1894 / 44 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E Deutschland war von Anfan üste zwishen englishen und französis immer weiter ins Hinterland vorgedrungen, bis mächtige Konkurrenz der Niger - Expeditionen in das Hinterland sind was zu retten war, i} gerettet worden.

uns

Der deutsche

haben, wenn es gelingt, im Reichstag eine Mehr volle Kolonialpolätik zu gewinnen.

Volkamer zum Gegenstande einer nik macht worden. Durch Herrn von Stetten haben wir eine genaue Untersuhung anstellen lassen. Alle Vorwürfe wegen der s{lechten Ausrüstung, # Bewaffnung und Verproviantierung des Herrn von Volkamer in Balinga haben fich als ungerecht- fertigt ergeben; Herr von Stetten hat Lebensmittel in aus-

reihendem Maße vorgefunden. Herr von Volkamer follte fich nah

seiner Instruktion nicht auf kriegerische Unternehmungen einlassen,

fondern nur auf die Anknüpfung neuer Handelsbeziehungen bedacht

sein. Die Dahomeleute reichten zur Vertheidigung der Station voll- ständig aus; das beweist der Umstand, daß troy des Todes ‘der Weißen die Dahomeleute unbehindert dort blieben. Diese Dahomeer sind ohne Wissen der Regierung von Herrn von Gravenreuth . ange- worben. So lange niht jede Expedition mit einem Telegraphen- kfabel ausgerüstet ist, wird jede Station isoliert sein, fobald sie einige Tagereisen von der Küste entfernt ift. Daß Herr von Stetten niht früher zum Entsaß gekommen ist, lag daran, daß die Sammlung der Träger lange Zeit in Anspruch nahm. Herr von Volkamer kannte die Gefahren, welche ihm bevorstanden ; er brannte aber förmlich darauf, nah Kamerun zu gehen. :

Abg. Bebel (Soz.): Man möchte jeßt dem Neichstag den Vorwurf zuschieben, daß er durch Sparsamkeit alle Mißerfolge ver- schuldet hat. Was die ias, verlangt hat für die Kolonien, hat sie immer von der Mehrheit des Reichstags bewilligt erhalten. Wenn sie niht mehr verlangt hat, so bereist das, daß sie glaubte, mit dem Verlangten auskommen zu können. Das nationale Gefühl würde dadurh nicht beeinträchtigt, wenn wir keine Kolonien hätten. Die Nilpferdpeitshen sind von Parteigenossen nah Deutschland gebracht worden, ebenso wie die ersten Berichte über das Verfahren der Firma Wsölber u. Brohm. Die Firma Wölber u. Brohm bestreitet, Sklaven- handel getrieben zu haben ; sie habe freie Leute für die Congogesellschaft angeworben. Es ist aber nachgewiesen, daß einige ungesunde Dahome- leute wieder an König Behanzin zurückgeliefert sind, um gegen gesunde umgetausht zu werden. Wenn das kein Sklavenhandel ift, dann giebt es keinen. Redner verliest den bekannten Brief des Schiffs- arztes, der im „Hamburger Eho“ veröffentlicht worden ist. Die Regierung scheint ja nah besten Kräften dafür gesorgt zu haben, daß diesem schauderhaften Treiben ein Ende gemacht wird. Wenn anch niht das Reichs-Strafgeseßbbuch auf das Verfahren der Herren Wökber und Brohm angewendet werden kann, so fkann viel- leit eine alte hamburgishe Strafbestimmung auf sie angewendet werden, die noch nicht aufgehoben sein soll. Es wird erzählt, daß auf dem Dampfer „Marie Wörmann“ 21 Schwarze nah Liberia be- fördert wurden, die beim Löschen der Ladung einem feindlichen Stamme, der gerade zur Herrschaft gekommen war bei den dortigen Wirren, ausgeliefert wurden von dem christlihen Kapitän, der den Weitertransport der Leute niht übernehmen wollte. Die Revolte in Kamerun konnte bei der {hon lange herrs{chenden, vom Bericht selbst zugegebenen Unzufriedenheit der Dahomeleute vorhergesehen werden. Das Auspeitshen der Frauen brachte das Wasser zum Ueberlaufen. Daß der Unteroffizier von Schwarzen gewarnt wurde, zeigt, daß sie felbst in der höchsten Aufregung sih bewußt waren, daß es ih für fie nur um den Gouverneur handelte. Der Bericht des stellvertre- tenden Gouverneurs spriht nicht davon, daß alles ruhig sei; er meint vielmehr: für deutsche Kriegsschiffe sei genug zu thun, um das An- sehen Dextschlands wiederherzustellen. Sollen aber in der That unsere Marinesoldaten im inneren Dienst der Kolonien angewendet werden? Davon hatte keiner der Soldaten bisher eine Ahnung. Ich vin der Meinung, w die Negierung kein Recht hatte, diefe Marinesoldaten zum Dienst in einem Klima zu verwenden, welches für Europäer gesundheitsgefährlih ift. :

Gegen 5 Uhr wird die weitere Berathung bis Dienstag 1 Uhr vertagt.

Präsident von Leveßow theilt dem Hause mit, daß soeben der russische Handelsvertrag eingegangen ist.

Ueber die Nachhaltigkeit des Goldbergbaues in der südafrikanischen Republik Transvaal.

__ Die während meines viermonatlihen Aufenthalts in der süd- afrikanishen Republik Transvaal hinsichtlih der voraussichtlihen Nachhaltigkeit des Goldbergbaues gemachten Beobachtungen lassen sich kurz E in nachstehender Darstellung ltumenaliea:

Die geognostishe Ersheinungsweise des Goldes ist sehr verschieden. Es tritt auf in Gängen, in Flößen, im Laterit und im Alluvium. Die Gânge finden sich fast nur in teil aufgerihteten, vielfah meta- morphosierten Schiefern, Quarziten und Sandsteinen, welche silurischen Alters sind und als Swasischihten bezeihnet werden. Die gold- führenden Flöge sind Gebirgsglieder der Kapformation, welche zu- sammengeseßt aus Sandsteinen, Konglomeraten, Schiefern und Dia- bafen, etwa devon-karbonishen Alters ist. __ Die Kapformation, welche nicht die sharfe Faltung der Swasi- formation erfahren hat, überlagert leßtere, wo sie örtlih mit ihr zu- sammentrifft, diskordant, wird aber ihrerseits in gleiher Weise vielfach von den Schichten der meist nahezu horizontal liegenden Karroo- formation, (leiht bröcklihen Sandsteinen und Thonschiefern mit Kohlenflößen wechsellagernd) überdeckt.

Die Lateritgoldvorkommen finden sich in den Kapschichten, die ‘Alluvialgoldvorkommen in Swasi- und Kapschichten.

