1894 / 303 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Königreich Preußen.

_ Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den A Es Engels zu Klausthal und Foigzick arakter als Geheimer Bergrath zu

zu Breslau den verleihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Geheimen Rechnungs - Revisoren bei der Ober- l Rechnungs - Räthen Karl Wilhelm Gib, Kutshmann und Dietrich den Charakter als

Rechnungskammer , Geheimer Rechnungs-Rath,

__ den Geheimen Rechnungs - Revisoren bei derselben Be- hörde Meißner, Möllermann und Shmüser den Cha-

rakter als Rechnungs-Rath,

dem Geheimen Registrator bei derselben Behörde, Kanzlei- Rath Steinbacher den Charakter als Geheimer Kanzlei-

Rath, und

den Geheimen Registratoren bei derselben Behörde Roth, Eckert und Kops den Charakter als Kanzlei - Rath zu ver-

leihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Kataster - Jnspektoren Neugebauer zu Gumbinnen,

Neumann zu L Rewald zu Frankfurt a. O. euer-

den Charakter als ath, sowie

dem Kataster-Kontroleur, Steuer-Jnspektor Fell zu Kre-

feld den Charakter als Rechnungs-Rath zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : dem Rendanten der Nene Beer

den Charakter als Rechnungs-Rath, und dem Geheimen Regi

Ministerium sowie leihen.

6 Seine Mäájestät der König haben Allergnädigst ge- ruht, den Provinzial-Landtag der Provinz Westfalen zum 10. Februar 1895 nah der Stadt Münster zu berufen.

Finanz-Ministerium.

Auf den Bericht vom 1. d. M. TIT C. 106. 11. 94 —, die Heranziehung der landwirthschaftlihen Brennereien zur Gewerbesteuer betreffend, wird der Königlichen Regierung er- widert, daß eine endgültige Entscheidung darüber, ob beziehungs- bi in welchem Maße die im landwirthschaftlichen Betrieb selb)tgewonnenen Roh- und Hilfsstoffe von der Noheinnahme der Brennerei in Abzug zu bringen seien, nur dur das zur Entscheidung über die Gewerbesteuerbeshwerden berufene Ober- Verwaltungsgericht erfolgen kann.

Na T Auffassung müssen die aus der Land- und Forstwirthschaft ar die Brennerei gelieferten Roh- und Hilfsstoffe nah ihren Marktpreisen zu den Betriebsausgaben der Brennerei gerechnet werden, da ihr Werth zu dem Ertrage nicht des allein der Gewerbesteuer unterliegenden Brennerei- betriebs, sondern der Land- oder Forstwirthschaft gehört. Dieser Auffassung entspriht es aber auf der anderen Seite, daß bei der Berehnung des Ertrags der Brennerei auch der Werth der von ihr an den landwirthschaftlichen Betricb ab- gegebenen Rückstände (Schlempe) nicht außer Betracht bleibt.

Berlin, den 13. Dezember 1894.

Der Finanz-Minister. Miquel. An die Königliche Regierung in Köslin.

h Abschrift erhält die Königliche Regierung zur Kenntniß- nahme. Berlin, den 17. Dezember 1894. Der Finanz-Minister. : Miquel. An die übrigen Königlichen Regierungen (ausscließlih Sigmaringen).

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Der Regierungs- und Baurath An derson zu Köslin ist an die Königliche Regierung in Danzig verseßt worden.

Der Regierungs- und Baurath Schattauer zu Cassel ist an das Königliche Ober-Präsidium in Koblenz verseßt und ihm die dortige Rheinstrom-Baudirektorstelle verliehen worden.

Der Regierungs- und Baurath S chlihting zu Danzig ist an die Königliche Regierung in. Gumbinnen, und

der Regierungs- und Baurath Biedermann zu Posen an die Königliche Regierung in Köslin verseßt worden.

Justiz-Ministerium.

Der Rechtsanwalt Bruno Obuch in Stolp i. P. ist zum Notar für den Bezirk des Ober-Landesgerichts Stettin, / N ung seines Wohnsiges in Stolp i. P., ernannt . worden. Der Gerichtéschreiber, Sekretär Becker is zum Geheimen Registrator, : die Kalkulatur-Assistenten Bartels und Voelcker sind zu Geheimen Kalkulatoren im Justiz-Ministerium ernannt.

Bekanntmachung.

