen vom Freisinn muß nah und na<h Angst und Bange werden bei der Sache, und es wird Ihnen klar werden, welchen Fehler Sie begangen haben, daß Sie den richtigen Kern der Sache nicht erkannt haben. Die Landwirthe sprehen keinem anderen Stande die Königstreue ab, aber aus der Landwirthschaft find die Männer hervorgegangen, die dem Vaterlande ihr Blut geopfert haben. Die Stellung der Nationalliberalen uns gegenüber ist eine bessere geworden. Dec Abg. von Eynern hat ni<ht mehr von der vollständigen Abschaffung der Getreidezöle gesprohen. Aber der Abg. Enneccerus hat no< den Unterschied zwischen dem fleinen und großen Grundbesiß aufrehterhalten; i< bin von Herrn Lamprecht, einem kleinen Landwirth unserer Partei, beauf- trägt, zu érklären, daß die kleinen Landwirthe sih in ihren Interessen mit uns vollständig folidarish fühlen. itide S des Staats-Ministeriums hat ausgeführt, daß die einheitlihen Zoll- verhältnisse die Grundlage des Reichs sind, daß es deshalb nit angemessen ift, in diese Frage - einzugreifen. Wenn wir über Zoll- fragen reden, so wird der Rechtszustand im Reiche nicht geändert. Obgleich es nit erwünscht it, den Fürsten Bismar> zu citiren, da die Herren, die im Reiche die Sache leiten, sehr geneigt sind, das Gegentheil zu thun 1871 erklärte Fürst Bismar>, daß im Bundes- rath nit der Gesandte, sondern der Staat abstimme; das Votum érgebe si aus der Diagonale aller Kräfte: aus der Meinung der Krone, modificirt dur<h den Einfluß der Landesvertretung. Wir hatten auf das Recht verzichtet, Reichsangelegenheiten hier zu befprehen; wissentlich hatten wir Dre, wel der preußische Minister-Präsident danials der maßgebende Mann im Reiche war, und weil wir mit der Reichs- - politik im ganzen und großen einverstanden waren , also \<weigen onnten. Zu unserem Bedauern ist das jeyt niht mehr der Fall. Beim österreihishen Vertrage is die Landwirthschaft schle<t weg-

gekommen, die Industrie hat keinen Vortheil gehabt. Mit Oesterreich wäre ein besserer Handelsvertrag zu erreichen gewesen. Man ging bei uns von der fals<en Vorausfetzung aus, Ee wir in einer Zwangslage

waren und am 1. Februar 1892 einen Handelsvertrag haben E

Wo steht denn, daß wir ein überwiegendes Interesse an dem Handels-

vertrage hatten ? Andere Staaten hatten ebenso unter einem vertrags-

losen Zustand gelitten, aber im Auslande war unsere Auffassung be-

kannt, daß wir den anderen kommen müßten. Man konnte es

rubig eine Zeit lang ohne Handelsvertrag probiren. Für die Land-

wirthschaft E e bailalionen zu verlangen, davon war keine Rede. Jn

unferen maßgebenden Kreisen hatte man die Getreidezölle {hon inner-

lih aufgegeben in dem dunklen Gefühl, den arbeitenden Klassen Vor-

theile zuwenden zu müssen, und so hatte man bei den Unterhand-

lungen ni<t das nöthige Negotiationéobject. Es ist traurig, die maß-

gebenden Kreise den Merth der Zölle im Meichstage herabseßen zu

sehen. Für den Consumenten is es gleihgültig, ob der Centner

Kohle einen Pfennig mehr kostet, aber für den Producenten hängt der

ganze Gewinn davon ab. Es ist bedauerlih, daß man bei den

Handelsverträgen so wenig Sinn für die Landwirthschaft zeigte und

sih dem wüsten Ansturm der freisinnigen Presse fügte. Ob der Land-

wirth 1,50 4 mehr für den Doppelcentner Getreide bekommt, ist für ihn

von großer Bedeutung, denn das de>kt gerade die Ausgaben, die ihm

das Leben noh angenehm machten. Wenn bei den Vertragsverhand-

lungen ein éntschiedener Freihändler, der ja sonst ein ganz tüchtiger

Beamter sein mag, an eine einflußreihe Stelle gesetzt wird, so läßt

das doch auf die Intentionen an Merfter Stelle s{ließen. Wenn von

unserer Seite Graf Kaniß oder der Abg. von Minnigerode mit

solchen Unterhandlungen betraut würde, würde auf der Linken ein

{nes Geschrei entstehen. Man fann mit einem anderen Staate

in besten politishen Beziehungen stehen und handelspolitis< Krieg

mit ihm führen. In dieser Beziehung ist man beim österreichischen

Handelsvertrag doh im Irrthum gewesen. Die Landwirthschaft

hat dur diesen Vertrag gelitten, die Industrie hat nichts bekommen.

Ueber s{webende Verhandlungen nicht zu sprechen, ist ja eine parla-

mentarishe Gepflogenheit, aber die Erfahrungen mit dem öfter-

reichis<hen Vertrag haben uns gezeigt, daß, wenn die Sache

erst ein fait, accompli ift, ni<ts mehr zu machen ist. Es ift

vtel {wérer und unangenehmer, einen von der Regierung abgeschlosse-

nen Handelsvertrag abzulehnen, als während {webender Verhand-

lungen seine Bedenken zu äußern. Niemand kann mehr als ih gute

politis<e Beziehungen mit Nußland wünschen; von Rußland trennen

uns wenige volitis<he Gründe, mit Rußland vercinigen uns aber große maßgebende Fragen. Es ist aber nit nothwendig, dur

handelspolitis<he Abmachungen die politis<en Bezichungen zu be-

einflussen. Bei dem Vertrag mit Nußland wird ein gedeihlides Resultat noch viel \{<werer zu erreichen fcin als bei dem mit Oester-

reich, denn Rußland hat keine Exportindustrie und dazu kommen noch die rufsishe Valuta und die Möglichkeit, durh Tarifmaßnahmen die Zölle illuforis<h. zu machen. Jch kann an den Präsidenten des Staats-Ministeriums unbefangen die Aufforderung richten, unsere Interessen zu vertreten, umsomehr, als er mit dem österreichischen Handelsvertrag nichts zu thun haite. I< hoffe, - daß wir wieder zu normalen Zeiten zurü>kommen werden, wo wir die Negierung wieder vollkommen unterstüßen und hier im Landtage über den MReichstag \{weigen können. Ich hoffe, daß die Verhandlungen über den rufsishen Handelsvertrag uns keinen Anlaß zu ferneren Klagen geben.

