1913 / 164 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Branntweinerzeugung und Branntweinverbrauch im Monat Juni 1913. Nach den Angaben der Direktivbehörden.

Verwaltungsbezirke erzeugt

im ganzen

|

Im Kalendermonat Juni 1913 sind

zur steuerfreien Verwendung abgelassen

vollständig

Am Schlusse des Kalender- monats Juni 1913 sind in den Lagern und Reinigungs- anstalten unter amtlicher Ueberwachung verblieben

O Rechnungs- monat Jun E nd na Versteuerung in den freien Verkehr geseßzt

Branntweinsteuer- Vergitne eine ausgefertigt über ausgeführte oder in Ausfuhrlager (Bfr. O. § 58) aufgenommene Mengen von

Branntwein- fabrikaten (Bfr. O. §48 unter b bis f)

darunter rohem und

O

vergällt ranntwein

Hektoliter Alkohol

Daa S 70 D 2 39 Brandenburg . ) 13 972

‘ommern: . 22 345 Posfen 21 880 Schlefien 18 628 Gabe S, 5 506 Schleswig-Holstein . 2561 Hannover E 2 641

M E S 2 297 S N 6 987 Rheinland . s L 5 5 254

6 822 9 799 15 098 7 322 6 677 18 313 9 437 3 048 6 762 14 437 2 847 13 157

32213 80 976 162 189 183 464 1TL (81 174 945 114 204 10 09 1 859 11 585 1 6595 13 375 143 6 560 1153 216 19 018

1 260 8 798 10 192 21 998 21 629 17 528 3 896 1 659

106 690

9 467 6 278 TOC2

3 332

Preußen

Bayern .

Sachsen Württemberg . Baden i; 332 Hessen S 337 Mecklenburg R 470 S Di 467 O R 35 3 Oa : 140 N : 39 E é 327 Co 160 O | 1510 G, L | 116

bo S Àck m O I

D Lo f M Hck C9 o D

109 675

4 179 6 778 2316 1415 1 614

91 770 981 089

6 574 62 118 3 890 64 E 499 12 37: 2 586 25 248

90 3 961 314 26 051 1 623 150 9 619 1 340

S | 473 721 3D | 795 604 E 224 293 30 728 720 19 865 3 725 340 1 773

D

pmk On

e] R O R

131 798 140 533

Branntweinsteuergebiet . Dagegen im Juni 1912 .

1 203 674 137 044 1 008 530 137 503

106 981 115 207

In der Zeit vom Oktober 1912 bis Juni 1913 *) . 3 944 1: 1 338 06 Oktober 1911 bis Juni 1912. . 3 180 52: 1 198 23 *) Einschließlich folgender Berichtigungen :

1 080 509

1 428 439 1-509 312.

4214 10 796

929 966 |

1) Der erzeugten Alkoholmenge sind zugeseßt worden 93 þ1 (April 1913: 44 h], Mai 1913: 49 h1). | 2) Der Menge an Branntweinfabrikaten (Befr. O. § 48 unter b bis f) sind zugesetßt worden : 66 11 (Mat 1913).

Berlin, den 12. Juli 1913.

Kaiserliches Statistishes Amt.

J. B. Or Baer.

Belanntmachung

I. Das Kaiserlihe Aufsichtsamt für Privatversicherung hat innerhalb seiner durch § 2 des Versicherungsaufsichtsgesezes gegebenen Zuständigkeit

A. folgende Versicherungsunternehmungen

und zwar durch Entscheidung vom 20. Juni 1913:

1) die Deutsche Volksversicherung, Aktiengesel[l- \chaft in Berlin zum Geschäftsbetrieb im Deutschen Reiche (8 4 a. a. O.) unter gleichzeitiger Gestattung, in den deutschen Kolonien und Schußgebieten Geschäfte zu betreiben ;

durch Entscheidung vom 24. Juni 1913:

2) die Brand- und Einbruchschadenkasse,Deutscher Postverbanv“, Versicherungsverein auf Gegenseitig- Teitin Berlin L400 Q O)

B. gemäß S 13 a. a. O. folgende Geschäftsplanänderungen genehmigt, und zwar:

1) der Nord-Deutschen Versiherungs-Gesell\chaft in Hamburg die Aufnahme des Betriebs der Wasserleitungs- shädenversiherung in Belgien und Dänemark dur Verfügung vom 14. Juni 1913:

2) dem „Globus“ Versicherungs-Aktien-Gesell- schaft in Hamburg die Aufnahme des Betriebs der Wasser- leitungsschädenversiherung im Deutschen Reiche durch Ver- fügung vom 283. Juni 1913;

3) der „Hansa“ Allgemeine Versicherungs-Aktien- Gesellschaft in Ham burg die Aufnahme des Betriebs der Feuerversihherung in Rangoon durch Verfügung vom 24 Sun 1913:

4) der Kranken- und Sterbekasse der Metall- arbeiter in Frankfurt (Main), Krankengeldzuschuß- fasse, die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs auf das Deutsche Reich unter gleichzeitiger Anerkennung als kleinerer Verein im Sinne des §53 a. a. O. durch Entscheidung vom 19 Su 1913:

5) der Mannheimer Versicherungs8gesell\schaft in Mannheim die Aufnahme des Betriebs der Feuerversiche- rung einschließlih der Miets- und Betriebsverlustversicherung, der Wasserleitungs- und Sturmschädenversicherung im Deutschen Reiche durch Entscheidung vom 30. Mai / 30. Juni 1913.

