1894 / 196 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

: Zur Arbeiterbewegung.

Aus Dels niß wird dem Vorwärts" zum Ausstand der Teppich- weber der dortigen Bua Schenk, Schmidt und Beuttler berichtet, daß noch keinerlei Aenderung eingetreten sei. Die Fabri-

nten beharren auf einer Lohnkürzung von 10—12 %, während die Arbeiter den vollen Lohn verlangen und dies damit begrönden, daß in den zwei größeren A Mriten der alte Lohn gezahlt werde. N jeyt foll noch kein Ausständiger die Arbeit wieder aufgenommen aben.

e Bielefeld haben, wie demselben Blatt geschrieben wird, die Weber und Weberinnen der Seidenweberei von Deltus Söhne ihre Kündigung eingereiht, weil die Unternehmer eine Lohn- kürzung angekündigt baben follen. Die Arbeiter bes{lofen, am 28. d. M. die Arbeit niederzulegen, falls die Fabrikanten die Maß- regel bis dahin niht wieder rückgängîg gemaht haben, und theilten den Beschluß der Direktion mit.

Kunst und Wissenschaft. Große Berliner Kunstausstellung. IV.

Landschaftsmalere i.

L. K. Das Gesammtniveau der in der diesjährigen Ausstellung dargebotenen Leistungen ist, wie ein erneuter Be- such nah_ längerer Unterbrehung bestätigt, ungewöhnlich niedrig. Selten on Talentlosigkeit und Mittelmäßigkeit so ild wie diesmal, - und die Frage drängt fih unwill- kürlih auf, ob bei solchem Stande der Produktion nicht cine Verlängerung der Ausstellungspausen oder eine Beschränkung in der Auswahl des Eingesandten gerathen wäre. Einen Durch- [Ami der Leistungsfähigkeit unserer Künstler gewährt am chesten

ie Landschaftsmalerei, das am reichsten angebaute vel malerischer Thätigkeit. Die Ausbeute an Erscheinungen, die das Mittelmaß überragen, ist auch hier überraschend klein. Die Führung haben wie im vergangenen Jahre die \{chotti schen Landschaftsmaler, die nah ihren ersten Erfolgen sih zu einem regelmäßigen Er- scheinen äuf dem kontinentalen Kunstmarkt entschlossen haben. Jhre zarten mit melancholisher Stimmung gesättigten Mond- es deren Umrisse im Abendnebel weich ver- chwimmen, ihr fesselndes Kolorit, ihre persönlihe Auffassung der Natur haben niht nur auf die Laien, sondern be- sonders auch auf einzelne unserer deutschen Landschafts- maler tiefen Eindruck gemacht. Man versucht ihre Geheimnisse zu ergründen, ihre Farbenscala nachzuahmen, ohne sih bewußt zu werden, daß das Hauptgeheimniß ihres Erfolgs die von jedem Schulzwang freie Selbständigkeit ist, mit der sie Natureindrüdte, die sih tief in die Seele prägen, aus dieser Stimmung heraus in tut überseßzen. Das ver- feinerte, zartshwingende Naturgefühl,. das ihre Werke aus- zeichnet, läßt sih nicht erlernen, nicht Juferlidh nachahmen: es gehört zu jenen Gaben, die dem Künstler von Beginn an ver- iehen oder versagt sind. Es ist ein merkwürdiges Phänomen, daß sih die gleichen auf persönlicher Eigenart gegründeten orzüge bei einer geschlossenen Gruppe von Künstlern finden, die niht nur durch ihre Landsmannschaft, jondern enger noch durch eine Art Klubgemeinschaft verbunden sind. Unter den auf unserer Ausstellung ver- tretenen „Boys of Glascow“ nimmt {wohl Macaulay Stevenson den ersten Plaß ein. Seine Mondscheinbilder athmen eine stille träumerishe Schwermuth, ihr Eindruck läßt sich am ehesten dem Klang einer verschleierten Altstimme ver- gleihen. Durch ‘ein scheinbar ganz beiläufiges Motiv einige Nachtvögel fliegen aus dem Buschwerk am Bachufer auf weiß er den Eindruck in dem Mondaufgang an der Mühlenbrücke (1555) wohl dem schönsten unter den vier ausgestellten Bildern, ins Geheimnißvolle, Un- heimlihe zu steigern. Neben diesem „Moonlighter“, wie ihn die Genossen nennen, sei noch James a genannt, der in fünfzehn kleinen Aquarellen Ansichten aus seiner Heimath mit entzückender Frishe des Blicks und aus- erlesenem Farbengeshmack wiedergegebcn hat. Obwohl Paterson feine Schulung Paris zu verdanken hat und von dem engeren Kreise der Boys nicht als vollbürtig anerkannt wird, steht er diesen in seiner Auffassung ungemein nahe. Henderson und Knight müssen ebenfalls der gleihen Gruppe zugezählt werden, Wenngleich sie sich niht so eng an Stevenson anschlicßen wie A. K. Brown, der mit ses vornchmen Land- schaften vertreten ist. Hamilton überrasht durch eine scheinbar naturfremde freie Farbengebung, die aber einen ungewöhnlichen, offenbar nah japanischen Vorbildern gebildeten Geshmad verräth. Von deutschen Künstlern darf sich Charles Palmié in München getrost den Schotten an die Seite stellen. Sein Abend (1233), die Mondnacht (2520a) und das gleihe Motiv, ein am bergigen Flußufer liegendes Städt- hen mit alterthümlihen Thorbauten und einer Holzbrüdte, in gedecktem Tageslicht, sind Meisterleistungen in kraftvoller Farbenwerthung, die keinen Vergleih zu scheuen haben. Palmié is viellcicht unter den jüngeren Münchener Landschaftern die markanteste Persönlichkeit. Weniger selbständig, aber mit unverkennbarem Talent streben Freudemann, Langhammer und Feldmann den leihen Zielen zu. Auh Sindig hat in seiner auf arbendreiflang Gelb-Grün-Blau gestimmten Frühlingssludie 2508). das foloristische roblem unmittelbarer Natur- hilderung im Sinne der Schotten zu lösen versuht. Die Neigung, das Farben- und Lichtspiel der Atmosphäre mit gesteigerter Empfindlichkeit des Auges durch alle Nuancen zu verfolgen, gewissermaßen die Tonwerthe in ihre Urbestand- pret zu zerlegen, die erst bei einem gewissen Abstande vom ilde sich für das Auge wieder verschmelzen und ein vibrierendes Leben gewinnen, bekundet sih in einer Gruppe von Landschaften, unter denen das herbstlihe Wald- interieur des Belgiers F. Courtens (287) als bedeutendstes Werk hervorragt. Auh die Schneeluft- stimmung in dem Bilde „am Kreuzeswege“ (286) und das Flimmern des Lichts auf den brandenden Wogen des Meeres (288) weiß dieser Meister mit wunderbarem Geschick eien Andere, die sih mit kühnerem Farbensinn auf demselben Gebiet vorwagen, wie Hagemeister (575), Jllies (730), Burmester (256) und Hoermann (713) N es niht immer zu völlig ausgeglichenen Leistungen; der Charakter des Experiments überwiegt, die Lust, Midts dene oft überraschende Nuancen zu lebendiger Wirkung zu bringen, führt leiht zu einer Uebertreibung der Farbengegen- ‘säße. Gleich liebenswürdig, wie in seinen ersten hier angestellten Thier- und Naturschilderungen, gleich Fu in seiner Auffassung erscheint der Schwede Bruno Liljefors auch diesmal în seinem Falkennést (699). Auch der in Berlin ansässige Pole Falat hat uns hon wiederholt durch seine winterlihen Jagdbilder von der eminenten Leucht- kraft der Farben seiner Palette überzeugt, besonders wenn es sich um die Wirkung des fahlen Schneelichts handelt (408),

