1894 / 293 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E E E E E E R E E L R EMEIE N c 9

bekannt. Am häufigsten gelangten Masern aus dem Stralauer Viertel und aus Moabit, Erkrankungen an Scharlach aus der Schône- berger Vorstadt , an Diphtherie aus der JeHOLREn Louisenstadt, dem Stralauer Viertel, aus Moabit, dem Wedding und der Rosenthaler

orftadt zur Anzeige; Erkrankungen an Unterleibstyphus blieben selten. An Kindbettfieber wurden 4 Erkrankungen mitgetheilt. Rofenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut wurden etwas weniger, Erkrankungen an Keuchhusten, die überwiegend mild verliefen, etwas mehr zur Bibandlung gebracht. Ansehnlich gesteigert waren Erkran- kungen an akutem Gelenkrheumatismus, während rheumatifhe Be- {werden der Muskeln keine wesentlihe Veränderung in ibrem Vor-

kommen aufwiesen.

Verdingungen im Auslande.

Niederlande. ; :

19. Dezember. Landbouw-Vereeniging zu Ooltgenf plaat. Lieferung von ungefähr 70 000 kg Superphosphat. Auskunft erhält- lih bei dem Sekretär Am. Wagner in Ooltgensplaat. i :

19, Dezember, 10 Uhr. De majoor. ecerstaanwezend ingenieur in Haarl em auf dem Bureau der Genietruppe an der Kinder- huisvest: Bau von Schuppen u. #. w. auf der nordwestlichen und westlichen Seite von Amsterdam. Schäßung 47 000 Fl. Bedingungen und Auskunft auf dem genannten Bureau erhältlich. :

20. Dezember, 3 Uhr. Landbouw-Vereeniging in 3a a mslag (Zeeland): Lieferung von 203 900 kg Superphosphat und 21 700 kg Chilifalpeter. Bedingungen bei dem Sekretär der Vereeniging, E. I. de Klerk, erhältlich. j E

20. Dezember, 2 Uhr. Bürgermeister und Magistrat im Haag im Rathhause daselbst: Lieferung der erforderliden Magazingüter für das Jahr 1895 für die Gemeinde-Gasfabrik im Haag in 19 Ubthei- lungen; insbesondere von Stein, Kalk, Maschinenkammerbedürfnissen,

arbwaaren, Schmiedeeisen, verschiedenen Eisenwaaren, gußeisernen e ariênten, Meetall- und Holzwaaren, gezogenen und gegossenen etse: nen Röhren u. \. w. Bedingungen füc 0,50 Fl. auf dem Nathhause Sefkretarie 111. Abtheilung erhältlich. Serbien. A

14. Dezember. Kriegs-Ministerium in Belgrad, Befleidungs- abtheilung: Zweite Lizitation für 100 000 m amerikanische Leinwand.

15. Dezember. Ebendaselbst: Bekleidungsabtheilung. Lieferung von 30000 m Zwillihh-Leinwand und von 8215 Stück Brotbeutel. Bedingungen und Muster liegen in den betreffenden Abtheilungen aus. Kaution für Einheimische 10 9/0, für Fremde 20 9%.

Verkehrs-Anstalten.

Laut Telegramm aus Herbesthal is die zweite englische Post über Ostende vom 12. d. M. ausgeblieben. Grund : Nebel auf See.

London, 12. Dezember. (W. T. B) Der Castle-Dampfer „Drummond Castle" ist auf dec Heimreise gestern von Kapt adt abgegangen. Der Castle-Dampfer „Pembroke Castle* ift auf der Deiuseeile heute in Durban (Natal) angekommen.

Theater und Musik,

Berliner Theater.

Ludwig Anzengruber?'s Volkéstük Heimgefunden “, das vor einigen Jahren im Lessing-Theater seine erste Aufführung in Berlin inmitten einer frohen Weihnachtsstimmung erlebte, brachte auch gestern Abend im Berliner Theater einen Vorgeshmacck der

Charakter, wie ihn Anzengruber's Schauspiele öfter zeigen; au hier sind die Bilder aus dem Bolkzleben : der Weihnachtsmarkt, das Heim der alten Frau Hammer, der Weihnachtsabend, an dem der elehrte ältere Sohn“ in der Stunde seines Unglücks mit Weib und Kind zu seiner alten, einfahen Mutter „heimgefunden“ hat, voll rührender Foelie und urwüchsigen Humors. Diese Scenen versagten ihre Be agen verbrcitende Wirkung auch gestern niht; man gewann die Menschen, die dort wirkten und schaften, wieder lieb, während die Schicksale der vor- nebmen Familie, die in ihrer Zeihnung weit hinter den volks- thümlihen Personen zurückstehen, troß ihrer Tragik nicht recht das Herz der Zuschauer zu erwärmen vermohten. Die Darstellung konnte zufriedenstellen. Jm Vordergrund stand Herr Schönfeld als Thomas Hammer; er hat ¡diese Rolle auch im Lessing-Theater gespielt und schon dort dur die Treuherzigkeit, die rührende Herzens- einfalt und den gutmüthigen Humor seines Wesens verdiente An- erkennung gefunden. Die Wiedergabe dieser Nolle zählt zu den besten Leistungen des ODarstellers. Herr Somm erstorff gab ein zutreffendes Bild von der Niedergeschlagenheit und Gedrücktheit des verarmten Rechtsanwalts Dr. Hammer, wie er au das Wiederschen mit der Mutter und später mit der Frau und Tochter cergreifend und überzeugend gestallete. Herr Netty (Bureauvorsteher Fähnlein) ließ in der ersten Scene die Angst des alten, darbenden Mannes, der um seine langjährigen Ersparnisse zittert, niht packend genug zum Ausdruck kommen. Voll prächtiger Komik war Herr Merten in der kleinen Rolle des Austrägers Florian. Die alte Frau Hammer spielte Fräulein Meyer, wie es der Frau aus dem Volk geziemt, einfach im Wesen; dabei ließ sie aber den gefunden Menschenverstand und das warme Herz wirksam hervortreten. Die heirathslustige Wittwe, Frau Xandl, wurde durch Fräulein Nei hen bach kräftig charafiterisiert. Konzerte. : L