In Gemäßheit des § 123 ad 2 der Deutshen Wehr- ordnung vom 22. November 1888 wird hierdurch bekannt emacht, daß die verstärkten Ersaßkommissionen behufs der

tisheidung über Gesuche um zeitweise Zurü{stellung bei nothwendigen Verstärkungen oder Mobilmachungen bezw. bei , Bildung von Ersaß-Truppentheilen am 8. April 1895 ihre nächste Sizung halten werden. /

Diejenigen in Berlin wohnenden Mannschaften der Re- ene arine-Reserve, Landwehr, Seewehr, Ersagzreserve und

arine - Ersahreserve, welhe auf Zurückstelung Anspruch machen, werden aufgefordert, ihre Gesuche unter Angabe ihrer Militärverhältni e und der Nummern, unter denen fie in den Listen der Königlihen Bezirks-Kommandos I bis 1Y Berlin

trator Fürstenberg im YJustiz- dem Geheimen expedierenden Sekretär Wichmann daselbst den Charakter als Kanzlei-Rath zu ver-

und beabsichtigt, am 12. Januar n. J. nah Havana in See zu gehen.

von Sansibar kommend, am 22. d.

geführi werden, im Laufe des Monats Januar 1895 E Militärbureau des hiesigen Magistrats ein- zubringen. Ebenso werden die auf Zurückstellung Anspruh machenden und sih hier aufhaltenden, ausgebildeten Landsturmpflihhtigen des 11. Aufgebots aufgefordert, ihre Gesuhe unter Angabe ihrer bisherigen Militärverhältnisse in der angegebenen Zeit bei dem bezeichneten Bureau einzureichen. Hierbei wird ausdrücklih bemerkt, daß die bereits früher berüdsihtigten Mannschaften ihre Anträge auf weitere Zurückstellung im Bedarfs- falle zu erneuern haben und die nah dem 31. Ja- nuar k. J. eingehenden Gesuche nicht berücksichtigt werden können. __ Nach Abhaltung des Termins am 8. April k. J. werden die Namen derjenigen Mannschaften, deren Gesuche für be- gründet erachtet worden sind, durch das „Jntelligenz: Blatt“ offentlih bekannt gemacht werden. ; __ Berlin, den 19. Dezember 1894. Die Königlichen Ersaßkommissionen der Aushebung s- bezirke Berlin.

Die Nummer 38 der Gesez-Sammlung, welhe von heute ab zur Ausgabe gelangt, enthält unter _ Nr. 9706 die Verfügung des Justiz-Ministers, betreffend die Anlegung des Grundbuchs für einen Theil der Bezirke der Amtsgerichte Düren, Gemünd, Jülich, Malmedy, Montjoie, Bonn, Eitorf, Euskirchen, Hennef, Geldern, Lobberih, Ahr- weiler, Koblenz, Kirhberg, Mayen, Simmern, Sinzig, Trar- bah, Bensberg, Lindlar, Wipperfürth, Köln, Bergheim, Opladen, Solingen, Lennep, Wermelskirchen, Völklingen, Tholey, Prüm, Hermeskeil und Bitburg. Vom 17. De- zember 1894. , Berlin W., den 27. Dezember 1894. Königliches Geseßsammlungs-Amt. Weberstedt.

Abgereist:

Seine Excellenz der Staats-Minister und Minister für Handel und Gewerbe Freiherr von Berlepsh, nach Mecklenburg-Schwerin.

Angekommen :

Seine Excellenz der Ministerial-Direktor im Ministerium der öffentlihen Arbeiten, Wirkliche Geheime Rath Brefeld, aus der Rheinprovinz. /

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 27. Dezember.

Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin kamen, wie „W. T. B.“ meldet, mit den vier ältesten Prinzen heute Mittag nah Berlin, um der Matinée im Königlihen Opernhause beizuwohnen. Nah be- endigter Vorstellung es wurde die Oper „Hänsel und Gretel“ aufgeführt begaben Sih Jhre Majestäten mit den Prinzen-Söhnen in das Königlihe Schloß, woselbst um 21/2 Uhr Frühstüstafel stattfand. Jm Laufe des Nachmittags gedachten Allerhöchstdieselben nah Wildpark bezw. dem Neuen Palais zurückzukehren.

e Diejenigen Personen, welche durch Abgabe von Karten Jhrer Majestät der Kaiserin und Königin ihre Glückwünsche zum Neujahrstage darzubringen beabsichtigen, werden gebeten, die Karten im Laufe des 31. Dezember bei JZhrer Excellenz der Frau Ober-Hofmeisterin Gräfin von Brockdorff im Einschreibzimmer unter Portal TV des König- lichen Schlosses hierselbst, vom Lustgarten aus links, abzugeben.

Der General der Junfanterie von Keßler, Genecral- Inspekteur des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens, und der General-Lieutenant von Scheel, Präses der Militär- Ober-Examinationskommission, sind hierher zurückgekehrt.

Der Kaiserliche Gesandte in Brüssel, Wirkliche Geheime Rath Graf von Alvensleben hat einen ihm Allerhöchst be- willigten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit fungiert der etatsmäßige Legations - Sekretär der Kaiserlichen Gesandtschaft, Legations-Rath Prinz von Thurn und Taxis als Geschäftsträger.

Der hiesige Königlih württembergische Gesandte Freiherr von Varnbüler hat einen kürzeren Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit Pg der Königlih württem- bergishe Militärbevollmächtigte Oberst und Flügel-Adjutant Freiherr von Watter als Geschäftsträger.

