1894 / 142 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

ausse einer auf vorsfäßlihes Handeln beshränkten Straf-

arkeit n der Haupt illuforis T Lilien, so ist der Schluß

ertigt, daß die Norm der §8 1, 9 a. a. O. ganz allgemein fo-

wohl vors ä ihes wie fahrlässiges Zuwiderhandeln unter- sagt.“ (602/94.) O

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Cholera.

Hamburg, 18. Juni. „W. T. B.“ meldet: Gegenüber den falschen Gerüchten der Pariser Ausgabe des „New-York Herald“ über angeblihe Cholerafälle in Hamburg kann nah Auskunft an amtlicher Stelle konstatiert werden, daß diese Gerüchte mit allen Einzelheiten vollständig erfunden sind. Es sind weder Erkrankungen an Cholera noch verdächtige Fälle vorgekommen.

Verdingungen im Auslande.

Niederlande.

22, Suni. Commissie voor de Gasfabriek en de Straat- verlichting te Zierikzee: Lieferung von ungefähr 12000 hl eng- lisher Gasfohlen. Bedingungen käuflich für 25 Cents bei der Di- rektion der Gasfabrik zu Zierikzee.

Belgien. Nächstens. Börse in Brüssel: Seserung von 10 bezw. 8 voll- ständigen Tendern von 9000 1 Inhalt in 2 Abtheilungen. Ort der Lieferung: Mecheln, Gendbrugge, Luttre, Mons-Cuesmes oder Brüssel

(Quartier Leopold) nach Wahl des Unternehmers.

Theater und Musik.

Morgen gelangt im Königlihen Opernhause Hummel's „Angla“ mit Fräulein Hiedler und den Herren Philipp, Stammer, Fränkel und Schmidt zur Aufführung. Darauf folgt Mozart's „Bastien und Bastienne“ (Fräulein Weiß, Herren: Lieban und Krolop). Den Schluß des Abends bildet das Ballet „Karneval“.

Im Königlichen Schauspielhause werden morgen die Lustspiele „Der Tugendwächter* und „Die Dienstboten“ gegeben. Am Donnerstag geht „Zopf und Schwert“ von Gußkow in Scene. (Damen: Kahle, von t a Lindner, Herren: Molenar, Purschian, Klein, Plaschke, Keßler, Arndt und Link.) i

Zür die leßte Vorstellung des Deutschen Theaters, mit der die Direktion Adolph L'Arronge’'s am 30. d. M. ihren Abschluß atis ist eine kombinierte Aufführung zusammengestellt worden, welche ämmtlihen Mitgliedern Gelegenheit giebt, sih noch einmal dem Publikum zu zeigen. Zur Aufführung ‘gelangen deshalb: 1) „Die Kinder der Excellenz", 2. Akt; 2) „Die Journalisten“, 2. Akt (Piepen- brink-Scenen); 3) „Prinz Friedrih von Homburg“, 5. Akt; 4) „Das Wintermärchen“, 3. Akt (Gerichtsscene). , | :

Der nächste Sonntag Nachmittag bringt im Berliner Theater die 40. und leßte Aufführung von Shakespeare's „Kauf- mann von Venedig“ mit erdinand Suske und Margarethe Tondeur in den E: Am Abend desselben Tages geht zum 47. und leßten Male Shakespeare’'s „Othello“ mit Ludwig Barnay in der Titelrolle sowie Marie P Charlotte Boh und Ludwig Stahl in den übrigen Hauptrollen in Scene. :

Die „Banda municipale di Roma“, welhe Ende dieser Woche in Berlin eintrifft, um im Kroll’shen Etablissement eine Anzahl Konzerte zu veranstalten, steht unter der Leitung des Cavaliere Alessandro Vessella. Die römische Municipal-Kapelle ist das größte derartige Orchester Italiens, denn sie zählt 75 Mitglieder.

Vom 12. Schlesishen Musikfest (vergl. Nr. 141 d. Bl.) wird dem „W. T. B.* aus Görliß weiter gemeldet: Am gestrigen zweiten Festtage gelangten die A-dur-Symphonie von Beethoven und Schumann's „Paradies und Peri“ zur Aufführung. Dem Dirigenten Kapellmeister Dr. Muck wurde ein Lorbeerkranz überreiht; auch die Soslisten ernteten lebhaften Beifall.

Manuigfaltiges.

Die gemischte Deputation des Magistrats und der Stadt- verordneten zur Vorberathung der städtischen Steuerreformen seßte unter dem Vorsiß des Ober-Bürgermeisters Zelle gestern Abend die Berathungen zunäcyst über die Umsaßsteuer fort. Diese Steuer wurde, wie der „Voss. Ztg.“ berichtet wird, nah längerer Debatte mit 22 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Ein BLras über die Erhöhung der Betriebssteuer und Einführung einer Lustbarkeitsfteuer wurde Pas abgelehnt. Ebenso fand die Anregung, das außerhalb ge-

raute und in Berlin eingeführte Bier (sog. echtes Bier) zu besteuern und die Schlachtsteuergebühr zu erhöhen, keinen Anklang. Hiermit war die erste Lesung der Steuerreformvorschläge erledigt.

Der Ausschuß der C rafbneten-Zerf ammlung zur Vorberathung der Angelegenheit wegen Aufstellung von Uraniasäulen hat gestern

Abend unter Vorsiß des Stadtverordneten Reiß beschlossen, die bezüglihe Vorlage des Magistrats der Versammlung mit nur un- wesentlichen Aenderungen zur Annahme zu eripsublen zugleich aber den Magistrat zu_ersuhen, durch erneute Verhandlungen mit der Uraniauhren- und Säulengesellshaft dahin zu wirken, ob es \ich nit ermöglichen lasse, daß vom nächsten Etatsjahr ab die Wetter- karten an den Säulen wieder zur Einführung gelangen.

