1894 / 266 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E E E E R e E 2E M0

r l f P

E E E

_ Telbst, verfezt. Die Haupleute fl, kla oui Prestele, Komp.

Chef im 1. Juf. Regt. Hn, Ger sttl, à la suits des 13. Inf. Regts. Kaiser Franz Joseph von Vesterreih und Lehrer an der Kriegsschule, Prell, Komp. Chef im 15. Inf. Regt. König Albert von Sabsen:

ündt Frhr. v. Kenßi n gen, Mitglied der Militär-Schießschule,

rhr. v. Dw auf Wahhendorf, à la suite des 3. Chev. Regts. vakant Herzog Maximilian und persönliher Adjutant Seiner König- lihen Hoheit des Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern, Klar - mann, Adjutant bei der Insp. des Ingen. Korps und der Festungen, Los, Referent bei der Insp. des Ingen. Korps und der Festungen, Groß-im Stabe des 2. Pion. Bats., A mberger, à la suite des Ingen. Korps, kommandiert zur Fortifikation Ulm, zu überzähl. Majors; die Pr. Lts.: Häffner, im 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Cullmann im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Schwenk im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, Rubenbauer im 13. Inf. Regt. Kaiser Franz, Joseph von Oesterreih, Lauten- schlager im 14. Inf. Negt. Herzog Karl Theodor, Mägelen im 15. Inf. Regt. König Albert von Sachsen, Kilian im 2. Feld-Art. Regt. Horn, Zottmann, Hopf im 3. Feld-Art. Regt. Königin Muiter, Becht el, Adjutant bei der Insp. des Ingen. Korps und der Festungen, Hofmeier im 1. Pion. Bat.,, Schäffer im 2. Pion. Bat., sämmtlich vi gg Af Hauptleuten ; die Sec. Lts.: Stadler im 6. Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, Muß im 9. Inf. Regt. Wrede, Ganzer, Krafft im 13. Inf. Regt. Kaiser ren Joseph von ODesterreih, Wegmeier vom 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Röder, kommandiert zur Kriegs-Akademie, vom 19. Inf. Regt., beide im 17. Inf. Regt. Orff, Ertl, dieser ohne Patent, im 2. Fuß-Art. E ffner bei der Gend. Komp. von Ober- franken, zu Pr. Lts, v. Ribauptierre im Inf. Leib - Regt., v. Shlichtegroll, Frhr. v. Laßberg, v. Langlois im 1. Inf. Regt. König, Bram im 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, Bolte, Nothlauf, Schleicher im 4. Inf. Neat. König Wilhelm von Württemberg, Starck im 5. Inf. Regt. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Maser, Adjutant beim Bezirks - Kommando Amberg, Dörfler, -— beide im 6. Inf. Regt. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, Kolb, Adjutant beim Bezirks - Kom- mando Bayreuth, Käfferlein, kommandiert zur Kriegs- Akademie, Eder, sämmtlih im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Lukinger im 9. Inf. Regt. vakant Pranckh, Grief im 9. Inf. Negt. Wrede, Häfele im 10. Inf. Regt. Prinz Ludwia, Zoellner, kommandiert zur Kriegs-Akademie, Ritter Merß v. Quirnheim, beide im 11. Inf. Regt. von der Tann, Dietl, àla suite des 11. Snf. Negts. von der Tann, kommandiert. zur Unteroff. Schule, v. Kir f ch- baum, v. Rücker, Adjutant beim Bezirkskommando Augsburg, Peter, Insp. Offizier an der Kriegéshule, sämmtlih im 12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, Heidersberger, kommändiert zur Arbeiter-Abtheil.,, Nucht e, kommandiert zum Topographischen Bureau des Generalstabs, beide im 13. Inf. Regt. Kaiser Franz Joseph von Desterreih, Schubert, à la suite des 13. Funf. Regts. Kaiser Franz Joseph von Oesterreih und Erzieher im Kadetten-Korps, v. Haas y, kommandiert ¿zum Eisenbahn - Bat., Lacher, Insp. Offizier an der Kriegsschule, Frhr. v. Tubeuf, s\ämmtlih im 16. Inf. Regt. Großherzog Ferdinand von Toskana, Weniger, Möhl, kommändiert zur Kriegé- Akademie, Seemüller im 19. Inf. Regt., Lamm erer, kommandiert zum Topographischen Bureau des Generalstabes, Veith, beide im 1. Jäger-Bat., Jau d, à la suite des 1. Jäger-Bats., kommandiert zur Unteroff. Schule, R M im 2. Jâger-Bat., Frhr. v. Leonrod, Lissignol o, ommandiert zur Equitationsanstalt, Rüdi nger im 1. Schweren Reiter-Regt. Prinz Karl von Bäyern, Scherer, kommandiert zur Equitationsanstalt, Ritter v. Poschinger, v. Nagel zu Aichberg, kommandiert zur Equitationsanstalt, sämmtlich im 2. Schweren Reiter-Regt. vakant Kronprinz Erzherzog Rudolph von Oesterrei, Frhr. v. Gebsattel, kommandiert zur Equitations- anstalt, im 1. Ulan. Regt. Kaiser Wilhelm 11., König von Preußen, v. Nagel zu Aichberg, kommandiert zur Kriegs-Akademie, im 2. Ulan. Regt. König, Frhr. v. Axter im 1. Chev. Regt. Kaifer Alexander von Rußland, Frhr. v. Sartor auf Gansheim,