Der fehr jugendliche Pianist St. Severin Eisenberger, Schüler [des Herrn Professors Ehrlich, gab am Dienstag im Saal Bechstein seinen ersten Klavier-Abend. Mit einer für fein zartes Alter ungewöhnlich weit vorgeschrittenen tehnishen Fertigkeit, die selöst die Schwierigkeiten der Beethoven?schen Sonate op. 57 (F-moll) überwindet, trug er mit tadelloser Klarheit noch mehrere Piècen von Chopin, Brahms, Mendelssohn und Liszt vor und bewies zugleih in zwei eigenen Stücken ein „erfreulihes Talent für Kom- position. Den oben erwähnten Tonfstücken wäre noch eine tiefer empfindende AusdruEweise zu wünschen gewesen, die der sehr begabte Kaabe sih mit der Zeit gewiß aneignen wird. Lebhafter Beifall folgte allen seinen Vorträgen. :

In der Mezzosopranistin Fräulein Anna Bromberg, welche geftern in demselben Saale konzertierte, lernten wir eine unter Pro- fessor Engel vortrefflich ausgebildete Sängerin kennen. _Die klang- volle, în allen Lagen gleihmäßig leiht ansprehende Stimme, die Reinheit der Intonation sowie die Deutlichkeit der Aussprache sind itcts vereinigt mit lebendiger Auêdruksweise, die in Liedern von Schumann, Franz, Schubert, J. von Seldeneck E. Bäker, C. Gold- \{chmidt, Nubinstein und anderen gut zur Geltung kam. Der bereits vortheilhaft befannte Pianist Felir Dreyschock, der das Konzert unterstügte, erfreute durch den wohlgelungenen %Bortirag der „Kreiês- leriana* von Schumann und dreier anmuthiger Salonstüte eigener Komposition, denen er noch: ein kleines Tonbild von Goddard hinzu- fügte. Sämmtlichen Vorträgen des Abends wurde reicher Beifall zu theil. E

Im Königlichen Opernhause findet morgen der vierte ymphonie-Abend der Königlichen Kapelle unter KapeÜmeister Wein-

von Ludwig van Beethoven. Professor Halir spielt das Violin-Konzert Sämmtliche Pläge sind vergriffen. j Li

Im Königlichen Schauspielhause geht morgen das Luft, spiel „Halali* in Scene. Vorher wird Emil Pohl's Lustspiel „Vom [andwirthschaftlicen Balle“ gegeben. Die Damen Kahle, Linduer Plan, R und die Herren Herßer, Arndt, Heine, Plaschke treten darin auf.

Der starke Heiterkeitserfolg, den im Deuts hen Theater „Cyprienne“ im Verein mit dem Einakter „Blau“ erzielt hat, ver, anlaßt folgende Aenderung des Spielplans: die genannten beiden Stücke gehen am Freitag, Sonntag Abend und Montag in Scene: morgen werden „Die Weber“, aîn Sonnabend „Hamlet" und Sonn- tag Nachmittag „Der Talisman® gegeben. e e

„Ein fideles Korps" betitelt si die nähste Novität des Adolpß Grnst-Theaters. Es ist eine freie Bearbeitung des Londoner Repertoirestücks „A Gaiety Girl“ von Sonas Sidney. Die deutschen Bearbeiter Eduard Jacobson und Jean Kren haben die Handlung im ersten Akt nach Berlin verlegt. Der zweite spielt in einem Seebade an der Niviera während des Karnevals.

Der auf den 19. d. M. angescßte Musik-Abend des Berliner Tonkünstler-Vereins fällt aus Anlaß des am 8: D. M, erfolgten Ablebens seines Vorsigenden, des Professors Dr. Julius Alsleben, aus,

Mannigfaltiges.

Im Zirkus Renz feiert das erfolgreihe „Neujahrsfest zu Peking“ morgen das Jubiläum seiner 50. Aufführung. Ein neues gymnastisches Potpourri und neue Vorträge des Schellenballets sind die Festgaben für diesen Abend.

Sas sari (Sardinien), 12. Dezember. Der Brigadier Paravello und der Gendarm Pisano überraschten, wie ,„W. T. B.“ berichtet, bei einem Patrouillengang drei bewaffnete Individuen in s{uß- bereiter Stellung, welche die Aufforderung, sih zu ergeben, mit dem Abfeuern ihrer Gewehre erwiderten. Paravello wurde getödtet,

Pifano s{hwer verleßt. S

Chicago, 12. Dezember. Gestern Abend stießen nach einer Meldung des „N. B.* zweit Kabel-Straßenbahnzüge im Washingtonstreet-Tunnel unter dem Chicagofluß zusammen. Beide Züge wurden zertrümmert. Drei Passagiere blieben todt, zwölf wurden verlegt. Die Trümmer geriethen infolge des Umfsturzes der Oefen in Brand.