Gleichzeitig ist der Gesellschaft gestattet worden:

a. den direften Betrieb der vorgenannten Versicherungs- zweige in Europa ausscließlich Rußlands aufzu- nehmen,

b. die vorgenannten Versicherungszweige im Wege der Rückversicherung zu betreiben ;

C. folgende Bestandsveränderungen gemäß 8 14 a. a. O.

genehmigt, und zwar: durh Entscheidungen vom 19. Juni 1913:

die Uebertragung des gesamten Versicherungsbestandes

1) der Krankenunterstüßungskasse des Vereins evangelischer Arbeiter Düsseldorf-Süd in Düssel- dorf auf die Kranken- und Sterbekasse evangelischer Arbeitervereine, Versicherungsverein auf Gegen- seitigkeit in M.-Gladbach;

zugelassen,

2) des Kaufmännischen Hülfsvereins in Essen und |!

3) der Kranken- und Begräbniskasse des Vereins junger Kaufleute in Nordhausen auf die Krankenkasse für Kaufleute und Privatbeamte in Deutschland in Barmen;

4) der Kranken- und Sterbekasse für Bäcker und verwandte Berufsgenossen zu Hämburg auf die All- gemeine Krankenkasse in Altona: i E N

5) der K rannatte und Sterbekasse der vereinigten Mechaniker und"Maschinenbauer in Hamburg auf die Hamburger allgemeine freie Kranken- und Sterbe- kasse in Hamburg ;

6) der Görlißer Kranken - Versicherungs - Kasse in Geis auf die Patria, Kranken- und Sterbegeld- Versicherungs-Bank, Aktien-Gesellschaft in Berlin;

7) der Deutschen Kranken-Versiherungs-Kasse in Waren auf die Patria, Kranken- und Sterbegeld- Versicherungs-Bank, Aktien-Gesellschaft in Berlin:

8) der früheren eingeschriebenen Hilfskasse „Einigkeit“ in Lockstedt auf den Kranken -Unterstüßzungs- Verein für Stellingen- Langenfelde, Eidelstedt, Niendorf und Lockstedt genannt „Die Stügze der Kranken“ in Stellingen ;

durh Entscheidung vom 24. Juni 1913:

9) der Düsseldorfer Feuerversiherungs-Aktien- gesellschaft in Düsseldorf auf die „Albingia“ Ver- siherungs- Aktien -Gesellshaft in Hamburg, welche die Firma „Albingia“ Hamburg-Düsseldorfer Ver- siherungs8-Aktien-Gesellschaft in Hamburg annimmt.

II. Sodann ist folgenden auf Grund des § 3 Abs. 1 a. a. O. der Reichsaufsicht unterstellten Unternehmungen unter Anerkennung als kleinere Vereine die Erlaubnis zum Geschäfts- betrieb erteilt worden, und zwar

durch Entscheidung vom 27. Mai/26. Juni 1913:

1) der Schlachtviehversiherung der Me gzger-

Jnnung Bergstraße in Alsbach (84 a. a. O.): durch Entscheidung vom 19. Juni 19183:

2) dem Arbeiter-Kranken-Unterstüßungs-Verein in Zwingenberg (8 96 Say 1 a. a. O.);

3) dem Unterstüßungs-Verein Mainz-Mombach in Mainz (§8 96 Say 1 a. a. O.).

Berlin, den 11. Juli 1913. Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung. J Bo Rlewiß,

__Viehseuchenpolizeilihe Anordnung, betreffend Maßregeln zur Abwehr der Rinderpest.

Jn Abänderung der landespolizeilichen Na vom 18. Januar 1905, betreffend Maßregeln zur Abwehr der Ninderpest Stück 9 des Amtsblatts Seite 88 wird fol- gendes angeordnet : S 1. Die Bestimmung im § 2 unter 1 erhält nachstehende Fafsung: Die Ein- und Durchfuhr aller von Rindvieh, Schafen und Ziegen stammenden Teile in frishem Zustande, mit Ausnahme von Milch, Sahne, Butter und Käse, desgleihen die Ein- und Durchfuhr von tierishem Dünger und von nicht in Säcken verpackten oder in Ballen fest gepreßten und mit Bandeisen, a4 oder Stricken umshnürten Lumpen aus Rußland ift verboten.