Laut telegraphisher Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist: S. M. S. „Gneisenau“, Kommandant Kapitän zur See da Fonseca-Wollheim, am 22. d. M. in Smyrna eingetroffen; S. M. S. „Alexan drine“, Kom- mandant Kapitän zur See Schmidt, am 22. d. M. in Che- mulpo eingetroffen und wollte am 25. d. M. wieder in See gehen; S. M. S. „Stosch“, Kommandant Kapitän zur See von Shuckmann, am 22. d. M. in Jamaika eingetroffen

Der Ablösungstcansport S. M. Schiffe „Möwe“ und „Seeadler“ ist mit dem Bb: pg e ADmiral!; „in Hamburg eingetroffen.

O

Württemberg.

ordentlichen Abgesandien des Kaisers von Rußland, General- Adjutanten, General der Jnfanterie von Swetchine, der dem König die Thronbesteigung des Kaisers anzuzeigen beauftragt war, in Audienz empfangen. Unmittelbar nah der Audienz bei Seiner Majestät dem König hatte der General die Ehre, von Jhrer Majestät der Königin empfangen zu werden. Abends war Galatafel im Speisesaal des Königlichen Residenzschlosses, zu der General Swetchine, die Mitglieder der russishen Gesandtschaft, der Prä- sident des Königlichen Staats - Ministeriums, Staats- Minister der auswärtigen Angelegenheiten Dr. Freiherr von Mittnacht, der kommandierende General des Württembergischen Armee-Korps von Wölcern, der Staats-Minister des Kriegs- wesens General-Lieutenant Freiherr Schott von Schottenstein, die oberen Hofchargen, der e die Flügel- Adiutanten sowie die Beamten des Ministeriums der aus- wärtigen Angelegenheiten eingeladen ware.

Wie der „St.-A. f. W./ vernimmt, werden die Neu- wahlen zum Landtag am 1. Februar n. J. stattfinden.

Sachsen-Weimar-Eiseunach.

Am Großherzoglichen Hofe ist das Weihnachtsfest ganz still, nur im Kreise der Familie, begangen worden. Auch die \onst üblichen Neujahrsempfänge werden nicht stattfinden.

Jhre Hoheiten der Peraog und die Herzogin Johann Albreht von Mecklenburg - Shwerin trafen am Sonntag zum Besuch am Großherzoglihen Hofe in Weimar ein. Höchstdieselben werden sih Anfang nächsten Jahres mit dem Reichs - Postdampfer der ostasiatishen Linie „Prinz Heinrih“, der am 2. Januar Bremerhaven verläßt, nah Ceylon begeben. Jhre Hoheiten werden in Neapel voraus- sichtlih am 16. Januar an Bord gehen.

Der Rechnungsaus\chuß des Landtägs hat vor einigen Tagen seine Arbeiten beendet.

Oldenburg.

(H.) Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfin am 21. d. M. den Sea tanten des Kaisers von Rufe land, Fürsten Barclay de Tolly in Audienz, um aus dessen Händen das Notifikationsschreiben über die Thron- besteigung des Kaisers Nikolaus I1. entgegenzunehmen.

Sachsen-Altenburg.

Der Landtag hat am 22. d. M. die Berathung über das Einkommensteuergeseß beendet und das Geseß in namentlicher L u fünf Stimmen angenommen. Der Entwurf über die Vorausleistungen gewerblicher Unternehmungen zum Wegebau wurde von der Re- gierung zurückgezogen, da der Landtag beschlossen hatte, daß auch E labeilicen unter das Geseßz fallen sollten. Der Staats-Minister von Helldorff erklärte darauf den Landtag, dessen Periode mit Ende dieses Jahres abläuft, für geschlossen. Mit einem dreimaligen Hoh auf Seine Hoheit den Herzog ging der Landtag auseinander.

Sachsen-Coburg-Gotha. Der russische General-Major à la suite Fürst Dolgorufki ist gestern in Coburg von Seiner Königlichen Hoheit dem H Is behufs Notifizierung der Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus Il. in Audienz empfangen worden.

Oefterreich-Ungarn.

Der hf hat sih gestern zu Gan Aufenthalt nah Budape|t begeben. Allerhöchstderselbe hat die Demission des ungarischen Ministeriums angenommen und es zugleih mit der Fortführung der Geschäfte bis zur Ernennung eines neuen Kabinets betraut.

Wie „W. T. B.“ meldet, wird das ungarische Unter- haus am 29. d. M. eine Sigung abhalten, worin der Minister- Präsident Dr. Wekerle die erfolgte Demission des Kabinets amilich ankündigen und die Gründe der Demis- sion angeben wird.

Frankreich.

