1913 / 169 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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bängenden Zeitraums von fünf Jahren regelmäßige Wochenein- lagen geleistet und während dieses Zeitraums von ihrem Guthaben nihts zurückgezogen haben, im Dezember jedes Jahres Sparprämien nach dem Ermessen des Kuratoriums verlost werden. Unter den Teil- nehmern befinden sich 227 männlihe und 156 weibliche Indufstrie- und Bauarbeiter, 36 Aufwaschfrauen, 57 männliche und weiblice Lohnarbeiter wechselnder Art, 177 berufslose Frauen, 49 Dienst- mädchen und niht wentger als 2807 berufslose Familienangehörige, daruöter 2029 Kinder unter 14 Jahren.

Auch die Jugend-, Schul-, Pfennig- und Konfirmandensparkassen beruhen mehr oder weniger auf dem Abholungs- oder doch dem Einziehungssystem. Auch diejenigen Fabriksparkassen, die als Zwangs- einrihtungen für jugendliche Arbeiter vielfach von deutschen Industrie- firmen eingerihtet find, beruhen auf dem Einziehungssystem. Wenn die Einzahlungen die Zwangsquote überstetgen, so werden diesen Sparern oft von der Fabrikleitung besondere Prämien gewährt, auch ist der Verzinsungssaß häufig ein wesentlich böherer, als ihn öffentliche Sparkassen gewähren. Um nur ein Beispiel über der Erfolg der mit Beitrittszwang cingerihteten Fabriksparkafsen für gene Arbeiter und Arbeiterinnen anzuführen, fei auf diese Kasse bei der Steingut- und Majolikafirma Villeroy u. Bcch in Mettlah hingewiesen, deren Teilnehmer das 25. Lebensjahr nit überschritten haben. Bis zum 1. Sanuar 1913 waren bier 553 810 4 erspart, was auf den Kopf der jugendlihen Syarer 730 4 beträgt.

Kunst und Wissenschaft.

X1I. Internationale Kunstausstellung im Königlichen Glaspalast zu München 1913. Es wurden verkauft die Oel- gemälde: Heinrih Richard Reder „Mondnaht am Bodensee“ ; Pro- fessor Hans von Petersen „In den Schären“ ; Proto Hugo fFrei- berr von Habermann „Weiblichhes Bildnis“; Professor Hans von Hayek „Südwind im Hamburger Hafen“; Professor Franz Simm „Unter der Kastanie*; Professor Franz Roubaud L an der Wolga“; Carl Thoma-Höfele „Stilleben“; Professor Peter Paul Müller „Kühe auf der Weide“; Professor Carl Blos „Interieur mit blauer Tischdecke"; Professor Rudolf Schramm - Zittau „Wellensittihe“; Hermann Gottl. Kricheldorf „Pfirsihe und Kakteen“; Charles Vetter „Die Kursürstenzimmer in der Residenz zu München“; Max Hartwig „Schlierseer Land“; Josef Kühn jun. „Die Bildergalerie“; Richard Li „Schwedische

