1913 / 162 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Deutsches Reich. Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht :

den charafkterisierten Marineintendanturrat Damm zum etatsmäßigen Marineintendanturrat zu ernennen.

Dem argentinishen Vizekonsul in Caffel Carlos Grebe ist namens des Reichs das ¿Exequatur erteilt worden.

Der vortragende Rat im Königlich sächsishen Ministerium des Kultus und des öffentlichen Unterrichts, Geheime Schulrat Dr. Lange in Dresden, der Geheime Oberschulrat Dr. Strenge in Schwerin i. M. sowie der Oberkonjistorialrat Praefcke in Neustreliß find zu Mitgliedern der Neichs\hulkommis}ion berufen worden, die beiden leßteren für die Zeit bis zum 30. unt 1915.

Auf Grund des S 11 der Bekanntmachung, betreffend den Befähigungsnachweis und die Prüfung der Maschinisten auf Seedampfschiffen der deutschen Handelt flotte, vom 7. Januar 1909 (Reichsgeseßbl. S. 210) ist von der Königlich preußischen Landesregierung eine Kommission zur Abnahme der Vorprüfung -für- Schiffsingenieure in Flensburg eingeseßt worden.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 40 des Reichs8geseßblatts enthält unter Nr. 4241 den Konsularvertrag zwishen dem Deutschen Reiche und Bulgarien, unter Nr. 4242 den Vertrag zwishen dem Deutschen Reiche und Bulgarien über Rechtsshuß und Rechtshilfe in bürger- lihen Angelegenheiten, unter Nr. 4243 den Auslieferungsverirag zwischen dem Deutschen Reiche und Bulgarien, unter Nr. 4244 die Bekanntmachung, betreffend die Ratifikation von drei am 29. September 1911 in Berlin zwischen dem Deutschen Reiche und Bulgarien abgeschlossenen Rechtsverträgen und den Austausch der Natifikationsurkunden sowie eine zwischen beiden Teilen durh Schriftwechsel vom 29. September 1911 wegen der Uebergangsbestimmungen getroffene Verständigung, vom 1. Zuli 1913 uno unter l Nr. 4245 das Geseg zur Ausführung des Konsularvertrags zwischen dem Deutschen Reiche und Bulgarien vom 29. Sep- tember 1911 und des Vertrags zwischen dem Deutschen Reiche und Bulgarien über Rechtsshuß und Rechtshilfe in bürger- lihen Angelegenheiten vom 29. September 1911, vom 29. November 1912. Berit V. 9 den 10. ZUUli 1913. Kaiserliches Postzeitungsamt. Krüer. Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 42 des Neich8geseßblatts enthält unter Nr. 4254 die Bekanntmachung über die Ratifikation der am 23. September 1910 in Brüssel unterzeichneten seerecht- lichen Uebereinkommen durch Jtalien und die Hinterlegung der Ratifikationsurkunden sowie über den Beitritt JFtaliens zu einem dieser Uebereinkommen für die Kolonien Erythrea und Jtalienisch Somaliland, vom 1. Juli 1913, und unter Nr. 4255 die Bekanntmachung, betreffend Beschränkungen der Eiu- und Durchfuhr aus „China, vom 5. Juli 1913. : Berlin W. 9, den 11. Juli 1918. Ne, Poslzeitungsamt. DEEL.

Königreich Preußen. Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Geheimen Baurat und vortragenden Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Karl Schulz zum Geheimen Ober- baurat zu ernennen,

den Kreisärzten, Medizinalräten Dr. Lichtwiß in Ohlau und Dr. Kimpen in Rüdesheim bei ihrer Verseßung in den Ruhestand den Charakter als Geheimer Medizinalrat zu ver- leihen und

infolge der von der Stadtverordnetenversammlung zu Kreuznach getroffenen Wahl den Stadtbaurat a. D. Gustav Hartmann daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Kreuznah für die gesezlihe Amtsdauer von sechs Jahren zu bestätigen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

dem Kaufmann Ernst Frißsche, Jnhaber der Firma Ernst Frißsche, Alt-Japan- und China-Kunst, Persische Teppiche, dem Kaufmann Heinrih Kortkampf, Jnhaber der Firma Johannes Gerold, Kaffee-, Tee- und Wein- 2c. Groß- und Kleinhandlung, dem Kunstgärtner Hermann Rothe, sämtlich in Berlin, und dem Direktor der Firma Raphael Tuck u. Sons Ltd., Adolph Tu ck, Bart. in London das Prädikat eines König- lichen Hoflieferanten,

dem Wappenmaler Max Block in Berlin das Prädikat eines Königlichen Hofwappenmalers sowie

dem Tischlermeister Wilhelm Lippert, Jnhaber der Firma W. Lippert, Kunst- und Bautischlerei, Werkstatt für Fiuictarttelr, in Berlin das Prädikat eines Königlichen Hof- tishlermeisters zu verleihen.

Auf den Bericht vom 22. Mai d. J. will Jch der Gemeinde Eppelborn im Kreise Ottweiler auf Grund des Geseßes vom 11. Juni 1874 (Geseßsamml. S. 221) hiermit das Necht verleihen, das Grundeigentum, welches zur Schaffung einer Schußzzone für die Quelle der Gemeindewas)er- leitung erforderlich und in dem zurüfolgenden Lageplan mit roter Farbe kenntlih gemacht ist, in einer Größe von 2,33 a im Wege der Enteignung zu erwerben oder, soweit dies ausreiht, mit einer dauernden Beschränkung zu belasten.

Neues Palais, den 5. Juni 1913.

WilhelmR. von Breitenbach. Freiherr von Schorlemer. von Dallwißt. An die Minister der öffentlichen Arbeiten, für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und des Jnnern.