imbsel, beide kommandiert zur Equitationsanstalt, im 2. Chev. Negt. Taxis, Gwinner, Fels im 4. Chev. Regt. König, v. Grafenstein, à la suite des 5. Chev. Regts. Erzherzog Albrecht von Oesterreih, Beck, kommandiert zur Cquitationéanstalt, im 6. Chev. Regt. vakant Großfürst Konstantin Nikolajewitsch, Wah) im 95. Feld-Art. Negt, Aecchter im 1. Pion. Bat., Köberle im 2. Pion. Bat, Berthold im Eisenbahn. Bat., Thieß im 2. Train-Bat.,, zu überzähl. Pr. Lis, befördert. Strehler, Major und Bats. Kommandeur im 17. Inf, Regt: Orff, Weber, Major z. D, und Kommandeur des Landw. Bezirks Hof, als Oberst-Lts., Va: Hauptm. und Komp. Chef im 7. Inf. Regt. Prinz Leopold, Hölzle, Hauptm. und Komp. Chef im 14. Inf. Regt. Herzog Karl Theodor, Landmann, Hauptm. z. D. und Bezirksoffizier beim Bezirks - Kommando Rosenheim, Ea Lau, E ¿. D. und Bezirksoffizier beim Bezirks - Kommando Bunzenhausen, Spruner v. Mert, Hauptmann z. D. und Bezirks- offizier beim Bezirks - Kommando Nürnberg, als Majors, Englert, Pr. Lt. des 3. Feld-Art. Negts. Königin-Mutter, kom- mandiert zum Train-Depot 1. Armee-Korps, als Hauptm., charakterisiert, Den Hauptleuten und Komp. Chefs: Graf Fugger v. Glött, Schulze, Pecht im Inf. Leib-Regt,, Esenbeck im 1. Inf. Negt. König, Rist, Roder im 2. Inf. Negt. Kronprinz, Sceler, Littig, Frhr. v. Feilißsch im 3. Inf. Regt. Prinz Karl von Bayern, Ehrensberger, Sauthoff im 4. Inf. Negt. König Wilhelm von Württemberg, Körle im s. Inf. Regt. vakant Pranckh, End im 9. Inf. Regt. Wrede, Alt, Eberhard im 10. Inf. Negt. Prinz Ludwig, Huber im 11. Inf. Negt. von der Tann, Wörner im 15, Inf. Negt. König Albert von Sachsen, Fleßa im 16. Inf. Negt. Großherzog Ferdinand von Toskana, Steinbruch, Edert im 17. Inf. Regt. Orff, Körbling, Frhr. Harsdorf v. Endern dorf, Lechner im 18. Inf. Negt. Prinz Ludwig Ferdinand, G v. Sonnenburg im 19. Inf. Negt.,, Buchbauer,

auptm., kommandiert zur Intend. I. Armee-Korps, im 10. Inf. Regt. Prinz Ludwig; den Pr. Ls.: Graf zu Castell-Castell, à la suite der Armee, Frhr. v. Godin, Adjutant beim Bezirks- Kommando Weilheim, im Inf. Leib - Regt., Stählin, à 1a suite des 95. Inf. Regts. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und Adjutant bei der 2. Infanterie-Brigade, Schö n- werth im 6. Infanterie - Regiment Kaiser Wilhelm, König von euen, Bolte, Hirshmann im 8. Inf. Regt. vakant Fran D ed, Di Loren m 9, Ins, Negt. Wrede, Meber, ommandiert zur Kriegs-Akademie, Dauer, kommandiert zum Kriegs-

Archiv, Pet, Steichele, sämmtlich im 10. Inf. Regt. Prinz

Ludwig, Hübner, kommandiert zur Kriegs-Akademie, im 15. Sil: Regt. König Albert von Sachsen, Danner, im 17. Inf. Negt. Orff, Roth, Gebhard, Hahn, Adjutant beim Bezirks-Kommando Landau, sämmtlich im 18. Inf. Negt. Prinz Ludwig Ferdinand, Patente ihrer Charge verliehen.

Nichtamtliches.

Deutsches Neidch.

Preußen, Verlin, 10. November.

Dic Kommission für Arbeiterstatistik trat gestern unter dem Vorsiß des Unter-Staatssekretärs Dr. von Rotten- burg zu einer Sißung zusammen. \

Als Kommissare des Reichskanzlers wohnten Regierungs- Rath Dr. Wußdorff und die Regierungs-Assessoren Lohmann und Koch, als Kommissare des Ministers für Handel und Gewerbe der Geheime Regierungs-Rath Dr. Königs und der Negierungs-Assessor von Meyeren, und als Kommissar des

Senats der g Stadt Hamburg der Gewerbe-Jnspektor Steinert den Verhandlungen bei.

"Die Tagesordnung ist folgende:

H Eingänge und geschäftliche Mittheilungen. .

2) Untersuhung über die Verhältnisse der in Gast- und Schankwirthschaften beschäftigten Personen. ;

3) Untersuchung über Arbeitszeit, Kündigungsfristen und Lehrlingsverhältnisse im Handelsgewerbe. ;

Jn der gestrigen Sizung trat die Kommission nah Er- ledigung der Nr. 1 der Tagesordnung in die Berathung der Nr. 2 der Tagesordnung ein. Bei der Berathung waren zwei Wirthe und zwei Kellner als Sachverständige zugegen. Nach Erstattung der Referate und Korreferate machte si die Kommission dahin \{lüssig, daß das durch die statistishe Um- fragé gewonnene Material eine ausreichende Grundlage für ein weiteres Vorgehen bilde. Ferner sprach sich die Kom- mission dahin aus, daß, wie bei den früheren Erhebungen, eine Befragung von Organisationen von Wirthen und Kellnern und von Krankenkassen stattfinden und von dem Kaiserlichen Gesundheitsamt ein Gutachten über den Einfluß der fest- gestellten Arbeitszeiten auf die Gesundheit des Kellnerpersonals erslattet werden möchte. Zur Feststellung des Jnhalts der Fragebogen wurde ein Ausschuß Sep

Da die Kommission dem Antrage des Referenten, daß die weitere Erhebung auch auf die Verhältnisse des Küchen- personals erstreckt werde, beizutreten beshloß, wurde der AUsQUß «auch mit der Prusung dex Frage be- auftragt, welhe einzelne Personen aus dem Stande des Küchenpersonals hier in VBetraht zu kommen hätten, und welche Fragen hinsichtlich des Küchen- personals an die Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer und Krankenkassen zu stellen wären. Der gewählte Aus\{chuß trat Nachmittags unter Qu der geladenen Sachverständigen aus dem Wirthe- und Kellnerstand und ferner zweier Sachverständiger aus dem Stande der Köche zur Be- rathung zusammen. n :

Heute Vormittag begann die Kommission mit den Ver- handlungen über die Arbeitszeit, Kündigungsfristen und Lehr- lingsverhältnisse inx Handelsgewerbe.