Geographisch vertheilen \sih die Goldfunde auf zehn Goldfelder, welhe nach der Goldgewinnung im Jahre 1892 fich einander unter- ordnen wie folgt:

Witwatersrand Goldfeld mit 37 663,1 kg (1 210 869*) Unzen)

Goldausbeute, De Kaap Z 19634 , ( 638125 Unzen) Lydenburg e O S D) Klein-Letaba 41 (C 14694 Klerksdorp 2189 (89605 Malmani G4 A ( (

2 061 Marabastad z 34,6 1118 Me Merg 4 166 315 Bryheid Z j 2,9 d 81

Selati x 06 (- 10,

Zusammen 41 225,3 kg (1 324 394 Unzen) Goldausbeute.

Die jangartgen Vorkommen finden sich in den De Kaap, Klein- Letaba, Malmani, Marabastad, Houtboschberg und Selati Goldfeldern, die flößartigen in den Witwatersrand, Klerksdorp und Vryheid Gold- feldern, wie theilweise auch in dem Lydenburg Goldfeld, die Laterit- vorkommen in den Lydenburg und De Kaap Goldfeldern, während die Alluvialgoldablagerungen in fast allen Goldfeldern, aber stets nur sehr untergeordnet vertreten sind.

ie {hon aus der Höhe- der Produktionsziffer ersichtlich, be- anspruht das Witwatersrand Goldfeld vor allen anderen eine weit

Dm

an ein Pufferstaat an der chen Besißungen; wir sind die über- esellschaft daran verhinderte. zahlreich gemacht worden ; war, Unter- nehmungsgeist wird immer noch Spielraum zu Cs Bethätigung

eit für eine maß- Den Tod des Premier-Lieutenants von Volkamer hat au die Regierung beklagt; jedoch müssen wir den Vorwurf zurückweisen, daß wir den Tod nicht zeitig genug veröffent- lit haben. Redner verweist auf seine Ausführungen in der Budget- kommission. Die Regierung wolle nichts vertuschen; die einzige Ber- zögerung liegt darin, daß wir erst die Familien in Kenntniß seßen, damit diese niht zuerst aus den Zeitungen solhe Nachrichten erhalten. Bedauerlicherweise ist dieser Fall von dem Bruder des Herrn von heftigen Zeitungspolemik ge-

1 trachtun

überwiegende Bedeutung; zudem ist dies das einzige, welches nah Maßgabe der evan bien Verbreitung und des geognostishen Auf- tretens seiner Goldablagerungen, sowie auf Grund der heute vor- liegenden Aufschlüsse des Bergbaues einigermaßen mit Zahlen zu be- legende Schlüsse hinsichtlih seiner E gestattet.

Das Witwatersrandvorkommen foll daher zunächst einer Be- unterzogen werden; an diese soll fih eine Besprechung der übrigen Goldfelder art chen unter Darlegung der Gründe, weshalb fir Je eine gleihe Berehnung zur Zeit oder überhaupt niht mög- ih ift. Etwa 50 km südlih Pretoria liegt ein westöstlich \treichender Höhenzug, der Witwatersrand, die Wassersheide zwischen den Fluß- gebieten- des Oranje und Limpopo, dem atlantishen und indischen

zean.

An diesen lehnt sich nach Süden hin eine breite Flößmulde von westöstlißhem Streichen an. Diese Mulde führt zahlreiche, mit Sandsteinshihten wechsellagernde Konglomeratflöße, deren Einfallen an dem Nordrande der Mulde sehr steil ist, nah der Mitte derselben hin sih aber wesentlich verflacht. Die Konglomeratflößze sind die Träger des Goldgehalts.

Sie lassen sih zu etwa acht Flößgruppen zusammenfassen, welche vom Nordrande nah der Muldenmitte hin bezeichnet werden als:

Du Preez-Flößgruppe (Du Preez reef series),

N baee (Main reef series),

ivingston-Flößgruppe (Livingston reef series),

Vogelflößgruppe (Bird reef series),

Kimberley-Flößgruppe (Kimberley reef series),

Klippoortje-Flößgruppe (Klippoortje reef series),

Elsburg-Flößgruppe (Elsburg reef series),

Schwarzflößgruppe (Black reef series).

Die einzelnen Gruppen bestehen aus 3 bis 6, die Elsburg-Flöß- gruppe fogar aus 30 einzelnen Konglomeratflößen.

Bis jeßt ist fast nur die Hauptflößgruppe näher bekannt geworden. Sie seßt G zusammen aus:

dem Nordflöß (North reef),

Hauptflög (Main reef),

Hauptflöß-Nebenflöß (Main reef leader),

Mittelflôß (Midadle reef),

Südflöß (South reef),

Südflöß-Nebenflöôöß (South reetf leader),

Diese einzelnen Flöße lassen sih indessen nicht in allen Gruben nachweisen; oft fkeilen sich Zwischenmittel aus, sodaß zwei Flöze zu einem einzigen sih zusammenschließen. j

_ Die Hauptflößgruppe ist bis jeßt auf etwa 80 km, wenn auch E auf kürzere Erstreckung unterbrochener Länge überfahren worden.

Nach Osten hin scheinen die ihr zugehörigen Flöße, östlih weiter- streichend, unter die Schichten der Karrooformation si hinzuziehen. Im Westen wenden sie sih bei Krügersdorp in kurzem Bogen nach Süden und vershwinden, nachdem sie noch auf längere Erstreckung in den Farmen Waterval und Randfontein nahweisbar sind, unter den Schichten des Potschefstroom-Gebiets. S

__ Der Südrand der Mulde ist bei Heidelberg durch die Grube Nigel Reef, welche daselbst auf mehreren nördlichen einfallenden Flöôßen einen gut zahlbaren Betrieb unterhält, fowie durch Aufschluß- arbeiten mehrerer anderer ‘Gesellschaften festgestellt worden. Ferner treten in der Gegend von Parys und Vredefort im Oranje-Freistaat eine größere Anzahl mit südlihem Einfallen an den Nordrand einer Graniterhebung bogenförmig sih anlehnender Konglomeratflöße auf, welche als der überkippte Südrand der Witwatersrand-Mulde auf- zufafsen sind.

Welcher der am Nordrand aufgefundenen Flößgruppen diese, sowie die bei Heidelberg gemachten Aufschlüsse entsprehen, kann noch nicht angegeben werden. Bei Gelegenheit einer Reise quer durch die Witwatersrand-Mulde von Johannesburg nah Parys und Vredefort habe ih diese Flöße an verschiedenen Punkten in Augenschein ge- nommen und namentlich in der Farm Elandslaagte eine Stelle ge- sehen, wo etwa 30 mehr oder minder mächtige Flöße, den Vaalriver kreuzend, sich in den Freistaat hineinziehen. An Ort und Stelle vor- genommene Waschversuche stellten das Vorhandensein von Gold untrüglich fest. Die Flöße verschwinden sowohl östlichß wie westlich der Graniterhebung unter den Karrooschichten.