S2 Diese Anordnung tritt mit ihrer Veröffentlißung im Amtsblatt in Kraft.

Königsberg, den 5. Juli 1913. Der Negierungspräsident.

«5. V. Wollenberga:

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Direktor der Städtischen Realschule in Cöln Dr. Franz Schumacher zum Gymnasialdirektor zu ernennen,

den Geheimen expedierenden Sekretären und- Kalkulatoren im Ministerium des Jnnern Knöppel und Riebecke den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen sowie

infolge der von der Stadtverordnetenversammlung in Spremberg getroffenen Wahl den Stadtverordneten Paul Lehmann daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Spremberg für die geseßlihe Amtsdauer von sechs Jahren zu bestätigen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Kaufleuten Arthur Heinsius und Emil Sander,

Jnhabern der Firma Heinsius u. Sander in Cassel, das Prä- dikat als Königliche Hoflieferanten zu verleihen.

Auf den Bericht vom 3. Juli d. J. will Jh der Ge- meinde Haigerloch im Regierungsbezirk Sigmaringen auf Grund des Geseßes vom 11. Juni 1874 (Geseßsammlung Seite 221) das Recht verleihen, von den Parzellen Nr. 316 und 300/3 der Gemarkung Haigerloch denjenigen Teil, dessen sie zur Herstellung eines Zufahrtsweges zu dem auf der Parzelle Nr. 299 zu erbauenden Krankenhause bedarf, im Wege der T ng zu erwerben. Die vorgelegte Karte folgt zurück.

Travemünde, den 5. Juli 1913. WilhelmR. von Breitenbach. von Dallwis.

An den Minister der öffentlichen Arbeiten und den Minister des Innern.

Ministerium des Königlichen Hauses.

Dem im Kabinett Jhrer Majestät der Kaiserin und Königin angestellten Schatullsekretär Utpott ist der Titel Schatullrendant beigelegt worden.

Ministerium der geistlihen und Unterrichts- angelegenheiten.

Dem Dr. phil. Theodor Kuhlgaßy in Berlin ist die Stelle eines wissenschaftlihen Beamten bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin übertragen worden.

Den Direktoren der Handwerker- und Kunstgewerbeschulen Karl S komal in Trier, Richard Heyer in Breslau, Wil- helm Thiele in Charlottenburg, Friß Regling in Dortmund und Otto Schulze in Elberfeld, dem Direktor der Fachschule für die Stahlwarenindustrie in Solingen Dr. Hermann Lüer und dem Direktor der gewerblichen Zeichen- und Kunstgewerbe- schule in Aachen Eberhardt Abele ist das Prädikat Professor verliehen worden.

Dem Gymnasialdirektor Dr. Shumacher ist die Direktion

des Gymnasiums in Prüm übertragen worden.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Die Oberförsterstelle Gnewau im Regierungsbezirk Danzig und die Oberförsterstelle Hammerstein im Regie- rungsbezirk Marienwerder sind zum 1. Oktober 1913 zu be- seßen. Bewerbungen müssen bis zum 10. August eingehen.

Nicßtamkfliches.

Deutsches Reich. Preien Se A S

Der GroßherzoglichÞch mecklenburgishe Gesandte Freiherr von Brandenstein hat Berlin mit Urlaub verlassen.

Der Kaiserlich russishe Botschafter von Swerbéew hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Bot- schaftsrat von Bronewsky die Geschäfte der Botschaft.

Der Oberregierungsrat Dr. Günther, Dirigent der Finanzabteilung der Königlichen Regierung in Köslin, ist in gleicher Amktseigenschaft der Königlihen Regierung in Münster überwiesen worden.

Der Negierungsrat Dous in Allenstein ist dem König- lichen Oberverwaltungsgericht als Hilfsrichter überwiesen worden.

Der Regierungsrat Dr. Walter aus Exfurt ist dem Königlichen Polizeipräsidium in Posen, der Regierungsrat Dr. Reuter aus Oppeln der Königlichen Regierung in Cassel, der Regierungsrat Goldschmidt in Cassel der Königlichen Regierung in Allenstein, der Regierungsassessor Peters- dorff in Berlin der Königlichen Regierung in Allen- stein, der Regierungsassessor Peterssen aus Arnsberg der Königlihen Regierung in Schleswig, der Re- gierungsassessor Klausa aus Allenstein der Königlichen Re- gierung in Breslau zur weiteren dienstlihen Verwendung und der neu ernannte Regierungsassessor Hurßzig der Königlichen Regierung in Magdeburg zur dienstlihen Verwendung über- wiesen worden.

Dem NRegierungsassessor von Bitter in Berlin ist die kommissarishe Verwaltung des Landratsamtes im Kreise Hirsch- berg, Regierungsbezirk Liegniß, übertragen worden.

