1894 / 13 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Nachweisung roduktion, die Versteuerung und den estand inländishen Branntweins für den Monat Dezember 1893.

über di

Zeitabschnitt, auf welhen die Betriebsergebnifse fih beziehen. Hektoliter reinen Alkohols.

Im Monat Dezember 1893 .

Dazu aus den Vormonaten des laufen- den Betriebsjahres

Zusammen vom Beginn des Betriebs- jahres (1. Oktober 1893) bis zum Schlufse des vorbezeichneten Monats

548229 | 393841

| 998134 | 589662

Am Slhlusse des Rehnungsmonats verblieb in den Lagern und A unter fteuerliher Kontrole ein Be-

Die vorstehende Nachweisung beruht auf den Angaben, welche in den der unterzeihneten Stelle seitens der betreffen- den Zentral - Finanzbehörden der Bundesstaaten allmonatlich zugehenden Reichssteuer-Uebersichten gemacht sind.

Berlin, im Januar 1894.

D pes Reichs-Schagzamts.

Jn der Ersten Beila

Wechselstempelsteuer eit vom 1. April 1893 bis zum Schluß des Monats ezember 1893 veröffentlicht.

zur heutigen Nummer des „N.- u. der Einnahme

ahweisun en Reich für die

im Deut

Königreich Preufßen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Gerichts-Affessor Gustav Röder zu Düsseldorf zum Regierungs-Rath zu ernennen.

Zeremoniel

am 17. Januar 1894 im Königlihen Schlosse zu Berlin stattfindenden Versammlung

Kapitelfähigen Ritter des hohen Ordens vom Schwarzen Adler.

derx Kuiser Und König, “Souverän und Oberhaupt des hohen Ordens vom Schwarzen Adler, haben Allergnädigst beschlossen, Mittwoch, den 17. Ja- nuar 1894, mit den anwesenden Kapitelfähigen Rittern im Königlihen Schloß Königlihen Hoheit Ferdinand

Majestät

zu Berlin JInvestitur Prinzen

Seiner Durchlaucht des Fürsten zu Schaumburg-Lippe, sowie des Präsidenten inisteriums, Staats-Ministers und Ministers des Innern Grafen zu Eulenburg vorzunehmen

Kapitel abzuhalten.

des Staats-

B L

Jhre Königlichen Hoheiten die Prinzen des König- lichen Hauses, die hier anwesenden aus altfürstlihen souveränen U dem Fürstlihen Hause Hohenzollern versammeln si um 12 Uhr Mittags in den Gemächern Seiner Majestät König Friedrih's I., woselbst Höchstdenselben die Ordensmäntel dur den Ordens-Schaßmeister Bork angelegt werden, welchen Königliche Kammerdiener dabei unterstüßen.

Die Anfahrt is durch Portal Nr. 5 bei der Wendel-

ohen Ordensritter äusern und aus

en Ordens

S 2. Die übrigen Kapitelfähigen Ritter des ho ì as Königs-

versammeln sich s{hon um 11 Uhr in der an i immer zur Rechten angrenzenden boisierten Galerie. rdensmäntel derselben werden dort in Bereitschaft gehalten

Die Anfahrt is gleihfals durch Portal Nr. 5 bei der Wendeltreppe.

Die Eingangs genannten neu aufzunehmenden Ritter ver- sammeln sih ebenfalls um 113/, Uhr in der Brandenburgischen (Rothen Adler:) Kammer. :

Die Anfahrt is gleichfalls durch Portal Nr. 5 bei der

Wendeltreppe.

Der Anzug is für die Ritter des hohen- Ordens vom Schwarzen Adler in Gala, für die He l weißem Beinkleid und mit Schärpe, für die Herren vom Zivil mit weißen Unterkleidern (Knichosen, Schuhe und Strümpfe). Der Ordensmantel wird über der Militär- oder Zivil-Gala- Uniform, die Ordenskette, welhe die Kapitelfähigen Ritter ringen wollen, über dem Mantel angelegt. Die neu auf- neen Ritter (S 3) erscheinen mit dem Bande des Or

Für die Ordens-Beamten, welche sich bald nah 11 Uhr finden haben, ist der Anzug ebenfalls nterkleidern.

erren vom Militär mit

im Konigszimmer ein in Gala mit weißen i :

Es werden nur Königlih preußische, niht aber fremde . Orden getragen.

8 5.