Ministerium für Landwirtfs{haft, Domänen und Forsten.

Dem Vorsteher der landwirtshaftlihen Versuchsstation Dr. phil. Willy Zielstorff in Jnsterburg ist das Prädikat Professor beigelegt worden.

Folgenden Oberlehrern an Landwirtschafts\hulen, Taurke in Schivelbein, Dr. phil. Berg in Dahme und Saller in Bitburg ist der Charakter als Professor verliehen worden.

Ministerium des Jnnern.

__ Der Kreisassistenzarzt Dr. Kuschel aus Stettin ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreisarzt- bezirkes Kreis Schildberg beauftragt worden.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

BETranntmaQunag.

Bei der heute öffentlih in Gegenwart eines Notars be- wirkten Verlosung der Köthen-Bernburger Eisen- bahnaktien find folgende Nummern gezogen worden :

1414 bis 1417, 1420, 1422 bis 1426, 1429, 1431 bis 1433, 1435, 1437, 1439, 1442, 1445, 1447, 1448, 1452 bis 1461, 1464 bis 1467, 1470 bis 14738, 1475, 1477, 1478, 1483 bis 1485, 1487 bis 1491, zusammen 50 Stü über je 100 Taler = 5000 Taler = 15 000 4.

Diese Stücke werden den Besißern zum 1. Januar 1914 mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgelosten Num- mern verschriebenen Kapitalbeträge vom 2. Januar 1914 ab gegen Quittung und Rückgabe der Aktien und der Erneue- rungsscheine für die Zinsscheinreihe VI bei der Staats\schulden- tilgungskasse hierselbst, W. 8, Taubenstraße 29, zu erheben. Die Zahlung erfolgt werktäglih von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der beiden leßten Geschäfts- tage jedes Monats. Die Einlösung geschieht auh bei den Regierungshauptkassen und in Frankfurt a. M. bei der Kreiskasse 1; die Effekten können einer dieser Kassen hon vom 1. Dezember 1913 ab eingereiht werden, die sie der Staats- schuldentilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nah er- folgter Feststellung die Auszahlung vom 2. Januar 1914 ab bewirft. ; :

Bom 1. Zanuar 1914 ab hort die Verzinsung der verlosten Aktien auf.

Zugleich werden die aus früheren Verlosungen rückständigen Aktien, deren Verzinsung aufgehört hat, wiederholt aufgerufen.

Aus den Kündigungen

zUm 1, Fauuar 1906 Ne. 3630; zUm l: Fanltar 1909: Nr. 534 zum 1 Januar. 1911 Nr. 1829 1865, zum 1 Fanlav 1912: Nr. 3486

Formulare zu den Quittungen werden von den oben-

bezeichneten Kassen unentgeltlih verabfolgt.

Berlin, den 9. Juli 1913.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Bischoffs hausen.

Ab gerei st: Seine Exzellenz der Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten von Breitenbach nah Ost- und West-

preußen. j 4

Nichfamklicßhes.

Deutsches Reich. Preußen Berlin, 1 ult 19123.

Laut Meldung, des D. it S. M. S. „JAllig“ am 10. Juli in Kobe eingetroffen.

Großbritannien und Frlanv.

Jm Unterhause hatte der liberale Abgeordnete Robert Harcourt angefragt, wie hoh der Erste Lord der Admiralität Churchill zur Zeit seiner Erklärung im März d. J. die Zahl der ôosterretMisch - ungarishen und italienischen Dreadnoughts angenommen habe, die im lezten Viertel des Jahres 1915 und in den ersten Dreivierteln des Jalsres 1916 fertiggestellt würden, ohne Rücksicht auf neuere Meldungen über weitere Bauten von seiten Oesterreih-Ungarns. Wie „W. T. B.“ meldet, erwiderte Churchill hierauf \riftlich, seiner Annahme liege das veröffentlihte Programm zugrunde, das sechs italie- nische und vier österreichish-ungarishe Dreadnoughts aufführe.

Frankrei.

Jn der gestrigen Sizung der Deputiertenkammer wurde die Beratung der Militärvorlage fortgeseßt.

Nach dem Bericht des ,W. T. B.“ warf der Abg. Jaurès bei der Beratung des Artikels 6, der sih mit der Frage des Einstellungs- alters befaßt, in heftiger Weise der Regierung vor, die Prüfung diefer Pauptfrage zu spät vorgenommen zu haben. Er sagte, daß die Zu- sammenhanglosigfeit der Negierung angesichts des Seelenzustandes der jungen Mannschaften der Jahresklasse 1910 tragish sei, denn diefen leuchiete seit aht Tagen der Hoffnungsshimmer des Freiwerdens. Jauròs klagte dann die Regierung an, daß sie die Kammer vor die Alternative stelle, die \{chör\sten Hoffnungen zu enttäuschen oder die Krankheits- oder Sterblichkeitsziffer der jungen Soldaten zu erböhen. Dec Ministerpräsident Barthou wies darauf hin, daß die ganze Frage der Einstellung Zwanzigjähriger der Anregung des Parlaments entstamme, da die Kommission bei Beratung der Amendements die Meinung der Regierung verlangt hätte. Die Vorteile dieser Maßregel, die er im Prinzip anerkenne, ständen in keinem Zusammenhange mit einer Entlassung des FJahrganges 1910. Der Vorwurf Jaurès, er hätte die Soldaten dieses Jahr- ganges getäuscht, treffe die Regterung nicht, denn diese hätte nichts weiter getan, als daß sie den Beschlüssen des durch die Kammer mit der Frage befaßten Heeresaus schusses gefolgt wäre, wenn diefer sie bejaht hätte. Die Regierung habe dur Mitteilung der Gutachten des Obersten Gesundheitsrates und des Gesundheits- beirates an die Kommiision eine Prüfung der Frage nah allen Rich- tungen durch Kommi'sion und Parlament herbeiführen wollen und damit loval gehandelt. Er wolle durchaus nit auf die Kammer drücken, fondern ihrer Beratung volle Freiheit lassen.

