1913 / 74 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Urkunde,

betreffend die Errichtung von drei selbständigen

evangelishen Kirhengemeinden, nämlich der Apostel

aulus-,» der Königin E und der

irhengemeinde zum Heilsbronnen, in Berlin- <öneberg.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten und des Evangelischen Ober- kfirhenrats sowie nah Anhörung der Beteiligten wird von den unterzeichneten Behörden hierdur< folgendes festgeseßt:

T Die Evangelischen in demjenigen Gebiet der Stadt Berlin- Schöneberg, welches umgrenzt wird:

a. im Norden und Osten ausgehend von dem Schnitt-

- yunkt der Mittellinien der Eisenacherstraße mit der Neuen Winterfeldtstraße dur< die Mittellinie der leyteren bis zu ibrem Schnittpunkt mit der Weichbildgrenze der Stadt Berlin, dann dur diese Weichbildgrenze bis zu ihrem Scnittpunkt mit der westlihen Seite des Bahnkörpers der Berlin-Potsdamer Eisenbahn, von hier ab durch diesen Bahnkörper (aus\{ließli<) bis zum Schnittpunkt mit der Sedanbrüd>e,

. {m Süden von dort dur die Mittellinie der Kolonnen- straße bis zum Schnittpunkt ihrer Verlängerung mit der Mittellinie der Haup1straße, dur<h dié PMittellinie der Hauptstraße bis zum Schnittpunkt mit der Mittellinie der Eisenacher|traße, ;

c. im Westen von dort dur< die Mittellinie der Eisenacher- straße nordwärts über den Barbarofsaplaß hinweg bis zu dem unter a genannten Ausgangspunkt,

werden aus der Kirhengemeinde Schöneberg ausgepfarrt und zu einer selbständigen Apostel Paulus-Kirhengemeinde zu Berlin-Schöneberg, Diözese Friedrihswerder 11, vereinigt.

I. Die Evangelischen in demjenigen Gebiet der Stadt Berlin- Schöneberg, welches umgren;t wird: :

ja. im Norden und Osten ausgehend von dem Schnitt- punkt der Weichbildgrenze der Stadt Berlin mit der west- liden Seite des Bahnkörpers der Berlin-Potsdamer Eisenbahn dur< die Weichbildgrenzen der Stadt Berlin

und sodann der Gemeinde Tempelhof,

im Süden dur die Weichbildgrenzen der Gemeinde Tempelhof und sodann der Gemeinde Mariendorf bis zu ihrem Schnittpunkt mit der westlihen S-ite des Bahn- förpers der Berlin-Anhalter Eisenbahn,

im Westen von dort durh<h diesen Bahnkörper (ein- \{ließli<) bis zum Schnittpunkt mit der Mittellinie des Sachsendammes, von dort durch die Mittellinie des Sachsen- dammes bis zum Schnittpunkt mit der westlichen Seite des Bahnkörpers der Berlin-Potsdamer Eisenbahn, dur diesen Bahnkörper (einshließli<) nordwärts bis zu dem unter a genannten A

werden aus der Kirhengemeinde Schöneberg ausgepfarrt und zu einer selbständigen Königin Luise-Gedächtnis-Kirchengemeinde zu Berlin- Schöneberg, Diözese Friedrihswerder II, vereinigt.

ITI. Die Evangelischen in demjenigen Gebiet der Stadt Berlin- Schöneberg, welches umgzrenzt wird: i a. im Osten ausgehend von dem Schnittpunkt der Mittel- linien der Neuen Winterfeldt- und der Eisenacherstraße südwärts durch die Mittellinie der leßteren über den Barbarossaplay binweg bis zum Schnittpunkt mit der Mittellinie der Wartburgstra, . im Süden von dort dur die Mittellinie der Wartburg- straße bis zu ihrem Schnittpunkt mit der Mittellinie der ittellinie der Badenschenstraße und durh diese bis zum Schnittpunkt mit der Weichbildgrenze der Stadt Berlin- Wilmersdorf, j . im Westen von dort dur diese Weichbildgrenze nord- wärts bis zu ihrem Schnittpunkt mit der Parochialgrenze der Kaiser Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde, / im Norden von dort dur< die Parochialgrenze dieser Kirchengem-inde und sodann durch die Parochialgrenze der Zwölf Vspostel-Kircengemeinde bis zum Schnittpunkt mit der Mittellinie der Eisenaher Straße (Ausgangspunkt bei a), werden aus der Kirchengemeinde Schöneberg ausgepfarrt und zu einer selbständigen Kirchengemeinde zum Hetlsbronnen zu Berlin-Schöne- berg, Diözese Friedrihswerder II, vereinigt. IV.

1) Die vierte, die fünfte und die neu errichtete zehnte Pfarrstelle der Kirchengemeinde Schöneberg gehen und zwar die vierte und die fünfte mit ihren derzeitigen Inhabern, desgleichen die zehnte, falls se bis zum Inkrafttreten dieser Urkunde beseßt ist, dergestalt auf die neue Apostel Paulus-Kirhengemeinde über, daß die vierte die erste, die fünfte die zweite und die zehnte die dritte Pfarrstelle der neuen Gemeinde wird.

92) Die se<ste und die achte Pfarrstelle der Kirchengemeinde Sgwböneberg gehen mit ihren derzeitigen Inhabern dergestalt auf die neue Königin Luise-Gedächtnis-Kirchengemeinde über, daß die achte die erste und die sechste die zweite Pfarrstelle der neuen Gemeinde

wird.

3) Die dritte und die siebente Pfarrstelle der Kirchengemeinde Schöneberg gehen mit ihren derzeitigen Inhabern dergestalt auf die neue Kirchengemeinde zum Heilsbronnen über, daß die siebente die erste und die dritte die zweite Pfarrstelle der neuen Gemeinde wird.

V, In den drei neuen Kirhengemeinden Apostel Paulus-, Königin Luise-Gedächtnis- und zum Heilsbronnen gelten bis auf weiteres die Gebührenordnungen der Kirchengemeinde Schöneberg.

