1894 / 123 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

nah Konstantinopel begeben, müssen ihre Effekten und getragenen slivee in Monastir-Aghzy bei Kawak einer Desinfektion unterziehen.

2) Amn gen gegen die kleinasiatishe Küste des Schwarzen Meeres (vergl. „R. Anz.“ Nr. 113 vom 16./5.):

a. Beshluß vom 16. d. M. Schiffe mit Passagieren von der Küste des Schwarzen Meeres zwischen der russish-türkishen Grenze und Awa unterliegen einer Ta nauaznniäne von 24 Stunden verbunden mit Ausschiffung der aag ere, ärztliher Untersuhung und Desinfektion der getragenen Kleider und der |<mußigen Wäsche. Und zwar haben fi die Schiffe, wel<he von der Küste zwishen der russisch - türkishen Grenze und Sinope (inkl) kommen, ins Lazareth von Sinope, solche, welche von der Küste zwischen Sinope und Awa (inkl.) kommen, ins Lajareth von Monastir zu begeben. Landen die aus dem Lazareth von Sinope mit Passagieren kommenden Schiffe an der Küste zwishen Sinope und Awa, so haben sie sih einer no<maligen 24 stündigen Quarantäne mit Ausschiffung der eee in Monastir zu unterziehen. Im übrigen bleiben die E E nz.“ Nr. 113 vom 16. Mai aufgeführten Bestimmungen in Kraft.

b. Beshluß vom 18. d. M. Herkünfte von der Küste des Schwarzen Meeres zwischen Trapezunt und Sinope (diese beiden äfen auêgenommen) haben si<h bis auf weiteres ins Lazareth von inope zur Beobachtung zu begeben. ;

c. Beshluß vom 19. d. M. Schiffe mit oder ohne Passagiere von der Küste des Schwarzen Meeres Ee Fatsa und Baffra (beide Häfen eingeschlossen) werden einer zehntägigen Quarantäne in dem Lazareth von Sinope unterworfen. A

Für den übrigen Theil der Küste zwischen der russisch - türkischen Que und Awa bleiben die unter a. aufgeführten Bestimmungen in

eltung.

Triest, 26: Mai. Heute Vormittag traf der Dampfer der ungaril hen Schiffahrt8gesellshaft Adria „Nagy-Lajors“ mit 33 fa rgästen und 285 090 Sa>k Kaffee aus Brasilien hier ein.

ährend der Ueberfahrt starben, nah dem Bericht des „W. T. B.*, an Bord vier Personen am gelben Fieber, nämlih der Komman- dant, der Maschinist, ein Heizer und ein Maschinen-Assistent. Ein Schiffskellner, der gleichfalls erkrankt war, is wieder genesen. Der Dampfer wurde sofort nah San Bartolomeo in Quarantäne gesandt.

Rio de Janeiro. Nach in Paris am 28. d. M. eingetroffenen Meldungen des „W. T. B.* aus Rio de Janeiro ist das gelbe Fieber daselbst im Abnehmen.

Theater und Musik.

Konzerte.

Die Ankündigung, daß der wohlbekannte Sängerbund des Berliner Lehrer-Vereins in dem Konzert im Kroll’ schen Etablissement am Sonnabend mitwirken werde, hatte eine be- sondere Anziehung ausgeübt. Das gut entworfene Programm enthielt Gesänge von Beethoven, M. Stange, Mendelssohn, Silcher, Atten- hofer, M. Blumner, H. Veit, Weber, Müller-Reuter, Kjerulf, Hegar und Jungst. Die Ausführung unter Leitung des Professors Felix Schmidt war, was Schönheit des Stimmenklangs, Präzision in der Zusammenwirkung und feine Schattierungs8weise betrifft, eine so vortrefflihe, daß mehrere Chorlieder auf Wunsh wieder- holt werden mußten. Mit Vorträgen des Gesangschors wechselten die des neuen Orchesters ab, das unter Paul Prill’s umsihhtiger Direktion Ouvertüren von Weber und Rossini, Wagner’'s „Feuer- zauber“ aus der „Walküre“, eine große Phantasie aus „Cavalleria rusticana“ von Mascagni und kleinere Musikstüle zu Gehör brate. Diesen wie dem von Herrn Konzertmeister K olkmeyer trefflih ausgeführten Largo für Violinsolo mit Harfen- nnd Orchester- begleitung wurde eine glei günstige Aufnahme von seiten des fehr ahlreid erschienenen Publikums zu theil.

Im Königlichen Opernhause wird morgen Smetana?s komishe Oper „Die verkaufte Braut“ gegeben. Kapellmeister Wein- gartner dirigiert. :

Im Königlichen Schauspielhause geht morgen Shake- speare’'s „Wintermärchen“ mit der Musik von Friedri<h von Flotow in Scene. Außer am Mittwoch werden auf vielfahen Wunsch auch am Donnerstag die Lustspiele „Der Tugendwächter“ und „Die Dienstboten®" aufgeführt. Die für a Tag angekündigte

„Die Hermannss{<la<ht“ wird auf nä<hste Woche vershoben. Richard Skowronnek, der Verfasser der Stüdce „Die Palastrevolution“, „Das Forsthaus“ 2c., hat dem Königlichen Schauspiel ein vieraktiges Lustspiel „Halali“ eingereiht, welhes an- genommen wurde und im Herbst zur Aufführung gelangen foll.

Im Deutschen Theater wird bei der morgigen 50. Aufführung von Gerhart Hauptmann's Komödie „Kollege Crampton“ die Titel- rolle von Georg Engels dargestellt. Die übrigen Hauptrollen sind in den Händen der Herren Kainz, Nissen und Retty, der Damen Retty und Meyer. : :

In den Hauptpartien der morgen im Theater Unter den Linden neueinstudiert zur Aufführung gelangenden Operette, „Die \<öne Helena“ von Offenbach, sind die Damen Cornelli, Grimm, Einödshöfer und Delmar und die Herren Steinberger, Matscheg, Meyer und Broda beschäftigt. Die ermäßigten Eintrittspreise bleiben auch für diese Vorstellung in Krast,

Vorstellung

Mannigfaltiges.