die allerdings Andersen Lundby (18 und 18a) fast noch unmittelbarer wiederzugeben versteht. Auch H. von Bartels in München gehört zu den Malern, für die das Studium atmosphärishen- Lebens Anfang und Ende der Landschafts- malerei bedeutet; in seinem „Sonntagsmorgen am Strande“ (57) weiß er indeß den Beschauer nit so lebhaft zu fesseln, wie in früheren Bildern der gleichen Art. Auch Max Uth bleibt in diesem Jahre hinter dem Erfolg zurück, den seine ersten fkraftvollen Naturschilderungen errangen. Dagegen nöthigen die Leistungen zweier bisher in Berlin weniger be- kannter Landschafter dieser Gruppe, Lins aus Düsseldorf und Hellwag aus Karlsruhe, dem Beschauer Bewunderung ab durch die zielbewußte Selbständigkeit, mit der sie an die Be- wältigung shwieriger atmosphärisher Probleme gehen.

Kraftvolle, gesunde Natürlichkeit, die keine ungewöhnlichen Reize sucht, spricht aus den Landschaften von H. von Volk- mann, der den Nuf der Karlsruher Akademie auf diesem Gebiet zu neuen wohlverdienten Ehren bringt, wie aus den Bildern von Wachenhusen, Jakob, Holzapfl, Knorr, Herzog, Oskar Kruse, Basedow und —last not least der prächtigen holländishen Viehweide des unlängst ver- storbenen Karlsruher Meisters Hermann Ba isch. Wieder andere, wie Müller Kaempf, Hans Hermann, Hoffmann von Fallersleben, Vorgang und Kubierschky gefallen sich in zartester Abwerthung der Tonübergänge, wie sie nament: lih dic Frühlingsvegetation dem Auge bietet. Eine Steigerung der landschaftlihen Farbeneffekte ins Phantastische, die Ueber- ligung mythischer und märchenhafter Stimmung in landschaft- lihe Formen und Farben ist seit Boecklin's und Hendrich's Vorgang ein beliebtes Thema geworden. Neben Bracht, dessen Eingang zur Unterwelt (199) entschiedèn hinter der beabsichtigten Wirkung zurübleibt, und seinem Schüler H endrich sehen wir zahlreiche größere und kleinere Talente, wie Bombah, Weimar, Völcker, Schinkel u. a. auf diesem Gebiete thätig. Den Uebergang zur Stilisierung bildet der Medusenfels des Münchners G. von Hoeßlin, große Fels- formation in dekorativ wirksamer Beleuchtung, an Preller's antike Landschaftsschilderung gemahnend, zeigt uns A. Hertel in seinen italienishen Küstenveduten: auch Zoff ’s Riviera-Bild (1771) prägt sih besonders durch die ernste stille Größe des Stils dem Beschauer ein. Jn anderem Sinne stilifieren Wenglein und H. Thoma ihre deutshen Landschaften: frei- lih [äßt des leßteren „Kornfeld“ (1591) die persönliche Signatur, die seine älteren Werke tragen, etwas vermissen. Unverkennbar ist diese in den Bildern der Landschafter älteren Stils, wie Achenbach, Canal und Kametcke, deren viel- bewunderte O begreiflicherweise den Reiz der Neu- heit niht mehr haben kann.

Durch die Stoffwahl sondern sich von der großen Masse die Maler exotischer Landschaften ab: so Karl Oenike mit seiner indianishen Opferstätte in Argentinien (1219), die in der Farbe etwas zu s{hwer gehalten ist, und dem Tropenabend in Paraguay, Körner mit seinen in tiefe Sonnengluth ge- tauhten Egyptishen Veduten und Emmy Lischke, deren Waldweben (983) weit weniger germanishen als tropischen Urwaldcharakter trägt. Auch die Schilderer der Reize des Nord- landes, wie Normann in seinen wirkungsvollen großen Fjord- und Lofotenansichten, der zu früh verstorbene Gunnar B erg in seinem verschneiten Hafenbilde, aus dem der Beschauer den Hauch der scharfen Eiseskälte zu verspüren vermeint, nehmen eine Sonderstellung ein. Jhre Betrachtung leitet zur Marine- malerei herüber, der sie ja halb angehören und die durch zum theil hervorragende Arbeiten von Salzmann, Hamacher Bartels, Petersen, Clays, Bobrdt, Giesecke und Wentscher diesmal gut vertreten ist.

