1894 / 262 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

“Hof-Theater in Dresden, waer durchgeführt.

einen kräfti

Medine, midt E helle Klangfarbe und scheint A s tolzing war künstlerisch einheit Vortrag eindrucksvo

äulein Hiedler ga wieder un athoidelte auch N muth. Den David sang und spielte

Erislhe: nit weniger gut waren Frau Goetze als Schmi

dt als Beckmesser und Herr Mödlinger,

ter den mehrstimmigen Säßen wurde das Quintett in Hans Sawsen's Hause im dritten Akt mit besonders shönem Gelingen zum Auch die Chöre verdienen Lob, und das Orchester, das unter Kapellmeister Weingartner's Leitung stand, brachte alle Fein- heiten und die ganze Macht der Justrumentation meisterhaft zu Gehör. Die Gesammtvorstellung gestaltete sich so zu einem hoben und ungestörten

Vortrag gebracht.

Kunstgenuß.

Das Königliche Schauspielhaus feierte den Tag dur ein Ein Ehrenhold wies auf die Bedeutung des berühmten deutshen Meistersingers in einem Es hin, dem dann ein PalmaGlesptel des Hans Sachs , )

Festspiel, das Rudolph Genée verfaßt hat.

eit will niemand herbergen“ sich ans{hloß.

Lindner so mild und herzli Von dem

bei seinem Handwerk in der Familie vor ; in einem

in das Pandwe Festspiel ein. seiner Gattin wird dem ehrbaren Schuster und

legenheit gegeben, einige eigene humoristishe Verse anzuführen und | von Meister dann verfällt, werden ihm die M! ungen der Mit- und Nachwelt dargebracht ; dabei bekränzt Frau

ahrheit mit den Schlußworten des Goethe’schen Huldigungsgedichts

im Schlummer, in den der

das Haupt des Gefeierten mit dem Eichenkranz.

war mehr lehrreih als unterhaltend ; es zeichnete mit Geschick die her- vorragendsten Eigenschaften der Kunst des Meistersängers und das Wesen des Dichters, das in eht deutsher Wahrhaftigkeit und Rein- Den kräâftigsten Eindruck brachte das hierauf folgende Fastnachtspiel „Der Krämerskorb“, in dem Hans Wie der Korb, den

Krämerin nicht tragen will, nicht nur bei den Krämersleuten, fondern au zwischen dem Bürger und des Bürgers Frau, zwischen Knecht und Köchin zu Handgreiflichkeiten Veranlassun führt der Nürnberger Dichter mit frishem und \{lichtem bedächtigen Zuhörern zur Nachachtung vor. Herr Molenar sprach als stattliher Ehrenhold seine Knittelverse kernig und an den geeigneten Stellen voll Laune ; Fräulein Lindner als Frau Wahrheit wirkte zum durch die Reinheit und Milde ihres Wesens. Zum fröhlihen Ab- | wie {luß wurde der Abend durch Shakespeare?'s „Komödie der FIrrungen“ gebracht, die bei treffliher Darstellung ihren heiteren

beit des Gemüths wurzelt.

Sachs wieder felbst zu Worte kam, hervor.

Zauber auf die Zuhörer ausübte. Adolph Ernst-T heater.

Vorgestern Abend wurde ein dreiaktiger Shwank aus dem Eng- lischen, „Der kleine Herr* von Arthur Lauw, zum ersten Mal gegeben und von dem zahlreihen Publikum mit lebhaftestem Beifall Der Wiß in diesem Stück beruht darauf, daß eine Frau, die als Wittwe zum zweiten Mal \ich verheirathet hat, sich ur Erhaltung der Aussiht auf eine gute Erbschaft genöthigt  den sechzehnjährigen

dieser Sachlage

ausgenommen.

eht, ibren zweiten Mann ur erster Ehe auszugeben. Die aus tierenden fkomishen Situationen

rau Seemann als seine Frau, Herr

__ Der Sônger besißt en und wohlklingenden Tenor; sein Organ hat eine an- di vi Aufgaben ge-

S AIRUIE nd T ret E wenn a ynamisch noch n recht aus- lichen; shauspielerisch hätte man zuweilen grähere Lebendigkeit und fee Betonung der igen eten Innigkeit erwarten dürfen. die Rolle der Eva gesanglih mit Auszeichnung

d vielen Liebreiz und An-

err Lieban mit gewohnter Magdalena, Herr / EGva?’s Vater. Ke August Körner (Bariton) erschien am Sonntag echstein zum ersten Mal vor dem hietigen Publikum.

sehr klangvo

Lagen vom

teckt mehr Moral als dramatisches Leben; die Moral wurde aber so reuherzig und bieder vorgetragen und klang aus dem Munde des Fräulein

4 daß die Zuhörer ihre Freude daran hatten. astnahtsspiel führten die sanften Klänge des nah einem echten Meisterliede verfaßten Abendtons Kon rad Nachtigall?’s Es stellte Hans Sachs. zuerst wiegespräh mit

wurden durch Darstellung des Herrn Tielscher, der den Archibald Rennick, „Den kleinen Herrn“, gab, zur vollsten Geltung gebracht und riefen an vielen

Stellen stürmische Heiterkeit hervor. A, Ner Oer n ambrodck a r. Kandy,

nhaber einer Knabenshule, und Fräulein Schlüter als früh ver- dorbener Balfish hervorragend an dem Erfolg des Werks mit.

mit gefälliger

den Darstellern Schlüter und Fischer, die Herren

über cine

Altistin gebietet é allen

Stimme, die in hohen A gleihmäßig trug sie gleich dem

Delila“ von

besondere Hervorhebung. Tlingendes Organ, das Wirkung ift. l längerer Tongruppen, die er

Wahr- In dem Spiel

Schubert, 6 i unermüdlihe Sänger Julius Sachs: „Wer der Wiener Methode

eistersinger Ge- | der

gende,

Das Festspiel - haftem Beifall aufgenommen.

Ernst Kraus, Me o: Herr

giebt, das | dirigiert.

