1894 / 179 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

ß eingetroffen.

Seine G ah 0 e Hoheit der ra edi ist f vargelern |

rinzlichen Villa zu

i Baden. re Königlichen Hoheiten der Großherzog und die erzogin e gestern St. Blasien verlassen und sich Mainau egeben.

Sachsen-Coburg-Gotha.

j Der Landta desHerzogthums Gotha hat gestern den Ankauf des Schlosses Friedrichsthal behufs Unterbringung der Geschäftsräuimë des Herzoglichen Staats-Ministeriums zum Preije von 250 000 f genehmigt.

aus Eichstätt in

Oesterreich - Ungarn.

Auf Anordnung des Kaisers, Allerhöchstwelcher heute Abend in Wien eintrifft, findet die Beisez ung der Leiche des herzogs Wilhelm in der Kapuzinerkirche bereits morgen g nal Eine Deputation der Offiziere der Militärkanzlei legte ge eg am Sarge des Erzherzogs Wilhelm im W

räge der Kaiferin einen prachtvollen Kranz nieder, der die idmung trug: „Jn treuer Freundschaft, Elisabeth." Es wurden außerdem Kränze vom Reichs-Kriegs-Ministerium, dem Öffizier- Tóïps der Zweiten Artillerie-Brigade, der Wiener Campagnereiter- Gesellschaft und von zahlreichen andéren Vereinigungen dargebräht. Jn der gestrigen Sißung des Wiener Gemeinde- raths gedachte der Bürgermeister Grübl des shweren Ver- lustes, den das Raiserhaus und die ganze Monarchie dur das Ableben des Erzherzogs Wilhelm erlitten habe. Aus Budapest und den bedeutenderen Städten beider Reichshälften werden ähnliche Trauerkundgebungen gemeldet. Der König von Rumänien t gestern Nachmittag in Wien eingetroffen und hat Abends die Reise nah Frank- furt a. M. weiter fortgeseßt.

Großbritannien und JFrland.

Die Prinzessin von Wales is mit den N zessinnen-Töchtern gestern Abend von London über Calais nah Rußland abgereist, um der Hochzeit de» Großfürstin Xenia beizuwohnen. Nach der Hochzeit werden Höchstdieselben sih nah Kopenhagen begeben. s

In der gestrigen Sißung des Unterhauses erklärte der Parlaments-Sekretär des Auswärtigen Sir E. Grey, er habe seiner am 5. Juni abgegebenen Erklärung be- üglih Mataafa's nichts b bmtiiGAgen: Jaluit sei von Deutschland E: er könne niht sagen, wie oft eine reguläre E mit Jaluit vorhanden sei. Mataafa sei zunächst an Bord eines deutschen Kriegsschiffes nach der Gruppe der Unions-Jnseln gebraht worden, weil das britishe Kriegsschiff seinen Kohlenvorrath von Au- land niht erhalten hätte. Später sei durch ein Ab- kommen ; der Vertragsmächte bestimmt worden, Mataafa in der: Obhut der deutshen Behörden zu lassen. Sir E. Grey Llte hinzu, er wisse niht, wie die Majorität der englischen

nsiedler das Abkommen betrachte ; es scheine aber unnöthig, die

darüber geführte Se e Lai veröffentlichen. Der Kanzler

der Schaßkammer Sir W. Harcourt beantragte, daß die Debatte und die Einzelberathung des Berichts über die Bill, be- treffend die exmittierten irishen Pächter, biszum 9. August beendet werden solle. Balfour bekämpste den Antrag durch einen Unterantrag, worin das Bedauern ausgesprochen wird, daß, nach- dem man es für angemessen erachtet habe, dem dur die Session von 18 Monaten ershöpften Parlament einen Geseß- entwurf über die strittigsten Probleme der irischen Agrarfrage vorzulegen, die Regieruig versuche die Vorlage durch die Stadien der Berathung in einer Weise zu treiben, welhe die Minorität ihrer Rechte beraube, die Erörterung der ¿Bill unmöglich mache und geeignet sei, die Ver- handlungen des Hauses verächtlich zu machen. Im Verlauf der Debatte erklärten Balfour und Chamberlain, sie würden si, wenn der Antrag Harcourt angenommen werden sollte, an der. weiteren Berathung der Bill nicht betheiligen. Das Amendement Balfour wurde Tlieblih mit 217 gegen 174 Stimmen abgelehnt und der Antrag Harcourt angenommen. Zwei Anarchisten, die bei Gelegenheit der Einweihung der neuen Tower-Brücke R rere Reden geführt hatten, wurden gestern zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt.

Frankreich.

_ Der Präsident der Republik Casimir-Perier und Gemahlin haben sih gestern Nachmittag nah Pont-sur- Seine (Departement Aube) begeben. Die in der Nähe des Bahnhofs versammelte Menschenmenge begrüßte den Präsidenten lebhaft. Auch in Pont-sur-Seine wurde der Präsident von den Einwohnern auf das herzlichste begrüßt. i

Der König von Griechenland ist gestern Vormittag in Aix-les-Bains angekommen. Li

Der Zentral-Polizeikommissar von Cette ist seines Amtes entseßt worden, weil die Untersuchung ergeben habe, daß die Lokalpolizei die Verwaltung über das Ergebniß der im April in der Wohnung Caserio's vorgenommenen Haus- suhung in Unkenntniß gelassen habe.

Rußland.

Der T S E Eee und - der -_ Prinz Christian von Dänemark find, wie „W. T.B.“ aus St. “nts berichtet, gestern Abend in Peterhof ein- etroffen.

E Das Mitglied der Kontrole ‘der Südwestbahnen Male- shewsfi ist zum Direktor der Kreditkanzlei ernannt Sin Herbst dieses Zahres soll eine Kommission die Auf er ieses Jahres soll eine Kommission die Au f- hebung der Zollgrenze zwischen Rußland und Finland berathen. . Das Finanz-Ministerium sammelt zu diesem Zweck gegenwärtig ausführlihe Daten über den Handel Finlands.