[lußmündung*; Professor Nudolf Nißl „Weiblicher Akt“; Franz Suillery ,Marienplaß“; Hans Klatt „Winter in Landsberg a. Leh"; Carl Leopold Voß „Altes Treppenhaus“ ; Jultus Schrag „Näherin“ ; Professor Georg Scildknecht „Betende Bauernfrauen“; Professor Hermann Göhler „Spätsommer im Park von Versailles“ 7 Arthur Heyer „Alter Kater“; Franz Wolter „Stille Naht“; Johanna v. Destouhes „Weiße Rosen in grüner Vase“; Paul Krombach .Tiroler Bauernhaus“ ; Franz Horadam „Walds{chlößchen“; Paul Leuteriß „Schmiede“ ; Johannes Hänsch „Im Freudental“ ; Vèaret Gaß „Havellandschaft"; Otto Gampert „Nach dem Gewitter“ ; Curt Rüger „Interieur*; Fanny v. Geiger-Weishaupt „März“; Carl Th. Meyer-Basel „Nebelmorgen am Bodensee“; Carl Piepho „Stilleben“ ; Wilhelm Immenkamp „Marietta“; Jwan Feodor. Schulße „Winterabend“" ; Professor Franz von Stuck „Kreuzigung“; Josef Willroider „An der Moosah"; Albert Nißzberger „Salome tanzt vor Herodes“ ; Hermann Graf „Das alte Klavier“; Edward T. Compton „Winter im Hagen- gebirge“ ; Professor L. Adam Kunz „Fruchtgehänge mit Papagei*"; Stephan Kolesnikow „März“ ; Henry Cassiers , Kana!“ (Aquarell); Dskar Laske „Der Drache“ (Lithographie); Oskar Graf „Kreuzigung“, „Ernte“ (Originalradierungen); Heinrih Nettig „Kißbühel“ (farbige Zeich- nung); Professor Michael Zeno Diemer „Nordischer Strand“ (Aquarell); Franzisco Esteve Bothey „Markt in Beaibreifrur" (Nadierung) ; Tom Petersen „Schloß Rosenborg, Kopenhagen" (Nadierung); Peter Ilsted „Am Spinett“ (Schabkunstblatt); Ulrich Weber f „Stiller Winkel“ (Aquarell); Georg Jahn „Reigen im Wasser“ (Nadierung); Helene Kirshke ,Tiroler Bauernküche" (Koblezeihnung); Marx Pietsch- mann „Sißender wetblißer Rückenakt (Schabkunstblatt); Th. Klee- baas „NRollbock“ (Zeichnung); Professor Carl Blos „Kohlezeihnung“, „Rötelzeichnung“ ; Karl Bauer „Michel Angelo“ (Originalstein- zetchnung); Martin Hönemann „Studienkopf“, „Elfenbeindrehéler“ (Holzschnitte); Ferdinand Liebermann „Komödie“ (Bronze); Georg Müller „Bachhantin* (Bronze); Professor Franz Bernauer „Chevauleger vom Jahre 1813" (Bronze); Nichard Aigner „Liebes- frühling“ (Bronze); Professor Ludwig Dasio „Hirsch und Putte“ (Bronze); Carl Ludwig Sand „Kopf“ (Bronze und Marmor); Franz Drexler „Ein Akkord“ (Bronze); Valentin Winkler ,Fußballspieler“ (Holz); Adolf Daumiller „Flora“ (Bronze); Valentino Casfal „Die Quelle“ (Marmor); Emilio Quadrelli , Figürchen“ A verfilbert); Nudolf Marcuse „Hamlet“ (Bronze); Johann Nobert Korn „Brunft- bock“ (Bronze); Hans Frei „Milchtrinkendes Kind“ (Bronzeplakette) ; Hans Mauracher „Ein Bauer“ (Zirbelholz); Friderun Miram Stock- mann „Französisße Bulldogge mit Fros{ch“ (Bronze).

Land- und Forstwirtschaft. Saatenstand in Norwegen.

Ueber den Saatenstand in Norwegen Ende Juni ds. Is. liegen folgende amtlide Berichte vor : T

Die erste Hälfte des Monats war fast im ganzen Lande ziemlich fühl. Aus Nedenes Amt wird fogar berichtet, daß die Aeccker und Wiesen durch den Frost beschädigt worden sind. Mitte des Monats trat im südlichen Teil des Landes warmes Wetter ein, das sich bis Ende des Monats gehalten hat, worauf die Temperatur wieder etwas kühler wurde. In den Nächten war indes die Temperatur im Laufe des ganzen Monat niedrig, Die drei nördlichen Aemter, zum Teil auch die Drontheimsämter und Romsdals Amt hatten verhältuismäßig etwas kühleres Wetter als der übrige Teil des Landes.