Hierauf wurde der Artikel 6 mit den dazu gestellten Amendements an die Kommission zurükverwiesen und die

Die Heereskommission der Kammer spra sich heute zum zweiten Male, und zwar mit allen gegen 3 Stimmen, gegen die Einstellung der 20 jährigen aus.

Ftalien. __ Der König und die Königin sind von ihrer Reise nah Kiel und Stockholm gestern wieder in Pisa eingetroffen.

Spanuién.

Der König hat nah einer Meldung des „W. T. B.“ einen Erlaß, betreffend die Einstellung Freiwilliger für den Dienst in Afrika, unterzeihnet. Der Kriegsminister prüft die Frage der Schaffung einer Fremdenlegion Ur die spanische Zone Marokkos.

Norwegen. Die „Hohenzollern“ mit dem Deutschen Kaiser an Bord ist gestern nachmittag in Bergen eingetroffen.

Türkei.

Die Pforte hat nah Meldungen des „W. T. B.“ von Bulgarien noch nicht die Feststellung der Grenzlinie ver- langt, doch sei sie entshlossen, die Feststellung der Linie durh eine internationale Kommission zu fordern, sobald die Bulgaren das Gebiet geräumt hätten. Jnzwischen würde die Pforte die Feststellung einer neutralen Zone zwischen beiden Armeen verlangen.

Als Unterhändler Bulgariens ist Natschewitsch in Kon- stantinopel eingetroffen.

Vom Kriegss\chaupla 8 meldet das serbishe Presse- bureau, daß die serbishe Armee während des vorgestrigen Tages einen Kampf auf einer außerordentlich ausgedehnten Front zu bestehen hatte. Sie {lug den Feind im Süden dieser Front in Mazedonien und im Norden an der serbish-bulgari- schen Grenze. Es war dies die längste Gefechtsfront, mit der die Serben in diesem Kriege gekämpft haben. Sie griffen vorgestern früh um 4 Uhr 30 Minuten den Feind bei Zaetschar an, da die feindliche Artillerie sich zum Rückzuge anschickte, und verfolgten ihn. Bei St. Nivolas, südöstlih von Knjazway, wurde der Feind aufgerollt und mit großen Verlusten zur Grenze zurücgetrieben. Beim Nückzuge ließ er große Mengen Munition im Stich. Die Bulgaren versuchten in kleinen Ab- teilungen die Eisenbahnlinie Predeyane—Wladitschine— Han zu erreichen. Es gelang den serbischen Truppen aber, ihnen den Nückzug abzuschneiden und sie mußten sih ergeben. Diejenigen Abteilungen, die nicht gefangen genommen wurden, mußten sich über die Grenze zurückziehen. Der Angriff auf die Stellungen von Vlassina wurde mit beträchtlihen Verlusten der Bulgaren zurückgewiesen. Während des Kampfes versuchten die Bulgaren, dieStellungen derSerben mit einer Kavallerieschwadron und einer Maschinengewehrabteilung zuumgehen. Der serbische Befehlshaber hatte diese Absicht bald erkanntund seine Gegenmaßregeln getroffen. Die serbischen Truppen schnitten den Bulgaren den Rückzug ab; der Feind mußte sih ergeben. Gleichzeitig mit diesen Er- folgen an der serbish-bulgarishen Grenze wurde die Ver- folgung des Feindes von Jschtip nah Radowitschta energisch fortgesezt. Der serbischen Kavallerie gegenüber geriet die vierte bulgarische Armee in wilde Flucht. Die serbische Kavallerie be- seßte hierauf Radowitschta. Gestern früh vereinigten sich die serbishen Truppen mit den griechischen, die Strumiga eingenommen hatten.

Die Griechen haben vorgestern Cavalla und das ganze Strumißatal besegt. Das griechishe Kriegsministerium veröffentlicht über die Schlaht von Strumißza folgendes Communiqué :

Während des ganzen vorgestrigen Tages wurde die Verfolgung des Feindes fortgeseßt. Ein eibitterter Kampf entwick-lte sich in den Engpässen des Belt\siberges, besonders auf dem Wege von Doiran nah Strumigza. Der Kampf endete mit einem glänzenden Siege der griechischen Truppen und einer vollständigen Niederlage der Bulgaren. Dte vorgestrigen Kämpfe kann man als die Folge der Schlahten von Kilkiisch und Doiran betrachten. Der Vertetdigungskampf der Bulgaren am Belissiberge war von großer Wichtigkeit für die Bulgaren, weil das Ueberschreiten des B!lissiberges und der Vormarsch nach Strumitza eine große Gefahr für das vierte bulgarishe Korps bedeutete. Die starke, gegen die Serben gerichtete Front konnte auf diese Weise von hinten durch die Griechen angegriffen werden. Die Bulgaren gaben in Eile die befestigten Stellungen vor Ischtip auf angesihis des vernitenden Ansturms der griehis{chen Truppen. Die grietzishen Divisionen des äußersten linken Flügels kämpften gestern bei der Eisenbahnbrücke von Haniderweni bei Demirhifsar, wo sie die Offensive ergriffen.

Griechenland.