Ftalien.

Der Kutscher dér Familie Bandi und andere gestern Nachmittag mit Lucchesi konfrontierte Zeugen sollen, wie W. T. B aus Livorno berichtet, in diesem den Mörder des Publizisten Bandi erkannt haben.

c i Türkei. Die „Agenzia Stefani“ meldet aus Canea: Der General-Gouverneur der Jnsel Kreta sei in der

“unbekannten Jndiv

m vón der Straße aus in ein im Erd- des Finanz-Ministeriums belegenes Zimmer, wo der

‘ubm Dienstag durch einen Finfetshuß, der von cine 1

General-Gouverneur verweilt habe, abgefeuert worden sei, am 0

pf wie es scheine, nicht erheblih verlegt worden. Es D noch nicht festgestellt, ob es sich um einen Akt persönlicher

ache oder um ein Verbrechen aus politishen Motiven ge- handelt habe.

Serbien.

Pasic ist dem „W. T. B.“ zufolge gestern in Belgrad eingetroffen. Nach einer Meldung des „Neuen Wiener Lag- blatts“ aus Belgrad konferierte Pásic mit dem Minister- Präsidenten Nikolajewic behufs Versöhnung der radikalen Partei mit dem Hofe.

Die „Politishe Korrespondenz“ meldet aus Belgrad, die Untersuchun in dem Hochverrathsprozeß gegen Cebinac sei beendet. Außer gegen Cebinac werde der Staats- anwalt die Anklage wegen Horne auh gegen den chemaligen Deputirten und Präsidenten des radikalen Skupschtinaklubs Ranko Taisic, den Sekretär des Kragujewaßer Kreisausschusses Sima Djakovic und den ehemaligen Schullehrer und Steuereinnehmer Alexander Zuzjovic erheben.

Bulgarien.

Die „Swobodno Slowo“ wendet si gegen die Personen, die eine Amnestie für die bulgarischen migranten in Nußland verlangten, und weist auf die von dem Zankowisten Stanthew am 6. Juni in den „Moskowskije jedomosti“ veröffentlichte Me hin, die einen durchaus anti- dynästisheu Ton habe, die Geseßmäßigkeit der era des Prinzen Ferdinand und seine Wahl durch das Volk bestreite und mit der Bemerkung schließe, daß die Emigranten, A N an der Spiße, Ls jedes Kompromiß abl-hnten.

iese Erklärung beweise, daß die Emigranten die wirklichen Verhältnisse des Landes nicht kennten_ oder unter fremdem Einfluß handelten; in leßterem Falle müsse deren Haltung als hochverrätherish bezeichnet werden.

Asien.

Das „Reuter'she Bureau“ meldet aus Shangh ai von gestern in einer von anderer Seite bisher nicht bestätigten Privatmeldung aus Tientsin sei das hinesishe Panzer- \chiff „Chen-Yuen“, das größte und modernste Schiff der chinesishen Marine, in einer Seeschlacht, die am 30. Juli stattfand, von den Japanern in den Grund gebohrt worden. Ferner seien zwei große chinesishe Kreuzer, vermuthlih die von der Firma Armstrong gebauten, von den Japanern genommen oder zerstört worden. L /

Von heute meldet dasselbe Bureau, es heiße in Shanghai, die Japaner hätten die chinesishe Stellung bei Yachan am 27. und 28. Juli angegriffen, in aber mit großen Ver- [usten zurückgeschlagen worden. Die Verluste der Chinesen seien unbedeutend. Die Japaner zögen ihre Truppen aus Söul zurück, um ihre Armee bei Yachan zu ver tärken.

Nr. 30 A des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, herausgegeben im M inisterium der öffentlichen Arbeiten, vom 1. August hat folgenden Inhalt: Der sech|e internationale Kongreß für Binnenschiffahrt im Haag. Zur Eisenbahn-Oberbau- Frage. Ueber italienische Volksshulen. Bücherschau.

Statistik und Volkswirthschaft.

Fnvaliditäts- und Altersversicherung. ;

Bei der Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Berlin sind im Laufe des Vierteljahrs April/Juni 1894 139 Anträge auf Gewährung von Altersrente eingegangen ; aus der Zeit vor dem 1. April 1894 lagen noch 48 Anträge vor, hinsichtlich deren die Ent- scheidung noch ausstand. Von diesen 187 Anträgen find E 91, abgelehnt 45, anderweit erledigt 4 und unerledigt auf das folgende Vierteljahr übernommen 47. Bis zum 1. Juli 1894 waren ins- gesammt bewilligt an Altersrenten 2006. Von- diesen find ausgeschieden durch Tod 338, aus anderen Gründen 40, zu- sammen 378, sodaß am 1. Juli 1894 1627 Altersrenten- empfänger vorhanden waren. Innerhalb des gleichen Vierteljahrs find 293 Anträge auf Gewährung von Invalidenrente eingegangen und 86 unerledigt aus dem Vorvierteljahr übernommen. Von diesen 379 Invalidenrenten-Anträgen sind 127 bewilligt, 101 abgelehnt, 6 anderweit erledigt, 145 unerledigt auf das folgende Quartal über- nommen worden. An JInvalidenrenten L zum 1. Juli 1894 über- haupt 796 bewilligt worden. Ausgeschieden sind inzwischen durch Tod 149, aus anderen Gründen 14, zusammen 163. Mithin war am 1. Juli 1894 ein Bestand von 633 Fnvalidenrenten-Empfängern

aufzuweisen.

Die Heilanstalten im preußishen Staat in den Jahren 18893—91.