Die Netedershläge sind im größten Teil des Landes ausreihend gewesen. In Westnorwegen fiel sogar in der ersten Hälfte des Monats ungewöhnlih viel Regen, der jedo infolge

der Kälte oft stark mit Schnee vermischt war, und neugefallener | Schnee lag wiederholt auch in den tiefer gelegenen Waldabhängen. | In ODiítnorwegen traten im Laufe des Monats öfters Gewitter auf ! mit teilweise sehr starken Regenfällen; fie waren indes ziemlich |

[cfal. In einielnen Gegenden waren die Niederschläge sogar so gering, daß sowohl die Aecker wie die Wiesen durh die Trockenheit ziemlich gelitten haben. Dies ist namentlich im Inneren Ostnorwegens Oplandene und Gudbrandsdalen) der Fall, zum Teil auch in Smaalenene und in den oberen Gegenden des Bratsbergs Amts. Auch aus Nomsdals Amt wird berichtet, daß die Niederschläge un- zureihend gewesen find.

.

Für die einzelnen Saaten stellen sih die Aussichten folgender- maßen: Die Neuwiesen stehen in diesem Jahre sehr gut, während die älteren Wiesen spärlich und \{chlecht stechen. Im ganzen genommen, sind indessen gute Aussichten für die Heuernte vorhanden. In ein- zelnen Gegenden der Drontheimsämter rechnet man infolge von Eis- brand auf eine weniger gute Heuernte, auch in Finmarken sind die Aus- sichten infolge der Frühjahrskälte weniger gut. Für das ganze Land wird der Heuertrag etwas über denjenigen eines Mitteljahres \sich stellen. Die Wintersaat, die Ende Mai durhweg {lecht stand, ist im Laufe des Juni an vielen Orten gut vorwärts gekommen, wird aber im großen Ganzen kaum den Ertrag eines Mitteljahres errethen. Die Frühjahrssaaten famen dur die Kälteperiode Anfang Juni ziemli zurück und die Aecker waren teilweise voller Unkraut, in der leßten Zeit haben sie si wieder gut entwickelt und die Aussichten sind durhweg gut. Kartoffeln und Rüben (Turnips) haben ebenfalls gute Aussichten. Die Weiden in den niedriger gelegenen Bezirken werden in allgemeinen als gut bezeichnet, während die Gebirg8weiden infolge falten Wetters im G-birge zurückgeblieben find. In Finmarken sind die Weiden bisher {lecht ausgefallen und das E gilt für einzelne Gegenden des Troms8-Amts. Die Amtsgärtner berichten, daß die Aussichten für den Obstbau gut, zum Teil sehr gut find. Aus dem nördlihen Drontheims-Amt kommt jedoch die Nachricht, daß die Kirshen weniger gut stehen, und aus Söndre Bergenhus, daß die Pflaumen weniger gut gedeihen. Gemüse scheint fast überall gut 4 N ST N a des Kaiserlichen Generalkonsuls in Kristiania vom

° uit De

Manuigfaltiges.

Berlin, 19. Juli 1913.