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Der dur seine erfolgreihe Thätigkeit als Leiter der Heiden- Missions - Gesellshaft Berlin 1 bekannte Missions - Direktor Dr. Wangemann ist, wie der „N. K Ztg.“ gemeldet wird, gestern Nachmittag 1# Uhr gestorben. Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag 3 Uhr vom Missionshause aus auf dem Georgenkirhhof am Neuen Königsthor statt. /

Dem Verein deutscher Ingenieure sind als Sigungslokal für seine diesjährige, in Berlin abzuhaltende Hauptversammlung die Festräume der Loge Royal York zur Verfügung gestellt worden. Für die festlihen Veranstaltungen hat der Verein si die Säle des Kroll’schen Etablissements, einschließlich der nah dem n ps zu gelegenen Terrasse, gesichert. Am Sonntag, 26. August, wird daselbst der Be- grüßungsabend stattfinden, bei welchem der Berliner Bezirksverein die auswärtigen Mitglieder bewirthet. Hierfür, wie für die darauf fol- genden Festlichkeiten liegen die Vorarbeiten in der Hand eines Ver- gnügungsaus\chusses, dessen Vorsiß Herr Direktor ‘Max Krause führt.

Ueber das Unwetter der leßien Tage und dadurch ver- L Uebershwemmungen und Verkehrsstörungen sind heute folgende Nachrichten eingegangen :

Breslau, 18. Juni. Der Wasserstand der Oder in Natibor beträgt laut Meldung des „W. T. B.“ 6,6 m. Die Züge von Pest nah Oderberg werden des Hohwassers wegen über Ungarish-Hradisch geleitet; die Fahrtdauer zwischen beiden Orten be- trägt dadurch 25 Stunden anstatt 10 Stunden. In Breslau wird das Eintreffen des Hohwassers morgen früh erwartet.

Troppau, 18. Juni. Das Wasser im \{chlesischen Ueber- s{chwemmunasgebiete ist im Fallen, die Kommunikationen sind noch unterbrochen. Lebensmittel werden mit Pontons herbeigeschafft. Ver- luste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. i:

Krakau, 18. Juni. Die Weichsel stieg heute früh auf 315 cm über Null, nahm schnell zu und übershwemrate den hiesigen Vorort Grzegorzki sowie das Dorf Babice. Auch Podgorze ist theilweise übershwemmt. Aus der Umgegend von Krakau werden feit heute früh fortwährend starke Ne nants gemeldet. An der unteren Weichsel sind ses Dörfer überschwemmt und zwischen Krakau und Niepolomice fünf Dörfer theil- weise übershwemmt oder bedroht. Das Wasser steigt fort- während. Die Straße zwischen Zwierzyniec und Bielany steht 70 bis 80 cm unter Wasser. Energishe Maßregeln zur Hilfeleistung, an denen auch militärishe Kräfte betheiligt sind, wurden getroffen. Gegen 8 Uhr Abends betrug der Wasserstand der Weichsel in Krakau 3,80 m, bei der Skawamündung 4,30 m und bei der Solamündung 4,15 m über 0. Bei Kani ow wurde der San und bei Wadowice die Eisenbahn-. brücke beshädigt. In mehreren Örten wurden die Brücken weggerissen ; auch andere Flüsse sind ausgetreten. In den an den Ufern gelegenen Ge- meinden sind Häuser und Wiesen überschwemmt und viele Einwohner ohne Obdach. Außer den Flüssen Dunajeß und Wisloka sind ute Flüsse im Osten sehr hoh. Der angerichtete Schaden ist

edeutend.

Pest, 19. Juni. In mehreren Komitaten hat, wie dem eW. T. B.“ von gestern berichtet wird, in den leßten Tagen Hagelwetter bedeutenden Schaden angerichtet. Infolge anhaltender Regengüsse find erheblihe Uebershwemmungen, namentlich im Gebiet der Waagthalbahn eingetreten. Zwischen Kralovan und Ruttka ist der Bahnkörper überschwemmt; an zahlreichen Stellen haben Dammunterwaschungen stattgefunden ; ein Bahnwärter ift beim Be- gehen der Strecke ertrunken. Aus dem Zipser, dem Sohler und dem Liptauer Komitate werden Sch neefälle gemeldet. Heute wird von allen Seiten Mittheilung über rashes Sinken des Hochwassers ge- r Pi die Gefahr für die überschwemmten Ortschaften ist beseitigt ; bei Pistyan ist die Bahn wieder frei und von morgen ab benuzbar.

Königsberg i. Pr., 18. Juni. Das Ausftellungs-Comité der Nord - O U Bey Gewerbe - Ausstellung bes [oß dem „W. T. B.“ zufolge, die Einrichtung einer besonderen Abtheilung für Gewerbehygiene und Unfallverhütung. Den Bieler der Ausführungskommission für Gewerbehygiene übernahm Professor Dr. von Esmarch.

Caub, 18. Juni. Die Stadt ist zur heutigen Feier der Ent- hüllung des Schaper’'’schen Blücher-Denkmals festlich ge- \{chmüdckt. Der Kaiser-Pavillon, welcher zur Enthüllung des Niederwald- Denkmals erbaut worden war, ift zur Verwendung bei der heutigen Feier am Denkmal Blücher's aufgestellt worden. Zur Theilnahme an der Enthüllungsfeier sind nah dem Bericht des „W. T. B." der General-

* verursaht worden sei.

F

Ober)t von Los, General Graf von Waldersee, viele andere Generale ferner der Ober-Präsident Magdeburg, der Geheime Ober- ierungs: Rath Harder als Vertreter des Präsidenten des Staats-Ministeriums Ministers des Innern Grafen zu Eulenburg, sowie eine qro e Zahl anderer Vertreter der Behörden und zahlreiche Fest gâste ein»