Zu den Verhandlungen wurden sechs sachverständige Bei- sißer zugezogen und zwar Vertreter des Vereins Berliner Kaufleute und Jndustrieller, des Deutschen Verbands Kauf- männischer Vereine, des Vereins zum Schuß und Förderung allgemeiner Handels- und Gewerbe-JFnteressen zu München, des Verbands deutscher Handlungsgehilfen, des Vereins für Handlungskommis von 1858 und des Verbands der Geschäfts- diener, Packer und Berufsgenossen.

Nach einem einleitenden Vortrage des Referenten wurde zur mündlichen Vernehmung der Auskunftspersonen geschritten, welche in der Gesammtzahl von 86, in Gruppen von je 12 bis 16 für die Tage vom 10. bis 17. d. M. eingeladen sind. Ueber ‘die Vernehmungen wird stenographishes Protokoll ge- führt, welhes demnächst in Karl Heymann's Verlag (Berlin) veröffentlicht werden wird.

Der Kaiserliche Botschafter in Wien Graf zu“Eulen- burg ist auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder übernommen.

Der Kaiserlihe Minister - Resident in Port au Prince Dr. Goering ist von dem ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub auf’ seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Minister-Residentur wieder übernommen.

Vayern.

Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent staltete gestern dem Reichskanzler und der R zu Hohen- lohe-Schillings fürst einen längeren Besuch ab.

; Württemberg. Die evangelische Landessynode hat in ihrer vor- gestrigen Sißung die erste Lesung des Geseßentwurfs über die Ausübung der landesherrlichen Kirchenregimentsrechte beendigt.

Oldenburg.

Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog ist gestern nah St. Petersburg abgereist, um Seine Königliche Voheit den Großherzog bei den Beiseßungsfeierlichkeiten zu ver- treten.

Deutsche Kolonien,

Aus Dar-es-Salaam (Deutsch - Ostafrika) von gestern wird dem „W. T. B.“ gemeldet: Von der Kompagnie Tabora ist am 13. Oktober bei Konko ein siegreihes Gefecht gegen die Wahehe bestanden, welche vor der vordringenden Hauptkolonne nach Norden auszuweichen versuchten. Deutscher- seits Lieutenant von Bothmer gefallen, Kompagnieführer Herrmann, Lieutenant Halliersch, Dr. Preuß, Unteroffizier Richter verwundet. Am 20. Oktober is Lieutenant Halliersch in Mualele an Dysenterie gestorben. (Konko liegt südlich der ehemaligen Station Unjamvira, Mualele nördlich davon an der Karawanenstraße, die von Tabora nach der Küste führt.)

Großbritannien und Frland.

Bei dem gestrigen Bankett des neuen Lord-Mayors von London in der Guildhall führte Lord Nosebery, wie „W.T.B.“ berichtet, in Beantwortung des Toastes auf das Kabinet aus, der Himmel sei nicht vollständig klar wegen des- Krieges im fernen Osten, das Barometer sei aber nicht gefallen. England sei entschlossen, strikte Neutralität zu bewahren. Wie könne man besser eine wohlwollende Neutralität beweisen, als indem man ver- fue, den Frieden wieder herzustellen; die dritishe Regierung ei in dieser shwierigen Frage mit Rußland Hand in Hand

egangen. (Beifall.) Die Regierung sei bereit, sih allen Floblichén Bemühungen A tieHA, die dahin zzelten, das Ende des Krieges herbeizuführen unter Bedingungen, die für Japan ehrenvoll und für China nicht unheilvoll seien. Englands Beziehungen zu Rußland seien niemals herz- licher gewesen als gegenwärtig. Die jüngste Festseßung der Grenze in Zentral- Asien habe fast die leßte Schwierigkeit aus dem Wege geräumt. Wenn Rußland und England in Asien in gutem Einvernehmen vorgingen, so sei ein großer Schritt zum Frieden schon gethan. Lord Rosebery gedachte sodann in be- wegten Worten des Todes des Kaisers von Rußland und der Ermordung Carnot’s und erinnerte daran, daß England und Frank-

reih Seite an Seite den Krimkrieg ausgefochten hätten. Seite ay

Seite, so hoffe ‘er, würden sie fortfahren zu fechten, niht im

Kriege, sondern in freundschaftlicher Rivalität in den Werken des Friedens und im Handel. Er wünsche, der junge Nah: folger des verblichenen Kaisers möge der ungeheuren Verant- wortlihkeit gewachsen sein, die ihm diese so schwere Krone auf: erlege. Bei einem Blick auf die Zukunft müsse man bedenken, wie empfindlih die Wage sei, die Krieg und Frieden abwäge, wie s{hwierig es sei, ein gutes - Einvernehmen aufrectzu: erhalten. Drei Elemente seien vorhanden, die nicht voll- kommen beruhigend wirkten : zuerst die furhtbaren Rüstungen, sodann die Presse, der er den Rath ertheile, ihre Jnformationen vor der Veröffentlihung zu sichten; die dritte Gefahr bilde

die Erforshung Afrikas mit den Waffen in der Hand; alle

Mächte seien einer wahrhaften Gefahr für_den Frieden dur die bewaffneten Forscher ausgeseßt, aber dies werde nit aufhören, bis die Mächte ihre Einflußgebiete in Afrika festgestellt haben würden. Der Premier-Minister betonte dann, er freue sih der kolonialen Entwickelung der anderen Mächte, weil sie dazu beitrage, den Frieden zu befestigen, und erklärte zum Schluß mit erhobener Hand, die Regierung werde niemals e ns der Ehre und der Wohlfahrt Großbritanniens zulassen.

Frankreich.

Wie das „Reuter’sche Bureau“ erfährt, konnte der fran- zösische Minister des Auswärtigen Hanotaux beim Gnoien des hinesishen Gesandten bezüglih des Gesuches um Intervention der Mächte keine entschiedene Erklärung abgeben und nur das Wohlwollen Frankreihs aussprechen; die M zösische Regierung werde sich mit den andéren Mächten ins Einvernehmen seßen. Man glgubt, zwischen verschiedenen be- theiligten Regierungen finde“ gegenwärtig ein Gedanken- austaush über etwaige wünschenswerth erscheinende Maß- nahmen statt, um eine Verständigung zwishen China und Japan herbeizuführen.

Nußland.

Der Trauerzug mit der Leiche des Kaisers Alexander hielt gestern in Simferopol, Pawlograd, Spassow-Kloster (Borki) und Charkow. Ueberall wurden Seelenmessen zele- briert. Zahlreihe Deputationen brachten Kränze an die Stationen.