Veber einen vulkanischen Ausbruch aus neugebildetem Krater im Norden des Kiwusees vom 4. Dezember 1912 bis 2. Januar 1913 berichtet der Stabsarzt Dr. Shumacher in den „Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten“ T Band, 2. Heft) : In der Nacht vom 4. zum 5. Dezember 1912 bemerkte man nah heftigem, fernem Donner im Nordosten der deutschostafrikanishen Militärstation Kissenji Feuershein, der, mehr und mehr zunehmend, die ganze Nacht hindur ànhtielt. Man erklärte sich diese Erscheinung zunächst als größere Feuersbrunst oder Buschbrand infolge eines Ge- witters. Am Morgen des 5. Dezember erblickte man aber in der angegebenen Nichtung eine mächtige graue Nauchsäule und etwa 2 km westlich davon eine noch mächtigere, [chneeweiße Dampfsäule, die fich hoh oben am Morgenhimmel vereinigten und eine ungeheure, pinien- förmige Wolke bildeten. In der Morgensonne hob sich die \chnce- weiße Wolke scharf vom übrigen Himmel ab. Es war nunmehr klar, daß es sich um éinen Ausbruch in tem nordöfiliß von Kissenjt gelegenen Bulkangedbiet bandle. Indessen roar nicht zu erkennen, ob einer der vielen tort gelegenen alten Krater wieder ausgebrochen war, oder ob cs sih um einen neuen Vulkan handelte. Den ganzen Tag über hörte man dumpfes, ununterbrohenes Donnern. Die Dampf- wolke, aus mächtigen weißen Ballzn bestehend, stieg immer höher empor und bildete eine riesige Wolkenwand, in die mit großer Gewalt die dunklere Rauchsäule von unten her hineinzischte. Die Nauchsäule mußte der cigentlihe Ausbruch sein, während die Dampfsäule jedenfalls durch Einströômen von Lava in den Kiwusee entstand. Am Abend des 5. Dezember bot der Ausbruch einen wundervollen ÄAnblick. Weithin war der Himmel vom Feuer- schein gerötet. Aus einem gewaltigen, rotglühenden Spring- brunnen zis{chten feurige Raketen in die Luft. Zuweilen fielen dunkle oder glühende Blöcke aus der Feuersäule zur Seite. Dumpfes Donnern, jedesmal von heftigerem EmporzisGhen ver Feuersäule begleitet, ließ sich fast ununterbrohen hören. Die Nauch- und Dampfwolken waren vom Feuershein in Swattierungen von rosarot bis purpurrot wundervoll gefärbt. Am 6. Dezember wurde vom Ngomaberge, im Nordwesten ven Kifserji gelegen, die Lage des nvch immer tätigen Bulkans zu erfunden gesucht. Das Schauspiel war noch so wie am Tage vorher, nur hörte man der größeren Nähe wegen das Donnern deutliher als in Kissenji; man konnte jeßt kleine Pausen zwischen den einzelnen Donnerschlägen feststellen. Der Krater chien südlich vom Namlagira îin der Nähe des Nordendes des Kicouufers zu liegen. Am 7. Dezembec wurde der Vulkan besu@Gßt. Schon während der Bootsfahrt von Kissenji nah dem Vulkangebtet, das in der belgischen Congokolonie ltegt, zeigten sich Spuren des Ausbruchs. Ein dur(- dringender Schwefelgeruch lag über dem See, dessen Wasser immec wärmer wurde und eine zunehmende gelblide Verfärbung zeigte. Auf dem Wasser trieben betäubte und tote Fische in großer Zahl, außerdem Lava- und Bimssteinstükchen. Nach etwa 4 Stunven Fahrt kam man an dem Stkteilabfall bei dem Dorfe des Hâäuptlings Katerusi vorüber und fuhr nun in die etwa .2 km breite

! Straße kbinein, die in das Nordende der Sees führt. Hier war der

Schwefelgeruh {on unangenehm stark, die Wasserwärme betrug {hon 45 °, und über dem Wasser stand eine dünne Dampfwolke, welche die

| Luft schwer und drückend machte. Die Beobachter fuhren durch die

Straße hindur bis zum Nordrande der Halbinsel, auf der Katerusis Dorf lag; hier zog sich eine größere Bucht tief ins Land hinein, einen wundervollen natürliGßen Hafen bildend. Die Weiterfahrt wurde aber hier durch die Hiße des Wassers verhindert, denn in der Bucht kohte das Wasjer bereits, und an ihrem Ende stieg unter un- heimlihem SZishen und Brausen die riesige Dampfsäule auf. Aus dem Dampfe flogen unter dumpfem Krachen Lavabrocken heraus, um zishend in das kochende Wasser zu fallen. Wenn der Wind den Dampf zur Seite trieb, sah man, wie ein mächtiger Lavastrom sich mit großer Geschwindigkeit in die Bucht ergoß. Nach Erstetgen der Höhen auf der Katerusihalbinsel, die unmittelbar an der Butt lagen, sah man die mächtige Dampfwolke ganz nahe vor \ich, und so oft der Wind den Dampf zur Seite wehte, erblickte man aus nächster Nähe den Lavastrom, der sich mit reißender Schnelligkeit und Wucht in die Bucht ergoß. Er kam vom Krater her in westliher Richtung und eilte