Der Verein für Kinderheilstätten an den deutschen Seeküsten, dessen Protektorin Ihre Majestät die Kaiserin riedri< is und der Seine Majestät den König von Sachsen, Ihre Königlichen Hoheiten die Großherzoginnen von Me>klenburg- Schwerin und von Sachsen-Weimar, den Prinz-Negenten von Braunschweig und die Prinzen Heinrih, Georg und Alexander von De zu Mitgliedern zählt, hielt am Freitag im Herren- ause unter dem Vorsiß des Präsidenten des Reichs-Invaliden- fonds Röfing seine Generalversammlung ab, der auh der Hanseatishe Gesandte Dr. Krüger beiwohnte. Dem Bericht zufolge hat der Verein in seinen vier Seehospizen, dem großen Kaiserin Friedrih-Hospiz in Norderney, in Wyk auf Föhr, im Friedrich-Franz-Hospiz in R Nr und in dem Hospiz in Zoppot im legten Jahre 1407 Kinder, 755 Mädchen, 604 Knaben und 48 Pensionäre verpflegt, gegen 1222 im Jahre vorher. Der Rechnungs- abshluß des Vereins weist an Einnahmen 28405 #4 Bei- träge auf. Verausgabt wurden außer den Ausgaben der Hospize 33 692 4, darunter 14 000 4 zur Erhöhung des CEffektenbestandes, der dadur auf nahezu 100 000 A angewachsen ist. Außerdem ver- fügt der Verein über 22 163 4 Kassenbestand und über Immobilien und Inventar im Werthe von über 780 000 A Der Gefammtbesißz des Vereins stellt einen Werth von 905 281 4/6 dar. Der Dresdner Zweigverein, der die Pflegekosten von 63 Knaben trug, hatte 6482 M. Einnahmen und 5784 4 Ausgaben, der Braunschweiger Zweig- verein nahm 5013 A ein, verausgabte 4824 4 und sandte 20 Kinder auf eigene Kosten in die Hospize. Der große, unter Vorsitz der Frau Geheimrath Leyden stehende Frauenhilssverein brachte 34 377 é. zusammen und konnte mit einem Aufwand von 28 204 die Pflegekosten von 241 Kindern bestreiten. Dem Frauenverein ge- hôren außerdem Zweigvereine in Oldenburg und Braunschweig an, die die Aufbringung der Kosten für aht Kinder übernahmen. Neu in den Borstand des Vereins trat an Stelle des verstorbenen Professors

Zülzer Herr Anton Henoch.

Das Comité der Aussteller und Interessenten der Berliner Gewerbeausstellung 1896 hatte auf Sonnabend Abend Ein- ladungen an die Ausfteller zu einer Versammlung im Konzerthaus erlassen. In der Versammlung, in dèr dem Frieden und der Ein- traht nahdrü>li< das Wort geredet wurde, ist, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, der bisherige Arbeitsausshuß, bestehend aus den Herren Baumeister Felis<h, Geheimer Kommerzien-Rath Goldberger und Kommerzien-Rath Kühnemann, einstimmig mit den einleitenden Vor- arbeiten für die Veranstaltung der Ausstellung im Treptower Park betraut worden.

Bei dem im Umbau begriffenen Hause Kochstraße 73 sind beute Vormittag in der zehnten Stunde durh Cinsturz einer großen Mittelwand se<s3 Arbeiter vershüttet worden. Die sofort alarmierte Feuerwehr war bald unter dem persönlilßen Kommando des Branddireftors Giersberg zur Stelle und machte sich an die Nettungsarbeiten, während Polizeimannschasten für die Absperrung der Unfallstätte sorgten. Drei der vershütteten Arbeiter konnten ver- hältnißmäßig s<nell aus den Trümmern hervorgeholt werden ; zwei von ihnen sind s{<wer, der dritte etwas weniger {wer verletzt. Ein Vierter, den man sodann herausholte, war bereits todt ; der

Schädel war ihm vollständig zermalmt. Die weiteren Rettungs- arbeiten wurden dur< die morshe Beschaffenheit des Baues sehr ers<hwert. Bis 123 Uhr war es nit gelungen, die beiden no< Ver, shütteten aus den Trümmern zu befreien. Die Feuerwehr konnte nux mit äußerster Vorsicht und unter Einsezung ihres eigenen Lebens vor- dringen, Sowie man einen Theil der Schultmassen beseitigt hatte stürzten andere Massen nah. Erschwert wurde die Arbeit auch da- durch, daß man nur von oben arbeiten konnte. Polizei-Oberst Krause erschien um 114 Uhr persönli<h auf der Unfallstätte.

Wie im vorigen, so hat au<h in diesem Jahre der Besißer des Hôtel d’Angleterre, Herr Felter, tem Invalidendank seine Bal. kou- und Fensterpläße für den Tag der Frühjahrsparade (Mitt. woh) zur Verfügung gestellt. Für Schaulustige, die den Durchzug Seiner Majestät des Kaisers und der Truppen von den Fenstern des Hôtel d’Angleterre anzusehen wünschen, sind Einlaßkarten im Bureau des Invalidendank zum Preise von 1 4 zu haben; der Ertrag wird dem Invalidenfonds überwiesen.

Köln, 26. Mai. Der Minister der öffentlihen Arbeiten Thielen nahm heute Mittag den neuerbauten Hauptbahnhof in Augenschein. Kurz vor 2 Uhr versammelten sich, wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, in der großen Empfangshalle des Hauptbahnhofs die zur Besichtigung ae Personen : die Eisenbahn-Direktions-Präsidenten Nennen und Offermann, die Oberbeamten der beiden Direktionen, der beiden Betriebs- und Bauinspektionen, die am Bau betheiligten Beamten, die Stationsvorsteher des Hauptbahnhofs und des Güter bahnhofs Gereon, Geheimer Baurath Pflaume, Geheimer Sanitäts» Rath Dr. Lent, Professor bp aus Aachen, welcher den Plan für das Hauptbahnhofsgebäude entworfen hatte, Professor Jacobsthal von der Königlichen Bauakademie, von dem der Entwurf für das Wartesaalgebäude herrührt, u. a. Staats-Minister Thielen ließ si die beiden leßtgenannten Herren vorstellen. Vor der Be- sichtigung wurden von der Bauverwältung auf einem Kissen die Schlüssel des Hauptbahnhofs dem Minister überreicht, der sie unter entsprehenden Worten dem Betriebs-Direktor Blan> übergab. Dann erfolgte eine eingehende Besichtigung sämmtlicher Räume des Empfangs- gebäudes, des Wartesaalgebäudes, der großen Halle, der Gleisanlagen sowie des westlichen Stellwerks, die 13 Stunden in Anspruch nahm. Daran {loß si< ein Mahl, das im Konferenzzimmer des Haupt- bahnhofs eingenommen wurde und an wel<em etwa achtzig Personen theilnahmen.