_ Mehrere Gesellschaften waren zur Zeit meines Aufenthalts in Süd-Afrika, theilweise unter Anwendung maschinellen Diamantbohr- betriebs, damit beschäftigt, Verlauf und innere Beschaffenheit der Lagerstätten genauer zu ermitteln, um bauwürdige Ablagerungen durch Ankauf der Farmen sih zu sichern. Ob diefelben gute Erfolge erzielt haben, ist mir bis jeßt noch nicht bekannt geworden.

5 Entwirft man nah Maßgabe der am Nord- und Südrand der Mulde bekannten Aufschlüsse und des an der Tagesoberfläche zwischen Johannisburg und Parys zu beobachtenden Schichteneinfallens ein Idealprofil dur die Mulde, fo ergiebt sih troß eines in der Mitte der Mulde befindlihen flachen Sattels, daß die Muldentiefsten der beiden Spezialmulden zum mindesten in Teufen von 6 bis 7 km liegen werden.

Umfangreicherer Bergbau is} bis jeßt nur am Nordflügel der Mulde betrieben worden, und zwar ist er daselbst in den bei Johannes- burg belegenen Farmen Elandsfontein, Doornfontein, Turffontein und Langlaagte am weitesten vorgeschritten.

_ Der tiefste Saigerschaht hat auf Village main reef gold mine bei 156 m Teufe das gesuhte Flöß angetroffen. Das tiefste Bohr- loh aber erreihte in einem Bergwerkseigenthum der Rand Victoria gold mines füdlich Simmer and Jak die Hauptflößgruppe in rund 750 V q mien y

ie Bergbaubetriebe haben eine allmähliche Verflahung der Flöße nah der Teufe hin nachgewiesen. Das Einfallen beträgt ant in dem tiefsten Bohrloh nur noch 20 Grad.

_ Die Flöße selbst sind shihtenartig auftretende Anhäufungen von Quarzkieseln von Stecknadelkopf- bis zu Hühnereigröße, in den hängen- den Flößen, besonders der Kimberley-Flößgruppe, sogar bis zur Kinder- kopfgröße, welche mittels eines fieseligen Bindemittels von blaugrauer Farbe verbunden sind.

__Die Mächtigkeit der Flöße wechselt von der Die einer einfachen Kiefelshnur bis zu einigen Metern Weite; ein Flöß erreicht sogar bis zu 30 m Mächtigkeit.

„” Das Gold tritt fast nur innerhalb des Bindemittels, in seltenen avs auch in Kieseln auf; in leßterem Falle sheint es nur innerhalb einer, den Quarz durchziehender Spalten \ih vorzufinden.

__ Der Goldgehalt wechselt von wenigen Grammen bis über 100 g

auf eine Tonne Konglomerat. Er steht erfahrungsmäßig im um-

gekehrten Verhältniß zur Flößmächtigkeit, steigt mit der Ver @wäcun ; sinkt mit der Erweiterung des Flöges. Im allgemeinen haben viele innerhalb der Flögquerschnitte vorgenommenen Probefeststellungen eine sehr ungleihmäßige Vertheilung des Goldes ergeben, mit der Ausnahme allerdings, daß das Gold si oft angereichert findet in einzelnen, vorwiegend am Liegenden des Flößes sih entlangziehenden Schnüren R Kiesel. Der durhshnittliche Goldgehalt eines Flößes bleibt fih in den verschiedenen Teufen glei, wennzwar am Ausgehenden selbst eine gewisse Anreicherung als Ergebniß der Ver- witterung und Zerstörung des früheren, böber gelegenen Ausgehenden d Sbrar wurde. Es ist besonders wichtig, hervorzuheben, daß, ab- gesehen von einzelnen örtliden Abweichungen, welche die Regel aber nicht beeinträchtigen, keine Beobachtungen gemacht worden sind, welche auf eine Zu- oder Abnahme des durchschnittlihen Goldgehalts nah der Teufe hin schließen ließen.

Im frischen unzerseßten A Lugoera neren ist das Gold vielfa mit Schwefelkies innig verbunden; aber selbst wenn es als sogenanntes Freigold im Gestein ih befindet, ist es wegen zu feiner Vertheilung in der Regel mit dem Auge niht wahrnehmbar.

Soweit die Atmosphärilien im Laufe der verflossenen geologischen Perioden ihre Einwirkung auf das Konglomeratgestein ausüben konnten, ist es stark zersezt; die Schwefelkiese sind mehr oder weniger in Brauneisenstein oder in rothen Eisenocher umgewandelt; das Gestein ist leiht bröcklich, Gold vielfach mit unbewaffnetem Auge sichtbar

Der Uebergang aus dem zerseßten rothen in das unzerseßte blau: graue Gestein findet nah der Teufe zu allmählih ftatt und auf den einzelnen Gruben in verschiedenen Tiefen, meist zwischen 30 und 40 m Saigerteufe. - : /

Die Lagerstätten sind vielfah gestört ; zahllose Gesteins-, meist Dioritgänge, von geringerer oder größerer, zuweilen bis 30 m zu- nehmender Mächtigkeit, seten dur dieselben hindurch und bewirken häufige Verwerfungen und Uebersciebungen.

&m Fabre 1892 waren 69 Bergwerke in der Witwatersrand- Mulde in Betrieb mit einer Gesammtförderung von 1 795 630 t*) Konglomerat. Von diesen förderten 3 über 100 000 t, 6 von 50 000 bis 100000 t, 41 von 10000 bis 50000 t, 19 unter 10000 t Konglomerat. L :

Die Zahlen für 1893 sind z. Z. noch nit zu erhalten ; die Förde- rung wird aber zum Mindesten 2 000 000 t betragen.

Das in weithin sih erstreckenden, unterirdisheèn Abbauen ge- wonnene Haufwerk wird Pochwerken zugeführt, in denen ein Theil des Freigoldes durch Amalgamation gewonnen und die goldhaltigen Schwefelkiese als Pochschliehe (concentrates) meift durch Frue vanners ausgeshieden werden, um aus ihnen das Gold mittels des aréiag naiv Chlorinationsverfahrens auszubeuten. Die aus Poch- anden (sands) und Pohschlämmen (slimes) bestehenden Pochrück- stände (tailings) werden nah dem Mac Arthur Forest- oder Cyanid- Prozeß auf Gold behandelt. i

Das Goldausbringen vertheilt \ich in den einzelnen Werken auf die einzelnen Extraktionsprozesse natürlih sehr verschieden. Ein gut arbeitendes Werk erhält durch Amalgamation 55 bis 60 °/0; der Rest des Goldes vertheilt sich auf Pochschliehe, Pochsande und Poch- {lämme. In Verlust gehen z. Z. nur mehr d 9/0.