Jn Spassow-Kloster (Borki) traf der Trauerzug gestern Abend nah 5 Uhr ein. Die Station war mit s{chwarzem Tuch und weißem und shwarzem Crêpe dekoriert und mit nonen Laternen und Fackeln erleuchtet. Beim Einlaufen des Zuges läuteten die Klosterglocken, die Militärmusik spielte einen Choral. Die Klostergeistlihkeit zelebrierte an dem Sarg eine Todten- messe, der der Kaiser, die Kaiserin-Wittwe, die Groß- fürstin Alexandra Feodorowna, die Königin von Griechenland, der Prinz und die Prinzessin von Wales, die übrigen Fürstlichkeiten, das Gefolge und

die Hofstaaten beiwohnten. U D Me waren

der kommandierende General des- Kiewer Militärbezirks, General Dragomirow, die Spißen der Behörden und Repräsentanten aller Stände ershienen. Von Allen wurden Kränze an dem Sarge niedergelegt. Unter Kirchengesang und Glockengeläute seßte sich \chließlich der Trauerzug wieder in Bewegung.

Das Eintreffen des Trauerzuges in St. Petersburg wird zum 14. d. M. erwartet.

Nach dem nunmehr festgeseßten Trauerzeremoniell begann am 1. d. M. die tiefe Trauer, die ein Jahr dauert. Der Kaiser und die Großfürsten tragen während dieser Zeit tiefe Trauer, die Kaiserin-Wittwe im ersten Quartal ein hochanliegendes Trauerkleid mit einer \{chwarzen, vier Arschin langen Schleppe, eine s{chwarze Flebbe und s{hwarzen Schleier. Die Schleppe und der Schleier der Großfürstinnen sind drei Arshin lang. Jm zweiten Quartal wird dieselbe Kleidung, jedoch ohne Gürtel getragen; im dritten Quartal tragen die Kaiserin und die Großfürstinnen shwarze Kaschmir- fleider mit N Kragen, im vierten Quartal schwarze Seiden- kleider, weiße Crêpeschleppen mit farbigen Bändern und Fächer nach Belieben. Die Hofchargen und Staatswürdenträger ersten und zweiten Ranges fahren in den ersten beiden Quartalen in Equipagen, die mit shwarzem Tuch ausgeschlagen sind und die keine Wappen führen ; in ihrem Hause muß während sechs Monate ein Zimmer mit shwarzem Tuch ausgeschlagen sein. An hohen Festtagen ist die Trauer aufgehoben.

Der Schah von Persien hat dem verewigten Kaiser einen großen silbernen Kranz mit Blumen von Porzellan gewidmet.

Anläßlih der Beerdigung des Kaisers sollen in St. Petersburg circa 25000 Arme gespeist werden. Jn der FJsaakskathedrale wurde gestern Vormittag cine feierlihe Seelenmesse für den Kaiser Alexander im Beisein des diplomatishen Korps und der Würdenträger elebriert. Jn Moskau wurden gestern in sämmtlichen Kirchen für den verewigten Kaiser Trauermessen abgehalten, enen die Behörden und unzählige Andächtige beiwohnten. Während der Anwesenheit der Leiche des Kaisers Alexander werden in allen Moskauer Klöstern Arme gespeist werden.

Jtalien. Der Minister - Präsident Crispi ist vollständig wieder- hergestellt und wird sih heute in das Ministerium begeben.

Montenegro.

Der Fürst wird sih, ciner Meldung des „W. T. B.“ aus Cetinje zufolge, persönlich zu den Leichenfeierlihkeiten nah St. Petersburg begeben.

Amerika.

Nach den leßten, aus New-York eingetroffenen Berichten über das Ergebniß der Wahlen wird die republikanische Mehrheit im neuen Repräsentantenhause über 100 Tris

Die „Times“ meldet aus Buenos Aires, die Minister- krisis sei eine Folge der Politik der Regierung bezüglich der M, Mendoza. Das neue Kabinet solle heute zu stande ommen.

Asien.

Das „Reuter’sche Bureau“ meldet aus Kalkutta: Gegen den RNadja des Tributärstaats Nyaghur in der Provinz Orissa sei eine Revolte ausgebrohen. Eine Kompagnie Militär sei dorthin abgegangen.

Aus Shanghai von gestern meldet dasselbe Bureau, die hinesishe Armee habe sich, den leßten aus der Mand- schurei eingegangenen Nachrichten zufolge, in die Berge zurüd- gezogen, wo die Truppen schwer durch Hunger und Kälte zu leiden hätten. Die japanische Armee lagere bei Fung-

“_ whan-cheng auf halbem Wege zwishen Wiju und Mukden

und verfolge die cinesishen Truppen nicht. Port- Arthur werde von 15 000 Chinesen vertheidigt, von denen die meisten Rekruten seien. Man glaube deshalb ün Shanghai nicht, daß Port-Arthur lange Widerstand leisten werde.

Jn Yokohama war gestern das Gerücht verbreitet, die Fapaner hâtten bei Port-Arthur eine Niederlage erlitten.

Anfßerordentlihe Versammlun der AAA. General-Synode.

Jn ihrer gestrigen Sigung nahm die General-Synode zunächst den Geseyentwurf, betreffend die Erhebung einer landeskirhlichen 2E zur Beschaffung von Mitteln für Hilfsgeistlicze, in zweiter Lesung an. ,

Sobann wurde der Entwurf eines Kirhengeseßes wegen Abände- rung einiger Bestimmungen des Kirchengeseßes vom 15. Juli 1889, betr. die Pütsorge für die Wittwen und Watsen der Geistlichen, der eine Herabseßung der Pfarrbeiträge von 39/9 auf 2 9/9 vorshlägt, nah kurzer Berathung genehmigt.

