1913 / 206 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Königliche Generallotteriedireftion.

Bekanntmachun owie die Freilo

Majest se zur 3. Klasse (229. Königlich den 88 9,

Aren

Die Erneuerun gsl 3. Preußisch \{hen) Klas des Lotterieplans un

Süddeutsch

ter Vorlegung der en

6 Uhr, bei Die Ziehung 10. September Lotteriegebäude Berlin, den

s ihren Anfang nehmen. 1. September 1913.

ónigli reußische Genera R E e ima,

llotteriedireftion.

Strauß. Däumling.

a d Tage9or S

altungs8- Bezirks -

ü i September 19 I 11 Ä 8s\aale des Verw

AARES 8 zu Altona.

e Mitteilungen es Stellvertreters für die Sitzungen

senbahnrat

T: Geschäftlich 8 Vorsitzenden und fein l Pnbahnrats. der Zusammen Mitglieds des Lan ungen üb aus frühe

Wahl eines Bol va seßung des Bezirkseisenbahnrats. desetsenbahnrats.

er Anträge und Beschlüsse

ren Sigzungen-.

der Ausnahmetauife 3 9 und

Aenderunge Wahl eines

11. Mitteil

Fahrplanangelege Erweiterung der

Tariferhöhungen infolge

111. Fahrplana Dimpker in f der Strecke imyker in L

Anwendun gshedingungen chbrüde bei Rendsburg.

ngelegenheiten. Lübeck auf Einlegung eines neuen

rg. Htung einer Abend-

Eröffnung der Ho

Antrag des Konf uls

Konsuls D nellzugverbi nnahme un

Aibeck—Lünebu beck auf Errî ] eck—Berlin und zurü. von Anträgen 1. Mai 1914.

d Besprechung ie Gestaltung onenzugfahrplans vom August 1913.

Altona, den 29. : Königliche Eise Pa

nbahndirektion. pe.

gelangende Nummer 39 ng enthäl betreffend d zuständigen

ur Ausgabe

i ab Die von heute n S

\chen Geseß 313 eine Ver Wehrbeitrags t 1913, und U

har E ie für die Ver-

ie Führung übernahmen. Jhre Maj de O weilte bis gegen 12 Uhr in der ät der Kaijer und König ve 123/4 Uhr und fuhr im Automobil zu Huldigungsfeier der schlesishen J hatten in einem offenen Viereck Jugendvereinigungen der Stadt Bre bezirke Breslau, Oppeln und Lieg

Jung-Deutschland-Gruppen, vereinigungen, au

chloßrampe, auf die auch

hier folgende Ansprache :

namentlich für diese Stunde,

Freude über die Allerhöchst gesicht bezeugen e ads E faum erwarten, daß thne dera! Gare Male Naterlandes in ernste Arbeit umzu Silberberges würdig zu erweisen. vergeßt nie diesen weihevollen gedenkt, was Guch heute alles S Gelübdes fordere ih Euch auf, ui Wie 1 sammelten Eure jubelnde Begeisterung e1 E Nufe: Setne Majestät, unser Allergnädigster

haben und so eifrig üben,

hurra! hurra ! hurra !*

Das Kaiserhoch wurde von der Jugend genommen und alles sang „Heil Di dann folgte der Vorbeimarscch, zu de abwechselnd spielten. Der Vorbeimar Tempo und strammem Sch Kaiser und die Kaiserin grüß l Zuleßt marschierten die Breslauer Majestäten sprachen sich üb huldigung aus, wie sie in solchem nicht stattgefunden hat. Um 2 Uhr Ÿ der Kaiser zum kommandierenden O fommando, wo er das Fru h A einnahm

Bei & - Majestät der Kaiserin un

De Ihrer Majesl ah Damenemp

von S Y G Sinne geantworte® haven. ) i en Bundesfürsten und die Vertreter De l d bn ihr persönliches Erscheinen mit einziger Aus- nahme Seiner H der si infolge se ) treten läßt, zugesagt, Oesterreich dur

; iestät der Kaiser von ; Seine Majestät der Siestät der König von Schweden durch

sich vertreten laffen werden. Zu dieser Feier Abordnungen

estät die Kaiserin und Ausstellung, rließ sie erst gegen aisplaßze, zur uf dem Plaße 000 Mitglieder der ¿lau und der Regierungs- ng genommen, ndere Jugend- In der Mitte

Die Gruppen wur d hatten ihre Fahnen Automobil langsa! die sonnenbes\chienene ät die Kaiserin und

Sachsen-Meiningen r. von Guenther l

Majestät bitten über \ch blühende Huld Gurer Majestät,

die Herzen von Da esse an der Jugendp ie besondere Gnade,

Silberbergs und d rden ist, v Majestät ihre stolze

Sehnsucht läßt sie vas fie gelernt stät zum Dien) ch damit des gel Schlesier aber bleibt immer dejjen ein- Zur Bekräftigung fol d allen hier Ber- lassen in dem Kaiser und König

nig Ausstellu finder und a solche E Konfe

en die Mädchen der Stadt DreStal!. Pa an und Offizieren geführt u bei sih. Der Kaiser fuhr zunächst im ronten ab und begab fich

Kyrill und S Kronprinzen

werden auch | österreichish-ungarif erscheinen.