Die Obersten Hof-, die Ober-Hof-, die Vize-Ober-Hof- und die Hof-Chargen, die Generale der Jnfanterie, der Kavallerie und der Ärtillerie, die Admirale, die Staats- Minister und der Minister des Königlichen Hauses, die General- Lieutenants, die Vize-Admirale, die

irklichen Geheimen Räthe und alle übrigen Personen, welhe zu dem Aufnahme-

&

Akte eingeladen werden, oder die zum Gefolge Seiner Majestät des Kaisers und Königs und Éhrer Königlichen Hoheiten der Prinzen gehören, versammeln fich um 113, Uhr, und zwar die Hof-Chargen, die Generale der Infanterie, der Ka- vallerie und der Artillerie, die Admirale, die Staats-Minister und der Minister des Königlichen Hauses , die General- Lieutenants, die E Admirale und die Wirklichen Geheimen Räthe im Rittersaal ; die General - Adjutanten, die Generale und Admirale à la suite und die Flügel - Adjutanten, der Geheime Kabinets - Rath Seiner

ajestät des Kaisers und Königs, sowie das Gefolge Jhrer Königlichen Hoheiten der Prinzen und der Hohen uriiGen Gäste in der Rothen (Drap d’or-) Kammer, in welcher sie so u verweilen, bis fie dem Zug nah dem Rittersaal folgen önnen.

Für die dem Aufnahme-Akt als Zuschauer beiwohnenden ersonen ift der Anzug in Gala mit Ordensband, für die rren vom Zivil mit dunkelem, für die Herren vom Militär

mit grauem Beinkleid und mit Schärpe.

Die Anfahrt if durch Portal Nr. 5, der Aufgang über

die Wendeltreppe durch den Schweizersaal. : S

Für die musikalische Begleitung der Jnvestitur-Feier sind

Trompeter mit langen Trompeten, welche mit den ent- sprehenden Banderolen versehen sind, im Rittersaale und auf dem silbernen Chore vertheilt ; ein Trompeterkorps hat hinter dem filbernen Chor A Rae

Sobald Jhre Königlichen Hoheiten die Prinzen des Königlichen Hauses, die hier anwesenden Hohen Ordensritter aus altfürstlihen souveränen Häusern und aus dem Fürfstlihen Hause Hohenzollern, sowie die übrigen Kapitelfähigen Mitglieder des hohen Ordens versammelt sind, maht der Ordens-Zeremonienmeister Graf zu Eulenburg Seiner Majestät dem Kaiser und Könige, Allerhöchstwelhe Sih in einem der Ge- mächer Seiner Majestät König Friedrich's T. den Ordensmantel anlegen lassen, davon geziemende Anzeige. Allerhö hsstt- dieselben geruhen hierauf, unter Vortritt Jhrer Königlichen Me der Prinzen und der obenerwähnten Fürstlichen

rdens-Ritter, Sih nah der an das Königszimmer angren- zenden boisierten Galerie zu begeben, in welher die dort versammelten Ritter (S 2) sich bereits nah dem Datum ihres Ordens - Patents, paarweise, die jüngsten voran, aufgestellt haben und Jhren Königlichen Hoheiten vortreten. Auf diese Weise ordnet sich mit den im Königs- zimmer befindlihen Ordens-Beamten, Herolden und Pagen nachstehender Zug:

1) zwei Ordens-Herolde ; .

2) die Hofpagen, welche die Ordens -Jnsignien der neu aufzunehmenden Ritter tragen, und die Pagen Jhrer Königlichen Hoheiten der Prinzen ;

3) der Ordens-Schaßmeister Bork; _

4) der Ordens-Sekretär, Vize-Ober-Zeremonienmeister, Gehcime Ober-Regierungs-Rath und vortragender Rath im Ministerium -des Königlichen Hauses Graf von An den Ordens-Statuten,

un L der Ordens-Zeremonienmeister, Ober-Zeremonien- meister und Ober-Hof- und Haus-Marschall Graf zu Eulenburg, mit dem Stabe;

5) die im § 2 erwähnten Kapitelfähigen Mitglieder des Ordens, nah dem Alter ihres Ordens-Patents, paar- weise, die jüngsten voran; S der Ordens - Kanzler , Oberst - Kämmerer Fürst zu Stolberg-Wernigerode, mit dem Ordens-Siegel;

) Ihre Königlichen P aD die Prinzen des Königlichen Hauses, die hier anwesenden Hohen Ordensritter aus altfürstlihen souveränen Häusern und aus dem Fürstlihen Hause

ohenzollern, nach dem Alter Höchstihres Ordens- Patents, paarweise, die jüngsten voran; 8) Seine Majestät der Kaiser und König. J 6.

Der Zug bewegt sich nach dem Rittersaale. Dort an- gelangt, treten die Herolde dem Throne gegenüber, die Pagen Jhrer Königlichen Hoheiten der Prinzen, sowie die Hofpagen, welche die Arianien tragen, stellen fh rehis und links von den Herolden bis zum Königlichen Throne im Kreise auf, die Leibpagen Seiner Majestät des Kaisers und Königs auf. der untersten Stufe des Thrones hinter dem Thronsessel.

Der Ordens-Schaßmeister tritt, sobald die Aufstellung der Pagen erfolgt ift, zur Rechten der Herolde, bis er feinen Plaß zwischen denselden einnehmen kann. j

Der Ordens-Sekretär erwartet am Throne links den Ordens-Kanzler. i i i : .