Ein Antrag des Kammerherrn Grafen Hobenthal-D BSlfkau und Ge- nossen: „den Evangelischen Ober-Kirchenrath zu ersuchen, dern Serusalems- Verein eine regelmäßig wiederkehrende landeskirchlihe &olefte für den ersten Weilhnachtefeiertag bewilligen zu wollen, Dagegen die Þ isherige faful- tative Kollekte zur Epiphanias8zeit in Wegfall kommen zu lassen“ wurde mit der Aenderung angenommen, daß an Stelle der Worte it n ersten Weihnachtsfeiertag“ geseßt wird: „für die Weih- nahtszeit,“

Superintendent Volkening-Holzhausen ftellte den lntrag: „den Evangelischen Ober iben zu ersuchen, die erforderlichen Schritte zu thun, daß die zukünftigen Diener der Kirche, wenn ntcht hon auf den Gymnasien, so doch auf den Universitäten und während der Kandidatenzeit sich mit kirhlicher Mufßik bekannt machen, fich praktisch in ihr üben und in Bezug darauf auch bei den theologischen Prüfungen Rechenschaft geben.“ Nachdem der Vize-Präfident des Evangelischen Ober - Kirchenraths D. Freiherr von der Gol diesen Antrag warm befürwortet hatte, gelangte derselbe zur Annahme. S

Um v} Uhr wurde die Sitzung geschlossen und die nächste Sißung auf heute Mittag 12 Uhr anberaumt.

Statistik und Volkswirthschaft.

Arbeitsnachweis.

Als eine schr wohlthätige und vom sozialpolitischerz« Standpunkt aus warm zu begrüßende S ist die geplaiute S ründung einer Arbeitsonahweisstelle in Köln zu bezeichnen. Der Ausschuß der Stadtverordneten-Versammlung für Fozialpolitis{We Angelegen- heiten hat die darüber mit den betheiligten Werbänden : Dem Gerwerbe- verein, dem Verein selbständiger Handwerker, dem Inn ungsaus\chuß, dem fatholishen Gesellenverein, dem evangelischen und dem katholishen Arbeiterverein fowie dem Gewerkschaftsfartell ge- pflogenen Verhandlungen zum Abschluß gebracht , sodaß nur noch die in sicherer Ausfiht stehende GeneHmigung der Stadtverordneten-Versammlung erübrigt, da die Stadt Die Kosten der Arbeitsnachweisstelle tragen soll. Nach der getroffenen Wereinbarung schließen die vorgenannten Vereine einen Verband, der den Arbeits- nahweis führt. Zu diesem Zrwoeck wird durch die Vertreter der Ver- eine eine Verbandsversammlung gebildet, die aus neun Arbeitgebern und neun Arbeitnehmern bestehen und stets aus gleich Vielen Arbeit- gebern und Arbeitnehmern zusammengeseßt sein foll.

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Troppau wird dem „W. T. B.“ über den Berg- arbeiterausstand berichtet: Am Donnerstag Nachmittag fuhren im Eugenshaht zu Peterswald 75, in PoremBba 70, auf dem . Neuen Schacht in Lazy 30, im Orlauer Haupt- hacht 15% der Belegschaft ein. Fm Bettirrashahßt zu Dombrau fuhr niemand ein, dagegen in der gestrigen #Frülhshicht im Bettinaschacht die Hälfte, in den übrigen Schächten Fast die ganze Belegschaft. Diesen Mittheilungen entspriht eine Meldung des „D. B. H." aus Mährish -O strau vom gestrigen Tage, der zu- folge der Ausstand mit dem Hinzufügen als beendet bezeidnet wird, daß sämmtliche Arbeiter die zehnstündige Schicht angenotrnmen haben.

In Leipzig beschäftigten sich die Bildhauergehilfen am Mittwoch abermals mit den in der Schüße "schen Werkstatt zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitern entstandenen Streitigkeiten (vgl. Nr. 261 d. Bl.). Die Kommission ‘hatte sich mit der Bauvertoaltung des Universitätsneubaues ins Einvernehmen geseßt, die ihre Wermittelung zu Gunsten der Gehilfen zusagte. Inzwischen hat die #F irma Schüße die O ihrer Arbeiter erfüllt und die Accordarbett unter der Bedingung abgeschafft, daß die Gehilfenshaft dafür garantiere, daß au in den anderen Bildhauereigeschäften nur im Stundenlohn ge- arbeitet werde. Die Versammlung beshloß, gegen jeDes Geschäft, C go im Stücklohn arbeiten ließe, vorzugehen rote gegen das

üye’|he.

Nach Mittheilung des Statistischen Amts der Sradt Berlin find bei den hiesigen Standesämtern in der Woehe vom 28. Dftober bis infl. 3. November cr. zur Anmeldung gekommen: S P , 381 Chbeschließungen, 22 TodtgedDorene, - 506 SlterdesaUe.

Land- und Forstwirthschaft.

Den aus dem Regiernngsbezirk K öln vorliegenden ITachrihhten zu- folge verspricht die diesjährige Weinernte nach Menge und Güte nur eine mittelmäßige zu werden.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten unD ABGFperrungs- Maßregeln.

Türke i.

Der internationale Gesundheitsrath in Konstantinopek hat folgende Quarantänebestimmungen getroffen : l

1) Herkünste von der Küste des Marmara-Meeres zrvishen Kara Bogha O und Tuzla (ausschließlich) haben Fi seit dem ul Ua einer zehntägigen Quarantäne im Lazareth Bon Tuzla zu unterziehen.

2) Die für Reisende aus Europa angeordnete Quearantäne isst aufgehoben worden. .

(Vergl. „R.-Anz.*“ Nr. 177 vom 30. Juli d. I.)

Norwegen. Durch Verordnung der Königlich norwegishen Negierung vom 9, d. M. sind die französishen Departements #Ftnistère urtD Morbihan für rein von Cholera ¡erklärt worden. (Vergl. „N.-Arr 53.“ Nr. 118 vom 22, Mai d. J.) Argentinien.

Durch Regierungsdekret vom 8. v. M. find die französischen Hâfen für rein von Cholera erklärt worden. "aiten roelhe nah dem 26. v. M. aus diesen Häfen abgegangen find, weroen in Argen- tinien zu freiem Verkehr zugelassen. (Vergl. „N.-Anzch-“ Nr. 219 vom 17, September d. J.)

Cholera.

Königsberg, 9. November. In der Stadt Kön t gsberg ist, der „Ostpr. Ztg.“ zufolge, bei dem Sohne eines Schiffers aus Tolkemit ein Cholerafall mit tödtlihem Ausgang vorgeTtonumen.