Schandau, 26. Mai. Die unter dem Protektorat Jhrer Majestät der Königin Carola stehende 3. Schandauer Kunst- und Gewerbe-Ausstellung wurde am Sonnabend Nachmittag 4 Uhr feierlih eröffnet.

Met, 27. Mai. Heute Nachmittag fand in Kurzel die Grund- steinlegung zu der evangelischen Kirche statt, welhe aus den von Seiner Majestät dem Kaiser zur Berg ng gestellten Fonds errichtet werden soll. In Vertretung Seiner Majestät that, wie „W. T. B.“ meldet, der Statthalter Fürst zu Hohenlohe die ersten Hammerschläge.

London, 26. Mai. Nach einer Lloyddepeshe aus Shanghai ist der Bremer Dampfer „{lwine Seyd“ an der Barreninsel gänzlih wra> geworden. Ein Theil der Fahrgäste und der Mann- [haft wurde gerettet, die übrigen werden vermißt,

Paris, 27. Mai. M Lees fällt nah einer Meldung. des „W. T. B.“ seit heute Vormittag 10 Uhr Schnee.

Charleroi, 27. Mai. Durch eine Explosion \<lagender Wetter sind laut Meldung des „W. T. B.“ heute Vormittag in S 4 bei Anderlues se<s Bergleute getödtet und vier verleßt worden.

Madrid, 26. Mai. In Gijon explodierte dem ,W. T. B.* zufolge auf dem norwegischen Dampfer „N orden“ der Dampf- kessel. Ein Maschinist, drei Heizer und ein Restaurateur wurden getödtet, mehrere: Arbeiter verwundet.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Wetterbericht vom 28. Mai, 8 Uhr Morgens.

7

erwarten fein.

Wind, | Wetter.

westen in Abnahme, im Süden im Steigen be- griffen und daher dürfte wärmere Witterung mit langsamem Aufklaren für Deutschland demnächst zu

Berliner Theater.

Deutsche Seewarte. Donnerstag: Othello.

Stationen,

in 9 Celfius 59G. =409R.

Bar. auf 0 Gz. u. d. Meeres\p red. in Millim.

Temperatur

J on 00°

halb bed, bededt wolkig bede>d>t Negen bededt wolkig beded>t

Belmullet . . Aberdeen Christiansund Kopenhagen . Stockholm .

e ; t. Petersbg. Mosfau .

Cork, Queens- town heiter Cherbourg. . bededt Ade Ae E wolkig | von

mburg beded>t winemünde wolfkig Neufahrwasser bededt!) Memel... | 746- | __2bede>t 2) S e e 756 bededt E, , | C00 Negen Karlsruhe . . | 755 Negen Wiesbaden . | 753 bededt3) München .. | 755 wolkig!) Chemniy .. | 752 egen erin (A9 halb bed. Se l CDL Regen Anfang 8 Uhr. Breslau . …. | 750 Negen bede>t

Ile d'Aix .. | 756 Sa a [00D halb bed. t s « | CDA heiter

1) Gestern und Nachts Regen. ?) Nachts Regen. 3) Nachts Regen. 4) Nachts Regen.

Vebersicht der Witterung.

Das barometrische Minimum, welches Fern über Ostdeutschland lag, ist nordwärts nah Südschweden fortgeschritten und liegt jeßt in einer Zone niedrigen Luftdru>kes, welche sich von der Nordsee ostsüdostwärts über das südlihe Ostseegebiet hinaus nah dem \südlihen Rußland erstre>t. Am Suauoe des Skagerraks und bei Sto>kholm weht Ostnordost- 6A auf den Britischen Inseln starke nördliche

inde. Bei meist s{<wacher, vorwiegend westlicher Luftstrômung dauert in Deutschland die trübe kühle Witterung mit Regenfällen fort; an der Küste liegt die Temperatur 1 bis 4, im Binnenlande 24 bis 9 Grad unter dem Durchschnittswerthe. München meldet 21 mm Regen. Der Luftdru> ist im Nord-

DO D > O I bad bd DARAIAOOANIíIO

Weingartner. S

märchen.

Flotow.

Emil Taubert.

verfügt.

E Do ti I R DO

Binde). wächter.

Eugen

der Lie 2. Juni, statt.

Theater - Anzeigen. Königliche Schauspiele. Dienstag: Opern-

haus. 138. Vorstellung. Komische Oper in 3 Aftten von Friedri<h Smetanua. Text von K. Sabina, deuts< von Max Kalbe>. Tanz von Emil Graeb. Ober-Negisseur Teßlaff. Anfang 7F Uhr. auspielhaus. 145. Vorstellung. Das Winter- Schauspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare, nah der Ueberseßung von Franz von Dingelstedt und Schlegel-Tie>k. Musik von Friedrich Tanz von Emil Graeb. i Ober-Negisseur Max Grube. Dekorative Einrichtung vom Ober-Inspektor Brandt. direktor Wegener. Anfang 7} Uhr Mittwoch: Opernhaus. Auf Allerhöchsten Befehl. Mit aufgehobenem Abonnement und unter Fortfall der permanent reservierten Pläße. (1° und 2 All). und Musik von R. Leoncavallo. Tanz von Emil Puppeufee. Pantomimisches Ballet-Divertissement von Haßreiter und Gaul. Musik von Joseph Bayer.