sodann au an den Reichsk

Jhre An hre Königliche Hoheit die Erbprinze eie +4 Der Oberpräsident eg. ijerlihen und Königli Seine Hoheit der Herz9g Ern}

20 060 junge Sehlesier ihre 1 49. Lebensjahr vollendet. bringen zu dürfen. Sie stehen vor den Lippen, Begeisterung in den Augen, von Dank für das Allergnädig Dank, heißestem Dank für d dur die Ueberweisung des

U e tung zuteil gewo Geschenkes für dessen von A det sie Eurer

e Auszeichnung von Drang jugendlicher nt wird, das, 1

in Livadia fand, wie Kaiserlichen Jacht Zieges von As tte Sifel A der die Offiziere derjemg e Schlacht von Kulm mitgemacht haben.

Der bisherige Minister tern abend im

als 6 . ; N "Der Ministerpräsident Venizelos \

Demission. tisterprä) ; den innigsten Dank aus für die großen

\hwierigen Zeitläusten seinem Lande er10

Minister des sprechun ge1

begeistert auf- x im Siegerkranz' : dem zwei Militärkapellen dauerte bei flottem Viertelstunden. f das freundlich} Mädchen vorübe t über diese bisher wohl nod 1e Majestät s General-

tt über drei zielen, werden beschleunigt. Ein O eiden Staaten ten andauernd au beider

eraus erfreu mittlung e j Dedeagat)ch_n00) L

längern. Der

begab sich Sei1 eneral in da

zu ae (Griechenland j “P A R 6, dieser Bitte Folge zu geven. 4 Ministerrat- beschloß, L de Bestimmung, daß gegenwärtig den Me eren gen die griechische Q

kein Schiff die Meerengen durchfahren

Königin fand Nach- fang im Königlid en

» Majestäten in den Provinz ine Majestät der M. T. B.“ zufolge

Mit Rücksicht griechische Schiffe im nicht zeigen dür Beschluß gefaßt, werde, solange D wütigent Abordnung der Reeder wird dieje

n! No ganz unter präsidenten Venizelos zur Kenntnis bringen.

Xch bei Ihnen verleben x Majestät der Kaiserin etiterung, die Uns reten ist, hat Unserem n tnntèsten Dank f ntgegenzäknehmen hier uit anwes dette von ernsten un zottes Güte uns 118 \chen Veranstaltungen

Die reihen Schâße ‘eihe Zeit der CGr- hiesigen Fahrhunterts- ¿ne gewaltige S

n Mut und Gott- Naterlandéliede und ’xistiges Auge treten.

44 t

ah Meldung der „Agence Bulgare“ ha

v efiassen, in direkte Verhandlungen n einzutreten. Die Vertreter der bulgarischen werden unverzüglich ernannt werden. Der Kriegsminister hat angeord

mengezogen werden. fördert und dort den ser! n D Diese werden ihrerseits die in Der ' rischen Kriegs8gefangenen ausliefern.

Nach einer Depesche aus Mexiko ate eine A Soi 12 Millionen

- Negierung abge\chlo||en. : E Auf ein der Warnung des Präsidenten Wilson ve1

| : 4 \ Flüd iele Amerikaner Mexiko. Hunderte von Flu) A l l L T. B.“ meldet, aus dem Jnner1

des Landes, zahlreiche Geschäftsleute senden ihre Familien nal

Veracruz, |

Lage in Torreon soll verzweifelt l A bér amerikanischen Botschaft, will versuchen, die Abrei dreihundert Amerikanern aus der belagerten

zu stellen.

elden des Schwertes, lichen Ausgan wesentlichen fgebeugte König den n den {wer aus 1nd sein Volk zum ersten Freiwilligen, Freiheit des Vater- ourden im Kampfe m Volk in Waffen r die hundertjährige und der Neisse b tt und Kolben, den und die Kraft d Vaterland !“ x Vorfahren au Stätte haben, das n aus den freudig ren Kriegervereinen ersten Kriegsherrn "_ng der Regimenter uvg der s{lesishen eute Mein landes- ude erfüllt haben. chegt und gepflegt ft nicht trüben zu Gedethen Meiner rovinz Schlesien

en kommen, wie „W

Kautschukindustrte Deutsch Ostafrika un

Ae O Sizung verhandeln. Die Manihotfrage

die durch die zunehmende Kautshukprodukti

Deutsch Ostafrika, angelegten riesizen Hev

il ie in den leßten Jahren a! Sitte Umiählidh in Ernte treten, kritisch zu R R erfordert dringend Maßnahmen zur Verbilligung der Produttiva v Verbesserung der Qualität in der Kolonie. i e Kautschukfrage in den Kolonien sollen ih Referate au O A {uk in Südkamerun anschließen, wo der zum gr: a fautshuk basierende Handel dur die niedrigen Marktpr

Mitleidenschaft ge E s Be, Detetas

i der folonialen Produzen D E Sine fl ltfibenben internationalen Kautschukausstellu

steht zur Diskussion.

uf der Garten- yvingers längere erein Breslauer den Majestäten Ahr reisten die luf dem Wege dauernden stür-

er am 18. Of- j totenbund ver- K zlkerschlacht- :- König von a Deutschen

de fürsten und* ven Kaiser von 0d den König

| hie sämtlich i ndem- gelangen lassen, die sämtlich in zusagent S t der Deutsche Kaiser, A ireer der Freien

heit des Herzogs von Sachsen-Meiningen, E hohen Alters durch den Erbprinzen ver- hrend Seine Majestät der Kaiser von

ch den Erzherzog Thronfolger Franz Ferdinand,

Rußland durch den Großfürsten

den

des deutschen Heeres und der chen, russischen und s{chwedishen Armee

Mei Einladungen sind in Aussicht genommen ier, den Bundesrat, den Deutschen Reichstag

und die beiden Kammern des Sächsischen Landtages.