Der Regierungsassessor Dr. Kramer ist dem Landrat des Landkreises Solingen und der neu ernannte Regièrungsassessor Eichert dem Landrat des Kreises Saarbrücken zur Hilfeleistung in den landrätlihen Geschäften zugeteilt worden.

Die Regierungsreferendare Eichert aus Breslau, von Byern aus Potsdam, Are von der Leyen zu Bloemers- heim aus Hannover haben die zweite Staatsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst bestanden.

Y aus 117 000 Mann bestanden habe.

# aus 62 Bataillonen, zu Hilfe gekommen. i: Armeen sei alles andere als eine defensive gewesen.

Laut Meldung des D, L. D find am 1E Zuli S. M. S. _„Seeadler“ in Mahé (Seychellen) und S. M. Flußkbt. „Otter“ in Tschingkiang eingetroffen.

Fraukreich,

__Nach einer von den Sozialisten und Syndikalisten gestern“ in Pré-St. Gervais abgehaltenen Protestversammlung gegen die dreijährige Dienstzeit veranstalteten Abends die Anti- militaristen in den Vorstädten von Belleville und Le Ménil Montant lärmende Kundgebungen. Auch in Brest kam es bei dem gestrigen Zapfenstreih zu argen Ausschreitungen. Die Sozialisten stießen Rufe gegen die Armee aus, beschimpften und mißhandelten die Gendarmen und Schuzleute. Erst als Militär einschritt, trat Ruhe ein.

Norwegen. __ Die Jaht „Hohenzollern“ mit dem Deutschen Kaiser an Bord ist nah einer Meldung des „W. T. B.“ vorgestern mittag von Bergen in Balholm eingetroffen.

Türkei.

An unterrichteter türkisher Stelle wird, einer Meldung des Wiener K. K. Telegraphen-Korrespondenzbureaus zufolge, erklärt, daß die Verhandlungen mit dem bulgarischen Unter- händler Natschewit\ch offiziell abgebrohen worden seien und daß Natschewitsh unverzüglich abreisen werde. Die Pforte hat dem Generalissimus Jzzet Pascha ein Telegramm ge- \chickt des Jnhalts, ein Jrade sanktioniere den Beschluß des Ministerrates, der den Generalissimus ermächtigt, alle nötigen S i zu ergreifen, um das der Türkei gehörige Gebiet u besetzen.

i Wie amtlich gemeldet wird, hat die türkishe Armee in der Nacht zum Sonntag den Vormarsch begonnen.

Der serbische Delegierte Pawlowit\ch hat vorgestern mit dem Großwesir die Natifikationen über den Präli- minarfrieden von London ausgetauscht.

Die Dette Publique hat beschlossen, dem türki- \hen Staats\shaß 50 Millionen Francs aus der italienischen Entschädigung für Tripolis vorzuschießen.

Vom Kriegsschauplaz meldet das serbishe Presse- bureau, daß die Bulgaren am 11. d. M. auf der ganzen Front von Zajeßar (an der serbish-bulgarishen Grenze) bis Rado- vischte (in Mazedonien) verfolgt wurden. Bei Kotschana wurden {wache bulgarische Angriffe zurückgewiesen und bei Tzer eine bulgarishe Abteilung aufgerieben. Die serbishe Kavallerie verfolgt den Feind in der Richtung auf Petschevo, alles zum Nückzug zwingend. Bei Egri Palanka haben die Bulgaren schwahe Angriffsversuhe unternommen, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Gegenüber den energischen Vorstößen dér serbischen Kavallerie sind die Bulgaren außer- stande, einen Stüßpunkt zu finden. Sie lassen ihre Toten und Verwundeten zurück. Die serbishe und die griechische Armee sind auf der Linie Nadovischte—Strumißa in Fühlung getreten. Das hatte zur Folge, daß Mazedonien von den regulären feindlihen Truppen geräumt ist. Die auf dem Rückzug befindlichen Bulgaren haben den Zusammenhang mit- einander verloren, und thre Verproviantierung gestaltet sich von Tag zu Tag schwieriger.

Nach der „Agence Bulgare“' führt der General Jwanow würdig den Oberbefehl über die zweite bulgarische Armee, die mit unbedeutenden Kräften einen glänzenden NRük- zug vollführt und mit drei Brigaden den Marsch des ganzen, 100 000 Mann starken griehishen Heeres aufgehalten habe. Das griehishe Heer sei drei Tage lang in Kilkitsch aufgehalten worden, wo die Bulgaren nur sechs Ba- taillone gehabt hätten. Die Griechen hätten zehn Tage ge- braucht, um bis zu dem Belasißa-Gebirge zu gelangen. Die Bewegungen der zweiten bulgarishen Armee im Laufe ihrer Operationen würden in der Geschichte denkwürdig bleiben als gelungene Bewegungen {wacher Kontingente gegen feindliche Streitkräfte von überwältigender numerisher Üeberlegenheit. Die Griechen würden vielleiht noch Gelegenheit haben, die

