1913 / 157 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den bisherigen Seminaroberlehrer Hugo Zunker aus Pyriß zum Seminardirektor zu ernennen und c die Wahl des Vorstehers eines Akademischen Meister- ateliers für Bildhauerei, Professors Manz ei zum Präsidenten der Akademie der Künste für das Jahr vom 1. Oktober 1913 bis dahin 1914 zu bestätigen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Kaufmann Friedrih Albert in Düsseldorf, dem Bankier Moriy Jacobsobn in Lüneburg, dem Fabrikbesißer Konrad Schäfer in Marburg und dem Fabrikbesißer Dr. phil. Ernst Schwerin in Breslau den Charakter als Kommerzienrat zu verleihen.

Auf Jhren Beriht vom 17. Juni d. J. will Jh dem Kommunalrerbande des Kreises Gummersbach im Regierungsbezirk Cöln, der die Genehmigung zum Bau und Betriebe einer Kleinbahn von Bielstein nah Waldbröl erhalten hat, das Enteignungsrecht zur Entziehung und zur dauernden Beschränkung des für diese Anlage in Anspruch zu nehmenden Grundeigentums verleihen. Die eingereichte Karte ist wieder beigefügt.

Hamburg, den 21. Juni 1913.

Wilhelm R. von Breitenba ch.

An den Minister der öffentlihen Arbeiten.

__ Auf Ihren Bericht vom 18. Juni d. J Dil O de Stadtgemeinde Berlin behufs Erwerbung der auf dem zurückfolgenden Plane rot angelegten Nestfläche des Grund- stücks Lindenstraße 92 hiermit das Enteignungsrecht ver- leihen. Hamburg, den 21. Juni 19183. Wilhelm von Breitenbach.

An den Minister der öffentlichen Arbeiten.

Justizministerium. Dem Landgerichtsrat, Geheimen Justizrat Niemeyer in

Hannover, den Amtsgerichtsräten Kost in Elberfeld, Dr. Harryers in Greifenhagen und Harder in Rügenwalde fowie dem Amtsrichter Stahl in Herne is die nachgesuchte Dienstentlassung mit Pension erteilt.

Der Amtsrichter Schweißer in Beuthen (D. Schl.) ist aus dem Justizdienst ausgeschieden.

Verseßt sind: der Amtsgerichtsrat Dr. Valentin in Frankfurt a. M. als Landgerichtsrat an das Landgericht daselbst; die Landrichter: Pietsch in Beuthen (O. Schl.) nah Hirschberg und Kersken in Essen (Ruhr) als Amtsrichter nah Herne; die Amtsrichter: Hesse in Langenselbold nah Weißen- fels, Preuß in Stallupönen nah Danzig, Feußner in Preußish Stargard an das Amtsgericht Berlin-Mitte, Heine- mann in Tuchel nah Münsterberg und Richard Hoffmann in Halle a. S. als Landrichter an das Landgericht dafelbst.

In der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: die Rechts- amvälte: Hermann Stark bei dem Amtsgericht und dem Land- geriht in Schweidniß, Dr. Haarmann bei dem Amtsgericht und den Landgericht in Hagen i. W., Heix bei dem Amts- gericht in Lindlar, Dr. Heinrih Müller bei dem Amtsgericht in Mörs und Dr. Weerts bei dem Amtsgericht in Apenrade.

In die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: die Rechtsanwälte: Dr. Anhuth aus Kupp bei dem Landgericht in Oppeln und Hermann Stark aus Schweidniß bei dem Amtsgericht in Waldenburg; der frühere Rechtsanwalt Her- mann Weck aus Königsberg i. Pr. bei dem Amtsgericht in Charlottenburg und dem Landgericht TIT in Berlin; die Ge- richtsassessoren: Oskar Guttmann bei dem Kammergericht, Exiner, De. Friedr. Solon Und Zeder bei dem Land: gericht T in Berlin, Dr. Felix Loeser bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Breslau, Jsrael bei dem Amts- gericht und dem Landgericht in Cassel, Hein bei dem Amts- gericht und dem Landgericht in Bonn, Dr. O’ Daniel bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Crefeld, Dr. Cosmann und Troß bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Elberfeld und bei der Kammer für Handelssachen in Barmen, Alfred Wolff bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Torgau, Jbelshäuser bei dem Amtsgericht in Gladenbach, Dr. Reimers bei dem Amtsgericht in Bargteheide, Ma- tuschke bei dem Amtsgericht in Schwerin a. W. und Dr. Paul Reimann bei dem Amtsgericht in Velgard.

Zu (Herichtsassessoren sind ernannt: die Referendare: D Sans Meier Dr Sein O Manie Ma mann, Ei Müllèér, ODbortiler, O Sommer, Lewin im Bezirlé des Kammergerichts, Dr. Göder, Zchlüter, Brumm im Bezirke des Oberlandesgerichts zu Breslau, Cramer im Bezirke des Oberlandesgerichts zu C C E S S Saneke im Bezirke des Oberlandesgerichts zu Cöln, Dr. ?umbroich im Bezirke des Oberlandesgerichts zu Düsseldorf, *rauf, Dr. Kost, Dr. Höfken im Bezirke des Oberlandes- exihts zu Hamm, Berger, Dr. Shmul, Schlimmer im Bezirke des Oberlandesgerichtz zu Posen.

Den Gerichtsassessoren Konrad Delius, Martin Glaser, Xuqust Hecker, Paul Jahns, Kantorowicz, Dr. Notte- bohm, Grafen zu Ranzau, Rüdiger und Dr. Siegfried A ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Justizdienst erteilt.