Dem soeben erschienenen Heft 128 des amtlichen Quellenwerks „Preußische Statistik“, welches die Morbiditäts\tatistik in den Heil- anstalten des preußishen Staats während der Jahre 1889, 1890 und 1891 behandelt, entnehmen wir nachstehende Angaben:

An der Berichterstattung haben \sich unter Berücksichtigung der in jedem Jahre neu errihteten und aufgelösten Krankenhäuser 2c. be-

theiligt

s 1889 1890 1891 óff. priv. zus. öf. priv. zus. öff. priv. zuf.

allgemeine Heil-

anstaltèn . .. 891 508 1399 890 528 1418 895 565 1460

rren-u.Jdioten- A a U 1 O S S S L S

Augen- : heilanstalten . 20 45 65 e Q Wo0 70

Entbindungs- anstalten E 48 96 139 46 96 L145 O 4 120

Anstalten über- haupt 1032 762 1794 1036 790 1826 1044 810 1854

Von den vier Kategorien der berichterstättenden Krankenhäuser entfällt hiernah in jedem Jahre auf die allgemeinen Heilanstalten bei weitem die größte Zahl; im Durhschnitt der drei Berichtsjahre machten sie 78,1 9/0, die Irren- und Idiotenanstalten 10,8 °/o, die Augenheilanstalten 3,7 °%/% und die Entbindun sanstalten 7,4 °/o aus. Während die Zahl der leßteren alljä rlih, und zwar hon seit einem Jahrzehnt allerdings nit erheblichen Schwankungen untérliegt und nur im Jahre 1891 geringer ist als in irgend. einem Berichtsjahre seit 1881, hat die Anzahl der Augen- heilanstalten im leßten Jahrfünft (seit 1887), die der Irrenanstalten seit 1880 und die der allgemeinen Krankenhäuser seit dem Beginn der Erhebung (1877) eine regelmäßige Zunahme erfahren.

Was insbesondere die Zahl der allgemeinen Heilanstalten betrifft, so waren im Jahre 1877 nur 888 Anstalten dieser Art an der Krankenhausstatistik betheiligt; im Iahre 1880 stieg die Zahl der- selben auf 990, 1885 auf 1205, 1888 auf 1343 und 1891 auf 1460.

A

In fämmtlichen i belief ih im Jahre 1891 die Zahl der Verpflegten auf 468 132 Köpfe, \ 52,3 Betten und auf Uebersicht zeigt, welch Verhältnißzahlen seit 1879 erfahren haben:

Auf 1 Anstalt Auf 1 Bett 10000 Einw. fommen Betten

sicherlich die erhebli unter 10 000 Einwo

hôchjte Höhe

überrasckcht ,

doppelte Zahlu er; 5) halbtägige und am Fastnachtsdienst.

In Leipzig besch eine Versammlung der abzuhaltende

Aue

isi zun

Bezüglich der Be hältnisse und der Größe dieser Art von An- O B rae ubeben, al M E E von Kranken iw Privatan| iche

orshriften bestehen, und

der Anstalten

I, Staatsanstalten

a. Unterrichtsan-

stalten zur Aus-

bildung der Aerzte

b. Gefängniß- lazarethe

1) des Ministe- riums des Sen

2) des Jufstiz- Ministeriums

. Anstalten der Pro-

vinzialverbände (Heilanstalten in Landarmen- Dae)

. Anstalten der Be-

zirksverbände . .

. Anstalten d.Kreis-

verbände . . .

. Anstalten politi-

{her Gemeinden

a. städtishe An- stalten

b. Landgemeinde- Anstalten . .

. Anstalten von Ne-

ligions8gemeinden

a. evangelischer Gemeinden

b. katholischer Gemeinden .

c. jüdisher Ge- meinden

. Anstalten religiöser

Orden und Ge- nossenschaften

a. evangelische . þ. fatholishe . .

. Anstalten des

Vaterländischen Frauenvereins u.

anderer Frauen-

Dre; ¿a

X. Anstalten milder

Stiftungen

. Knappschafts-

Krankenanstalten

. Fabrikarbeiter- 2c. Krankenanstalten T. Anstalten von

Privatunter- Amen «e

Jahre Betten Verpflegte

43393 275 879 56654 8341 863 66878 379476 752566 468 132 Hiernach nimmt die durhschnittlißhe Größe der allgemeinen was sowohl in den mit größeren Anstalten n und technishen Vortheilen (billigere ttung mit allen tehnishen Hilfsmitteln 2c.), als auch

Krankenhäuser stetig zu, verbundenen Verwaltung, auf dem Ge in der Wirkung der sozial Unfallversicherungsgeseße) seinen Grund he Zunahme der Verp hnern zum theil mit verursacht. Die vorstehende Aufstellung zeigt übrigens ferner, d. h. das Verhältniß der Zahl der ten, dessen Kenntniß für die Verwaltung es durchaus erforderlih is, für die Fest- Krankenhäuser überhaupt keinen geeigneten Maßstab abgiebt. Für sämmtliche allgemeinen Heilanstalten Preußens seit 1879 zwischen 5,7 und 6,4 und dagegen hat die Frequenz dieser bevölkerung in demselben Zeit-

genannte Belegungsziffer, zu derjenigen der Verpfle jedes einzelnen Krankenha stellung der Frequenz

bewegte sich die Belegungsziffer zwar zumeist in absteigender Richtung ; Anstalten im Verhältniß zur Gesammt raum um mehr als 50 %/9 zugenommen.

Kohlenförderung Groß

Die Kohlenausbeute britannien hat im vergangenen Ja 5 erreichte sie im Jahre 1891, wo fi 1892 fiel sie auf 182 000 000 t. Im Ja 65 000 000 t gefördert.