VI.

1) Die drei neuen Kirchengemeinden Apostel Paulus-, Königin Quise-Gedächtnis- und zum Heilsbronnen haben das Recht der Mitbenugung des alten Kirhhofs der Kirchengemeinde Schöneberg zu Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 46, dergestalt, daß

a. die Verwaltung dieses Kirhhofs allein der Stammgemeinde verbleibt, welche au<h alle Verwaltungs- und Unterhaltungs- kosten allein zu tragen hat,

b. die drei Zweiggemeinden nur die Stolgebühren für die Begräbnisse ihrer Mitglieder auf dem alten Kirchhofe beziehen, während alle übrigen Gebühren der Stamm- gemeinde zufließen. : L

2) Eine jede der drei neuen Kirhengemeinden erhält das Recht, den der Kirchengemeinde Schöneberg auf dem Südwestfriedhofe bei Stahnsdorf zugewiesenen Beerdigungsblo> unter den für die Kirchen- gemeinde Schöneberg geltenden Bedingungen solange mitzubenugen, bis sie einen eigenen Beerdigungsblo> auf dem Südrwoestfriedhof er-

halten hat.

VII. Die . Kirchengemeinde Schöneberg führt vom Tage des Inkraft- tretens dieser Parochialregulierung ab den Namen Kirchengemeinde Alt Schöneberg zu Berlin-Schöneberg.

- VIII. j | Diese Urkunde tritt am 1. April 1913 in Kraft. Berlin, den 1. März 1913. Berlin, den 6. März 1913. L. S S)

Königliches Konsistorium

der Provinz Brandenburg,

Abteilung Berlin. von Stein halsên

Der Königliche Polizeipräsident. Jagow.

éranerstraße, dur diese bis zum Schnittpunkt mit der

Vorstehende Urkunde bringen wir hierdur< zur öffentlichen Kenntnis. Zugleih ordnen wir zur Ausführung der Parochialregulierung hierdurh Tlgendes an: .

1) Die Qetelos der den drei neuen Kirchengemeinden Apostel Paulus-, Königin Luise - Gedächtnis- und n Heilsbronnen über- wiesenen und der in thnen no< zu errihtenden Pfarrstellen erfolgt nah den für die Kirchengemeinde Alt Schöneberg jeweilig geltenden geseßlichen Vorschriften, wie dies von den vereinigten Körperschaften der Kirchengemeinde Schöneberg am 15. August 1912 als Bedingung für die Abzweigung der drei neuen Gemeinden und thre Beteiligung an dem im Alleineigentum der Kirchengemeinde Alt Schöneberg ver- M Pfarrfonts einstimmig beschlossen und aufsichtlih gene migt worden ist. : /

Nachdem die erstmalige Beseßung der zum 1. Juli 1911 er- ridteten 8. Pfarrstelle / dem beshlußmäßigen Wunsche der vereinigten Körperschaften der Kirchengemeinde Schöneberg vom 17. Februar 1911 entsprehend thnen unter Dultintmung des Evangelischen Oberkirchenrats und des Ministers der geistlichen Angelegenheiten mit der Maßgabe überlassen worden ift, daß bei der nächsten Erledigung einer dur< Gemeindewahl zu beseßenden Pfarrstelle der Kirchengemeinde Schöne- berg die Berufung des Geistlichen dur die Kirchenbehörde ohne Konkurrenz einer Gemeindewahl zu erfolgen hat und die achte Pfarr- stelle dur Gemeindewahl besegt worden ist, so wird das der Kirchen- behörde bezüglich der ersten bis achten Pfarrstelle der Kirchengemeinde Schöneberg zustehende Ret dur< die Ueberweisung der dritten, vierten, fünften, sechsten, fiebenten und ahten Pfarrstelle an die neuen Kirchengemeinden nicht berührt. :

9) Einer jeden der drei neuen Kirhengemetnden Apostel

aulus-, Königin Luise-Gedächtnis- und zum Heilsbronnen steht owohl hinsich1lih der Gehaltsbezüge für die überwiesenen oder noh zu errihtenden Pfarrstellen, als au< hinsichtlih etwaiger anderer firhliher Bedürfnisse dasselbe Anreht auf die Einkünfte des im Alleineigentum der Kirchengemeinde Alt Schöneberg verbleibenden Pfarrfonds wie der. Eigentümerin nah Maßgabe der folgenden Be- stimmungen zu : 2

a. Alle die Besoldung der Geistlichen betreffenden Rechte regeln ih dur<h das jeweilige Regulativ für die zweiten Pfarr\tellen der Kirchengemeinde Alt Schöneberg und find gemäß den Bestimmungen der Verwaltungsordnung für das kirhlihe Vermögen vom 17. Juni 1893 in dem Etat des Pfarrfonds aufzuführen. Die na< dem Regulativ der Berliner Stadtsynode dem ersten Pfarrer einer Kichen- gemeinde zustehende Funktionszulage erhalten die jeweilig ersten der abgezwzigten Gemeinden außerdem aus dem Pfarrfonds.

b. Der Etat wird vorberaten von der Finanzkonîmission der Kirchengemeinde Alt Schöneberg, zu der die ersten Pfarrer der an den Einkünften. des Pfarrfonds beteiligten Gemeinden mit beratender Stimme hinzugezogen werden können. Den Vorsiß führt der erste hai der Kirchengemeinde Alt Schöneberg, im Behinderungsfalle ein Stellvertreter. Der so vorberatene Etat unterliegt der Beschluß- anae der fkirhlihen Körperschaften der Kirchengemeinde Alt Schöneberg.