Sachsen-Alteuburg- P TI. hat gestern das

Rußland. M. T. B. meldet, gestern auf der anläßlich der Hundertjahrfeier des

| 1 Gottesdienst statt. Später war P bat en Regimenter teilnahmen,

Griechenlan®.

Aeußern Panas hat gestern berei

lands die grie

Koromilas fügte hinzu, daß gebeten hätten, die Besetzung zu ver

fen, haben die griechischen Reeder daß

-

Bulgarien.

Elmerika-

U Me f Augenblick zur Abreise bereit sin D D o raI ver sein. Dr. Ryan, M

Koloniales. die allgemeine Lage des Rohgummimarktes und

tlihen Komitees in threr für den 18.

Parlamentarische Nachrichten.

| m Sonnabend stattgehabten Reichstagsersa wabl in Wahlkreis Niederbayern 1 (Land8hut) wurd W. T. Ï M 9992 Stimmen, für den Kandidaten des Dau reg: der Liberalen Eisenberger 4784 Stimmen, den sozialdemokratischen Kandidaten Raith 1595 Stimmen ' g Acht Bezirke standen bei Feststellung der genann ahlen noh aus. Die Wahl des Freiherrn von

Zentrum) ist sicher.

B“ zufolge, für den Freiherrn von

des Aeußern Koromilas. unter- | Ministerrate seine endgültige

n prach Koromilas Verdienste, die er n | iesen habe. Der neue | is den Eid |

1 zwischen Griechenland ie t | i Sen Abschluß eines endgültigen Tre ens ab- e n 8 Einvernehmen zwischen den erscheint als sicher. Der Vertrag wird in |

inigen Tagen unterzeichnet werden.

E Tie „W. T. B.“ aus Ae O tar

Miristerrates Koromilas mit, daß DUt(

I chische Regierung A abeen n bt au halten, bis DUgariel

Ra den, um die Stadt

meldet, teilte während des | l ien unter Ver-

\ iti Besti e Eine j mütigende Bestimmung bestehe. Ein! A j Entschließung dem Minister-

die Regierung zit der Türkei|/ in Frage, die als fahrbare Wasserstraßen längst bekannt sind. Die Regierung| Flußgebiete sind jedo zum größten Teil noch immer eine terra in- COEN ta pa t E E N E ihres lagunen- i , 4 artigen Charakters vom Hauptfluß aus als solhe niht wahrnehmbar n daß alle 0 S E sind, wenn nicht gerade die verschiedene Färbung des Wassers zur Ver- 2 O Hischen Kridgsgesangenen Sofia gw : i |

befindlichen \erbisch L ae demnächst nah Zaribrod| Wege der Nebenflüsse in das Land einzudringen. Und selbst wenn serbischèn Behörden übergeben werden. ien befindlihen bulga-

haben drei dortig Pesos mi

ie insbesondere der Kautschukproduktion A nes wird die Kautschukkommission

An die Besprechung d

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Zum Ausstand der Berliner Kürschner (vgl. Nr. 205 d. Bl.) teilt die „Neue Pelzwaren-Zeitung“ mit, daß der für die Arbeits- niederlegung angegebene Grund, der Age ett habe sämt- lie Forderungen der Arbeitnehmer abgelehnt, niht zutreffend fei. In Wirklichkeit sei vielmehr die Mehrzahl der Forderungen, wie ¿. B. Festlegung d& verlangten hohen Mindestlohnes, Urlaub mit Fortbezahlung des Arbeitslohnes, Aufschlag für Ueberstunden in Höhe von 40—100 9/0 ufw., anstandslos bewilligt worden. Der Kampf drehe sich nur darum, daß die Arbeitnehmer einen 8# stündigen Arbeitstag verlangen, während die Arbeitgeber von dem einge:äumten 9 - Stundenarbeitstag (Sonnabend 8 Stunden) nicht abgehen zu können erflärten.

Die Etuiarbeiter in Pforzheim sind nah einer Meldung der „Badischen Korrespondenz“ in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen eine Lohnerhöhung von 6 4 Z für die Stunde für Arbeiter und von 4 für Arbeiterinnen. Ueber die Stellung- nahme der Arbeitgeber zu diesen Forderungen is noch nichts bekannt. Es handelt sich um vierzehn Etuifabriken mit etwa 850 Arbeitern und Arbeiterinnen.

Auf den Heddernheimer Kupferwerken, Werk „Gustavs- burg“, haben, wie der „Köln. Zta.“ aus Mainz gemeldet wird, die Arbetter nah einem vierwöchigen Ausstand die Arbeit bedingungslos wieder aufgenommen.