Kohle ist reihlich vorhanden. Die Karrooformation, welche den Osft- und Südflügel der Mulde theilweise überlagert, birgt reiche Ablagerungen von Kesselkohle, welhe an mehreren Orten {hon in Abbau genommen worden sind. Grube Brakpan bei Böksburg baut auf einer 6 m mächtigen Lagerstätte und förderte aus derselben vom 1. Oktober 1892 bis 30. September 1893: 202745 t Kohle. Die Moe kann mittels Eisenbahn den Goldbergwerken zugeführt werden.

Schmiedekohle steht im Middelburg-Bezirk am Olifantrivier in mächtigen, horizontal gelagerten und von den Thalhängen aus mit horizontalen Strecken leiht vorriht- und abbaubaren Flößen an. Sie muß allerdings zunächst noch mittels Ochswagen zu den Goldgruben U E werden.

ie Zabl der Arbeiter am Witwatersrand wird nah Maßgabe einec von der Chamber of mines zu Johannesburg im Sommer 1893 vorgenommenen fstatistishen Ermittelung auf rund etwa 3200 Weiße und 21000 Farbige veranschlagt werden können. Genauere Feststellung der Arbeiterzahl konnte leider niht erfolgen, weil einige Werksverwaltungen Zahlenangaben verweigerten. er Verdienst der Weißen beläuft sich auf 16—18 Sh. täglih; der Ver- dienst der Farbigen auf etwa 2—3 Sh. täglih. Die Schichtendauer beträgt 8—12 Stunden. i

Der Bergbau ift jeßt im allgemeinen gut geleitet ; die finanziellen Verhältnisse find nah Ueberwindung der Schwindelperiode in ent- schiedener Gesundung begriffen.

Die Goldausbeute betrug :

1800 C99 ko 10895 L18931 1690: 1090100 1891. 22/0919

( 230640 Unzen), ( 382 364 L ( 492 492 Ge E (29229 E 1892: B83(6008,9 (1210574 S 1895: 46 0842 (1480 0008) ), : (übershläglih 140 755,6 kg (4 524 293 Unzen), im Werthe von

1892: 87 499 339 A. (4297 610 £), 1893 voraussichtlich :

105 464 800 M (5 180 000 £).

Man erzielte im Jahre

1892 durch\chnittlich rund 20 gr (13 dwts.) Gold, 1893 2)

auf eine Tonne Konglomerat. ***)

Das gewonnene Gold ist stets noh verunreinigt durch Beimen-

ungen fremder Metalle, so daß es vor Verwendung in Münze und Industrie noch einer Raffination bedarf.

Die Goldbergwerke erzielen für 1 Unze Gold daher niht mehr

als 70 sh, oder für 31,1 gr rund 72 M. _ Die Selbstkosten find sehr verschieden ; sie belaufen sich im Durch- schnitt auf 27 # für eine Tonne Konglomerat. Bei Flößen mit ungünstigen Verhältnissen, namentlich geringer Mächtigkeit und vielen Verwerfungen, steigen sie zu 40 /\(. und mehr an; bei besonders günstigen Bedingungen, mächtigeren reihen Flößen, flaher Lagerung und wenigen Verwerfungen sinken sie auf 20 4 etwa herab.

Bei einem durchschnittlihen Selbstkostenbetrag von 27 4 und dem Werthe von 72 4 für 31,1 g (eine Unze) Gold deckt somit ein Goldgehalt von 11,7 g (7,5 dwts) die Selbstkosten.

___ Man betrachtet daher z. Z. 11,7 g Goldgehalt auf eine Tonne im allgemeinen als unterste Grenze für einen wirthschaftlihen Be- trieb. Wenige unter besonders günstigen Verhältnissen arbeitende Gruben sollen indessen {hon bei 7,5 g (5 adwts) Goldgehalt einen kleinen Nuten erzielen.

_ Hierbei ist indes zu beachten, daß bis jeßt die meisten Gruben fowohl zerseßtes wie unzerseßtes Konglomerat fördern, einige sogar überhaupt nur’ erst unzerseßtes.

Mit der Abnahme der Förderung zerseßten und der Zunahme der Gewinnung unzerseßten Konglomerats werden wegen s{wieriger Vor- richtungs-, Abbau-, Poch- und Extraktionsarbeiten die Selbstkosten unvermeidlih eine gewisse Steigerung erfahren; man s{chäßt diese Steigerung auf insgesammt 4—5 A für eine Tonne. :

Durh immer wirthschaftlihere Gestaltung des Betriebes, allmähliche Herabseßung der selbst bei den außerordentlichen Theuerungs- verhältnifsen befremdlich hohen Arbeitslöhne, billigere Frachten für Bedarfsartikel der Industrie nah Ausbau der Bahnlinie Delagoa Bai—Pretoria, und Herabminderung der Kaufpreise einzelner Artikel, welche z. Z. (Dynamit) künstlih hochgehalten werden, ist man an- dererseits aber auch in der Lage, auf eine Ermäßigung der Selbst- kosten hinzuwirken.

Die vorbezeichneten unteren Grenzen des Goldgehalts für einen wirthschaftlihen Betrieb sind maßgebend für die Wahl der in Abbau zu nehmenden Lagerstätten; man wählt zum Abbau in der. Regel nur slôge, deren Goldgehalt über jener Grenze liegt. So kommt es, daß man auf den Gruben des Nordflügels des Witwatersrands meist nur je zwei Lagerstätteu (sei es nun das Südflöß, Südflög-Nebenflöß, Middelflöß oder Odo beben f in Abbau genommen hat. Das Hauptflöß und das Nordflöß haben fh bis jeßt nur selten als zah- lend erwiesen.

Aus vorstehendem ergiebt \sih ohne weiteres, daß eine Berehnung des gesammten gewinnbaren Goldreihthums des Witwatersrands un- möglich ist. Das Goldfeld ist hierzu hef nicht hinreichend aufge- \{lossen; namentli steht nicht fest, welche Feldestheile außerhalb des Nordflügels der Mulde gewinnbringend werden in Abbau genommen werden können.

Man muß sich vorab darauf beschränken, einen bestimmt abge- grenzten, ausreichend erforshten Muldentheil in Betrachtung zu ziehen, und Mindestzahlen für diesen zu ermitteln suchen.

*) Deutsche Tonnen zu 1000 kg. Die Statistik der Goldindustrie

M N amerikanishe, sogenannte short tons = 1bs

e i g.

**) Genauer nach den jeßt vorliegenden Nachrichten 1 478 473 Unzen

und im Januar 1894 149 814 Unzen.

***) Nach E. Sueß (Die Zukunft des Silbers S. 46) wurden im Jahre 1888: 22,65 dwts.

13889: 1960

1890: 1904

O

y LOVL:

*) 1kg=5832,15 Unzen, 1 Unze (02) = 20 Pennyweights (Awts).

gewordens

auf eine Tonne Konglomerat erzielt.