Veber den größten Theil der Billets ist Allerhöchst Der verbleibende Rest an Billets für den I. Rang und das Parquet wird nur unter der Be- dingung verkauft, daß die Besucher im Gesellschafts- Anzuge erscheinen i Die Billets tragen die Bezeichnung „NReserve-Saß“ und den Datumstempel. Schauspielhaus. 146. Vorstellung. Der Tugend- , Lustspiel in 4 Aufzügen, Vega, mit theilweiser Benußung der Braunfels’schen Eee Bud für die deutsche H abel. Die Dieustboten. 1 Aufzug von Roderih Benedix. Anfang 7F Uhr. va

Deutsches Theater. Dienstag: Zum 50. Male. Kollege Crampton. Mittwoch: Der Herr Senator. Donnerstag: Der Talisman. Die Ee Aufführung von Des Meeres uud e Wellen findet am Sonnabend, den

Gêne. (Jenny Groß.)

Die verkaufte Braut.

In Scene geseßt vom

Dirigent: Kapellmeister | einstudiert: Boccaccio.

von Franz v. Suppé. gent : Im prachtvollen Park :

Regie : ilhelmstädtischen Konzertmeisters Herrn Stiemer.

Dirigent : Musik-

Die Medici Historishe Handlung, Dichtung Veberseßzung von Graeb. Die

burg.

3 Akten von Alexandre Bisson.

Moser. Anfang 7x Uhr. Mittwoch: 3

Pont-Biquet.

Herren im Fra> und weißer

Ermäßigte Preise. Helena.

ühne bearbeitet von

Genrebild in Adolph Ernft-Theater.

Brandon Thomas. acobson und Benno Jacobson.

Anfang 7> Uhr. 73 Uh

Dienéêtag:

Dienstag: Uriel Acosta. (Ludwig Barnay.) Anfang 7F Uhr.

Mittwoch: Neu einstudiert: Demetrius. (Marie Pospischil, Char- lotte Boch, Ludwig Barnay, Ludwig Stahl.)

Lessing-Theater. Dienstag: Madame Sans-

Mittwoch : Niobe und Die Orientreise. (Niobe : Jenny Groß.) - (Leßte Wiederholung.)

Friedrich - Wilhelmstädtisches Theater. Shaufseestraße 25. Nur noch drei Vorstellungen. Dienstag: Neu Komische Operette in 3 Akten von F. Zell und Richard Genée. S Negtie: Herr Unger. Herr Kapellmeister Federmann. Großes Konzert, aus- eführt von dem vollständigen Orchester des Friedrich- Theaters unter

Anfang des Konzerts 6F Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Mittwoch: Vorletßte Vorstellung. Boccaccio. Im Park: Großes Kouzert.

Residenz-Theater. Direktion : Sigmund Lauten-

Dienstag: Zum leßten Male. Toupinel (Feu Toupinel). Deutsch von G. v.

um leßten Male.

Donnerstag: System Ribadier. Freitag: Zu volksthümlichen Preisen.

Theater Unter den Linden.

Zum 1. Male. Operette in 3 Akten von J. Offenbach. Anfang 7F Uhr.

Dienstag. S&harley’s Tante. S<hwank in 3 Akten Vorher :

arodistis<We Posse mit Gesang in 1 Akt von F T L Musik von Franz

Roth. In Scene geseßt von Ad. Ernst. Anfang t. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung.

Pentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30,

Leßte Woche. Nur no< drei Vorstellungen. Gastspiel von Emil Thomas. Der

Traum des Aktionärs. Dramatisches Quodlibet in 3 Akten (5 Bildern). (Doktor Peschke, Schla- R Geyer, Gaspard, Blasel: Emil Thomas.)

s O bis Freitag: Der Traum des Aktio- närs.

Kouzerte,

Kroll's Etablissement. Dienstag : Großes

Doppel-Konzert. Neues Orchester : Paul Prill. Kapelle der Gardes-du-Korps. (Bei ungünstigem Wetter im Saal.) Anfang 6F Uhr. Entrée 50 »\, Ee 4 M

Mittwoh: Zweites Symphonie - Konzert. Neues E Prill.

Auf der Terrasse nah dem R E Großes Café und Restaurant bei freiem Entrée. Diners von 3 M an.

Familien-Nachrichten.

Verlobt: a Kätbe Altendorf mit rn, Regierungs-Rath Gustav Hübner (Königsberg. i. Pr.). Frl. Margarete Knak mit Hrn. Pastor Ernst Wagner a Wernigerode). Frl.

# Sophie Vorwerk mit Herrn NRegierungs-Referendar

Der selige | Dr. jur. Felix von Rautenberg - Garczyúóski

S<wank in | (Wiesbaden). :

Verehelicht: Hr. Max Graf Rittberg-Urschkau

mit Gräfin Alice Bassewiy (Lüßow). Hr.

Pastor Theodor Korth mit Frl. Martha

naue (Herzsprung). Hr. Berg-Assessor

obert Gerlah mit Frl. Clara Schweißer (Zeche Reden, Heiligenwald bei Saarbrücken). :

Geboren: EinSohn : Hrn. Amtsrichter Schnieber (Inowrazlaw). Hrn. Reichsgerichts - Rath Toussaint (Leipzig). Eine Tochter: Hrn, Hauptmann Adolf von Carlowiß (Berlin).

Gestovben: Yue Ober-Pfarrer D. L. von Cölln (Brück i. d. Mark). Hr. Amtsrath Werner Wien (Kgl. Domäne Finale Osftpr.). Hr. Pfarrer und Geistliher Rath Sens Starost (Lüben). Hrn. or Seibt Tochter Clara (Waldenburg i. Schl.).

Musik Diri-

Leitung des

Im Theater:

Die Familie

Jugend.

Dienstag: Die schöne

Leßter Monat. Die Vajazzi.

in ver V Redakteur: Dr. H. Klee, Direktor.

Berlin: Verlag der Expedition (Scholz).

Dru> der Norddeutshen Buchdruderei und Verlagbe- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (eins{hließli< Börsen-Beilage).

(902)

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 123.

Berlin, Montag, den 28. Mai

Breußischer Landtag.

Haus der Abgeordneten.