Die im § 2 erwähnten Kapitelfähigen Ritter stellen sich vom Throne zur Linken in einem Halbkreise auf, und zwar so, daß die dem Ordens-Patent nah ältesten dem Thron zunächst zu stehen kommen. :

Der Ordens - Kanzler, und zur Linken desselben der Ordens-Sekretär, nehmen ihre Stellung links an den Stufen s T (iben: Döbeilen dle Pri C4 LUUi

Jhre Königlichen Hoheiten die Prinzen de öntg- iges Hauses, die hier anwesenden Hohen Ordens- ritter aus altfürstlihen souveränen Häusern und aus dem Fürstlihen Hause Hohenzollern, stellen sich

ur Rechten des Thrones nah dem Alter Höchstihres Ordens- atents im Halbkreise auf. E i

Schon vor Ankunft des Zuges sind im Rittersaale die zu dieser Festlichkeit eingeladenen Obersten Hof-, Ober-Hof-, Vize-Ober-Hof- und Hof-Chargen, die Generale der Jn- fanterie, der Kavallerie und der Artillerie, die Admirale, die Staats-Minister und der Minister des Königlichen Hauses, die General-Lieutenants, die Vize-Admirale und die Wirklichen Geheimen Räthe erschienen, und es haben die Hof-Chargen und der Minister des Königlichen Hauses rechts vom Throne, die Generale, die Staats-Minister und die Wirklichen heimen Räthe dem Throne E ihre Stellung eingenommen. Links vom rone treten die General - Adjutanten, die Generale und Admirale à la suite und die lügel - Adjutanten, der Geheime Kabinets-Rath Seiner Majestät des Kaisers und Königs, sowie das Prinzliche olge, welhe sich in der Rothen (Drap d'’or-) Kammer versammelt hatten und dem Zuge nach dem Rittersaale gefolgt sind.

Bei dem Herannahen des Zuges ertönt von den im Rittersaale ftehenden Trompetern ein kurzer Nuf, welcher von den auf dem silbernen Chore stehenden aufgenommen wird. Sobald die Spiße des Iro den Rittersaal erreiht, seßt auf dem silbernen Chor

-

ine shmeiternde ein dauert bis Seine Maiesttt ar Feier as Rene Be Thron egen : 8

Seine Majestät der Kaiser und König, auptes, besteigen den Thron, lassen Sich auf dem hronsessel nieder und ertheilen dem Ordens-Zeremonien- meister den Befehl zur Einführung Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig Ferdinand von Seiner Durchlaucht des Fürsten zu Schaumburg-Lippe. Hierauf begeben Sih Seine Durélaucht der Prinz riedrich von Hohenzollern und Seine Durhlaucht der rinz Adolf zu Schaumburg-Lippe, nahdem H dieselben Sih vor Seiner s vgl dem Kaiser und König verbeugt haben, unter Vortritt der Herolde, und dem Ordens - Zeremonienmeister, in die Bran (Rothe Adler-) Kammer, empfangen dort Seine Königli Hoheit den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern und Seine Durchlaucht den Fürsten zu S aumburg-Lippe, Het elGen ie beiden Durchlauchtigsten Ritter bis zur eendigung der Zeremonie als Parrains zur Seite bleiben, und feelen Höchstdieselben bis an die Stufen des Thrones. lbst angelangt, verbeugen sich Alle vor Seiner Majestät

Dase dem Kaiser und König.

Der Ordens-Schagmeister tritt unterdessen zu den die

Insignien tragenden Hofpagen.

Der Ordens-Zeremonienmeister nimmt seine Stellung dem Ordens-Kanzler gegenüber an den Stufen zur Rechten des

Thrones ein.

Bei dem Erscheinen der neu zu investierenden Ritter im Rittersaale ertönt von den daselbst auf- gestellten Trompetern eine kurze Fanfare, welche von dem silbernen Chor aus nachgeblasen wird und ver- flungen ist, sobald die neuen Ritter vor dem Throne

angelangt sind.

Seine Majestät der Kaiser und König lassen jeßt durch den Ordens-Kanzler dem Ordens-Sekretär einen Wi ertheilen, um die das Aufnahme-Gelöbniß betreffenden Ar- tikel 10 und 11 der Ordens-Statuten vom 18. Januar 1701

zu verlesen.

Nachdem dies geschehen, reiht der Ordens-Sekretär, welcher fich zur Linken des Ordens-Kanzlers aufgestellt hat, dem legieren das Statutenbuh offen, welches dieser ebenfalls geöffnet in die Hände Seiner Majestät des Kaisers und Königs niederlegt. Allerhöchstdieselben rihten sodann an die neu aufzunehmenden Ritter nah einander, und zwar unächst an den dem Patent nach ältesten die Frage: „ob derselbe geloben wolle, die ihm soeben bekannt Ritterpflichten zu erfüllen“, worauf der jedesmal Befragte, an den Thron hinantretend, indem er seine Rechte (die bloße Hand) auf das Statutenbuch legt, an Eides Statt erwidert :

„Ja, ih gelobe es!“

Der Ordens-Kanzler empfängt aus den Händen Seiner Majestät des Kaisers und Königs das Statutenbucz zurück, um dasselbe dem Ordens-Sekretär wieder zu übergeben.