Schließlich seien auch noch die Sonderausstellungen von einzelnen Landschaftern erwähnt, die die Bedeutung ihrer Schöpfer zwar nicht in wesentlih neuem Licht erscheinen lassen, aber das Vild ihrer Persönlichkeit in abgerundeter Form in willflommene Erinnerung bringen. Besonders reih ist der Karlsruher Altmeister F. Kallmorgen und der beredte Schilderer der Landschaft Mitteldeutshlands Carl Ludwig vertreten. Auch für die Vorführung zahlreicher Werke von Hans Gude und L. Douzette werden die Verehrer dieser Künstler der Ausstellungsleitung Dank wissen.

Literatur.

Rechts- und Staats8wissenschaft.

Handwörterbuch der Staatswissenschaften, heraus- gegeben von Conrad, Elfter, Lerxis und Loening. Sechster Band, 959 Seiten Folio. (Jena, Verlag von Gustav Fischer). Mit diesem Bande ist das ganze Werk zum Absch{luß gelangt. Es wird nur noch ein Generalregister dazu, wahrscheinlich {hon im Herbst, sowie im Jahre 1895 ein Ergänzungsband erscheinen, der Ab- handlungen über eine Anzahl biëher noch nicht bearbeiteter Stich- worte, aber au Artikel enthalten soll, welche bestimmt sind, die in dem „Handwörterbuh“ bereits erschienenen Artikel fortzuseßen und bis auf die neueste Zeit zu ergänzen. Das ganze Werk, dessen sechster Band mit dem Stichwort „Statistik“ beginnt und mit „Zwischen- handel“ endigt, ist so darf man sagen der Niederschlag deutscher Gelehrsamkeit auf dem Gebieteder Staatswissenschaften oder insbesondere dessen, was man Nationalökonomie oder au politishe Oekonomie neunt. Alle hervorragenden wissenschaftlichen Größen haben Beiträge aus dem von thnen besonders Leb ereshlen Gebiet geliefert. Der Name «Handwörterbuh“ weist darauf hin, daß der Stoff lexikographisch geordnet ist. Es ergiebt sich daraus von selbst, daß den einzelnen Bearbeitern auch eine gewisse Freiheit in der Be- handlung ihres Stoffes gewährt is, woraus vielleicht mancherlei Verschiedenheiten niht nur in der Art der Behandlung, sondern auch in dem wissen\chaftlihen Standpunkt zu erklären sind. Aber im großen Ganzen ist dieser doch einheitlih, da die überwiegende Mehr- zahl der deutschen Nationalöfonomen heutzutage doch auf demselben wissenschaftlichen Standpunkt steht, wenn sie auch im einzelnen in ihren Auffassungen von einander abweichen. Wirkliche Gegensäte fundamentaler Art bestehen innerhalb der Wissenschaft nit mehr, fie sind nur noch in politischen Kreisen oder in politischer Beziehung vor- handen. Eine fernere Uebereinstimmung in den zahllosen, von den verschiedensten Verfassern herrührenden Arbeiten besteht darin, daß allenthalben reihhaltiges wissenshaftlihes Material berbeigebracht und auch der Litcraturnahweis ein, wie es scheint, voll- ständiger ist, so daß das .„Handwörterbucz“ au als Wegweiser zu weiteren Forschungen dient. Wer si über eine staats- wissenschaftliche oder volkêwirthschaftlihe Frage genau orientieren will, findet hier ausgie e Belchrung und zugleih Handhaben für gründ- lihere Studien. Aus dem neuesten (6.) Bande heben wir an be- merkenswerthen größeren Arbeiten hervor: Steuer von Professor Eheberg; Taback und Tabatbesteuerung von Unter-Staats\ekretär z. D. Dr. G. von Mayr; landwirthschaftlihe Taxation von Professor Frei- herrn von der Golß; Ueberproduktion von Dr. W. Lerxis; Unfall- Fabi vom Präsidenten Dr. Bödiker ; Unfallversicherung vom Geheimen

egierungs - Nath Dr. Zacher; Veredelungsverkehr von Professor De She: Vereins- und Versammlungsfreiheit von Professor Loening; Versicherungswesen von Dr. Emminghaus; Volkswirthschaft, Volks- wirthshaftslehre und -Methode von Professor Schmoller; Welt- postverein von Direktor Dr. P. D. Fischer; Wohnungsfrage von