Nah Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Wien, 183. Dezember, (W T..B). Dex Erzherzog Otto tritt, wie die hiesigen Blätter melden, heute eine drei: wöchige Neise nah Egypten an.

St. Petersburg, 13. Dezember. (W. T. B.) Die Re- gierung hat die Einfuhr des Diphtherie-Heilserums von VBehring und Noux sowie den Gebrauh des Mittels unter Kontrole der Regierung gestattet.

Die Negierung ist wieder zum Einkauf von Getreide für die Militär-Jntendantur durch die Vermittelung der pro- vinzialen Semstwos geschritten.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

34) Schwerin. i. M.

zum Deutschen Kei

der Einnahme an Wechselstempelsteuer im Deutschen Reich für die Zeit vom 1. April 1894 bis

E f,

G E E E E E.

Ober - Postdirektions - Bezirke im

Erste Beilage

Berlin, Donnerstag, den 13. Dezember

Deutsches Reich. Nachweisung

2.

Einnahme Monat November

M.

3.

Hierzu Einnahme

in den

Vormonaten

M.

A

Zusammen

5.

Einnahme in dem- selben Zeitraum des Vorjahres

(Spalte 4) M. |

A

zum Schluß des Monats November 1894.

6. In 1894

-+ mehr weniger

1. Jm Reichs-Postgebiet. 1) Königsberg E 2) Gumbinnen 3) Danzig . A H) Potodamt . 6) Frankfurt a. O. 7) Stettin iz 9) Roon 9) Polen 08 10) Bromberg . 11) Breslau 12) Liegniß . 9) Den 14) Magdeburg . . 19) 4 ile E 16) Erfurt . 17) Kiel . 18) Hannover . 19) Münster 90) Minden 2) Sea... C, 23) Frankfurt a. M. 94) Köln N 2%) Aachen . 26) Koblenz 27) Düsseldorf . 259) Sre. 29) Dresden 30) Leipzig . 31) Karlsruhe . 32) Konstanz . 33) Darmstadt

39) Oldenburg 36) Braunschweig 37) Bremen

11 055

3 466 7 570 92 476 3 230 6 450 7 612 1 622 4 187 3 831 15 099 8 371 6 341 14 324 8 341 11 058 8 784 10 224 2 990 6 798

|_

60 60 70 80 10

30 30 90 60 20 60 30 40 60 60

15 685 |

6 982 29 942

16 142 |

6 201 4 869

41 921 | 1846 (

17 570

43 837 | ¿

19 983 6 709 13 132 2944 | 3 962 6 646 | 17 049 84 556

72 884 29 341 99 792 636 466 28 896 48 011 57 111 13 145 33 921 30 565 105 879 64 946 57 669 97 429 65 492 93 370 98 899 70 799 22781 48 286 111 203 46 998 205 884 113 225 43 519 30 428 303 261 13 608 126 673 317 727 139 936 47 951 89 839 24 093 26 757 43 740 129 451

|

83 940 28 807 67 363 728 943 32 126 94 461 64 723 14 768 38 109 34 397 120 978 3917 64011 111 753 73 833 94 429

25 771 54 994 126 889 93 981 239 826 129 368 49 720 39 293 345 182 15 454 144 244 361 564 159 919 54 660 102 972 27 038 30 719 50 386 146 500 668 124

67 639 | 81 024 |

|

|

80 980 28 750 68 957 721 951 34218 54 570 67 902 131331 41 695 30 192 119 847 74 809 61 847 112 750 76 387 88 878 63 659 74 368 2% 002 51 454 126 686 50 432 265 797 123 699 49 359 33 474 348 535 14 706 134 210 355 584 177 605 48 768 99 135 27 336 29 970 48028 | 167 379 687 837

60 30 70 90 40 40 40

50 30 90 10 90 40 90 20 60 10 90 30 70 20 50

10 90 90 50

70

50 10

M S |

2959 | 90 57 | 80 1594 | 10 6 992 2 092 108 3178 1 436 3 585 4 204 1130 1 492 2 163 996 2 554 5 551 3 979 6 656 769 3 540 202 3 548 99 971 5 663 361 | 1819 |ch 3 352 748 10 034 5 980 17 685 5 892 3 837 998 749 2 358 920 879 | 19 712

E L E

chs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

glauben dadur dem Vaterlande mehr zu di l : geseße und ähnlihe Maßregeln. hr zu dienen als durch Ausnahme

Staatssekretär Dr. Graf von Posadowsky:

Der Herr Vorredner ist auf die vershiedenen Aeußerungen in der programmatishen Nede des Herrn Reichskanzlers eingegangen, und ih will an die bedeutendste Frage anknüpfen, die gegenwärtig die Re- gierung beshäftigt und die au der Herr Vorredner zum Gegenstand der Erörterung gemacht hat. Das ist die Frage der landwirth\s{aft- lihen Krisis.

Meine Herren, der Herr Reichskanzler hat dem Gedanken Aus- druck gegeben, daß die moderne gefeßlihe Entwickelung der leßten zwanzig Jahre der Industrie mehr zu gute gekommen sei als der Land- wirthschaft, und ih begreife nit, wie der Herr Abg. Nickert gegenüber den klaren Thatsachen einen Zweifel hieran hegen kann. (Sehr gut! rets.)