73. Sißung vom-26. Mai 1894,

Im weiteren Verlauf der Berathung der Petitionen aus Passenheim bezw. Danzig wegen der Form der elter- lihen Willenserklärung über den Unterricht der Kinder aus Mischehen (\. den Anfangsbericht in der Sonnabend-Nummer d. Bl.) empfiehlt der

Abg. Dr. Dittrich (Zentr.) den Antrag Krebs auf Ueberweisung der Petition an die Regierung zur Berücksichtigung oder wenigstens zur Erwägung und bestreitet, daß es sich hierbei um Proselytenmacherei handle. Die Leute verspräthen die Erziehung der Kinder in anderer Konfession, aber zum Landrath gingen sie in solhen Sachen nicht gern.

Geheimer Ober-Regierungs-Rath von Bremen weist darauf hin, daß es sih hier um hunderte von Fällen handele, in denen Miß- bräuche vorgekommen seien; man habe namentli von evangelisher Seite Beschwerde gegen solche Proselytenmacherei erhoben.

Abg. Seyffardt- Magdeburg (nl.) widerspricht dem Antrage der Unterrichtskommission (auf Uebergang zur Tagesordnung), weil es in folhen Dingen bedenkli<h sei, in Ost- und Westpreußen anders zu verfahren als in den anderen Landestheilen, namentli<h da die Leute dort nicht so leiht zum Landrath gelangen könnten. Wenn auch die betreffende Verfügung nicht ungeseßlih sei, so sei sie do< un- berehtigt im Interesse des konfessionellen Friedens.

Abg. von Schen>en dorff (nl.) erklärt sih im Gegensatz zu dem Vorredner für den Kommissionsantrag, während

Abg. Dr. Rintelen (Zentr.) in der Verfügung einen Eingriff in die Neligionsfreiheit erbli>t.

Abg. Dr. Gerlih (fr. kons.): Es handele si lediglih um die Form der Willenserklärung; die Leute könnten meist nicht lesen und {hreiben, au< die Gemeindevorsteher seien vielfah niht besonders bewandert darin; deshalb bleibe allein der Landrath übrig, vor dem eine folhe Erklärung abgegeben werden könne. Für jedes Kind it der Vater wohl einmal den Gang zum Landrath machen önnen.

Der Antrag der Kommission auf Uebergang zur Tages- ordnung gelangt gegen die Stimmen des Zentrums, der Frei- Mgen, der Polen und einzelner Nationalliberalen zur An- nahme.

Eine Petition um Gleichstellung der im Kommunaldienst angestellten Militäranwärter mit denen im unmittelbaren Staatsdienst wird der Regierung als Material überwiesen.

_ Der Stadtverordnete Materne-Berlin petitioniert um Zu- lassung der fafkultativen Feuerbestattung.

Abg. Dr. Langerhan s (fr. Volksp.) tritt für die Berücksichtigung der Petition ein, da die gegen die Feuerbestattung geltend gemachten Gründe niht durhschlagend seien; namentlih widersprehe es der Freiheit des religiösen Bekenntnisses, die Feuerbestattung aus „crist- lichen“ Bedenken zu verbieten. Kein Geseß verbiete dieselbe in Preußen, und sie sei im gesundheitlihen Interesse nothwendig, da es bald für die großen Städte niht mehr mögli sein werde, Kirhhöfe zu beschaffen.

Abg. Dr. Bachem (Zentr.) meint, daß die Feuerbestattung nur eine Liebhaberei gewisser bevorzugter Stände sei, die aber das religiöse Gefühl der weitesten Kreise verleße, namentlih wenn man die Krematorien mitten in die ristlihen Begräbnißstätten hineinsete.

…_ Abg. Schall (kons.) {ließt si< diesen Ausführungen voll- ständig an.

Abg. Dr. Langerhans (fr. Volksp.) bezeichnet es als seltsam, daß dur) eine Polizeiverordnung ohne jeglihe geseßlihe Begründung die Feuerbestattung verboten werden könne, so daß Leichen in das außerpreußishe Deutschland transportiert werden müßten, um dem Wunsche Verstorbener nah Feuerbestattung zu genügen.

Das Haus beschließt Uebergang zur Tagesordnung.

Ebenfalls durh Uebergang zur Tagesordnung werden erledigt Petitionen eines Rangiermeisters um Bewilligung eines Penstionszuschusses, verschiedener Gerichtsdiener um Erhöhung ihres Einkommens, eines Realgymnasial-Direktors und eines Landgerichts-Raths a. D. wegen Rückzahlung bezw. Befreiung von Beiträgen zur Wittwenverpflegungsanstalt.

_ Petitionen mehrerer Lehrer um Erlaß eines Lehrer- besoldungsgeseßes bezw. um Erhöhung des Grundgehalts der Landlehrer und Ablösung der diesen zu liefernden Naturalien werden der Regierung als Material überwiesen.

Die Petitionen eines Kreis-Schulinspektors und eines Oberlehrers wegen Anrechnung früherer bezw. auswärtiger Dienstjahre bei Bemessung ihres Gehalts nah Dienstalters- stufen sollen dem Kommissions-Antrage gemäß durch Ueber- gang zur Tagesordnung erledigt werden.

Bei dieser Gelegenheit verwahrt sich

Abg. Schall (kons.) dagegen, daß aus den Kommissionsver- handlungen Berichte mit Nennung von Namen und zwar in tendenziöser Entstellung in die Presse gebracht seien, wobei man ihm und dem Abg. As ihre „lehrerfreundlihen“ Gesinnungen vor- gehalten habe. Er habe u. a. nur hervorgehoben, weshalb au Naturallieferungen nicht zu mißbilligen seien.

Der Kommissionsantrag gelangt zur Annahme.

__ Petitionen von Lehrern und Lehrerwittwen um Erlaß eines Gesezes behufs anderweiter Regelung der Pensions- verhältnisse der Relikten der Elementarlehrer werden der Re- gierung zur Erwägung überwiesen.

Durch Uebergang zur Tagesordnung werden erledigt die etitionen des Verbands hannoverscher landwirthschaftlicher enossenshaften wegen Aenderung des $ 39 der Vormund-

schaftsordnung, und der Sn des deutschen Jnspek- torenvereins, betr. die Stellung der Landwirthschaftsbeamten.

,- Außerdem kommen noch einige Petitionen von nur per- söónlihhem Jnteresse zur Verhandlung.

Schluß 4 Uhr. Nächste Sißzung Donnerstag 11 Uhr.