Umor

folgt beseßt:

Präsident Ferdinand: Herr Matkowsky,

geht und nicht lange nah 11 Uhr

Aufführung. : Mittag 12 Uhr abgeholt sein, verfügt wird.

Sohn reful- die drollige

Dem englis@hen Schwank ging ein deutscher Einakter „Die ewige Braut“, Liederspiel von W. Mannstädt und 1 Musik und glänzender Ausstattung sich sehr günstig präsentierte und gleichfalls eine freundlihe Aufnahme fand. Unter

dieses Stücks Me namentlich die

erkennung verdient, wie immer, die außerordentlih geshickte, von Herrn Vircektor Adolph Ernst selbst beforgte Inscenierung beider Werke.

Konzerte. : Das Wiener Künstlerpaar eau Gisela Körner (Alt) und

leiht anspricht. „Ersten warmer Empfindung, das Cantabile aus der Oper „Samson und aint-Saëns mit dramatischer Lebendigkeit, einige heitere Lieder von Moszkowski und Fabian mit Grazie vor. Die Reinheit der Intonation und die Deutlichkeit der Aussprache verdienen noch Der Baritonist hat ein sehr angenehm besonders Sebr lobenswerth

hervorbringt, wie man es sonst nur bei Bühnensängern antrifft. Die Behandlung der Töne des Falsetts ist oft von wundervollem Effekt, wie dies z. B. bei einem Triller in diesen höchsten Regionen der Fall war. Seine Vortragsweise ist eine interessante und feinfhattierte. ‘Diese Vorzüge kamen in Gesängen von Goldmark, Gounod, Nückauf, oewe und E E Geltung; auch erfreute ur ie

Siebel : Fräulein Rothauser, Marthe: Frau Lammert. Nordica singt die Margarethe als. G

Im Königlihen Schauspielhause wird morgen das Lust- spiel „Wie die Alten fungen“ gegeben. In der Donnerstag-Vor- stellung von Schiller?s „Kabale und Liebe“ wird Fräulein Sauer ersten Mal die Luise spielen.

Wurm: Herr Grube. _Hei Dberländer, dessen Frau: Frau Schramm, Lady Milford : Fräulein Poppe, Hofmarschall Kalb: Herr Vollmer, Kammerdiener: Herr Kahle.

Die „Hamlet "- Aufführung im Deutschen Theater hat schon am zweiten Abend durch Verringerung der Verwandlungspausen und gedrängteres Zusammenspiel eine merkliche Verkürzung erfahren, sodaß ihre Dauer nicht über die sonst bei großen Stücken übliche hinaus-

Im Friedrih-Wilhelmstädtishen Theater gelangt, wie bereits gemeldet, morgen die Strauß’sche Operette „Jabuka* zur ersten Die bestellten Billets müssen bis spätestens morgen

Das Theater Unter den Sonnabend die erste Aufführung der dreiaktigen Operette „Gaufkler“ von M. Boucheron und Antony Mars, Musik von Louis Varney, vor. Das Werk hatte in Paris in der vorigen Saison großen Erfolg. Die Herren Herrmann und Freund haben für das Theater Unter den Linden die Operette überseßt und bearbeitet. rolle spielt Fräulein Elise Kramm.

F. Kren voran, der | nisten-Abend“

Damen

lein und Weiß. Besondere An- tragen.

im Saal

e und umfangreiche | am Sonnta tiefen bis zum Auch der Beethoven’s „Bitten“

Lied“ von Grammann mit

im piano von f{öner ist zugleich die Ausführung

im sch{nellsten Tempo fo fklar

Liedes

Zugabe eines Vortra-

weiß?“ Daß beide

folgend, häufig das Tremolieren

anwenden, ist nichts Auffallendes; nur müßte es bei Liedern heiteren L a. S., 1. November. und kindlih naiven Genres vermieden werden. Sämmtliche Gesangs- leistungen wurden von dem zahlreih ershienenen Publikum mit leb- Die Klavierbegleitung des Herrn

O. Bake war eine sehr. lobenswerthe.

Im Königlichen Opernhause gelangt morgen Gounod's „Margarethe“ mit R Beseßung zur A Faust : Herr Pt

zufolge Hoheiten die alentin: Herr Bulß, Frau Lillian ast. Kapellmeister Sucher

ödlinger,

Die übrigen Nollen sind Herr Klein, Miller: Herr

von Walter:

darboten.

ihr Ende erreicht.

rourden. Der weil sonst anderweitig darüber

nächsten

treten. Linden bereitet für

meldet, für willigt. Die weiblihe Haupt-

Die | in der Hasenhaide 5/6 wohnenden Wittwe Johanna Sin ¿

ihr 100. Lebensjahr vollendete, 100 4 überwiesen. agistrat der Stadt Berlin hat der Jubilarin 100 M übersandt. Frau S. wohnt bei ihrer ältesten Tochter, der 70 jährigen Wittwe Scholz, und is noch verhältnißmäßig recht fris; nur etwas \hwerhörig, dagegen kann sie noch ohne Brille lesen.

Nürnberg, 5. November. Feier im Rathhausfaal waren, wie D erid; Spitzen der Behörden, Vertreter des Ministeriums, sowie ein zahl- reiches Publikum erschienen. G in Dresden hielt eine Rede, welche die Bedeutung Hans Sachs? auch für die Reformation hervorhob. Mit Gefang begann und mes die Feier. Darauf sezte sih der Festzug in Bewegung. Man sah vier Lea, L ein ungemein lebhaftes, farbenprächtiges Bild

en ug )

Meistersängern, Nathsherren und Schauspielern, alle in prachtvolle Kostüme gekleidet. Jan

hervor. Auch Ihre Durchlaucht die Fürstin-Mutter von Schaumburg- Lippe wohnte der Feier vom Rathhause aus bei. führten Dilettanten Shwänke von Hans Sachs auf. fünf große Festversammlungen ftatt, in denen Ansprachen gehalten Fremdenzudrang ist außerordentli groß; C brachten Tausende von Besuchern, auch Norddeutschland ist stark ver-

Lübed, 2. ; die hiesige 100 000 Æ, die Handelskammer zu demselben Zweck 25 000 M be-

Im Konzerthause findet morgen der „erste Berliner Kompo- statt. Nach dem

ax Wagner, König und Fin f Aufführung bringen; außerdem wird der S Domfänger Herr Neubauer „All meine Ferigdauten. und „Es von Fink unter persönli

rogramm deéselden werden die Herren mehrere eigene Kompositionen zur

st so _füß, zu hoffen“ cher Klavierbegleitung des Komponisten vor=-

Mannigfaltiges.