| dann in vielen Windungen nach Süden zur Bucht. Infolge der Ab-

fühlung der Lava durch das Wasser des Sees entstand hier die Dampfsäule. Nach dem Krater zu war der Busch vollständig kahl ebrannt, die Erde war von Asche und Lava bedeckt; stellenweise brannten noch kletne Teile des Busches. Der Krater selbst lag nord- östlih von der Katerusihalbinsel etwa 5 km landeinwärts. Aus ihm stieg etne dide Rauhwolke, und alle drei Sekunden erfolgte unter dumpfem Donner ein Ausbruch, der riesige Mengen glühender Lava etwa 500 m hoch in die Luft s{chleuderie. Um den Krater hatte sich schon ein Wall gebildet, und aus etner Lücke in diesem Wall er- goß sih ununterbrochen der Lavastrom. Dieser erschien an seiner Oberfläche grauschwarz, aus vielen Nissen shimmerte aber die rote

Glut hervor. Zuweilen kamen haushohe Blöcke auf dem Strome angetrieben, um bei Windungen in glühende Trümmer zu zerbersten. Auch wo der Strom . sich staute oder wo er Fälle bildete, kam die rote Glut zum Vorschein, Der natürlihe Hafen an der Katerusihalbinsel war {hon Ag ganz mit rauchenden, erstarrten \{warzen Lavamassen autgefüllt. Das Donnern des Vulkans und das unaufhörliche Zischen, Brausen, Tosen und Brodeln bildeten einen \immungsvollen Begleitmarsh zu der gewaltigen- Naturerscheinuna. Noch eindrucksvollec und großartiger als Lei Tage wirfte das Schauspiel nach Einbruch der Dunkelheit, Mit großer Gewalt stieg der feurige Springbrunnen zum Himmel empor, fiel wieder in sich zusammen, um stets von neuem hocgetrieben zu werden. Glühende Blöcke wurden zur Seite herausgeshleudert und zerbarsten beim Aufprall auf den Kraterwall in tausend Trümmer. Wie Feuerregen fielen die herausgeshleuderten Massen auf den schwarzen, versengten Boden nieder. In der Feuersäule züngelten ständig fahlgelbe Stichflammen auf. Die. Gegend war weithin tag- hell erleuhtet, und der Widerschein der Glut zeichnete sich auf Dampf, Nauh und Wolken in den zartesten Farben ab. Wie eine feurige Schlange wand sich der Lavastrom über den dunkeln Boden hin. Der Krater lag südlih vom Namlagira-Vulkan, eiwa 5 km nordöstlich von Katerusis Dorf und etwa 2 km nördli von dem Mugungaberg. Die Entfernung von Kissenji betrug in der Luftlinie etwa -20 km. Der Ausbruch hielt in unverminderter Stärke bis in den Januar 1913 hinein an. Infolge der einstrômenden Lavamengen stieg die Wärme des Kiwu- wassers erbeblich an; in Kifsenji betrug die Wärme des Wassers im See zuweilen bis 330. Am Morgen des 2. Januar 1913 stellte der Krater ganz plößlich seine Tätigkeit ein, nachdem er noch in der ver- gangenen Nacht mit unverminderter Kraft gearbeitet hatte. Die Nauchsäule vershwand, der stete unterirdische Donner \{hwieg. Am 8. Januar wurde der nun ruhige neue Krater wieder besuht und vom Mugunga aus beobachtet. Es war nun ein aus mehreren Ning- wällen bestehender Gebirgsstock von etwa 200 m relativer Höhe entstanden, aus dessen Krater eine dünne, weiße RNRauchwolke emporstieg. Durchdringender Schwefelgeruchß lagerte über der ganzen Gegend. Weit nach Westen und Südwesten hin dehnte sih ein {chwarzes Lavafeld, über dem noch dicker weißer Dampf lag. Die Dur@fahrt nach dem Nordende des Kiwusees war an- \cheinend fast ganz durch Lava au?gefüllt, und im Süden war vor den Bergen der Katerusihalbinsel etn etwa 300 m breiter Streifen neues Land entstanden. Ein Betreten des Lavafeldes war der großen Hitze weten nicht mögli. Die Abkühlung des Kiwuwassers erfolgte nach Erlöschen des Vulkans nur langsam. Noch bis in dea Februar hivein hielt diesiges, unsichtiges Wetter, Schwüle der Luft, heftiger See- gang und ungewöhnlich starke Gewitterbildung an, und erst all- mählich begannen die gewohnten Verhältnisse wteder zurückzukehren. Wiederholt waren noch s@wahe Erdbeben und starker Schwefelgeruch zu beobachten. Während des AusbruŸs des Kraters nahm au der nördli von ihm gelegene Vulkan Namlagira, der im November 1907 einen größeren Ausbruch gehabt hatte, seine Tätigkeit wieder auf und warf aus zwei Éleineren Kratern Rauch und Asche aus.