Der Präsident der Republik Casimir-Perier empfing vorgestern den General Tschertkow, der ein Handschreiben des Kaisers Nikolaus überreichte, worin Allerhöchstdessen Thronbesteigung notifiziert wird. Der General hielt da- bei eine Ansprache, auf welhe der Präsident mit dem Ausdruck warmer Wünsche für den Kaiser von Ruß- land erwiderte. Der Minister - Präsident Dupuy war bei dem Empfang anwesend. Später fand zu Ehren des Generals Tschertkow bei dem Präsidenten dec Republik ein Diner statt, zu welhem die Mitglieder der russischen Botschaft, die Minister und mehrere Generale ge- laden waren. Der Präsident Casimir-Perier brachte bei der Tafel cinen Trinkspruch auf den Kaiser Nikvlaus, die Kaiserin Alexandra Feodorowna und die Kaiser- lihe Familie aus. Der General Tschertkow erwiderte den Trinkspruch mit einem Toast auf das Wohl des Prä- sidenten der Republik und dessen Gemahlin. / Der Minister des Auswärtigen Hanotaux ist von seinem Unwohlsein noh nicht vollständig wiederhergestellt und nohch immer gezwungen, das Zimmer zu hüten. Gegen Ende der Woche gedenkt sich der Minister nah Cannes zu begeben. Der Minister-Präsident Dupuy wird während der Abwesen- heit des Ministers Hanotaux die Geschäfte des Auswärtigen Amts wah: nehmen. :

Jn französishen Blättern wird ungeachtet wiederholter halbamtlicher Berichtigungen noch immer die deutsche Bot - schaft mit dem Prozeß Dreyfus in Verbindung gc- braht; insbesondere wird behauptet, der. deutshe Bot- schafter Graf Münster habe auf Ausschluß der Oeffentlich- keit gedrungen, weil die Anklage auf ein bei der Botschaft entwendetes Schriftstück gegründet sei. Demgegenüber wird, wie „W. T. B.“ meldet, von berufener Seite nohmals auf das nachdrücklichste erklärt, daß alle dieseBeha Pun gen ledig- lihtendenziöse Erfindungen seien undeinen dreisten Versuch darstellten, den Thatbestand zu verschleiern. Die deutsche Botschaft habe mit Dreyfus weder direkt noch in- direkt jemals die geringste Verbindung gean], und es könne daher von der Entwendung eines von Dreyfus her- rührenden Schriftstücks ebenso wenig die Rede sein, wie von einem Eintreten für geheime Verhandlung. ;

Die Deputirtenkammer genehmigte am Montag mik 457 gegen 55 Stimmen das Budgetprovisorium von zwe

Zwölfteln. Der Kriegs-Minister General Mercier bracht

Seine Majestät der König hat am 22. d. M. den außer-

F E s L : : #

sodann cinen Se E ein, ‘wonach jede Militärperson,

die sich des Verraths schuldig gemacht hat, sei es im Frieden oder während eines Krieges, mit dem Tode bestraft werden soll. Der Entwurf wurde der Armeekommission überwiesen. Der De- putirte Jaurès (Sozialist) brachte einen Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe aus dem Militärstrafgeseßbuch ein, da sie nur an gemeinen Soldaten vollstreckt werde. Er behauptete, troß des Einspruchs des Präsidenten und des Widerspruchs des entrums, daß das Geseß die Verurtheilung des Hauptmanns reyfus zum Tode zulasse, und verlangte die Dringlich- feit für seinen Antrag. Der Minister-Präsident Dupuy beantragte Uebergang zur Tagesordnung; er beschuldigte die Jnternationalisten, daß sie die Hierarhie im Hecre anzugreifen suchten, und stellte die Vertrauensfrage. Hierauf bemerkte Jaurès® es sei vermessen, vom Juter- nationalismus zu sprechen, nachdem die Regierung am Sonn- abend eine Gesellshaft kosmopolitisher Ausbeuter gegen die Kundgebung der Kammer zu s{hüßen gesucht habe. (Großer Lärm.) (Der Arbeits-Miniser Barthou rief: „Sie lügen!“ LebhafteZwischenrufe. Barthou undRouanet wurden zur Ord- nung gerufen.) Jaurès erwiderte: „Das Lügen ist niht auf unserer. Seite , sondern bei der Regierung, die sich auf den Patriotismus gaufspielt.“ Der Kammer-Präsident Brisson beantragte, die zeitweilige Ausschlicßung gegen Jaurès aus- zusprechen; die Ausschließung wurde mit großer Mehrheit beshlossen, worauf Jaurès den Saal verließ. - (Hef- tiger Lärm auf der äußersten Linken; der Prä- sident hob die Sißung auf.) Nach 5 Minuten wurde die Sihung wieder aufgenommen und unter lebhafter Be- wegung mit 437 ge en 85 Stimmen der Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. Der Deputirte Gauthier zog seine Jnterpellation über die Angelegenheit Dreyfus zurü, beantragte aber die Dringlichkeit für die Vorlage des Kriegs- Ministers. Der Kriegs-Minister {loß sich_ dem Antrag Gauthier an. Der Deputirte Millerand (Sozialist) suchte nachzuweisen, daß Dreyfus mit dem Tode hätte bestraft werden fönnen. Die Dringlichkeit für die Vorlage des Kriegs-Ministers wurde mit 542 gegen 2 Stimmen ange- nommen nnd darauf die Sißung geschlossen. i

Jm Senat brachte Morellet (Republikaner) einen Antrag ein, wonach das Verbrechen des Verraths niemals als ein politishes behandelt werden soll. E

Bei der am vergangenen Sonntag im 13. Arrondissement von Paris vorgenommenen Wahl zur Deputirtenkammer erhielt Gérault Richard (revolutionärer Sozialist), der si zur Zeit 1m Gefängniß Sainte Pélagie befindet, die größte Stimmenzahl; doch ist eine Stichwahl erforderlich.