Zu diesem Zweck eignet sich am besten der {on erwähnte, wischen der Oftgrenze des Goldbergwerks Langlaagte B und der Mestgrenze des Goldbergwerks Glencairn gelegene Feldestheil, in dem die größeren Bergwerke des Witwatersrands gelegen sind. :

Im Jahre 1892 sind von den ihm zugehörigen Gruben allein 24 350,6 kg Gold gegen 37 653,9 kg Goldgewinnung des ganzen Witwatersrands dies sind fast Zweidrittel der Gesammtproduktion gefördert worden. A S

Der Feldestheil hat eine Länge von 18,5 km. Mit Rücksicht auf taube L olna ant ans und viele den Feldestheil durhseßgende Gesteinsgänge und Verwerfungen wird man hiervon indessen 2,5 km in Abzug bringen müssen, fodaß 16 km nußbarer Länge verbleiben

Es fragt sich nun, bis zu welcher Tiefe die Möglichkeit einer hergbaulichen Ausbeutung an werben (ol

Da bei den günstigen Gebirgsverhältnissen des Witwatersrands, abgesehen von der Zunahme der Erdwärme, befondere technishe Schwierig- feiten nicht vorliegen, so hängt die Beantwortung der Frage vorwiegend von der mit zunehmender Teufe nothwendig verbundenen Steigerung der Be- triebékosten ab. Hierüber können aber jezt noch feine zuverlässigen Angaben gemacht werden, weil fih nicht hinreichend übersehen läßt, wie die hierfür maßgebenden Verhältnisse im Laufe der nächsten Jahr- zehnte in Süd-Afrika sich gestalten werden. Es müssen daher die Ergebnisse anderweiter Bergbaubetriebe in Vergleich gezogen werden.

Beim Steinkohlenbergbau hat man erfahrungsmäßig bei 800 m Saigerteufe noch einen gewinnbringenden und dur die Zunahme der Erdwärme nicht zu sehr beeinflußten Betrieb geführt.

Fch hake vorsihtshalber daher zunächst eine Berechnung unter Zugrundelegung dieser Teufe angestellt, glaubte indessen daneben auch untersuchen zu sollen, welhe Ergebnisse erzielt werden würden bei Fortseßung des Betriebs bis zu einer Saigerteufe von 1200 m, da es ih um das werthvolle, dem Einfluß ungünstiger Marktverbältnisse nicht unterworfene Mineral handelt und die Teufe von 1200 m auch thatsächlich im Erzbergbau (Przibram) {on erreicht ift.

Aus drei Profilen, welhe ih durch die Goldbergwerke Simmer and Jack, Village main reef und Crown reef legte, ermittelte i als durchschnittlihe Flügelhöbe der Lagerstätten :

bei 800 m: 1430 m, 1200. 2900; Bis zu 800 m Saigerteufe ist mithin in der oben bezeihneten streihenden nußbaren Länge von 16 km eine Flößflähße von 16 000 . 1430 = 22 880 000 qm in Verhieb zu nehmen.

Zur Zeit kann die durchschnittlihe Gesammtmächtigkeit der bau- würdigen Lagerstätten auf nit mehr als 1,5 m veranschlagt werden. Daraus berechnet sich eine Gesammtfördermenge von 22 880 000. 1,5 = 34320 000 ebm Erz oder, da auf 1 cbm Erz 2,7 t fallen, 92 664 000 t Erz.

Nun betrug die Goldausbeute auf 1 t Erz:

1892: 20 g (13 dwts), 1893: 22 g (14 dwts).

Bei dem Durchschnittégehalt von 21 g ergeben 92 664 900 t Erz fomit 1 945 944 kg Gold. : :

Bringt man hiervon mit Rücksicht darauf, daß die Gruben an der Gesammtförderung mit fast Zweidritteln si betheiligten, als im Zeitraum 1888 bis Anfang 1894 {hon von thnen geförderten Gold- betrag in runder Summe 93 000 kg in Abzug, so verbleiben noch rund 1852 944 kg (59 572 149,6 Unzen) Goldvorrath im Werthe von 4 289 194 771 „6 (208 502 523 Pfd. Sterl.). : :

Die durchschnittlihe Zunahme der Goldgewinnung am ganzen Witwaterêrand betrug von 1888 bis 1893 jährlih 7772 kg; man wird daher für den in Berehnung stehenden Muldentheil auch von dieser jährlihen Zunahme nur Zweidrittel = 5181 kg in Ansaß stellen dürfen. 4 A ;

Nimmt man nun an, daß diese durchschnittlihe Steigerung etwa 10 Jahre lang anhielte, dann aber ein ruhiger, gleihmäßiger Weiter- betrieb unter Aufrehterhaltung der leßtangenommenen Para na einträte, so würde die Ershöpfung der Lagerstätten etwa nah Ablau von % Jahren vom Beginn des Jahres 1894 ab eintreten.

Bei Erreichung von 1200 m Saigerteufe würde ein Goldvorrath von 3104880 kg (99 821892 Unzen) im Werthe von rund 7 187 000 000 ( (349 376 000 Pfd. Sterl.) vorhanden sein, zu dessen Gewinnung bei derselben Förderzunahme etwa 40 Fahre erforderli wären,

Bei der von mir in Einrechnung gebrahten Steigerung der Gold- gewinnung würde die Jahresförderung in 10 Jahren mehr als das Doppelte der heutigen betragen. Die Zunahme wird sih in Wirklich-

feit allerdings nicht mit der Gleihmäßigkeit vollziehen, welche zur

Erleichterung der Rechnung angenommen worden ist. Mit Nücksicht auf die im Jahre 1893 vorgencmmenen ausgedehnten Vorrichtungs- umfassende Errichtung und Ausschreibung von weiteren Poch- und Cyanidwerken ist anzunehmen, daß in den nächstfolgenden Jahren die Förderungssteigerung die- jenige der leßtverflossenen Jahre niht unbeträchtlih übertreffen wird; auf Jahre \türmishen Aufshwungs pflegen aber in der Regel wieder Jahre um so langsamerer Entwicklung, Jahre ruhigen Ausbaues und Fortschritts zu folgen. Sollte aber auch, was ich durhaus für möglich halte, die Doppelförderung {hon in etwa 5—6 Jahren erzielt werden, so kürzt sih dadurch nur die Gesammtbetriebszeit um einige Jahre ab; es bleibt dann aber das Hauptergebniß das gleiche, daß nämli allein die bezeihneten Bergwerke von zwei Lagerstätten bei Erreichung von 800 m Saigerteufe für 4289 Millionen Mark Gold und bei Erreihung von 1200 m Saigerteufe für 7187 Millionen Mark Gold dem Weltmarkte zuführen werden.