feste Mittags 12 Uhr fand die Enthüllung statt. Die

estrede, welhe der Regierungs - Präsident von Tepper, aski aus Wiesbaden hielt, hatte der „N. Pr. Ztg.“ zufolge nachstehenden Inhalt: „Die Feier, welhe uns heute hier - an den Ufern des mächtigsten und herrlichsten der Lte e Ströme vereinigt hat, foll ein patriotishes Werk zum Abs{luß bringen welches, ebenso wie das ragende Nachbardenkmal dort auf dem Niederwald, si zur Aufgabe gestellt hat, eine hohbedeutfame Epote unserer vaterländishen Geschilte zu verkörpern. Während aber das Germania-Denkmal in seiner Vielgestaltigkeit und in gewaltigen Dimensionen gewissermaßen die ge]ammten Ereignisse und Ruhmesthaten des leßten großen Krieges \ymbolisch zur Anschauung bringt, is das eherne Standbild, dessen Hülle beute fallen soll, das Standbild des größesten und volksthümlichsten Feldherrn aus dem deut|ch-französishen Befreiungskriege der Jahre 1813/14 und 15, dazu bestimmt, zunächst ein einzelnes, und zwar das. jénige Co aus den Kriegsthaten jener Jahre in die Erinnerung des deutschen Volkes zurückzurufen und darin festzuhalten, welches, wenn auch ohne nennenswerthen Kampf und Blutvergießen durhgeführt, doch für den en Ausgang jenes gewaltigen Krieges von der ent- \cheidendsten Bedeutung gewesen is den Uebergang des Feldmarschalls ürsten Blücher von Wahlstatt und seiner Armeen über den hein in der Neujahrsnaht des Jahres 1813/14". Redner ging dann des näheren auf die politishe Lage jener Zeit: und die Ver- hältnisse des Krieges sowie auf die Bedeutung des Blücher'schen Uebergangs über den Rhein und auf die Geschichte des Denkmals ein und fuhr fort: „Wenn der Kernspruch: „Eine Nation, welche ihre Helden ehrt, ehrt fich felbst“ jemals einem Standbilde gegenüber am Plaße war, so is er es diesem Denkmal gegenüber. Denn ein Nationalheld im wahren Sinne des Wortes ist Fürst Blücher von Wahlstatt, ist der „Marshall Vorwärts“ dem deutschen Volke geworden und geblieben. Die großen Kriege der Jahre 1866 und 1870 haben die Erinnerung an so manchen Helden aus dem Befreiungskriege zu Anfang unseres Jahrhunderts verdunkelt und verwisht. Aber die lihte und markante Gestalt Blücher's, des Helden vom Schwert und Feindes der Feder, des Lebemanns mit dem leihten humorvollen Sinn und dem edlen menschenfreund- lihen Herzen is durch. Wort und Lied, im Bilde wie in Erz und Stein dem Pre Een Volke f\tets lebendig erhalten worden. Keine leichte ufgabe war es daher, unserer monumentalen Darstellung des Feldmarschalls noch eine neue be- sonders charakteristische Gestaltung zu geben. Sie konnte nur gelöst werden, wenn es ge ang, das besondere historishe Ereigniß, welches dieses Standbild gleihsam zu verkörpern bestimmt ist, au voll und ganz in der Charafkterisierung der Heldengestalt Blücher's zum Ausdruck zu bringen. In überrashender Weise is diese Lösung der enialen Gestaltungsgabe des bildenden Meisters gelungen.“ ah fkurzer R des Denkmals \{chloß der Regierungs- Präsident mit den orten: „Und so echt, so lebenswahr, daß wir ihn lebendig vor uns zu erblicken vermeinen in jener denkwürdigen Neujahrsnaht, so soll der „Marshall Vorwärts“ an dieser Stelle stehen Jahrhunderte lang auf deutsher Erde, und Jahr- hunderte hindurch neben der Germania auf dem Niederwald getreulich Wacht halten. Die zweite Wacht am grünen deutschen Rhein! So falle denn jeßt die A des Denkmals!“ Der Anblick des präch- tigen, lebensvollen Bildwerks entfesselte einen Sturm der Begeisterung unter den vielen Tausenden, welche der erhebenden Feier beiwohnten. Später folgte ein Festmahl auf einem bei dem Denkmal vor Anker liegenden MRheindampfer. Volksbelustigungen, Umzüge, Feuerwerk {lossen sich an die Enthüllungsfeier an. ie Festlichkeiten dauern bis morgen Abend.

seinen

La: 18. Juni. Nach Privatmeldungen des „W. T. B.“ aus Reichenberg wurde in einem dortigen Gasthause von Kindern ein Sack mit 29 kg Dynamit gefunden.

Brüssel, 18. Juni. Der oberste Polizei-Kommissar erklärte, wie „W. T. B.“ berichtet, gegenüber einem Berichterstatter des „Journal de Bruxelles“, daß nah Ansicht der Mitglieder der Unter- suchung führenden Behörde die Explosion in der Rue Royale (vergl. Nr. 141 d. Bl.) nicht auf ein Dynamitattentat zurückzuführen sei. Die Sachverständigen seien der Meinung, daß fie durch Forcit Die Explosion habe in den Geschäftsräumen der „Life insurance Company of Canada“ ftattgefunden, welche an das Patentbureau anstoßen.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

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iht vom 19. Juni, r Morgens.

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Wind. Wetter.

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Gewitter ftatt.

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erwarten sein.

Uebersicht der Witterung.

Das barometrische Minimum , ce über der nördlichen Nordsee lag, is südostwärts nah reer und Gaul. Dänemark fortgeschritten,

iscayasee erschienen ift, welches si ostwärts fortzupflanzen scheint. südwestliher bis nordwestlicher Luftströmung ist das Wetter in Deutschland trübe, regnerish und kühler, sodaß jeßt’ die Temperatur fast überall ziemlich er- heblih unter dem Mittelwerthe liegt ; E in den östlichen Gebietstheilen ift allenthalben

fallen, in Westdeutshland fanden auch f\tellenwetise Im westlihen Deutschland dürfte

welches gestern | fee.

während ein Hochdruck- | Anfang 7s Uhr

Bei schwacher meist Anfang 74 Uhr.

Deutsches Theater. Male.

egen ge-

Deutsche Seewarte. tatt.

Moskau . heiter

Cork, Queens- town ... Cherbourg. . | 766 E O2 E TOT Pyura e SEOC Swinemünde | 755 Neufahrwafser| 757 Memel ...| 758 wolkenlos

Des e sab Od wollt ünster... , | 798 bede Karlsruhe . . | 761 Regen) Wiesbaden . | 760 bededts) 762 |SW Negen 7) 759 bededt 756 bededck18) 758 |[W bedeckt ; 758 bededckt le d’'Aix .. | 765 heiter n 009 wolkig Et «l C60 Regen

Regen heiter wolkenlos wolkig!) Regen?) bededt?) halb bed.4)

zug von Delmar. Tetlaff.

Steinmann.

wächter.

Eugen Sabel Marx Grube.