Zwischen dem Minister der öffentlichen Arbeiten Barth ou und dem Deputirten Faurè s fand infolge der Vorgänge in der Deputirtenkammer am Dienstag ein Duell statt. Keiner der beiden Duellanten wurde verleßt. |

Der Kommissar Clément hat am Dienstag einen ge- gewissen Mirmande, den Direktor eines. Winkelblättchens in Levallois-Perret, der in eine Erpressungs-Angelegenheit ver- wielt sein soll, verhaftet. Jn derselben Sache wurde in der vergangenen Woche der A Dauriac verhaftet, dessen Opfer ein Banquier in Senlis ist.

Rußland.

Der Kaiser und die Kaiserin haben sich, wie „W. T.B.“ aus St. Petersburg erfährt, am vergangenen Sonntag nah Zarskoje-Selo begeben, wo Allerhöchstdieselben bis zum 5. Januar zu verweilen gedenken. : ;

Die Reise der Kaiserin-Wittwe nah dem Kaukasus ist auf unbestimmte Zeit vershoben worden.

Der Kaiser hat den Großfürsten Sergius zum Vor- sißenden des Comités für Errichtung eines Denkmals für den Kaiser Alexander 111. ernannt. i

Einer offiziellen Bekanntmachung zufolge hat der Kaiser die Würde des Ehren-Präsidenten der Artillerie-Akademie übernommen und dem Großfürsten Michael Nikolazje- wit ch die Würde des Ehren-Vize-Präsidenten dieser Akademie verliehen. | L

Durch Kaiserlihe Ordre vom 25. d. M. ist der bisherige Botschafter in Berlin Graf Schuwalow zum General- Gouverneur in Warschau und Kommandierenden des Warschauer Militärbezirks ernannt worden. Der General Gurko is} gestern von Warschau ins Ausland ab-

ercist. Die Behörden sowie eine Abtheilung Militär gaben bm das Geleit zum Bahnhof.

Ftalien.

270 Deputirte aller Parteien haben dem Präsidium der Kammer am Montag folgende Resolution übermittelt: Die Kammer, beseelt von den Prinzipien des Völkerrechts, die I seine Existenz gaben, drückt den rumänischen

ölkern, die ebenso edel kämpfen, um ihre Unabhängigkeit und die gemeinsame lateinishe Nationalität zu vertheidigen, ihre tiefe Sy mpathie aus. O . :

Bezüglich dieser Resolution weist die „ZJtalie“ darauf hin, daß sie noh nicht die Sanktion der Kammer erhalten habe. Zahlreiche Deputirte hätten die Erklärung unterzeichnet, ohne zu wissen, wovon dieselbe handle; wenn sie vor die Kammer komme, werde sih die Regierung der Berathung, jedenfalls aber der Annahme widerseßen. : : G

Cavallotti hat ein Schreiben an seine Wähler gee worin er, wie „W. T. B.“ meldet, unter heftigen

ngriffen auf den Minister - Präsidenten Crispi gegen die Vertagung der Kammer protestiert. :

Der Leiter der „Correspondance de Rome“, Darco urt, ist gestern aus Jtalien ausgewiesen worden. Der „Fanfulla“ bemerkt dazu, der wahre Name desselben sei Delafosse und die Ausweisung wegen zweier von französischen Gerichtshöfen aus- gesprochenen Wen aelluincen wegen Betrugs und versuchten

etrugs erfolgt. E

Jn der am e an die Kardinäle gehaltenen An- sprache (siche Nr. 302 d. Bl.) stellte der A wie „W. T. B. weiter berichtet, das Wiedererwachen des Glaubens bei den Nationen fest. Die Nationen seien infolge der Enttäuschungen und Unglücksfälle, die sie erfahren hätten, sowie infolge der wachsen- den Gesghren zu der Erkenntniß gelangt, daf die bürgerlichen