Abg. Knebel (ul.): Für den Westen kommen die Getreidezölle ni<t so erhebli<h in Betracht; es handelt sich bei uns mehr um den Wein- und Obstbau und um die Lobe. Die billige Einfuhr italienischer Trauben s{hädigt den Weinbau, denn der Weinbauer kann, wenn er den Nuf seines Weinberges aufrechterhalten will, die Trauben niht kommen laffen, um seien f{<le<t gerathenen Wein zu verbessern ; der billige fremde Wein macht aber seinem Wein Concurrenz. Der Schutzoll für Lohe 4} aufgehoben worden ; daneben sind andere Gerb- stoffe in Aufnahme gekommen, sodaß man den Eichenshälwald- betrieb cinfah aufgeben muß, was sfocialpolitis< und wirthschaftlich sehr gefährlich ist, namentlih in einer Gegend mit fo zersplittertem Grundbesiß. Deshalb bitte ih die Negierung, auf unsere Verhältnisse Rücksicht zu nehmen.

Abg. von Zoltowski (Pole) hält ebenfalls die Existenz der Landwirthschaft für bedroht, wenn bei Abschluß eines Handelsvertrags mit Nußland, den er für wünschenswerth hält, die Interessen der Landwirthschaft niht größere Berücksichtigung finden.

Abe. Seer (nl.): Jch habe meinen Antrag gestellt, weil er einen sehr wichtigen bei den Handelsverträgen in Frage kommenden Indusftriezweig behandelt. Ich hoffe, daß Sie für ihn ebenfo ein- müthig cintreten werden, wie wir für Ihren Antrag eintreten.

Abg. Graf Strachwitß (Centr.) erklärt, daß er und seine Freunde für den Antrag Dziembowski \timmen würden, aber nicht wegen seiner Begründung, sondern wegen feines Inhalts, der sehr abweiche von dein Jyhalt des Antrags Arendt, was ausdrü>lih festgestellt zu werden verdiene. Der Handelsvertrag mit Rußland fei nur eine Consequenz des Vertrags mit Oesterreich; er sei nothwendig, um unseren öfstlihen Landestheilen den Verkehr mit Rußland zu erleihtern. Gegen die Auffassung des Neichskanzlers, daß die Getreide- zölle eine Last für das Land seien, müsse entschieden protestirt werden. Von diesem Gesichtspunkt lasse sich die Regierung hoffentlich nicht [eiten. Der Regelung der Vieheinfuhr sollte die Regierung aber besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Daß die Nothlage ‘der Land- wirthschaft allein den Handelsverträgen und der Negierung zu- geschrieben werde, dagegen müsse er Widerspruch erheben.

Darauf wird die Debatte geschlossen.

Abg. Dr. Lieber (Centr.) zur Geschäftsordnung: Jh und zahl- reiche meiner politishen Freunde werden für den Antrag von Dziem- bowsfi nur in dem Sinne f\timmen, in -dem der Herr Minister- Präsident ihn aufgefaßt hat, unter ausdrükliher Verwahrung gegen jegliche Spitze gegen vie verbündeten Regierungen und den Reichstag.

Abg. Dr. Freiherr von Heereman (Centr.) giebt die gleiche Erklärung ab. S |

Jn namentliher Abstimmung wird darauf der Antrag von Dziembowski mit 313 gegen 25 Stimmen angenom- men. Dagegen stimmt nur die deutsch-freisinnige Partei und ein kleiner Theil des Centrums. Ebenso werden der Antrag von Eynern und der Antrag Seer angenommen. /

Die Petition wird also der Königlichen Staatsregierung zur Berücksichtigung dahin überwiesen, daß diese im Bundes- rath dahin wirkt, daß bei den bevorstehenden Handelsvertrags- verhandlungen mit Nußland im Anschluß an die Erfahrungen, welhe auf Grund der Wirkungen der Handelsverträge mit Oesterreih-Ungarn, Jtalien und der Shweiz gemacht sind, die Jnteressen von Landwirthschaft und Industrie ausgiebig ge- wahrt werden. (Antrag von Dziembowski.)

Gleichzeitig wird die Königliche Staatsregierung auf- geforderi, vor und bei Abschluß von Handelsverträgen sich

mit Jnteressenten und Sachverständigen der Landwirthschaft und Jndustrie ausreihend in Beziehung zu seßen (Antrag von Eynern). N i i

Ferner wird die Königliche Ta ml eg cat: die- selbe wolle sih mögli<st Tes auf Abschluß eines Handels- vertrags mit Spanien hinzuwirken, dur welchen dem deutschen Spiritus ein verloren gegangenes Absaßgebiet wieder geöffnet wird (Antrag Seer). :

Schluß 41/2 Uhr. Nächste Sißung Sonnabend 11 Uhr. Mut der Tagesordnung steht die Fortseßung der zweiten Be- rathung des Staatshaushalts-Etats für 1893/94, und zwar die weitere Berathung des Etats des Ministeriums der geist- lihen 2c. Angelegenheiten.

Land- und Forstwirthschaft.

XX1I. Plenarversammlung des Deutschen Landwirth- <haftsraths.