1) Nachts “gen. 2) Abends Gewitter mit starkem

vom Donnerstag: Bajazzi

orgens zeitweise Regen. *) Nachts ahm. und Nachts gen 6) Nachm.,

3 Regen. 6) N Nachts Regen.

Thau. Abends, Nachts und früh Regen. T7

8) Abends Regen.

DRTE E E R E R A T A S R A N S G Theater - Anzeigen.

Königliche Schauspiele. Mittwoh: Opern-

haus. 158. Vorstellung. Angla. Oper in 1 Auf- A En Hummel.

n Scene Dekorative \vektor Brandt. mann. Bastien und Bastienne. 1 Akt von aan Amadeus Mozart. Text von Marx Kalbe Sucher. Carneval. Aufzügen von Emil Graeb. l Dirigent: Musikdirektor Steinmann. Anfang 74 Uhr.

Se, 166. Vorstellung. Der Tugend-

ustspiel in 4 Aufzügen, nah Lope de

Vega, mit theilweiser Benußung der Braunfels'schen Ueberseßung, für die deutsche In Scene geseßt vom Ober-NRegisseur Dekorative spektor Brandt. Die Dienstboten. L Lane von Roderich Benedix. ber-Regifseur Max Grube.

Pagliacci). einem ‘Prolog. Musik und Dichtung von R. Leon-

Köni Richard IlL, 7

# Uhr.

Freitag: Zum leßten Male. Text von Arel | (Ludwig Barnay.) eseßt vom Ober- Regisseur inrihtung vom Ober-Jn- Dirigent : Musikdirektor Stein- Singspiel in Neuer ck. Dirigent: Kapellmeister

Ballet - Burleske in zwei Musik von Adolf

burg. Zum 179. Male. 3 Akten von Marx An Lautenburg.

ugend. albe.

ühne bearbeitet von | Preise. nfang 8 Uhr. inrihtung vom Ober-Jn- & N N

n Scene gesetz

Anfang 7 e 159, Vorstellung. Oper in 2 Akten und

Konzerte.

Opernhaus.

Konzert. Neues Orchester :

cavallo, deutsch von L. Hartmann. Die Puppen- Pantomimisches Ballet - Divertissement von Musik von Joseph Bayer.

Schauspielhaus. 167. Vorstellung. Schwert. Lustspiel in 5 Aufzügen von Karl Gußkow.

Mittwoch: Zum letzten

Die Jüdin von Toledo. Anfang 7} Uhr. Donnerstag: Der Herr Senator.

etag: Bum A t N R Y 7 m Sonnabend, 30. Juni, findet die leßte Vor- demnächst aufklarendes, etwas wärmeres Wetter zu ftellun g unter der Direktion von Adolph LArronge

Berliner Theater. Mittwoh: 3. lesten Male. (Ludwig Barnay.) Anfang

“Donnerstag: Zum leßten Male. Goldfische. Wilhelm Tell.

Residenz-Theater. Direktion : Sigmund Lauten-

Mittwoch: Zu vos Preisen.

Ein Liebesdrama in In Scene geseßt von Parquet 2 M

hr. Donnerstag und folg. Tage: Dieselbe Vorstellung.

Theater Unter den Linden.

Letzte Vorstellung. Schluß der Saison. Der Obersteiger. Operette von C. Zeller.

Kroll's Etablissement. Mittwoch: Doppel- Paul Prill. Kapelle des I. Garde -Ulanen - Regiments: Stabstrompeter

Rudolph. Entrée 50 „Z. Duyend - Billets 4 M Anfang 6¿ Uhr.

Donnerstag : Privat-Veranstaltung. Künstlerfest zum Besten der Kinder-Volksküchen.

Auf der bedeckten Terrasse am Königsplah: Restaurant, Café, Wein- und Bier-Aus\chank bei freiem Entrée.

G E A G R E A A T S U R S E VEE E F R Familien-Nachrichten.

Verlobt: Carmen Gräfin von Noer mit Hrn. Referendar Ernst Grafen zu Ranßau (Noer- Eernförde). L

Verehelicht: Hr. Hauptmann Erich von e mit Frl. Klara Herber (Köln a. Rh.). Hr. Sek.-Lieut. von Roennebeck mit Frl. Wanda von Leipziger (Köln). Hr. Regierungs-Assessor Philipp von Baumbah mit Frl. Klara von Laffert (Lehsen). i

Geboren: É ine Tochter: Hrn. Prem.-Lieuk. Leopold Fabricius (Stargard).

Gestorben : Hrn. Horst von Gersdorff Töchtérchen Annamarie (Dargun i. Mekl.). Hr. Landrath, Ge- heimer Regierungs-Rath Theodor Freiherr von Saß (Komalmen, Kreis Heilsberg). At Kammerherr Graf Feli Wilhelm Leonhard von ehr (Bandelin). Hr. Major a. D. Franz von Schmidt (Görliß).

Hrn. Major von Osterroht Söhnchen Hans

Kurt (Tilsit).

Zopf und

Anfang

Redakteur: Dr. H. Klee, Direktor. Berlin: Verlag der Expedition (Sch ol z).

Druck der Norddeutshen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Sechs Beilagen (eins{ließlich Börsen-Beilage), sowie die Jnhaltsangabe zu Nr. 6 des öffen“

lichen Anzeigers (Kommanditgesellschaftei

Aktien und Aktieugesellschaften) für die Woche vom 11. bis 16, Juni 1894, :

Mittwoch : Ermäßigte

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Dienstag, den 19. Juni

1894.

X 142.

Statistik und Volkswirthschaft.

Die Immobiliarverschuldung in Baden im Jahre 1892,

Fn 37 badischen Gemeinden is eine Ermittelung über die Ver- huldung im Jahre 1892 angestellt worden, aus 5 Gemeinden fehlen noch die Ergebnisse. Bei den übrigen 32 läßt sich nach der „Bad. Korr.“ jeßt bereits feststellen, daß die Gefammtzunahme der &mmobiliarverschuldung (für Einheimishe, Ausmärker, Stiftungen 2c.) in dem Jahrzehnt 1883/92 rund 13 0/ beträgt. Jn 10 von den fertiggestellten Gemeinden hat eine Abnahme der Be- lastung stattgefunden, die zwischen 1,4 (Ellmendingen) und 55,2 9% (Unterscheidenthal) s{chwankt; in den anderen 22 Gemeinden bewegt sih die Zunahme zwischen 0,2 (Sulzfeld) und 42,8 9/6 (Sandhausen.