Ì Kriegskunst des Generals Jwanow und die sehr hohe Moral

seiner Truppen besser kennen zu lernen. , i

Demgegenüber erklärt die griechishe Gesandtschaft in Berlin, daß die Armee des Generals Jwanow aus den Divi- sionen 3, 6, 11, 13 zu je 27 000 Mann und einer Brigade der 10. Division in einer Stärke von 9000 Mann, also im ganzen Dieser Armee sei aus Jstip die vierte Armee, bestehend aus den Divisionen 2, 7 und 8, d. h. Die Aufgabe dieser Durch die bei Langasi,

heldenhaften Kämpfe der griehishen Armee 15 ( seien diese

Nigrita, Doiran, Strumiza und Demir-Hifssar

F Armeen zertrümmert und hätten die Flucht gegen Norden Æ# ergreifen müssen, wodurch dieser ganze Teil Mazedoniens von Bulgaren gesäubert sei. 0 1 N fangene seien in die Lände der Griechen gefallen, abgesehen

Ueber 10 000 Verwundete und Ge-

von großen Mengen an Munition, Proviant, Kanonen und

¿Feldzeichen.

Nach an das

einem Telegramm des Hauptquartiers

Y Kriegsministeriums wird der bulgarishe Rückzug über die | Pässe von Kresno und Petschewo fortgesezt. Die Griechen sind

auf ihrem Vormarsch ununterbrochen mit dem Feinde in Berührung. Auf dem Wege von Jstip nah Petritsh wurden

- 26 Kanonen, 400 Wagen mit Munition, funkentelegraphischen Y Apparaten und anderen Kriegsmaterialien und Lebensmitteln E erbeutet. Der „Agence d’Athènes“ zufolge ist von dem Kom-

nandanten der 7. Division im Hauptquartier die Meldung ein-

M getroffen, daß die Stadt Serres gänzlich, mit Ausnahme # der muselmanischen Stadtviertel, eingeäschert und viele Frauen M und Kinder in den Häusern ermordet oder verbrannt aufge- Æ funden worden seien.

Die Blockade der Küste bis Kawala ist aufge-

# hoben worden. Die Blokade erstreckt sich jeßt noch von Enos Y bis zur Mündung des Nestos (von 24 Grad 50 Min. bis S 26 Grad 5 Min. östliher Länge von Greenwich) auf 5 Meilen E seeccinwärts.

Griechenland. i Auf den von Rußland mit Unterstüßung Frankreihs und

E Englands in Athen und Belgrad unternommenen Schritt zur M Einstellung der Feindseligkeiten hat die griechische M Regierung der „Agence d’Athènes“ zufolge geantwortet, daß

E

É der Friede auf dem Schlachtfelde geschlossen werden würde.

Der König Konstantin hat, wie „W. T. B.“ meldet,

Man den Minister des Aeußern folgendes Telegramm über

Srausamfkeiten bulgarisher Soldaten gerichtet:

Der Stab der 6. Division berihtet, daß bulgarishe Soldaten auf Befehl ihres Hauptmanns auf einem Schulhofe in Demirhissar den Metropoliten, zwei Geistlihe und mehr als 100 Notabeln zu- sammenschleppten und sie dann umbrachten. Der Kommandeur der Division befahl, die Leichen wieder Iten. Auf diese Weise wurde das Verbrechen bestätigt. Zur felben Zeit \{chändeten die bulgarishen Soldaten junge Mädchen. Eine, die Widerstand leistete, wurde in Stücke gehauen. Protestieren Sie in meinem Namen bei den Vertretern der zivilisierten Mächte gegen diese Ungeheuer in Menschengestalt. Protestieren Sie au bei der ganzen zivilisierten Welt und erklären Sie, daß ih mich zu meinem Bedauern ge- ¿wungen sehe, mich zu rähen, um Schrecken einzuflößen und um diese Ungeheuer zur Vernunft zu bringen, bevor sie weitere derartige Verbrechen begehen. Die Bulgaren verüben alle Greueltaten ver- gangener barbarisher Zeiten und beweisen, daß sie niht das Recht haben, si zu den zivilifierten Völkern zu zählen. Konstantin.

Der König hat ferner persönli den Staatsoberhäuptern einen Protest gegen die Greueltaten der Bulgaren übersandt. Der Ministerpräsident Venizelos hat sich nach dem Kriegsshauplaß begeben, um mit dem König die Lage zu besprechen. Rumänien.

Die rumänische Regierung hat nach einer Meldung des „W. T. B.“ dem bulgarischen Gesandten Kalinkow seine Pässe zugestellt.

Die Regierung wird vom Parlament die Ermächtigung verlangen, den Belagerungszustand über das ganze Land oder einzelne Teile desselben verhängen zu dürfen, falls es notwendig werden sollte.

Der Kronprinz Ferdinand, der Oberkommandierende der Operationsarmee, hat Bukarest gestern abend verlassen.