Wien, 9. November. Nach den gestern Hier eingegangen Na- rihten über den Stand der Cholera kamen in Galizien 103 Er- krankungen und 49 Todesfälle vor. Aus der Bukow ftna wurden

weder Erkrankungen noch Todesfälle gemeldet.

Handel uud Gewerbe.

Tägliche Wagengestellung für Kohlen und Koks “an der Ruhr und in Oberschlesien. __An der Ruhr sind am 9. d. M. gestellt 11 874, niht recht- zeitig gestellt 439 Wagen. __ In Oberschlesien sind am 7. d. M. gestellt 5492, nit recht- zeitig gestellt keine Wagen; am 8. d. M. sind gestellt 5597, nicht rechtzeitig geftellt keine Wagen.

: i Zwangs-Versteligerungen.

Beim Königlihen Amtsgericht 1 Berlin ftand am 9. November das Grundstück Neue Jakobstraße 7, der Handels- gea in Firma Helms u. Dittmar gehörig, zur Versteigerung; Nußungswerth 23 070 4;- für das Meistgebot von 369500 M ae der Kaufmann Siegfried Abrahamsohn zu Berlin Er- steher.

Beim Königlichen Amtsgericht 11 Berlin ist das Ver- fahren der Zwangsversteigerung der im Grundbuch von Schöneberg Band 46 Blatt Nr. 1681, 1682 und 1685 auf den Namen des Rentiers Premier-Lieutenant a. D. Louis Neumann eingetragenen, zuSchöneber g, Gothaerstraße belegenen Grundstücke aufgehoben worden. Die Termine am 19. und 24, November d. J. fallen fort.

Berlin, 9. November. Amtliche Preisfeststellung für Butter, Käse und Shmalz. Butter: (Preise im Berliner Großhandel zum Wochendurchschnitt per komptant) per 50 kg. Hof- und Genossenschbafts - Butter Ta. 107 #Æ, Ila. 95 #, Illa. —,—, do, abfallende 80 #, Land-, Preußishe —,— 5s, Neßbrücher —,— #, Pommershe —,— M, Polnishe —,— M, Bayerische Sennbutter —,— A, do. Landbutter —,— H, Shlesishe —,— #Æ, Galizishe —,— #Æ, Margarine 35— 65 M Käse: Schweizer, Emmenthaler 85—90 4, Bayerischer 60—68 4, Ost- und Westpreußischer 1 a. 60—70 M, do. Ila. 45— 55 H, Holländer 78—85 A, Limburger 37—40 s, Quadrat-Mager- fâse Ta. 20—295 Æ, do. Ila. 11—15 # Schchmalz: Prima Western 17 9/4 Tara 43,50—44,50 M, reines, in Deutschland raffiniert 46—47 4, Berliner Bratenshmalz 47—48 4 Fett, in Amerika raffiniert 37—37,590 #4, in Deutschland raffiniert §33—33,50 46 Tendenz: Butter: befestigt. Schmalz: steigend.

Nachdem der Stadt Köln die Erlaubniß zur Aufnahme einer Anleihe von 10 Millionen Mark für die Herstellung der Hafen- und Werftanlagen ertheilt worden ist, hat eine Vereinigung dortiger und Berliner Bankhäuser die Anleihe zu dem verhältniß- mäßig günstigen Kurse von 99/8 9/9 übernommen. Der zunächst auf- gelegte Betrag von 5 Millionen is} dreizehnmal überzeichnet worden.

Aus Brüssel berihtet man der „Frkf. Ztg.“, daß die seit einiger Zeit in der Bildung begriffene Eisenbahn bank heute unter dem Titel „Banque belge de chemins de fer“ unter Mitwoirkung der „Banque de Paris“, der „Société de chemins' de fer économique“, der Firmen Matthieux, Allard, Cassel u. Comp., des «Wiener Baukvereins“, der Firma Reißes, der „Deutschen Bank*, der „Dresdner Bank“, der „Deutschen Vereinsbank“, der „Württem- bergischen Vereinsbank“, der „Schweizerishen Kreditanstalt“ und des „Baseler Bankvereins“ errichtet werden sollte. Das voll einzuzahlende Aktienkapital beträgt 10 Millionen Francs. Ein Aktienverkauf wird für mehrere Jahre nicht beabsichtigt.

Mt neo, 9. November. (W. T. B.) Zu@Ferbericht. Korn- zucker exfl,, von 92 9/0 —, neue 10,25—10,35. Kornzucker exfl., 88 9/6 Rendement 9,75—9,85, neue 9,75—9,90, Nachprodukte erfkl., 75 9/6 Rendement 7,00—7,90. Ruhig. Brotraffinade I 23,00. Brot- raffinade 11. 22,75. Gem. Raffinade mit Faß 22—23,25. Gem. Melis I mit Faß 21,25. Ruhig. Preise theilweise nominell. Rohzucker I. Produkt Transito f. a. B. Hamburg pr. November 9,60 Gd., 9,65 Br., pr. Dezember 9,70 Gd., 9,725 Br., pr. Januar-März 9,85 Gd., 9,925 Br., pr. April-Mai 10,05 Gd., 10,125 Br. Flau. Wochen- E im Nohzuckergeshäft 604 000 Ztr. j

eipzig, 9. November. (W. L. B.) Kammzug-Termin- handel. La Plata. Grundmuster B Þpr. November 2,877 #, pr. Dezember 2,873 F, pr. Januar 2,90 4, pr. Februar 2,90 M4 pr. März 2,95 #4, pr. April 2,95 4, pr. Mai 2,972 4, pr. Juni 3,00 4, pr. Juli 3,05 4, pr. August 3,05, per September —. Umsay 85 000 kg. :

Bremen, 9. November. (W. T. B.) Börsen-Schluß-Bericht. Raffiniertes Petroleum. (Offizielle Notierung der Bremer Petroleum-Börse.) Ruhig. Loko 490 Br. Baumwolle. Matt. Upland middl. loko 29 \. Schmalz. Steigend. Wilcox 385 „d, Armour shield 38 K, Cudahy 382 , Fairbanks 321 4. Sped. Sehr fest. Short clear middl. loko 37. Wolle. Umsaß: 157 Ballen. Taba ck. Umsatz : 76 Faß Kentucky, 76 Faß Virginy.