X X17. Versammlung von Vertretern der deutschen evangelischen Kirchen-Regierungen.

Am Donnerstag, 24. d. M. , wurde in Eisenach die XXI. Ver- sammlung von Vertretern der deutschen evangelischen Kirchen - Negie- rungen eröffnet. Um 10 Uhr fand ein feierliher Gottesdienst in der Wartburg- Kapelle statt, bei dem General-Superintendent Lohr aus Cassel die Predigt hielt. Zu der ersten Sihung der Konferenz, die um 12 Uhr im Großherzoglichen Schlosse stattfand, hatten sich fol- gende Abgeordnete eingefunden : :

für Preußen (alte Provinzen): der Präsident des Evangelischen Dber - Kirchenraths D. Dr. Barkhausen, der Vize - Präsident des Evangelischen Ober-Kirchenraths , Wirklihe Ober-Konsistorial-

Rath, Propst und Professor D. Freiherr von der Goltz, Ober- Konsistorial-Rath Braun E H N

für Preußen (neue Provinzen): der Präsident des Landes-Konsisto- riums in Hannover Voigts, der Ober-Konsistorial-Nath Abt D. Uhl- horn, Konsistorial-Präsident D. Dr. Chalybaeus von Kiel und General- Superintendent Lohr von Cassel;

Jur Desterreih: der Präsident des Kaiserlih-Königlichen evan- gelishen Dber-Kirchenraths A. u. H. Bekenntnisses Dr. Franz von Wien; E

für Bayern (diesfeits des Rheins): der Ober-Konsistorial-Nath von Küster; für Bayern (jenseits des Rheins): der Konsistorial-Rath Risch von Speyer; :

für das Königreih Sachsen: der Präsident des evangelis{- lutherishen Landes-Konsistoriums von Zahn und Vize-Präsident, Ober-Hofprediger D. Dr. Meier in Dresden;

für Württemberg: der Konsistorial-Direktor von Müller, Stifts- prediger Prälat D. von Burk;

für Baden: der Prälat D. Doll von Karlsruhe ;

für Hessen: der Prälat und Ober-Konsistorial-Rath D. Habicht und Dber-Konsistorial-Nath D. Köstlin von Darmstadt;

für Sachsen-Weimar : der Chef des Ministerial-Departements des Kultus, Geheime Staatsrath von Boxberg und Großherzoglicher Ge- heimer Kirchenrath D. Nicolai von Allstedt;

für Oldenburg: der Geheime Ober-Kirchenrath und Ober-Hof- prediger D. Hansen von Oldenburg ;

für Braunschweig: der Konsistorial - Vize - Präsident Abt D, Sasllentien von Wolfenbüttel; i:

für Sachsen-Meiningen: der Ober-Kirhenrath D. Dreyer von

einingen ;

für Sachsen-Altenburg: der Geheime Konsistorial-Rath, General- Superintendent D. Rogge von Altenburg?

für Sachsen-Coburg-Gotha: der Ober-Konsistorial-Rath, Ober- Doe und General-Superintendent Kretshmar von Gotha;

__ für Anhalt: der Vorsitzende des Konsistoriums, General-Super- intendent D. Teichmüller von Dessau; i

für Schwarzburg-Sondershausen: der Hofprediger, Konsistorial- Rath Zahn von Sondershausen;

für Schwarzburg-Nudolftadt: der General-Superintendent und Hofprediger D. Trautvetter von Rudolstadt;

für Walde>: der Konsistorial- und Kammer-Direktor von Krogh von Arolsen ;

_für Reuß j. L.: der Ober - Kirchenrath, Superintendent und Hofprediger Loe von Gera;

für Lübe>: der Senior und Hauptpastor Ranke von Lübe;

für Hamburg: der Senior und Hauptpastor Behrmann von Hamburg;

für Elsaß-Lothringen : das geistlihe Mitglied des Direktoriums der Kirche Augsburger Konfession, Pfarrer. und geistliher Inspektor Teutsch von Buchsweiler, und als Vertreter der reformierten Kirche von Elsaß-Lothringen Pfarrer Schön von Sennheim.

Zunächst erhielt der Geheime Staatsrath von Boxberg das Wort, um die Konferenz im Namen Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs zu begrüßen. Sodann erstattete der bisherige Vor- sfißende Abt D. Sallentien aus Wolfenbüttel den Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß die früheren Beschlüsse der Konferenz erfreulihe Erfolge gehabt haben und daß namentlih in Preußen zur Hebung der Cidesnoth bedeutsame Schritte gethan worden sind. Im Anschluß an den Bericht wurden von den Vertretern aller norddeutschen Landeskirhen mit Ausnahme der von Me>lenburg und Reuß ä. L. Mittheilungen über die erstmalige Feier des allgemeinen Buß-, Bet- und Danktages am Mittwoch vor dem leßten Sonntag im Kirchenjahr gemaht. Sie lauteten übereinstimmend dahin, daß diese Feter überall einen durchaus befriedigenden Verlauf genommen habe und als in die Gemeinden eingelebt angesehen werden könne. Von befonderer Bedeutung waren diese Mittheilungen aus Lübe>k, wo der Bußtag eine neve Einrichtung ist und es überdies auch no< wegen des lebhaften Handelsverkehrs zweifelhaft sein mußte, ob er bald Eingang finden würde. In dem preußischen Hessen, wo die frühere Bußtagsfeier am 1. November der Bevölkerung wegen der Wichtigkeit dieses Tages in der Geschihte des Landes sehr lieb ge- worden war, ist der neue Bußtag troßdem unter allgemeinster Be- theiligung gefeiert worden. Die in Norddeutschland gemachten Er- fahrungen berehtigen zu der Hoffnung, daß die von den Vertretern der süddeutschen Landeskirhen hervorgehobenen Schwierigkeiten, die ih dort der Einführung des Bußtages no< entgegenstellen, zum Segen des deutsden Volks sih werden beseitigen lassen.