In der gestrigen Sitzung sprach bei der Berathung des Antrags bezüglih eines deuts<-russis<hen Handelsvertrags der erste Referent von Below-Saleske sein Bedauern darüber aus, daß die eingehenden Darlegungen in den vorjährigen Verhandlungen des Deutschen Landwirtßhschaftsraths den Abschluß des Handelsyertrags mit Oesterreich. Ungarn nicht haben verhindern können, Wie damals, so werde man auch bei dem jeßt s{<webenden Vertrage E die deutschen Landwirthe auf die Nothwendigkeit hinweisen, die hohen Ziele der Politik zu berück. sichtigen sowie das Interesse des Exportes unserer Industrie. Dem- gegenüber dürfe man es wohl als die höchste Politik der MNeichsregie- rung bezeichnen, si< das Vertrauen desjentgen Theils des Volkes zu erhalten, welhes, wie der Landmann, den besten Wall gegen innere und äußerer Feinde darstelle. Wohin übrigens das einseitige Hinarbeiten auf Export und billiges Brot führe, lehre die Geschichte der französishen Nevolution. Redner verwies auf Sybel, 1. S, 98 wo auéeinandergefeßt wird, daß einseitige Bevorzugung der Industrie vor dem A>erbau dem alten Regime in Frankreih verhängnißvoll wurde. Das schlimm}|te Bedenken gegen einen Handelsvertrag mit Nußland liege in dem Schwanken der russishen Valuta, deren folide Regelung er als gegenwärtig ganz unmöglich darstellt. Durch eine Leugnung des Einflusses der Valutendifferenz aber würde man bewirken, daß die Professoren der Volkswirthschaft „vom Schlage ge- troffen würden“. Nachdem Nedner no< des Einnahmeausfalls bei Abminderung der Zölle und der sinkenden Kaufkrast ter A>erbaugegenden erwähnt hatte, suchte er darzuthun, wieso eine Be- scitigung der Zolldifferenz nur Nußland, nicht uns zu gute kommen würde. Namentlich gefährlih sei cine Erleichterung der Vieheinfubr wegen der Seuchengefahr und der Uebershwemnmung unserer Märkte mit minderwerthigem Vieh. Die Regierung möge nicht der kranken Landwirthschaft aus Nüksicht für den noch so zweifelhaften Nußen der Industrie auch noch diese Last auf die Schultern legen. „Entweder werde die deutsche Landwirthschaft gesund und aufblühend sein, oder Deutschland werde niht mehr scin“.

Der zweite Referent Dr. von Frege-Abtnaundorf führte einige schon vom Vorredner behandelte Punkte näher aus. Ferner bezog fich derselbe auf die Verhandlungen tm sächsischen Landescultur- rath im November v. J. Nußland könne bei guten Ernten für sein Ge- treide den deutschen Markt nit entbehren, ebensowenig für Holz, Häute u. st. w. Der Zoll habe auf die Preisbildung in Mitteldeutsch, land, insbesondere in Sachsen, nachweislich so geringen Einfluß gehabt, daß eine Verminderung desselben Nußland gegenüber nicht berechtigt sei. Die Interessen der sächsischen Industrie aber an der Ausfuhr nach Nufilcnd fönnten besser als durch einen Handel8vertrag dur Errichtung von Filialen an russischen Handelsplätzen gewahrt werden. Der mit der geplanten Zollermäßigung voraussichtlich entstehende Zollausfall von 22 Millionen Mark gebe bei den sideren Aussichten auf Mehrauëgaben im Reich zu {weren Bedenken Anlaß. Im Auslande sei man der Ansicht, die russishen Annäherungêversuhe an Deutschland bezwe>ten nur die Förderung russischer Anleiheprojecte. Unsere Industrie könne weitere Vortheile als die schon erreihten auf Kosten der Landwirthschaft nidt verlangen.

Nach kurzer Discussion wurde der gestern mitgetheilte Antrag der Neferenten in etner redactionell mit Bezug ‘auf die ungünstige Lage der Landwirthschaft etwas vershärften Fassung! angenommen.

Den letzten Gegenstand der Verhandlungen bildete die Frage der Staffeltarife, deren Aufhebung von Seiten des Landesculturraths für das Königreich Sacsen, der Centralstelle für Landwirthschaft im - Großherzogthum Sachsen-Weimar, des landwirthschaftlihen Vereins der Provinz Starkenburg und des landwirthschaftlichen Provinzial- vereins für Westfalen und Lippe beantragt worden ist. Jm Sinne dieses Antrags sprahen von Hövel-Herbe> und Uhlemann- Görliß i. Sachs. Diese su<hten] darzuthun, daß die Staffels tarife zwar die Landwirthschaft in Mittel- und Westbeutschland s{hädigen, dem Osten aber nicht nüßen, vielmehr nur dem russischen Getreide zu gute kommen. Den entgegengeschten Standpunkt vertrat Sey del- Chelchen, unterstüßt vem Vertreter des Ministeriums für öffentliche Arbeiten Geheimen Negierungs-Nath Möllhausen, welcher an der Hand umfassenden Zahlenmaterials die Ausführungen der erstgenannten Redner widerlegte. In der Abslimmung wurde dem Antrage von Hövel gemäß beschlossen, die Anträge der obengenannten Körperschaften und Vereine auf Grund der vorjährigen Beschlüsse des Deutschen Land- wirthschaftsraths dem Minister für üffentliche Arbeiten zur Berül- sichtigung zu überweisen. :

Damit war die Tagesordnung ershöpft. Der Vorsitzende gab einen Üeberbli>*über die gepflogenen Verhandlungen und |[<{<lofß die XX1I. Plenarversammlung des Deutschen Landwirthschaftsraths mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser, die Bundesfürsten und die freien Städte.

Handel und Gewerbe,

Pest, 16. Februar. (W. T. B.) Productenmarkt. Weizen fest, pr. Frühjahr 7,43 Gd, 7,45 Br, pk. Herbst 7,06 Gd, (1,98 Br. Hafer . px. Frühjahr 5,49 Gd, 051 Br. Mais" v Mai-Juni 4,74 Gd., 4,75 Br. Kohlraps pr. August-Septembe 11,55 Gd., 11,65 Br. À

London, 16. Februar. (W. T. B.) Wollauction. Preise unverändert, fehlerhafte Merinowollen eher \{wächer.

An der Küste 5 Weizenladungen angeboten.

96% STavazu>er loco 167 ruhig, Rüben-Rohzu>ker loco 147 ruhig. Chile-Kupfer 457/16, pr. 3 Monat 451/16.