Die Bremer Holzarbetiter haben, wie ,W. T. B.“ meldet, am Sonnabend mit überwiegender Mehrheit die Fortsegung des Ausstandes beschlossen. Mit der Wiedereröffnung der Arbeits- nahweise auf den Wersten ist daher noch nicht zu rechnen. (Vergl. Nr: 203 d. BLC.)

In Dublin kam es Sonnabendabend, wie „W. T. B.“ berichtet, zu ernsten Zusammenstößen zwischen der Polizei und aus- ständigen Straßenbahnern. Als die Polizeibeamten mit ihren Knüppeln gegen die Ausständigen vorgingen, wurden sie mit einem Hagel von Steinen und Flaschen übershüttet. Z weihundert Zitvilisten und dreißig Polizeibeamte wurden verleßt, ein Beamter tödlih. Er starb bald nah seiner Einlieferung ins Hospital. Als die Lrmszenen sich gestern erneuerten, machte die Polizei wieder- holt Gebrau von ihren Knüppeln; wiederum wurde eine Anzahl von Personen verleßt. Sodann begann der Pötel in der Vorstadt Inchicore die Straßenbahnen anzugreifen, \odaß M ilitär zur Unter- stüßung der Polizei herbeigerufen werden mußte.

Kunst und Wissenschaft.

Eine deutsh-englische Luftschifferpedition zur Erforschung von Neuguinea. /

Mit neuen Mitteln will jeßt, wie {hon kurz gemeldet wurde, eine deutsh-englishe Luftschifferpedition unter der Leitung des in Afrika erprobten Oberleutnants Paul Graeß an die Erforschung von Neuguinea gehen. Die bisherigen Erpeditionen konnten ja ihren Forschungsaufgaben nicht gerecht werden. Grund war einmal die Eigenart des Landes, der sier undurchdringliche Urwald, die Zerrissenheit des Geländes, die zwishen 4- und 5000 m hohen Gebirge. Hierzu kommen nah Professor Richard Neuhauß die häufigen Erdbeben, von denen in zwei Monaten 28 gezählt wurden, die Plage der Landblut- egel, die Niederschläge, die in etner Nacht mehr Regen niedersenden, als in Mitteleuropa im ganzen Jahre niedergeht, und s{licßlich die außerordentlih-n Anforderungen des Klimas an die Gesundheit des Europäers. An Bevölkerung kommt in Neu Guinea den bisherigen Schäßungen nach in den bekannten Landstrichen der Küste auf einen Gevtertfilometer ein Kopf. Die feindselige Haltung der Eingeborenen gegen den Europäer findet ihren Grund in der bei allen Völkern der Südsee üblichen Blut- rache, die sich von früheren Straferpeditionen her gegen die gesamte weiße Rasse wendet. Für Flußerxpeditionen kommen in dem deutshen Teile Neu Guineas nur der Namu- und Augustafluß

räterin wird. Daher ist es nicht möglich, vom Hauptflusse aus auf dem

ein Absteher sch ermöglichen lafsen sollte, so bleibt der Wirkungs- frels einer vom Schiff aus unternommenen Landesexpedition immer auf eine kleine Operationsbasis beshränkt. Wie wenig jedo eine solhe Expedition auf dem Landwege in die höheren Regtonen des

Gebirges lohnt, zeigen die jüngsten Ergebnisse der holländischen Expedition des Hauptmann Schäffer, die nur insofern als geglüdckt bezeihnet werden kann, als die Schneegrenze im bolländischen Teile Neu Guineas erreicht wurde. Das Ergebnis ist, daß die bisherige Annahme, Neu Guinea set durch etnen einzigen, die Wasserscheide bildenden Gebirgsgrat geteilt, durch die Vermutung ins Schwanken gebracht wird, man habe es mit mehreren gleihlaufenden Gebirg8zügen zu tun. Es ist zweifellos, daß die Expedition bei den enormen Schwierigkeiten auf ihrer Wanderung eine hervorragende Leistung zu verzeichnen hat, die jedoch zu den aufgebrahten Mitteln und Opfern in keinem rechten Verhältnis steht. Immerhin tis der

eleistete Beitrag zu dem noch gänzli fehlenden Kartenmaterial vom nnern Neu Guineas goldeswert, wennschon die Gefahr von Fehlern

Stadt siche s een bei Aufnahmen im Utiwald bekanntlich sehr groß ist.