Bulgarien.

Die bulgarische Regierung hat vorgestern, dem „Reuterschen Bureau“ zufolge, ihren Militärbehörden den Be- fehl gegeben, mit den ottomanischen Befehlshabern die R äu- mung der Gebiete, die nah dem Friedensvertrag der Türkei zurückgegeben werden, zu regeln. Bulgarien hat den General Hersatschief zu seinem Vertreter in der Grenzkommission bestimmt.

Der Ministerpräsident Dr. Danew hat vorgestern in der Sobranje eine Erklärung über die gegenwärtige Politik der Regierung abgegeben, in der er laut Bericht dés „W. D. B.“ sagte:

Das gegenwärtige Kabinett ist stets ein Anhänger des Friedens gewesen. Die Regierung hat den Schiedsspruch des Kaisers von Nußland angenommen, hat ihr Memorandum dem rufssishen Ge- sandten zugestellt und hat erklärt, an einer Konferenz der Minister- präsidenten der Balkanstaaten in St. Petersburg teilnehmen zu wollen. Wenn das Kabinett den Krieg gewollt hätte, so wäre es ihm ein Leichtes gewesen, thn diplomatish in die Wege zu leiten, indem es als Vorwand die Weigerung Serbiens gebrauchte, den durh den Ver- trag vorgesehenen Schieds\spruh anzunehmen. Die Regierung hätte thn, so dem Gebrauche entsprehend, erklären können, und dabei das Recht auf ihrer Seite gehabt. Sie tat es nicht, weil sie nicht die Absicht hatte, einen Krieg hervorzurufen. Unterdessen traten Zwischenfälle etn, die sh zu großen blutigen Konflikten auswuchsen. Die Frage, wer sie hervorgerufen hat, wird in jedem einzelnen Falle geprüft werden. Die Zerstreuung unserer Truppen auf der ganzen Grenzlinie von der Donau bis zum Aegäishen Meere, die Anwesen- heit unserer Garnison in Saloniki, die Nictbeteiligung der anderen bulgarishen Armeen an den Kämpfen, von denen eine Anzahl Sol- daten durch eine Grdbebenkatastrophe und durch Landarbeiten fern der Grenze zurückgehalten wurde, das sind Tatsachen, die deutli} zelgen, daß von einem vorbedahten Angriff unsererseits nicht die Rede sein kann. Die Regierung war der Meinung, daß es sich um Grenzzwischenfälle handle, die einem Zufall zuzuschreiben seien, und bemühte si, sie nit zu einem Kriege auéwachsen zu lassen. Auch nah diesen Ereignissen gab sie strenge Befehle in diesem Sinne, teilte ihre Entshlüse auch in Belgrad und in Athen mit und wandte si in derselben Absicht auch an Nußland. Unglückltherweise waren alle diese Anstrengungen, den Konflikten Einhalt zu tun, nicht von Erfolg gekrönt. Trotzdem lieh das Kabinett niht davon ab, nah einem Mittel zu suchen, um dem Blutvergießen ein Ende zu seßen, und machte sich fTurz ents{lossen den guten Willen Rußlands zunute, das in feinem Wunsche, einem Kriege vorzubeugen, stets bereit war, die Nolle des Vermittlers zu übernehmen. Seit vorgestern haben wir Befehl gegeben, die Operattonen in Altserbien einstellen zu lassen, die durch den Einbruch serbischer Abteilungen tn bulgarishes Gebtet hervorgerufen waren. Wir haben unseren Truppen an dieser Front befohlen, fih auf die alte Grenze zurückzuziehen, und die mazedontschen Truppen haben Befehl erhalten, in der Defensive zu bleiben. In dieser Weise haben wir im Interesse des Friedens nicht allein die Vermittelung Rußlands angenommen, sondern auch den blutigen Kon- flikten, soweit dies von uns abhängt, ein Ende geseßt. Wenn man uns bei dieser Sachlage den Krieg erklärt unter dem Vorwande, wir hätten ihn hervorgerufen, fo ift dies vcllkommen ungerechtfertigt.