_ Tugenden und Gesetze sowie strenge Maßnahmen allein nicht aus-

reichten, die Massen im Zaum zu halten. Es erscheine des- halb von höchster Wichtigkeit, daß alle usammenwirkten, damit der Glaube das öffentlihe und das Privatleben durch- dringe, der Name Gottes in den gesezgebenden Versammlungen, in den Vereinen und Familien mit Ehrfurcht ge- nannt werde und die Regierenden die Religion in den Heeren und der Bevölkerung förderten. Gestern empfing der Papst den Kommandanten und

neun Offiziere des amerikanishen Kriegs\hiffs

f

“Detvott. Der ROE sprach in warmen Worten seine Sympathie für die Vereinigten Staaten aus und lobte deren raschen Fortschritt unter den E Nationen; besonders glücklih sei er darüber, daß die Vereinigten Staaten in Religiosität voranschritten. Jn einigen Wochen werde er eine Encyclica an den Episkopat der Vereinigten Staaten richten, worin er ihm sein Wohlwollen bezeugen werde. Nach der Audienz folgten der Kommandant und die Offiziere einer Einladung zu einer: offiziellen Diner im N Kollegium, woran auh der amerikanische Botschafter, der amerikanische Konsul und die Mitglieder der Botschaft theil- nahmen. Spanien.

Die Königin -Regentin hat am Dienstag in feierlicher Audienz den mit der Notifikation der Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus von Rußland beauftragten Fürsten Jm cretinsky empfangen. G

Die Einnahmen in den ersten fünf Monaten des laufenden Finanzjahres ergeben cin Mehr von 9 768 351 Pesetas gegen den gleihen Zeitraum des Jahres 1893/94.

Türkei.

Nach einer Meldung des „Reutershen Bureaus“ aus Konstantinopel vom 25. d. M. hat der Sultan die Ge- nehmigung zur Theilnahme des amerikanishen Konsuls Jewett an der Reise der armenishen Untersuchungs- kommission bestimmt abgelehnt. Es sei daher sehr zweifelhaft, ob die Vereinigten Staaten sih überhaupt an der Unter- suchung der grmenischen Angelegenheit betheiligen würden.

Rumänien.

Jn der am Dienstag abgehaltenen Sißung der Depu- tirtenkammer b-antragte die Opposition, wie „W. T. B.“ berichtet, das Bureau der Kammer solle der italienischen Kammer danken für den Antrag einer Anzahl von italienishen Deputirten, den Rumänen für die Vertheidigung ihrer Nationalitäiu Sympathie auszu- drücken. Jm Laufe der Debatte erklärte der Minister des Auswärtigen Lahovary, die Nachricht sei nicht offiziell bestätigt worden; da die italienische Kammer zur Zeit vertagt sei, könne die Kundgebung der italienischen Deputirten nur eine private sein, und es würde daher nicht passend sein, sie mit einem feierlichen Kammervotum zu beantworten. Die Regierung müsse die Verantwortung dafür ablehnen. Mit der Erklärung des Präsidenten der Kammcr, er werde über den Antrag nicht abstimmen lassen, war der Zwischenfall erledigt. Jn ihrer gestrigen Sißung hat die Kammer einstimmig einen Geseß- entwurf angenommen, wonach Mais an bedürftige Landleute zur Vertheilung gelangen soll. Im Senat erklärte am Dienstag der Handels-Minister Carp bei der Fortseßung der Adreß- debatte, durch das Hineinziehen der Regierung in die sieben- bürgishe Frage benehme man leßterer ihren nationalen und kulturelten Charakter und verleihe ihr einen politischen Charakter. Die rumänishe Regierung erlaube niemandem eine Ein mischung in die inneren Angelegenheiten Rumäniens, und das gleihe Recht könne man Ungarn nicht bestreiten. Die rumänische Politik könne sih nicht ausschließlich um die steben- bürgische Frage drehen; jede Jntervention müsse als gefährlich zurückgewiesen werden, denn das würde heißen, die Gegenwart einer ungewissen Zukunft opfern. A :

Der Deputirte Nikolaus Filipesco hat eine Adresse verfaßt, welhe von allen Deputirten unterzeichnet und ohne Vermittelung des Kammer-Bureaus direkt an die italienischen Deputirten versendet werden wird.

Das Budget für das Finanzjahr 1895/96 balanciert mit 210,3 Millionen Francs bei einem Mehraufwand von 7 129 235 Francs gegen das Vorjahr. Mehr als die Hälfte dieser leßteren Summe entfällt auf die Annuität der neuen Anleihe von 120 Millionen.

Serbien.

Jn dem Prozeß Cebinac wurden die Verhandlungen am Sonnabend fortgeseßt. Bei der Konfrontation der Ange- klagten Cebinac und Dimic erklärte der erstere, der Prinz Peter Karadjiordjewic habe ihm und Dimic bei einer Zu- sammenkunft in Wien mitgetheilt, daß der Fürst von Monte- negro die Verwahrung verfaßt habe, die der Prinz Karadjior- djewic im vorigen Jahr in einem Wiener Blatte gegen die Meldung veröffentlicht hatte, daß er, Peter Karadjiordjewic, auf seine Thronrechte verzichtet habe. Das betreffende Manu- skript sei ihnen vorgezeigt worden. Unter den am Montag vernommenen Zeugen befand sich auch der frühere Minister des Auswärtigen Nikolic, der bestätigte, daß der Angeklagte Dimic seine Begegnung mit dem Prinzen Peter Karadjior- djewic niht verheimliht habe. Jn der Verhandlung am Dienstag sagte der frühere Gesandte in Berlin Chriftic aus, er habe keinerlei Verbindung mit Cebinac gehabt und diesem kein Schreiben für den Prinzen Peter Karadjiordjewic übergeben.