Eine großartige Aufgabe erblüht hier dem modernen Motor-

luft\chiff, das den Blick freigibt auf all die Flußläufe, die das Land durchziehen, auf Berge, Sättel und Schluchten, auf Hänge und

lateaus, auf Urwald und Steppe, auf Brachland und bebaute wie ewohnte Felder, die sch durch ihre hellere Färbung deutlich

de dem Auge kfennzeihnen und nach ihrem Umfange auf Mdie Zahl der Bewohner s\{lteßen lassen. Was das Auge M schaut, registriert mit unfehlbarer Genauigkeit das Objektiv Sen des photographishen Apparates. Theodor Scheimpflugs Verfahren Wder Landesvermessung aus der Luft, zu dessen Studium Oberleutnant MGraeß kürzlih in Wien war, gewährleistet eine genaue Photographie

des Geländes. Die Aerocamera ist zusammengeseßt aus einer

Mittelkamera, deren optishe Achse bei der Aufnahme lotrecht nach

abwärts zielt, und aus einem Kranz von Kameras, um die Mittel- ase herum so angeordnet, daß ihre optishen Achsen von der lotrechten um einen bestimmten Winkel gegen den Horizont geneigt sind. Etne derartige Aerokamera deckt einen esihts- vinkel von etwa 140 Gr., d. h. eine Fläche, deren Durchmesser ngefähr dem fünffahen der Aufnahmehöhe gleihkommt. Der

ch(WPhotoperspektograph, ein nah dem von Theodor Scheimpflug entdeckten Geseßze der \hiefen Umbildung gebauter Apparat, vermag die mit geneigten Cameras gemachten Aufnahmen in wagerechte, vom Maßstabe des Mittelbildes, umzuphotographieren, und eine besondere Paßvorrihtung ermöglicht die photographische Vereinigung sämtlicher

Bilder zu einer einzigen wagrehtea Vogelperspektive, und zwar mit nikroskopisher Schärfe wegen der überaus genauen Ae der Merocamera durch Sternhimmelaufnahmen. Vas Gewicht der Aero- amera beträgt einschließlich des Filmvorrats für einen Arbeitstag 24 kg. Die Tatsache, daß wir von keinem Lande der Welt so wenig wissen,

Fvié von dieser größten Insel der Südsee und daß dicse Insel den

drei größten Kolonialvölkern der Welt gehört, wirkt bes{chämend. Millionen find in Deutschland und England der Erfocschung der Pole eopfert worden, aber für die große Kulturaufgabe, die Beschaffenheit er Erdoberfläche einer unserer Kolonien kennen zu lernen, ist noch jerzlih wenia geshehen. Daher erklärt sich auch das allseitige Interesse, as den deutsh-englishen Luftschiffexpeditionen zur Erforshung von Neu- uinea entgegengebraht wird. Cs hat si ein Komitee von Männern ebildet, die ihren Einfluß, thre wissenschaftlihen und tehnishen enntnisse in den Dienst der Sache gestellt haben. Noch größer aber t die Zahl derer, die zur Fahne der Expedition drängen, um mit-

zuwirken an Baes ersten Kulturaufgabe, welhe ein deutshes Luft- if in südlichen Breiten erfüllt. Aus dem Kreise der Koryphäen der Luft- \chiffahrt liegen Anerkennungen dafür vor, daß endlich das Luftshiff zur Grfüllung eines Kulturzwecks herangezogen wird, und daß auch in südlichen Ländern praktische Erfahrungen mit dem Gaglufishiff gesammelt werden. Doch die photogrammetishe Aufnahme Neu Guineas soll nur Mittel zum Zweck werden. Das mehrjährige Forshungs- programm der Expedition erstreckt \sich naturgemäß auf Land und Leute, Flora und Fauna, Mineralien und Rohstoffe, auf die wissen- schaftlihen Gebiete der Medizin, Meteorologie, Aerologie, Ethno- raphie und auf die Lösung der Frage einer großzügigen wirtscha\t- ien Ershließung des Landes Für letztere eröffnet die Annahme, daß sich auf den Ho&plateaus im Innern der Insel in etner dihteren Be- völkerung Abhilfe für den jeßt die Oa der Plantagen hem- menden Arbeitermangel findet, und das Goldvorkommen in den Flüssen mit dem Nüdkschluß auf Mineraltenshäße in den Beraen günstige Ausblicke. Die Expedition soll ferner die Ergebnisse der jeßt draußen tätigen „Erpedition nah dem Kaiserin Augustafluß" weiter ausbauen helfen. Die im Innern am Augustafluß in der Nähe von Malu ge- plante Regierun s\tation soll durch den Bau einer Luftschiffhalle als Stügpunkt im Innern für das Luftschiff und die Expedition gewählt werden für die von den Küstenstationen aus unternommenen photogrammetrishen Exkursionen. Das Luftshiff, ein Parsevaliyp mit fo starkem Auftrieb, daß bei einer Mindesthöhe von 3000 m etne zwölfftündige Flugdauer gewährleistet ist, soll durch Höhenflüge in den Alpen seine Nerwendbarkeit dartun. WMeteorologishe und aerologishe Beobachtungen in Neuguinea sowie die Kürze der Ent- fernung der in Frage kommenden Flüge (300—400 km) in Ver- bindung mit der Tatsache, daß das Luftschiff bei dieser geringen Gntfernung unbedingt ohne Zwischenlandung die nächste Halle erreihen muß, {ließen nach dem einstimmigen Urteil unserer ersten Fachmänner auf dem Gebiete der Luftfahrt ein Scheitern des Luftschiffes infolge unfreiwilligen Niedergehens aus. Die Bliggefahx läßt sich durch sorgfältige Beachtung der meteorolo- gischen Beobachtungen vermeiden, wenn die Aufstiege bei nur günstiger Witterungslage vorgenommen werden. Für den äußersten Fall führt das Luftschiff stets eine etserne Nation an Nährmittelpräparaten für \ämtiliche Flugteilnehmer für 2—3 Wochen an Bord. Das allseitige Interesse für die Expedition läßt hoffen, daß die auf 3 Millionen Mark veranschlagten Kosten der Expedition, die sich auf Deutschland, England und Holland verteilen, aufgebraht werden. In England und Holland bildet \ich ebenfalls ein Komitee. Die hohen Koslen der Expedition erklären sih aus den Anschaffungspreisen für ein Luft- chi (etwa 300 C00 46), mindestens zwei transportable Luftschiffhallen (zu 200 000 4), eine Gasbereitungsanlage (300 000 4), den Spesen für Brennstoff und Oel fowie \{ließlich der mehrjährigen Tätigkeit der Expedition und der Teilnehmerzahl. Leiter wird der Oberleutnant Graetß. Ferner nimmt teil: der Professor Nichard Neuhauß, der bekannte Neu SBuineaforsher, als Fahmann für Mediztn, Anthropologie und wissen- \chafilihe Aufnahmen sowie Ethnologie; der Colonel Smyth V. C., jeßt Kommandant des 6. englischen Gardedragonerregiments, als Fachmann für Geographie, Kartographie und astronomische Ortsbestim- mungen, hat seine Teilnahme in Aussicht gestellt. Eine ganze Reihe von Posten weiterer sachverständiger Teilnehmer find noch ofen. Die Mittel hofft man durch eine Verlosung, durch eine Subskription und den Vertrieb von Wohlfahrtsmarken aufzubringen. Ferner sollen während des Sommers mit einem Parseval-Flugfahrzeug der Flugfahrzeug- gesellsHaft in Bitterfeld bis zur Fertigstellung des Crxpeditionsluftschiffes Probeflüge über ganz Deutschland vorgenommen werden, die zum Zweck allgemeiner Belehrung diejen'gen Städte berühren, die noch nie den Besuch eines Luftschiffes gehabt haben. Dabei sollen aerophoto- grammetrische Aufnahmen zur Ergänzung der Landesaufnahme und Propaganda sür die Expedition gemacht werden. Die Ausreise der Expedition ist für das Frühjahr 1914 geplant.