Professor Dr. J. Lehr; Wucher von Professor Dr. Lerxis ; Zeitgesgz von Nechtsanwalt Eschenbah; Zeitungen, “Deitungdesen“ Seit anzeigen von Amtsrichter Dr. Neukamp; Zîns vom Sektione ef im österreichischen Finanz-Ministerium Dr. von Böhm-Bawerk: ¿l Du Ee A PORIL S uTE von Eresesor “E Dag L unslwesen von Professor Stieda; Zusammenlegung der Grundst! vor De: D es S G nostite =- Fort m en Zu äusern! Von Dr. jur, ; Friedrich Bruck, a. o. Professor d. R. an bér Urt Feli Breslau. Breslau 1894. Wilhelm Kocbner. (M U. Q; 8. 67 S. 1,50 A Nachdem in einem ersten Ab „Kritik des herrshenden Systems der dei hetm gegen die langjährigen und entehrenden Freiheits\trafen eingetreten is, wird f Abschnitt 11 die Deportation, d. h. die zwangsweise Fortschaffung des Verbrechers nah einem überseeischen Play zum Zweck der Abbüßun der Strafe in der Form einer Strafkneht\{chaft mit daran sd knüpfendem Aufenthaltszwang an jenem Plaß empfohlen. Dort soll der Strafkneht hauptsächlih als Aterbauer beschäftigt werden, doch soll er au zu jeder andeten Arbeit, deren er fähig it, angehalten werden können. „Zur Verwaltung der Strafkolonie" wird auf die Aussichtslosigkeit der Fluhtversuhe hingewiesen und sodann auf eine Prüfung der Schußzgebiete des Deutshen Reichs mit Beziehung auf die Deportation eingegangen. In Bekämpfung der Einwände der Gegner der Deportation richtet L der Verfasser namentli gegen Krohne und defsen bekanntes Lehrbuch der Gefängnißkunde er verspriht fich sogar Koftenersparniß. Nachdem die Frauenfrage in den Strafkolonten (S. 60—63) erörtert und die Ansicht entwidelt if daß die Deportations\trafe an der Frauenfrage niht zu \ceitern brauche, wird zu dem Schlußergebniß gelangt: „Durch die baldige Ein- führung der Deportations\trafe erspart das Neich ungezählte Millionen, deren es jeßt in einem vergeblichen Kampfe gegen dag VBerbrecherthum zur Errihtung neuer resp. zur Umbauung älterer Strafanstalten und zur Ernährung der Bevölkerung jener Anstalten benöthigt.“ Wenn hiermit auf die e L welche die Bezeichnung „Deportation statt Freiheitsstrafe“ hätte führen können, aufmerksam gemaht wird, so darf bei Anerkennung des Zwecks, die Strafmittel und die Strafvollstreckung zu bessern, doch nit mit der Bemerkung zurü. gehalten werden, daß die Hoffnungen von zweifelhafter Begründung ersheinen, was zunächst für die Kostenersparung gilt.

Handel und Gewerbe.

Die „New - Yorker Hdls.-Ztg." äußert sh in ihrer wirthschaftlichen Wochenschau unter dem 10. August: Für die leßte Woche sind zwei günstige Symptome zu verzeichnen: der Geldleihsa hat theilweise angezogen, und die Zolleinnahmen haben sibtlid größeren Umfang angenommen. Aus dem ersteren Umstand ift zu: [chließen, daß die Ansprüche der Geschäftswelt an den Geldmarkt sich zu mehren beginnen, ein Zeichen erhöhter geshäftliher Thätigkeit. Und das Wachsen der Zolleinnahmen , so unmittelbar vor der Ent. scheidung der Tariffrage, beweist, daß die Geschäftswelt nicht länger zögern Tann und daß sie, um dem Bedarf entsprechen zu können, ge- nôthigt ist, ihre Importe aus den Zollspeichern heraus zu nehmen, die Lager sind eben bis auf den Grund geräumt. Es wäre jedo ein Irrthum, wollte man hieraus allzu günstige Schlüsse auf die Weiter: entwickelung des Geschäfts ziehen. Eine Nation von 70 Millionen Menschen mag ihre Bedürfnisse auf ein Mindestmaß beschränken, aber wenigstens dieses will beschafft sein; und das regere Leben, dessen eben Erwähnung gethan wurde, mag auch nur ein Wechsel vom ab- folut Schlehten zum verhältnißmäßig Besseren sein, ohne einen Wechsel zum Guten einzushließen. Der Bedarf, der ih geltend macht, ist der Bedarf „von der Hand zum Munde“. . Wenn man von einem fturzen prasselnden Aufflackern des Geschäfts unmittelbar nach Beendigung der Tarif-Ungewißheit absieht, wird wohl noch für lange Zeit immer nur der nächste Bedarf gedeckt werden, Diese Auffassung wird durch die Thatsahe bekräftigt, daß unsere landwirihschaftlihe Bevölkerung, sonst der fonsumfäbigit Theil der Nation, hon seit längerer Zeit in ihrer Kaufkraft arg ge \{chwäht ist. Der heutige Weizenpreis is für den Farmer kaum mehr ein lohnender, und die Aussichten auf Besserung dieses Preises sind gering. Die Maisernte wird besten Falls eine sehr E fein, Der höhere Preis, den Mais jeßt bringt, bedeutet für den Farmer keine Entschädigung für den Ausfall des Ernteumfangs, weil er einen großen Theil feines Produkts für Farm-, d. i. Fütterungszwecke braucht, während er nur einen geringsügigen entbehrlihen Ueberschuß zu den höheren Preisen zu verkaufen im fande fein wird; auch für den Baumwollpflanzer find die Aussichten nihts weniger als günstig. Die geshwächte Kaufkraft des Farmers wirkt dann natürli weiter; die verschiedensten Industrien werden dadurch berührt und können keine so große Anzahl von Arbeitern beschäftigen, als bei stärkerer Nachfrage.

Leipzig, 20. August. (W. T. B.) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster B. pr. August 3,327 4, pr. September 3,374 4, pr. Oktober 3,374 4, pr. November 3,40 M, pr. Dezember 3,424 K, pr. Januar 3,45 4, pr. Februar 3,474 A,

r. März 3,47§ M, pr. April 3,477 X, pr. Mai 3,473 4, pr. Zuni 3,473, pr. Juli —. E 9900 kg.

e DIE während der bevorstehenden Michaelismesse in den Näumen der Leipziger Börsenhalle abzuhaltende Garnbörse wird Freitag, den 31. August d. JF., ihren Anfang nehmen.

Bremen, 20. August. (W. T. B.) (Börsen-Schluß-Bericht.) Raffiniertes Petroleum. (Offizielle Notierung der Bremer Petroleum-Börse.) Fester. Loko 4,70 Br. Baumwolle. Nuhig. Upland middl. loko 36} s. Schmalz. Nuhig. Wilcox 40 S, Armour shield 40 „4, Cudahy 40 „, Fairbanks 33 . Sped. Fest. Short clear middl. loko 384. Wolle. Umsatz 103 Ballen.