c. R e jedo< bestimmungsgemäße Ausgaben aus den Einkünften des: Pfarrfonds find seitens der betreffenden Gemeinde- firhenräte der einzelnen Gemeinden bei dem Königlichen Konsistorium zu beantragen. Der Antrag wird dem Gemeindekirchenrat der Kirchen- gemeinde Alt Schöneberg zur Kenntnis und Aeußerung über die Leistungsfähigkeit des Pfarrfonds übersandt. Ueber den Antrag selbst steht ihm eine Beschlußfassung nicht zu. :

d. Außeretatsmäßige, ‘jedo ni<t bestimmungsgemäße Ausgaben find von dem Gemeindekirhenrat der Einzelgemeinde bei dem Ge- metindekirhenrat von | Alt Schöneberg zu beantragen. Dieser hat sowohl zu der Leistungsflhigkeit des Pfarrfonds wie zu der Not- wendigkeit der betreffenden Ausgabe bes<hlußmäßig Stellung zu nehmen und mit diesem Beschluß den Antrag der Gemeinde dem Königlichen Konsistorium vorzulegen. „Wenn der Beschluß ablehnend lautet, so hat das Königliche Konsisißrium dás Recht, dite Zustimmung zu dem Antrag endgültig zu ergänßen. ei

0. Nit bestimmungsgemäße Ausgaben, welche in den Etat auf- enommen ‘werden sollen, find ‘von- dem Gemeindekirhenrat der Vitcengöineinde Alt Schöneberg den Körperschaften der Einzel- gemeinden zur bes<lußmäßigen Stellungnahme vorzulegen. Wird eine Einigung nicht erzielt, so entsheidet das Königliche Konsistorium endgültig. Derartige Anträge können nur vor der Feststellung des Entiouris des Etats durch die Finanzkommission der Kirhengemeinde Alt Schöneberg gestellt werden. 5

f. Durch die erwähnten Entscheidungen des Königlichen Kon- \sistoriums in streitigen Fällen, gegen welche der Rechtsweg nicht zu- lässig ist, wird das den kirhlihen und staatlichen Aufsihtsbehörden zustehende Genehmigungsreht niht berührt.

3) Der Apostel Paulus-Kirchengemeinde ist von der Kirchen- gemeinde Schöneberg das auf ihren Namen im Grundbuch der Stadt Berlin-Schönebera Band 50 Blatt Nr. 1787- eingetragene Grund- stü> Kartenblatt 2 Abschnitt 1524/10, Kirhplay von 26 a 68 qm Größe, auf welchem die Apostel Pauluskirche errichtet ist, mit der im Grundbuch eingetragenen Beschränkung, das Grundstü> der politischen Gemeinde Schöneberg zurü>zugewähren, sobald es aufhört, firhlihen Zweden zu dienen, zu Eigentum zu überweisen.

4) Der Königin Luise-Sedächtnis-Kirhengemeinde sind von der Kirhengemeinde Schöneberg die auf thren Namen im Grundbuche der Stadt Berlin-Schöneberg Band 87 Blatt 2909 und Band 86 Blatt Nr. 2881 eingetragenen Grundstücke, auf welchen die Königin Luise-Gedächtniskirche errihtet worden ist, zu Eigentum zu übertragen.

5) Der Kirchengemeinde zum Heilsbronnen sind von der Kirchen- gemeinde Schöneberg die auf thren Namen im Grundbuch der Stadt Berlin-Schöneberg Band 95 Blatt Nr. 3145 unter Nr. 1 und 2 des Bestandsverzeichnisses eingetragenen Grundstücke, auf welchen die Kirche zum Heilsbronnen nebst Pfarr- und Gemeindehaus errichtet ist, mit den grundbuhlih eingetragenen Belastungen und mit der Verpflichtung zu Eig-ntum zu übertragen, daß die Kirchengemeinde zum Heilsbronnen den jährlichen Reinertrag des Pfarr- und Gemeindehauses an den Pfarrfonds der Kirchengemeinde Alt Schöneberg abzuführen hat.

6) Mit dem 1. April 1913 tceten die Inhaber der vierten, fünften und zehnten Pfarrstelle der Kirhengemeinde Sdjöneberg der- gestalt zur Apostel Paulus-Kirchengemeinde über, daß Pfarrer Rodaß erster Pfarrer, Pfarrer Rauchstein zweitec und Pfarrer Braun dritter Pfarrer dieser Kirchengemeinde. werden. Ferner treten mit dem 1. April 1913 die Inhaber der ahten uad der fe{<sten Pfarrstelle der Kirchengemeinde Schöneberg dergestalt zur Königin Luise-Gedächtnis- Kirchengemeinde über, daß Pfarrer Lange erster und Pfarrer Boehm zweiter Pfarrer dieser Gemeinde werden. Deégleichen treten am selben Tage die Inhaber der siebenten und der dritten Pfarrstelle dec Kirchengemeinde Schöneberg dergestalt zur Kirchengemeinde zum Heils- bronnen über, daß Pfarrer Geest erster und Pfarrer Mirbt zweiter Pfarrer dieser Kirchengemeinde werden.

Die genannten Geistlihen werden au die Anmeldungen der in den neuen Parochialbezirken wohnhaften wahlbere<tigten Gemeinde- glieder zur Wählerliste während der dur Kanzelabkündigung noch zu bestimmenden Tagesstunden in den Saäakcisteien der Apostel Paulus- kirche, der Königin Luise-Gedächtniékirche und der Kirche zum Heils- bronnen bezw. in ihren Wohnungen entgegennehmen. :

7) Die Zahl der zu wählenden Kirchenältesten beträgt für jede der drei neuen Kirchengemeinden 12, sodaß nah $ 28 Kirchengemeinde- und Synodalordrung je 36 Gemeindevertreter zu wählen sind.

8) Etwaige bei dem Pfarrer Roday für die Apostel Paulus- Cie dem Pfarrer Lange für die Könizin Luise-Gedächtnis- Kirchengemeinde und dem Pfarrer Geest für die Kirchengemeinde zum Heilsbronnen anzubringende Reklamationen gegen die Wählerliste und ebenso etwaige ebenfalls : bei den genannten Geistlichen zu erhebende Einsprüche gegen die Wahl der Aeltesten und Gemeindevertreter sind von diesen: dem Vorstande der Kréis\ynode Friedrih8werder IT. gemäß &$ 36 und 40 Kirchengemeinde- und Synodalordnung zur Entscheidung vorzulegen, während in beiden Fällen die Entscheidung in der Rekurs- instanz dur uns erfolgen wird, da es zurzeit an Gemeiadekirhenräten in den drei neuen Gemeinden fehlt.