Land- und Forstwirtschaft.

Bon der Insel Wight an der südenglishen Küste ist eine Bienenkrankheit ausgegangen und infolgedessen auch nach) der Insel benannt wurde. Sie hat bereits etne ziemlich erheblihe Ver- breitung erlangt, sodaß sie auch die Forschung lebhaft zùú beschäftigen begonnen hat. Der Erreger der Krankheit, die zu den ansteckenden zu renen ist, hat sich nachweisen lassen, und zwar als ein Verwandter des merkwürdigen mifkrosfopishen Schmaroßers, der gelegentlih unter den Setidenraupen bedenkliche Verheerungen anrichtet. Die Gattung Nosema, zu der beide Kleinwesen gerechnet werden, wird gewöhnlich zu den Bakterien gestellt, obgleich über ihre Natur noch nichts Sicheres hat ermittelt werden Tönnen. Bet den Seidenraupen leben die winzigen Körperhen in der Blutflüssigkeit und den Ernährungs- organen. Ebenso wie fie stellt auch der Erreger der Bienen- Frankheit (Nosema apis) mifrosfopishe Zellen von einer länglich runden Gestalt dar. Die englische Landwirtschafts- behörde hat besondere Untersuhungen über die Bienenkrankheit angeordnet, deren Ergebnisse von ihr jeßt in einer besonderen Schrift veröffentlicht worden find. E ist nicht nur die Lebensgeshichte des Schmaroßters, soweit sie- sih hat feststellen lassen, studiert worden, sondern au alle Verhältnisse der Btenenstöcke, die zur Aufklärung der Krankheit und ihrer Verbreitungsart beitragen können. Insbesondere sind Versuche angestellt worden, die Krank- heit fünstlih zu übertragen, und aus ihnen haben \sich gewisse An- haltspunkte für eine Behandlung der erkrankten Völker er- geben. Ein zuverlässiges Heilmittel aber ist noch niht ge- funden worden, und man muß _ sich daher vorläufig auf Maß- nahmen beschränken, die zu einem Schuß der gesunden Bienen führen fönnen. Bei der immer noch rätselhaften Natur des als Erreger der Krankheit verklagten Kleinwesens sind auch sorgfältige Beobachtungen darüber angestellt, ob “t echte Bakterienarten an der Entstehung der Krankheit beteiligt i könnten, aber es hat si keine Bakterienart ermitteln lassen, die ü ¿:tkrankten Stöcken stets zu finden wäre. Allerdings tritt ein Bus, der dem der Pest gleiht und daher Bacillus pestiformis a,is genannt worden ift, bei den fkranken Bienen häufig auf und wurde daher auh bereits als eigentlicher Erreger verdächtigt.