London, 20. August. (W. T. B.) 96% Javazucker loko 134 ruhig. Rüben-Rohzucker loko 113 ruhig. Chile-Kupfer 39F, per 3 Monat 404.

20. August. (W. T. B.) Die Getreidezufuhren betrugen in der Woche vom 11. August bis 17. August : Engl. Weizen 690, fremder 57 127, engl. Gerste 644, fremde 28 731, engl. Malzgerste 18 692, fremde 374, engl. Hafer 228, fremder 52 285 Qrts., engl. Mehl 12 737, fremdes 32 357 Sack.

Glasgow, 20. August. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 1577 Tons gegen 9678 Lons in derselben Woche des vorigen Jahres.

Bradford, 20. August. (W. T. B.) Wollmarkt fester, E gering. Stoffe ruhig.

„Amsterdam, 20. August. (W. T. B.) Java-Kaffee good ordinary 5lè. Bankazinn 434,

Die Einnahmen der Niederländish-Südafrikanischen Eisenbahngesellshaft für Juli 1894 betrugen §73 600 Gl, im Juli 1893 664 962 Fl., mithin 1894 mehr 208 638 Fl. le Einnahmen vom 1. Januar bis 31. Zuli 1894 betrugen 5 461 952 FL., gegen S 19 Fl. im gleichen Zeitraum 1893, mithin 1894 mehr

New-York, 20. August. (W. T. B.) Die Börse eröffnete ruhig, im weiteren Verlauf trat eine Abshwächung ein, der Schluß war jedo fest, Der Umsay der Aktien betrug 169 000 Stü.

Weizen anfangs fest und steigend auf Käufe für Rechnung des Auslands, bessere Kabelmeldungen und auf ungünstige Ernteberichte infolge nasser Witterung in Frankreich, dann Reaktion auf Verkäufe und auf Realisierungen, darauf wieder steigend infolge reichlicher Deckckungen der Baissiers. Schluß reht fest. Mais bwihte sih nah Eröffnung etwas ab, später erholt auf die Festigkeit des Weizens und auf reihlihe Deckungen der Baissiers. Schluß sehr fest.

Visible supply an Weizen 63 901000 Bushels, do. an Mais 3 036 000 Bushels. /

Chicago, 20. August. (W. T. B.) Weizen durhweg steigend auf Abnahme der unterwegs zum Markt Ae Zufuhren, au die Festigkeit in Mais und auf flottere Käufe. Mais {loß na häufigen und lebhaften Shwankungen während des ganzen Börsen- verlaufs auf große Käufe und Kaufordres fest.

zum Deutschen Reichs-A

M 196.

Ddweite Beilage

Berlin, Dienstag, den 21. August

nzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

1894,

1, Untersuchungs-Sachen.

9, Aufgebote, Zustellungen u. dergl.

3. Unfall- und Invaliditäts- 2c. Versicherung. 4. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen 2c. 5, Verloosung 2c. von Werthpapieren.

Deffentlicher Anzeiger.

6. Kommandit-Gesellschaften auf Aktien u. Aktien-Gesfellsch. 7. Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften.

8. Niederlassung 2c. von Rechtsanwälten. : 9, Bank-Ausweise.

10. Verschiedene Bekanntmachungen.

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1) UntersuGßungs-Sachen.

[31437] i In der Strafsache gegen Baltes, Nikolaus, aus

Ensh und 29 Genossen wegen Entziehung der Wehr- pflicht ist durch e der Ferienkammer des Königlichen Landgerichts Hierselbst vom 13. August 1894 die durch Beschluß der hiesigen Strafkammer vom 31. März d. I. angeordnete Beschlagnahme des Vermögens des Nikolaus Mohr, geboren am 13. Juli 1872 zu Eisenach, aufgehoben, nahdem derselbe durch rechtskräftiges Urtheil vom 12. Juli 1894 freigesprohen worden ist. Trier, den 17. August 1894. Königliche Staatsanwaltschaft.

{31229] K. Staatsanwaltschaft Heilbronn.

Gegen Gotthilf Hahn von Willsbach is dur Beschluß der Ferienstrafkammer des K. Landgerichts dahier vom 17. August 1894 gemäß §8 333 u. 334 Str.-P.-O. das im Deutschen Reich befindlihe Ver- mögen desselben mit Beschlag belegt worden.

Staatsanwalt Hartmann.

[31240] Beschluß.

In der Strafsache gegen

1) Wittwe Josephine Mathis, geb. Bux, Tagnerin, geb. am 13. April 1856 zu Straßburg,

2) Alfons Sieber, deren Sohn erster Ehe, ohne Stand, geb. am 2. Dezember 1878 zu Straßburg,

beide bisher in Straßburg wohnhaft, zur Zeit flüchtig, wegen {weren Diebstahls, ;

wird auf den Antrag der Staatsanwaltschaft nach erfolgter Erhebung der öffentlihen Klage gemäß M St.-P.-O. das im Deutschen Reiche befind- ihe Vermögen der beiden genannten Angeschuldigten mit Beschlag belegt.

Etrafiburg, den 13. August 1894.

Kaiserliches Landgericht. Ferienkammer.

2) Aufgebote, Zustellungen und dergl.