Der Zunahme der Verschuldung um rund F steht eine allerdings sehr geringe Zunahme des Steuerkapitalwerths (der Liegenschaften und Gebäude zusammengenommen) um 0,43 9/6 gegenüber, sodaß das Ver- hältniß der Immobiliarschuld zum Steuerkapitalwerth in den 32 Ge- meinden zusammen, das 1883 nur 21,64 9/9 betrug, im Jahre 1892 nahezu 4 (genauer 24,60 9/6) ausmachte. In den einzelnen Gemeinden hwankte dasselbe zwischen 6,78 9/6 (in Ellmendingen) und 79,42 9% (in Wittenshwand). S

Einen rihtigeren Einblick in die fraglichen Verhältnisse als durch die vorstehend Aen Gesammtveränderungen erhält man, wenn man sich aus\{ließlich auf die Darstellung der Immobiliarverschul- dung der Einheimischen (Landwirthe ohne und mit gewerblicher Nebenbeschäftigung), unter Weglassung der Ausmärker, Großgrund- besißer, Stiftungen 2c., beshränkt.

Hiernach betrug der Einheimishen Verschuldung 1883 in den 32 Ge- meindenzufsammengenommen 11,58 Mill. Mark, 1892 dagegen 12,98 Mill. Mark, mithin stieg die Immobiliarshuld um 1,40 Mill. Mark oder 12,1 9/0. Von den einzelnen Gemeinden hat in folgenden 13: Watterdingen, Unadingen, Neukirch, Grießen, Görwihl, Wasenweiler, Bischoffingen, Efringen, Neusaß, Michelbach, Sulzfeld, Unterscheidenthal und Dittwar die Verschuldung eine Ab nahme zwischen 0,84 und 55,22 9/0 erfahren. Jn den übrigen 19 Gemeinden trat ein Anwachsen der Immobiliar- shuld um 2,33 bis 45,69 9/6 ein.

Im ganzen ist das Verhältniß der Immobiliarshuld zum Steuer- fapitalwerth in den 32 Gemeinden von 28,26 9/6 im Jahre 1883 auf 32,05 9% in 1892 gestiegen. Daran ist übrigens niht das Anwachsen der Immobiliarshuld allein, sondern auch die Abnahme des Steuer- fapitalwerthes mit {huld ; leßterer hat fih von 1883 auf 1892 in den 32 Gemeinden zusammen um 1,03 9/% vermindert, und zwar ist es gerade der Steuerkapitalwerth der Liegenschaften, welcher abgenommen hat, S derjenige der Gebäude für sich eine kleine Zunahme aufweist.

Frankreichs Weinernte 1893.

Troß ter vielen, den Trauben und den Blättern des Weinstocks s{ädlihen Krankheiten (mildew, red black) und der zunächst meist unsihtbar unter der Erde verlaufenden, insbesondere die Wurzeln und hiermit das Leben der Reben \chädigenden Zerstörungsarbeiten der Phylloxera, ist auch heute noch, wie die „Statist. Korr.“ aus- führt, der Weinbau eine der wichtigsten Quellen des fran- zösischen Nationalreihthums. Wie in anderen Ländern, so war auch in Frankreich im verflossenen Jahre die ungewöhnlich warme Witterung der Entwickelung der Trauben sehr günstig. Nach den im „Économiste français“ (Nr. 2 des Jahrgangs 1894) bon der Verwaltung der indirekten Steuern veröffentlihten Angaben ist niht nur die Qualität des gekelterten Weines eine vorzügliche, es übersteigt au die gekelterte Menge, die nur für die ersten zehn Monate des Jahres auf 50 070 000 h1 angegeben wird, bei weitem den Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre von 28 871 000 hl. Es betrug nämlih nach unserer Quelle

die mit Neben der die die bedeckte Flähe Weinertrag Einfuhr Ausfuhr ha in 1000 hl

2 095 927 36 029 8 980 3093 2 040 759 34 781 8115 2470 1 990 586 28 536 8182 2580 1 959 102 25 063 I 0H 2704 1 944 150 24 998 LIF2CA 2402 1 843 580 30 102 12 064 2118 1 817 787 20-224 10 470 2166 1816 544 27 416 10 830 2162 1 763 374 30 140 12 278 2049 1 782 588 29 082 9 400 1845 1 905 440 28 871 10 360 2358

1266.

1 793 299 50 070 5 022 __ Lißt 1893 die Anbauflähe gegenüber dem Vorjahre auch nur éine verhältnißmäßig geringe Altabite erkennen (10 711 ha), so über- steigt dagegen der durhschnittlihe Hektarertrag von 28 11 den des Vorjahres von 16 h1 ganz erheblich. , Nach den in jedem Departement, unter Berücksichtigung der ver- schiedenen örtlihen Preise, vorgenommenen Schäßungen wird der ejammtwerth der vorjährigen französischen einkrescenz auf 1256 927 929 Fr. berechnet, und zwar auf 1 107 009 075 Fr. für die gewöhnlichen Weine und auf 149 518 446 Fr. für die besseren Sorten, zu denen alle die gerechnet wurden, deren Preis sih auf über 50 Fr. für das Hektoliter stellte.

Infolge der guten Weinernte ging die Erzeugung des Kunstweins au getrockneten Trauben, die im Vorjahre noch 1 055 178 11 betrug, auf 834 236 h1 zurück, ebenso auh die Produktion der aus Zucker ge- wonnenen Weine von 1 853 146 auf 1 210 017 h1.

Die 1893 innerhalb der ersten zehn Monate cingeführten Weine bon 9 022819 11 famen hauptsächlich aus Spanien (3 100 321 11) und Algier (1 429 850 h1), während Italien sich hieran nur mit 108 564 hl betheiligte.