Der Rechtsanwalt und Notar, Justizrat En ge in Herms- dorf u. K. ist gestorben.

Ministerium der öffentlihen Arbeiten.

Versetzt sind: der Regierungsrat Prins, bisher in Elber- feld, als Mitglied der Eisenbahndirektion nah Berlin; die Regierungs- und Bauräte Merkel, bisher in Stettin, als Mit- glied der Eisenbahndirektion nah Mainz und Effenberger, bisher in Mainz, als Mitglied der Eisenbahndirektion nah Frankfurt (Main); die Negierungsbaumeister des Eisenbahn- baufaches Busacker, bisher in Hameln, als Vorstano des Eisenbahnbetriebsamts 2 nah Stettin, Lüttmann, bisher in Elberfeld, als Vorstand (auftrw.) des Eisenbahnbetriebsamts nah Hameln, Claus, bisher in Gera, als Vorstand (auftrw.)

des Éisenbahnbetriebsamts nach Köslin und Dr. phil. Albert Schrader, bisher in Celle, nah Neustadi (S.-Coburg) als Vorstand der daselbst neu errichteten Eisenbahnbauabteilung ; der Regierungsbaumeister des Maschinenbaufaches Cohn , bisher in Breslau, als Vorstand der Eisenbahnbauabteilung nach Oels und der Eisenbahnverkehrsinspektor Weyraucch, bisher in Bentschen, als Vorstand des Eisenbahnverkehrsamts nach Waldenburg (Schlesien).

Dem NRegierungsbaumeister des Eisenbahnbaufaches Schaper, bisher Vorstand des Eisenbahnbetriebsamts 2. in Stettin, ist die Wahrnehmung der Geschäfte eines Mitgliedes der Eisenbahndirektion daselbst übertragen.

Der Regierungsbaumeister des Hochbaufaches Jüsgen, bisher in Luxemburg, ist der Eisenbahndirektion in Magdeburg zur Beschäftigung überwiesen. :

Verseßt sind die Regierungsbaumeister Hets\ch von Pleß als Vorstand des Hochbauamts in Jnsterburg und Stuermer von Briesen als Vorstand des Hochbauamts in Pyriß.

Der Rheinstrombaudirektor, Ober- und Geheimer Baurat Ras in Koblenz ist in den Ruhestand getreten.

Ministerium der geistlihen und Unterrichts- angelegenheiten.

Die Wahl des Vorstehers einer Akademischen Meisterschule für musikalishe Komposition, Professors Dr. Humperdinck zum Stellvertreter des Präsidenten der Akademie der Künste für das Jahr vom 1. Oktober 1913 bis dahin 1914 ist be- stätigt worden.

Dem Seminardirektor Zunker ist das Direktorat des Lehrerseminars in Dramburg verliehen worden.

Der bisherige Orts\chulinspektor, Pastor Theodor Boettner aus See-Buckow, Kreis Schlawe, ist zum Kreisschulinspektor in Neidenburg und

der bisherige Seminarlehrer Walther Berendes aus Fürstenwalde zum Kreisschulinspektor in Halle i. W. ernannt worden.

Dem Vrivatgelehrten Dr. Paul Kristeller in Berlin- Wilmersdorf ist der Titel Professor verliehen worden.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 33 der Preußischen Geseßsammiung enthält unter

Nr. 11 303 eine Urkunde, betreffend die Stiftung einer Denkmünze zur Erinnerung an das hundertjährige Bestehen früherer Kurfürstlih Hessischer Truppenteile, vom 4. Juli 1913.

Berlin W. 9, den 4. Juli 1913. Königliches Geseßsammlungs3amt. Krüer.

Nicßkamiliches. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 5. Juli 1918.

/ Die Ergebnisse des Reichshaushalts für das Rechnungsjahr 1912 haben sich nah dem Endabschlusse der Néichshauptkasse, abgesehen von den auf die außerordentlichen Deckungsmittel angewiesenen Ausgaben, wie folgt gestaltet: Der Uebershuß der Reihs-Post- und Dele- graphenverwaltung ist um 5892 000 6 hinter dem Vor- anschlage zurückgeblieben. Dementsprechend sind von Bayern und Württemberg an Postausgleichungsbeträgen 645000 M66 weniger an die Reichskasse abzuführen gewesen. Beim Ueber- \husse der Reichseisenbahnverwaltung ist ein Mehr von 12308 000 M6 und bei demjenigen der Reichsdruckerei ein solches von 563 000 #6 zu verzeichnen. Die Einnahmen t E Seer und Gebühren haben den Vor- anschlag um 48 097 000 #6 überschritten. Wegen der Einzel-

heiten hierbei wird auf die in Nr. 28 des Zentralblatts für das Deutsche Reih vom 6. Juni 1918 und in Nr. 134 des Neichsanzeigers vom 9. Juni 1913 veröffentlichte „Uebersicht der Einnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren für das Rechnungsjahr 1912“ Bezug genommen. Entsprechend der vor- stehend erwähnten Mehreinnahme haben auch die von einzelnen Bundesstaaten zu entrichtenden Ausgleichungsbeträge für Zölle, Steuern und Gebühren ein Mehr uon 1420 000 #6 ergeben. Der Ausgleichungsbetrag von Bayern für die eigenen Einnahmen der Verwaltung des Neichsheers stellt sich dem Mehrertrage bei diesen entsprechend um 88 000 16 höher als angeseßt. Beim Bankwesen find 10536000 4 mehr aufgekommen. Da- ea b ai Gaben aus e Pra Der Rechnungen 207000 # und aus dem Hinterbliebenen- versicherungsfonds zur Deckung der Reichszuschüsse für die Hinterbliebenenversicherung, hier den geringeren Ausgaben entsprechend, 1173 000 6 weniger zu verzeichnen.