191256] Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwan svollstreckung foll das im

f Grundbuche von den Invalidenhaus-Parzellen Band 10

Nr. 370 auf den Namen des Fondmaklers Richard Carow hier eingetragene, in der Zen Nr. 2 Abth. 1X nach dem Kataster Pflugstraße Nr. 11 belegene Grundstück am 31, Oktober 1894, Vor- mittags LO0¿ Uhr, vor dem unterzeichneten Ge- riht, an Gerichts\ftelle, Neue Friedrichstr. 13, Hof, Eingang C., Erdgeschoß, Saal 40, versteigert werden. Das Grundstück ist bei einer Fläche von 8 a 54 qm mit 15700 6 Nuzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Ab- {rift des Grundbuchblatts arbe N Abs äßungen und andere das Grundstü betreffende achweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichts- s{hreiberei,- ebenda, Zimmer 41, eingesehen werden. Alle Realberechtigten werden aufgefordert , die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden -An- sprühe, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungóvermerks nicht hervorging, inêbesondere der- artige Forderungen von Kapital, Zinsen, wieder- kehrenden Hebungen ‘oder Kosten, spätestens im Ver- steigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte fanebast zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nit berücksihtigt werden und bei

ertbeilung des Kaufgeldes gegen die berüdsichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Verstei erungstermins die Einstellung des erfahrens herbeizuführen, widrigenfalls na erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Dezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundfticts tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 31. Oktober 1894,

Nachmittags 124 Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben,

erkündet werden. Verlin, den 9. August 1894. i Königliches Amtsgericht 1. Abtheilung 86.

[31255] Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das im Grundbuche von den Umgebungen Berlins im Kreise Nieder-Barnim Band 41 Nr. 2033 auf den Namen des Destillateurs Heinrich Detels hier eingetragene, Köslinerstraße 2, belegene Grundstück am 31. Of- tober 1894, Vormittags AU Uhr, vor dem Unterzeichneten Geriht, an Gerichtsftelle, Neue

riedrihstr. 13, Hof, Eingang C., Erd escho

immer 40, versteigert werden. Das Grundstü i ei einer Fläche von 8 a mit 11370 A Nugzungs- cth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der pieuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuch- en etwai e Abs äßungen und andere, das Grund- füt betreffende Na weisungen, sowte befondere Kauf- ingungen können in der Geritssreiberei ebenda,

mmer 41, eingesehen werden. Alle Real- r@tigten werden aufgefordert, die nicht von [e |st auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, di Vorhandensein oder Ls aus dem Grund-

he eit der Eintragung des Versteigerungs-

ur vermerk nit hervorging, insbesondere derartige

Aderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden

auf Verlangen eines E Sicher

Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht , den Gerichte Marvgals zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berüsihtigt werden und bei Ner- theilung des Kaufgeldes gegen die berüdsihtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Eiristellung des Berfahrens herbeizuführen, widrigen- falls na erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den, Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtbeil über die Ertheilung des Zuschlags wird am S1, Oktober 1894, Nachmittags L Uhr, an Gerichtsstelle, wie oben, verkündet werden. Berlin, den 13. August 1894. Königliches Amtsgericht T. Abtheilung 86.

[31448] Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von der Friedrichstadt Band 12 Blatt Nr. 846 und Band 12 Blatt Nr. 848 auf den Namen des Baumeisters Nichard Lants zu Berlin eingetragenen, Französischestraße 11/12 und 9/10 be- legenen Grundstücke in einem neuen Versteigerungs- termine am 24, September 1894, Vormittags 107 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, an Gerichts\telle, Neue Friedrichstraße 13, Hof, Ein- gang 0., Erdgeschoß, Saal 40, versteigert werden. Das Grundstück Band 12 Nr. 846 bat eine Fläche von 110 qm uyd is mit 13 520 „4, das Grundstück Band 12 Nr. 848 mit 19 670 6 Nubungéwerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszüge aus der Steuer- rolle, beglaubigte Abschriften der Grundbuchblätter, etwaige Abschäßungen und andere die Grund- Rue betreffenden Nachweisungen, sowie besondere

‘aufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei ebenda, Zimmer 42, eingesehen werden. Alle Realberehtigten werden aufgefordert, die niht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund- buche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- vermerks niht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des R Gebots nit berüdcksihtigt werden und bei WVer- theilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurücktreten. Diejenigen, welche das Eigenthum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß; des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspru an die Stelle der

Grundstücke tritt. Das Urtheil über die Ertheilung"

des Zuschlags wird am 24, September 1894, Nachmittags A2} Uhr, an Gerichts\telle, wie oben angegeben, verkündet werden. Berlin, den 13. August 1894. Königliches Amtsgeriht 1. Abtheilung 87.

[31438] Zwangsversteigerung.

Das im Grundbuche von Steenfelde Vol. VI Band 2 Fol. 2 auf den Namen der Wittwe Terveen, Trientje, geb. Janssen, zu Steenfelderfehn eingetragene zu Steenfelderfehn belegene Grundstü fol auf Antrag des Heie Terveen, der Janna Terveen, verehel. Ontje Woldenga, zu Völlenerfehn und der Gertrud Terveen, verehel. H. T. Meyer, zu Völlenerkönigsfehn, zum Zwecke der Auseinander- seßung. unter den Miteigenthümern am 19. No- vember 1894, Vormittags Lt Uhr, vor dem unterzeihneten Geriht, im BVülthuis'schen Wirths- hause zu Steenfelderfehn, zwangsweise versteigert werden. Das Grundftück ist mit 4,77 4 Reinertrag und einer Fläche von 1,28,69 ha zur Grundsteuer mit 18 4 Nußungswerth zur Gebäudesteuer ver- anlagt. Auszug aus der Steuerrolle, eglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts können in der Ge- rihts\reiberei, Abth. 3, hies. eingesehen werden. Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Ver- fahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt. Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 24, November 1894, Vormittags AA Uhr, an Gerichtsftelle, verkündet werden.

Leer, den 15. August 1894.

Königliches Amtsgericht. I1I1.