9) Die nah dreijähriger Tätigkeit vom Tage der Amts- einführung an gere<net ausscheidende Hälfte der gewählten Aeltesten und Gemeindevertreter ist gemäß $ 43 Absay 3 Kirchen- gemeinde- und Synodalordnung dur< Auslosung zu bestimmen.

Eine weitere Ausstattung als in der Errihtungsurkunde und vor- stehend ausgesprochen erhalten die drei neuen Gemeinden von ihrer Stammgemeinde nicht. /

Im übrigen halten wir es für wünschenswert, daß sih der Gemeindekirhenrat der Kirchengemeinde Schöneberg im Einvernehmen mit den ersten Pfarrern der drei neuen Gemeinden der Armen- und Krankenpflege in den neuen Gemeinden bis zur Einführung ihrer eigenen Aeltesten in ihr Amt annimmt.

Berlin, den 19. März 1913. (L. 8.)

Königliches Konsistorium der Provinz Brandenburg, Abteilung Berlin. Steinhausen.

Abgereist: Seine Exzellenz der Justizminister Dr. Beseler nah Thüringen.

Nichkamlliches.

Deutsches Rei ch.

Preußen. Berlin, 28. März 1913.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten gestern nachmittag im Neuen Palais bei Potsdam die Vorträge des Reichskanzlers Dr. von Bethmann Hollweg und des Kriegs- ministers, Generals der Jnfanterie von Heeringen.

Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar- sizung.

Der Präsident des Direktoriums der Reichsversicherungs- anstalt für Angestellte, Wirklihe Geheime Oberregierungsrat Koch ist von Urlaub zurückgekehrt.

Der Präsident der Königlich Preußischen Generallotterie- direktion, Wirklihe Geheime Oberfinanzrat Dr. Lewald ist mit Urlaub abgereist.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Eber“ am 26. März in Santa Cruz de Teneriffa eingetroffen.

Homburg v. d. Höhe, 28. März. Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin und Jhre Königliche Hoheit die Prinzessin Viktoria Luise sind, wie „W. T. B.“ meldet, heute vormittag hier eingetroffen und auf dem Bahn- hofe von dem Landrat Dr. Ritter von Marx und dem Ober- bürgermeister Lübke empfangen worden. Die Majestäten be- gaben si< mit der Prinzessin, vom Publikum herzlih begrüßt, im Automobil durch die reichgeshmüd>te Stadt nach dem König- lihen Schloß, wo Allerhöchsidieselben Wohnung nahmen.

Oesterreich-Ungarn.

Die österreichisch-ungarische Regierung hat nach einer Meldung des „W. T. B.“ fich mit dem Ersuchen nah Konstantinopel gewandt, Essad Pasha möchten Weisungen erteilt werden, daß er dem Abzug der Zivilbevölkerung aus Skutari keine Hindernisse mehr in den Weg lege. Man hofft, daß dieser Schritt in Konstantinopel von den übrigen Großmähten unterstüßt werden wird. Die Beschießung von Skutari ist gegenwärtig noch eingestellt. Die serbische Regierung hat, ohne den Schritt der Großmächte in Belgrad abzuwarten, angeordnet, daß die Beschießung der Stadt durh die serbischen Truppen unterbleibe, solange der Abzug der Zivilbevölkerung nicht er- folgt sei. Von der montenegrinischen Regierung liegt in Wien an zuständiger Stelle noch keine Mitteilung von neuer- lihen Entschließungen vor. Nach Meldungen von anderer Seite schreibt das Amtsblatt in Cetinje, daß, nahdem die vom König gewährte 50stündige Frist für den Abzug der Zivilbevölkerung abgelaufen sei, das Oberkommando beauf- tragt worden sei, ein verstärktes Bombardement wieder aufzu- nehmen.

Großbritannien und JFrland.

Wie dem „NReutershen Bureau“ gemeldet wird, hat die Entscheidung der Mächte hinsichtlich der Nordgrenze Albaniens, die am Dienstagabend dur< den österreichisch- ungarishen Gesandten in Cetinje der montenegrinischen Re- gierung formell mitgeteilt wurde, bei ihr eine solche Ueber- rashung heroorgerufen, daß die englische Regierung durch ein dringendes Telegramm um Bestätigung ersucht wurde. Diese Bestätigung traf von dem montenegrinischen Geschäftsträger in London vorgestern nahmittag ‘in Cetinje ein. Von monte- negrinisher Seite wird dem „Reutershen Bureau“ mit- geteilt, die Entscheidung der Mächte bedeute, daß die montenegrinishe Grenze an der adriatischen Küste und dem Boyanafluß entlang bis zum Licenisee unverändert bleibe, dort sih nah Osten wende, dem Boyanafluß weiter bis Gorißa liel dann weiter nah Zogaj am Skutarisee laufe und <ließli<h den Sfutarisee kreuze. Einem Vertreter des „Reuterschen Bureaus“ gegenüber bezeihnete der mon- tenegrinishe Geschäftsträger das Monteneg?o zugeschlagene neue Gebiet als einen winzigen und wertlosen Strich. bergigen oder übers<hwemmten Landes, der eine lächerliche Enschädigung für die 15 000 Toten und Verwundeten und für die 6 Monate wirtschaftliher Lähmung darstelle. s

Im Unterhause führte gestern der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Grey in Beantwortung einiger rage A der <inesishen Anleihe laut Bericht des