Zur Arbeiterbewegung. : ;

ird dem „Vorwärts“ gemeldet, daß, einer Mit- ierbrauergehilfen zufolge, die von diesen stellten Forderungen bis jeßt von der Löwen-, Kochel- und Zacherl-Brauerei bewilligt worden mit der Mittheilung orderungen Die Schäffler (Küfer) ver- eldzushuß ; ause liegen; reitrunk von gesundem und Kirhwethmontag

Aus München w theilung der dortigen an die Brauereien ge Sypaten-, Augustiner-, § U erner wurde eine Q daß die Pschorrbrauerei wichtigsten Punkten genehmigt habe. langten 1) wöchentlih 29 l 2) 94 Stunden Arbeitszeit, zwischen denen 23 ung für Sonntagsarbeit; 4) Arbeitszeit am Oktoberfe

wie die „Leipz. Ztg.“ Bildhauer Zusammen

nehmungen geworden ift; stalten im Jahre 1891 des Staats 6,3, auf den der Kreisverbände 5,7, der städti meinden 1,5, der evangelischen Kirhengemeinden 2, der jüdischen 0,2, der eva lischen Orden 2c. 8,0, der 1,8; ‘der milden S| \{afts- und Fabrikarbeiterkranken dieser Art entfielen. Aehnlich ten in den bezeihneten Anstaltskategorien. E onders anshaulih wird die Bedeutung der Besitverhältnisse P ata der Anstalten durh folgende Nachweisung für das ahr :

Gattung und Art

tiftungen 1

wirth\chaftliche reichere Aussta ( is biete der Hygiene und yraktishen Medizin ozialpolitishen Geseßgebung (Kranken- und haben dürfte. flegten von 101,7 auf 154,2

daß die so-

der

des

B

29 A6. eins

elishen Genossenscha aterländishen und anderer d auf den B

Zahl der

Betten 6390 61381

1 632 399

2 692 26 979 26 938

allgemeinen Heilanstalten des preußishen Staats Betten auf 75 256, die der Anstalt durchschnittlich erpflegte entfielen.

je 1 Bett 6,2 V e Aenderungen die betreffenden Angaben bezw.

44,0 47,0 49,6 92,3

talten, über deren E deren Betrieb behördli wacht wird, in neuester Zeit häufiger Gegenstand von Erwerbsunter-

leßtere mahten von allen derartigen An- ereits 7,6%/9 aus, während auf den Besi rovinzial- und Bezirksverbände 1,5, der en Gemeinden 34,9, der ländlihen Ge- der katholischen 9,6, ,7, der fatho- rauenvereine

“der Knapp x Anstalten die Betten und die

3,3, UN fassen vertheilten f

f 1 Anstalt je 1 Bett Betten Verpflegte 9,6

odaß ‘auf 1

Verpflegte 96tten

100 101 T 20,0 120,6 22,9 129,7 24,8 154,2

Letztere hat

britanniens.

ten Königreihes Groß- hre 164 000 000 t betragen. Die e 185 000 000 t be- re 1854 wurden nur

Vereinig

lerversammlun

chließlich 5 A Wohnun

Bildhauer zu besu: cie Leipzigér Ale dana weis wurde im leßten Geschä hre von 190 Gehilfen auf- gesught und beseßte 56 von 72 offenen Stellen. einer

ersammlung der Holza rbeiter wurde über die Thätigkeit des Arbeitsnachwei| es mitgetheilt: Im leßten Jahre meldeten \ih 656 Arbeitslose, die zusammen 3620 Tage ohne Se gung waren. 286 Arbeitgeber hatten 365 ofene Stellen angemeldet, von denen der Arbeitsnahweis 103" béseßte. L

In Crimmitschau is, wie der „Vorwärts“ mittheilt, die Bolkel wie des Verbandes der Maurer Deutschlands dur die

olizei, wie früher schon die Zahlstelle in Chemniß, aufgelöst worden. (Vgl. Nr. 174 d. Bl)

Aus Shlotheim im Fürstenthum Shwarzburg-Rudolstadt wird der „Nordh. Ztg." unter dem 30. Juli geschrieben: Unter den hiesigen Seilern dauert der Strike fort. Die Ausständigen geben fich alle Mühe, die noch thätigen Seiler zur Arbeitseinstellung zu be- wegen. In besserer Kleidung durchziehen sie, besonders zur Zeit des Beginnens und der Beendigung der Arbeitszeit, die Straßen der Stadt, um ihren noch arbeitenden Kameraden zu begegnen und ihnen zu zeigen, wie angenehm das Striken sei. Auch sind von ihnen an den Landstraßen Posten ausgestellt, um zureisende Seiler von der etwaigen Arbeitsnahme abzuhalten. Die Arbeitgeber kehren sich nit daran; fe arbeiten mit den ihnen verbliebenen Kräften weiter und find im stande, die zur Zeit ein- laufenden Age zu erledigen, zumal sie sih gegenseitig unterstüßen. Sie haben beschlossen, den Familien der Ausständigen die Hausarbeit, wodurch Frau und Kinder wöchentlich noch einige Mark verdienten, zu entziehen. (Bal. Nr. 177 d. BL.)

Hier in Berlin fand am Montag eine Protestversamm- lung der „lokfalorganisierten“ Schneider, zu der sih auch viele „zentralorganisierte“ eingefunden hatten, statt, um Stellung zu nebmen zu einer Erklärung, die in einer großen Schneiderversamm- lung vor kurzem angenommen wurde, worin gesagt war, daß die Schneider Berlins ein geshlossenes Ganze bilden müßten, da sie nur dur festes Zusammenwirken im stande seien, den Ansprüchen der Konfektionäre entgegenzutreten. Die Schneider, die kleinen Vereini- gungen angehören, wie Bügler, Militärschneider 2c., Las: kein Anrecht auf eine Unterstüßung von der Schneiderschaft und der Arbeiterschaft über- haupt haben. Die Gegenerklärung, die das Verhalten der zentral- organisierten Schneider für „unwürdig“ erklärte, konnte, wie die Blätter melden, in dieser Versammlung troß mehrstündiger sehr er- regter Besprehung nicht zur Abstimmung kommen. In der Schuh- fabrik von Rosenthal u. Groß in Berlin sind nah dem eVorwärts“ die Vorrihter und Stepperinnen mit dem Fabrikanten in Lohnstreit gerathen. :

Kunst und Wissenschaft.