_Jm übrigen find an wesentlicheren Abweichungen von den Ansäzen des Etats zu erwähnen: Beim Auswärtigen Amt sind an Einnahmen 132 000 46 mehr aufgekommen; an Ausgaben waren 74 000 s weniger erforderlih. Jm Ge- shäftsbereih des Reichsamts des Jnnern betragen die Mehreinnahmen 2109000 #, die Wenigerausgaben 1215000 M. Für das Reichs heer sind bei den ent- sprechenden Titeln des allgemeinen Pensionsfonds 231 000 und an einmaligen Ausgaben 294 000 # mehr aufzuwenden gewesen, während die fortdauernden Ausgaben im übrigen um 20000 #6 zurückgeblieben sind. Dem Gesamtmehrbedarf entsprechend stellt sich auch die bayerishe Quote um 63 000 46 höher. An Einnahmen sind 778000 #4 mehr als angeseßt aufgekommen. Bei der Marineverwaltung schließen die fortdauernden Ausgaben mit einem Mehr von 2416 000 M, die einmaligen Ausgaben mit einem Mehr von 293 000 #6 und der Pensionsfonds mit einer Ersparnis von 708 000 6 ab. Vei der Reichsjustizverwaltung steht einer Mehreinnahme von 521 000 # eine Mehrausgabe von 30000 # gegenüber. Beim Reichs\chaß amt ind 375 000 #6 Mehreinnahmen aufgekommen. An fortdauernden Ausgaben sind 465000 #, an einmaligen Rayon- entshädigungen 3697 000 4 weniger als angeseßt aufzu- wenden gewesen. Die Verwaltung und Verzinsung der Neichs\huld hat 5457 000 46 weniger erfordert, während bei den einmaligen Ausgaben 125 000 #6 mehr erforderlich waren. Beim allgemeinen Pensionsfonds ergibt sich unter Einschluß der oben bereits erwähnten Ab-

weichungen bei den Verwaltungen des Reichsheers und der Marine insgesamt eine Mehrausgabe von 346 000 #. noch der Betrag von

als Minderausgabe : s aus dem Vorjahr

522 000 4 zu erwähnen, um welchen da übernommene Soll an Ausgaberesten für in früheren Jahren erfolgte Ueberschreitungen übertragbarer Ausgabefonds gekürzt

] hat sich hiernach 77 106 023,97 M6 ergeben, welcher den ge mungen entsprechend auf das Rechnungsjahr 1913 übertragen worden ist.

Schließlich

worden ist. i E Jm ganzen ein Ueberschuß von

seßlichen Bestim-

T. B.“ sind S. M. S. „Tiger“

Laut Meldung des „W. „Condor“ am

am 2. Juli in Kinkiang und S. M. S. 3. Juli in Kobe eingetroffen.

Hamburg. Die Bürgerschaft hat, wie „W. T. B.“ meldet, gestern eßentwurf, betreffend eine R e- ation des Gewerbefortbildungsschulwe genehmigt, der u. a. die Fortbildungs\ entlassenen männlichen Personen unter 18 nahme der Einjährig-Freiwilli hat aber entgegen dem Sena ldungs\chulen beschlossen, obwoh

den vom Senat vorgelegten Gef

chulpflicht für alle s{hul- Jahren mit Aus- Die Bürgerschaft tsantrage Schulgeldfreiheit für [l der Senatskommissar er Aenderung nicht zua

gen einführt.

die Fortbi \ l angekündigt hatte, daß der Senat dies stimmen würde.

Oesterreich-Ungarn. : terpräsident Graf Stürgkh_ hat gestern nahmittag im Beisein des Ministers des Junern Frei- der deutsch- böhmischen Abgeordneten empfangen, die ihm die vor- gestrigen Beschlüsse der Vollversammlung zur Kenntnis brachte. Darauf erklärte Graf Stürgkh, dem ausgegebenen Communiqué zufolge, daß die Regierung einen Zwang zur Einsezung der Kommission und zu den damit verbundenen Verfügungen erst in dem Augenblick als gegeben erachte, wo der Landesaus\{huß nicht mehr vorhanden sei.

Blättermeldungen zufolge hat sich der Minister des Aeußern Graf Berchtold gestern abend nah Jschl begeben, wo er heute vom Kaiser in Audienz empfangen wird.

Der österreichische Minis

Abordnung

Großbritannien und Frland.

Der Generalpostmeister Samuel

Unterhause an, daß die Regierung mit der Marconi-Gesell-

schaft über den Abschluß eines neuen Vertrags zum Bau einer

Kette von Stationen für drahtlose Telegraphie für das ganze britische Reich verhandele.

Frankrei.

B.“ verbreiteten offiziösen Mitteilung zufolge hat die französische Regierung entsprechend den in London während des Besuches Poincarés gefaßten Beschllissen ihre Boischafter beauftragt, bei den Großmächten darauf hinzu- weisen, wie nüßlih es wäre, wenn angesichts der Balkan- erecignisse sämtlihe Großmächte ihren Willen bekunden würden, ihrer Politik der Nichtintervention treu zu bleiben. Die bisher eingetroffenen Antworten seien der französischen Anregung durchaus günstig.

In der gestrigen Vormittagssizung der Deputierten- fammer wurde in der fortgeseßten Beratung des Militär- geseßes der Gegenentwurf Treigniner (radikal), sieben]ährige Dienstzeit in der aktiven Armee mit einer effektioen Dienstleistung von 28 Monaten vorsieht, mit 325 gegen 238 Die Regierung hatte die Vertrauensfrage oche ab die

fündigte gestern im

Einer vom

Stimmen abgelehnt. ge) Die Kammer beschloß, von nächster W

Sißungen von Montag bis Donnerstag der Beratung des: Militärgeseßes zu widmen.