Im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers und Königs hat, der „N. Pr. Ztg.* zufolge, das Königliche Polizei-Präsidium der

impel, die

In der Monats-Versammlung des Zweigvereins Berlin- Charlottenburg des j r vereins— am Donnerstag, 8. November, Abends 8 Uhr, im „Wirths- haus zum Großen Kurfürsten“, Potsdamerstraße 124 wird Herr Hof- schauspieler Hartmann Dichtungen Ernst von Wildenbruh's vortragen. Gâste sind willkommen.

Der am 22. September 1893 verstorbene Rentner Konstant Sala hat, wie die „N. Pr. Ztg.“ erfährt, der Berliner Stadt- gemeinde 300 000 A zur Begründung einer „Konstant Sala - Stiftung“ vermacht, die den Zweck hat, bedürftigen und kränk- lichen Gemeindeshülern, ohne Unterschied der Konfession, einen mindestens vierwöchigen Aufenthalt in gesunder, frisher Luft auf dem Lande oder an der See zu gewähren.

Allgemeinen Deutschen Spradch-

Eine hochherzige Mitbürgerin,

räulein Röser, schenkte der „Magdeb. Ztg." zufolge ihr gesammtes Vermögen, bestehend aus einem Hausgrundftück und 150 000 4, der Stadt zur Errichtung eines städtischen Waisenhauses.

Bonn, 2. November. Heute Vormittag wurden der „Köln. Ztg.“ im Senatsfaal der ; Prinzen Friedrih Heinrich und h Albrecht von Preußen durch den Rektor Geheimen Regierungs- Rath Nissen in Gegenwart des akademischen Senats unter die Zahl der akademishen Bürger der rheinishen Hochschule aufgenommen.

Königlichen Ioachim

Universität Ihre

Zu der heutigen Hans8-Sachs- “T. B.° berichtet, die

Professor Goeße vom Kadettenkorps

bildeten viele Hunderte von Neisigen,

Der Wagen des Hans Sachs rief überall Jubel

Nach dem Festzuge Abends in

Extrazüge

Der Senat hat, wie „W. T. B.“

November. i; deutsch - nordishe Ausstellung

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

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E A vom 6. November,

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Isius

Wetter.

Stationen.

Temperatur

in 9 Ce 59C.

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wolkig bedeckt bededckt Dunst bededt wolkenlos Schnee bededt

Belmullet . . rdeen …. Christiansund Kopenhagen . Stockholm . aranda .

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Triest ... - | 766 {O 2) Morgens Neçen. 3) Nachts

Uebelrsicht der Witterung.

Das barometrishe Minimum, welches gestern nörd- lih von Schottland lag, ist ostwärts nach Süd- | weden fortgeschritten und verursacht an der deut-

en iy frishe südwestlihe bis nordwestlihe

1) Nachts Regen. Regen.

Winde. Ein neues Minimum scheint westlich von Schottland heranzunahen. Bei, gußer an der Küste chwacher, meist westliher und südwestlicher Luft- trômung if das Wetter in Deutschland mild und vorwiegend trübe. Vielfach i Negen gefallen, meist jedo in geringer Menge; an der Küste liegt die Temperatur 2 bis 52, im Binnenland 214 bis 67 Grad über dem Mittelwerth. In Nordschweden herrscht strenge Kälte, Haparanda meldet ‘Minus Aufi, cinr A vorübergehendes ufflaren wahrscheinlich. Deutsche Seewarte,

Theater- Anzeigen.

Königliche Schauspiele. Mittwo: Opern- haus, 233. Vorstellung. Margarethe. Oper in 5 Akten von Charles Gounod. Text nah Goethe's Faust, von Jules Barbier und Michel Carré. Ballet von Emil Graeb. In Scene geseßt vom Ober-Regisseur Teßlaff. Dekorative Einrichtung vom Ober-Inspektor Brandt. Dirigent : Kapell- meister Sucher. Anfang 74 Ubr.

Schauspielhaus. 243. Vorstellung. Wie die Alten sungen. Lustspiel in 4 Aufzügen von Karl Nie- mann. In Scene geseßt vom Öber-Regisseur Marx Grube. Anfang 73 Uhr.

Donnerstag: Opernhaus. 234. Vorstellung. Hänsel und Gretel. Märchenspiel in 3 Bildern von Engel- bert Humperdink. Text von Adelheid Wette. Mara. Oper in 1 Akt von Ferdinand Hummel. Text von Axel Delmar. Anfang 72 Uhr.

Schauspielhaus. 244. Vorstellung. Kabale und Liebe. “ei in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Anfang 77 Uhr.

Deuisches Theater. Mittwoh: Die Kame- raden. Anfang 7# Uhr.

Donnerstag: Zum 25. Male: Die Weber.

Freitag (9. Abonnements - Vorstellung) : Kameraden.

Die

Berliner Theater. Mittwoh: Ein Erfolg. Anfang 7F Uhr.

Donnerstag: Stützen der Gesellschaft.

Freitag (10. Abonnements - Vorstellung) : Zum ersten ale: Die Karls\schüler. Schauspiel in 5 Akten von Heinrich Laube.

Lessing-Theater. Mittwoh: Madame Sans- Gêne. Anfang 7x Uhr.

Donnerstag: Die Schmetterlingsschlacht.

Freitag: Madame Sans-Gêne.

Friedrich - Wilhelmstädtishes Theater. Chaufseestraße 25/26.

Mittwoh: Mit durchaus neuer Ausstattung: Zum ersten Male: Jabuka. (Das U Uo Vperette in 3 Akten von Max Kalbek und Gustav Davis. Musik von Iohann Strauß. In Scene geseßt von Julius Fritsche. 2: Herr Kapell- meister Federmann. Anfang 7# Uhr.