Der Verein für Kindervolkskücbhen und Volkskinder- horte in Berlin hat in seinen 17 Anstalten im Monat Juni 1913 295 433 Portionen Mittagessen an bedürftige Kinder verteilt, die ihm von der städtisen Schulbehörde, von den städtishen Säuglings- fürsorgestellen, den Auskunfts- und Fürsorgestellen füc Lungenkranke und anderen Wohltätigkeitsvereinen überwiesen wurden.

Im Wissenschaftlichen Theater der „Urania“" gelangt morgen noch einmal der Bortrag „In den Dolomiten“ zur Dar- stellung. Am Montag, Mittwoh und Freitag wird der Vortrag „Von der Zugspiße zum Waßmann" wiederholt, der die s{önsien Gebirgépartien Oberbayerns in voller Farbenpracht bringt, ganz be- sonderes Interesse aber finden in thnen die Darstellungen der Ober- ammergauer Passionsspiele und die lieblihen Bilder aus dem Berchtesgadener Ländchen mit feiner Perle, dem Königssee. Am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend wird der Vortrag - „Der Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen“ gehalten.

Breslau, 19. Juli. (W. T. B.) Im Südpark wurde heute vormittag der Grundstein des Königin Luise-Denkmals gelegt, das der „Verein ehemaliger Jäger“ in Breslau errichtet bat. Der Festakt wurde mit einem Choral eingeleitet. Die Festrede bielt Graf Vorck von Wartenburg, der die Königin als deutsche Heldin und echte deutsÞe Frau und Mutter feierte. Ein Choral bes{chloß die Feier.

Städe, 19 Juli (W.D, B) In: dem Dorse Hemmoor (Oste) in der Provinz Hannover ereignete sich ein s{chwerer Unglücks- fall. In der dortigen Portlandzementfabrik brach infolge starker Negenfälle die Betonmauer eines mit Zemenirohs{lamm gefüllten Bassins, wobei der Shlamm in die Baugrube der Fabrik drang. Die in der Grube beschäftigten vier Arbeiter konnten troß energischer Nettungsversuhe niht mehr befreit werden. Sie wurden als Leichen geborgen.

Cöln, 18. Juli. (W. T. B.) Als gestern abend ein Gefreiter und dret Pioniere des 7. Westfälishen Pionierbataillons auf dem Uebungsplay Mülheimer Heide eine Kiste mit Signalpatronen (Knallpatronen) öffneten, exrplodierte diese. Der Gefreite und ein Pionter erlitten \chwere, die beiden anderen minder {were Ver- lezungen. Alle vier wurden in das Lazarett gebracht.

Wilhelmshaven, 18, Jul (W, D. B) Na einer els greifenden Trauerfeter, der zahlreihe Offiziere und Mannschaften der Marine beiwohnten, wurden von den sechzehn aus dem Wrack des Torpedoboots „S 178" geborgenen Leichen zwölf in einem gemein- famen Grabe auf dem Marinefriedhof beerdigt. Vier Särge wu: den zur Beisetzung in der Heimat nah dem Bahnhof geleitet.

Archangelsk, 18. Iult. (W. T. B) In der Nähe der Station Enza brennen 20000 Deßjätinen Wald. Von den Truppen, die zur Löscharbeit hinzugezogen worden find, ist ein Soldat tötlich verunglüdckt.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

M2 1EGD,

ATMUD 6D

19183,

Erste Beilage zum Deutschen Neichsanzeiger und Königlich Breu

Berlin, Sonnabend, den 19. Juli S pezialhaudDel.

A. Uach Warengruppen. 1) Menagén.

ichen Staatsanzeiger.