Am 830. Juni d. J. ist in Sassoferrat o, Provinz Ancona in Jtalien, ein der dortigen Gemeinde gehöriger früherer Kirchenshaß entwendet worden. Derselbe besteht aus 25 Stücken, insbesondere Medaillons, kleinen Urnen und Kreuzen, aus Gold, Silber und anderen Metallen, vielfah mit Edelsteinen beseßt und Heiligen- reliquien enthaltend. Der Schaß war im Jahre 1473 durch den Erzbischof von Siponto, Perotti, nah Sassoferrato ge- bracht und, nachdem die dortige Gemeinde das Eigenthum daran erworben hatte, seit 1860 im ne des Sindaco auf- bewahrt worden. An jedem Stü befindet sih ein Pergament- streifen, auf dem mit rother Schrist aus der Zeit des Perotti angegeben ist, welche Reliquien darin enthalten sind. Von den Dieben fehlt bis jeyt jede Spur. Da es nicht ausgeschlossen erscheint, daß versuht werden wird, die entwendeten Gegenstände in Deutschland zu verwerthen und sie besonders Museen zum Ankauf anzubieten, so wird vor ihrer Erroerbung gewarnt. Es empfiehlt sih, etwa an- gebotene Stücke, die aus dem Diebstahl herrühren könnten, anzuhalten und der nächsten Polizeibehörde thunlihst Mit- theilung zu machen.

Zum Rektor der Berliner Universität für das Studien- jahr 1894/95 ist, der „N. Pr. Ztg.* zufolge, gestern. mit 64 von 75 Stimmen der Professor der Theologie D. Otto Pfleiderer gewählt worden. _

Die diesjährige Generalversammlung des Gesammt - vereins der deutshen Geschichts- und Alterthums- vereine findet vom 9. bis inkl. 12. SIUA in Eisenach statt. Der Verwaltungsausschuß ersucht im „Korrespondenzblatt“ die Ver- eine, ihm unter der Adresse des Geheimen Archiv-Raths Reuter, Berlin C. 2, Klosterstraße 76, zur rehtzeitigen Feststellung des Pro- gramms baldigst die Anträge und Anregungen mitzutheilen, welche auf. der Generalversammlung zur Verhandlung kommen sollen. F An Fragen hat der «Königlihe Staats - Archivar, Archiv-Nath Dr. Prümers in Posen angeregt, zunächst die vorjährige : 1) Welcher Weg entent sih den Hiftoriscen Gesellschaften für den Austausch und den Absatz ihrer Veröffentlichungen? Ferner 2) Ist die Veranstaltung einer archivalischen Ausstellung für die Förderung der Archiv-Interessen wünschenswerth, und bejahenden Falls wie ist dieser Gedanke zu verwirklihen? 3) Wie werden Siegel am zweckmäßigsten aufbewahrt und vor Verderben lr

_¿— Bei den Ausbaggerungen im Hafen zu Bisexta (in Tunis) ist, wie der „Voss. Ztg.“ aus Paris unter dem 28. Juli berihtet wird, eine Dpferschale aus Vollsilber mit Verzierungen aus Gold ge- funden worden. Die Schale if länglihrund und wenig tief, mit e flahen Ohren N versehen, dabei 0,90 m lang und 9 kg chwer. Die Verzierung ist sehr reich: in der Mitte ist auf Gold- einlage der Kampf des Apollo mit Marsyas eingegraben; ein Satyr spielt die Doppelflôte vor der Muse, der Sciedörichterin in dem Kampfe; um sie gruppieren sich die Parteigänger der beiden Kämpfenden, „Athena, Kybele, Olympos u. st w. Am Rande der Schale entlang läuft ein flachrunder Fries alexandrinishen Stils, ver- schiedene idyllishe und ländlihe Bilder nebst Verzierungen darstellend. Auf den Ohren (Vollhenkeln) find ein ländliches, Dionysos ge- brahtes Opfer und eine Trinkergruppe, von Verzierungen umgeben, dargestellt. Alle diese Verzierungen sind aus dem vollen tetall getrieben, fein geschnitten, überhaupt mit hoher Kunstfertigkeit aus- geführt. Die Opferschale ist eine bellenishe Arbeit der ersten Jahre unserer Zeitrehnung und das werthvollste Stück aus Edelmetall, das jemals in Afrika entdeckt worden. Dank der Bereitwilligkeit der Unternehmer ist der Fund in den Besiß des Bardo - Museums bei Tunis übergegangen.

Literatur. Geschichte.

ff Acta Borussica. Denkmäler der Preußischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert. Herausgegeben von der Königlihen Akademie der Wissenschaften „Die Behördenorganisation und die allgemeine Staats- Derr ug Preußens im 18. Jahrhundert." 1. Band. Akten von 1701 bis Ende Juni 1714, bearbeitet von G. Shmoller und O. Krauske. Berlin 1894, Paul Parey. Die ersten Bände dieses großen Unternehmens, das die ganze innere Geschichte des Ten Ee Staats zur Anschauung bringen soll, sind bereits vor zwei Jahren erschienen: in ihnen behandelte Otto

inge die Bedeutung der Seidenindustrie für den pen en Staat unter Friedrih dem Größen. Andere wirthschaftsge|chicht- lihe Untersuhungen, wie die Geshichte der Handels- politik und der Wollindustrie, sind {on in Vorbereitung, sodaß ‘wir dadur über die altpreußishe Wirthschaftspolitik mehr und mehr bis ins einzelne unterrihtet werden. Die T Publikation trägt dagegen einen rein verwaltung8geshichtlichen