Nach einer vom „W. T. B.“ verbreiteten Meldung ist eine Anleihe von 40 Millonen auf Grund des Vertrags vom 28. Zuni mit der Nationalbank zu einem Zinsfuße von 6 Prozent zum Parikurse und einem Kommissionssaße von 2 Prozent genehmigt worden. Ferner wird eine neue äußere Anleihe von 40 Millionen durch die Nationalbank ausgegeben werden. Der Zinsfuß beträgt 6 Prozent, der Kommissionssaß 1/, Prozent. Die Anleihe ist in fünf Jahren rüczahlbar.

Rumänien. Die rumänische Regierung hat gestern, wie das „Wiener Telegraphen-Korrespondenzbureau“ meldet, den Beschluß gefaßt, der bulgarishen Regierung mitzuteilen, daß die rumänische Armee in bulgarisches Gebiet einrüccken und Rumänien bei der endgültigen Verteilung der Gebiete der europäischen Türkei mitreden werde. Das Parlament ist für den 16. Juli einberufen worden. Der Handelsminister veröffentlicht eine Mitteilung, der zufolge die Finanzlage des Landes derartig ist, daß sie allen zu erwartenden Anforderungen gewachsen ist und An- leihen niht notwendig sind.

Bulgarien.

Der rumänische Gesandte hat der bulgarischen Regierung, einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge, mitgeteilt, Daß er Sofia mit dem ganzen Gesandtschaftspersonal verlasse und den Schuß der Untertanen sowie die Archive der italienischen Gesandtschaft übergebe.

Amerika.

Der amerikanishe Schaßamtssekretär McAddo hat sich zusammen mit dem Vorsißenden des Währungskomitees damit einverstanden erklärt, die Währungs8vorlage zu amen-

Beratung auf nächsten Mittwoch vertagt.

dieren. Wie „W. T. B.“ meldet, hlagen sie vor, das Um-

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laufprivileg für die zweiprozentigen U. S.-Bonds während des ganzen Zeitraums von zwanzig Jahren beizubehalten, in welcher Fel die jeßt im Umlauf befindlichen siebenhundert Dollar-

oten der Nationalbanken, für die diese Bonds als Sicherheit dienen, aus dem Verkehr zurückgezogen werden sollen.

Afien.

Jnfolge energischer Vorstellungen des russishen Ge- sandten in Peking, die durch die Drohung militärischer Zwangsmaßregeln unterstüßt wurden, hat die chinesische Regierung, wie die „St. Petersburger Telegraphenagentur“ meldet, in vollem Maße alle von der russischen Negierung wegen der mannigfahen Drangsalierungen russischer . Untertanen erhobenen Forderungen erfüllt. Der Gouverneur von T\itsikar ist abberufen worden, die anderen Schuldigen werden bestraft werden. Ferner ist der Taotai von Wang, dessen Teilnahme an dem Zwischenfall von Tschira erwiesen ist, in den Nuhestand verseßt worden.

Parlame»ytagrishe Nachrichten.

Bei der Neichstagsstihwahl im Wahlkreise Salz wedel-Gardelegen wurden nah dem vom „W. T. B.‘ mitgeteilten amtlihen Wahlergebnis von 29 472 Wahlberechtigten 26 073 gültige Stimmen abgegeben. Es erhielten der Haupt- ritterschaftsdireltor von Kröcher-Vinzelberg (kons.) 11896 und der Privatdozent Dr. Böhm e-Groß Lichterfelde (fraktions- los) 14177 Stimmen. Dr. Böhme ist somit gewählt.

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Statiftik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Mülhausen i. E. wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß die Lage im Ausstandsagebiet (vgl. Nr. 160 d. Bl.) auch gestern unverändert ruhtg war. Am Abend ließen der Bürgermeister und der Polizeipräsident folgenten Maueranschlag anbringen : „Ueber die gütlihe Beilegung der bei den Bauarbeiten am Nordbahn- hof entstandenen Streitigkeiten sind heute auf der Generaldirektion der Neichseifenbahnen in Straßburg im Beisein von Abgeordneten und Behörden Verhandlungen eingeleitet worden, die in etner morgen vormittag um 10 Uhr auf dem Rathause stattfindenden Zusammen- kunft der Beteiligten fortgeseßt werden. Nachden: die Firma Jultus Berger sich zu einem Entgegenkommen bereit erklärte, ist ein günstiger Abschluß der Verhandlungen zu erwarten, und eine baldige Beilegung des Streiks dürfte erfolgen.“ Nachmittags wurden tie beiden bet den Krawallen Umgekommenen unter außerordentlicher Beteiligung der Arbeite:shaft in Dornach beerdigt.

Der Ausstand der Bemannung der staatlich unterstützten

j italienishen Schiffahrts gesellschaften hat sich, wie die | „Köln. Ztg.“ erfährt, auf die Dampfer, die im Hafen von Neapel

zur Abfahrt bereitlagen, auëgedehnt. (Vgl. Nr. 159 d. Bl.) Vertreter des gesamten Zugpersonals aller öftlihen Eisen -

bahnen der Vereinigten Staaten und zugleih die Direk - toren dieser Cisenbahngesel. schaften werden, wie dem „,W. T. B.“ aus New York telegraphiert wird, am Montag eine Zusammen- kunft beim Präsidenten Wilson haben, um eine ausgedehnte Ver- besserunz der Eisenbahnstatuten zu beschleunigen. Es werden dabei von seiten der Angestellten sechs8 Sthiedörichter anstatt dret für die Vereinigten Staaten verlangt. Man hofft dadur, die große Gefahr des Auéstands zu vermeiden. (Vgl. Nr. 160 d. Bl )

Aus Johannesburg wird dem „W. T. B.“ berihtet: Die von der Regierung eingeseßte Kommission hat sich mit den Arbeitswilligen auf der Kleinfonteingrube geeinigt. Die Arbeitswilligen erhalten als Entschädigung für ihre Entfernung von der Grube einen vollen Jahreslohn. Der Höchsiketrag für den einzelnen Arbeiter wird 6000 4 nicht überschreiten. Es werden Vor- tehrungen getroffen, um die Leute um Mitternaht fortzushafen. Auf einer Gewerkshastsversammlung in Pretoria erklärte der Sekretär der Eisenbahnergewerk\chaft, die Eisenbahner hätten thre Forderungen formuliert und gäben der Negierung eine Frist von sechs Tagen, sie zu erfüllen, anderenfalls würden die Arbeiter den Ausstand | beginnen. (Vgl. Nr. 160 d. Bl.)