Es sei erwähnt, daß vorstehende Ergebnisse sih ungefähr decken mit den Ausführungen eines von dem amerikanishen Mineningenieur Herrn Hamilton Smith, wohnhaft zu London, im Auftrage des Hauses N. M. von Rothschild u. Söhne erstatteten Gutachtens. Dasselbe wurde veröffentlicht in der „Times“-Ausgabe vom 17. Januar 1893. Herr Smith berechnete den bis zu 915 m*) Saigerteufe in den be- zeihneten Bergwerken vorhandenen Goldvorrath zu 215 Millionen Pfund Sterling, während ih für 800 m einen folchen von 208 Millionen und für 1200 m von 349 Millionen Pfund ermittelte. Das Mehrergebniß meiner Berechnung ist einestheils auf einen kleinen Unterschied in der ermittelten streihenden Länge, andererseits darauf zurückzuführen, daß die im Jahre 1893 im tiefen Bohrloh südlih Simmer and Jack erzielten Feststellungen mir Veranlassung gaben, meinen Profilen in der Teufe eine etwas größere Verflachung zu geben.

Es ergiebt sich nun {hon allein aus der Thatsache, daß das in

erechnung gezogene Gebiet nur 18,5 km Ungenerstreckung hat, während die Mulde eine Länge von rund 80 km besißt, daß das Gesammtergebniß des Bergbaues die vorstehend ermittelten Zahlen erheblih übershreiten muß, wenn selbs manche der außerhalb des ab- gegrenzten Muldentheils liegenden Bergwerke auf die Dauer si als minderwerthig den bei Johannesburg gelegenen Gruben gegenüber erweisen sollten. : :

Eine Ermäßigung der Selbstkosten wird späterhin voraussichtlich aber auch den Abbau anderer Flöße gestatten, deren Inbetriebnahme beute noch nicht für zahlbar gehalten wird. Daraus würde eine weitere Zunahme der Goldproduktion erwachsen.

Schon hat die Verwaltung des Robinson-Goldbergwerks den Beschluß gefaßt, im Jahre 1894 auch zum Abbau des Hauptflötes (main reef) überzugehen, weil dasselbe neuesten Feststellungen zufolge in der Teufe einen zahlbaren O führt. i

Die Konglomeratflöge bei Klerksdorp (ca. 200 km füdwestlich Verhalten einzelnen Gliedern der Vitwatersrand-Mulde und werden daher mehrfah für westliche Aus- läufer des Witwatersrands gehalten. Es entwickelte sich daselbst gleichzeitig mit dem plößlihhen Aufblühen der Goldindustrie am Wit- watersrand cin bedauerliher Schwindel in Bergwerkswerthen, dessen Rüdshlag noch niht überwunden is. Meines Erachtens wird sich dort, wenn wieder Vertrauen im Publikum vorhanden sein wird, wenn Kapitalien dem Felde sich zuwenden können und wenn eine gute Betriebsleitung platzgreift, ein ansehnlicher Bergbau entwickeln lassen. Freilich wird derselbe wegen der weit geringeren

*) 3000‘ englis.

arbeiten und die

Johannesburg) leihen in ihrem

örtlichen Verbreitung der Lagerstätten weit hinter dem Witwatersrand- Bergbau zurückbleiben. Das Maß- seiner Entwicklung entzieht si 3. Z. jeder Beurtheilung. ; s

Das von mir persönlih nicht in Augenschein genommene Gold- vorkommen bei Vryheid (290 km südöstlih Johannesburg) soll denen am Witwatersrand und bei Klerksdorp geognostisch gleichartig sein. ne den Werth desselben hört man lubeien sehr verschiedenartige

ngaben.

Es ist noch der Umstand zu erwähnen, daß bei Hänertsburg im Zoutpansberg - Distrikt ein goldführendes Konglomeratflöß gefunden wurde, sowie daß auf dem Duivels-Kantoor und auf den Kuppen der den De Kaap - Distrikt im Süden und Osten umscchließenden Berge mehrfach goldhaltige Konglomeratflöße anstehen. Wenn auch diese ea tem meist nit mehr als drei Gramm Gold auf eine Tonne

onglomerat führen, so liefern sie doch den Beweis, daß das Vor- kommen des Goldes in Konglomeraten im Transvaal eine ganz außerordentlich große Verbreitung besißt.

In den De Kaap-, Klein - Letaba-, Malmani -, Marabastad-, Houtboschberg- und Selati-Goldfeldern tritt das Gold vorwiegend in Ouarzgängen auf, welche dem Streichen und Fallen der Gebirgs- glieder ih anschließen, zum theil aber auch quer zu den Gebirgs- \hihten verlaufen. ,

Einige Vorkommen im Norden Transvaals sind entweder als Quarzlinsen zu deuten oder als Lentikulargänge, als Gangspalten nämli, welhe im Streichen wie Einfallen auf längere Erstreckung hin bis zum einfahen Gangbesteg sich verschwähen und später zu einiger Mächtigkeit wieder aufthun. Der geringe A der berg- T l Aufschlüsse gestattet hierüber indessen noch kein abs{ließendes

rtheil.

Das Gold findet sih in den Gängen meist in Erzfällen, d. h. in dem Einfallen der Gänge folgenden, örtlih angereiherten Partien. Der Goldgehalt erhebt sih demgemäß stellenweise zu beträhtlihem Neichthum, vermindert sich aber andererseits auch bis zu vollständiger Unbauwürdigkeit der Lagerstätte. j

In größere Teufe ist der Gangbergbau bis jeßt nur in der Sheba-Grube bei Barberton vorgeschritten, und zwar bis zu etwa 116 m Saigerteufe unter dem Ausgehenden und etwa 50 m unter dem Figtree Creek. S :

Alle anderen Bergbaubetriebe im De Kaap-Goldfeld bewegen si noch über Thalsohle. Die Letaba- und Birthday-Goldbergwerke im Klein-Letaba-Goldfeld haben Teufen von 40 und 60 m erschlossen. Fast alle anderen Betriebe dieses und der übrigen Goldfelder aber sind kaum mehr als Aufsclußarbeiten, welhe noch keine beträchtlichere Teufe erreiht haben. .