Jn der Nachmittagssizung seßte die Kammer die Be- sprehung über die Zwischenfälle in den Kasernen im Mai fort.

A Der Sozialist Sixte Quenin verband nach dem Bericht des g W. T. B." mit der Besprehung der Zwischenfälle einen heftigen Angriff gegen den Kriegsminister, dem er vorwarf, im Jahre 1870 fetnen KriegSdienst getan zu haben und Vorkämpfer für die Kolonial- politik zu sein, die foviel Menschen und Geld verschlinge. ferner den Vorwurf, in den Kolonien seien große Konzessionen erteilt worden, von denen der Kriegsminister direten Vorteil gehabt habe. Als der Kammerpräsident Deschanel den Redner hindern wollte, eine Schrift zu verlefen, in der von Etienne die Nede ist, trat der Kriegsminister für die Verlesung diesec Broschüre ein, die davon spricht, daß Etienne im Jahre 1898 ‘der Verwaltung einer Kongogesellschaft angehört habe. Der Kriegsminister erklärte, währcnd mehr als drei Jahren habe er seine ganze Kraft und setne ganze Intelliuenz Tolonialent Monate hindurch Leiter einer niemals habe er an etnem

Als Sixte Quenin seine die Politik auf das

Fragen gewidmet. Kolontalgesellshaft gewesen zu etn, Grundstücksverkaufsgeshäft teilgennommen. Angriffe fortsette, erwiderte Etienne, persönliche Gebiet hinüberspiele, werde er (Etienne) auf seine Streiche s l ‘gehen. Die äußerste Linke sprang auf und \hleuderte Etienne Beschimpfungen entgegen, das Zentrum antwortete, C | Der Ministerpräsident Barthou unterbrach den Lärm und sagte zu der äußersten Linken gewandt, bet ihr wechsele Strenge und Nachsicht miteinander. [at mehrerer Sozialisten wiederholte der Kriegsminister Etienne zwet- mal setne leßten Worte.

_ In einer Interpellation wegen der Verhaftungen der Syn - dikalistenführer beschuldigte der Abg. Nies dis Negterung, ia Lande eine Lage geschaffen zu haben, die ebenso bedenklich sei wie 1898 und warf thr vor, daß sie die öffentlihe Meinung habe vergewaltigen wollen und in den Kasernen Stimmung für die dreijährige Dienstzeit ge! . hab _Daraufhin las der Kriegsminister Etienne ‘cins setner Nundschreiben vor, in denen nur den Offizieren empfohlen wird

eit es die Disziplin gestatte, den Soldaten näher zu treten un? fo s{limme Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden. r : was dann der Tagesbefehl des Obersten vom 46. Infanterieregiment aufgefordert worden Notwendigkeit (Bewegung Untersuhung set

Gt gab U bret

und weitergehen. indem es auf die Pulte sch{lug.

Auf Verlangen

gemacht habe.

JIaurès fragte,

/ Deutschlands Dienstzeit anzuerkennen?

antwortete,

dreijährigen {chiedenen Seiten.)

Feldzug, der in den Zeitungen gegen die Sozialisten aus Anlaß des Gesezes über die dretjährige Dienstzeit geführt worden fei. Nechte wollte ihn unterbrechen, die Sozialisten \{lugen auf die Pulte neuer Läârw entstand. Jn seiner Erwiderung wies der Minister- prâsident Barthou den Vorwurf Jaurès? zurück, er habe in der Frage der dreijährigen Dienstzeit eine überstürzte Initiative ergriffen. Die dreijährige Dienstzeit sei vielleicht eine zu hnelle Antwort, aber sie sei eine notwendige Antwort, Zu der Zurückhaltung der letzten Jahresklasse

tlärte Barthou, er würde sie gänzli oder teilweise freilafsen, falls qn ibm die notwendigen Kräfte gäbe, der äußeren Lage die Stirn hieten. Die Schuld für die Zwischenfälle in den Kasernen und die „fbaren Handlungen sei in den Manövern gewisser Organifationen suhen. Barthou lobte lebhaft den Arbeiterstand und wandte fich itg gegen die Propaganda jener Verbände, die den Bürgerkrieg und „Aufstand predigten ; er begre!fe es niht, wie Jaurès und die Seinen , mit Gambetta und seinen Freunden vergleihen könnten, die æahre 1871 die nationale Verteidigung organftsiert und die Re- ¡si begründet hätten, Leute, die heute, wenn man dagegen nit : der Out sei, das Vaterland zugrunde richten würden. ' Iene baben Recht auf unsere Bewunderung, {loß er, diese sind Verbrecher, , die ganze Strenge des Gesetzes verdienen.

Ein Antrag forderte den öffentlihen Anschlag der Rede arthous. Er wurde mit 347 gegen 167 Stimmen an- nommen. Darauf wurde die Sißung auf Freitag vertagt.

Jn der Budgetkommission der Deputiertenkammer flärte der Finanzminister Dumont, obiger Quelle zufolge, ÿ Einstimmigkeit darüber zu herrschen scheine, daß die (sten für die neuen Militärausgaben den wohl- venderen Klassen auferlegt würden. Er werde einen Geseß- {wurf vorlegen, der auf einer durch äußere Merkmale fkor- njerten Schäßung der Verwaltung beruhe. Dieser Geseß- wurf würde sich auf 220000 bis 240 000 Steuerzahler ziehen und könnte hundert Millionen einbringen. Die \mmission nahm einen Antrag an, der verlangt, daß alle 1¿gaben für die neuen Militärlasten, mögen sie dauernd oder rübergehend sein, durh Abgaben auf das Vermögen gedeckt jrden. Der Ausschuß des Allgemeinen Arbeits verbandes riet gestern abend über die anläßlich der kürzlich erfolgten haftung der antimilitaristischen Syndikalisten zu ergreifenden nahmen und beschlo vorläufig lediglih die Veröffent- ung eines Protestaufrufes.