London, 9. November. (W.T. B.) An der Küste 3 Weizen- ladungen angeboten.

96% Javazud er loko 122 matt. Rüben-NRohzucker loko matt. Zentrifugal 123. Chile - Kupfer 40ck, pr. 3 Monat 407/16.

Liverpool, 9. November. (W. T. B) (Baumwosllen- Wochenbericht.) A gegenwärtige Woche 68 000 (vorige Woche 78 000), do. von amerikanischen 62 000 (71 000), do. für Speku- lation 8000 (5000), do. für Export 3000 (3000), do. für wirklihen Konsum 51 000 (63 000), do. unmittelb. ex. Schiff 73 000 (74 000), wirklicher Export 10 000 (6000), Import * der Woche 73 000 (70 000), davon amerikanische 66 000 (62 000), Vorrath 660 000 (670 000), davon amerifanishe 528 000 (523 000), | wimmend on Ren 365 000 (265 000), davon amerifanische 355 000

Manchester, 9. November. (W. T. B.) 12r Water Taylor 4x, 30r Water Taylor 6, 20r Water Leigh 5}, 30r Water Clayton d, 32r Mok Brooke 52, 40r Mayoll 6}, 40r Medio Wilkinson 6è, 32r Warpcops Lees 53, 36r Warpcops Rowland 6, 36 r Warpcops Wellington 6#, 40r Double Weston 63, 60r Double courante Qua- lität 94, 32“ 116 yards 16ckX16 grey Printers aus 32r/46r 146. Matt.

Glasgow, 9. November. (W. T. B.) Die Vorräthe von Roheisen in den Stores belaufen sih auf 291 064 Tons gegen 328 423 Tons im vorigen Jahre. Die Zahl der im Betrieb befind- lihen Hochöfen beträgt 66 gegen 53 im vorigen Jahre.

St.-Petersburg, 9. November. (W. T. B.) Produkten- markt. Talg loko 54,00, pr. August —. Weizen loko 8,00. Droggen P 5,20. Hafer loko 3,20. Hanf koko 44,00. Leinsaat ofo 11,50.

Rom, 9. November. (W. T. B.) Der Schhaßp-Minister verfügte, daß die Auszahlung des am 1. Januar 1895 fälligen Kupons der ° prozentigen auf den Inhaber oder einen Namen lautenden italienishen Rente in allen italienishen Provinzen vom 15. No- vember ab zu erfolgen habe.

Amsterdam,. 9. November. (W. T. B.) Java-Kaffee good ordinary 604, Bancazinn 40}.

New-York, 9. November. (W. T. B.) Die Börse eröffnete mit steigenden Kursen, nahm im weiteren Verlauf eine feste Haltung an und \chloß recht fest. Der Umsay der Aktien betrug 291 000 Stück.

Weizen durhweg fest auf stramme Kabelberichte, sowie auf Käufe der Baissiers und für ausländische Rechnung. Mais anfangs fest, stieg infolge der Abnahme der erwarteten fälligen Ankünfte und infolge von Berichten über Regen ; später trat auf Verkäufe Reaktion n E Si i entsprechend der Festigkeit in Weizen, Aufbesserung olgte, fest.

O R e E Zufuhren tin allen Unions- bâfen 396 000 Ballen, Ausfuhr nach Großbritannien 123 000 Ballen, Ausfuhr nah dem Kontinent 153 000 Ballen. Vorrath 1 000 000 Ballen.

Chicago, 9. November. (W. T. B.) Weizen stieg auf festere aut une Märkte und infolge allgemeiner Haussestimmung sowie auf Abnahme der Eingänge, fiel dann infolge von Realisierungen, erholte sich aber wieder auf Deckungen der R Mais Alo tet sich nah Eröffnung etwas ab, erholte sih aber später und

0 19. L

: _ Verkehrs-Anstalten.

Das im Auftrage der Kaiserlihen Ober-Postdirektion zu Berlin PERSRAgageNene „Postbuch zum Gebrauch für das Publikum in Berlin und Umgegend“ ist soeben in neuer Auflage erschienen und kann bei allen Post- und Telegraphenanstalten des Bezirks Berlin sowie durch die Briefträger zum Preise von 1 M bezogen werden. Das Fs enthält die w geen Bestimmungen über den Post- und Telegraphen- (ein- shließlih Fernspreh-) Verkehr mit dem Jn- und Auslande nebst Verzeichnissen, Tarifen u. \#. w., insbesondere ein Verzeichniß aller deutshen Neihs-Postanstalten mit Angabe der Zone zur Berechnung des Portos für Packet- und Werthsendungen von und nach Berlin, sowie eine übersihtlihe Zusammenstellung der Postverbindungen zwischen Berlin und den Vororten.

__ Laut Telegramm aus Köln s ist die erste eng- lische Post von London über Ostende vom 9. d. M. aus- geblieben. Grund: Jnfolge Pugent leisung in der Station Stolberg (Rhein) wurde in Köln ns{luß an Zug 91 nah Hamburg und Berlin nicht erreicht.

Zur Erweiterung der Rheinwerft in Bonn hat die dortige Stadtverordneten - Versammlung einen Kredit von 195 000 (4 be- willigt. Mit der Abtragung der alten Werftmauer hat man bereits begonnen. Zwischen Bonn und Beuel soll eine feste Straßen- brüde über den Rhein gebant werden. Für diesen Bau ist ein Wettbewerb ausgeschrieben und es sind für die besten Entwürfe Preise von 8000, 6000, 4000 und 3000 Æ von der Bonner Stadtverordneten- Versammlung bewilligt worden.

Bremen, 10. November. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm 11.“ hat am 8. November R O die Reise von Neapel nah Genua fortgeseßt. Der Reichs-Postdampfer „Sachsen“ ist am 9. November Vormittags in Colombo angekommen. Der Reichs-Postdampfer „Gera“ ist am 8. November Abends in Antwerpen angekommen. Der Schnell- dampfer „Spree“ hat am 9. November Morgens Dover passiert. Der Postdampfer „München“ ist am 9. November Morgens in Vigo angekommen.

_ 10. November. (W. T. B.) Wie „Bösmann's Tel. Korr. B.“ mittheilt, ist die Nachricht, daß der Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd „Spree“ auf den Shingles festgesessen habe, absolut unrichtig. Die „Spree“ ist beute früh auf der Weser angekommen.