v

Charakter; sie \foll darstellen, wie sich das moderne Beamtenthum und die moderne Administration seit der Gründung des Preusiisdien Königthums entwitckelt Ja Wie die oben genannte, fo zerfällt auch. diese: in zwei Theile: einleitende Darstellung und Urkunden- anhang. Es ist einleuchtend, daß niht alle Staats- oder Kommunal- behörden gleihmäßig eingehend behandelt werden konnten; um den Umfang der Publikation nicht zu sehr anschwellen zu lassen, mußten gewisse Grenzen gezogen werden. In der Vorrede seßen daher Hein- rich von Sybel und Gustav Schmoller, die Leiter des Unternehmens, die Grundsätze der Edition auseinander. Ausgeschlossen ist im allge- meinen die Lokal-Gemeinde- und Kreisverwaltung; die Staats- ämter sind bis zum Landrath und Steuer - Rath abwärts berüdsihtigt worden. Vorzugsweise is das in die Sammlung auf- genommen, was zur Erläuterung der Regierungsthätigkeit des Königs Sriedrich Wilhelm 1., des Begründers der preußischen Verwaltung, unentbehrlich s{hien. Die den Aktenstücken vorangehende Einleitung ist. von Schmoller verfaßt, die Redaktion der Aktenstücke is Krauske's Werk. Da wir uns in unserem Referat naturgemäß an die Dar- stellung Schmoller's halten müssen, so wollen wir nicht unterlassen, ausdrücklih zu bemerken, daß die Hauptarbeit der Publikation, die Bearbeitung des Theils, der der wissenschaftlichen Forschung dienen soll, von Krauske geleistet worden ist. Schmoller bietet in seiner Ein- [eitung niht eine Inhaltsangabe der abgedruckten Urkunden oder eine E e Darstellung der preußischen Verwaltungs- ge|chihte in der ersten gen des Königthums, sondern allgemeine }Fpalahirn 190 über Begriff und Entwickelung der Behörden und des Beamtenthums in Europa bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksihtigung Deutschlands und Preußens. Ein getreues Referat seiner gedankenreihen, von ccht historisher Auffassung zeugenden Darlegung kann an dieser Stelle niht gegeben werden, wir müssen uns auf einige hervorstehende Punkte beshränken. Zunächst \hildert er, wie auf niedriger Kulturstufe Beamte und Behörden nur für kurze Zeit und ohne bestimmte Kompetenz eingeseßt wurden, bis sih allmählih bedeutende Perfönlichkeiten und hervorragende Familien dauernd in den Funktionen zu behaupten verstanden und so die Aemter erblih machten. Im mittelalterlihen Deutschland z. B. traten die grundbesißenden Aristokraten an die Spitze aller höheren Aemter, der Herzogthümer, Markgrafschaften, und ebenso wurden in den Territorien die niederen Aemter im Kleinadel erblih, wodur sie eine gewisse Selbständigkeit erhielten und dem Landesherren nicht selten unbot- mäßig gegenübertraten. Die Erblichkeit hinderte ferner die Ausbildung eines reinen Berufsbeamtenthums, mußte also, sobald die Geschäfte verwickelter wurden, mancherlei Nachtheile zur Folge haben. Daher begann die landesherrlihe Gewalt bald einen Kampf gegen die Erb- lichkeit, und im Laufe dertJahrhunderte ist es in den deutschen Territorien auch gelungen alle Phasen dieser Abwandlung sind freilih noch niht genügend aufgeklärt den erblihen Beamten durch einen besoldeten, auf Zeit angestellten zu erseßen. Die beste Stütze im Kampfe mit dem Aemter besißenden Adel fand der Landesherr în bürgerlihen Elementen mit juristisher, humanistischer und theologischer Bildung, die in die fürstlihen Kanzleien aufgenommen wurden, sih allmählich zu beständigen Rathgebern des Fürsten empor- \chwangen und endlich zu festen Kollegien mit lokal sehr verschieden bemessener Kompetenz ausbildeten. Aus solchen Kollegien gingen nun wieder andere Behörden für einzelne Zweige der Verwaltung hervor. Diese fürstlihße Administration, der auch der Adel nicht ganz fern blieb, es nun beständig mit den Landständen in Hader. Vornehmlich drehte sih der Kampf um das sogenannte Indigenatsreht: der Adel behauptete, nur einheimische Adlige dürften in den höheren Stellen verwendet werden; die Fürsten hatten aber zum großen Theil gerade ein Interesse daran, tüchtige Ausländer, mochten sie von Adel fein oder nicht, anzustellen, da diese von ihnen allein abhängig waren und somit auch das fürstliche Interesse mehr wahrnahmen als einheimishe, mit den Ständen durch Verwandtschaft und Interessengemeinshaft eng verbundene Adlige. In Branden- burg erhielten die Stände ihren Willen unter Johann Georg und Johann Sigismund; Joachim Friedrich, Joachim 11. und Georg Wilhelm befolgten das entgegengeseßte Prinzip. Die Geschichte der brandenburgishen Administration schildert ShmoUer eingehend von der Regierungszeit des Großen Kurfürsten an. Von hohem Interesse ist u.-a. die Neuordnung des Finanzwesens durch die Aus- bildung der Kriegs- und Domänenkammern, ferner deren Emanzipation von der ständishen Verwaltung, die Trennung der gerichtlichen und der Verwaltungs-Justiz und die Entstehung des Landrathsamts, das hervorgegangen aus einer Kombination des Marschkommissar- und Kreisdirektoramts eine eigenthümliche Meittelstellung zwischen fürst- licher und ständischer Verwaltung einnahm. Zum Schluß führt Schmoller aus, daß das preußishe Beamtenthum im 18. Jahrhundert nah modernen Begriffen noch keineswegs moralisch intakt, aber immerhin weit besser als in den meisten anderen Territorien war und auf einer viel höheren Stufe als in der Zeit nah dem dreißig- jährigen Kriege stand. Die verschiedensten Momente hatten bei diesem av s mitgewirkt: das Beispiel des pflichtgetreuen und strengen

errshers, angemessenere Besoldung, bessere Abgrenzung der Kom- petenzen und niht zum geringsten die allmählihe Aussöhnung des Adels mit der neuen Verwaltung, sodaß der Landesherr weniger auf talentvolle Ausländer, unter denen sih mancher zweifelhafte Charakter befunden hatte, angewiesen war. Was in Frankreich nicht gelang: ein Beamtenthum heranzubilden, das die Interessen der Krone, d. h. des Gesammtstaates, gegen die Reste feudaler Institutionen und An- \{hauungen wahrnahm , is dem preußischen Königthum hiernah in harter Arbeit gelungen.