Ich gestatte mir, darauf hinzuweisen, daß die Herren von der sozialdemokratishen Partei zu einer volkswirth\chaftlich, meines Er- achtens, geläuterten Anschauung si bereits durchgerungen haben. Jn Frankfurt a. M. haben die Sozialdemokraten erklärt, es wäre unvor- sihtig und unrichtig, ja sogar thöôricht, wenn“ man die schwierige Lage des deutshen Bauernstands leugnen wollte. (Hört! hört! rechts.) Die Herren Sozialdemokraten haben das niht erklärt aus Liebe für den deutsthen Bauernstand, \fondern aus politisch-sozialen Nücksichten. (Sehr richtig! rechts.) Der deutshe Bauer mit seinen nägelbeshlagenen Schuhen i es, den die Herren Sogzialdemokraten niht verdauen können (sehr richtig! rechts), er ist ihnen noch zu zäh. (Sehr gut! rechts.) Deshalb bat die Neichsregierung das dringende Interesse, einen zufriedenen Bauernstand zu haben. (Lebhafter Beifall rechts.)

Gestatten Sie mir nun, daß ih auf Thatsachen komme. Sehen Sie doch hin: in den Städten eine sih massierende Bevölkerung, in- folge dessen Arbeitslosigkeit; auf dem Lande Verödung, Nückgang der Bevölkerung, Mangel an Arbeitskräften. (Sehr rihtig! rets.) Der gesammte Bevölkerungszuwachs der leßten zwanzig Jahre ist nit ¿u gute gekommen dem platten Lande, sondern allein den Städten, und darin liegt ein relativer Rükgang der wirthshaftlihen Kraft des platten Landes. (Sehr wahr! rechts.)

Sie sehen auf der anderen Seite Veberproduktion in den Städten. Auf dem Lande sind wir bisher niht im stande gewesen, das Brot- korn zu bauen, das das deutsche Volk zu seiner Ernährung braudht. Warum? Weil der vaterländishe Boden infolge Mangels an Ar- beitsfräften in weiten Theilen Deutschlands nicht fo intensiv bear-

gartner’s Leitung statt. Zur Aufführung gelangen aus\ließlich Werke 583 568 |

ELT O08 be 21 016 |

beitet werden kann, wie er follte. (Sehr gut! rets.)

Nun weiter, meine Herren! Gehen Sie nur herein in die Ein- kommensteuerlisten, so sehen Sie das ungeheure Anwachsen der Ver- mögen in den Städten, Sie sehen den Steuerrückgang auf dem Lande. Demgegenüber frage ih: kann man leugnen, daß in der That die moderne Entwickelung der letzten zwanzig Jahre den Städten mehr zu gute gekommen is wie dem platten Lande? Beweist das niht \{chon die äußere Entwickelung der Städte, wie fie sih dem Auge darbietet? Meine Herren, es giebt eben gewisse Personen und Parteien, natürli außerhalb des Hauses (Heiterkeit), die jeden Versuh der Hilfe für die mit den ernstesten Gefahren ringende Landwirthschaft mit einem verblihenen Schlagwort abzuthun bereit sind. (Sehr gut! rechts.) Meine Herren, das ift nur ein Beweis dafür, daß es volkswirthschaftlih fterilisierte Personen und sterilisierte Parteien giebt, die aus ihren großstädtishen Verhältnissen heraus niht mehr die Empfänglichkeit besißen, um das zu erkennen, was eigentlih draußen im Lande vor sih geht. (Lebhafter Beifall rechts.)

Also, wenn bei dieser Sachlage sih die verbündeten Regierungen nicht ernstlih die Frage vorlegten: wie können wir der mit solchen Gefahren ringenden deutschen Landwirthschaft helfen, natürli inner- halb der vertragsmäßigen und innerhalb der volkswirthschaftlih ver- nünftigen Grenzen, so würden sie sih einer argen Pflichtverlezung schuldig machen. (Sehr wahr! rechts.) Meine Herren, wir haben die Verpflichtung, jedes Rettungsboot, das uns zur Verfügung steht, flott zu machen, um der mit der Fluth ausländischer Konkurrenz ringenden Landwirthschaft zu helfen. (Lebhafter Beifall rechts.) Wir hoffen darum, daß alle, die die hobe Bedeutung einer gesunden Landwirth- schaft für die soziale und politische Entwickelung des Vaterlandes erkennen, uns dabei hilfreihe Hand leisten werden. (Bravo! rechts.)

Meine Herren, der Herr Abg. Rickert hat ferner geglaubt, aus den gestrigen Ausführungen des Herrn Reichskanzlers deduzieren zu können, wir hätten große neue Ausgaben im Schilde, und in- folge dessen müßten wir neue Steuern haben. Wenn ih den Herrn Reichskanzler richtig verstanden habe, hat er nur ausgeführt, daß uns auch die Kolonialpolitik nöthigt, gewisse Ausgaben zu machen, wenn wir unsere Kolonieen ehrenvoll erbalten wollen, die wir unter der patriotischen Zustimmung des ganzen deutschen Volks seiner Zeit erworben haben. Er hat ferner dem Gedanken Aus- druck geben wollea, daß es eine Naturbedingung jeder sih nit selb aufgebenden lebensfähigen Nation sei, daß auch von Jahr zu Jahr periodisch ihre Ausgaben füc Kultur und andere Zwecke steigen. Das beweist ein einfaher Blick in die Statistik. Aber ih meine, gerade darin, daß wir eine Finanzreform durchführen wollen, liegt do, daß wir uns selbst, möchte ih sagen, eine Grenze segen wollen für das Maß neuer Ausgaben. Was heißt denn die Finanzreform? Das Reich ift ja schon fo oft ausgeführt worden hat nie ein Defizit. Der Neichs-Schatzsekretär in Ver- tretung des Herrn Reichskanzlers und unter Zustimmung der ver- bündeten Regierungen, soweit sie im Bundesrathe den Etat feststellen,

herannahenden Festesfreude. Das Stück trägt einen zwiespältigen | L E 09) DambuUra 3976 |