Bulgarien.

Bei der gestrigen Spezialberathung des Budgets in der Sobranje verlangten Takew, Dogramadjew und die ozialistishen Abgeordneten die Herabsezung der Zivil- sliste des Prinzen Ferdinand von Sachsen-Coburg. Der Minister- Präsident Stoilow bekämpfte, von wiederholtem großen Beifall der Majorität unterbrochen, dieses Verlangen, indem er ausführte, die Zivilliste könne nur durch ein besonderes Geseh abgeändert werden, und mit warmen Worten die Noth- wendigkeit der Aufrechterhaltung und Festigung des monarchi- schen Prinzips betonte. Nachdem sich der Präsident der Sobranje in gleichem Sinne ausgesprochen hatte, wurde der Titel dioilliste“ unter dem Beifall des Hauses angenommen.

Amerika.

Der „Times“ wird aus Philadelphia gemeldet, der Abg. Bland habe die Absicht ausgesprochen, nahdem das Repräsen- tantenhaus wieder zusammengetreten sein werde, einen Antrag auf freic Silberprägung einzubringen als Ersaß für den Münzgeseßentwurf. Ob sein Antrag die Zustimmung der Mehrheit erlangen werde, sei zweifelhaft.

Afien.

Das japanische Parlament ist am Montag mit einer Thronrede eröffnet worden, worin dem „W. T. B.“ zufolge auf die von den japanischen Truppen errungenen Siege hin- gewiesen und hervorgehoben wird, daß die Truppen unauf- haltsam in des Feindes Land vordrängen. Ungeachtet der

errshenden Kälte und der den Truppen auferlegten Ent- Bein sei ihre Haltung vorzüglicher denn zuvor. Die Be-

d ilhe der neutralen Mächte o fa i seien so freund- Revi

chaftlihe, wie nur je. Die on der Verträge, den

Wünschen Japans entsprechend, sei mit G Staaten bereits zum Abschluß i Ea mit A Ländern

mache sie bedeutende Fortschritte. Jn so r eihèr Lage habe Japan den festen Willen, in der Zivilisation fort- zuschreiten. Die Thronrede schließt mit dem Rath, das Parlament möge die innere und äußere Lage des Landes in Erwägung E und dadur die vollständige Uebereinstimmung zwischen der Regierung und dem Volk sicherstellen. Dem „Reuter'shen Bureau“ wird aus Yokohama ge- meldet: Nach den japanishen Blättern seien in der Schlacht_bei Haitscheng am 19. d. M. auf Ras Seite 2 Offiziere, 52 Soldaten gefallen und 12 Offiziere und 356 Soldaten verwundet worden. Die tóreanit@s Regierung habe beschlossen, bei Japan eine Anleihe von 5 Millionen Dollars aufzunehmen und für 5 Millionen Bankbillets auszugeben. Die Tonghaks hätten Haiju, die Wan der Provinz Hwangheido, eingenommen, den ouverneur vertrieben und einen - ihrer Häuptlinge als Gouverneur eingeseßt. Ferner hätten fie drei Städte im Süden des Landes in Brand gesleckt.

Von gean meldet dasselbe Bureau, der General No dzu, der Befehlshaber der ersten japanishen Armee, habe tele- graphiert, daß die Lage in Feng-Huang-Tscheng unverändert sei. Eine Depesche des Generals Katsura aus U Gens vom 24, d. M. melde, daß der esisGe

eneral Sung nah der Niederlage bei Kogasai sich nah Niutschuang zurückbegeben, sodann aber lehteren Ort verlassen und sich mit dem größten Theil der dort liegenden Truppen nah Denschodai zurückgezogen habe; in Niutshuang befänden sich jeßt keine chinesishen Truppen. Die chinesischen Streitkräfte in Naisambarsi seien seit dem 18. d. M. mit der Ausdehnung der Ber- schanzungen und der Verstärkung der Kavallerie beschäftigt. Jn der Richtung von Potschi ausgesandte. Rekognoscierungs-

Truppen von Cilco die Küste entlang vorrüten. Afrika. Die „Times“ erfährt aus Kairo, Nubar einem Spaziergang auf seiner Besizung in geglitten und habe sich das Bein gebrochen.

asche: sei bei hoobra aus-

Nr. 51 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, herausgegeben im M inisterium der öffentliche n Arbeiten, vom 22. Dezember, hat folgenden Inhalt: Die Melioration des Nil- thales und die Insel Philae. (Schluß.) Das neue Lehrer-Seminar in Ragnit. Landhaus Kalisch-Lehmann in der Kolonie Grunewald bei Berlin. Regulierung der Flüsse für das Niedrigwasser. Vermischtes: Großschiffahrtsweg der oberen Oder. Die Provinzial- fommifsion zur Erhaltung der Denkmäler in Brandenburg. Architekt August Kloth in

Kunft und Wissenschaft.