Liverpool, 16. Februar. (W. T. B.) (Officielle Notirungen, American good ordin. 4$, do. low middling 4}, do. middling 4 do. good middling 5," do. middling fair 54, Pernam fair 9% do. good fair 55/16, Ceara fair 5}, do. good fair 55/16, Egyptian brown fair 51/16, do. do. good fair 54, do. do. good 5/16, Peru rough good fair 6/16, do. do. good 63, dv. do. fine 7, do. moder. Loua) fair 4, do. do, aood Ulr 92, do, Do, good 6s, Do, \mooth fair 5, do. do. good fair 54, M. G. Broach good Mh do. fine 5, Dhollerah good 44, do. fully good 43, do. fine 4/16 Oomra good 4/16, do. fully good 4/16, do. fine 43, Sceinde good 31/16, Bengal fully good 49/16, do. fine 4È. | l

Bradford, 16. Februar. (W. T. B.) Der Markt war ruhig, deep grown Wolle fest, Botany - Wolle s{<wäcer, geschäftslos, Mohair-Wolle flauer; Garne und Stoffe ruhig.

Amsterdam, 16. Februar. (W. T. B.) good ordinary 55. Bancazinn vot. a

Belgrad, 16. Februar. (W. T. B.) Es betrugen die os nahmen der ferbishen Taba>kregie im Monat Januar 19 662135 Fr. (+ 67282 Fr.); ‘die Einnahmen der [eri aN Salz regie betrugen im Januar 1893 151 261 Fr. (— 58 999 L

New - York, 16. Februar. (W. T. B.) Die Bör] Ds durhweg {<wa< und {loß zu den niedrigsten Tagescur|en. Umsay der Actien betrug 218 000 Stü>k. Der Silhervorra wird auf 560 000 Unzen geshäßt. Silber ver käufe fanden nicht f idt

Die Gy fupe am Sonnabend wird voraussichtlich e fo groß sein, wie man annahm, da einige Häuser anstatt des So nur Titres fenden werden. ; H up

Weizen eröffnete niedriger, erholte si< aber später na L I wesentliher Bewegung infolge größerer Kauflust. Schluß B iter hauptet. Mais eröffnete unter gestriger Schlußnotiz, erfuhr m ín Uebereinstimmung mit Weizen eine Aufbesserung. Schluß

aber behauptet. i : Chicago, 16, Februar. (W. T. B) Weizen T m weiteren Berfolge und wurde auf e E

Fava-Ka fee

16 niedriger, besserte sich fäufe Ton ganzen Tag fester. Schluß kaum behauptet. L feiner öffnete zu niedrigerem Preise, erholte si< aber später. info (2% a Zufuhren und allgemein vertrauensvollerer Stimmung. Schlu

Poliklinik Prof. Helferih. Augenärztliche Klinik, Prof. Schirmer,

b i 2 *Philofophisde Uebungen (zur Geschichte der Phi i Sthuppe. Psyholoet gen (z eshichte der Philosophie), Prof. ( a hilosophie), ders

Logik, derselbe.

in die Theorie der ebenen algebraishen Curven, derselbe. *Nebungen

M 42.

Königreich Preufßen. Königliche Universität zu Greifswald.

Ì 5 4 f ) 5 Verzeichniß der Vorlesungen,

die im Sommer-Halbjahr 1893 an der Königlichen Universität Greifswald gehalten werden sollen. Das Semester beginnt am 16. April 1893. Die mit einem * bezeichneten Vorlesungen sind öffentliche. Theologie.

Theologische Encyklopädie und Methodologie, Prof. Sodler, Erklärung der Genesis, Prof. Baethgen. Erklärung des Fefaja Prof. Giesebre<t. Einleitung in das Alte Testament, Prof. Büthgen. Erflärung des Römerbriefs, Prof. Schlatter. Erklärung ‘ber Pastoralbriefe, Prof. y. Nathusius. Grklärung des Hebräerbriefs Lic. Dalmer. Erklärung des Lukasevangeliums, Lic. Lütgert. *Erfklärung des Vaterunser, Lic. Schäder. Einleitung in das Neue Testament, Prof. Schlatter. Die Lehre des Apostels Johannes, Lic. Schäder. Neuere Kirchengeschichte seit der Reformation, Prof. Zökler. *Uebersicht über die Kirchengeschichte des Mittelaltere. Prof. Schulße. Die Katakomben, derselbe. Symbolik und Polemik, derselbe. Dogmatik, erster Theil, Prof. Cremer. Ethik derselbe. *Ueber die Gottheit Christi, derselbe. *Die Begründung der theologischen Ethik dur Kant und Schleiermacher, Lic. Lütgert. Pastoraltheologie, Prof. von Nathusius. “Geschichte und Theorie der Kirchenverfassung, derselbe. Das Alttestamentlihe Seminar leitet Prof. Baethgen, das Neutestamentlihe Prof. Schlatter, das firhenhistorishe Prof. Zökler, das dogmatische Prof. Cremer. Das homiletishe Seminar des theologish-praktishen Instituts leitet Prof von Nathusius, das homiletische Proseminar Prof. Cremer, das kate: detishe Seminar Prof. v. Nathusius, die pastoraltheologischen Nebungen, derselbe. Uebungen des Alttestamentlichen Proseminars Prof. Giesebrecht, Neutestamentliche Nebungen, Lic. Dalmer: Uebungen der kirhenhistorishen Gesellschaft, Prof. Schultze; dogmatische Uebun- gen, Lic. Schäder. / : i