Unsere Beziehungen zu Numänten sind die ganze Zeit über von der freundschaftlihsten Art gewesen. Während des Befretungskrieges gegen die Türkei ist Rumänien neutral geblieben, hat aber als Aus- gleih für die Folgezeit eine Berichtigung der Grenze in der Dobrudscha und die Anerkennung gewisser Privilegien für das rumänische Element in Mazedonien verlangt. In dem gegenseitigen Wunsche, ihre Freund- haft auch in Zukunft zu bewahren, haben die beiden Megterungen auf die Vermittlung der Großmächte zurückgegriffen, deren Ergebnis das St. Petersburger Protokoll war, das sich auf die Ein- verleibung Mazedoniens in Bulgarien gründete. Serbien hat, indem es die Ausführung des Bündnisvertrages verweigerte, Komplikationen geschaffen, die gegen unseren Willen die gegenwärtigen Konflikie hervorgerufen haben. Wenn also Bulgarien gezwungen ist, seine N verbunden, die der Anlaß waren zu der Entscheidung der St. Petersburger Konferenz und namezentlich für die den Numänen in Mazedonten gewährten Privilegien, zu verteidigen, so kann die bulgarische Negterung darin keinen neuen Umstand erkennen, der einen Einbruch der rumänischen Truppen in Bulgarien rechtfertigen könnte. Sie betrachtet daher, indem sie an die bisher zwishen den beiden Ländern bestehenden Beziehungen denkt, die rumänishen Maßnahmen als ungerechtfertigt und glaubt, daß die rumänische Regierung, welche Erwägungen ihr auch diese Maßnahmen diktiert haben mögen, in ihren Entschlüssen niht bis zum Aeußersten gehen follte, wofür wir alle Verantwortung ablehnen. Unter diesem Gesichtépunkte, der zugleih auch der Gesichts- punkt der bestehenden Ordnung und, Gerechtigkeit ist, erscheinen wtr vor dem Gerichtshofe des Gewissens Guropas in der Hoffnung, daß unser Recht überall anerkannt werden wird. Wir sind ents{lo\sen, in dieser Stellung bis ans Ende zu verharren.

Entgegen den Meldungen aus griechisher und serbi- scher Quelle über Ausschreitungen, die die bulgarischen Truppen sih an der griechishen Bevölkerung hätten zuschulden kommen lassen, erklärt die „Agence Bulgare““, daß es vielmehr die serbischen und griechishen Truppen gewesen seien, die in den von ihnen besezten Gebieten an den bulgarischen Be- wohnern Ausschreitungen begangen hätten, die überhaupt nicht näher zu beschreiben seien.

Während si die ganze Bevölkerung Thraziens und der Aegäischen Küste bis auf feltene Ausnahmen aller Freiheiten auf kirchlihem und religiösem Gebiet erfreue, was thre religiösen Oberhäupter und die fremden Konsuln bezeugen könnten, seien die bul-

garishen Einwohner einer Schreckens3herrsGaft durch die Serben und Griehen ausgeseßt. Alle Bulgaren seiea drangsaliert, gefangen genommen und fortges{leppt worden, sodaß fie bald aus- gerottet sein würden. Das von den Griehen und Serken beseßte Gebiet sei in eine Einöde verwandelt worden. Die Griechen hätten alle bulgarishen Dörfer, in die sie leßthin eingezogen seten und aus denen die Bevölkerung, wenn es ihr gelungen sei, fi geflüchtet bätte, in Brand gesteckt. Ueber 200 bulgarishe Familien aus Kilkitsh seien bereits in bejammerns8wertem Zustande in Sofia angekommen, Tausende anderer, die aus den Bezirken Doiran, Strumiga, Istip und anderen entkommen wären, überfluteten die Wege, die nah Bulgarien führen.

„Um die Wahrheit an den Tag zu bringen, sei die bul-

garische Regierung bereit, einer internationalen Untersuchung dieser Ausschreitungen zuzustimmen. _ Der Einmarsch der rumänischen Armee vollzieht sich ohne Widerstand seitens der AELISER Truppen. Eine Grenzlinie, an welcher der Einmarsch eingestellt werden wird, ist nicht bestimmt. Blättermeldungen zufolge erreichte die rumänische Armee gestern Turtukhai und Dobritsc.

Amerika.

Auf dringendes Verlangen der amerikanischen Behörden sind, wie „W. T. B.“ meldet, die von den merikanischen Rebellen festgehaltenen fünf Amerikaner freigelassen worden.

Die Vorschläge des amerikanishen Staatssekretärs Bryan zur Erhaltung des Weltfriedens sind in ihrer end- gültigen Form veröffentliht worden. Bryan \{lägt vor, daß während der Untersuchung eines internationalen Streitfalls die militärischen und maritimen Rüstungen auf dem status quo bleiben sollen, außer wenn eine der beiden in Verhandlungen stehenden Parteien von dritter Seite bedroht wird.

In Mexiko ist, wie „W. T. B.“ meldet, eine Ver- schwörung zur Ermordung Huertas, Blanquets und des Kriegsministers Felix Diaz entdeckt worden. Ein Deputierter und zehn andere Personen sind verhaftet worden. Sie hatten geplant, Bomben unter die Wagen zu werfen, in denen Huerta, Blanquet und Diaz fuhren. Die Verschwörer sollen Anhänger Zapatas sein.

In der chilenishen Abgeordnetenkammer er- klärte der Finanzminister, obiger Quelle zufolge, daß der Veberschuß an Einnahmen im Rechnungsjahr 1913 nach den vorliegenden Berechnungen 12 Millionen Francs betragen

würde. Afrika.