Die neu aufzunehmenden Ritter begeben Sih in Ihre früheren Stellungen zurück und werden nunmehr, nachdem Höchstdieselben das Band des Ordens abgelegt haben, von den beiden assistierenden Parrains mit dem Ordensmantel

bekleidet. Während dieser äger silbernen Chor herab eine altdeutshe

Ritter.

Hierauf tritt dieser zum zweiten Mal an die Stufen des Throns, läßt Sih vor Seiner Majestät dem Kaiser und König auf das dur einen Pagen herbeigebrachte Kissen mit dem reten Knie nieder, und der Allerdurchlauchch tigste Großmeister geruht Höchstdemselben die Ordenskette

umzuhängen und die Accolade zu ertheilen.

Die Trompeter im Saale lassen einen neuen

Ruf ertönen, welher vom silbernen Chor aus mit einer dreimaligen Fanfare erwidert wird.

Der neu aufgenommene Ritter tritt auf Seinen Plaß

zurü.

Dieselbe Zeremonie wiederholt sich bei dem zweiten der

neu aufzunehmenden Ritter.

Die somit investierten beiden Ordensritter werden nun gleichzeitig von den assistierenden Parrains, unter Geleitung des Ordens-Zeremonienmeisters, zur Handreihung und dann zu dem Plate geführt, welhen Höchstdieselben unter den

Kapitelfähigen Ordensrittern einnehmen.

Während der Handreichung ertönt ein Ordensmarsch. ierauf kehren die Durhlauchtigsten Parrains auf Höchst-

ihre Pläße zurü. ih he S 10.

Seine Majestät der Kaiser und König ertheilen nunmehr dem Ordens-Zeremonienmeister den Befehl zur Ein- euro des Präsidenten des Staats-Ministeriums, Staats-

inisters und Ministers des Jnnern Grafen zu Eulenburg.

Hierauf begeben sich die als Parrains assistierenden Kapitelsmitglieder, der General der Kavallerie und General- Adjutant von Albedyll und der General der Jnfanterie Freiherr von Meerscheidt-Hüllessem, nachdem vor Seiner Majestät dem Kaiser und König verbeugt haben, unter Vortritt der Herolde, und geführt von dem Ordens-Zeremonienmeister, in die Brandenburgische (Rothe Adler-) Kammer, empfangen dort den Neuaufzunehmeæ den, welhem fie bis zur Beendtgung der Zeremonie als Parrains zur Seite bleiben, und geleiten denselben bis an dic Stufen des Throns. Daselbst angelangt, verbeugen sich Alle

vor Seiner Majestät dem Kaiser und Konig.

Bei dem Erscheinen des neu zu investierenden Ritters im Rittersaal ertönt von den daselbst auf- gestellten Trompetern wiederum eine kurze Fanfare, welhe von dem silbernen Chor aus nacgeblasen wird und verklungen ist, sobald der neue Ritter vor

dem Thron E S t.

Seine Majestät der Kaiser und König n jeßt wiederum die das Aufnahme-Gelöbniß betreffenden Artikel 10 und 11 der Ordens-Statuten durch den Ordens-Sekretär ver- lesen und rihten sodann, nachdem a S

Statutenbuch abermals überreiht worden i

ayern und

eführt von

ertöónt von dem längere Fanfare.

Der Ordens-Kanzler überreiht sodann auf einem roth- sammetnen Kissen, das er vom Schaßmeister empfangen, Seiner Majestät dem Kaiser und König die Ordens- keite für den dem Patent nach ältesten der neu aufzunehmenden

stdemselben das T v, lie unchmenden Ritter die Frage: „ob derselbe geloben wolle, p Via * soeben bekannt gemachten Ritterpflichten erfüllen

worauf der Befra an den Thron hinantretend, indem er b seine E die bloke Hand) auf das Statutenbuch legt, an

„Ja, ih gelobe es!“ Der Ordens-Kan ängt aus den Händen Seiner Majestät des Kaisers und Königs das Statutenbuh zurü, um dasselbe dem Ordens-Sekretär wieder cinzuhändigen.

Der neu aufzunehmende Ritter begiebt sich in seine frühere Stellung zuräck und wird nunmehr, nahdem er das Band des Ordens vg hat, von den beiden assistierenden Parrains mit. dem Ordensmantel bekleidet.

Während dieser Einkleidung ertönt von dem silbernen Chor herab eine altdeutshe längere Fanfare.

Der Ordens-Kanzler überreicht sodann auf einem roth- sammetnen Kissen, das er vom Schaßmeister empfangen, Seiner Majestät dem Kaiser und König die Ordens- kette für den neu aufzunehmenden Ritter. ,

Hierauf tritt dieser zum zweiten Mal an die Stufen des Throns, läßt sih vor Seiner Majestät dem Kaiser und König auf das durch einen Hagen herbeigebrahte Kissen mit dem rechten Knie nieder, und der Allerdurhlauchtigste Großmeister geruht demselben die Ordenskette umzuhängen und die Accolade zu ertheilen.