E Nechtswissenschaft. Encyklopädie der Nechtswissenshaft, Prof. Stoerk. Institu- tionen und Geschichte des römischen Nechts mit Aus\{luß des römi- hen Civilprozesses, Prof. Pescatore. Pandekten 111 (Erbrecht) Prof. Stampe. Deutsche Reichs- und Nechtsgeschichte, Prof. Stoerk. Deutsches Privatre<ht, mit besonderer Berücksichtigung des Pom- merschen Provinzialrehts und des Entwurfs eines bürgerlichen Geseß- huchs für das Deutsche Neich, Prof. Frommhold. Neichs- und Laudes-Staatsrecht, Prof. Haeberlin. Berwaltungsreht nebs Be- hörden-Organifation, derselbe. Strafrecht, Prof. Weismann. Strafrecht, Prof. Medem. Strafprozeßre<ht, Prof. Bierling. Seschichte des deutschen Strafverfahrens, derselbe. Strafprozeß, Prof. Medem. Civilprozeß (mit Auss{<luß des Konkurses), Prof. Weiêsmann. Völfkerre<t mit Einschluß des öffentlichen Scerechts Prof. Stoerk. Preußisches Privatrecht, Prof. Stampe. Allge- meine Recht8wissenschaft (Nechtsphilosophie), Prof. Schhuppe. puristisches Seminar: l) Erklärung von Papinian's Quästionen, Fprof. Stampe; 2) Anleitung zu wissenschaftlihen Arbeiten, Prof. Pescatore, Prof. Weismann, Prof. Stoerk, Prof. Stampe und Prof. Frommhold. —— Anleitung zu wissenschaftlichen Arbeiten, Prof. Medem. A Conversatorien: Pandecten - Conversatorium Thl. [ (Allgemeiner Theil), Prof. Peêcatore. Pandecten-Conversatoriuum Thl. 11 (Sachenrecht), Prof. Stampe. Conversatorium über Straf- recht und Strafprozeß mit praktishen Uebungen, Prof. Weiêmann. Conversatorium über Handels, Wechsel - i G, Prof. Frommhold. Conservakorium über Staats- Prof. Sp eperwaltungsret, verbunden mit s{riftliGen Uebungen, E L Me L

«91, „Anatomie des Menschen, zweiter Theil, Prof. Sommer. Ausgewählte Kapitel der menshli<en Anatomie, derselbe. *Aus- Crahlte Kapitel der menschli<hen Morphologie, Prof. Solger. Aa und Syndesmologie, derselbe. Mikroskopische Uebungen E Paralleleurfe, derselbe. Grundzüge der vergleihenden Á R E Ballowit. Anatomie der Bruchregionen und der Ui derselbe. E Crperimentalphysiologie, eine Hâlfte, Prof. Praktifa E“ Enttwikelungsgeschichte und Zeugungslehre, derselbe. A tische physiologishe rbeiten im Institut, verbunden mit Vemonstrationen, derselbe. *Anleitung zu selbständigen Be- arbeitungen physiologisher Themata, nur für Geübtere in höheren Semestern des Studiums, derselbe. Specielle yatho- logische Anatomie, Prof. Grawiß. Demonstrativer Cursus der pathologifchen Anatomie mit Mikroskopirübungen, derselbe. lebe rübungen, derselbe. Arzncimittellehre und Arzneiverordnungs- Che! BrOf D. Schulz. Therapeutisches Prakticum, derselbe. Bi ute Prafticum für Klinizisten, derselbe. Brunnen- und fir et ehre, derselbe. Arbeiten im pharmakologishen Laboratorium ur Geübtere, derselbe. Cursus der Ohrenkrankheiten, Dr. Hoff- Mile Physikalische Diagnostik mit praktischen Uebungen, Prof. (osler. Physikalische Diagnostik mit praktischen Uebungen, Prof. Krabler. *Klinishes Neferat, Prof. Mosler. *Chirurgische Be- [prehungen, Prof. Helferih. Chirurgisher Operationscursus an Ce eiche, derselbe. Ueber specielle Chirurgie, Prof. Heidenhain. 2Mirurgisch-propädeutisher Curs, derselbe. *Chirurgishes Erxami- natorium, derselbe. Augenheilkunde, Prof. Schirmer. *Ueber die Krankheiten der Augenlider und des Thränenapparates, derselbe. Theorie der Geburtshilfe, Prof. Pernice. pi. Ueber _Frauenkrankheiten, zweiter Thetl bérfelbe Ceauenkrankheiten mit Demonstrationen, Prof. v. Preuschen. *Ueber E Ne Diagnostik, derselbe. s Geburtshilfliche Operations- Rer mi Uebungen am Phantom, derselbe. Die Krankheiten des d N es, Prof. Strübing. Laryngoskopischer Cursus, derselbe. ver Syphilis mit Demonstrationen, derselbe. Der Hygiene Cbe AUR Prof. Löffler. Praktische Uebungen im bvgienis<en Ge orium, derselbe. Hygienische Besprechungen, derselbe. 5 erihtliche Medizin, Prof. Beumer. Ueber Schußpo>ken-Impfung mit Impfübungen, Prof. Peiper. Spectelle Pathologie und Therapie mit Demonstrationen (Krankheiten der Digestionsorgane), derselbe. eber Invasionskrankheiten, [I. Theil, derselbe. Medizinische Klinik und Poliflinik, Prof. Mosler. Chirurgishe Klinik und

in Verbindung mit dem Ambulatorium der Augenkranken.

Gynäkologische Klinik und Poliklinik Prof. Pernice. Psychiatriscl Klinik, Prof. Arndt. *Üeber Degenerati ¡uiftände. Ri d ÿ E des M enf en, generationszustände und Degene- | % ibulatorium, Prof. Krabler. *Poliklinik für | i; ! kranke, Prof. Strübing. Poliklinik für Nafen- und Hals

derselbe. Kinder-Poliklinik und

)jilosophie und Pädagogik.

derselbe. Allgemeine Nechtswissenschaft selbe. Geschichte der neuesten Dit O! rof. Nehmke, Ethik und Pädagogik, derselbe. *Ue ungen über

Mathematik.

A Pr

Zweite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

n, Freitag, den 17. Februar

Berli

be>. Mathem

im physikalishen

Erde (Physikalis Planeten (Gyldé Af

Erster Theil der physiologishen C

Gegenstände, ders

Nahrungêmitteln,

1m mineralogis< Decke. -

Vauptfleish. * sichtigung des

* Desceudenztheori

Dr. Sacob.

Nömische Ge

seit Beginn der 9

vom Augsburger Schmitt. *Ge

derselbe. Cor

derselbe.

Fu<s.