Bei einem Erkundungsmarsch der Spanier in das Gebiet Suk el Kmis hat vorgestern ein Zusammenstoß mit den Mauren stattgefunden, die nah einer Depesche des „W. T. B.“ eine schwere Niederlage erlitten. Die Spanier hatten vier Tote und zwei Verwundete.

Parlamentarische Nachrichten.

Bei der Reichstagsersazwahl (Stichwahl) im Wahl- kreise Potsdam 9 am 11. d. M. wurden nach den vom „W. T. B.“ mitgeteilten amtlihen Ermittlungen von 40 768 Wahlberechtigten 33 467 gültige Stimmen abgegeben. Der Stadtverordnete Ewald- Berlin (Soz.) erhielt 17 151, der Oberregierungsrat a. D. von Oerten-Remlin (Np.) 16316 Stimmen. Ewald ist somit gewählt.

Nr. 35 des „Zentralblatts für das Deutsche Nei“, herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 11. Jult 1913 hat folgenden Inhalt: Konsulatwesen: Bestellungen; Ermägthtigungen zur Vornahme von Zivilstandshandlungen. Bankwesen: Status der deutschen Notenbanken Ende Juni 1913. Justizwesen : Aenderung in dem Verzeichnis der mit der Einziehung von Gerihtekosten be- trauten Behörden (Kassen). Marine und Swiffahrt: Einsetzung einer Kommission zur Abnahme der Vorprüfung für Schiffsingenieure in Flensburg. Maß- und Gewichtswesen: Zulassung eines Systems von Clektrizitätszählern zur amtlihen Beglaubigung. Desgl. von Formen desgl. Zoll- und Steuerwesen : Beiordnung eines Stationtfkontrolleurs für den Reichsbevollmächtigten für die Erbschaftssteuer zu Berlin : Veränderung bei den Statiorskontrolleuren. Herabseßung der Kontingente der Zündwarenfabriken für das Betriebtjahr 1913/14. Polizeiwesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Neichsgebiete.

Statistik und Volkswirtschaft.

Beruf und Neligionsbekenntnis im Deutschen Neiche.

Nach den Ergebnissen der Berufszählung von 1907 waren bet einer Gesamtbevölferung von 61,7 Millionen im Jahre 1907 etwas über ?/, evangelisch 38,4 Millionen oder 622 v. H., etwas über § katholisch 22,6 Millionen oder 36,5 v. H.; 566 999 oder 0,9 v. H. waren israelitisch. Von den insgesamt 28,1 Millionen Erwerbstätigen und Dienenden im Neiche stellten die Evangelischen 17,1 Millionen, die Katholiken 10,6 Millionen, die Juden 273 342, Im Verhältnis zur Gefamtzabhl der Erwerbtätigen und Dienenden betragen die Evan- gelischen 61,0 v. H., die Katholischen aber nicht, wie es threr Gesamt- volfs\tärke entspricht, 36,5, sondern mehr, 37,8 v. H. Damit {eint es aljo,, daß die Erwerbsbeteiligung der katholischen Bevölkerung größer ist als der Anteil der Katholiken an der Gesamtzahl der Bevölkerung. Aus dem vorliegenden Material ergibt sih, daß die größere Beteti- ligung des katholischen Volksteils an der Erwerbsbetätigung aus der ver- hâltnismäßig größeren Zahl landwirtschaftliher Berufskräfte unter den Katholiken herrührt, insbesondere aus der Mithilfe, die von Angehörigen bei der Bewirtschaftung ländlihen Besißes geleistet wird. In der Industrie insgesamt, im Handels- und Verkehrsgewerbe sowie in den freien Berufen zählt die katholishe Bevölkerung eine geringere Anzahl von Berufstätigen als der Gesamtvolksstärke entsprehen würde. Nur in den Berufsgruppen Bergbau, Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Forstwirtshaft und Baugewerbe sind die katholischen Berufstätigen in größerem Maße als im Durchschnitt der Gesanmt- bevölkerung vertreten. Es handelt sich hierbci um Erwerbs- zweige, in denen die meisten ländlißen Erwerbskräfte sich vor- finden. In diesen Arbettszweigen, mit Ausnahme etwa der Forst- wirtschaft, werden auch die meisten ausländishen Wanderarbeiter be- schäftigt. Israeliten sind am stärksten im Handels8gewerbe (7,9 v. H. der Erwerbstätigen), tm Bekleidungsgewerbe (1,7 v. H.), im Nahrungs- mittelgewerbe (1,2) und in den freien Berufen (1,1 v. H.) vertreten. Eine eingehendere Uebersiht über die Verteilung der Angehörigen der verschiedenen Bekenntnisgruppen auf die einzelnen Zweige und sozialen Stellungen der freten Berufe läßt erkennen, daß die Evange- lishen wie die Juden besonders in denjenigen Berufszwetgen, die akademishe Bildung voraussezen, stärker als die Katholiken ver treten find.