: Weizeneinfuhr in Marseille. Nach den Wothenberichten der in Marseille ersheinenden Zeitung „Æ Sömaphore“ hat die Weizeneinfuhr nah Marseille auf dem Seewege betragen : in der Zeit vom 27. Juli bis 1. August... 77661 dz

BADOR aus U. e DOOEO &

in der Zeit vom 3. bis 8. August . . .. «+ » - 148360 , O E M S

in der Zeit vom 10. bis 15. August ««. « . » 17279 y babon aus Va «Ce C OLOOE

in der Zeit vom 17. bis 22. August « . « «+ « 178445 y baben aus Mun a DODDO

Sn den Zollniederlagen in Marseille befanden sih am

20. August 13 110 dz. Verkehrswesen.

Laut Telegramm aus Cöln ist die Post aus Frankreich, die gestern abend 6 Uhr 3 Minuten in Berlin fällig war, ausgeblieben. Grund : Zugverspätung in Belgien.

Verdingungen.

Sie näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Reichs- und taatsanzeiger“ ausliegen, fönnen in den Wothentagen in dessen Expedition während der Dienststunden von 9—3 Uhr eingesehen werden.)

Italien.

12. September 1913, Vormittags 10 Uhr. Direktion des Milttär- fommissariats des VIII. Armeekorps in Florenz: Lieferung einer großen Menge von Wolle, großen und kleinen wollenen Decken, hän-

fenen Kissen- und Matraßenbezügen sowie Bettlaken und Matraßen- unterlagen. Sicherheit 32260 Lire. Näheres in italtenisher Sprache beim „Reichsanzeiger“.

Niederlande.

10. September 1913, 12 Uhr. Intendantur der 1. Division im Haag, im Geschäftszimmer der Militärbäckerei, Breedstraat Nr. 106: Lieferung von 60 000 kg harten und 60000 kg weichen Weizens. Die Bedingungen sind für 0,10 Fl. bei der Firma Gebrüder van Cleef im Haag erhâltlich.

Serbien.

13./26. September. Direktion des Köntglich serbischen Kriegs- arsenals in Kragujewaß: Schriftlihe Verdingung behufs Liefe- rung von 500 kg Antimon und 35 000 kg reines Blei. Sicherheit 20 9/. Bedingungen sind in der oben erwähnten Direktion erhältlich.

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

Frau Kurt verabschiedete \ch am Sonnabend als Brünnhilde in der „Götterdämmerung“ von der Königlichen Opernbühne, die fie verläßt, um einem Ruf an das Deutshe Opernhaus in Char- lottenburg zu folgen. Die Künstlerin bot wiederum eine nah eder Richtung hin vollwertige Leistung, die von neuem bewies, Idaß ihr die Jahre des Wirkens am Königlichen Opernhause zu einer Zeit erfolgreihster Gntwicklung geworden sind. Ihre Brünnhilden- darstellung verriet ein tiefes Miterleben der großen Aufgabe und war, besonders in der bedeutsamen Szene der Verleugnung durhch den vom Zaubertrank betörten Siegfried, von ergreifender Innerlichkeit. Die trefflichen Leistungen der übrigen Mitwirkenden sind von der Erstaufführung des neuetnstudierten Werks ebenfalls bekannt. Herr Wiedemann, der noch als Gast den Gunther gab, wirkte gesanglich sehr befriedigend. Schauspielerisch litt seine Darstellung unter einer gewissen Unruhe. Das Orchester, mit Leo Blech als Dirigenten, bot in der lihtvollen Klarheit des motivischen Gewebes und în der Sattheit der Klangfarbe Unübertreffliches. Die szenische Neuetinrichtung zeigte auch bei dieser Wiederholung, daß sh das Königliche Opernhaus jeßt den stimmungsvoll-würdigen Rahmen für die große Nibelungentragödie geschaffen Hat.

Deutsches Schauspielhaus.

Die Erstaufführung der amerikanischen Burleske „Sieben tolle Tage" von Otto Eisenschiß im Deutschen Schauspielhause am Sonn- abend kommt noch auf Rechnung der Sommerspielzeit, sie verträgt auch keinen fkunstkritishen Maßstab. Die komishe Voraussegzun beruht darauf, daß eine New Yorker Familie in ihrer Villa dur die Polizei auf eine Woche unter Quarantäne gestellt wird, weil ein inesisher Diener des Hauses an Flecktyphus erkrankte. Da sämtliche Dienstboten in der Vorahnung der polizeilichen Verfügung vorher das Haus verlassen hatten, sind die Herrschaften genötigt, die ganze Hauswirtschaft selbst zu besorgen. Unter den Eingeschlossenen befindet ch au ein Einbrecher, der ebenfalls das Haus nit ver- [afsen kann und von einem Bersteck ins andere flühten muß, und ein Polizist, der auf den Einbreher Jagd macht. Das . sind dle treibenden Kräfte der nur auf Situations\cherzen beruhenden, aber mit wenig Geist durchgeführten Handlung. Um die einzelnen wenig er- giebigen Rollen mühten sh redlih die Damen Valettt, Weixler, Ghiberti, Nühmkorf, die Herren Charls, Treptow, Otto, Paulig und Blümner. Neben starken Ausbrüchen der Heiterkeit wurden im Publikum auch Aeußerungen des Mißvergnügens über die

Burleske laut. Kleines Theater.