Die Entwicklung des Bergbaues tn allen diesen Feldern wird ershwert durch Kapitalmangel, die Ungunst \s{chlechter Verkehrswege, den Mangel an Kohle und vielfah sehr ungesunde klimatishe Ver- hältnisse. Umfangreicherer Bergbau findet daher zur Zeit nur auf der unter besonders günstigen Verhältnissen arbeitenden Sheba-Goldgrube statt, welche in der Zeit vom 1, Oktober 1892 bis Ende September 1893 33 261 t Erz mit 989,3 kg Gold förderte und auf 1 Tonne Erz 29 g Gold erzielte bei 32,8 M4 Selbstkosten. i

Sobald der für Kapital noch sehr aufnahmefähige Witwatersrand hinreichend versorgt sein wird, wenn ferner die Bahnlinien von Lorenzo-Marques nach Pretoria mit Zweiglinie nach Barberton und die Linie von Komati-Poort nah Leydsdorp auëgebaut sein werden, sobald endli die geplanten und theilweise {on in Bauausführung begriffenen Anlagen zur Umseßung der Wasserkraft größerer Flußläufe in eleftrishe Kraft zwecks Ersaßes der Kohle in erfolgreihe Thäâtig- feit getreten sein werden : dann wird sicher auh der Gangbergbau wieder eine fortschreitende Entwicklung bethätigen. Derselbe dürfte alsdann be- rufen sein, auf längere Zeit hinaus in niht ünbeträhtlihem Maße zur Erhöhung der Goldproduktionsziffer Transvaals beizutragen. :

In welchem Umfange dies der Fall sein würde, ist indessen bei der erwähnten Ungleichmäßigkeit und Unübersichtlihkeit der Sd vorkommen in Verbindung mit dem Mangel umfassenderer Aufschlüsse gar nicht zu übersehen. e

Letzteres gilt auch von den ziemlich unbedeutenden Laterit- und Alluvialablagerungen. . S

Vorstehenden Ausführungen über die Nachhaltigkeit des Gold- bergbaues in der südafrikanishen Republik Transvaal wird späterhin eine umfassende Berichterstattung über die geognostishen und bergbau- lichen Verhältnisse folgen. y

Berlin, den 2. Februar 1894. S

Schmeißer, Bergrath.

Entscheidungen des Reichs8gerichts.

Ft jemand dur das ausdrücklihe und ernstlihe Verlangen eines Anderen zur Tödtung desselben bestimmt worden, und hat ersterer bei der Ausführung den Anderen nicht getödtet fondern nur am Körper verletzt, so ist, nah einem Urtheil des Reichsgerichts, 1. Strafsenats, vom 9. November 1893, der Thäter wegen v orf ä y- liher Körper verleßung (eventuell unter Zulassung mildernder Umstände) zu bestrafen.

Die Schadenersayklage wegen der durch Immissionen von einer auf dem Nachbargrundstücke befindlichen Anlage verursachten Schäden braucht, nah einem Urtheil des Reichsgerichts, V. Zivil- senats, vom 11. November 1893, im Gebiete des preußischen echts nit gegen den Eigenthümer des Nachbargrundstücks, sondern kann

egen denjenigen, welcher die störende Anlage auf dem Nachbargrund- itüd betreibt, angestellt werden.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zum deutsh-russishen Handelsvertrag.

Am Sonntag trat hier in Berlin der Vorstand des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller zu einer Sißung zusammen, in der Blättermeldungen zufolge nah einem Vortrage des General-Sekretärs H. A. Bueck folgende Entschließung einstimmig angenommen wurde: Der Vorstand erklärt, h die in dem Ver- trage von Rußland zugestandenen Zollermäßigungen in _Ver- bindung mit den vereinbarten Bestimmungen über Zollabfertigung, Eisenbahn- und Schiffahrtsverkehr, sowie über die Dauer des Vertrags, für eine große Anzahl von abrikaten der deutschen Eisen- und Stahlindustrie eine gute Grundlage für die Ent- widckelung eines größeren Exports nah Rußland bieten würden. Der Vorstand erkennt an, daß der vorliegende Vertrag das wirth\chaftliche Gedeihen der weitverzweigten und auf den Absaß nach dem Auslande sehr erheblih angewiesenen deutshen Eisen- und Stahlindustrie und der von ihr beschäftigten zahlreichen Arbeiterschaft wesentlih fördern würde. Der Vorstand spricht daher die R aus, daß der Reichstag dem deutsch-russishen Handelsvertrage die Zustimmung er- theilen werde. : E

In. Bremen nahm eine Versammlung des Reichsvereins und des Bremer Vereins der deutschfreisinnigen Partei sowie der Handelskammer und der Gewerbekammer ein- stimmig eine Entschließung an, in welcher, wie ein Wolff {es Telegramm meldet, der Abschluß des deutsch-russishen Handels- vertrags mit Genugthuung venn t und die Zuversiht ausgesprochen wird, daß der Vertrag im Reichstag zur Annahme gelangen werde. Außerdem wurde die S fanbunn eines Danktelegramms an den Reichs- kanzler beschlossen. i E :

In Königsberg i. Pr. wurde gestern in einer zahlreich be- suhten Bürgerversammlung aller Feen einstimmig eine Ent- \chließung zu Gunsten des deutsch-ru\sishen Handelsvertrags angenom- men. Die Versammlung spra sich gleichzeitig dahin aus, daß die

S”

In Danzig nahm gestern, E Ba eW. T. B.“ meldet, eine von verschiedenen politischen Parteiersehr zahlrei befuhte Bürger- versammlung unter dem Vorsiß des Kommerzien-Raths Claasfen ein- stimmig eine Entschließung an, in welher der Abschluß eines Handels- vertrags mit Nußland als ein wirksames Mittel, das gesammte Crwerbs- leben der beiden benahbarten Reiche zu fördern, und als eine Bürg- schaft für die Fortdauer friedliher Beziehungen der beiden Reiche zu einander begrüßt und der Reichstag ersucht wird, durch- eine baldige er og des Vertrags die schweren Nachtheile des Zollkriegs zu be- eitigen.

Aus Bres la u wird berichtet : Eine von der Breslauer Handels- fammer einbérufene, sehr zahlreich befuchte Versammlung von Dele- ierten der \chlesischen Handelskammern und wirthschaft- fidcs Vereine sowie Breslauer Kaufleuten und Industriellen nahm einstimmig eine Entschließung an, durch welhe der Reichstag ersucht wird, dem deutsch-russishen Handelsvertrag zuzustimmey,

us Hagen schreibt man“der „Köln. Z.“: Die von der?Sfsigen Handelskammer veranlaßte Eingabe an den Reichstag zu Gunsten des russishen Handelsvertrags ist von 409 Betriebsunternehmern, die zusammen 23 165 Arbeiter beschäftigen, unterzeichnet worden. / Von Handelskammern, die sich zu Gunsten des deutsch- russischen Handelsvertrags ausgesprochen haben, find ferner, zu nennen die Stolberger und die von Oberfranken. : Aus Schmalkalden wird der „Frkf. Z.“ geschrieben: Eine zahlreih besuchte Versammlung aus den Orten des Shmalkalder Kleineisenindustriebezirks nahm eine Entschließung zu Gunsten des russishen Handelsvertrags an.

In Stuttgart sprach sich der Stuttgarter Handels- verein zustimmend zum deutschen Handelsvertrag aus.