L Militärisches.

Die beiden Hefte für Juni und Juli d. V. der vom Oberst- Lieutenant Schnackenburg geleiteten „Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine“ (Verlag von A. Bath) haben folgenden Inhalt: In einem Aufsaß unter dem Titel „Die deutsche Flotte und der Reichstag“ befürwortet der Vize-Admiral von Henk auf das wärmste die Verstärkung der deutschen Marine. Wie Friedrih Wilhelm 1. über die Erziehung der militärishen Jugend dachte, schildert in einer lesenswerthen Arbeit der Hauptmann von Scharfenort. In einer anderen Arbeit werden die neuen Aus- bildungsvorschriften der englishen Kavallerie, die sich ziemlih eng an das deutsche, hin und wieder auch an das französishe Reglement anlehnen, besprochen. Oberst-Lieutenant Frobenius hat über die Frage der „UÜmformung der technischen Waffe" geschrieben. „Der Exerzierplaß und das kriegsgemäße Erxerzieren“ werden einer Betrach- tung unterzogen, worin die Verhältnisse beschrieben werden, wie sie sind, und wie sie nah der Ansicht des Verfassers sein sollten. „Mili- tärtouristishe Wahrnehmungen im Sandshak Novibazar, in Mon- tenegro und in der Krivosije" werden vom Hauptmann J. Bau- mann mitgetheilt. „Die Exerziervorschristen der ersten A a und des ersten Kaiserreihs" werden eingehend beleuhtet. Einen Beitrag zur „Geschichte der Adjustierung der österreichishen Armee“ hat der Landwehr- Pn Dittrich geliefert, während der Oberst-Lieutenant Schnackten-

urg weitere leioifante Aufklärungen giebt über die Beziehungen

wien riedrih dem Großen und dem General Chasot. En kleineren v werden „Die Bersaglieri*, die „Meldereiter bei der Infanterie“, ein „Neiterstreih Hampton's“, die „russische Nicolai- Generalstabs-Akademie“ und unter der Ueberschrift „Zwei reitende Batterien in Noth“ eine Episode aus dem amerikanischen Kriege vom März 1864 behandelt. Zum Schluß folgen in beiden Heften kleine ere e Mittheilungen und eine umfangreiche Umschau in der Militärliteratur.

Gesundheitswesen, f, Thierkrankheiten Zund Absperrungs- Maßregeln.

Niederlande.

Dur Verfügung der Königlich niederländischen Minister des Innern und der Finanzen vom 28. Juli d. J. ist vom 31. Juli d. J. ah die Ein- und Durchfuhr von Lumpen, gebrauhten Klei- dungs\tücken und ungewaschener Leib- und Bettwäsche aus Rußland verboten worden. Reisegepäck fällt niht unter das Verbot. Auch sind ausgenommen:

I. vom Verbot der Ein- und Durchfuhr: E a, hydraulish zusammengepreßte Lumpen oder Abfälle in Ballen mit eisernen Banden ; i

b. Abfälle von neuen Stoffen, welche unmittelbar aus Spinn E Webereien, Kleidermagazinen oder Bleichereien kommen, sowie d wolle und Abfälle von neuem Papier;

c. Güter, welhe zwar aus Rußland angebracht sind, aber bei denen genügend ih ergiebt, daß, sie von anderswo herstammen und die so transportiert worden und verpackt find, daß sie mit infizierten Gegenständen nicht in Berührung gekommen sein önnen ;

IT. vom Verbot der Durchfuhr:

Güter, welche so verpackt sind, daß sie unterwegs keinerlei Bearbeitung und Behandlung erfahren können.

Cholera.

Danzig, 31. Juli. Die „Danz. Allg. Ztg." theilt folgenden Cholerabericht aus dem Bureau des Staatskommissars mit: Gestern Mittag wurde ein Matrose vom Schooner E mit holeraverdähtigen Erscheinungen aufgefunden und in das Stadtlazareth am Olivaer-Thor gebracht. Der „Jupiter“ läg in der Mottlau, gegenüber dem brausenden Wasser, und ist mit seiner Besaßung in die Quarantäne- anstalt zu Neufahrwasser übergeführt. Ferner ist gestern Vormittag ein choleraverdächtig erkrankter Schiffer in die Baracke zu Plehnen- dorf aufgenommen; seine Schiffsgenofsen sind daselbst in Qua- rantäne gelegt. Bei einem am 29. d. M. unter f tigen Erscheinungen erfolgten Todesfall des Buhnenarbeiters Witt in Scharnese is Cholera bakteriologisch festgestellt. ä zwei als coleraverdähtig gemeldeten Todesfällen von ern aus Sagorsch is durch die bakteriologishe Untersuhung Cholera asíatica bisher nit festgestellt. Nachdem die Cholera in neuester Zeit in Rußland mit größerer Heftigkeit aufgetreten war und namentlih in St. Petersburg die Zahl der rkrankungen und Sterbe- fälle erheblich zugenommen hatte, werden, wie dasselbe Blatt meldet, auf Anordnung der Königlichen Eisenbahn - Direktion Bromberg die im vorigen Jahre bahnamtlih herausgegebenen „Grundsätze für die Einrichtung des Eisenbahnverkehrs in Cholerazeiten“ mit sofortiger Gültigkeit wieder in Kraft geseht. Die Maßregeln betreffen die Verwendung von Kalkmilch, Chlorkalk und Auevo eing bei Desinfizierung von Frachtgütern.

Maa stricht, 31. Juli. Bis gestern Abend kamen hier laut Meldung des „W. T. B.“ 13 Cholerafälle vor, von denen sechs einen tödtlihen Ausgang hatten.