1983,

Warengruppe

Einfuhr Ausfuhr

Januar/Juni SFanuar/Juni

1912

WarengruÞppe

Einfuhr

Seme M

Ausfuhr

—————

Januar/Juni

1912

1913

Januar/Junîi

1912

Erzeugnisse der Land-

Miueralise und fossile

. | Erden und Steine .

| Zubereitetes Wachs, feste

Chemische und pharma-

Beardeitete tierishe und

uud Forstwirtshaft nund andere tierishe und pflauzlihe Naturerzeug- nisse; Nahrungs- und Genußmittel. . ,

Erzeugnisse des Atder-, Garten- und Wiesenbanes Erzengrisse der Forsiwirt-

E Tiere u. tierishe Erzengnisse

Erzeugnisse landbtwirt\haft- liher Nebengewerbe .

Erzeugnisse der Nahrungs- n. Genußmittel-Gewerbe, in den Unterabschnitten A bis D nit inbegriffen .

Nohstosse; Mineralöle

Erze, Shlaken, Aschen

Fossile Brennstoffe .

Mineralöle und sonstige fossile Rohstoffe . s

Steinkohlenteer , Stein- kohlenteerôle und Stein- kohrenteerstoffe

Fettsäuren, Paraffin und üonlihe Kerzcustofse, Lichte, Wachswaren, Seifen und andere unter Bexwendung von Fetten, Oelen oder Wahs her- gestelite Waren . ,

zevtishe Erzeugnifie, Faröen und Farbivaren Chemische Grundstoffe, Säuren, Salze u. sonstige Zerbindungen chemischer Grundftoffe, auderweit hi genannt Farben uud Farbwaren Firnisse, Lade, Kiite . Nether; Alkohole, auderwcit nicht genannt over in- begrissen; flächtige (äthe- rishe) Ole, lüastliche Riecstofe, Rieh- und Schönheitsmittel (Par- fümerien und kl'osmetische M Künstlihe Düngemittel Sprengstoffe, Shießbedarf und Zündwaren . Chemische n. pharmazeutisthe Erzeugüuisse, andertveit ni&t genannt

pfianzlihe Spiunscoffe und Waren daraus; Menseznhaare; zuge- rihtete Shuuckfedern ; Fächer und Hüte

Seide . E S Wolle und andere Tierhaare (mit Ausnahme der Pferdchaare aus der Mößhue und demShweife) B Andere pflanzliße Spinn-

1 13943258! 120304626

20 605 065 81 720/ 78645

Ne Az 2 N c s 9 341 609/57 056 976/60 993 066

7 328 902/30 082 611/30 784 319 O N 1 352281] 9 448 826| 8 687 726

2 546 676/17 199 099/19 705 488

12 476 382|

|

99 o 155 746 | |

36 387 921/202379492 181209816

3 640 119/19 389 965/18 736 121 16 101 757/86 841 828/71 971 822 15 788 519/88 632 948/81 315 835

01 7.158 866! 8 636 745

41 888 315/254811546 4 274 770/22 190 847/18 853 443 2 522 972/15 246 326/12 025 512 M

34 705 861 /214869775/1887953524 q

| 1708 488 |

19 956 886 23 743 156

| T7486 815] 7326 597 [17 282 128

238 6599| 1 547 136)

4 362 306 31 766 192/20 067 403 Î 4 288 |

114 069 002| 9 170 867 } 2956 193 1 | 1121 496| 1080 870 }

| 4288

6 603 502

221790578 |

| 89204 552 9892| 449 611 Y

174 360

20270 338 Î

[14 270 650

1 074 039 |

29 135 1

54 354 |

| 4525 171 0

|

103 674 f

340 410

098 515 F

F! N 1! |

255 971

16! 18!

B f 14, | Touwaren N

V. | Glas und Glaëwaren . 26. | Edle Metalle und Waren

1 H f | |

Meuschenhaare und Waren

daraus , zugerihtete Schmudckfedera, Fächer O Abfälle von Gespinstwaren und dergleihen . :

| Leder und Lederwaren,

Kürscznerwaren, Waren aus Därmen . Leder . ë

. | Lederwaren .