WoßhHlfahrtêpflege.

Mutterschaftskassen.

h In weitesten Kreisen briht sch in neuerer Zeit die Ueber- f zeugung Bahn, daß der großen Säuglingssterblichkeit in Deutsh- land mit allen Mitteln entgegengetreten werden muß, und daß N eines der wirfsamjten Mittel in dem Schuße der \{hwangeren und ) stillenden Mütter besteht. Manche europäishen Staaten, wie f England, Italien und die Schweiz, haben im Interesse der erwerbs- tâtigen Mütter geseßliche Schutbestimmungen erlassen, aber deren I Wirkung ist verhältnismäßig geringfügig, solange nicht durch die B soziale Versicherungsgeseßgebung die dur den Arbeitershuyß auferlegte } Einbuße an Lohn ausgeglihen wird. Nur in Deutschland und Vester- j reich, neuerdings auch in England, besteht infolge der staatlichen | Zwangskrankenversicherung für einen großen Teil der arbeitenden Frauen und Mädchen eine geseßlih geregelte Fürsorge. | Die Bestimmungen der deutshen Neichêversiherungßordnung ent- halten jedoch noch eine Reihe von Lücken, deren Ausfüllung der kom- munalen und privaten Fürsorge überlassen bleibt. Die er|te kommu- nale Einrichtung auf dem Gebiete der Mutterschaftsfürsorge ist nach dem „Reichsarbettsblatt“ die von der Stadt Sebnitz i. S. im Jahre 1910 errihtete Mutterschaftskasse. Mitglied dieser Kasse können in Sebnitz wohnende weibliche Personen aller Stände werden, deren figenes oder Familieneinkommen 1900 4 nit übersteigt. Die einmal erworbene Mitgliedshaft kann weiter bestehen, wenn das Einkommen die Hôöôchstgrenze von 2500 4 nicht übersteigt. Jedes Mitglied hat monatlih einen Beitrag von mindestens 50 4 zu entrihten. Die Kasse zahlt bei der Entbindung eines Mitglieds die bisher eingezahlten monatlichen Beiträge, also für ein Jahr 6 #, zurück und ferner nah tinjähriger ununterbrohner Mitgliedschaft ein Wöchnerinnengeld von 14, nah zwei- resp. dreijähriger ununterbrechener Miägliedshaft von 18 lesp. 22 #4. Bei Zwillingsgeburten wird außerdê in Zuschlag von 10 6 gewährt. Von diesen Beträgen werden die Spargelder (Bei- trâge) fogleih nach Anzeige der Entbindung, das Wöchnerinnengeld nh Ablauf von 14 Tagen ausgezahlt. Jedes stillende Mitglied hat tin Neht auf Gewährung von Milh- und Stillprämien. Bei der Aufnahme in eine Entbindungs- oder Krankenanstalt kann der ge- \ante Betrag fogleih auf einmal ausgezahlt werden, auch kann auf Ansuchen in der leßten Woche vor der Enibindung eine Teil- ahlung bis zur Höhe der bezahlten Beiträge im voraus be- "ligt werden. Bei Totgeburten, oder falls das Kind innerhalb iner Woche nach der Geburt stirbt, werden dem Mitglied nur die pargelder ausgezahlt. Stirbt die Mutter im Wochenbette, fo erhält 0s Kind bezw. der ehelihe Vater Anspruch auf die aus Spar- und Vöchnerinnengeld bestehende volle Unterstüßung. Zur Förderung der verbreitung des Selbststillens hat jedes nillende Kassenmitglied ein eht auf Gewährung von Milch- und Slillprämien und sind nah [ner Entbindung die fälligen Beträge ausgezahlt, so beginnt, fofern 6 Mitglied nicht aus der Kasse ausgetreten ist, mit dem Nonat nach der Auszahlung die Mitgliedschaft von neuem. A den Tue Entbindungen und Totgeburten, bet be- tütigter Fehl- oder Frühgeburt kommt die etrjährige Warte- :

¿eit in Wegfall. Die Leistungen de: Kasse werden durch die Beiträge der Mitglteder, ferner bird Zuschüssé* aus städtishen Mitteln (mindestens 3000 46) und dem Zinsenbezug aus einer Stiftung gedeckt.