124 217 | 472

24 687 | 30

+1 1++1++1+4+

16 226 3198|

(I ISNCD S T E ZEZIO E I ZT S M Cu SEERIE T 39) Straßburg i. E. a Me Bictorien Pouy-Springen. Neue überrashende Lichteffekte. “ußerdem: d. Apportierpferd Mohr u. Hipp. Pot- pourri von 40 Pferden, vorgef. v. Herrn N. Renz: Konkurrenzschule, ger. v. Frau Renz-Stark u. Frl. E 29h : L L E E M pan ia D a Uan “Pt « „d. Ppyanom. Hand-Equili rij Wer. Zule eller; Friedrich es Theater E Burk in seinen militär. Original - Ercer- Freitag: Neu einstudiert: Pariser Leben. N . ms Komische Operette in 4 Akten nah dem Französischen Sen So L Aer (ermäßigte Preise): des Meilhac und Halévy von Carl Treumann. Die sa Seideiber ¿L ABeE Übr: Musik von Jaques Offenbah. Jn Scene gesetzt Tjo N B P Be E vom Ober-Regisseur Herrn Binder. Dirigent : Herr Kapellmeister Ferron. Ermäßigte Preise der Pläße. | ne Anfang 7 ade 2û) Svieiibes: Ÿ n 2 Sonnabend, den 22. Dezember: Zum ersten Male G lon - S g c im Friedrih-Wilhelmstädtishen Theater: Mit durch- Familien I achrichten aus neuer glänzender Ausstattung: Orvheus in [54426] : der Unterwelt. Große Auëstattungsoperette. Musik Binnen kurzer Zeit hat der unterzeichnete Gerichts von Jaques Offenbach. Ly D S Verlust zu beklagen. Um 12 d, M8: i

der Senats-Präsidveut des Königlichen Kammer- gerichts, Herr Geheimer Ober-Justiz-Nath Dr. Wilhelm Henschke nach längerem Leiden entsclafen.

Seit dem Jahre 1880 hat der Verewigte unseren Gerichtshofe als Mitglied angehört. Auch in diesem seinem Nebenamte hat er dur ausgezeichnete Be- gabung und unermüdliche Pflichttreue sh hervor-

Sonntag, den 23. Dezember: gethan und durch freundliches Entgegenkommen und im Theater Unter den Linden: Boccaccio. Operette | liebenswürdiges Wesen die Liebe seiner Mitarbeiter in 3 Akten. Musik von Franz von Suppé. fih erworben. i : Sein Andenken wird bei uns in Ehren bleiben ! Berlin, den 13. Dezember 1894.

Der Gerichtshof zur Entscheidung der Kompetenz-Konslikte.

A 24215 |

verture „Coriolan“, Beethoven, 2) Violin-Konzert, Beethoven, 3) Ouverture „Leonore“ Nr. 3, Beet- hoven, 4) Symphonie pastorale, Beethoven. Sämmtliche Pläye sind vergriffen. Anfang 74 Uhr. Mittag 12 Uhr: Oeffentlißhe Hauptprobe. Eintrittskarten zu 2 und 1 (6 sind bei Cd. Bote & G. Bock und an der Kasse des Königl, Opernhauses zu baben. 5, Symphonie : Abend am 7. Januar 1895, Programm : Don Quixote, Liszt. Symphonie Es-dur, Borodine. Ouverture „Egmont“ Beethoven. Symphonie C-dur, Schumann. Schauspielhaus. 278. Vorstellung. Vom land- Stockholm . | | wirthschaftlichen Balle. Lustspiel in 1 Aufzug Haparanda | von Emil Pohl. Jn Scene geseßt vom ODber- St. etersba.| 770 2|\woltkenles |—14 | Regisseur Max Grube. Halali. Lustspiel in 4 Auf- Moskau . . . | 774 bedeckt 1) | —9 zügen von Richard Skowronnek. Jn Scene gesetzt Se S [vom Ober-Regisseur Max Grube. Anfang 7F Uhr. va 757 |& Regen | Sonnabend: Opernhaus. 266 Vorstellung. Ein Cherbour, A 768 bededt | Maskenball. Oper in 4 Aften von Giuseppe elder D 768 E Nebel Verdi. Deutscher Text von Gcünbaum. Lanz von Soli 765 bededt Gmil Graeb. (Richard, Graf von Warwich: Herr Hamburg .. | 768 3|Nebel Navelli, Nené: Herr d’Andrade, als Gäste.) Anfang Swinemünde | 768 92\wolkig Sie: f s Vorstel Wie di Neufahrwasser| 766 bededi2) gr Fauipteryaus, 279. Borstellung, Wie Die Memel 766 Nebel Alten sungen. Lustspiel in 4 Auhzügen von Karl E E —7s “Dbevedit Niemann, Anfang 74 Uhr. Unter. . , | 769 Nebel Karlsruhe . . | 774 Nebel?) Wiesbaden . | 772 ’bedecti 4) München . . | 773 2Nebel Ghemniy .. | 773 heiter ad E do 2|bedeckt e Co wolkenlos Breslau . . . | 770 bededt Ile d'Aix .. | 769 Dunst N | heiter

M * 770 ¡ND | Mei. «770 ONO wolkenlos |

Andrea. Komödie in 5 Akten von Sardou. Anfang 74 Uhr.