Donnerstag: Zum zweiten Male: Jabuka. (Das Apfelfest.)

| Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. /5. Mittwoch: Komödianten! Lustspiel in 4 Akten von Eduard Pailleron. In Scene geseßt von Sig- mund Lautenburg. Anfang 7{ Uhr.

Donnerstag: Figaro’s Hochzeit.

Freitag: Komödianten !

Sonnabend: Figaro’s Hochzeit.

Sonntag, Nachmittags: Doppelselbstmord. Abends: Komödianten!

Residenz - Theater. Blumenstraße Nr. 9.

Direktion: Sigmund Lautenburg. Mittwoch: Der Unterpräfekt. Schwank in 3 Akten von Leon Gaudillot, Deutsch von Max Schönau. Vorher : Villa Vielliebcheu. Lustspiel in 1 Akt von Benno Jacobson. Anfang 7x Uhr. 1 ;

Donnerstag: Der Unterpräfekt. Villa Viel- lieben.

Theater Untex den Linden. Behrenstr. 55/57. Direktion: Julius Frißshe. Mittwoh: Der Obersteiger. Operette in 3 Akten von M. West und L. Held. Musik von Carl Zeller. In Scene geseßt vom Ober-Regisseur Eduard Binder. Diri- gent: Herr Kapellmeister Ferron. Anfang 7} Uhr.

Donnerstag: Der Oberfsteiger.

Sonnabend: Zum ersten Male: Gaukler. Operette in 3 Akten.

BPentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion : Richard Schul. Emil Thomas a. G. Anna Bâäckers. Josefine Dora. Mittwoch: Zum 68. Male. O, diese Berliner! Große Dose mit Gesang und Tanz in 6 Bildern (nach Salingré's „Reise durch Berlin“) von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang Uhr.

Donnerstag : Dieselbe Vorstellung.

Adolph Ernst-Theater. Mittwoh: Zum vierten Male: Der kleine Herr. Schwank in 3 Akten von Arthur Law. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. Jn Scene geseßt von Ad. Ernst. Anfang 73 Uhr.

Donnerstag: Dieselbe Vorstellung.

Konzerte.

Konzert-Haus. Mittwoh: Karl Meyder- Konzert. L. Berliner Komponisten - Abend, unter frenndl. Mitw. der Komponisten Herren: E ner, König, Fink u. d. Kgl. Domsängers Herrn Neubauer.

Sing-Akademie. Mittwoh, Anfang 8 Uhr: Lieder-Abend von Clara Polscher, unter gef. Mitw. des Pianisten Herrn Arthur Speed.

Saal Bechstein. Linkstraße 42. Mittwoch, Anfang 74 Uhr: Konzert des Cellovirtuosen Cornélis Liégeois, unt. güt. Mitw. der Konzert- sängerin Fr. Elisabeth Feiniuger.

Pirkus Renz (Karlstraße). Mittwoh: Tjo Ni En. SEenfationelle Tänze, u. a. les grelots vivants (Original), jeu des barbichons (Ori- E Außerdem: 6 Rappen, vorgef. v, t N. enz; Konkurrenzshule, ger. v. Frau MNenz- Stark u. Frl. Wally Renz ; der phänomenale Reiter Mr. Clark; d. Clowns Gebr. Villaud. Sensationell, ohne jede Konkurrenz: Mr. Jules Keller, gen. Americas human enigma. x. Anfang 74 Uhr.

Donnerstag: Tjo Ni En.

B O E R E F H E C Ati S A E E R s N A A Familien-Nachrichten.

Verlobt: Freiin Femy von Richthofen mit Hrn..

Lieut. Frhrn. Senfft von Pilsach (Dürrjentsch— Breslau). Frl. Frieda von Naßtmer mit Hrn. Prem.-Lieut. Hans Baath (Hannover).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Rittmeister a. D...

Gestüts-Direktor Werner (Landgestüt Rastenburg).

Hrn. Stabsarzt Dr. Brettner (Steitin).

Hrn. Regierungs-Assessor von Loeper (Saar-

gemünd). Eine Tochter: Hrn. Hauptmann

fr. von Lüttwig (Berlin). Hrn. Major rhrn. von Canit (Potsdam).

Gestorben: Verw. Fr. Konsistorial-Nath Smend, geb. Gauhe (Münster). Hr. Referendar Dr. Karl Andreae (D. - Wilmersdorf bei Berlin). Fr. Rittmeister Freifrau Fanny Thumb von Neu- burg, geb. Frein von Linden (Stuttgart). Hr. Major a. D. Louis von Dewitz (Maldewin N A Hrn. Friß von Gersdorf Tochter

Elisabeth (Falkenstein im Taunus).

Verantwortlicher Redakteur: J. V.: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin.

Druck der Norddeutshen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt, Berlin 8W., Wilhelmstraße Nr. 32,

Fünf Beilagen (einshließlich Börsen-Beilage),

sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffeut-

lichen Anzeigers (Kommanditgesellschasten auf

Aktien und Aktiengesellschaften) für die Woche vom 29, Oktober bis 3, November 1894.

zum Deutschen Reichs-Anzei

. M 262.

Kunst und Wissenschaft.

Jm Anschluß an den Bericht über die gestrige Feier des 100jährigen Geburtstags des General-Lieutenants Dr. J. J. Baeyer, Begründers des Königlichen Geodätishen Jnstituts und des Zentralbureaus der Jnternationalen Erdmessung in Potsdam (s. d. gestr. Nr. d. Bl.), theilen wir nachstehend den Wortlaut der dabei gehaltenen Festreden mit.

Zunächst hielt der Direktor des C Instituts und Bentralbureaus der Jnternationalen Erdmessung, ete or Dr. Helmert, sich an den in Vertretung Seiner ! ajestät des Kaisers und Königs erschienenen Prinzen Friedrich Leopold, Ae Hoheit, und die Festverjammlung wendend, folgende

ede:

Eure Königliche Hoheit ! Hochansehnlihe Versammlung!