Die Trompeter im Saal lassen einen neuen Ruf ertönen, welcher vom silbernen Chor aus mif einer dreimaligen Fanfare erwidert wird.

Der neu aufgenommene Ritter tritt auf seinen Plagz zurück und wird nun von den assistierenden Parrains, unter Geleitung des Ordens-Zeremonienmeisters, zur Hand- reihung und dann zu dem Plage geführt, welchen er unter den Kapitelfähigen Ordensrittern einnimmt.

Während der Handreihung ertönt ein Ordens-Marsch.

Hierauf kehren die Assistenten auf ihre Pläße zurü.

4 8-12.

Seine Majestät der Kaiser und König erheben Sih, um das Ordenskapitel abzuhalten. Dies geschieht im Kapitelsaale, wohin fih vom Rittersaale aus in der unter p 6 beschriebenen Weise der Zug, in welchen an den entsprehenden Stellen die investierten neuen Ritter eingetreten sind, in Be- wegung seßt. j :

Die im Rittersaal aufgestellten Trompeter betonen die Beendigung der Jnvestitur-Feier dur einen Nuf, welcher auf dem silbernen Chor aufgenommen wird. Eine kräftige Fanfare begleitet den Zug der Ritter aus dem Saale.

Die Herolde, welhe dem Zuge wieder vorgetreten find, bleiben in der Rothen Sammetkammer am Ein- ange zum. Kapitelsaale stechen. Nach Eintritt der Ritter, und nachdem die Pagen den Kapitelsaal verlassen haben, wird die Thür desselben geschlossen.

Hiermit endigt der Akt der Jnvestitur, und das Kapitel beginnt. i

Von den Hof - Chargen, den General - Adjutanten, den Generalen und Admiralen à la suite und den Flügel- Adjutanten, sowie von dem Prinzlihen Gefolge, erwarten im Rittersaal nur die dienstthuenden die Rückkunft Seiner Majestät des Kaisers und Königs und Jhrer Königlichen Hoheiten der Prinzen.

S183 _ Sobald der Allerdurhlauctigste Großmeister das Kapitel geschlossen hat, formiert der vorbeschriebene Zug sih in um- g ehrter Ordnung. Hierauf erheben Seine Majestät der aiser und König Sich an der Spitze sämmtlicher Ritter nah der Shwarzen Adler - Kammer, wojelbst die Mäntel ab- gelegt werden.

Berlin, den 15. Januar 1894. Auf Seiner Kaiserlichen und Königlichen Majestät Allergnädigsten Spezial-Befehl[.

- i Graf A. Eulenburg, Zeremonienmeister des hohen Ordens vom Schwarzen Adler.

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Der außerordentliche Professor an der Universität Bonn Dr. Minkowski ist in gleicher Eigenschaft in die philosophische Fakultät der Universität Königsberg verseßt worden.

, Den Privatdozenten in der philosophischen Fakultät der Universität Marburg Dr. Karl Wenck und Dr. Reinhard Brauns ift das Prädikat Professor bei elegt worden.

Am Schullehrer - Seminar zu Pilchowik ist der Lehrer Hein als Hülfslehrer angestellt worden.

Nichkamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 16. Zanuar.

Seine Majestät der Kaiser und König arbeiteten beute Morgen von 8 Uhr ab zunächst allein und hörten von 8/, Uhr ab den Vortrag des Chefs des Militär- kabinets, Generals der Jnfanterie von Hahnke. Um 11 Uhr fand die feierliche Eröffnung des Landtags dur Seine Majestät im Weißen Saale des Königlichen Schlosses statt. Um 12 Uhr nahmen was stdieselben die Meldung des Fürsten aaen ¿u Solms-Hohenjolms-Lich, aus Veranlassung seiner Beförde- rung zum General-Major à la suite der Armee, entgegen.

i estern Abend 8 Uhr 53 Minuten Jae Ihre König- lichen Hoheiten der Prinz und die in udwig Ferdinand von Ba und um 10 Uhr 36 Minuten Jhre Durhlauchten der Fürst und die Fürstin von Schaumburg-Lippe aus Bücke- burg zum Besuch am Königlichen Hofe hierselbst ein.

-

Der Abs des Bu S Verkehr hielt heute eine O orn fle ck Qanbeb ins

Es wird hiermit darauf au

fmerksam gemacht, daß der und die Ü

ubrigen Drufsachen der Börfen-Enquête- on niht in der Reichsbank, sondern lediglich sdrudckerei, Oranienstraße 90/91, zu haben sind.

Der Bevollmächtigte zum Bundesra Hansestadt Lübeck Dr. Milan ist hi

th Dr. von Gizycfki zu Oppeln ift Breslau Srseit worden. erlohn ift

zur Hilfeleistung in den landräthli t worden.