Sonntag, Nachmittag: Das neue Stü. Abends : Andrea.

4 805 252 | 4 829 006 484 059 | 470 801 166 375

178 182 |

4 212 099 423 747 155 258

593 153 | 60312 | 99 924 | 7

Wetterbericht vom 13. Dezember, 8 Uhr Morgens.

| Wind. | Wetter. B

Summe I

S

Ee ae A An A A ————————

p.

Bar. auf 0 Gr.

u. d. Meeres red. tn Mi

illim.||

+|++|

Stationen. | Ueberhaupt 676 389 | 5 467 494 9466182 | 5

Berlin, im Dezember 1894.

4791104 |

in ? Celfius

59C. =409R.

SSW 9 bedeckt 7590 |SSW 8[wolkig 745 |WSW 3/bedeckt 766 2 Nebel 761 2 Nebel 752 4 Regen

Haupt-Buchhalterei des Reichs-Schagamts. Biester.

=-} ck 00°

Belmullet . Aberdeen .. | Christiansund Kopenhagen ,

A bi Go

D O

5 C5 -

Deutscher Reichstag. 4. Sißung vom Mittwoch, 12. Dezember, 12 Uhr.

Ueber den Beginn der Si zung ist bereits in der Nummer vom Mittwoch berichtet worden. Bei Fortseßung der crsten Verathung des Reichs haushalts-Etats für 1895/96 erhält nah dem Abg. von Kardorff das Wort der ]

Abg. Ridcker t (fr. Ver.): Die bisherigen Neden haben bewiesen, daß die Mehrheit des Meichstags nicht gewillt ift, angesichts dieses Etats neue Steuern zu bewilligen. Von der drückenden Last der Matrikularbeiträge hat man schon vor 2% Jahren gesprochen. Damals sprach man von den armen Lippeschen Ziegelarbeitern, die man in Vergleich fette mit den reichen Bremensern und

der Frage über den Ministerwehsel abzulehnen. Aber die Volks- vertretung kann sich damit nicht beruhigen, sie muß nah Gründen forshen. Graf Caprivi ist dem Ansturm der Agrarier erlegen, aber niht ihm allein. Aus der Nede des Reichskanzlers Fürsten zu Hohenlohe geht hervor, daß der neue Reichskanzler in Bezug auf die Kolonialpolitik und die Marine ein ganz neues Programm hat. Für diese beiden Zwedke werden große Mittel gebraucht, und damit wird die Finanz- reform motiviert. Deshalb müssen wir besonders vorsichtig sein. Graf Caprivi hat allerdings gesagt, es könne uns nichts Schlimmeres passieren, als wenn man uns ganz Afrika schenkte. Glauben die Verren vom Bund der Landwirthe, daß der Landwirthschaft dadur geholfen wird, daß man Millionen über Millionen für die Kolonien N : : und für die Marine ausgiebt? Der Abg. von Plöß hat erklärt, Hamburgern. Deute [priht man von Waldeck. Aber auf die daß die Ausgaben für die Marine nit mehr getragen werden fönnten ; wenigen wohlhabenden Leute kommt es \chließlich niht an, | ich bin gespannt darauf, wie er sih beim Marine-Etat verhalten ondern auf den Durchschnitt. Solche Bilder \{recken uns | wird, Mit dem Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe bin ih in der Be- nicht. Wenn man bloß erreihen will, daß Matrikularbeiträge | ziehung einverstanden, daß die Schutzollpolitik des Fürsten Bismarck und Ueberweisungen lich ausgleichen, fo ist das dur den | der Landwirtbschaft weniger genüßt hat als der Industrie. Daß der Etat eigentlih {hon erreiht; ja, wenn der Neichs-Schatzsekretär sich Reichskanzler die Handelsverträge resvektiert, ist selbstverständlich; die wie beim laufenden Etat um einige Millionen geirrt hat, dann haben Regierung kann rid:t zu denen gehören, welche die Handelsverträge wir {on eine erhebliche Ucberweisungssumme. Das Versprechen, | mit dem Schwert in dec Hand aufheben möchten. Dem Grafen welches ih bei der Miili!ärvorlage gegeben habe, werde ich halten; | Caprivi und seinen Mitarbeitern rechnet man es im Lande hoch an, id werde feine Steuer bewilligen, welhe nah unten hia drückt, und | daß sie dur die Handelsverträge den verheerenden Zollkrieg ver- id) habe dabei Bundesgenossen in den Abgg. Dr. Osann und Bassermann, | hindert haben, der fonst auëgebrochen wäre. Den Nutzen der Handels- welche sih gegen die Tavacksteuer ausgesprochen haben. Bei den verträge bestreiten die Agrarier allerdings; sie sind dur Zahlen nicht Zöllen und Verbraucbsfteuern können leiht einige Millionen mebr zu überzeugen, fie behaupten immer dasfeibe. Natürlich können die aufkommen, als veranschlagt is. Gewiß muß man bei der Veran- Handelsverträge nicht plößlich ein Eldorado schaffen. Von einer allgemeinen chlagung der Zölle vorsichtig sein, namentlih wenn man sih nit Nothlage der Landwirthschast kann keine Rede fcin ; die Verhältnisse sind Frl. Eveline Troißsch (Berlin— Charlottenburg). Mt ndlen Verhältnissen befindet. Aber solche normalen Ver- | fehr verfchieden, und namentli die Bauern befinden si vielfach in Geboren: Ein Sohn: Hrn. Kammerherrn Josep Unisse sind nicht vorhanden, und deshalb wollen wir eine dauernde, | guter Lage. Wir fnlud gespannt auf die Crgebnisse der Enquête, die Frhrn. von Maltzahn (Mirow i. M.-Str.). nit ies Gewerbe {wer belastende Steuer, wie die Tabacksteuer, | der Bund der Landwirthe angekündigt hat. Was hat der Bund ine Tochter: Hrn. Ober-Amtmann Donath B L bewilligén, wenn „oer Autgleich auf andere Weise gefunden der Landwirthe erreicht und was wird er erreichen fönnen ? Der (Kessin bei Züfssow). Hrn. Major ¿. D. Mar fit qi kann. Auf die Zukersteuer will ich nit (eingehen ; es wird Jteichéfanzler sprach von unlösbaren Problemen, aber welche sind die von Koschißky (Lübeck). Hrn. Dietrich von ; „dazu Gelegenheit finden bei der &nterpellation der Abgg. Dr. unlösbaren Probleme? Der Antrag Kanitz und die Kardorff’ sche Bredow (Ihlow). bie Me und Friedberg. Für mich ist es aber undenkbar, daß Silberwährung? Wie steht der Reichskanzler dazu? Welche Ent- Gestorben: Hr. Major a. D. William von füh eichsregierung von dem vor einigen Jahren mühsam herbei- täushung würde in die Reihen der Landwirthe kommen, wenn die Harlessem (Hannover). Fr. Kreisgerichts- Ma Kompromiß abgehen wird. Die Mittheilungea des Staais Goldwährung vernichtet würde! Dieser wie jeder Regierung werden Direktor Rosalie Pedell, geb. Kieni (Bromberg). R über den forcierten Raubbau waren ershreckend. Die Zucker: | wic alles Nothwendige bewilligen. Die eine Thatsache, daß Anllage Fr. Gräfin Sophie von Baudissin, geb. Kaskel q ri E haben in den ; leßten Jahren 10 9/0 L ividende gegeben; da gegen den Abg. Liebknecht wegen Majeftätsbeleidigung erboben werden (Dresden). Verw. Fr. Gräfin Julia bon R einer Nothlage kaum die Yede scin. (Zuruf des Abg. | foll, ist für mich ein Beweis, daß der neue Kurs sehr bedenklich ist. NRangtau, verw. gew. Gräfin von Reventlow, geb. D errn von Manteuffel : Das ist do keine Landwirthschaft!) Die Seit dem Ministerium Lippe find solche Dinge niht vorgekommen. Grün zu Ranbau (Kiel). Hrn. Oberlehrer ( wirthe sind an den Fabriken betheiligt. Es ist auffällig, daß | Die egierung follte Achtung vor den Rechten der Bolkevertretung le Reichsshaßverwaltung es gerade in diæfem Jahre für angebracht