. L. O. aus: |

Die englis<he Negierung hat nicht die Absicht, von der bisher in Sachen der Anleihe verfolgten Politik abzugehen. Ich verstehe, daß eine s{heinbare Härte darin liegt, daß die Regierung es äblehnt, während die Verhandlungen - .und- die Ausgabe einer Anleihe \<weben, von Briten gewünshten Unterne Burgen in China ihre Zustimmung zu geben, soweit diese Unternehmungen bezwe>en, der <inesishen Regierung Geld wvorzushießen, Ih bin

jeßt ebenso überzeugt, wie ih es war, als die Regierung die Politik des Zusammenarbeitens mit anderen Mächten einleitete da P diese Politif zulegt zum Vorteil des britishen Handels aus\<lagen wird, da sie das einzige Mittel ist, dur< welches der Kredit Chinas auf eine sichere Grundlage gebra<t werden fann, und die Verhältnisse in China für die Zukunft für industrielle Unternehmungen günstig gestaltet werden können. J< bin deshalb niht imstande, meinen Entschluß, die autorisierte britische Gruppe allein zu unterstüßen, wieder in Erwägung zu ziehen. Falls diese Ln, mißlingt und für die Gewährung von Anleihen an China unbeshränkte Konkurrenz eintritt, so muß ih die ganze Lage wieder erwägen. Ich fürchte jedo, in diesem Falle wird das Ergebnis sein, daß verschiedene Länder konkurrteren, um politishe Vorteile für Ge- währung leichter Anleihen zu unvorsichtigen Bedingungen zu erlangen.

Die Debatte über den Marineetat wurde durh den Abgeordneten Lee wiederaufgenommen, dex den Sicherheits- faktor für ungenügend erklärte.

_Lee sympathisierte zwar mit dem Vorschlag Churchills, etne Küstungspause eintreten zu lassen, und erklärte, jedermann würde fich freuen, wenn es möglich wäre, ein praftis< dur<führbares Innehalten in dem Wettrüsten zu finden, sah aber unüberwindlihe Vindernisse gegen den Vorschlag. Der Borschlag könnte nt<t auf Deutschland und England allein beschränkt werden, und wenn England nicht auf der Konferenz im Haag den bindenden Beschluß dur<hseßen könne, daß alle Staaten diese Nüstungspause hätten, so könnte dieser Vorschlag nit mehr sein als eine utopishe Vision, die infolge der Größe der geforderten Kredite in Churhills Kopf entstanden sei.

Frankreich.

Bei Annahme des bereits von der Kammer votierten Geseßes, betreffend die Kadres und Effektivbestände der Kavallerie, im Senat erklärte der Kriegsminister Etienne laut Meldung des „W. T. B.“, daß die gegenwärtige fran- zösische Kavallerie, obgleich sie gut ausgebildet sei, nicht imstande wäre, es mit einer feindlichen Kavallerie aufzunehmen, die drei F O ne

Die Deputiertenkammer hat gestern einen Kredit von 20 000 Frs. für die Beteiligung Frankreichs an der Kunst-

| ausstellung in München bewilligt.

Die Heereskommission der Kammer hat in der gestrigen Sizung mit zwanzig gegen neun Stimmen den Artikel der Heeresvorlage angenommen, durch den die dreijährige Dienstzeit grundsäßlich festgelegt wird. Ueber den Verlauf der Sigung berichtet das „W. T. B.“‘, wie folgt:

Der Ministerpräsident Barthou wiederholte seine in der Kammer abgegebenen Erklärungen, daß bei der Regierung über den Grundsaß der allgemeinen dreijährigen Dienstzeit Cinstimmigkeit und Solidarität herrsche. Die Regierung beabsidtige keineswegs, dke Arbeiten der Kommission zu überstürzen, sie wünsche im Gegenteil cine gründliche Grörterung, die mit einer endgültigen Entscheidung für „die _ Notwendigkeit der dreijährigen Ditenstzeit, die aus den Borgängen in der auswärtigen Politik si< ergeben babe, enden werde. Barthou drü>kte die Hoffnung aus, daß die Kommission den Grundsaß annehmen werde, bevor sie in die Ferien gehe, um ihre Uebereir stimmung mit der Regterung kundzutun und die öffent- liche Meinung aufzuklären. Die Megierung sei ni<ht der Meinung gewesen, von der Befugnis, den Jahrgang 1910 unter den Fahnen zurü>zubehalten, Gebrau<h machen zu müssen. Aber da der Kriegs- minister der Ansicht sei, daß die dazu erforderlichen Vorbercitungas- maßregeln nah dem Monat Mat niht ohne Schwierigkeit getroffen werden könnten, so werde die Entscheidung im jeßigen Augenbli erfolgen müssen. Das Parlament werde den Gesezentwurf genau durch- beraten können, die Regierung aber werde unter ihrer Verantwortung ufre<hterhaltende und vorbereitende Maßnahmen treffen, die um so mecläßliher seien, als fast alle Gegner der dreijährigen Dienstzeit die Berlängerung der Dienstzeit wenigstens um einige Monate als cine Notwendigkeit der nationalen Verteidigung betrahteten. Der Krieg8minister Etienne erklärte auf die an ihn gerihtete Frage, wie er den den dreijährigen Dienst abkürzenden Urlaub zu regeln gedächte, daß Leute, die einer Familie mit mehr als vier Kindern angehörten, ¡wei Jahre dienen sollten bei einem Urlaub von einem Monat; Leute, die einer Familie mit vier Kindern angehörten, dreißig Monate bei einem zweimaligen Urlaub von je einem Monat; Leute, die einer e mit A E N A R 36 Monate bet einem dreimaligen Urlaub von je einem Monat. Hierauf oben gemeldete Abstimmung statt. E

Rußland.

__JIn der Budgetkommission der Reihsduma er- widerte gestern der Finanzminister Kokowß o w auf eine An- rage, betreffend die im Auslande befindlihen rufssi- hen Staatsgelder, laut Bericht des „W. T. B.“, daß der Betrag der im Auslande befindlichen russischen Gelder sich auf 600 Millionen Rubel belaufe. Die Placierung des Geldes im Auslande sei für die Reichsrentei vorteilhaft, da das Geld dort Zinsen trage, wogegen es in Rußland zinslos auf der Reichskasse liegen würde. Abgesehen von den Zinszahlungen für Anleihen, sei die Placierung der Gelder im Auslande not- wendig zur Aufrechterhaltung des russishen Handels und der Abrechnungsbilanz. 4 Spanien.