Kürshhnerwaren . Waren aus Därmen

| Abfälle

Ar f

Kautschukwaren . ; A. | Waren aus weihemKautshuk B, | Hartkautshuk und Hart-

kautshukwarenn .

8. |Geslehte und Flechtwaren

aus pflanzlichen Stoffen mit Ausnahme der Ge- spiustfasexu E

Geflehte (mit Ausnahme der Sparterie) L

Flehchtwaren (mit Ausnahme der Hüte und der Sparteriewaren) . i

Sparterie und Sparterie- waren .

| Beseu, Bürsten, Pinsel

und Siebwarerr .

| Waren aus tierischen oder

pflanzlihen Shnitz- oder Forittexstofen .

Waren aus tierishen Sthniß- M E

Holzwaren

Kork'waren A

Waren aus anderen pflanz- lihen Squißstoffen als Holz “und Konk oder aus anderweitig nitt ge- nannten Series L

.

Papier, Pappe uns Waren

deraus .

Bücher, Bilder, Gemälde Warcn gus Steinen oder

anderen mineralischen Stoffen (mit Ausnahme der Tonwaren) sowie qus fossilen Stoffen .

U Go!d (Gold, Platin und Platinmetalle, Bruch und Abfälle von diesen Me- tallen, Gold- und Platin- M E Silber(Silber,Silbergekräß, Bruhsilber, Silberwaren)

Unedle Metalle uud Waren

E N Eisen und Eisenlegierungen Aluminium und Alumininuu-

raa Blei und Bleilegierungen Zink und Zinklegierungen Zinn und Zinnlegiernngen

(ein\chließl. des Britannia-

E Nidckel und Ni&ellegiernngen Kupfer u. Kupferlegierungen Waren, nicht unter die Ab-

\shnitte A bis G fallend, aus unedlen Metallen oder aus Legierungen unedler Metalle .

Maschineu, eleftrotechnis e

Erzeuguisse, Fahrzeuge Maschinen

539 192

3 335 964 874 197

22214 1 277 000)

| 7354)

237 618 6414

208 492 9 889

12 823

39 189

79 718 7386

|

70 842) 11 890)

9 576!

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87 9709 38 809 9 474 13 689 S

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534 942 38 469

2 990 872 913 351 103 603

8 2236

2 492

5 744

5 2709 761

1186 176

8 265

512 246

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441 273

20476

“196 474 2 773 547

| 3 824 950 1 226 226

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543 320

5 989 381 765 29 092

116 787

912 950

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Deutsches Schauspielhaus. (Direk-| Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu er- | 3aun mit der grünen Maske. Familiennachrichten. A B M ebee N fo nftige a din Gesamtmengezr : E E E s tände aus Gespinstwarer 6

Verlobt: Frl. Elfriede Zzrbe mit Hrn. | Verlag der Expedition (J. V.: Ko y e) E e oluen U auer Art «j dz (61 051 707340818846 324945736/58 217 783/361267102/307099241

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S Ubr: ‘Des gulé Ruf. E K s Uhr: Der Troubadour. “Oper in Lustspielhaus. (Friedrichstraße 236.) |" Leutnant Heinri Naumann (Tilsit in Berlin nig n s J 96 61 E

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vier Tsten von Hermann Sudermann, vier Aufzügen bon Giuseppe Verdi. | Souniag, Abends 84 Uhr: Der lustige | Iringa, Deutsh Ostafrika), |Druck der Norddeutshen Buchdrudterei und Künstliche Bl N Wasserfahrzeuge i Stü “1838 n 495 1304 67 H Q Montag, Mittwo und Freitag: Der | Montag: Stella maris. | Kakadu. Vaudeville in dret Aften von | Vereheliht: Hr. Regierungsreferendar | Verlagsanstalt, Berlin Wilhelmstraße 32 ünsilihe Blumen ans Ge- L TU | 304 67 348) 366

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Theater. 8E Uhr: Hochherrschaftlihe Woh- | „Sonnabend: Zum ersten Male: Monna | Sgzufeld.) Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: (Met). Hrn. Moriy voa Oppen-

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