Mit drei Etnaktern eröffnete am Sonnabend das Kleine Theater unter der neuen Direktion des Herrn Dr. Altmann, vom Deutschen Theater in Hannover, die Spielzeit. Man wird vielleicht nicht fehl- gehen, diese dramatischen Kleinigkeiten als Versuchsobjekte für ein vorsichtig tastendes Vorgehen einer fich einführenden Theaterleitung zu betrahten, namentlih unter dem Gesichtspunkte, daß, wenn etwa das eine von den dargebotenen Stücken nicht eine volle Wirkung aus- üben sollte, von den übrigen Darbietungen noch immer ein Erfolg des Abends zu erhoffen sei. Vielleicht war es dieser Gesichts- punkt, der die Regie bewog, dem „Barbier von Berriac“ en Vortritt zu lassen, einer von Max Mell verfaßten Komödie, in der ein Barbier und seine Frau sih bemühen, die Frage Mephistos: „Warum {ih Mann und Frau so \chlecht vertragen?" auf ihre Weise zu beantworten. Das geschieht in der Art, daß die Frau des Barbiers einem Grafen ihre Gunst s{enkt und dafür von threm Manne, der unbemerkt Zeuge dieser Szene war, mit dem Revolver bedroht wird; nur die Dazwischenkunft des Webhabers, der fh nun der Kunst des Barbiers anvertraut und bei dieser Gelegenheit die Erfahrung macht, von keinem Unwissenden bebandelt zu werden, rettet sie vor weiteren Unannehmlichkeiten. Auch bder gräflide Liebhaber geht in des Wortes wahrster Bedeutung mit hbeiler Haut aus der gefährlihen Behandlung des eifersüchtigen Barbiers hervor, der sich nach Beendigung seiner Aufgabe zum Grabe seiner ersten Frau begibt, nahdem er das Ansinnen, cin über die orts- übliche Bezahlung hinausgehendes Entgelt für seine Bemühungen anzunehmen, abgelehnt hatte. Dies Verhalten des Ehemannes über- wältigt zum Schluß den Liebhaber derart, daß er fi von der ungetreuen Frau wieder abwendet und fie ihrem Schicksal überläßt. Der Dialog dieses wunderlihen Stüdes, dessen spannende Mo- mente \{chwerlih auf dem Gebiete der Komödie liegen, war stellenweise recht gedehnt und wurde überdies von den Darstellern (Ludwig Hartau, Mia Hellmuth, August Weigert) nicht immer hinreichend deutli gesprochen. Weit besser, ja ganz ausgezeichnet verstanden ih die beiden Eheleute in der nun folgenden Verskomödie „Paul und Paula“ oder „Die Geshwister“ von Herbert Eulenberg: zwei Eheleute, die sich gegenseitig nichts vorzuwerfen und fi nur die Ueber- rashung einer auf beiden Seiten bereits vorhandenen Nachkommenschaft aufgespcæet hatten, die zum Schluß in Person als Brüderhzn und Schwesterhen auf der Bühne erscheinen. Die Verse zeugen von Sprachgewandtheit; s{hade, s sie nit befferen Zwecken dienen. Gesptelt wurde von Max Adalbert, Alice Altmann - Hall fowie den beiden Kindern Erwin Halbbauer, und Hillt Martini durhweg gut. Der letzte Einakter „In Ewigkeit Amen“ von Anton Wil dgans behandelt eine dramatisch bewegte Gerichtsszene aus dem dunkelsten Verbrecherleben. Eine vorzügliche Leistung bot in diesem Stücke der Darsteller des Untersuhungsrihters Lupu Pik. Auch die übrigen Mitwirkenden, namentllch Irma Klaar als Zeugin, Karl Geßner als Zeuge und Paul Bildt als Angeklagter, shufen aus- gezeihnete Charaktertypen.

Im Königlihen Opernhause wird morgen, Dienstag, auf Allerhö{sten Befehl, aus Anlaß der Herbstparade, „Der große König" aufgeführt. Herr Clewing spielt die Titelrolle, in den übrigen

rößeren Aufgaben sind die Damen Engell, Arnstädt und Heisler fowie die Herren Pohl, Kraußneck, Patry, von Ledebur, Valentin, Boettcher, Werrack und Geisendörfer beschäftigt. Die Vorstellung be- ginnt um 8 Uhr. Dirigent ist der Kapellmeister von Strauß.

Im Königlihen Schauspielhause wird morgen „Der Barbier von Sevilla“ E Frau Andrejewa-Skilondz siagt die Nosine (im 3. Akt Einlage aus „Lakmé"); Frau von Scheele- Müller: die Marzelline; den Almaviva: Herr Sommer; den Figaro:

err Habich; den Dr. Bartolo: Herr Schulz; den De: Herr chwegler ; den Fiorillo : Herr Krasa. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister Dr. Bes[.

Das Deutsche Künstler-Theater, Sozietät (ehemals Kur- fürstenoper), ist im Umbau so weit fortgeschritten, daß die Gröffnungë- vorstellung voraussichtlich in vierzehn Tagen elegen kann. Vie Organisation des Unternehmens ist folgende: Die Sozietät besteht aus den früheren Mitgliedern des Lessingtheaters unter Dr. Otto Brahms Leitung: Karl Forest, Willy Grunwald, Else Lehmann, Hans Marr, Emanuel Reicher, Gutav Rickelt, Rudolf Nittner, Oskar Sauer Mathilde Sussin, denen sich Dr. Gerhart Hauptmann und Paul