„, Senator der freien ier angekommen.

an das Königliche r:-Präfidium zu : Regierungs-Afessor Dr. bis auf weiteres dem Landrath des bezirks Düsseldorf, Geschäften zugetheil

Der Premier-Lieutenant der Land

ist unter Ueberweis wehr-Infanterie Kieser

ung zu der Korps-Jntendantur X. Armee- [e pm etatsmäßigen Militär-Jntendantur-Assessor ernannt

Die evangelische Landessynode tritt der tg.“ zufolge heute 1n Darmstadt ag steht u. a. der Erlaß einer A erlobung Seiner Königlichen Ho g. An den folgenden Tag für den Religionsunterricht Gemeinden des Großherzogt

usammen. Für den ersten resse aus Veranlassung der heit des Großherzogs zur Zagen wird dann der Leitfaden in. den evangelischen unierten hums (Katechismus) berathen

Elsaß-Lothringen. e Statthalter Fürst Hohenlohe ist dem olge gestern von Straßburg nach Berlin

Berathun

Der Kaiserlich vaD, L. D. zuf

Deutsche Kolonien. Deutsch - Ostafrika hat eine hébung einer Erbschaftssteuer Nahlässen Farbiger, erlassen. fall der Bezirks-Amtmann von cher Weise die Höhe des Nachlasses festzu- erselbe auf Erben der ersten Klasse über- rthe des Nachlasses nah Ab- rigen Fällen fünf Prozent als Erhebt der Erbe

Der Gouverneur von Verordnung, betreffend die E und die Regelung von nah hat bei jedem Erb wegen in summaris stellen und, wenn geht, zwei Prozent von dem Wert ; er Schulden, in allen üb bschaftssteuer zu erheben. sezung der Höhe des Nachlasses Widerspruch, naue Ermittelung anzustellen. Wenn der Erbe biger des Nachlasses es beantragt, h die Regelung der Hinterlassenschaft i In diesem Fall werden an Stelle fünf Prozent der vorhandenen Akt Schulden als Gebühr für die Nachla

Der Kaiserlihe Gouverneur v aus die

egen die Fest- o ist eine ge- oder ein Glâäu- at der Bezirks-Amtmann n die Hand zu nehmen. der Erbschaftssteuer stets ivmasse vor Abzug der pregulierung erhoben.

immerer hat am | eise nach Kamerun olonial-Abtheilung des Auswärtigen ungs-Rath Rose ist am 8. d. M. um Ermittelungen abten, jeßt nieder- Polizeitruppe

Der in der Amts beschäftigte Regier ch Kamerun abgereist, rjahen der daselbst stattgeh eines Theils

angetreten.

geshlagenen anzujtellen Der Hauptmann reise angetreten, Polizeitruppe

Morgen 1 um Verfstärkungsmannschaften in Kamerun anzuwerben. gegeben der Second-Lieutenant Dominik u l Der bisher in der Kolonial-Abthe Regierungs - Assessor von Salßwedel

für die Jhm - sind bei- n E jeilun ästigte hat uet dem a angenen Dampfer der Woer- amerun angetreten, um beim ent zunächst auftragsweise be- Polizeitruppe in Kamerun sind der Artillerie-

mann-Linie die dortigen Kaiserlihen Gouvernem äftigt zu werden. ize-Feldwebel Biernaßkr chumann und der Lazarethgehilfe Seebe a Sie haben am 8. beziehungsweise 10. d. M. die : . ist auch der ampa nach Kamerun abgereist, um i truppe Verwendun mann Morgen a hier erzogen und im Gard

Der Kaiserlihe L Puttkamer, hat am Reise nah seinem Posten üb

Unteroffizier ngenommen. | Ausreise an- Afrikaner Unteroffizier m in der dortigen Polizei- Er ist, nachdem er den Haupt- en _ in Kamerun b e-Füsilier-Regiment ausgebildet

Am 8. d. M

dessen Reis eitet hatte,

andeshauptmann von Togo, von M. Berlin verlassen und die“ U er Genua angetreten. Mittheilung aus dem deutschen Schußgebiet Telegraphenverbindung zwishen Lome und ggestellt und am 9. Januar d. J. eröffnet worden. ung der Linie von da bis it zu erwarten.

Die Neu-Guinea-Kompagnie hat dur den Tod des Dr. med. Herrn Ph. Emmerling einen r. Emmerling war de

telegraphischer Togo if die Quitta ferti Klein-Popo steht in

[hmerzlichen Verlust n „Nachrichten über zufolge aus dem Sanitätsdienst der istenz-Arzt 1. Klasse im Großherzoglich goner - Regiment Nr. 23 der Medizinal - Abtheilung

im Beginn des Jahres 1891 über- Á an die arat in daes U atte, die ärztlihen Geschäfte i 1891 Überitonimen. N Friedrih Wilhelmshafen nach rthin bis zu seiner am 6. Erkrankung nach dem Zeugniß des _ Pflichttreue und Hingebu wie als Mensch gleih hoh hat am 2. Juni 18983 die nie und des Ges en übernommen. ¿nz