Der sittlihe Wert der Einmrihtung liegt nicht nur in der Er- ziehung zu einer gewissen Sparsamkeit und Ordnungsliebe, deren sich die Frauen zu befleißigen haben, um ihrer Einzahlungspflicht regel- maßig zu genügen, sondern auch in der Tatsache, daß diese Unter- stüßung niht als eine Wohltat erbeten und gereicht wird, sondern als ein Recht, das sich die Frau erworben hat. Nah dem Jahresberihte der Kasse für das Jahr 1911 ist der Beitritt zu der Kasse tn dem Berichtsjahre verbältnismäßig gering gewesen (21 Mütter), troßdem bei jeder Gelegenheit, wie bei der An- meldung von Geburten, bei Empfang der Milchgutscheine und Still- prämicn usw. auf die Einrichtung und die Vorteile der Mutterschafts- Tasse hingewiesen wurde. Als Grund für die geringe Zahl von ein- getretenen Mitgliedern bezeihnet der Bericht die Tatsache, „daß die Vortcile der Kasse von den Müttern der Stadt noch nicht erkannt werden doch sei zu erwarten, daß die Zahl der Versicherten zunehmen wird, sobald erst die Autzahlung erfolgt und die Vorteile der Ver- sicherung in Erscheinung getreten feien.“

Auf ähnlicher Grundlage wie die von der Stadt eingerichtete Sebnißer Mutterschaftskafse beruht, dem „NRetich8arbeiteblatt“ zufolge, die von der Propaganda-Gesellshaft für Mutterschafts- versiberung im IÎahre 1909 in Karlsruhe eingerihtete Mutter- schaftskasse, die nach Z-itungeberihten in Heidelberg und Baden- Baden Nachahmung fand. Die Karltruher Kasse soll für die erwerbstätigen Frauen und Mädchen im Falle der Niederkunft dur Auszahlung eines bestimmten Betrages (20 4) die Möglichkeit einer besseren Pflege während der kritischen Zeit sichern, sofern die be- treffende Wöchnerin durch einen monatlihen Beitrag von 50 - ein Jahr lang bei der Kasse versichert war. Dieser Betrag steigt mit jedem Jahre ununterbrohener Mitgliedschaft bis zu 40 46. Außerdem gewährt die Kasse jeder Versicherten eine Stillprämie für jeweils sech8s Wochen ihrer Nährtätigkeit.

Kunft und Wissenschaft.

* Die philosophisch-historishe Klasse der Königlich preußischen Akademie der Wissenschaften hielt am 3. d. M. unter dem Vorsiß ihres Sekretars Herrn Diels eine Sizung, in der Herr Schäfer über „Consilio vel judicio“ in der päpstlihen Ausfertigung des Wormser Konkordats las und darlegte, daß die Wendung gleihbedeutend sei mit der Nechtsformel „mit minne oder mit rehte“, demnach Schwierig- keit-n in der Erklärung des Konkordatstexrtes und Zweifel über den Sinn dieser Stelle niht bestehen. Das fkor- respondierende Mitglied Herr Griffith übersandte eine Ab- bandlung: „The- Nubian Texts of the OChristian Period“. Im Verfolg der von Herrn Heinrih Schäfer begonnenen Untersuhung ist es Herrn Griffith gelungen, die Bruchstücke der christlichen Literatur Nubiens, die sih in Berltn und London befinden, zu übertragen. Damit wird uns für die Sprache der Nubier, die wir bisher nur in ihrer heutigen Form kannten, eine Gestalt er\chlofsen, die zum mindesten um ein Jahrtausend älter it. Herr Erdmann legte eine Mitteilung des Privatdozenten Dr. Willy Kabit in Breslau „Ueber eine in Gotha aufgefundene Absghrift des von S. König in seinem Streite mit Mouvertuis und der Akademie veröffentlihten, seinerzeit für unecht erklärten Leibnizbriefes“ vor. In diesen Kopien, die dem Natlaß von Bernoulli T1T. entstammen, finden sich 9 Kopten Leibnizischer Briefe bon gleiher Schreiberhand, unter ibnen drei der seinerzeit von König veröffentlihßten Briefe, auch der in seiner Ehtheit noch zweifelhafte. Die Provenienz der Kopien ist unsicher; der Brief von zweifelhafter Echtheit ist höchstwahrscheinlih nicht an Varignon geriHtet. Die Abschriften stammen niht von Henzis Hand. Herr Norden legte den Bericht der Kommission für den Thezaurus linguae Latinae über die Seit vom 1. April 1912 bis 31. März 1913 -vor und Herr von S{chmoller überreichte einen neu ershtenenzn, von ihm und Freiherrn F. von Schhrötter bearbeiteten Band des Unter- nehme:s der Acta Borussica: Das Preußishe Münzwesen im 18. Jahrhundert. Münzgeschichtliher Teil. Bd. 4. Die leßten 40 Jahre, 1765 - 1806. (Berlin 1913).

Unter dem Vorsiß des Sekretars Herrn Planck bielt an demselben Tage auch die physikalisch-mathematishe Klas fe eine Sißung. In dieser \p:ach Herr Branca über die „Auf- aben und Ziele der vulkanologishen Forschung“. Indem die Fülle der Probleme gezeigt wird, ergibt #ch das Wünschens8werte eines internationalen Zusammens{hlu ses der Vulkanologen und der Gründung einer Anzahl von Forschungêinstituten durch die verschiedenen Staaten. Der Vor- sigende legte eine Abhandlung der Herren Professor Dr. C. Schaefer und H. Stallwig in Breslau vor: Unter- suchungen über ein zweidimensionales Dispersions- problem. Die Verfasser stellen aus der Lösung des Beugungs- problems für einen Zylinder die elektromagnetishen und optischen Konstanten eines Mediums her, das man erhält, wenn ins Vacuum in gegen die Wellenlänge kleinen Abständen Zylinder eingebettet werden. Die erhaltenen Formeln werden auf Spezialfälle angewendet, die eine expertmentale Prüfung gestatten; im besonderen ergeben sich als Spezialfälle die Wienershen Formeln der Stäbchen- doppelbrechung und ein Analogon zur Rayleighshen Theorie des Himmelsblaus.