Aktienges ellsha ften. in Großbritannien und Jrland 1884—1893. Alljährlih veröffentliht der Registrar of Joint Stock Com- anies in London einen Bericht über die Zahl der im Laufe des ver- Hasenen Kalenderjahres im Vereinigten Königreich neu entstandenen Aktiengesellshaften. In diesem Bericht sind die Firma und der Siß der Gesellschaft, die Branche, das Datum der Eintragung und die rechtlihen Verhältnisse (ob limited oder unlimited), die Zahl der Gründer, die Anzahl der von den leßteren übernommenen und der überhaupt ausgegebenen Aktien, die Beträge, auf welche die einzelnen Stücke lauten, der Nominalbetrag des Aktienkapitals, das eingezahlte Kapital und vieles Andere verzeihnet. Aus dem reihen Inhalt des neuesten (158.) Berichts \tellen wir die folgenden Zadlen zusammen. Es betrug : mithin die Zunahme der Gesell- des eingez. schaften Kapitals (in 1000 £) 19 358,6 3E 20,9 61 871,0 19 921,7 60 439,8 103 269.3 116 364,6

das eingezahlte Kapital

(in 1000 £) 475 991,31 494 909,91] 929697, 991 D086 611 430,4 671 870,2 775 139,9 891 504,1

die Zahl der Gesellschaften

8 692 9 344 9471 10 494 11 001 11 968 13 329 1891 14/873 ; S BAR 1822 16173 989 283,6 R Bee: 1893 E909 O S E 2 H Im April 1884 waren hiernach in Großbritannien und Irland 8692 Aktiengesellshaften mit einem eingezahlten Aktienkapital von 4754 Millionen Pfd. Sterl. vorhanden gewesen, im April 1893 da- gegen 17 555 Gesellshaften mit über 1013 Millionen Pfd. Sterl. In dem dazwischen liegenden Jahrzehnt war also die Zahl der Ge- sellschaften um 8863 und das eingezahlte Kapital um 5372 Millionen Pfd. Sterl. gestiegen, d. h. beide hatten sih mehr als verdoppelt. Die: Deuts@en in Fran Gelegentlich der leßten Volkszählung in Frankreih im Jahre 1891 veranstaltete die Regierung der Republik eine Sondererhebung über die Verhältnisse, besonders auch über den Beruf und Erwerb der Fremdbürtigen, welhe auf französishem Boden wohnen. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind unlängst in einem besonderen Bande der Statistique générale de la France unter dein Titel: Dénombre- ment des Étrangers en France als erste größere Arbeit des vor zwei Jahren neu geschaffenen Arbeitsamts (Otfice du Travail) ver- öffentliht worden. Wir stellen im Folgenden die wichtigsten Angaben über die bei dieser Zählung ermittelten, aus Deutschland gebürtigen bezw. mit deutscher Staatsangehörigkeit versehenen Personen zu- sammen. : E iy | : Erst seit der Mitte dieses Jahrhunderts, seit 1851, wird die Nationalität der Bevölkerung in Frankreih erhoben und damit die Zahl der Fremdbürtigen in verläßliher Weise ermittelt. Die scitdem stattgehabten Volkszählungen ergaben :

im Franzosen Naturalisierte

Jahre durch Geburt U N 10,

1851 35 388 814

1861 36 864 673

1866 37 415 283

1872 35 346 695

1876 36 069 524

1881 36327154 7

1886 36 700 342 103 886 1126991 29,7

1891 36 832 470 170 704 1130211 20/C.

Die Einwohnerzahl Frankreichs hat sih sonach unter Be- rücksihtigung der infolge des Krieges von 1870/71 ausgefthiedenen Bevölkerung seit vierzig Jahren um rund 23950 000 Köpfe ver- mehrt; davon kommen rund 750 000 auf die Ausländer und 150 000 auf die Naturalisierten, zusammen 900 000 auf die Fremdgeborenen ; leßtere haben somit einen Antheil von etwa 399% an der Zunahme der Gesammtbevölkerung Frankreichs. Die eingeborene französische Bevölkerung hat in dem genannten Zeitraum nur um 4,1 %/o zu-

enommen; dagegen haben sich die Fremdbürtigen (Ausländer und Naturalisierte zusammengenommen) mehr als verdreifacht.

Unter den Ausländern, welche im Jahre 1891 gezählt wurden, befanden sich 83 333 Deutsche; sie machten also nur 7,3 ?/9 der- selben aus. Dagegen wurden ermittelt : :

im Deutsche Proz. der im Deutsche Proz. der Fahre überhaupt Ausländer | Jahre überhaupt Ausländer 1872 104 164 14,1 1881 81 986 8,1 1876 59 028 4 [1886 111 114 99

Für die drei früheren Zählungen 1851, 1861 und 1866 können für die Angehörigen der deutshen Staaten keine Angaben ge- macht werden, da damals die Angehörigen Oesterreih-Ungarns mit ihnen zusammen gezählt worden sind. i i:

Der scheinbare Rückgang, welcher seit 1886 bei den Deutschen in Frankreich eingetreten ist, dürfte ebenso wie der sheinbare Still- stand in der Zunahme der Ausländer überhaupt in erster Linie auf das Inkrafttreten des Geseßes vom 26. Juni 1889, durch welches zahlreihe bis dahin fremden Staaten angehörige Personen, die in Frankreich geboren waren, zu Franzosen gemacht und viele im Ausland Geborene naturalisiert wurden, zurückzuführen sein. Die starke Zu- nahme der Naturalisierten 2c. in der oben gegebenen Nachweisung spricht dafür. Sodann ist anzunehmen, daß eine niht unbeträhtlihe Anzahl Deutscher ihre Gebürtigkeit oder Staatsangehörigkeit absichtlich ver- heimliht hat, um si vor den geschäftlichen 2c. Nachtheilen zu s{chüten, die ihnen aus den betreffenden Angaben erwachsen könnten. :

Von der Gesammtzahl der 1891 in Frankreih gezählten Deutschen (83 333) wohnten mehr als ein Drittel (32278 oder 38,7 9/0) im Seine-Departement. Troßdem sind sie im Verhältniß zur Gesammt- bevölkerung nicht in Paris am stärksten vertreten, fondern im De- partement Meurthe et Moselle, wo sie 3,3 9% der Bevölkerung aus- machen; dann folgen das Territorium von Belfort mit 3,0%, fowie das Vogesen- und nun erst das Seine-Departement mit je 1,0 9/6 der

je im April

1884 1885 1886 1887 1888 1889

Pa 1 550

Ausländer im auf 1000 ganzen Einwohner 379 289 10,6 506 381 13,9 655 036 12 740 668 203 801 754 D 1 001 090 Of

13 529 15 259 16 286 15 303 34 510 77 046

Aufhebung des Identitätsnahweises dem gemeinsamen Interesse des Handels und der Landwirthschaft Ostpreußens entspreche.

Einwohner. In den beiden Departements, in denen die Deutschen