Auch in der Woche vom 15. bis 21. Juli d. F. blieb der Ge- sundheitsftand in Berlin, wenn man von den zahlreichen Kinder- diarrhoen absieht, ein guter und die Sterblichkeit eine günstige (von je 1000 Einwohnern starben, aufs Jahr berehnet, 19,9). Unter den Todesursachen sind es vornehmlih akute Darmkrankheiten (Diarrhoen und Brechdurchfälle der Kinder), die in etwas gegen die Vorwoche vermehrter Zahl zum Tode führten (218 gegen 190 der Vorwoche). Die Theilnahme des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war nur wenig gesteigert; von je 10 000 Lebenden starben, aufs Fahr berechnet, 97 Säuglinge. Dagegen wurden akute Entzün- dungen der Athmungsorgane seltener Todesveranlafsung und Erkrankungen und Sterbefälle an Grippe sind niht bekannt geworden. Bei einer am 18. Juli aus St. Petersburg heimgekehrten Frau wurde Cholera festgestellt. Eine weitere Grkrankung ist bis Ende der Woche nit vorgekommen. Von den anderen Infektionskrankheiten haben Masern und Diphtherie weniger, Scharlach ein wenig mehr Erkrankungen veranlaßt als in der vorhergegangenen Woche und zeigten sch Masern nur im Stralauer Viertel in nennenswerther Zahl. Erkrankungen an Unterleibstyphus blieben selten, an Kindbettfieber kamen 5 Er- krankungen zur Kenntniß. Rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut wurden weniger beobachtet, ad Erkrankungen an Keuch- husten, die meist einen milden Verlauf zeigten, waren seltener. Er- heblich seltener als in den Vorwochen kamen Erkrankungen an akutem Gelenkrheumatismus fowie rheumatishe Beshwerden der Muskeln zur ärztlichen Behandlung.

Handel und Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. An der Ruhr sind am 31. v. M. gestellt 11095, nicht rechtzeitig gestellt keine Wagen. In Oberschlesien sind am 30. v. M. gestellt 3868, nicht reht-_ zeitig gestellt keine Wagen.

Zwangs8-Versteigerungen. 4

Beim Königlichen Amtsgericht 11 Berlin standen am 31. Juli die nachbezeichneten Grundstücke zur Versteigerung: das im Grundbuch von Schöneberg Band 36 Blatt Nr. 1358 auf den Namen des Kaufmanns Wilhelm Wendt zu Charlottenburg eingetragene, zu Schöneberg an der ohenfriedbergstraße belegene Grundstück; Fläche 5,42 a; Nußungswert fehlt; Mindestgebot 951 M; für das Meistgebot von 101 000 wurde der Maurermeister Hér - mannSpeck zu Charlottenburg, Leibnizstraße 68, Ersteher. Das im Grundbuch von Weißensee Band 34 Blatt Nr. 1009 auf den Namen des Kanzleidieners im Reichs-Patentamt Gustav Jacobi zu Berlin eingetragene, zu Neu-Weißensee, Straßburgstr. 42, belegene Grundstück; Fläche 4,50 a; Nuzungswerth 1270 4; Mindestgebot 435 4; ein Gebot wurde niht abgegeben. Aufgehoben wurde das Verfahren wegen des Luhe'shen Grundstücks zu Weißensee, Gustav-Adolfstr. 152, belegen.

Die Berliner Bockbrauerei-Aktiengesellshaft fordert in einer Bekanntmahung zur Durchführung der von der Generalversammlung beschlossenen Pera tou des Grundkapitals die Aktionäre, welche ihre Aktien noch nit zur Zusammenlegung und Abstempelung eingereiht haben, auf, die Einreichung folher Aktien bis zum 15. August d. J. bei dem Bankhause Born u. Busse zu bewirken. Eine weitere Frist zur Einreihung kann niht gewährt werden. Es wird hierzu bemerkt, daß die niht abgestempelten Aktien später keinen Anspru auf Dividende mehr haben.

Gestern Abend fand hier, wie der „B. B.-C.* berichtet, eine R E Generalversammlung der Königsberger Pferde- eisenbahn-Gesells chaft statt, an welher neun Aktionäre mit vierzig Stimmen und 521 000 (4 Kapital theilnahmen. Es handelte sis in der Versammlung um die Ueberlassung sämmtliher Kon- zessionen und der Geleise sowie des rollenden Materials der Gesell- \haft in Königsberg an die Union Elektrizitäts-Gesell- \chaft. Der Antrag wurde mit 26 gegen 14 Stimmen angenommen und der Vertrag mit der Union Ele trizitäts-Gesellsaft

Rede M Ein Aktionär gab gegen den Beschluß einen protet zu rotokoll. Schließlich beshloß die Versammlung, die Zahl der Auf- ihtörathsmitglieder von vier auf fünf zu erhöhen und wählte Herrn Direktor Bollmann von der Union Elektrizitäts-Gesellschaft neu in den R, iWlesisSen Steinkobl

Vom ober esishen einkohlen markt berichtet die «Schl. Ag, : Der oberschlesishe Kohlenmarkt zeigte sich in der leßten Woche von einer Unbeständigkeit wie selten R, ing das Kohlengeshäft in der ersten Hälfte des Monats Juli flott, fo hatte es in der zweiten Hälfte derartig nachgelassen, daß Ttaum 70 % des Quantums der ersten vierzehn Tage verladen wurden, Dieser Rückgang ist theils durd die Eule verursacht, durch die geringere Wasserverladung herbeigeführt worden. Auc sich die Händler zur Ausnugung der Sommerpreise mit Kobl reichend versorgt, sodaß ihre Aufträge in leßter Zeit bedeutend g eingingen. Um nicht zu viel stürzen ju müsen waren fast ä Gruben genöthigt, cierschichten uf einigen Grube nur in dritten Schichten in der W efôrdert; es yle 10 f Sortimente an Aufträgen. Das Ge Häft stellte fich für die Kohlenforten wie A Stükkohlen gingen sehr \chwach, der ets e Marfel u P A auen h us esser, jed unzulän gefragt ; Grbskohle m Verg zum Bo! nachgelassen; Gries-, Staub- und Kleinkohle fand als Betrieb

inzulegen. e