Archäologie, __*Erklärung d Akademischen Kun

* Griehishe Rhyth

derselbe. Aristot Proseminar: Catul

Don Carlos im ge * Die kleineren alt deutshe Metrik im

Goethes Faust, und Erklärung *Erklärung des mi von Wernher dem

selbe. Üebungen seßungsübungen au *Geschichte der prov

*Neufranzösi *Einführung in das

klärung des Hafis mit dem türkischen Commentar des Südî (Fort- F Keßler. *Sadÿs Bostän, Dr. Jacob. Eee

eshi<hte der islà

zweiter Theil, derselbe. derselbe. Syri Aethiopischen mit Hishâm's Leben de Hariri’'s Makamen, derselbe. Arabisch. 2. Cursus (Lectüre leichterer

Krumme Flächen und MRNaumcurven, Prof. Thom. *EGinleitung

vokalisirter und unvokalisirter Texte), Dr. Jacob. *Argbz 3. Cursus (Bibl. geogr. Arab. tom. VII), dia, atis

im mathematischen Seminar, derselbe. Differential- und íIntegral- re<nung 11, Theil, Prof. Minnigerode. Analyt {e Mechanik [. Theil, derselbe. *Üebungen im mathematis<hen Seminar, derselbe.

*Ausgewählte Kapitel der Theorie des Schalls und des Lichtes (erperimentell behandelt für Studirende aller Facultäten), Prof. Ober-

Nebungen (für Mediziner und Pharmaceuten), derselbe. Arbeiten

physik, zweiter Theil (Wärme und Licht), Prof. Holt. *Physik der

L Er und Theorie der astronomischen Instrumente, mit Uebungen, dersel V Unsere heutigen Kenntnisse vom Weltall in uu A Dau, mit Vemonstrationen (für Studirende aller Facultäten), erelbe. Astronomische Uebungen für Vorgeschrittene, derselbe.

M alt mit Prof. Schwanert. Chemisches Praktikum für P | tefelben. “gi Auserlesene Kapitel der telnis{<hen Chemie, ros. SMwanert. *Besprehungen über pharmaceutis<-<emische

Analytische Chemie derso i is, u Analytishe Chemie, derselbe. Ueber die <emische Untersuchung von

(Benzol, Naphthalin, Anthracen <2. Derivate) 1. Theil. * Ueber agricultur<hemische Fragen, Dr. Semmler. Ueber Alkaloide, der- selbe. Petrographie, Prof. Cohen. Mineralogische Uebungen sür Geübtere, derselbe in Gemeinschaft mit Dr. Dee>e. * Geolo- gische Excursionen, derselbe in Gemeinschaft mit Dr. Dee>e. Löth- rohr-Prakticum, derselbe. *Meteoritenkunde, derselbe. Arbeiten

E E E Und Giszeit, e 1 S Prattien Wemonstrationen von Pflanzen, derselbe.

Bot s afticum, derselbe. Mikrofkopishe Untersuchung der Drogen und Nahrungsmittel, Dr. Moeller. -— * Botanische Ercursionen, derselbe. Nebungen im Bestimmen der Pflanzen Dr.

Zoologie auf vergleichend anatomisher Basis mit besonderer Berück- Die Morphologie und Systematik der Säugethiere, derselbe. Prafkticum, derselbe.

j * Ueber die deutshen Colonien und die Verbreitung der Deutschen im Auslande, Prof. Credner. * Geographische Uebungen, derselbe. * Geographische Excursionen, derselbe. - i | (außer Deutschland), derselbe. mit besonderer Berücksichtigung der in der Bibel genannten Völker,

römischen Geschichte, derselbe. nars auf dem Gebiet der Alten Geschichte, derselbe. dirente aller Facultäten: (

uellenkunde, derselbe. Seminar, derselbe. Deut¡che Verfassungsgeschichte, Prof. Bernheim. “m Seminar: Paläographie, derselbe.

und seiner Nachfo deutsh-französischen Krieges von 1870 (Fay: Journal d’un officier de l'armée du Rhin), derselbe. *Convbersatorium über die Kunst- geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit, mit Erklärung der betreffenden Kunstwerke, Prof. Pyl. Geschichte des Klosters Eldena,

über die Geschichte der Greifswalder Kirchen, Klöster und Schulen, nach den betreffenden Denkmälern und Urkunden, nebst diplomatischen Uebungen, derselbe. geschichte, Prof. Keßler. *Die religiösen Bewegungen im J [am,

_„Staats- und Cameral-Wissenschaften. Volkswirthschaftélehre (Theoretische Nationalökonomie), Prof. us. *Die gewerbliche Arbeiterfrage, derselbe. Finanzwissen- schaftliche Uebungen, derselbe. i

Uebungen, derselbe.

Geschichte der griechishen Literatur in der attishen Zeit im Umriß,

Prof. Maaß. *Im philologishen Seminar : )roperz, Prof Prof. Maaß. S 4 gischen S r: 1) Properz, Prof. Maaß, 2) Aeschylus Perser, Prof. Marx. Demo/ s Kranze, Prof. Maaß. Plautus? Nudens, Prof. Marx. Deutsche Etymologie, Dr. Siebs. *Gothishe Sprachproben und Schiller?s

Kritik und Erklärung des Nibelungenliedes, derselbe. Neuho- deutsche Grammatik und Erklärung von Luthers iMartadeoancet derselbe, Geschichte der deutschen Lyrik vom zwölften bié siebzebnten Jahrhundert, Dr. Siebs. *Mittelhochdeutsche Uebungen (Walther von der Vogelweide), derselbe. Faustsage und Erklärung von

Literatur Fortseßung, bis zum Ausgang des Zeitalters der Königt Lik , Fort Sgang des Zeitalters der Königin Elisabeth, Prof. Konrath. *Im englis<hen Seminar: L Faust, derselbe. Mittelenglische und neuenglishe Syntax, Dr. Franz. Uebungen in den Anfangsgründen der englischen Grammatik

scher Texte, Prof. Koschwiß. Französische Verslehre, derselbe. he Uebungen im Nomanischen Seminar/ derselbe.

ermanischen Sprachen, rof, Zimmer.