Heben wir von den Departements diejenigen besonders hervor, in denen 1893 mehr denn eine Million Hektoliter Wein gekeltert wurde, so sind in erster Linie die Departements Hérault, Gironde und Aude mit 7188 032 bezw. 4927 897 und 4414 601 h1 anzuführen, denen Pa mit einem Ertrage von noch mehr denn zwei Millionen Hekto- itern Loire- inférieure (2 580 000 h1), Gard (2 045 722 hl) und Gers (2002 838 11) anschließen. Es folgen alödann mit einer Ernte von noch mehr als ciner Million Hektolitern die Departements Pyrónées- Orientales (1 841 552 h1), Indre-et-Loire (1 415 138 h1), Yonne (1314 403 h1), Bouches-du-Rhône (1210 117 11), Puy-de-Dôme (1 200 000 hi1), Vendée (1 051 436 h1) und Rhône (1 011 219 11). ift n dem oben bezeihneten Gesammtbetrage von 50 070090 hl U die Weinerzeugung Algiers, die 1893 auf 3937 132 h1 geschäßt

urde, nicht mit einbegriffen. Der Weinbau dehnt sich hier von Ja Ir  ahr immer mehr aus. Es waren 1893 bereits 110485 ha mit

O bestockt, die sich auf die Departements Oran mit 48 452, Algier mit 40 192 und Konstantine mit 21 841 ha vertheilen.

im Jahre

Zur Arbeiterbewegung. ausAu8 Hermeskeil wird der „Köln. Ztg." berichtet, daß die auf ständigen Bahnarbeiter größtentheils die Arbeit wieder eite gommen haben. (Vgl. Nr. 136 d. Bl.) Die Rädelsführer sind assen, Der Tagelohn wird demnächst über 3 4 hinaus festgeseßt.

In Leipzig beschäftigten sih, wie die „Lpz. Ztg.“ mittheilt, die Brauer und Böttcher in einer Versammlung 8 Sonntag mit dem Ausstand ihrer Berliner Berufegenossen und beschlossen, die Aus- ständigen zu unterstü en. Dem Projekte der zu errihtenden Partei- druckerei wurde zuge immt und beschlossen, das Unternehmen durch Entnahme von Ant eilsheinen zu fördern. Die Holzarbeiter verpflichteten si eas in einer Versammlung, Darlehnss\cheine für die E erei zu entnehmen und das Unternehmen dadurch zu unterstüßen.

Aus Wien meldet ,W. T. B.“, daß am Sonntag Vormittag dort noch eine zweite, in einem Gasthause der Leopo!dstadt abgehaltene fozialdemokratisce Versammlung (vgl. die gestrige Nr. 141 d. Bl,) infolge des tumultuarischen Verlaufs von der Polizei auf- gelöst und der Saal geräumt wurde.

Aus Schemnit wird dem Wolff'shen Bureau gemeldet, daß 500 Bergarbeiter die Arbeit eingestellt haben, weil die halbjährige Steuer auf einmal vom Lohn abgezogen wurde. Das Verhalten der N ist ruhig.

In Nantes haben der „Rh.-westf. Ztg.“ zufolge die Stein- bruchsbesiger einen gegenseitigen Schuß verein gegen Aus- stände gebildet. Sie verpflichten \ih, den beständigen und unbe- rechtigten Forderungen der Arbeiter nah Lohnerhöhung einmüthig Widerstand zu leisten.

In A vignon befinden sich nach demselben Blatt sämmtliche

leishergehilfen im Ausstande, weil ihrem Begehren, daß der tädtishe Inspektor des Schlachthauses abgeseßt werde, niht gewill- E sseler Mittheilung d 3

Einer. Brüsseler Mittheilung der „Voss. Ztg.“ zufolge haben die Arbeiter der großen Hennegau’ schen Steinbrüche seit einigen Tagen in Felny und Arquennes die Arbeit eingestellt, weil die Steinbruchsbesißer jede Lohnerhöhung verweigert haben. Die Arbeiter der übrigen Steinbrüche im ganzen Bezirk Ecaussines haben sich dem Ausstand angeschlossen. Am Sonntag sollte in Ecaussines eine Generalversammlung stattfinden zur Verkündigung des General- ausstandes.

In Bergen is am vorigen Freitag der Delegirtentag der norwegischen Arbeiterpartei zusammengetreten. Es sind, wie demselben Blatt aus Christiania geschrieben wird, 43 Vereinigungen vertreten. Bei der Verhandlung über eine Reihe von Parteifragen empfablen Instrumentenmacher S j ö seen und Höchstengerichts- Advokat Ludwig Meyer der Arbeiterpartei, eigene Kandidaten aufzustellen und dafür zu stimmen. Sodann wurde eine Kommission niedergeseßt, um eine nach dieser Nichtung gehende Entschließung zu verfassen.

Land- und Forstwirthschaft.

Saatenstand in Oesterreich.