erlitten. Herr Kaiser Wilhelmsland“

Armee, der er als Af Hessishen Garde - Dra durch Vermittelung lihen Kriegs - Minis Guinea - Kompagnie getreten und haite, vorbereitenden Studien benu ansort am 22. Jun ansort und später in

entralstation do

angehörte, des Koönig-

nachdem er einen

Verlegung der

Landeshauptmanns mit und wurde als Arzt Dr. med. Jenßgßf

Arztes der Neu - Guinea - Komp beamten für Friedrih Wilhelmsha

hâfte des

Oesfterreih-Ungarn. weiteren Verlauf der

en Verhandlungen gegen „Omladin Ó L bi

eshloß der Gerichtshof, Prag berichtet, den Ausschluß der Vertheidiger ihre Vertrauensmänner gsberichterstatter und Abgeordnete geklagte benahmen sich heraus- Präfidenten aufs strengste zur Ordnung

e der E. D Oeffentlichkeit, worauf die

ernannten. fordernd und wurden vom

s n

verwiesen. Ansammlungen, die vor dem Gebäude der alt- czehishen Zeitung „Hlas Národa“ stattfanden, wurden zer- streut. Heute wurde die 326 Seiten umfassende Anklage- LAetit verlesen. Die Anklage lautet auf Hochverrath,

ajestätsbeleidigung und Beleidgung von Mit- Feveen des Kaiserlichen Hauses, ferner auf Geheim- ündelei, Beléidigung einer geseßlich anerkannten Kirche, Diebstahl, boshafte Beshädigung fremden Eigenthums und Betrug. Angeklagt find Anton Hol z- bach, 19 Jahre alt, Journalist, und 75 Genossen. Das Alter der leßteren variirt zwishen 21 und 16 Jahren, nur einer ist über 30, 19 find über 20 Zehe alt. Dem Stande nach find die AHEEREEs andwerksgehilfen, Arbeiter, einige Journa- listen, zwei ofatur-Konzipienten und zwei Studé#ten. Als Zeugen sind 100 Personen, darunter 27 Polizeibeamte, vor- geladen.

In den Gründen der Anklageschrift werden zunächst die Demon- strationen am Vorabend des Geburtsfestes des Kaisers, 17. August 1893, geschildert, bei welher Gelegenheit zahlreiche, den Monarchen und die Allerhöchste ! Familie beleidigende, zumeist bektographierte Zettel verbreitet wurden. Diese Demonstrationen waren von mehb- reren Perfonen vorbereitet, und der Geheimbund Omladina hat dabei vie uptrolle gespielt. Die Anklageschrift verbreitet sch des längeren über die Entstehung, den Zweck, die Organisation und die Thâtigkeit dieses Geheimbundes. us dem bei dem Angeklagten