E e f —— ingb's Chrestomathie, derselbe. Erklärung ausgewählter Hymne des Rigveda, derselbe. Persish für Anfänger, Dr. L: 0e pt Er-

{, 1. Cursus, Prof. Keßler.

s

Naturwissenschaften.

atishe Theorie des Lichtes, derselbe. Physikalische

Institut für Geübtere, derselbe. Erperimental-

he Geographie), derselbe. Theorie der kleinen n’\{<e Störungstheorie), Dr. Brendel. Sphärische

seinem

Chemie, Prof. Limpricht. *Auserlesene Kapitel der hemie, derselbe. Chemisches Prafkticum, derselbe

elbe. Zweiter Theil der Pharmacie, derselbe.

Dr.- BVilß. Ueber ifocyflische Verbindungen

en Institut, derselbe. Abriß der Geologie, Dr.

derselbe. Allgemeine

Meeresalgen der Ostsee, derselbe. Allgemeine

medizinishen Studiums, Prof. Gerstae>er.

e (Darwinismus), Dr. Müller.

Zoologische Excursionen, derselbe. Geographie.

Zoologisches

- Geographie von Europa Ln E - * Völkerkunde des vorderen Orients

L Ge

chihte im Abriß, Prof. See>. Ouellenkunde zur * Uebungen des historischen Semi- ten Für Stu- ltâten: Geschichte des deutshen Volks, vorzugsweise (euzeit, Prof. Ulmann. Einführung in die neuere * Historisch-kritishe Uebungen im historischen

; grapate, be. Deutsche Geschichte bis zum Westfälischen êFrieden (1555—1648), Dr. chi<te Nußlands im Zeitalter Peter’'s des Großen

ger, derselbe. Uebungen zur Geschichte des

iversatorium über Pommersche Alterthümer, sowie

Einführung in die allgemeine Neligions-

J

Philologie und Sprachwissenschaft.

er Nachbildungen ausgewählter Kunstwerke in der stfammlung, Prof. Preuner. Archäologische Griechische Kunstmythologie, derselbe. mif mit metrishen Uebungen, Prof. Susemibl.

elishe Uebungen, derselbe. Jm philologischen l’s alexandrinis<he Gedichte und [@riftliche Arbeiten,

-

thenes? Rede vom

rmanistishen Profeminar, Prof. Reifferscheid. hohdeutschen Gedichte und Uebungen über alt- germanistishen Seminar, derselbe. Geschichte,

Dr. Bruinier. Altnordische Grammatik von Gunlaugsaga Ormstungu, derselbe. ttelhohdeutshen Gedichtes «Meier Helmbrecht Gärtner, derselbe. Geschichte der englischen

Marlowe?s

j N i , der- in der englischen Aussprache, derselbe. Ueber- s dem Deutschen ins Englische, derselbe. encalischen Literatur und Erklärung altprovencali-

Studium der vergleichenden Grammatik der indo- i Sanskritgrammatik für rklärung leichter Sanskritterte aus Boeht-

mischen Reiche, Prof. Ablwardt. »amä

Mutanabb1's Diwän, erste Abtbeilung, Y L Slemente des Rücksicht auf das Arabische, derselbe. Jh s Muhammed (Arabish 3. Cursus), derselbe.

director Drönewolf *Cursus im anatomi

zeichnen, derselbe. unterricht Reitlehrer Hecht.

Kün fe.

1893,

“Allgemeine Musiklehre, Musikdirector Bemmann. *Theoretish- prattischen Unterricht im liturgishen Kirchengesan

ertheilt Musik-

*Accord- und Seritouieiclie derselbe.

schen Zeichnen, Zeichenlehrer von

(Schläger, Säbel, Floret), derselbe.

Dewitz. An-

leitung zum perspectivishen Zoichnen, Aquarelliren und Pflanzen- Zurnunterriht, Turnlehrer Nange. Fecht-

Reitunterricht,

Tanzunterricht, Universitätslehrer Wiek.

Ne e Gesundheitsamt Gesundheitsstand. Cholera. Einwohnern, Q©D

rei). Lungenseuche.

L April bis 1, Sul 1891. Veterinä Belgien, Türkei.) gegen ein Vieheinfuh für innere Medizin. (Belgien). Desgl.

Sterbefälle in deut

Veröffentlihungen des s“ vom 15. Februar hat folg

esgl. în

größeren Städten des

Erkrankungen in Krankenhäusern einzelner Großstädte. deutshen Stadt- und Landbezirken. ( gegen Cholera u. \. w. seuchen-Uebereinkommen. (Bayern). Viehseuchen. Biehseuchen-Uebereinkommen. (Württemberg).

Witterung.

Grenzverkehr mit Arzneien.

Leichenpolizei. Thierseuchen in den Niederlanden, Desgl. in Serbien, 29. März bis 27. Juni. Desgl

.- Desgl. in Portugal, 3. und rpolizeilihe Maßregeln. Nechtsprehung. (Reichsgericht). 2 rverbot (Rinderpest). Congrefs

Vermischtes. (Oesterrei).

(Lübeck,

Kaiserlichen enden Inhalt:

Mittheilungen über Volkskrankheiten, insbesondere hen Städten mit 40000 und mehr

Auslandes. Desgl. in Maßregeln

Geseßgebung u. \. w. (Preußen). Vieh-

(Sachfen).

Desgl. (Oester-

(Italien). Dezember. . in Bulgarien, 4. Vierteljahr Desterreich, uwiderhandlung e. 12. Congreß Cholera.