Dem von dem österreichishen Ackerbau-Ministerium nah dem Stand vom 10. Juni veröffentlihten Saatenstandsbericht entnehmen wir nah der „Wien. Ztg.“ Folgendes: Die Berichtsperiode war im allgemeinen dur sehr reichliche Niederschläge bei annähernd normaler, manchmal in den Nächten auch zu kühler Temperatur charakterifiert. Die erste Juni-Dekade war beinahe ausnahmslos eine MNegenperiode mit zahlreihen Gußregen, oft im Gefolge von Ge- wittern. Gegen Ende Mai fiel in manchen Gegenden Schnee, der liegen blieb, Zu derselben Zeit stellte sh auh in ver- schiedenen Gegenden von Böhmen und Mähren sowie auch von Nord-Tirol Frost ein. Die Niederschläge wirkten troß des in vielen Fällen zu konstatierenden Uebermaßes doch im großen Ganzen ungemein wohlthätig. Alle Getreidesaaten und Futterpflanzen haben sich dank derselben kräftig entwickelt und die meisten ihren Stand bedeutend verdihtet. Gegenüber diesem Vortheil erscheinen die aller- dings zahlreihen Nachtheile, welhe die Witterung mit sih brachte, von mehr untergeordneter Bedeutung. Von einigen Uebel- ständen abgesehen, f\teht alles Halmgetreide (Weizen, Roggen, Gerste und Hafer) größerentheils recht \{chön und hoffnungs- voll. Roggen hat in besseren Getreidelagen bereits ab- geblüht und ist in der Einkörnung begriffen, Weizen und Gerste [Boh zumeist noh; in den wärmeren Lagen stehen sie in Blüthe; in Dalmatien ist die Gerste (dort fast aus\{ließlich Wintergerste) bereits schnittreif und liefert eine reihe Ernte. Die Entwickelung ist im allgemeinen der gewöhnlihen um 8 bis 14 Tage voran. Der Stand is beim Noggen meist s{hütter, bei dem übrigen Getreide aber vorwiegend dicht. Einzelne Nachrichten über ganz vorzüglichen Stand der Getreidefrüchte liegen aus den meisten Ländern vor. Die Gerste bekundet in vielen Lagen durch gelbliche Färbung, daß sie bereits dur die Bodennässe leidèt; viel seltener gilt das von Weizen oder von Hafer, häufig aber von den Mais-Saaten, deren Stand übrigens im allgemeinen sonst meistens schön ist. Nur in manchen Gegenden Galiziens steht der Mais infolge der Verwendung s{hlechten Saatguts lückenhaft. Besonders schön stehen mit ziemli seltenen Ausnahmen die Hülsen- früchte; in den Ausnahmsfällen find meistens Schädlinge Ursache des ungünstigen Standes. Der Stand der Kartoffeln ist zwar im allgemeinen ebenfalls günstig; doch haben diese hier und da durch die Bodennässe gelitten. Wo Ende Mai Fröste eingetreten waren, wurden namentlich die Kartoffeln beschädigt; hier und da mußte ee der Anbau wiederholt werden. Häâäufiger trat diese oth- wendigkeit bei den Zuckerrüben ein, die auch gegen die oft kalten Nächte empfindliher waren und von sehr vielerlei Schädlingen leiden. Bei den Futterpflanzen (Klee- und Wiesen- gräsern) macht sich ein großer Unterschied im Stande geltend zwischen den Nordostländern (Galizien und Bukowina), in welchen die Trocken- heit theilweise bis gegen Ende Mai angehalten hatte, und den übrigen Ländern. In den leßteren liefert die theilweise hon seit Anfang Juni im Zuge befindliche Heumahd auf den Wiesen niht nur zumeist befriedigende, sondern niht selten sogar ungemein erfreu- lihe Ergebnisse. Nah mehreren Berichten (namentlich aus Kärnten und Krain) gab es keine so reihe Heuernte seit meh- reren Dezennien. Der Raps hat bereits, und zwar meist reihlich Schoten angeseßt, nähert sih der Reife und verspriht mit wenigen Ausnahmen eine gute Ernte. Der Hopfen hat meistentheils die halbe bis drei Viertel der Stangenhöhe erreiht. In Saaz jedo zeigt ein Theil der Hopfenpflanzungen etwa ein Viertel derjelben nur sehr {waches Wachsthum. Ueber den Stand des Flach es liegen aus den meisten Ländernziemli zahlrei recht günstige, dagegen nur wenig minder günstige Berichte (aus Mähren und Ober-Oesterreich) vor. Für die Entwicklung des Obstes erwiesen sih die vielen Regen nach- theilig; der Fruchtansaß entspriht niht den Hoffnungen, die an den im allgemeinen günstigen Verlauf der reihlichen Blüthe geknüpft werden durften. Nur die Kirschenernte fällt ziemlih reihlih aus. Auch über Birnen liegen ziemlich viele gute Nachrichten vor, über die Aepfel und besonders über die Zwetschen aber überwiegend ungünstige. Die Oliven versprechen in Dalmatien meist eine gute Ernte.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Koblen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 18. d. M. gestellt 10 524, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen. : i In Oberschl gien sind am 16. d. M. gestellt 2506, nicht reckcht- zitig gestellt keine Wagen.

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Wollmärkte.

Vom Berliner Wollmarkt wird heute berihtet: Von an- emeldeten 7338 Ztr. lagerten bei Beginn des heutigen offenen Marktes 6610 Ztr., zu vielleicht } aus Rückenwäschen, zu & aus Schmußwollen be tehend. Vom Stettiner und Neubrandenburger Markte, die sonst N Ee unverkauft gebliebene Quantitäten hierher zu senden pflegten, ist diesmal nichts herangekommen, weil die Fabrikanten alles gekauft hatten. Ob die an dem angemeldeten Quantum noch fehlenden 728 Ztr. noch eingeliefert werden, erscheint zweifelhaft. Die auf dem Markt {on sehr zeitig er- schienenen zahlreichen Reflektanten legten lebhafte Kauflust an den Tag, doch ihre erheblih niedrigeren Gebote wollten bei der festen Haltung der Abgeber nicht recht zu Abschlüssen führen. Erst als durch gegen- feitiges Entgegenkommen eine einigermaßen bestimmte Preis, basis geschaffen war, nahm das Geschäft lebhafteren Charakter an, sodaß beim Schluß dieses Berichts gut drei Viertel der Zufuhren verkauft sein dürften. Käufer waren aus- hließlih Fabrikanten ; besonders machten sih solhe aus Glauchau, Meerane und anderen sächsishen Fabrikstädten bemerkbar. Was die Preise betrifft, so wurde für gute mittlere Wolle dur{schnittlih d bis 6 Æ unter dem Vorjahr bezahlt; bei besonders gut behandelten Wollen noch darunter. Jm allgemeinen forderten Abgeber nahezu Vorjahrspreise, machten dann aber die erwähnten Zugeständnisse. Verzüchtete oder in der Wäsche mißrathene, klamme Wollen brachten bis 10 weniger. Auf den Stadtlägern haben sih die Be- stände durh neuere Zufuhren auf 35 740 Zentner gehoben gegen 53 760 Zentner im Vorjahre, mithin diesmal weniger 18 020 Zentner. Die Umsäye waren noch sehr gering und dürften 2000 Zentner nicht überschritten haben, doch wird Nachmittag E Thätigkeit erwartet. Solche Wollen, deren Ausgiebigkeit den Reflektanten dur frühere Käufe bekannt war, fanden fowobl auf offenem Markt wie auf Stadt- lägern Bevorzugung.