Je Breslau). Ôr- N eset [ haben; ih muß annehmen, daß es sih um ein vollständig bewußtes Dr. Carl Cotta Sohn Eri (Breslau) hält und die einmaligen Ausgaben auf der preußischen und der Reichsregierung handelt.

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Theater Untex den Linden. Behrenstr. 55/57. Direktion: Julius Frißshe. Freitag: Der lustige Krieg. Operette in 3 Akten von F. Zell und Nich. Genée. Musik von Johann Strauß. Regie: Herr Unger. Dirigent: Herr Kapell:neister Federmann. Hierauf: Tauz-Divertissement. Arrangiert vom Balletmeister Herrn Louis Gundlach.

Anfang 7L Uhr. Zum erften Male

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Deutsches Theater. Freitag (14. Abonnements- N Vlaun. Cyprieune. Anfang D r.

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“Sonnabend : Hamlet. Sonntag, 25 Uhr: Der Talisman. 7+ Uhr: Blan. Cyprienne. :

Bentral-Theater. Alte Zakobftrage Nr. 30. / —————- -— Direktion: Richard Schul. Freitag: Emil Berliner Theater. Freitag (15. Abonnements. | Thomas a. G. Anna Bâcers. Josefine Dora. Vorstellung): Heimgefunden. Anfang 72 Uhr. zum 105. Male: O, diese Verliner! Große

2 ¿ Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern (nach Se 4 Ae Sie Ba (Ermäßigte S gros „Reise durch Berlin“) von FJulius reund.

Preise.) 74 Uhr: Heimgefunden. Lebe Musik von Julius Einödshofer. Anfang —————— Sonnabend: O, diese Berliner!

Adolph Ernft-Theater. Freitag: Drittlegte Aufführung. Charley's Taute. Schwank in 3 Akten von Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut, Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und F. Kren. Jn Scene geseßt von Ad. Ernst. Anfana 7+ Uhr.

Sonnabend : Dieselbe Vorstellung.

In Vorbereitung: Ein fideles Corps. Große Gefangspo e mit Tanz. Nach dem englischen „A Gaiety Girl" frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren.

|

Verlobt: Frl. Marie von Arnim mit Hrn. Prem-- Lieut. von Unruh (Potsdam). Frl, Katharina Gutzeit mit Hrn. Oberförster Jacobi (Oberförsterei Padrojen bei Insterburg). l ;

Verehelicht: Hr. Prediger A. Dobberstein mi!

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N Gestern Schnee. ?) Dunst. 2) Rauhfrost. 4) Reif.

Lesing-Theater. Freitag: Zwei Wappen. Anfang 7X Uhr.