__ Der Ministerpräsident Graf Romanones gab gestern, wie „W. T. B.“ meldet, bekannt, daß der König Alfons vorgestern beim Polospiel vom Pferde gestürzt sei und sich einige leichte Quetschungen zugezogen habe. Gestern vormittag habe der König bereits wieder nah seiner Gewohnheit den Vorsiß im Ministerrat geführt.

Schweiz.

Vei der Weiterberatung des Gotthardvertrags im Nationalrat erklärte der Abgeordnete von Planta, der sonst ein Gegner des Vertrags is, laut Bericht des „W. T. B.“', es sei auf Grund der leßten Note Deutschlands ine Verständigung mögli, wenn Deutschland sich bereit er- dre, Schwierigkeiten, die der neue Vertrag der Schweiz

später bereiten könnte, \chiedsgerichtlih entscheiden zu lassen.

Mehrere welsche Abgeordnete sprachen dann gegen den Ver- 2 weil er der Schweiz staatsrehtlih Dienstbarkeiten auf-

êriege, die ihre Würde und Unabhängigkeit antasteten. Die

weisen Abgeordnet.n werden einen Antrag auf Verschiebung êr Beratung einbringen, damit vorerst der Bundesrat neue erhandlungen anknüpfe.

Türkei.

a Me Nachricht von dem Fall Adrianopels hat in Konstanti- i große Niedergeschlagenheit hervorgerufen. Das lebte “i egramm Schüfkri Paschas vom 25. d. M. an das

fufaltee N lautet einer Meldung des „W. ‘T. B.“

Der Feind hat einen beftigen Angriff gema<ht. Ein blutiger pl mai beaonnen. Ih u i t iten “hie A Ausgang sein

sämtlide (obald der Erfolg des Feindes festgestellt ist, werde i

d efestigungen in die Luft sprengen. Jh werde nicht zögern,

Apparate zerstören. Wenn der Feind siegreih ist, soll er e Sra sondern in E Mino c A E e ie das Serbische Pressebureau meldet, sandte Schükri Pascha während der Erstürmung Adrianopels seinen A ta. ae 20. serbishen Regiment, um mit dem Kommandeur er serbishen Armee “über die Uebergabe der Festung zu verhandeln. Der General Stepanowitsh lehnte das An- erbieten mit ‘der Begründung ab, daß er nicht Höchst- kommandierender sei, und segte den General Jwanoff in Kenntnis, der erklärte, daß er die Uebergabeverhandlungen selbst führen wolle. Die serbishe Timokdivision beseßte die Forts im nordwestlichen Sektor, deren Besazungen sich ergaben, E I doe U 8 E Vorhut bis zur ei Karagatsch vor, wo sich die türkishen Truppen - falls den Serben ergaben. 19 ries Der König von Bulgarien ist gestern, begleitet von dem Kronprinzen Boris, dem Prinzen- Kyrill und den Generalen Sawoff , Jwanoff , Ratsho und Petroff, in Adrianopel eingezogen. Die türkishe Besa ung hatte in leßter Stunde den Versu<h gemacht, die” große Bahnbrücke über den Ardafluß zu sprengen, was jedoch nur teilweise gelang. Jmmerhin wurde der König da- durch gezwungen, * die Landstraße zu wählen und die Fahrt in die Stadt e Reihen von türkischen Kriegsgefangenen zu machen. Vor dem Militärklub, wo Schükri Pascha mit seinem Generalstab sih aufhielt, nahm der König die Parade der bulgarischen Truppen ab, worauf er Schükri Pascha empfing, der ihm seinen Säbel überreichte, den der König dem Ver- teidiger Adrianopels mit ehrenden Worten zurückgab. Der amtliche türkische Kriegs bericht vom 27. d. M. an L a O: / . Bei Tschata a waren gestern die Vorposten un Flügels bis zum Abend in ¿snéni leihten Artil u L Feinde verwi>elt, do<h wurde an diesen Punkten keine feindliche Be- wegung von Bedeutung bemerkt. Im Zentrum und auf dem linken Flügel ist alles“ ruhig, Zwar war eine Vorwärtsbewegung des Feindes erkennbar, der die Höhen westli< von Büjük Tschekmedsche beseßte, jedo<h wurde diese Bewegung dur<h das heftige Artilleriefeuer unserer Vorposten zum Stillstand gebraht. Das Artillertefeuer dauerte an diesem Punkte bis nah Sonnenuntergang an, ohne daß sih eine Aenderung der Lage ergeben hat. Vör Bulair hat sh ni>hts ereignet. Seit gestern früh 8 Uhr sind die Mg eA eo c wi i 4 opel abgeschnitten. orher eingetroffene Depeschen meldeten den Fall 6 M Atvasbaba und Tachodschak. G a ah einer von „W. T. B.“ verbreiteten Meldung aus bulgarischer Quelle hat die Vorhut der Bulgaren- asien bei Tschataldscha von neuem den Angriff gegen die türkischen ev unternommen und sie über den Fluß Karasu zurü>- eworfen. Wie das Wiener „K. K. Telegraphen: Korrespondenz- Bureau“ meldet, ist Mahmud Mufkhtar Br An Botschafter in Berlin ernannt worden.

Griechenland.