Die Feier des heutigen Tages gilt dem Andenken des Begrün- ders des Geodätishen Instituts, des Schdöpfers der Organisation der Erdmessung fie gilt dem Andenken des Königlich preußischen General-Lieutenants Dr. Johann Jakob Baeyer, der heute - vor 100 Jahren das Licht der Welt erblickte.

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, die Ge- nehmigung zur Begehung der Feier dur Allerhöchste Kabinetsordre vom 29. Oktober d. F. zu ertheilen.

Dem Allerhöchsten Interesse für die us des Tages ist es zu verdanken, daß Eure Königliche Hoheit in Vertretung Seiner S s des Kaisers und Königs wir heute hier ehrfurhtsvoll begrüßen

ürfen.

,_ Vereinigungen der Völker zu gemeinsamer wisjenschaftliher Ar- beit find gegenwärtig, in unserem Zeitalter des Wesltverkehrs, keine Seltenheit mehr sie find dessen Zierde ein mähtiges Hilfs- mittel für den A as der Wissenschaften und unentbehrlih für die Erforshung des Erdkörpers. i , General Baeyer gebührt der Ruhm, vor mehr als drei Dezennien (in der Mitteleuropäishen Gradmefsung) eine der ersten und bedeutungs- vollsten jener Vereinigungen geschaffen zu haben.

Bereits hochbetagt fehei wir ihn an das Werk herantreten ; L nd ist die Begeisterung für die Wissenschaft, die ihn eseelt.

_ Gestüßt auf seine reihe Vergangenheit, seine hohe Stellung und seine perfönlihen Beziehungen zu den Besten des Landes, seßte er seine ganze Kraft ein, um die Forschungsarbeit einzuleiten, deren Früchte nah seiner Ueberzeugung von höchster Bedeutung sein mußten. __ Und es“ gelang ihm, die maßgebenden Kreise zu überzeugen, die Unterstüßung der Staatsregierung, die Huld seines Königs für sein Unterne men zu gewinnen. Er wußte es lebensfrisch zu ge- stalten, ihm einen kräftigen Puls\chlag zu ertheilen.

So gelangte das Werk zu blühendem Wachsthum und warf einen hellen Glanz auf die leßten Lebensjahre seines Urhebers.

_ Baever's Vaterhaus stand in dem Dorfe Müggelsheim, einer Kolonie Pfälzer Einwanderer, unweit Köpenick, welche Friedrich d. Gr. im Jahre 1740 anlegte.

Eine besondere Stärke des Gedächtnisses war die Ursache, a der Knabe mit 16 Jahren das Joachimsthal’she Gymnasium na Berlin gebraht wurde. Hier fand ihn drei Jahre später der Aus- bruch des Befreiungskrieges von 1813. Diese große Zeit gab dem Lebensweg des 19 igen Jünglings die entscheidende Nichtung zu der militärischen Laufbahn.

__Er nahm an den Feldzügen von 1813 und 1815 theil und blieb dann Soldat.

Bald wurde er zur Dienstleistung in den Großen Generalstab kommandiert, wo seine Befähigung zu geodätishen rbeiten die Auf- merksamkeit des Generals von Müffling erregte.

Dieser berühmte Geodäât führte ihn auch in die Gradmessungs- arbeiten ein und mahte ihn mit den beiden Männern bekannt, die auf seine weitere Entwickelung den größten Einfluß gewinnen sollten mit Alexander von Humboldt und Friedrich Wilhelm Bessel.

Als Seine Majestät der König N Wilhelm III. im Zahre 1830 die Ausführung der Gradmessung in Ostpreußen dur den Großen Generalstab und den Direktor der Königsberger Sternwarte befohlen hatte, wurde der Hauptmann Baeyer als Beauftragter des Generalstabs durch vier Jahre der Mitarbeiter von Bessel, wobei er dessen geodätische Methoden kennen lernte, deren praktishe Ver- U er sih später zum Ziel fette.

Nach dieser Zeit beginnt die Reihe selbständiger geodätischer Arbeiten, welhe Baeyer?s Meisterschaft bekunden.

Besonders beschäftigten ihn die Ergänzung des preußischen Dreiecksnetes und dessen Anschlüsse an die Nachbarstaaten. Dabei standen ihm die Mittel und Hilfskräfte der Trigonometrischen Abthei- lung des Großen Generalstabs zur Verfügung, deren Leitung ihm seit dem Jahre 1843 übertragen war.

o vergingen zwei Dezennien in erfolgreiher Thätigkeit. Die Ergebnisse wurden in zwei stattlihen Bänden veröffentliht und Lee trefflichen Werke sind es, welche lange Zeit als Vorbild gedient

aben !

Die Verwerthung des preußischen Dreiecksneßes zu Gradmessungs- ¡wecken hatte Baeyer auch in dieser Periode seines Lebens immer im Auge behalten, ohne ihr do näher treten zu können.

Nunmehr boten sih ihm auch hierzu Gelegenheit und Muße dar! Denn es fügte sih günstig, daß um die Zeit, wo seine militärische Laufbahn endete, „Und er als General-Lieutenant zur Disposition inn wurde im Jahre 1858 die von dem Astronomen Wil-

elm Struve angeregte Längengradmessung in Gang kam. Baecyer E, mit der Ausführung des auf Preußen entfallenden Antheils etraut. __ In dieser Zeit rein wissenschaftliher Thätigkeit reifte nun in ihm der Gedanke zu einer „mitteleuropäishen Gradmessung. Von Italien bis Skandinavien reichend, sollte sie die hier vorhandenen Messungen kleineren Umfangs zu einem großen Ganzen vereinigen. Der ausführliche Su ist in der Schrift vom Jahre 1861: „Ueber die Größe und igur der Erde* niedergelegt. Als Hauptaufgabe wird hierin die Aufklärung der noch in Dunkel gehüllten Abweichungen der Figur der Erde von ihrer generellen Form hingestellt, womit zugleich einiges Licht über die Entwickelungsgeschihte und den Aufbau der Erdkruste verbreitet werden würde.