Nuß: lanv.

Die Reichsduma hat nach einer Meldung des „W. T. B.“ stern in geheimer Sißung mehrere Militärgeseßzentwürfe, unter einen über eine strategische Bahn in Kaukasien von y nah Artwin, angenommen.

Ftalieit:

Das Budget für 1912/18, das mit dem 30. Zuni ließt, weist nah einer Meldung des „W. T. B êéinen P herschuß von 98 Millionen auf, der der größte ist mit Aus- hme jenes, der ein Maximum von 101 Millionen aufwies. 1s italienische Budget hat seit 1898 stets mit bemerfkenswerten (bershüssen abgeschlossen, obwohl das ordentliche Budget bis Juni 228 Millionen für den libyschen Krieg zu decken hatie.

Belgien.

Die Großherzogin von Luxemburg ist gestern nach- itag zum Besuch des belgischen Königshauses in Brüssel ein- troffen und vom König auf dem Bahnhof empfangen (rden. Am Abend fand, wie „W. T. B.“ meldet, zu Ehren 1 Großherzogin im Königlichen Palast ein Festmahl statt, ¡ dem der König und die Großherzogin Trinksprüche wechselten.

Niederlande. Die Öpiutnkonferenz im Háäag hat gestern laut eldung des „W. T. B.“ einstimmig eine von Deutschland, den weinigten Staaten von Nordamerika, Frankreich, England, n Niederlanden und Rußland vorgeschlagène Resolution an- nommen dahingehend, vurch diplomatische Vermittlung der eder!ändischen Regierung mit Unterstüßung der bereits unter- idneten Mächte den Anschluß derjenigen Staaten an die vention von 1912 herbeizuführen, die ihr noch nicht an- hören. Das Schlußprotokoll wird für die nächste Sitzung

digiert werden. Türkei.

Die Pforte hat ihren Botschaftern die Reformen zur rgänzung des Wilajets- und Gemeindegeseßzes itgeteilt. Wie „W. T. B.“ meldet, werden in dem Reform- lement die Befugnisse der Generalinspektoren geregelt und hs Zonen geschaffen, für die je ein Generalinspektor für fünf hre ernannt wird. Für die östlichen Wilajets wird wahr- heinlich ein Ausländer ernannt werden. Der (Generalinspektor ird mit allen Befugnissen der Zentralgewalt ausgestattet, die n Walis nicht zustehen. Die Befugnisse der Reformkom- sion im Finanzministerium werden erweitert; sie wird die urchführung des Budgets und aller finanziellen Gesetze über- hen. Die Zahl ihrer ausländischen Mitglieder wird ver- ehr rerden.

Ueber die Kämpfe zwishen Serben und Bul- aren liegen heute folgende Meldungen vor:

Dem „Serkt{sen Pressebureau“ zufolge endet der seit vorgestern ih andauernde Artilléziekamyf am NRaicinrid vor Kotschana mit he v ollitändigén Sieg der serbischen Truppêèn, die dank

t Nebermacht der setbishen Artillerie und dem heldenmütigen Vor-

hen der ferbishen Infanterie die widtige Stellung einnahmen, d 1 starken Schanzen #mgeben war und von 32 bulgarischen Batailléaen it §50 Geschüßen ‘vertetdigt wurde. Die Verluste find beidecseits deutend. Der Rückzug der bulgarishen Truppen ist vollständig, it Fall Kots{hanas steht bevor. :

us Sofia wird vom „W. T. B.“ gemeldet, daß gcfern früh ei bulgarishe Bataillone etnen Angriff gegen drei serbische Bataillone

nternahmen, die 10 km ins Innere des Departements K üstendil

r

ngedrungen waren, sie vollständig in die Flucht s{lugen und sie bs tielica, nôrdlih von Egri Palanka verfolgten. Sodann nahm ¿en L elica, ‘wobei 5 Offiziere und gen 200 Soldaten gefangen ge#ömmen wurken. Außerdem w' eden rei Schnellfeuerfeldgeshüte, fin Gebirgsgéshüs8, drei Mas zinen- wehre, 28 Pferde sowie èine Menge Munitiön, Tornister un p Zelte

e Bulgaren die Höhe bei Kiff

beutet.

Irmee mit Erfolg zu unternehmen.

B.

ampf bei Kilkitsh laut Meldung des „W. T Aolgendes mit:

floh in Unordnung gegen das östlihe Ufer des Wardar. Während des Uebergangs beshoß griehishe Gebirgs8artillerie die Bulgaren. Auch zwischen Mezokovo und Arda wurde der Kampf fortgeseßt. Auf dem rechten Flügel besegten die griehi)chen Truppen Lygovani. S ahana ift eine bulgarishe Kompagnie in der Stärke von 200 Mann mit ihren Offizieren von den griechishen Truppen einges{lofsen. Während des Vorgehens bei Lyzovani und Lahana erbeuteten die Griechen drei Schnellfeuerges{hütße nnd drei Kruppkanonen. äußersten rehten Flügel wurde Nigrita beseßt. Die griehischen Truppen rückten nah Norden vor und verfolgten den Feind, der in panischer Flucht fünfzehn Gefangene und eine große Änzahl von Waffen und Krieg8material in die Hände der Griechen geraten licß. Die Zahl der getöteten Feinde ist sehr groß. Bei ihrer Flucht verwandelten Stadt Nigrita und die ganze Umgebung in rauchende Trümmerbhaufen und ermordeten Greise, Frauen und Kinder. siebente Division meldet, daß sie ein ganzes Bataillon, das während des vorgestrigen Kampfes isoliert worden war, zu Gefangenen gemacht Es habe ih bedingungslos ergeben. Ueber das Gefecht bei Nigrita hat das General- quartier des Königs Konstantin an das Ministerium des Aeußern eine eingehende Beschreibung gerichtet, in der es