Die Königsjaht „Amphitrite“ mit der Leiche des Königs Georg is, wie „W. T. B.“ meldet, ile dem Geleit der fremden Kriegsschiffe gestern vormittag im Piräus eingetroffen. Die Einfahrt des Hafens zeigte Trauerschmut, uud während der Durchfahrt der Königsjacht feuerten alle Schiffe Trauersalut. Nachdem die Jacht angelegt hatte, be- N sih die Mitglieder des Heiligen Synod an Bord und asen Gebete am Sarge des ermordeten Königs. Die Söhne und Enkel des Königs trugen sodann den Sarg an Land. Der König Konstantin führte die Königin-Witwe, es folgten der ganze Hof und der Ministerrat. Der Sarg wurde auf eine Lafette gestelll, die von Matrosen ge- zogen wurde. Unter den Klängen der Nationalhymne bewegte sich der Zug langsam durch die ungeheure Menschenmenge zum Bahnhof. Nach der Ankunft in Athen wurde der Sarg in die reichgeshmückte Kathedrale gebracht, wo bereits das diplomatische Korps Aufstellung genommen hatte. Die Prinzen stellten den Sarg auf den Katafalk nieder, zogen die Säbel und bildeten die Ehrenwache. Nach der religiösen Zeremonie zog die König- liche Familie sich zurü>. Vor der Kirche stehen Wachen, am Sarge des Königs hallen Kavallerieoffiziere die Wacht.

Bulgarien.

Die patriotishen Kundgebungen anläßlich d Einnahme Adrianopels wurden Bihrenb be S

gestrigen Tages fortgeseßt. Alle Gebäude trugen Flaggenshmu>.

Jn der Kathedrale wurde ein Requiem für die gefallenen Soldaten abgehalten, darauf fand ein Te Deum t Dem Kriegsminister wurden lebhafte Kundg ebungen bereitet. __ In der gestrigen Sizung der Sobranje gab der Minister- präsident Dr. Ge\schow, der mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde, laut Meldung des „W. T. B.“ folgende Erklärung ab: __ Die bulgarif<en Soldaten haben im Verein mit ihren ver- bündeten \erbishen Brüdern mit threm Blute ein Nuhmesblatt der Geschichte der Balkanvölkzr geshrieben und ein denkwürdiges Datum in die Weltgeschichte eingezeihnet. Adrianopel, die zweite türkische Hauptstadt, die bedeutendsle Festung der Balkanhalbinsel, ist gestern gefallen. Die Fabel, daß ige ulgarisVen Truppen, so Ausgezeichnetes sie au< im Felde leisteten, Vor einer Festung ohnmächtig seien, ist in s E gesuige S e g E e Nation mit ‘eude; ebenso groß ist aber ihr merz ü der Helden, die auf dem Schlachtfelde gefallen E M SR Der Ministerpräsident forderte die Abgeordneten auf, den tapferen Siegern zu huldigen und der Gefallenen pietätvoll zu gedenken. Begeisterte Kundgebungen folgten diesen Worten. Die Sobranje beschloß, an den Generalissimus Sawoff ein Telegramm zu richten, worin der Armee die Dankbarkeit der Nation für die glorreiche Pag A um. Ausdru> gebracht wird. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, der russishen Duma für die herzliche Bekundung der brüderlichen Gefühle, mit der sie den bulgarischen Sieg. aufgenommen habe, zu danken. Die Sigzung wurde mit einer Huldigung für die Gefallenen ge- schlossen. Sämtliche Abgeordneten erhoben si< von ihren Sizen A P e e Sa der Gefallenen. Jnfolge der Kapitulation Adrianopels wi in- berufene Landsturm entlassen. E Se ey

Montenegro.

__ Die Einnahme von Adrianopel hat in Cetinje ein

tiefen Eindru> gemacht. Vor der Lulgatides Gesatdtscheit fam es zu einer Es Sympathiekundgebung. Die Mitglieder der König On Bam, die Minister und Mitglieder des diplomatischen Korps übermittelten der Gesandtschaft ihre Glückwünsche. Der König Nikolaus sandte G ü>wunsch-

ie heiligen Baut 4 en zu zerstören, um zu verhindern, daß fie von un- reinen Füßen entweiht werden. Jch werde jetzt die funkentelegraphischen

telegramme an den Köni i - präftbenten Ges oro. önig Ferdinand und an den Minister-

Amerika.

Das Unterhaus des Staates New York hat, wie „W. T. B.“ meldet, die S Rade po ge O die Börsenmakler verpflichtet sind, ihre Kunden über die Trans- aftionen genau zu unterrichten.

Asien.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ ist ; i Parlament gestern vertagt worden. st das japanische

P Afrika.

ie Kolonne des Generals Lequio ist vorge abend in Suadna, zwanzig Kilometer vor Jeffren, I dessen Notabeln erschienen, um ihre Unterwerfung zu erklären. Suleiman el Baruni, der um Wiederaufnahme der Ver- handlungen gebeten hatte, ist auf die Antwort Lequios hin, daß er vorher die weiße Fahne auf der Zitadelle von Jeffren fr Srtpilia eas t E Richtung entflohen. Ein gestern

eingetroffenes Telegramm des tequi mes E T zufolge : G Res Se m r 30 Min. wurde in Gegenwart sämtliche

unter Fanfarenklängen, Salutschüssen bes Mrtillecie deer ape der arabishen Bevölkerung auf die Befreierin Italien und begeistertem Jubel der Truppen auf ‘der Burg Jeffren die italienis<e Flagge gehißt. Auf allen Wegen und no<h mehr in Jeffren selbst wurde mein Einzug in die Stadt mit andauernden Kundgebungen begrüßt. Die Notabeln der Stadt haben mich beauftragt, dem Köntge ihre Grüße und den Ausdru> ihrer tiefen Ehrfurcht zu übermitteln.