Die Gemäldegalerie des hiesigen Kaiser Friedrihmuseums kann wieder eine ganze Reihe interessanter Neuerwerbungen verzeihnen. In erster Linie ist ein Hieronymusbild, ein Geschenk von Colnaghi in London, zu nennen, das jegt Direktor Dr. Max F. Fried- länder in den „Amtlichen Berichten aus den Königlichen Kunst- sammlungen“ veröffentliht. Er erkennt in ihm ein Werk des sogenannten Meisters des hetligen Aegidius, eines Künstlers von niederländischem Wesen, der um 1500 in Frankreich tätig gewesen zu sein scheint. Denn sein Hauptwerk, dessen einer Teil sich in der Londoner Nattonalgalerie befindet, eben die Legende des heiligen Aegidius, gibt den Altar von St. Denis, den Karl der Kable ge- stiftet hat, sowte das Kreuz wieder, das der Abt Suger, der berühmte Erbauer der frühgotischen Abteikirhe, hinzugefügt hat. Fn feiner Kunst ist der Meister wohl von Hugo van der Goes abzuletten. Wie immer bei ihm, liegen auch Wert und Neiz der Neu- erwerbung des Kaiser Fricedrichmuseums eher in Einzelheiten als im Ganzen. Das Schönste ist die botanisch scharf \tudierte Vegetation, inmitten deren der Heilige sich mit dem Steine kasteit, das Stilleben seiner am Boden liegenden Bücher, das wundervoll stoflihe Gestein, die tonig zusammengehaltene Hintergrundsland- haft und das fleine Kruzifix. Sein Heiliger i} ein mittelgroßer Mann mit ungemein sorgfältig beobachteten Händen, wie ja keiner der Meister des 15. Jahrhunderts außer eben van der Goes die Hände so gründlich und detailreih zeichnet, als dieser Meister, dessen Werk Friedländer zusammenstellt. Auh die anderen Neu- erwerbungen der Gemäldegalerie sind Geschenke. Da ist, als Gabe eines ungenannten Görners, ein Bild des Hans Pleydenwurff, des führenden Nürnberger Meisters in der zweiten Hälfte des 15. JFahr- hunderts, für Berlin um fo wichtiger, als gerade diese Schule in ihrer ersten Entwicklung hier nur ganz vereinzelt vertreten ist. Der Künstler hat Gottvater mit Christus dargestellt, dazu in kleinen Figürchen das Chepaar der Stifter. Zu den italienischen Primitiven führt ein Werk des sienesishen Trecentisten Bartolo di Maëstro Fredi, dessen Kunst noch unter Giottes Einfluß gestanden hat, der Mittelteil eines Altarbildes mit der Madonna und Nebenszenen, gleichfalls die Gabe eines ungenannten Freundes der Galerie. End- lih wurden von zwei hervorragenden Meistern der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts Arbeiten geshenkt. Wenn sie au nit wie die dret erstgenannten Tafeln der Galerie neue, in Berlin noch nicht vertretene Meister zuführen, so ergänzen sie doch das im

aufs beste. Es is einmal das Bildnts eines Mannes von Jakob Jordaens, das Fredk I. Fleitman in New York schenkte. Der flämishe Meister war bisher in der Berliner Galerie nur mit einer seiner bekannten lustigen Gesellshaften vertreten, die übrigens zurzeit nit ausgestellt ist. Ferner \henkte Dr. Fritz von Harck in Seußligz bet Dresden ein Selbstbildnis des Gerard Terborch. Es ist das elfte Bild des liebenswürdigen holländishen Sittenmalers im hiesigen Museum, das in dieser Neihe au bereits vier der vornehmen Bild- nisse des Meisters besigzt.

Literatur.

K ULIEe ANILTACA neu erschienener Schriften, deren Besprechung vorbehalten bleibt. Einsendungen sind nur an die Nedaktion, Wilhelm- straße 32, zu rihten. Rücfsendung findet in keinem Falle statt.

Kultur der Gegenwart. III. 311. Chemte und all- gemeine Kristallographie und Mineralogie. Geh. 18 4; gebdn. 20 4. Letpzig, B. G. Teubrer.

Jahrbuch der Naturwissenshaften 1912/1913. 28. Jahrg. Herausgeg. von Professor Dr. Joseph Plaßmann. Gebdn. 7,50 M. Freiburg i. Br., Herdersche Verlagshandlung.

Juristish-psyhiatrishe Grenzfragen, IX, 2/4: Ueber das strafprozessuale Verfahren in Shweden bei wegen Verbrechen angeklagten Personen zweifelhaften Geistes- zustandes. Von Dr. med. Olaf Kinberg. 3,60 4. [X 5: Der Jeyuelle Infantilismus, Von Dr. med. Magnus Hirschfeld und Dr. med. Ernst Burchard. 1,20 A. Halle a. S., Carl Marhold.

Der Strafvollzug in Deutschland unter besonderer Berülksichtigung von Preußen, Bayern, Württemberg, Sachsen und Baden. Ein Beitraa zur Reform des Stra f- rechts von Dr. jur. et rer. pol. Marimilian Freiherr zu Guttenberg. Brosh., 8°, VIIl —+ 160 Seiten, Ladenpreis 2,90 4. Würzburg, Verlagsdruckerei Würzburg (Verlagsabteilung).

Die Haftung im Luftflug und der Vorschlag zu einem Luftfluggrundgeseß. Von Ferdinand Schroeder. 1 M. Berlin W. 9, Linkstr. 16. Franz Vahlen.

Die Verfallklausel bei Pfand- und Sicherungs: übereignung von Professor Dr. jur. Leo Naape. 3 46. Berlin W. 9, Unkítr. 16. Franz Vahlen.

Das Recht der Generalversammlungen der Aktien- gefellichaften und Kommanditgesellshaften auf Aktien Von Hugo Horrwig. 10,50 4. Berlin W. 9, Linkstraße 16.. Franz Vahlen.