Nachdem der bisherige Vorsißende und au< sein Stellvertreter Ober-Konsistorial-Nath Braun 1. dur< Acclamation wiedergewählt worden war, wurde die Sißung ca Ben,

In der 2. Sitzung der Deutschen Evangelischen Kirchenkonferenz am Freitag wurde nad: Verlesung und Annahme einer Dankadresse an Seine Königliche Hoheit den Großherzog fofort in die Tages- ordnung eingetreten. Abt D. Uhlhorn erstattete ein Referat über die Frage: „Empfiehlt- es sib, die Synode und synodalen Organe zur Mitarbeit auf dem Gebiet der hristlihen Liebesthätigkeit heran- zuziehen, und wie ist die bezüglihe Thätigkeit am zwe>- mäßigsten zu gestalten?“ Es war diese Frage zur Ver- handlung gestellt worden, na<hdem vor zwei Jahren über die Einrichtung einer kirhlihen Armenpflege und damit über die Mit- wirkung der Organe der Einzelgemeinden bei der Liebesthätigkeit be- rathen worden war. Sowohl dur< das Referat des D. Uhlhorn als au dur. das Korreferat des Ober-Konsistorial-Raths Braun I., juristishen Mitgliedes des Evangelishen Ober-Kirchenraths in Berlin, zog sich der Grundgedanke, daß es ebenso im Interesse der organisierten Kirche wie in dem der Liebesthätigkeit liege, eine Verbindung zwischen beiden herzustellen und dabei do<h die Freiheit der leyteren zu wahren. In diesem Grundgedanken waren die Mitglieder der Konferenz durchaus einig, und es wurden na< längerer Debatte Ftgende Säße angenommen: „1) Soll die richtige Verbindung der Liebesthätigkeit mit der Kirche beiden zum Segen hergestellt und erhalten werden, fo bedarf es auh der Mitarbeit der Synoden und \ynodalen Organe auf dem Gebiet der Liebesthätigkeit. 2) Es ist die Aufgabe der Kirchen-Regierungen, die einer folhen Mitarbeit entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen, zu derselben anzuregen und sie zu leiten, jedo< unter steter Beachtung der besonderen Verhältnisse und so, daß auch hier die Freiheit der Liebesthätigkeit gewahrt bleibt. 3) Die Aufgabe der Kreis-, Bezirks- oder Diöszesansynoden ist in erster Linie die, die in ihren Bezirken vorhandene Liebesthätigkeit zu beachten, sie auf -Grund von Referaten und Berichten in den Kreis ihrer Erwägung zu ziehen und dann anregend und fördernd auf sie einzuwirken. 4) Sie sind auch die geeigneten Vermittler zwischen den für größere Kreise bestehenden Vereinen und Anstalten der Liebesthätigkeit und den Einzelgemeinden, indem sie die Bekanntschaft mit denselbea verbreiten und das Interef| dafür we>en. -Am besten ist es, daß zu dem Zwe>2 bestimmt Referenten für die Liebesthätigkeit oder einzelne Zweige derselben bestellt werden. } i ihre Ausschüsse oder Vorstände einzelne für den ganzen Bezirk bestimmte Arbeiten selbst in die Hand nehmen. Meist wird es zwe>mäßiger fein, die Synode giebt nur die Anregung dazu, daß die Sache von dazu ecigneten Persönlichkeiten in die Hand genommen wird, steht diesen Pélfend zur Seite und sichert sich dafür den nöthigen Einfluß auf die Leitung der Arbeit. 6) Die Mittel zu einer solhen Thätigkeit sind

5) Es ist niht ausgeschlossen, daß die Synoden bezw.

1894,

| re zusammenzubringen. Den Kreis-, Bezirks- oder Diözesansynoden das Recht s verleihen, Umlagen zu diesem Zwecke zu erheben, unterliegt starken Bedenken. 7) Dagegen steht zu wünschen, daß es den Synoden möglichst erleichtert wird, die Mittel für die nah as 9 zu übende Thätigkeit dur< Kirchen-Kollekten und sonstige freiwillige Gaben zu gewinnen. 8) Nicht minder ist zu wünschen, daß den Synoden das Recht der juristischen Sn zuerkannt werde, um es zu ermöglihen, daß sie

ermögen erwerben, Legate annehmen und Stiftungen ver- walten können. 9) No<h mehr als bei den Kreis-, Bezirks- oder Diözesansynoden besteht die Aufgabe der Synoden höherer Stufen der Provinzial- und Landes\ynoden in*erster Linie in der Beahtung und Erwägung der christlichen Liebesthätigkeit, um Anregungen zu geben und helfend und fördernd einwirken zu fönnen. Eine solthe regel- mäßige Beachtung der Liebesthätigkeit sicher zu stellen, ift es gut, wenn die Synode eine besondere Kommission oder einen Ausf für die Liebesthätigkeit ernennt. 10) Steht der Synode die Bewilligung von Kirchenkollekten zu, so wird sie diese au<h den Arbeiten und Anstalten der Liebesthätigkeit, die der Hilfe der ganzen Provinz oder der ganzen Landeskirche bedürfen, zuwenden. Eine Unterstüßung der Liebesthätigkeit durch von der Synode zu beshließende Steuerumlagen ist bedenklich. 11) Selbstthätig einzugreifen, felbst Anstalten zu gründen, ist den Synoden, wo nicht besondere Umstände dazu nöthigen, wenigstens für jeßt nit anzurathen. Doch wäre es erwünscht und würde die Verbindung der Liebesthätigkeit mit der Kirche segensrei< fördern, wenn in den Vorständen der die ganze Provinzial- oder Landeskirche umfassenden Vereine und Anstalten der Liebesthätigkeit ein Mitglied des ständigen Ausschusses oder Vorstandes der Synode Siß und Stimme hätte.“ Nach Bekanntgebung der Tageßordnung für den 26. d. M. und Mittheilung, daß der Präsident des Evangelischen Ober-Kirchenraths D. Barkhausen an diesem Tage Abends 8 Uhr einen Vortrag über die im vorigen Jahre nah Jerusalem und mehreren anderen Diasporagemeinden von ihm ge- machte Reise halten werde, wurde die Sißzung um 24 Uhr geschlossen.

durh Gaben freier Liebe

Statistik und Volkswirthschaft.

Die Hypothekenbewegung im preußishen Staat im Jahre 1892/93.