iegloser kTonfiszierten Loeniche geht bervor, daß die Anfänge eines Verbandes zur Veranstaltung von Kundgebungen in die Zeit der Landes-Jubiläumsausftellung 1891 zurückreihen und als Ausfluß der im Kongresse der slavishen Studentenshaft in Wien 1890 voll- ftgenen _Vereinigung dieser Studentenshaft mit der fortschrittlichen rbeitershaft anzusehen sind. Dieser Konareß accevtirte das Programm der vollständigen Gleichberechtigung, der föde- rativen Umgestaltung Oesterreißs und der Verbrüderung der Arbeiter mit der intelligenten Bürgerschaft. Am 15. September 1892 wurde beschlossen, einen Verein „Omladina“ zu gründen, dessen Statuten jedo von der Statthalterei niht genehmigt wurden. Deften- ungeachtet hat der Verein seine Thätigkeit begonnen und als seinen weck die Veranftaltung von Straßen - Demonstrationen behufs Sinshüchterung der Polizei, die Veranstaltung von Auf- läufen nationalen und internationalen Charakters angesehen. Mit Ausnahme des ermordeten Mrva und vier Konsorten leugneten alle Angeklagten die Existenz eines Gebeimbundes unter diesem Namen und’ mit dem obigen Zwecke und erklärten, bloß Fort- schrittsfreunde zu sein, die soziale Fragen im nationalen Geiste [öfen wollten. Sie wollten bloß das czeische Volk gegen die Deut- sen vertheidigen und Straßenkundgebungen gegen alle das czechishe Volk beeinträhtigenden Maßregeln veranstalten. In einem bei dem Angeklagten Holzbach vorgefundenen Briefe wurde jedoch als Ziel des thatsählich existirenden Vereins die gemeinsame Umge- staltung der Staatsform und die Hervoxrufung einer europäischen Revolution bezeichnet. Auf Befragen erklärte der Angeklagte Holzbach, daß er den Termin bis zum Jahre 1898 für diesen Zweck als zu- reihend halte. Später erflärte Holzbach diese Aeußerungen als bloße Phantasiegebilde. Die Organifation der „Omladina“ Latte die Zabl fünf zur Basis. Ein gemeinsamer fünfgliedriger Auf- sichtsfenat nominierte die Vorstände von fünfgliedrigen Riegen. Dieser Senat ernannte ‘einen Diktator mit unbeschränkter Macht. Vrgane der „Omladina* waren „Daumen“ und „inger“. In ver- trauliher Sißung der „Geïossen“ wurde der „Daumen“ gewählt, diefer kooptierte vier „Finger“, diese wählten wieder einen „Daumen“ und dieser zweite „Daumen“ stellte sh dem ersten vor. Der zweite „Daumen“ wählte vier „Finger“, diefe einen „Daumen*, der h wieder dem erften „Daumen* vorstellte u. |. w. Der erfte „Daumen“ fannte fomit alle „Daumen“, aber die übrigen „Daumen“ kannten \ich gegenseitig nicht. Von den eFingern“ kannten einander nur immer jene vier, welche unter einem gemeinjamen „Daumen* waren.- Alle Aktionen dirigierte der erste „Daumen“, der somit Diktator war und die übrigen „Daumen“ von den geplanten Unternehmungen verständigte. Die Zahl der Mit- glieder der „Omladina“ betrug 720. Der Verein hatte Ortsgruppen in Jun bunzlau, Pilsen, Budweis, Reichenberg und Kladno und unterhielt Beziehungen zur „Omladina* in Wien, Galizien mit ein- ¿elnen Ruthenen, Serben und Slovenen. Nach den Aussagen einiger Angeklagter unterhielt die „Omladina* freundschaftliche Beziehungen zur jungczehischen Partei. Einige jungczechische Abgeordnete besuchten vertrauliche Sißungen der „Omladina“. Zu den ecisrigsten Mitgliedern zählten Ziegloser, Holzbah, Rybad, Weigert und Duda. In den Versammlungen wurde u. a. die Be- sude Ag der Statue des Kaisers Franz I. beshlofsen und zahlreiche Demonstrationen in Scene gesetzt. Die Anklageschrift führt mebrere solhe von der „Omladina* inscenirte Tumulte an. Publiziftische Drgane der „Omladina* waren: „Zeitshrift der fortschrittlichen Studentenfchaft“, später „Neue Strömungen“, die e fortschrittlichen Blätter“, und „Neodvistlost“. Die Anklageschrift führt sodann die jeden einzelnen Angeklagten belastenden Momente an.

«n einer gejtern in Budapest abgehaltenen Konferenz der liberalen Partei theilte der Vorsißende den Austritt von 13 Mitgliedern mit. Auf eine Anfrage des Grafen StephanKarolyi erklärte derMinister-PräsidentDr.Wefkerle, den Wählern gegebene Versprechen seien unbedingt bindend; wenn deren Einhaltung unmöglich werde, so bleibe nur die Mandats- niederlegung übrig. Der Minister-Präsident sprach sodann den Wunsch aus, es moge als Parteifrage erklärt werden, daß Gegner der fkirchenpolitischen Vorlage im Verbande der Partei nicht bleiben könnten. Die Partei entsprah unter stürmischer Zustimmung diesem Wunsche.

Großbritannien und Jrland.

_ Das Oberhaus hat gestern die erste Lesung der Kir ch- jpielrathsbill angenommen und sih darauf bis zum Frei-

tag vertagt. E _ Frankrei.

In der gestrigen Sißung der Deputirtenkammer nahm Dupuy den Prôäsidentensiß ein und hielt, wie „W. T. B.“ berichtet, eine Ansprache, worin er daran erinnerte, daß das Land von der Kammer ernsthafte Arbeit und ruhige, würdige Berathungen erwarte. _Der Finanz - Minister Burdeau brachte sodann den Geseßentwurf wegen Konversion der U/zprozentigen Rente ein. Danach sollen die Jnhaber für jedes Stü 41/-prozentiger ein solches 31/zprozentiger Rente erhalten mit Zinsgenuß vom 16. Februar ab und der Garantie, daß vor dem Zahre 1902 eine neue Konversion nicht stattfinden werde. Die aus der Konversion sih ergebende Ersparniß wird sih auf ungefähr 68 Millionen jährlich belaufen. Jn der Begrün- dung wird auf die ruhige und friedlihe Lage Europas hin- Nen und hervorgehoben, man fönne Für die Durch-

hrung der Maßregel kaum einen günstigeren Moment abwarten. Die Regierung abe als Zinsfuß 31/2 Proz. gewählt, um die Jnteressen der Rentenbesißzer zu schonen. Die 3prozentige Rente trage bei einem Kurse von 98 3,06 Proz. ; die neue 3!/sprozentige Rente werde 3,383 Proz. tragen. Zur Durchführung der Operation sei ein Kredit von 3 850 000 Fr. erforderlich. Auf den Antrag des Finanz-Ministers wurde der Entwurf mit 340 gegen 144 Stimmen der Kredit-Kommission überwiesen, die ihn nah kurzer Debatte eiustimmig annahm. Der Deputirte Poin- carré wurde zum Referenten gewählt und wird heute seinen Bericht erftatten.