Das Deutsche Gerichtskostengeseß und die Gebühren- ordnung für Nehtsanwalte. Von Gustav Bas. Gebdn. 2 #4. Berlin W. 9, Unkstr. 16. Franz Vahlen.

Leitfaden für die Vorbereitung und Begutachtung der Invaliden- und der Hinterbliebenenrentenanträge durch die VersiHerungsämter. Von Seelmann. 89S. 2. Aufl. Kart. 1,80 (. Oldenburg i. Gr., Verlag des Versiche- rungsboten, Ad. Littmann. ,

Das Reichsgeseß über den Unterstüßungswohnsiß in der Fassung der Novelle vom 30. Mai 1908, erläutert von Wilb. Wohlers. 13. Aufl. Bearb. von Dr. I. Kre. Gebdn. 6,50 6. Berlin W. 9, Lirkstr. 16. Franz Vahlen. :

Mar Hesses Bücherei des modernen Wissens. Bd. 4, 9, 14, 19 u. 28: Häuslihe Gesundhettspflege von Professor Dr. W. P. Dunbar. 8°, 103 S,, gebdn. 1,35 4. Die Bakterten als der Menschen Freunde und Feinde sowie die Ver- hütung ansteckender Krankheiten von Professor Dr. Ludwig Heim. 8°, 117 S. mit 36 Abbildungen. Gebkßn. 135 A. Vom Herzen und den Blutgefäßen., Von Professor Dr. H. Kerschen- steiner. 89 122 S. mit 18 Abbildungen. Gebdn. 1,35 #6. Die Gesundheitspflege des Ohres. Von Oberstabsarzt Dr. G. Barth. 8°, 102 S. mit. 25 Abbildungen. Gebdn. 1,35 #. Die bäuslihe Krankenpflege und das Verhalten bet ansteckenden Krankheiten. Von Hofrat Dr. M Do SO, 114 S. mit 21 Abbildungen. Gebdn. 1,35 A. Letpzig, Marx Hefses Verlag.

Bauwesen.

In Wannsee bet Berlin ist, wie hiesige Blätter melden, der Königliche Geheime Baurat Walter Kyllmann gestorben. Er war am 16. März 1837 in Weyer bei Wald im Kreise Solingen geboren, studierte auf der Berliner Bauakademie, wurde 1866 Ne- gterungs8baumeister, 1867 Regierungskommissar bei der Welt- aus\stellung in Paris und gründete ein Jahr später mit einem Schüler seines Vaters, Adolf Heyden, in Berlin ein Atelier für Architektur, das eine umfangreiße Bautätigkeit hier und ander- wärts entfaltete. Von Kyllmann und Heyden wurden die Bauten des Deutschen Neihs auf der Wiener Weltausstellung im Fahre 1873 au8geführt; fie bauten ferner in Berlin die Kaisergalerie (die bekannte Passage von der Friedrichstraße na der Straße Unter den Linden), das Admiralsgartenbad, die Anlage von Spindlers- hof, die Voßstraße und die Hedemannstraße, das Palais der bayerischen Gesandtschaft, ferner die Postgebäude in Breslau und Nostock, die Johanniskirhe in Düsseldorf, das Logengebäude in Potsdam sowte eine große Zahl von Schlössern und Villen. Außerdem hat Kyllmann beim Bau der Berliner Untergrundbahn in bedeutsamer Weise mitgewirkt.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Wie die „Neue Freie Presse" aus Belgrad meldet, ist in den Spitälern von Uesküb die Cholera ausgebrochen.

Verkehrëwesen.

Postscheckverkehr. Der bargeldlose Zablungsausgleih zwischen den Postsheckämtern tn Berlin, Breslau, Cöln, Frankfurt (Main), Hamburg, Hannover, Karlsruhe (Baden) und Leipzig und den Ab- rechnungsestellen der Reichsbank hat sich auch im 1. Halbjahr 1913 erfreulich weiterentwickelt. Auf diesem Wege wurde von den Post- s{eckämtern und den übrigen Mitgliedern der Abrechnungsstellen über rund 250 000 Schecks mit 2,3 Milliarden Mark abgerechnet.

In den nächsten Tagen wird ein vom Reichspostamt nah dem Stande vom 1. Juli herausgegebenes amtlihes Auskunftsbuh für den Post- und Telegraphenverkehr mit den deutshen Schutgebieten unter dem Titel „Post- und Telegraphen-Nachrihten für

den Werler m den deuten SMuktebteten* erscheinen. Das Buch gibt Aufschluß über die Tarife und wichtigsten WVersendungsbestimmungen für Postsendungen und

Telegramme im Verkehr zwishen Deutshland und seinen Schutzgebieten in beiden Richtungen sowte für den Verkehr innerhalb eines jeden Schutzgebiets; es soll allen dienen, die Beziehungen zu irgendeinem unserer Schutzgebiete unterhalten oder in den Schutz- gebteten wohnen. Das Buch kann zum Preise von 50 4 für das Exemplar durch alle heimishen Postanstalten und durch die Poft- anstalten in den Schußgebieten bezogen werden; Neuausgaben werden nah Bedürfnis erfolgen.

In Nijassi (Kamerun), 49 km östlich von Dume, und tn Nola (Kamerun), am Zusammenfluß des Mambere und Kadeï, sind Postagenturen eingerihtet worden, deren Tätigkeit sich auf die An- nahme und Ausgabe von gewöhnlihen und eingeschriebenen Brief- fendungen erstredckt.

Kaiser Friedrichmuseum von thren Schöpfern zu gewinnende Bild

Ps