die Bulgaren die

_ Nigrita habe einen entseßlihen Anblick geboten. Stadt und Tal seien von verjtümmelten Opfern der flühtenden Bulgaren bedeckt. Bei der Annäherung der rasch vorrückenden grtehischen Truppen seien 150 bulgarishe Soldaten außerhalb Nigritas gefangen genommen worden, ) gelegt hätten. und eine Menge Waffen und Munitton bedeckten die Gegend auf eine halbe Stunde im Umkreife. beseßten, sei ein bulgarishes Bataillon gefangen genommen worden. Die Bulgaren hätten fh auf der ganzen Linie zurückgezogen und seien von den griehischen Truppen energisch verfolgt worden. Feind habe in der Richtung auf die Brüte über |

Griechenland.

Der Ministerpräsident Venizelos berichtete gestern in der Deputiertenkammer über die leßten durch die die drei anderen Verbündeten zum gemeinschaftlichen Kampfe gegen Bulgarien gezwungen | unter lautem Beifall eine Königliche Botschaft an das Volk, in der laut Meldung des „W. T. B.“ das Volk zum Kampf gegen den ehemaligen Verbündeten aufgefordert wird, der, während Griechenland und die anderen V gerechte Teilung der befreiten Gebiete verl unter Zurückweisung eines Uebereinkommens spruches, sich fast die gesamten Früchte des gemeinsamen Sieges anzueignen.

Bei Lygovani, das die Griechen

te Struma flüchten

Angriffe der Bulgaren,

eien, und verlas dann

erbündeten eine angten, versucht habe und Schieds-

en habe, heißt es in der Botschaft, mit Trug und Willkür eine Verbündeten und die grau-

handelnd, die Vervflichtungen gegen l el 3 en, die Waffen gegen setne

samen Lehren der Vergangenheit verge!) hoben und damit die heilige Sache entweiht. einem solchen unqualifizierten Benehmen sei es die Pflicht der anderen Nerbündetea, einer derartigen Gier gegenüber Stellung zu nehmen. Bei der Verteidigung des Gleichgewihts auf dem Balkan set das lidarisch mit Serbien und Montenegro und greife Das Heer und die Flotte Griechenlands von der neuen

Verbündeten er

griechbishe Volk fo zu seinen erprobten Waffen. möge die von dem türkisch Tyrannei befreten. Die beldenmütige Armee werde für den von Kampf kein Opfer scheuen.

Als Rhallys, ein Führer der Opposition, Venizelos fritisieren wollte, wurden seitens der Kammer und der Tribünen dem Ministerpräsidenden Venizelos frürmische Huldigungen dargebracht.

Rumänien: Die rumänische Regierung hat nah einer Meldung den Mächten mitgeteilt, daß sie in Griechenland, S A und in Ueberein-

en Joche befreiten Brüder griehishe Nation vertraue auf thr gutes Gott gesegneten

die Politik

des „Reuterschen Bureau Anbetracht der Tatsache, Bulgarien sih im Kriegszustande befinden, stimmung Mobilisation Streitkräfte Numäniens

angeordnet 1 im allgemeinen

die Billigung Rumänien

Großmächte j ne nid lung, dèren Ergebnis

gleichgüllig bleiben bei der neuen Entwick die rumänische Mobilisation sei, besonders angetichts der Möglich- feit einer vollständigen Niederlage Griechenlands und S die das Balkangleichgewi@ht erschüttern würde. indessen, daß der Frieden bald hergeste daß seine Mobilisation dazu beiträgen staaten zu über reden, St. Petersbur.g anzunehmen.

Bie die „Neue Bulgo zien und Rumänien unter Vermi reici]ch-ungarischen Monarchie eingehende über eineà Ausgleich,

Rumänien hoffe [i sein werde, und glaube, Einladung zu der Konferenz in Freiè Presse“ meldet, werden zwischen ttlung der öjter- Verhandlungen betreffend die abzutretenden

t in Bukarest veröffentlicht eine Be- Urlauber Fahnen ein- nur, soweit ste Kriegsmarine

—. Der Polizeißräfekt in 0 daß alle Reservisten

faitatmachung, iste 1ließlih zu den

Jahrgänge verusen nd,

1911 bis 1901 einschließli L die Jahrgänge 1900 bis 1599 Einberufung erhalten.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung. Die im Deutschen Kür schnerverbande organisierten

Arbeiter, die mit dem Arbeitgeberverbande der Pelz- warenbranche von Berlin seit längerer Zeit in Tarifverhand-

lungen standen, haben die Bedingungen, mit denen der Arbeitgeberverband s

in vielen Punkten entgegengekommen war, abgelehnt. Der Arbeitgeber- verband zog, wte die „Voß. Ztg.* berichtet, infolgedefsen seine Vo1schläg zurück und stellte nunmehr andere Bedingungen auf, die am 24. v. M. dem Vorstande der Arbeitnehmercrganisation zugestellt wurden mit dem Ersuchen, sich über die Annahme dieser zu erklären. Hierauf erwiderte der Vorstand, daß eine Antwort darauf vor dem