Nr. 14 des „Zentralblatts für das Deutsche Reich“ herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 22. Mie 1913 at folgenden Jnhalt: Konsulatwesen: Ernennung ; Bestellung; Exequatur- erteilungen; Entlassung. Finanzwesen: Uebersicht der Einnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren für die Zeit vom 1. April 1912 bis zum Schlusse des Monats Februar 1913. Nachweisung von Ein- nahmen der Reichs-Post- und Telegraphen- sowie der Reichseisen- bahnverwaltung für die Zeit vom 1. April 1912 bis zum Schlusse des Monats Februar 1913. Justizwesen: Dienstanweisung über Einziehung und Verrechnung der für die Geschäfte des Reichsgerichts in Ansaß kommenden Kosten in der vom 1. April 1913 ab geltenden Fassung. Allgemeine Verwaltungs\achen: Tagegelder und Reise- vergütungen der Mitglieder des Verwaltungsrats und der nicht- beamteten Mitglieder des Direktoriums der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Entschädigung für Zeitverlust oder entgangenen Arbeitsverdienst für die Beisißer der Rentenaus\hüsse, Schiedsgerichte und des Oberschiedsgerihts der Angestelltenversiherung. Zoll- und Steuerwesen: Veränderungen in dem Verzeichnis der zur Ausstellung von Untersuhungszeugnissen für Wein usw. ermächtigten ausländischen e, Veränderung in dem Verzeichnis der im Ausland zur 2 usstellung von Zeugnissen über die <hemishe Untersuhung von Baumöl ermächtigten wissenschaftlichen Anstalten oder lies: erag Grnennung etnes Stationskontrolleurs zum Oberzollreyisor. Polizeiwesen : Ausweisunz von Ausländern aus dem Reichsgebiet.

Statistik und Volkswirtschaft.

L Zur Arbeiterbewegung. -

_In Cassel sind, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, fast sämtliche Möbelträger und Spedttionshilfsarbeiter in a Moser getreten, sodaß das Umzugsgeschäft fast gänzli<h ruht. Die Aus- ständigen verlangen Lohnerhöhung, und zwar 3 4 für den Wagen. Zum Schug der Arbeitswilligen steht ein größeres Polizeiaufgebot bereit, da im Laufe des gestrigen Tages wiederholt Zusammenstöße zwishen den Ausständigen und den Arbeitswilligen vorgekommen sind.

Die Tarifbewegung der Leipziger Schriftgießer ist der „Wz. Ztg.“ zufolge, im wesentlihen beendet. Erreicht wurde die tarislihe Festlegung der 53 stündigen Arbeitswoche (täglih 9, Sonn- abends 8 Stunden), die Erhöhung des Mindestertrags des „gewissen E A M, L QN E Gehilfen im ersten

auf : e Dauer der Geltung des n if- vertrags wurde auf 5 Jahre festgelegt. E

(Weitere „Statistische Nachrichten“ \. i. d. Ersten Beilage.) ®

Kunst und Wissenschaft.

Die physikali \< - mathematis<he Klasse der König- lihen Akademie der Wissenschaften hielt unter dem Vorfi ihres Sekretars Herrn Waldeyer am 13. März etne Sitzung. Herr Hellmann las über die Herkunft der Staubfälle im „Dunkelmeer“. Gegen die afrikanishe Herkunft des rötlihen Staubes, der in dem zwischen den Canarischen und Capverdischen Inseln gelegenen Teil des Atlantishen Oceans häufig fällt, hatte Chrenberg die Einwendung gemacht, daß es „im Innern von Afrika keinen Passatwind und keine rotstaubigen Oberflähhen gibt“. Es wird nachgewiesen, daß dies nicht zutrifft, und gezeigt, warum der au in der westlichen Sahara wehende Nordostpafsat gerade das leichte Ober- flächenmaterial von rötliher Farbe auf den Ozean weit hinaus trägt. Damit wird die vom Verfasser 1878 aufgestellte Theorie vom afrika- nishen Ursprung dieser (und der europäishen) Staubfälle weiter be- festigt. Herr Hellmann las ferner über „Psychologisch be- Un e Fehler bei meteorologis<hen Beobachtungen“. Alle Beobachtungen, au wenn fie grundsäßlih richtig gemacht werden, sind mit unvermeidlichen Beobachtungsfehiern psychologisher Natur be- haftet. Diese bestehen in Verlesungen, Shäßungsfehlern und persön- lihen Fehlern. Die beiden ersteren erweisen si< durchaus abhängig von der Skalen- oder Maßstabteiluvg und zeigen ein gewisses gesey- mäßiges Verhalten, während die bei der Zehntelshäßung auftretenden ria d Fehler, die sogenannte Dezimalgleichung, mehr individueller In der an demselben Tage unter dem Vorsiß ihres Sekreta Herrn Roethe abgehaltenen Sißung der Bor E R E rishen Klasse las Herr Stumpf über Empfindung und

eines s\pezifishen Unterschieds in irgend etner Form ent t und andererseits die Vorausseßungen, die a A Ang egenl e bloßen Intensitätsverschiedenheit zu machen hat. Das Gebiet der Ge- sihtsersheinungen blieb zunähst außer Betracht.

Der Direktor der Königlichen Nationalgalerie erläßt folgende Bekanntmachung über die Besu@dz eiten der T Nationalgalerte: Sommerhalbjahr (1. April bis 30. September 1913): Sonntag 113¿—4 Uhr, Montag 10—6 Uhr, Dienötag 10 bis 6 Uhr, Mittwoch 10—6 Uhr, Donnerstag 1—6 Uhr (1 #4 Eintritts- eld), Freitag 10—6 Uhr (0,50 4 Eintrittsgeld), Sonnabend 10 bis

Uhr (0,50 4 Eintrittsgeld). Am Himmelfahrtstage, Donners3- tag, den 1. Mat, und am Pfingstsonntage, den 11. ist die

113 bis 4 Uhr geöffnet.

Die Galerie Eduard S@ulte eröffnet ihre Aprilaus\tell am 29. März. Sie enthält u. a. Motive ae Md ne Anne S Eo, Werke von Hans Autengruber-München, Giulio

_ Paul Leute ünchen, Hans Licht-Berlin, hel f,

P I Sp —ta3R

Vorstellung. Er besprah die Schwierigkeiten, die der Annahme

i Nationalgalerie geld ofen, am Pfingstmontage, den 12. Mai, von

inden, Claus Bergen-München, Sophia Koner-Berlin, rig.M Georges Mi Friß.