Diese Auffassung gab einen gewaltigen Anreiz und hat sih völlig bewährt! Wenn auch die mathematishe Behandlung zum theil andere Wege betreten hat, so ist doch der Grundgedanke erhalten gee blieben und die Schrift über die Größe und Figur der Erde wird

für immer ihre Bedeutung haben.

, Eine gedrängte Darstellung seines Plans hatte General Baeyer im April des Jahres 1861 dem ‘rieg8s-Ministerium vorgelegt.

| eine Majestät der König Wilhelm 1. befahl hierauf am 20. Juni, daß diesen Vorschlägen Folge gegeben werde. Der nun- mehr dur das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten er- gehenden Aufforderung zur Betheiligung folgten bis zum Ende des Sahres 1862 alle in Betracht kommenden Staaten, und somit war der Beginn des Unternehmens gesichert. Jeßt handelte es sih noch e, us eine geeignete Organisation dem Fortgang die Wege

ebnen

Erste Beilage

Berlin, Dienstag, den 6. November

. Zwei Einrichtungen wurden von Baeyer hierzu ausersehen : Erftens ein Zentralbureau als Knotenpunkt der Einzelbestrebungen und als Brennpunfkt der wissenschaftlichen Verwerthung derselben ; ferner regelmäßig wiederkehrende Konferenzen - der Erdmessungs- Kommissare zur Erleichterung des Zusammenwirkens und der Ver- bindung der Nachbarstaaten.

Die erste allgemeine Versammlung fand im Oktober 1864 in Berlin statt General Baeyer's Vorschläge wurden angenommen und die Leitung des in Berlin zu errihtenden Zentralbureaus ihm über- tragen die Gewährung der erforderlihen Geldmittel hatte die preußishe Regierung zugesagt. Und hon im Jahre 1866 begann das Bureau seine Thätigkeit.

Nun fehlte nur eines noch, um Baeyer's Plan ganz zu genügen : Der Staat, von welchem die Anregung zu der internationalen erk ergangen war, der Staat, welcher das Zentral-Bureau übernommen hatte, mußte au die Messungen im eigenen Gebiete kräftig fördern Pie ata ausführen, um dadur ein nahahmenswerthes Bei- piel zu geben!

Um auch dieses zu erreichen, brate General Baeyer im Jahre 1867 bei dem vorgeseßten Ministerium die Gründung eines Geodätischen Instituts in Vorschlag und er hatte die Genugthuung, dasfelbe bereits zwei Jahre später in Wirksamkeit zu sehen, welche auch auf den R Geschäftskreis als Zentral-Bureau ausgedehnt wurde.

Die Mitteleuropäishe Gradmessung breitete {ih nach wenigen Jahren ihres Bestehens auf ganz Europa aus, und General Baeyer hatte das Glück, noch lange die Entwicklung seiner Schöpfungen selb} fördern zu können, da ihm geistige Regsamkeit und körperliche Nüstigkeit bis an sein Ende im beinahe vollendeten 91. Lebensjahre verliehen waren. 0

Sein Wirken fand in Gelehrtenkreisen und an Allerhöchster Stelle volle Würdigung.

Seiné ajestät der Kaiser Wilhelm I. und der damalige Kron- prinz Friédrih Wilhelm gaben ihm wiederholt Zeichen ihrer O und zählreihe in- und ausländishe Orden s{chmüdckten seine Brust. __ Die Verehrung von seiten der Gelehrtenwelt aber fand einen imposanten Ausdruck auf der allgemeinen Versammlung in Rom im Jahre 1883, wo die italienishe Gradmessungskommission dem Manne, der die Nationen zur Messung der Erde verband, eine goldene Medaille mit seinem Bildniß darbracte.

Seit dem Hinscheiden des Generals Baeyer sind nunmehr neun Jahre verflossen. :

_ In dieser Zeit hat fich die von ihm geshaffene Organisation niht nur noch mehr ausgebreitet sie führt jeßt den Namen Inter- nationale Crdmessung —, es konnten auch bereits aus den Beobachtungen der ersten Jahrzehnte ihres Bestehens werthvolle Ergebnisse für die Gestalt der Erdoberflähe in Mittel-Europa sowie für die Vertheilung der Massen in der Erdkruste in Deutschland, den Alpenländern, Ftalien und dem Kaukasus abgeleitet werden.

Diesen zum theil ans Wunderbare \treifenden Aufshlüssen über den Aufbau der Erdkruste stellen sih die Entdeckung der Veränderung der geographischen Breiten und die Erforschung der Höhenlage der Meere als Errungenschaften an die Seite, deren Bedeutung weit über den Rahmen geodäâtisher Forshung hinausreicht.

Ohne Zweifel hat das Problem der Figur der Erde die Kraft, pern auf weitere Kreise der Wissenschaft zu wirken, noch in dem- elben Maße wie vor Jahrtausenden im ÄAltérthum und wie dann später in der Zeit von Newton bis Laplace, wenngleich dur den allgemeinen Aufschwung der Naturwissenschaften dies gegenwärtig weniger wie früher hervortritt.

Durch die Fürsorge der Königlichen Staatsregierung ist das Geodätishe Institut und Zentralbureau seit 21 Jahren auch in den Besiß vortreffliher Diensträume gelangt, welche es in den Stand seßen, den immer mehr wachsenden Anforderungen zu genügen. Die früher entbehrte Möglichkeit zu Untersuchungen und Experimenten an geometrischen und phyfikalishen Instrumenten ist jeßt durch Säle von eigenartiger Einrichtung in diesem Hauptgebäude gegeben, und eine Anzahl kleinerer detachierter Bauten sowie ein Thurm find zu h g eda n cis Versuchsreihen und Dauerbeobachtungen be-

immt.

Diese verbesserten Jnstallationen gaben bereits mehrfache Aus- beute und erwiesen sich au für internationale Aufgaben förderlich.