11. Juli nicht gegeben werden könne. Da hieraus die Absicht einer Verschleppung hervorzugehen schien, bes{chloß der Arbeitgeberverband,

der „Neuen Pelzwaren-Zeitung“ zufolge, alle Arbettnehmer, die sih weigern, die neuen Bedingungen zu un erschreiben, am 5. Juli auszufperren, ferner aber au diejenigen Zwischenmeister, deren

Arbeitnehmer diesen neuen Tarif nicht unterschreiben, vom Mittwoch,

9. Juli, glet{chfalls au?zusperren. In Berlin befinden sich etwa 6000 männliche und weiblihe Arbeitnehmer.

In den Schlinckschen Palm inwerken, A.-B., in Ham-

burg haben, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, 550 Arbeiter wegen Lobn- streitigkeiten die Arbeit niedergelegt. Der Betrieb wird vorläufig aufrechterhalten.

Aus Lodz wird dem „W. T. B.“ gemeldet: Infolge des Aus -

standes der Arbeiter ist die Baumwollmanufattur Pos- nansfi geshlossen worden. Siebentausend Leute sind arbeitslo8.

(Val. Nr. 156 d. BL.)

Zum Bergarbeiterausstand im Nandgebiet (vgl. Nr. 156 d. Bl) wird dem „W. T. B.* aus Pretoria telegraphiert, daß eine Versammlung von 300 Eisenbahnern tin einer Entschließung ihre Sympathie für die ausständigen Bergleute erklärte. Der Sekretär der Eisenbahnergewerkshast sprach fich für den Ausstand der Eisenbahner aus und sagte, daß der ausführende Ausshuß darüber am Sonntag Beschluß fassen wird. Die Eisen- babner marschierten nah Sch{luß ihrer Versammlung vor die Wohnung des Generalgouverneurs Lord Gladstone. Dieser empfing eine Abordnung, worauf die Leute ruhig ausetnander- gingen. In Johannesburg hat der Ausstand bereits zu Gewalttätigketten und Sammete M Dent Militär geführt; gestern nachmiltag hatte bereits etn BVer- such der ausständigen Grubenarbeiter, auf dem Moarktplay eine von den Behörden verbotene Kundgebung zu veranstalten, einige Ausschreitungen im Gefolge. Kavallerie trieb die Menge aus- einander, ohne jedoch von der Waffe Gebrauch zu machen. Später fam es zu neuen Unruhen, in deren Nerlauf ein Dragoner- leutnant verwundet wurde, sodaß er das Bewußtsein verlor. Auch ein Polizeikommissar und vier Schußleute wurden verwundet. Die Ausständigen gewannen die Angestellten der Straßenbahnen für h, [ObaB Der Straßenkahnverkehr eingestellt wurde. Pöbel, an dessen Spize Frauen mit roten Fahnen marschierten, og nah dem städtishen Elektrizitätswerk und {nitt den Strom ab. Eine Gruppe begab sich darauf zur Stadt, die in Dunkelheit gehüllt war. Später wurde die Be- leu@tung wiederhergestellt. Die Streikenden blieben Herren der Zugänge zum Bahnhof von Braamfontein. Der Eisenbahn- verkehr nach dem Süden ist vollständig unterbrohen, do bleiben auf dem Zentralbahnhof die Lokomotivführer bei ihren Maschinen und weigern \ich, sich dem Streik anzuschließen. Am Abend war die Menge auf dem Areal der Cifenbahn Herr der Lage und hat die Parkstation in Brand gesezt. Die Truppen vermögen die Menge niht im Zaum zu halten. Die Geschäfts- eime ver Zettina „Si [E Hi Flämmen. Die Volksmenge drang auch gegen die Geschäftsräume der großen Grubengesellshaften vor. Die Polizeimann\chaften gaben Feuer, worauf die Menge sh zurückzog. Gegen Mitternacht steckte der Pöbel ein zweites großes Gebäude in Brand. Polizet und Dragoner gingen gegen die Menge vor und zerstreuten sie. Um Mitternacht hörte man in verschiedenen Teilen der Stadt noch immer inunterbrohenes Gewehrfeuer. Bis dahin waren 30 Personen in Krankenhäusern eingeliefert worden. Be r E möglich, genau die Zahl der bei den gestrigen Unruhen Getöteten und Nerwundeten anzugeben; aber man weiß, daß vier Zivilisten getötet und etwa fünfzig Zivilisten und Poltzeibeamte verwundet worden find. Im Westrand E e verhältnismäßig ruhig; dagegen ist der Ostrand der Hauptherd der Unruhen. Sin bisher noch unbestätigtes Gerücht Bed DUB LOOO be wasfnete Aut ständige auf Fohannesburg losmarschieren. In Fohannesburg sind Barrikaden errihtet worden, um die großen Geschäfte zu hüten. Die Arbeiterverbände drohen damik, das Wasser abzushneiden, weil die Polizeitruppen auf tte Ausständigen geschossen haben. Der Verband fordert gleichzeitig alle städtishen und alle anderen Distriktsbeamten auf, in den Ausstand zu treten. Die Bäcker weigern fi, Brot für irgend jemand zu backen, der in den Bergwerken arbeitet. Man erwartet, daß heute ‘die Unruhen ch wiederholen werden. Es geht das Gerücht, daß die Stadtbehörden in Pretoria um Entsendung von Verstärkungen mit Maschinengewehren ersucht haben.

(Weitere „Statistishe Nachrichten" s. i. d. Ersten Beilage.)