Sonnabend: Erster Duse- Abend. Die Camelien-Dame.

Sonntag: Zwei Wappen.

Montag: Zweiter und vorletzter Duse-Abend. La Locandiera.—Cavalleria rusticana.

Residenz - Theater. Blumenstraße Nr. 9. Direktion: Sigmund Lautenbuxg. Freitag: Zum 40. Male: ‘Der Unterpräfêtt. Schwank in 3 Akten von Leon Gaudillot. Deutsh von Marx Schönau. Vorher: Villa Vielliebchen. . Lust- in 1 Akt von Benno

Uebersicht der Witterung.

Die Depression im Nordwesten hat an Tiefe und Ausdehnung zugenommen, auf den Britischen Inseln vielfach stürmishe südwestlihe Winde verursachend, deren Ausbreitung über das Nordseegebiet demnächst wahrscheinlih is. Ein barometrishes Maximum liegt über dem südwestlihen Deutschland, ein zweites über dem Innern Rußlands. In Deutschland ist das Wetter ruhig, stark neblig und fast überall wärmer, ohne meßbare Niederschläge. Nordwest- deutshland hat Thauwetter, im übrigen Deutschland herrscht noch Frost. Da weitere Ausbreitung der Depression im Westen wahrsceinlih ist, so dürfte

Jacobson. Anfang Konzerte. ult, die Anleihen zu beschränken Borgehen Sollte

spiel

weitere Erwärmung für ganz Deutschland demnächst 7+ Uhr.

zu erwarten sein.

Theater-Anzeigen.

Bönigliche Schouspiele. Freitag: Opern- haus. 4, Symphonie-Abend der Königlichen Kapelle, Dirigent: Herr Felix Weingartner, Königlicher Konzertmeister. Solist: Herr Professor Halir, Königlicher Kapellmeister. Programm: 1) Ou-

Sonnabend und folgende Tage: Der Untervräfekt. Villa Vielliebchen. E

Neues Theater.

Freitag: Komödianten!? Lustjpiel in 4 Akten von Eduard Pailleron. mund Lautenburg.

Sonnabend, Nachmittags: Preisen: Minua von Barnhelm. zie in 9 Akten von Gotthold Ephraim Lessing.

Konzert-Ÿaus. Freitag: Konzert. Beethoven-Ouvert. v. Lassen. v. Weber. Kongreß“, f. Flôte v. Ciardi (Herr Semmering“

Birkus Renz (Karlstraße). läums-Vorftellung. Zum 50.

Schiffbauerdamm 4a. /5. Potpourri v. Conradi.

In Scene geseßt von Sig- Anfang 74 Uhr. u gänzli ermäßigten

bends: | En.

Eine Schauspiel. Ouvert. v. Hofmann. i ordog ¿. Tanz Siegfried-Idyll v. Wagner. „M „Carneval russ@“ Rößler). f.-Piston v. Hoh (Herr Werner).

Neu: 4 neue Musikeinlagen, Poa ma, gr.

Pastor em. Moriy Wilking (Breslau).

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Karl Mevhder-

Verantwortlicher Redakteur :

J. V.: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (S olz) in Berlin, Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagb- Anftalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Sechs Beilagen

(einshließlich Börsen-Beilage).

elodien-

„Edelweiß v.

R S T CRHA

Freitag: Jubi- Male: Tjo N

0 ordentlichen Einnahmen anzuweisen, rdinarium erheblih herabgesetzt worden ift.

if Is quotisierten direkten le Marine, deren Ausgaben cnorm anwachsen.

enn seitdem

Was hat sich d hon ein mächtiger Staat,

während

das Ertra- 6 l Unsere Finanzverhültnisse werden nit normal, so lange wir ‘niht einen bewealichen Faktor Steuer haben. Der bedenklihste Faktor f n Al ) wachsen. Früher haben die e von Rechts ín Bezug auf die Marine Sparsamkeit empfohlen

es mir vorgeworfen, daß ih kostspielige Schiffe bewilligt habe. geändert? Deutschland war damals auch der eine Flotte brauchte.

\ekretà Der Staats- r Dr, bon Boetticher hat formell das Recht, jede Beantwortung

lung seitens

das niht der Fall sein, sollte es Beamten handeln, fo wäre das genug. Mit Strafmandaten sin tämpfen; das zeigt das grofe Strafre kratische Partei führt. Es giebt als thümlihe Politik, durch welche allein hänger abspenstig gemacht werden kör des Parlaments widerspricht 1 Prinzipien: das hat Fürst Bis Diese Politik werden wir au

sid nur um das Vorgehen eines

Vorgehen auch immer noch auffällig d_ die Sozialdemokraten nicht zu be-

gister, welches die sozialdemo- einziges Mittel nur eine volfs- der Sozialdemokratie ihre An- inen. Die Kritik der Verwal- rit nit den monarchischen marck selbst mehrmals ausgesvrochen. ch in diesem Jahre treiben, und wir

hat ja immer die Hand an der Matrikularpumpe, und diese Matri- kularpumpe wird erst einmal aufhören zu funktionieren, wenn vamentlih die kleinen Staatsgebilde, die nicht die Möglichkeit haben, wie die großen Staaten, die Anforderungen des Reichs ausgleihend zu ver- theilen, einmal erklären: sie haben feinen Stoff mehr.

Meine Herren, in der Finanzreform liegt do der liberale Ge- danke: wir wollen aus dem Absolutismus der Mairikularbeiträge

übergehen zu einer finanziellen Konstitution, und ih meine, gerade