So ist die Gesammtheit des Geodätischen Instituts ein beredter Zeuge mit vielen anderen für die werkthätige Antheilnahme der Königlichen Staatsregierung an der Entwikelung der Wissenschaften, für den mächtigen Schuß, den das Herrscherhaus der Hohenzollern e T der Erdmessung der Schöpfung des Generals Baeyer gewährt!

Möge ihr dieser Schuß erhalten bleiben:

Der Wissenschaft zum Gewinn, Dem Vaterlande zum Ruhme!

Die Rede des Königlich italienishen General-Lieutenants Mb E: Vize-Präsidenten der Permanenten Kommission der nternationalen Erdmessung, lautete: /

Mit großer Genugthuung nehme ih heute an der ersten Feier in dieser Gedenkhalle für hervorragende Geodäten theil, die auf meine Anregung von der allgemeinen Konferenz der Internationalen Erd- messung im Jahre 1886 in Berlin vorgeschlagen worden ist. Nur wenige Jahre sind verflossen, seit General Baeyer von uns gegangen ist, und hon können wir die Feier seines 100. Geburtstags begehen ; wir verdanken dies dem gnädigen Geschick, das den großen Geodäten u cinem so hohen Alter geführt hat, wie so viele berühmte Genossen Fier Generation. Die große Zeit der deutshen Befreiungskriege, an denen Baeyer theilgenommen hatte, hat ein Geschleht von Männern seltener Gnergie und hoher Einsicht gezeitigt, das einen großen Einfluß auf die Gestaltung der ersten drei Viertel dieses Jahrhunderts gewann, Männer, welche ein Alter erreihten, das ihnen noch den Sieg ihrer Ideale zu sehen gestattete, sowohl auf dem Felde der Politik wie auf dem Gebiet der Wissenschaft. E Wir feiern heute den 100. Geburtstag General Baeyer's in einer Zeit, wo sein theures und verehrtes Bild noch fest in unserem Herzen eingegraben ist und wo seine überzeugte und überzeugende Stimme noch in unserem Ohre klingt. Zwölf Jahre sind verflossen, seit auf der Höhe des Kapitols die. Italienische Gradmessungsfommission dem leider ‘nun au dahingegangenen Geisteshelden von Helmholßz die für General Baeyer bestimmte goldene Medaille übergab. Die Italienische Gradmessungskommission, welhe si schmeihelt, im Leben und im Tode treu zu dem verehrten Begründer der Internationalen Erd- messung gestanden zu haben, konnte den heutigen Tag nicht ungefeiert vorübergehen lassen und hat daher mich, ihren Präsidenten, beauftragt, sowohl die Gefühle der Verehrung und Bewunderung für das Andenken General Baeyer's, als au Men ae der Sympathie für die Gelehrten des Landes, aus dem L aeyer hervorgegangen, heute zum Ausdruck zu bringen. Man kann dies aber nicht thun, ohne der Unterstüßung dankbar zu gedenken, mit welcher die Königlich preußishe Staatsregierung die Baeyer'shen Pläne gefördert hat. Zum Zeichen der Stinitruns „an General Baeyer hat heute die Italienische Caen durch mich dem Geodätischen Institut den Stempel überreicht, mit welchem die Baeyer-Medaillen

» geschlagen worden sind, sowie eine Anzahl dieser Medaillen selbst.

Noch in anderer Eigenschaft stehe ih hier. JIch habe das be-

E

ger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1894.

sondere Glück gehabt, zuglei mit Baeyer zum Mitglied der Reals Accademia dei Lincei zu Rom ernannt worden zu fein, und diese Akademie hat daher mich beauftragt, den Gefühlen ihrer Genugthuung Ausdruck zu geben, daß sie den Mitarbeiter Bessel’'s und den Mann, der seine geodätishen Arbeiten weitergeführt hat, unter ihre Mit- glieder hat aufnehmen können. Jch bin erfreut, daß mir diese Auf- abe zu theil geworden ist, der ich in Baeyer einen Lehrer und einen Frein gehabt habe.

Als Vize - Präsident der Permanenten Kommission der Inter- nationalen Erdmessung ferner und als eines ihrer ältesten Mitglieder habe ich an den unvergänglihen Ruhm zu erinnern, den sich General Baeyer durch die Begründung der Internationalen Erdmessung erworben hat. Tiefes Wissen, Beharrlichkeit und Energie, welche die Vorbedin-

ungen des Gelingens aller menschlichen Unternehmungen sind, waren bei General Baeyer begleitet von einer herzlichen Liebenswürdigkeit und einer über jeden einseitigen Chauvinismus erhabenen Gesinnung; diese Eigen- schaften erwarben ihm die Liebe seiner Fahgenossen und sicherten ihm einen weiten, über die Grenzen seines Vaterlandes reihenden Einfluß. Das sind Verdienste, die für den hoh auf der Warte mens{hlicher Erkenntniß Stehenden zwar niht überraschend sind, die si indeß selbst bei großen Gelehrten nit immer finden, und die daher die: große Verehrung und Bewunderung erklären, ‘deren sih Baeyer unter den Gelehrten aller Nationen erfreute. Die Brüderlichkeit der Völker auf wissen- shaftlihem Gebiet, von der Baeyer fo tief durchdrungen war, sie soll ein theures Vermächtniß bilden für alle diejenigen, die nah ihm an der Internationalen Erdmessung arbeiten.

In der heutigen Versammlung, in der fo viele sich befinden, die der Familie General Baeyer's nahe stehen, kann i nit unterlassen, . mit einigen Worten dieser verehrten Familie zu gedenken. Wir sehen einen Erben des väterlichen Ruhms in dem berühmten Chemiker. Wir wollen aber auch nit pergefet der edlen Tochter, Fräulein Jeannette Baeyer zu gedenken, die General Baeyer in den leßten Jahren seines Lebens fo thatkräftig zur Seite gestanden hat. Viele der Mitglieder der Internationalen Erdmessung besißen Briefe, oft wichtigen aler schaftlihen Inhalts, und in den verschiedensten Sprachen abgefaßt, die von Fräulein Baeyer geschrieben sind. Dieser edlen Dame. bei der heutigen Feier ein Wort der Anerkennung zu sagen, ist Pflicht der Dankbarkeit.