Im Jahre 1892/93 sind in den städtischen Bezirken, wie das

1. Vierteljahrsheft der „Zeitschrift des Königlich preußischen Stati- stischen Bureaus“, Jahrgang 1894, mittheilt, 148657 Millionen Mark (im Vorjahre 1445,26) eingetragen, 736,09 Millionen Mark (im Vorjahr 685,87) gelöst, davon 114,73 (79,24) bei Zwangs- versteigerungen. In den ländlichen Bezirken wurden eingetragen 670,11 Millionen Mark (641,81), gelösht 461,43 Millionen Mark (435,16); auf Zwangsversteigerungen entfielen hier 53,65 (42,75) Millionen Mar? Löschungen. In den sädtis<en Bezirken belief si also die Mehrbelastung durh Hypotheken untex Berück- sichtigung der Löschungen im Jahre 1892/93 auf 750,48 Millionen Mart (1891/92: 759,39; 1890/91: 709,77; 1889/90: 814,58; 1888/89: 723,99; 1887/88: 566,78; 1886/87: 434,29); in sieben Jahren also hat die städtishe Mehrbelastung betragen insgesammt 4759,28 Millionen Mark. In den ländlichen Bezirken betrug die Mehrbelastung im Jahre 1892/93: 208,68 Millionen Mark (1891/92 : 206,69; 1890/91: 156,37; 1889/90: 179,13; 1888/89: 121,08; 1887/88 : 88,03; 1886/87: 133,16); in den leßten fieben Sahren hat also die ländlihe Mehrbelastung betragen insgesammt 1093,10 Mill. Mark. Die im Jahre 1892/83 bewirkte Mehrbelastung der ländlichen Grund- stü>e war höher als in jedem einzelnen der vorangegangenen Jahre, während die städtishe Mehrbelastung in jenem Jahre bhulve derjenigen des Vorjahres um 8,91 Mill. Mark zurückblieb und das Jahr 1889/90 die stärkste Ziffer aufweist. _ Als Gründe der stetig zunehmenden Hypothekenlast in den Städten ergeben die Berichte aus den einzelnen Ober-Landesgerichts- bezirken, wenigstens für die Großstädte, überwiegend das Steigen des Grund- und Bodenwerths und die zunehmende Bauthätigkeit, welche stets neue Werthe der hypothekarishen Verpfändung zuführt.

Das Anwachsen der ländbli <en Hypothekenlast entspricht da- gegen ni<t einer ebenmäßigen Steigerung des Bodenwerths. Die Mehrverschuldung is eine wachsende, und selbst günstigere Ernten, wie das Jahr 1892/93 eine solche aufweist, waren in den leßten Da Jahren ni<ht im stande, der stetig anwachsenden ländlichen

ershuldung Einhalt zu thun. Diese Regelmäßigkeit, mit welcher auh in den besseren Jahren die ländliche Verschuldung zunimmt, bildet, wie die „Zeitschrift des Statist. Bureaus" bemerkt, jedenfalls den bedenkli<sten Punkt der Hypothekenstatistik.

assen wir die einzelnen Ober-Landesgerichtsbezirke, und zwar betrefss der ländli<hen Mehrvershuldung zusammen, so ist die Verschuldungszunahme am größten in den Bezirken Breslau, Berlin (Kammergericht), Celle, Hamm, Naumburg und Köln; am wenigsten find an der O betheiligt Marienwerder, Posen, Cassel und Frankfurt a. M. Eine Vershuldungszunahme um mehr als das Dreifahe des Grundsteuer-Reinertrags ({tädtishe und länd- liche) zeigt sih in Ostpreußen, Brandenburg und Schlesien, also in drei ostelbishen Provinzen sowie in Sachsen und Westfalen. In dem Bezirk des Ober - Landesgerichts Königsberg betrugen die Ein- tragungen auf ländlihe Grundstüke 37,89, die Löschungen 29,89, das Mehr der Eintragungen 12 Millionen Mark; von den Löschungen infolge von Fwangöpersteigerungen kamen 3,26 Millionen Mark auf das platte Land, sie nahmen gegen das Vorjahr zu. Die lebhaftere ländlihe Hypothekenbewegung wurde dur s{le<te oder geringe Ernteerträgnisse, Kaufgelder, Abfindungs- gelder, hier und da dur< ungeordnete Wirthschaftsführung herbei- geführt. In Marienwerder brachte das Land gegen das Vorjahr (5,67) um 4,63 Millionen Mark bei Versteigerungen zur Löschung, eine Summe, welche erhebli<h höher ausgefallen sein würde, hätte ni<ht der Fiskus dur< die nsiedelungskommission hilfreih eingegriffen; das Land (im Bezirk WMêarienwerder) brahte 30,98 Millionen Mark Eintragungen, 28,65 Miil- lionen Mark Löschungen, hatte also eine Mehrbelaftung von 2,33 Millionen Mark. Die ländlihen Bezirke des Kammer - - geri<hts ergaben an Eintragungen 64,12, an Löschungen 40,50, also eine Mehrbelastung von 23,62 Millionen Mark; auf Zwangsver- steigerungen entfielen 5,48 Millionen Mark. Der gs s wird in den Berichten abwechselnd MNRestkaufgeldern, Neuanfiedelungen, Parzellierungen, Umwandelung der Perfonal- in Realschulden oder geringen Preisen der landwirthschaftlihen Erzeugnisse zugeschrieben. Im Bezirk des Stettiner Ober - Landesgerichts betrugen die Eintragungen 30,28, die Löschungen 20,70, das Mehr der ersteren 9,58 Millionen Mark, im Wege der Zwangsversteigerung wurden 3,31 Millionen Mark zur Löschung 0E Die Berichte sehen in der trüben ländlihen Lage noh die Nahwirkungen der theils lehten, theils gänzlih ausgebliebenen Ernte des vorhergegangenen ces wovon si der Landwirth troß des günstigen Ernteausfalls des Berichtsjahres no< nicht hat erholen können. Die gesteigerten Löhne werden ausdrü>lih als belastend, besonders für die großen Güter, hingestellt. Sowohl Großgrundbesißer wie Bauern fuchen fih vielfach E über die shle<ten Zeiten hinwegzuhelfen. Im Bezirk Posen hat, wie im Vorjahre, der Staat dur<h Güter- ankauf seitens der Ansiedelungskommission entlastend eingegriffen.