London, 9. November. (W. T. B.) Der Castledampfer „Methven Castle“ ist heute auf der Ausreise von London ab- gegangen.

Kronstadt, 9. November. (W. T. B.) Auf allen Rheden steht Eis; der Dampferverkehr mit St. Petersburg ist ein- gestellt. Ein Dampfer aus Finland traf völlig vereist hier ein; der Kapitän sagt aus, das Eis reiche bis zum Tolbuchin-Leuhtthurm. Das sogenannte Londoner Leuchtfeuer ist nicht gelösht, von See werden noch 7 Dampfer erwartet.

Kopenhagen, 9. November. Der Freihafen Kopen- hagens is heute Vormittag 9 Uhr dem öffentlichen Verkehr über- geben worden. Von diesem Zeitpunkt an fällt laut Be- stimmung des a engesenes in allen dâänishen Häfen die allgemeine Schiffsabgabe an den Staat im Betrage von 90 Dere per Tonne fort, die bisher alle aus ausländischen Orten eingehende Schiffe zahlen mußten. Die Abgabe im Hafen von Kopenhagen wurde auf die Hälfte vermindert und in eine Abgabe für Waaren umgewandelt. Die Abgabe für Transitwaare fällt fortan weg. Die geplante feierliche Eröffnung des Freihafens durch den König blieb wegen* des Todes des Zaren aus.

Theater und Musik.

5 “Berliner Theater.

Am gestrigen Vorabend von Schiller's Geburtstag wurde Laube?s troß mancher Schwächen noch immer beliebtes und wirkungs- “volles Schauspiel „Die Karls\chüler“ nah forgsamer Ein- studierung in einer würdigen Darstellung zur Aufführung gebracht. Die in großer Zabl versammelten Abonnenten folgten mit theil- nahmevoller Aufmerksamkeit der \{wungvollen, wenn auch etwas phrasenreihen Sprache und wurden sympathisch berührt von der Hin- gebung, mit welcher fämmtliche Schauspieler si der Aufgabe entledigten, den volksthümlihsten deutshen Dichter zu verherrlihen. Herr Sommerstorff, der hon durch die treffend gewählte Maske in seiner äußeren Erscheinung eine übetraschende Aehnlichkeit mit dem jungen Dichter zeigte, fand auch sonst durhweg den richtigen Ton zu einer lebensvollen Darstellung seiner Nolle. Voll feuriger Lebendigkeit im Kreise der Freunde und {hwärmerischer Ergebenheit in den Scenen mit Laura, trat er den schroffen Vorwürfen des Fürsten mit selbstbewußter Entschiedenheit entgegen. Der geschickte und niht übertriebene Gebrauch des schwäbishen Dialekts gab seiner fünstlerishen Leistung einen ihr wohlanstehenden Anflug von Humor. Die schalkhafte und gemüthvolle, dem jungen Schiller mit Innigkeit zugethane Gestalt der Laura kam in dem natürlichen und gewandten Spiel der Frau Geßner trefflich zum Ausdruck. Fräulein Nuscha Buyte bot als Gräfin von Hohenheim mit ihrer überzeugungsfräftigen und opferbereiten Vertretung des Dichters eine Leistung von großer Bedeutung. Herrn Nollet gelang die Charakterisierung des Herzogs Carl sehr gut, auch die Bin Horn (General Rieger), auer (Hauptmann von Silberkalb), Retty (Sergeant Bleistift) und Wehrlin (Anton Koch) befrie- digten vollständig. Mit feinem Humor gab Frau von Pölln die Generalin Rieger, doch wurde sie wegen ihrer unbeutlichen Aus- sprache niht immer vollständig verstanden. Die ganze Vorstellung fand eine ret beifällige Aufnahme.

Konzerte. N

Das gestrige dritte Symphonie - Konzert der König- lichen Kapelle begann mit Cherubini’'s Ouvertüre zum „Wasser- träger“, die mit ihrem melodishen Glanz und der reichen musikalischen Gestaltung künstlerish vollendet zu Gehör gebraht wurde. Die F-dur- Symphonie von Brahms, die dann folgte, gehört zu den be- deutsamsten Schöpfungen des Komponisten und gewährte bei der verständnißvollen und in allen Feinheiten des Rhythmus und der Klangwirkung klaren Wiedergabe unter Herrn Kapellmeister Weingartner's Leitung einen vollen künstlerishen Genuß. ie Ouvertüre zu Grillparzer's „Esther“ von Eugen d’Albert if eine interessante und markige kompositorishe Arbeit, die von melodisher Erfindung8gabe und hervorragender Kraft des musikalishen Ausdrucks zeugt. Den würdigen Abshluß mahte Beethoven?s C-moll-Symphonie, die niht weniger erfreulich und tadellos als alle übrigen Nummern des Programms vorgetragen wurde.

Der zweite populäre Lieder-Abend der Frau Amalie Joachim, welcher gestern im Saal der Ph ilharmonie statlfand, verlief noch glänzender als der erste, Die Kraft ünd Klangschönheit der Stimme in dem geistvollen Vortrag des Liedercyclus „Die s{höne Müllerin®* von Schubert erschicn in dem vortheilhaftesten Licht. Das Publikum spendete enthusiastishe Beifallsbezeugungen. Die Defkla- mation der niht komponierten Lieder dieses Cyclus hatte die Tochter der Konzertgeberin, Fräulein Josefa Joachim übernommen; sie ließ bei klangvollem Drgan zuglei eine sehr gefühlvolle Ausdrucks- weise erkennen. 8

Die Sopranistin Fräulein Fanny Opfer, welhe sich schon öfter hier hören L gab gestern im Saal Bechstein ein. Konzert, welches von “der Pianistin Fräulein Ella Dahl, die für d ] krankten Herrn Buddeus eingetreten war, mit einer sehr hübschen Suite von d’Albert eröffnet wurde. Die junge Künstlerin, die bereits am Montag in demselben Saal spielte, trug Aber dieser Suite noch be- kanntere Piècen von Moskowski, Chopin und Léschetizki vor, in denen sie sorgfältig geshulte Technik mit eingehender, interessanter Schattierungs-

weise vereinigte. Die Sängerin erfreute durch den Votrag mehrerer