31253 f In Sachen der unverehelihten Johanne Meyer in A Klägerin, wider den Arbeiter Christian ulemann daselbst, Beklagten, wegen Hypothek- kapitals, wird, nahdem auf Antrag der Klägerin die Beschlagnahme des dem Beklagten gegen, unter ass No. 1051 an der Vorsfelderstraße hierselbst be- legenen Wohnhauses sammt Zubehör, zum Zwedke der Zwangsversteigerung dur Beschluß vom 7. August d. J. verfügt, auch die Eintragung dieses Be chlusses im Grundbu an demselben Lage erfolgt ist, Termin zur Zwangsversteigerung auf Dienstag, den 20, November 1894, Morgens 94. Uhr, vor Herzoglichem Amtsgerichte Helm- ftedt angeseßt, in welhem die BLEG ou Ltg die Hypot M zu überreidjen haben. Die Bersteigerungs-Bed ngungen, laut welcher serer Dele eit i 10% feines Gebotes dur aarzah{ung, Nieder- ae kursfähiger Werthpapiers oder geeignete

Bürgen zu leisten hat, sowie der Grundbuchauszug können innerhalb ver S L zwei Wochen vor dem Versteigerungstermine auf der Gerichts\chreiberei ein- gesehen, auh die Grundstüde r besichtigt werden. Helmstedt, den 14. Auge 1894, Herzogliches Amtsgericht. Hassel.

[31261]

Die Versteigerung des Ritterguts Pilchowitz findet nicht an Ort und Stelle, sondern an der Gerichts- stelle in Nÿbnik statt.

Nybuik, den 15. August 1894.

Königliches Amtsgericht.

[31354] Aufgebot. Die verwittwete Frau Mathilde Vurkhardt, geb. auly, in Zoppot. hat das Aufgebot der auf ihren amen lautenden Aktien Nr. 149 bis 158 Litt, A der Zuckerfabrik Marienwerder, welche angeblich ver- loren gegangen sind, beantragt. Der Inhaber der Urkunden wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 18, April 1895, Vormittags 11A Uhr, vorx dem unterzeihneten Gerichte, Zimmer Nr. 7, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- melden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird. Marieutwerder, den 17. August 1894. Königliches Amtsgericht.

[4934] Aufgebot.

Die Wittwe des Stelbesißers Hinrich Lilien- thal, Metta Adelheid, geb. Böschen, zu Mooringen hat das Aufgebot des Sparkassenbuhs der Lilien- thaler Spar- und Leihkaffe zu Lilienthal Nr. 6000 über 224 A 87 A zum Zwede einer neuen Aus- fertigung beantragt. Der Inhaber des Sparkassen- buch8s wird aufgefordert, spätestens in dem auf Dienstag, den 20, November 1894, Vor- mittags LO Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine seine Rehte anzu- melden und das N vorzulegen, widrigen- falls die Kraftloserklärung desfelben etfoiten wird.

Lilienthal, den 16. April 1894.

Königliches Amtsgericht. 11.

[31252 Aufgebot.

1) Das bei dem hiesigen Leihamt am 21. Mai 1890 unter Nr. 4845 des: Lagerbuchs auf den Namen Tapezierer Bordien vekseßte Pfand, bestehend in einer goldenen Herren-Remontoiruhr nebst doublierter Kette, ist am 7. Oktober 1891 versteigert worden va La der Verkauf einen Uebershuß von 32,10 M ergeben.

2) Das bei dem hiesigen Leihamt am 15. März 1892 unter Nr. 81 920 des Lagerbuchs auf den Namen Kaufmann Wagner verseßte Pfand, be- stehend in einem Ring mit echten Steinen, ist am 7. Zuni 1893 versteigert worden und hat der Ver- kauf einen Uebershuß von 122,96 Æ ergeben.

Da si bei den gemäß § 17 des Reglements für das ftädtishe Leihamt am 17. Oktober 1891 bezw. 13. Juli 1893 bewirkten Aufgeboten niemand ge- meldet, so werden nunmehr auf Antrag des Magistrats Danzig diejenigen, welche Ansprüche an die Ueber- schüsse zu haben vermeinen, öffentlih aufgefordert, dieselben binnen 2 Monaten bei Vermeidung der cis bei dem unterzeihneten Gerichte unter Beibringung des Pfandscheins geltend zu machen.

Danzig, den 16. August 1894.

Königliches Amtsgericht. X.

O Aufgebot. Auf Antrag: : |

1) des Wagners Valtin Göb u. Genossen in

Geldersheim,

2) des Hausbesißers Johann Drescher in Werneck, werden diejenigen, welhe auf die für Johann Pfeuffer aus Schweinfurt im Hypothekenbuche für Gelders- heim Bd. XVII. S. 526, 528, 530 u. 532 ein- getragene Hypothek zu 200 Fl., dann jene, welche auf die für Michael Schönbein, Wasenmeisters\ohn aus Werneck, im Hypothekenbuch für Werneck Bd. VII. S. 407 eingetragene Kaution zu 600 Fl. ein Neht zu haben glauben, zur Anmeldung ihrer Ansprüche spätestens im Aufgebotstermine unter dem Rechtsnachtheile aufgefordert, daß außerdem die Hypothek und beziehw. Kaution für erloschen erklärt und im Hypothekenbuche gelö\{cht würden. Aufgebots- termin Freitag, den 9. November 1894, Vormittags 83 Uhr.

Werneck, 17. April 1894. Königliches P leridt, Pfaff, K. A.-R. Zur S egran einung der Zueers: ung. Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts. (L. 8. Freund, Sekr.

[31250] Aufgebot. O

Auf Antrag Herzoglicher Kammer, Direktion der porte, zu Braunschweig, welche glaubhaft gemacht at, daß sie Eigenthümerin einer zum Forstort aag Forstreviers bezw. Forstgemarkung Eimen ge örigen, auf der überreihten Vermessungsbe- scheinigung mit den Buchstaben a, þ, c, d, 6, f, g, b, i, K, 1, m, afumschriebenen Grundfläche zu 41 a 37 qm fei, werden alle diejenigen, welche ein Necht

.an diesem Grundstück zu haben vermeinen, zu dem

auf Donnerstag, den A1, Oktober 1894, Vorinittags 10 Uhr, vor Ra Amts- erihte anberaumten Termin unter Androhung des Rectnactheils geladen, daß nach Ablauf der Frist die Herzogliche Kammer, Direktion der Forsten, zu Braunschweig als Eigenthümerin in dem Grund-

buche eingetragen werden wird, und daß, wer die ihm

obliegende Anmeldung E sein Necht fgegen einen Dritten, welcher im redlihen Glauben an die

[N i Aufgebot.