Zu dem im Inseratentheil veröffentlichten Prospekt über den Umtaush der 5% Pfandbriefe der Zentralbank des Russischen Bodenkredits wird mitgetheilt, daß die Direktion der Diskonto- Gesellschaft, sowie die Bankhäuser S. Bleichröder und Mendelsfohn u. Co. in Berlin bereit sind, Anmeldungen zur Konvertierung behufs kostenfreier Uebermittelung nah St. Petersburg, sowie pPportofreier Versendung der Pfandbriefe und der dagegen einzutauschenden Anleihe-Obligationen entgegenzunehmen, soweit es in Bezug auf leßtere von den Einreichern der Pfandbriefe niht vorgezogen wird, sich, wie dies von den drei genannten Bank- häufern sreigestellt wird, die dagegen zu empfangenden Obligationen . der 3 9/0 Russischen Gold-Anleibe vom Jahre 1894, mit französischem Stempel versehen, in Paris zur Verfügung stellen zu lassen. Bei den genannten drei Bankhäusern sind natürlih nur deuts gestempelte Pfandbriefe einlieferbar ; den deutschen Stempel für die in Berlin zu beziehenden 309% Gold-Anleihe-Öbligationen sowie den Schluß- scheinstempel hat der Einreicher der 5 9/9 Pfandbriefe zu tragen.

Die Betriebseinnahmen der Gotthardbahn betrugen im Mai 1894 für den Personenverkehr 429 000 (im Mai 1893 438 500) Fr., für den Güterverkehr 871000 (im Mai 1893 766 500) Fr., vershiedene Einnahmen im Mai 1894 45 000 (im Mai 1893 40000) Fr., zusammen 1345 000 (im Mai 1893 1 245 000) Fr. Die Betriebsausgaben betrugen im Mai 1894 640 000 (im Mai 1893 590 000) Fr.; demna Uebershuß im Mai 1894 705 000 (im Mai 1893 655000) Fr.

__— Das vorliegende V. Heft des IX. Jahrgangs c „L. ip- ziger Monatsschrift für Textil - Industrie“, die von Theodor Martin?’s Textilverlag in Leipzig herausgegeben wird, bringt eine Fülle von Abhandlungen und Berichten aus dem Gebiet der Spinnerei, Weberei, Wirkerei, Färberei u. #. w., während Mittheilungen über die Textilindustrie des In- und Auslandes, teh- nishe Notizen, eine Patent- und Bücherschau den weiteren Inhalt des wie immer gut ausgestatteten Heftes bilden. Erwähnt sei noch, daß mit jedem Monatsheft zugleih der „,Musterzeihner“, der nur für diese Zeitschrift gefertigte Stoffmuster bringt, ersheint und daß in jeder Woche als Beiblatt der Monatsschrift die „Wochen: berihte“ herausgegeben werden, die den Leser über die Be- wegungen der Moden und Märkte zu unterrichten bestimmt sind.

Magdeburg, 18. Juni. (W, T. B) Zulerbertht Kornzucker exkl., von 92 % —,—, neue —,—, Kornzucker exkl. 88 9% Rendement 12,80, neue 13,00, Nachprodukte exkl., 75 %/, Rendement 9,89. Schwach, Preise theilweise nominell. Brotraffinade 1. 25,50, Brotraffinade 11. 25,25, Gem. Raffinade mit Faß 25,50, Gem. Melis 1, mit Faß 24,123. Stetig. NRobzucker. 1. Produkt Transito f. a, B. - Hamburg pr. Juni 1239 Gd, 1240 Br: pr. Juli 12,35 bez., 12,40 Br., pr. August 12,374 bez., 12,40 Br., pr. Oktober- Dezember 11,274 Gd., 11,30 Br. Flau.

Leipzig, 18. Juni. (W. T. B.) Kammzug * Termin» handel. La Plata Grundmuster 8. per Juni 3,30 #4, per Juli 3,327 #4, per August 3,327 4, per September 3,35 4, per Oktober 3,374 F, per November 3,374 #4, per Dezember 3,40 4, per Januar 3,423 #, per Februar 3,45 4, per März 3,474 X, per April 3,475 4, per Mai #4 Umsay 35 000 kg.

Bremen, 18. Juni. (W. T. B) Börjen - Sihlußbericht. Raffiniertes Petroleum. (Offizielle E der Bremer Petroleum- Börje.) Ruhig. Loko 4,75 Br. Baumwolle. Matt. Upland middling, loko 385 &. Schmalz. Fester. Wilcor 363 d, Armour shield 36 §, Cudahy 37 4, Fairbanks 314 „4. Speck. Fest. Short clear middling loko 34. Taback. Um- saß: 20 Faß Kentudcky, 21 Faß Maryland.

Wien, 18. Juni. (W. T. B.) Die heutige Generalvyersamm- lung der österreihishen Lokal-Eisenbahn-Gesellschaft, in der 18 Aktionäre mit 6725 Stimmen vertreten waren, beschloß die Vertheilung einer Dividende von 43% gleich 9 Gulden 50 Kr. pro Aktie und ertheilte die Entlastung. Die abgetretenen Mitglieder des Verwaltungsaus\husses wurden einstimmig wiedergewählt und die ver- langten Vollmachten ertheilt. Auf eine Anfrage aus Aktionär-Kreisen erwiderte der Präsident, daß das im Vorjahre in Aussicht gestellte Ausschüttungsergebniß von etwa 210 Gulden auf jede Aktie auh nah der gegenwärtigen fe der Dinge noch als wahrscheinli zutreffend

e.

bezeichnet. werden (W. T. B.) An der Küste 4 Weizen-

London, 18. Juni. ladungen angeboten.

6% Javazucker loko 14 ruhig, Rüben-Rohzucker loko 123 ruhig. Chile-Kupfer 38, pr. 3 Monat 382.

Glasgow, 18. Juni. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 6263 Tons gegen. 5632 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres.

Bradford, 18. Juni. (W. T. B.) Markt thätiger auf die amerikanischen Tarifberathungen. Kreuzzuhten F, Merino # bis & Penny höher. Garne und Stoffe unverändert.

Amsterdam, 18. Juni. (W. T. B.) Java-Kaffee good ordinary 51. Bankazinn 433.

New-York, 18. Juni. ec T. B.) Die Börse eröffnete ruhig, wurde im weiteren Ver e recht gedrückt, erholte s aber später wieder und {loß fest. er Umsay der Aktien betrug 117 000 Stü. ;