Ich schließe meine wenigen Worte, indem ih mi, die Inter- nationale Erdmessung, das Geodätishe Institut und seinen aus- ezeichneten Direktor beglückwünsche, daß es uns vergönnt ift, die Ben General Baeyer’s auszuführen und fructbringend weiter zu gestalten. Gleichzeitig darf ich der Königlich preußishen Staats- regierung den tiefgefühlten Dank. der Geodäten aller Nationen aus- drüccken dafür, daß sie dur die Begründung des Geodätischen In- stituts eine wissenschaftliche Zentralstelle geschaffen hat, die nit bloß nationales Interesse hat, sondern die in eminentem Sinn von inter- nationaler Wichtigkeit ist. Das Geodätishe Institut und die Inter- nationale Erdmessung werden für alle Zeiten ein bleibendes Denkmal des Ruhms General Baeyer's sein.

Handel und Gewerbe.

Essen a. d. Ruhr, 5. November. (W. T. B.) Der „Rhein. Westf. Ztg.“ zufolge brauhte in der heutigen Sitzung des S fe fälishen Koks yndikats eine Produktionseinshränkung für November nicht festgeset zu werden. Der Absa im September betrug 347744 t oder 140% mehr als im Men Monat des vorigen Jahres. Der Versand im dritten Viertel des Jahres 1894 stellte sich auf 1195 186 t, der Versand in den drei ersten Vierteln auf 3 471180 t, d. i. um 12% mehr als im vorigen Jahre. Die Zunahme des Versands zur See ist wesentlich. Die Beiträge für November wurden auf 25 9% festgeseßt.

Die heutige Versammlun der Zechenbesißer des

Rheinis - Westfälischen Kohblensyndikats war von 3459

berehtigten Stimmen besuht. Nah dem in der Versammlung er- statteten Bericht hat der Absaß im Monat September 2944 587 t betragen, was eine Einschränkung von 5,3 0% gegen 8,61 9/9 im Monat August bedeutet. Auf Syndikats-Rechnung gingen im Sep- tember 82,96 9%. Der Svyndikatsabsaß betrug im dritten Quartal 8 908 734 t gegen 8 271 487 t im zweiten Quartal. In diesem Jahre wurden 27 601 456 t verkauft, von denen 3 962 990 t zur Ausfuhr be- stimmt waren. Die Händler und Konsumenten beginnen mit der Erneue- rung der am 1. April nähsten Jahres ablaufenden Verträge. Die Förderungseinshränkung für den laufenden Monat wurde cs auf 109/60 festgesest. Der Vertrag mit dem westfä ischen Kokssyndikat wurde nah warmer Befürrzsortung dur General - Direktor Kirdorf und Berg - Assessor Pieper ein- timmig angenommen. Die Abgabe für Me eeernas die Ent- châdigung für Minderförderung und die Strafe für 9 ihtlieferung wurde für das Jahr 1895 gleihmäßig auf 2 A pro Tonne fesigeseßt. Dieser Beschluß wird zweifellos zur Herbeiführung einer gleihmäßigen Beschäftigung der einzelnen Zechen wesentli beitragen.

Magdeburg, 5. November. (W. T. B.) Zuckerberiht. Korn- zucker erfl., von 929% —, neue 10,40—10,55. Kornzucker exfl., 88 9/5 Rendement 9,95 —10,05, neue 9,95—10,10, Nachprodukte erkl., 75 2% Rendement 7,00—8,20. Schwach. Brotraffinade 1 23,25. Brotraffinade [1 23,00. Gem. Raffinade mit Faß 22,25—23,50. Gem. Melis I mit Faß 21,50. Ruhig. NRohzucker I. Produkt Transito f. a. B. Hamburg pr. November 9,825 Gd., 9,85 Br., pr. Dezember 9,921 bez. und Br., pr. Januar-März 10,10 Gd., 10,15 Br., pr. April-Mai 10,323 bez. und Br. Schwach.

Wien, 5. November. (W. T. B.) Die Brutto - Einaahmen der Orientbahnen betrugen in der 41. Woche (vom 8. Ok- tober bis 14. Oktober 1894) 259 356,29 Fr., Abnahme gegen das Vorjahr 21 045,39 Fr. Seit Beginn des Betriebsjahres (vom 1. Ja- nuar bis 14. Oktober 1894) betrugen die Brutto - Einnahmen 8 425 810,63 Fr.. Abnahme gegen das Vorjahr 1 302 097,78 Fr.

Wien, 95. November. (W. T. A Die Direktion der Dester- reichischen Alpine - Montangefsellshaft wird dem Ver- waltungsrath in seiner nächsten Sißung einen Antrag zur Beschluß- faffung vorlegen, die Mittel für die Rüczahlung der vom Jahre 1895 ab in kürzeren Fristen fälligen Hypothekardarlehen dur Emission von Aktien zu beschaffen. Durch diese Maßnahmen wird das Geschäfts- erträgniß nahezu ungeschmälert durch das steigende Erforderniß für Schuldentilgung zur Verfügung bleiben. : :

London, 5. November. (W. T. B.) An der Küste 2 Weizen- ladungen angeboten.

96 %/9 Javazuck er loko 125 ruhig. Rüben-Rohzucker loko 97 matt. Chile-Kupfer 402, pr. 3 Monat 408,

Glasgow, 5. November. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 4420 Tons gegen 4132 Tons in, derselben Woche des vorigen Jahres.

Bradford, 5. November. (W. T. L Wolle ruhig, englische gefragter, Merino gedrückt, Mohairwolle fest, Garne eto, für Stoffe besserer Begehr. ;

msterdam, 9. November. (W. T. B.) Java-Kaffee good ordinary 50. Bancazinn 404.

News- York, 5. November. (D T. B.) Die Aorle rrosrneis unregelmäßig, im späteren Veclauf trat Steigerung ein; der Sch war fest. Der Umsay der Aktien betrug 113 000 Stil,

Weizen eröffnete fest und stieg während des antes. órfen verlaufs mit wenigen Reaktionen auf gute Nachfrage- des Ausla