Stat

über deutsche Häfen u

Zeitraum des Vorjah

über

Bremen Hamburg . andere deut deutsche . Antwerpen A fremder Staaten Hambuxg 434, Stetti

130, Kalbfleis< 120 Spe> 150, Eßbutter mehl 30, MRoggenme gebrannter Javakaffee

D Not Ì ay In dem Borort

stadt“ gebildet, um zu beschaffen. Auch vergeblich ( sen sind

y

Arbei

fertiggeftellten Jahres

tfann man bezüglich einein Punkte , eine ir

constatiren. In F f

f L o

mit allen beyleitenden

wenn man in denfelber

hanges mit ihren gewo niht zweifelhaft, daß

__In der Ernähr Anzahl von Mißständer der Arbeitereristenz, in

stehenden Frauenvereine

Orten bestätigt werden, ist. Es handelt sich dabei Befürchtung, daß Arbe etwas Tüchtiges gelernt bleiben.

regung

wird immer mehr dur anstalten bekämpft.

gegenü er eingenommen Vetretung diefes Weges Mit den Wohnun

{limm. Nachdem {o

aJ e

Mrs Lai Va “er

n _ n dem V : Nippes bei Köln hat si<h unter dem Namen „Bolkswohl““ eine B 9 L, F Cu F der Neustadt Köln ein

Arbeiter scheinen sih auch in folher Lage me

esse dieser Kreise entgegen.

istif und VolkSKvirthschaft.

nd Antwerpen stellte sich nah den

des Kaiserlichen Statistischen Amts im Januar 1893 und im glei

res folgendermaßen :

Es wurden befördert im Fanuar

1893

A 901

O S A 620

[he Häfen (Stettin) Hâfen zusammen . . 112]

3) ©

lus deutschen Häfen wurden im Januar d. vorgenannten 1121 deutschen Auswanderern no< 1073

befördert. n —.

Davon gingen über

D ur<s<nittspreife.

Im Januar betrugen die Durchschnittspreise in 1000 kg in Weizen 151 M i Cßkartoffeln 44,1 :; für 1 ko Rindfleisch 125 „,

Roggen 131, Gerfîte

Die deutsche über seeis<e Auswanderung

Ermittelungen en

1392 1665

949

neben den gehörtge Vremen 639,

Berlin für

154, Hafer 147,

Schweinefleisc<

, Lammelfleis< 120, inländischer geräucherter

230, für 1 Scho> Eier 491, für hl 30, Javareis 55, roher J 413, inländishes Schweineshmal Zur Wohnungsfrage

augenofsens<haft mit beschränkter ne Actiengesellschaft r die Mitglieder billige und gefun die Verwaltung der Stadt Köln

D C „Wobnungas-V

l kg Weizen- avakaffee 300, j 140 „x.

Haftpflicht, in erein Neu- de Wohnungen ist, nachden

vielfache Versuche zur Bildung einer gemeinnüßtigen Baugesellschaft

, , , R , - , in eine Ermittelung darúbe ngetreten, tin b

el iiiangnz eiae terverhältnisse in Baden.

T 4

L H ns y C bveriht über 1892 hbervor, dc

A C

auf eine Reihe von Jahren zurü>sehßt

, . r - .- E e et wie weit ein Bedürfniß zur Beschaffung kleinerer Wohnungen für Arbeiter und Unbemittelte anzuerkennen ist. :

Vie Großherzoglich badische Fabrikinspection hebt in ibreu foeben

roß der un-

günstigen Lage der Industrie eine Verschlechterung der Lage der Arbeiter E R A T Ï l s af Ps » doll e „40 e abgesehen von Mannheim, wo in der Metallindustrie Arbeiterentlaf- » Í Ss 22e H es E "+2, A4 < t T E I Ll Z sungen, Reductionen der Arbeitszeit und theilweise au Lohnherab- [eßungen stattgefunden haben, nit etngetreten ift. Wenn man fo yeißt es in dem Bericht

F

der gefammten Arbeiterschaft, namentli in

1 die Augen fallende Verbefferung

l | çolge der socialen Gesetze fir Krankheiten und Unfällen in den Arbeiterfamilien wen

Folgezuständen mehr. Den E

dumpfen Stimmung und stumpfen Gleichgültigkeit emvf bei dem Besuche von AUrbeiterwohnungen in weit gerin

1 Erkrankte oder

hnten Lebensverhältniffen zu erha wenigstens diese Seite der

der Zustände det man bet iger Noth

indru> ¿einer nvet man jeßt gerem Maße,

Verunglü>te antrifft. Die hr das Gefühl des Zusammen-

lten. Es ift

[ tfelhaft, Arbeitererxiften mit der fortschreitenden Wirksamkeit der Invalidenver S weitere Verbesserung erfahren wird.

‘ficherung eine

ung der Arbeiter is ficherliG no< eine

t vorhanden. Jmmerkhin ist sie d wel<er Fortschritte deutlich ecker

treten. Durch Vaushaltungsunterricht, der besonders dur leit der unter dem Protectorat Ihrer Königlichen Hoheit der

tejenige Seite inbar bervor- < die Thâtig- Großherzogin

eine große Ausbreitung erfabren, wird dafür

in denen Mangel an Arbeiterinn vielfach um die allerdings nicht ganz iterinnen, die in dem Haushalt:

gesorgt, daß die Befähigung zur tüchtigen Führung eines Haushalts in

weite Kretse eindringt. © teten Bestrebungen kommt das offenbare Inter- Weniger kann dies, wie der Bericht der Fa

ese dies fe ent Wer ann dies, tvte derBericht der Fabrik«

in]pection hervorhebt, von einem Theile der Arbeitgeber an Toliden

en vorhanden unbegründete ingsunterriht

haben, niht mehr lange bei der Fabrifarbeit

Großherzogin

< seitens der Arbeitgeber errichte

Die Ausbildung® der Arbeiterinnen f ! | „Kusbtldung F in der Vaushalts wird außerdem befördert dur die cbentallg 6 “Uns e E Zniihen Hoheit der ' Y groperen Städten erfolgte Aufnahme des praktischen Haus " unterrichts in den oberen Klassen der Volkssulen füx M a iu durh die allgemein im Großherzogthum erfolgte Au lein meien &ortbildungsunterricht f weitere AÆtßstand, der in der ungenügenden und un efuni ä

s | l den Ernährun der auswärts wohnenden Arbeiter liegt, die s ibe Essen N

in mehreren

ädchen, fowie fnahme des«

ür shulentlassene Mädchen, Der

te Speise-

Es muß dabei anerkannt werden, daß die

e unfreundlicße Stellung fi ni abhalten laffen, G gsverhältnisfen der Arbeiter

a um Vorjahre die Zahl der von

LORG durch die häufig seitens der Arbeiter diesen Veranstaltungen

<t von der

steht es no< Arbeitgebern

T C T C C L A L E E I ia a R A

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