Kunst und Wissenschaft. Oie aroge Berliner Kunstausstellung 1913. Bi Außer den rückschauenden und den Sammelausstellungen be

eine besondere einterufen sind die D‘æ Mobilisierungstrans Jtacht vom Sonnabend

Dém Parlament, ür einen noch zu bestimmendet Unterstützung egt werden.

einschließlich 12 Ube in Der

Jahrgänge 1909 bis 1897 porte beginnen um zum Sonnta( dessen Einberufung der Ministerrat 1 Tag beschlossen hat, Familien läufig beziehen einberufene

berufener vorgel y ä ) 1 T itärbezügen einen Monat Gehalt.

Staatsbeamte neben ihren Mil

Bulgarien. Agence Bulgare“ stellt

Meldung der „Reichspost“ fest, cht überreicht hat.

der gestrigen

gegenüber 1g daß das Kabinett eine

f; a r Gee 9 y R eee ; Bis vorgestern mîliag sind 25 Offiziére und 3000 Sol „aten der Demission ni

bischen Timokdivifion mit sech8 Feldgeshüßen und zwei. Gebirgs- hüzen zu Gefangenen gemaht worden. Die von de’ x Serben nternommene Offensive zu dem Zwee, dieser Divi? (on zu Hilfe 1 fommen, sowie zwei gestern naht unternommene Angr e gegen das ilgarisGe Zentrum find mit großen Berclusten f c die Serben

enerals Briccola aus Benghasi

Ein Telegramm des G la q alien er.

vom 3. d. M. meldet eine Schlappe der Depesche lautet „W. j nachmittag während fie mit dem

S V uoige! * Abteilung von Bau einer neuen Straße bes

Genietruppen, châftigt war, Mann zu Fuß und

urüdckgefhlagen worden. Infolge der bisher unternommenen Angriffe, bei denen die Serben beträchtliche Verlus* e erlitten, ist die lrbische Armee außerstande, irgend cine Aktion ge ¿en die bulgarische Italiener Vebermaht des Feindes ckzuziehen. C Abteilung Bersa- Angriffen auf die des Feindes zum Stehen n verhältnismäßig be- Die Funken- hasi unvollständig eingetroffen.

E E i angegriffen. Ein Communiqué des grie hischen Krlegs- geg

Í R c ¿ esihts der inisteriums teilt über den gestern wederaufgenommene!

Cyrene zurü 87. Regiment und eine ih aber von den h o sie den Vorstoß

Widerstand , : {lossen fie, fich allmä trafen Verstärkungen glieri ein; fie zogen Nedoute Saffaf zurück, w

teten Divifi {türmten inander die befestigten ; Die griecht\{hen Divisionen erstürmten nacheinander die befe] Die Verluste der Italiener

Stellungen des Feindes, der _sih in ne befestigte Stellung sechs bis seben Kilometer von Kilkitsh zurückzog. Der Angriff der

findlichen Artillerie, die sich in ge*oeckten Stellungen befand, war telegramme- von Cyrene sind i

beübergen die geräumigen Säle am Lehrter Bahnhof die übliche Fülle von Gemälden, Plastiken und Graphifk. Man könnte sich vielleicht fragen, ob ein Abweichen vom Schema, ein Durchdringen des ganzen Materials mit etner Jdee nicht feierliher gewirkt hâtte, ob das | Durcheinander von herkömmlihen Ausstellungsgrundsäpen und der leitenden Absicht der Feier die festlide Stimmung nicht stört. Doch muß man bedenken, daß bei derartigen Veranstaltungen wirtschaftliche Gesichtspunkte niht vollkommen ausgeschaltet werden können und daß ohnehin diesmal ein beträchtliher Naum sür die oben besprochenen Abteilungen geopfert werden mußte. _ e

Daß das Schaffen Anton von Werners nicht im Zusammen- hang gezeigt werden konnte, bedauert die Leitung sicher am meisten, wie fie es im Katalog versichert ; immerhin ist seine „Meichstags- eröffnung" aus dem Besi Seiner Majestät so bezeichnend für die Art des Meisters, daß sie vtelcs andere erseyt. Sie gehört eigentlich in die rücks{hauende Abteilung, hat aber einen Ehrenplay in diejer Nebersht des jährlichen Ertrages bekommen. E

Fn demselben Saal ist noch ein Bild des anderen Nestors der Hochschule, Meyerheim, bemerkenswert. Das Bildnis Navenes von H. Vogel tritt hinter seinen bekannten Porträts wohl zurü. Dasselbe kann man vom Bildntis des Reichskanzlers von Schulte im Hofe, dessen yorzüglihes Frauenporträt glei daneben hängt, sagen. Kallmorgen zeigt sein unerläßliches „Hamburg“, doch in der Schilderung der feuchten Lust übertrifft ihn Looschen in seinen beiden Bildern. In diesem Saal fällt noch die eigenartige Fa}jung eines Marienbildes von Plontke auf, der nch in grauen Tônen ge- fällt; er wendet sie sogar auf Landschaftsbilder an. Unger ist viel besser im Dresdner Saal vertreten. Die Seitensäle bergen unter unzähligen {wachen viele ganz gelungene Werke, und man entdeckt hie und da Talente, von deren Dasein bisher nicht viel bekannt war. Es gibt da oft sehr gewagte Proben, die jeder Sezession zur Chre gereichen könnten, und die hier, în einsamer Lede, faum zur Wirkung kommen können. In Braunes „Fintish scheint

ihr beftig. Auf dem äußersten link ¿n Flügel eroberte eine grtechische (emischte Abteilung ‘nah s{chwerem: Kampfe (Sewgheli; der Feind

*) Vergl. Nr. 146 und 151 d. Bl.