Nachdem die Geschwister des Friedri Triebert von Elpenrod, welher am 24. März 1813 geboren und seit langer Zeit vershollen ift, nämli:

1) Wilhelm Triebert, 2) August Triebert, 3) Georg Luß, Wittwe, sämmtlich von Elpenrod und 4) Ottilie Seipy von Groß - Felda behufs Todeserklärung des Friedrih Triebert das Aufgebot beantraat haben, wird Friedrich Triebert pon Elpenrod aufgefordert, spätestens" im Aufgeb9ts- termin Montag, dca 232. Oktober 1894, Vorm. 10 Uhr, bei unterzeihnetem Gerichte zu erscheinen oder sich durch einen Bevollmächtigten ver- E zu lassen, andernfalls er für todt erklärt werden wird.

Homberg, 10. August 1894.

Großh. Serie,

[31450]

Der Rechtsanwalt Hermann Posner zu Berlin, Spandauerstr. 48, als Nachlaßpfleger hat das Auf- gebot der Nachlaßgläubiger und Vermächtnißnehmer des zu Berlin Wilhelmstr. 122, wohnhaft ge- wesenen, am 8. April 1894 verstorbenen Buchhändlers Ernst Theodor Lindau beantragt. Sämmtliche Nachlaßgläubiger und Vermächtnißnehmer des Ver- storbenen werden demnach aufgefordert, bei dem unter- zeichneten Geriht, und zwar spätestens in dem auf den 15, Dezember 1894, Nachmittags 1 Uhr, an Gerichtsftelle, Neue Friedrichstr. 13, Hof, Flügel B. part. Saal 32, anberaumten Aufgebotstermine ihre Anfprüche anzumelden, widrigenfalls sie dieselben gegen die Benefizialerben nur noch in so weit geltend machen können, als der Nachlaß, mit Ausschluß aller seit dem Tode des Erblassers ausgckommenen Nußungen, dur Befriedigung dex angemeldeten Gläubiger nicht er- \{choöpft wird. Das Ren kann in der Gerichtsschreiberei, Zimmer Nr. 120/121, von 11 bis 1 Uhr Nachmittags eingesehen werden.

Berlin, den 11. August 1894. i

Königliches Amtsgericht 1. Abtheilung 81.

[31032] Bekanntmachung.

Durch Ausschlußurtheil vom heutigen Tage ist der am 26. Dezember 1853 zu Mollshüß bei Naumburg a. S. geborene Gustav Richard Farl für „todt“ erklärt worden.

Naumburg a. S., den 10. August 1894.

Königliches Amtsgericht. 1V.

[31453] . Beschluß.

Das Verfahren, betreffend das Aufgebot der Nach- laßgläubiger des Lohgerbereibesißers Adolf Euling zu Sachsa, ist beendet. :

Ellrich, den 15. August 1894.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung I.

[31292] m Namen des Königs!

Auf den Antrag des Technikers Hugo van Werden zu Essen, Frokabauferitenls vertreten durch den Justiz-Rath Sack zu Essen, hat das Königliche Amtsgericht zu Werden durch den Amtsrichter Heinke am 17. August d. Js. für Recht erkannt : /

Der unter dem 22. Februar 1877 seitens des vormaligen Königl. Grundbuchamtes 1 zu Essen für den Techniker Sis van Werden daselbst als Eigenthümer eines Kuxes des Steinkohlen-Bergwerks Prinz Wilhelm zu Gviaas ausgefertigte Kuxschein wird für kraftlos erklärt.

Die Kosten des Aufgebotsverfahrens werden dem Antragsteller auferlegt.

Werden, 18. August 1894.

Königliches Amtsgericht.

Im Namen des Königs! Verkündet am 11. August 1894. Borowski, Gerichtsschreiber. j Auf den Antrag des Arbeiters Jacob Ciesielski aus Lütgendortmund, vertreten durh den Rechts- anwalt Ellerbeck in Dertmund, erkennt das König- lihe Amtsgericht zu Soldau dur den Amtsrichter Konießko für Recht : A Der Auszug des Vorschußvereins zu Soldau aus dem Depositen-Konto des Arbeiters Jacob Ciesielski zu Lütgendortmund Vol. V. S. 205 bom 22. Ok« tober_1888 über 512 4 90 „4, von Cziesielsfki am 26. Oktober 1888, 1. März 1890 und 11. März 1891 eingezahlte und unter Nr. 2602 des Kassen- buchs pro 1888, Nr. 576 des Kassenbuchs pro 1889 und Nr. 944 des Kassenbuchs pro 1891 eingetragene Spareinlage wird für kraftlos erklärt. Die Kosten des Verfahrens hat der Antragsteller, zu tragen.

[31288]

Konießtko.

[31289] Ausfertigung.

Seiner Majestä? des Königs voy

einer Maje nig®L von Bayern hat das Kgl. Denn ee Mühleoorf am 1 li 1894, in Sachen Amortisation des Sparbuchs Nr. 3929 Ltt. W. Nr. 315 hiefiger Distriktsspar- fasse, Eigentbum der Bzerstochter Maria Wein-

mgier von Friping, folgendes Aus\{luß-Urtheil.

erlassen ¿

Nichtigkeit des Grundbuchs das Grundstück erworben hat, niht mehr geltend machen fann. Stadtoldendorf, den 15. August 1894... Herzogliches Amtsgericht. : (gez. itgau. s Veröffentliht: Shünemann, Gerichtsschreiber.

ESCON N TS G E T ITIEEAETES C A DÄRE Ä O Ege, TOEED L E R E I Ä E O A T Ö P E E A e S H i: T I E T Tr Nee