Das Weihnachtsgeschenk, welches, wie in Nr. 302 d. Bl. unter „Niederlande“ berichtet wurde, der Flügel-Adjutant Major Graf von Moltke im Auftrage Seiner Majestät des Kaisers und Königs Ihrer Majestät der Königin der Niederlande im Haag über- reihte, war dem „W. T. B.* zufolge ein Jugendporträt Wilhelm?’s von Oranien, dessen Original sih in der Galerie zu Cassel befindet. Da in den Niederlanden kein ähnlihes Porträt aus der Jugendzeit Wilhelm’'s von Oranien erxistiert, so ließ Seine Majestät eine Kopie des Casseler Originals anfertigen und machte diefe Ihrer Majestät der Königin der Niederlande zum Geschenk.

Das Lehrpyrogramm der Humboldt-Akademie für das am 7. Januar 1895 beginnende Vierteljahr, enthaltend die ausführ- lichen Anzeigen von 49 Vortragscyclen und Unterrichtskursen aus fast allen Wissensgebieten, ist ershienen und wird in einer Anzahl be- kannter Buchhandlungen, im Verein junger Kaufleute (Beuth- ftraße 2017), im „Invalidendank“ und in den Bureaus der Akademie Zentralbuchhandlung, Zentralhotel Laden 14, und Buchhandlung von

aase u. Mues, Potsdamerstraße 116 a) unentgeltlich ausgegeben. Die Vorlesungen und Kurse werden an den Wochenabenden oder Nachmittagen in den zwei Lehrstätten, dem Dorotheenstädtischen und dem Falk - Realgymnasium, für Herren und Damen gehalten. Neben den bisherigen bewährten Lehrkräften werden die neu gewonnenen Dozenten Baumeister O. Joseph (Baukunst des klassischen Alter- thums), Dr. Moriß Meyer, Dozent der Königlichen Technischen Hoch- schule und Nedakteur bei der „Bossischen Zeitung“ (Geld -und Werth- papiere), Dr. Paul Oertmann, Privatdozent an der Königlichen Universität (Einführung in die RNechtswissenschaft und Handels- und Wedchselreht), Dozent Gustavo Sacerdoti (italienische Literatur und Grammatik) im nächsten Vierteljahr thätig sein. Im leßten Lehr- quartal waren 45 Vortragscyclen und Kurse von zusammen 1310 ein- geschriebenen Hörern besucht: die höchste bis jeßt in cinem Vierteljahr erreihte Ziffer.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrung®- Maßregeln.

Preußen. Der Staatskommissar für das Memel-Pregelgebiet hat dur Bekanntmahung vom 16. Dezember 1894 die Aufhebung des Ueberwachungsdienstes im Bezirk Lapsau zum 18. desselben Monats angeordnet. E i : Es sind nunmehr sämmtlihe&Stromüberwachungsstellen im dortigen Gebiet geschlossen. | : i Regierungsbezirk Königsberg. Der Regicrungs- Präsident hat unterm 20. November 1894 die Pole Lma vom 24. Mai 1894, betreffend das Verbot des Uebertritts von FeCos aus Rußland über die preußishe Grenze innerhalb der eise Neidenburg und Ortelsburg, aufgehoben. (Vergl. „R.-A. Nr. 121 vom 25. Mai 1894.) *

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Königliches Schauspielhaus. i

„Halali“, das die Zuschauer wieder jeh belustigte, ein einaktiger Schwank desselben Verfassers „Die

Beifall des Publikums gegeben. Der neue Schwank harmloses, fröhlihes kleines Theaterstück, das E am Wei nachtsabend in einem soldatischen Waghtlokal pielt und durd den lihten Weihnachtêbaum rechte Weihnachtsftimmung ver- breitet. Ein Einjähriger, dem seine heimlihe Braut in der Wachtstube beschert, wird von dem Ronde-Lieutenant und den Vater seiner Braut überrascht, der nun gezwungen ist, seine Ein gung zu dem bis dahin heimlihen Bunde zu geben. Die dramatis Kleinigkeit wurde sehr beifallswürdig von Fräulein von Ma

Herrn Per ge (Einjähriger), Herrn Keßler (Lieutenant), Oberläuder (Vater der Braut) und Herrn Hartmann

der den Puter des Einjährigen, in polnischem Dialekt sprechen komisch gestaltete. O

Abtheilungen hätten gemeldet, daß 8000 Mann chinesischer -

erlin F. Büchershau. Neue Patente.

Theater und Musik. i

Gestern Abend wurde nah Richard Skowronnek?s Lustspiel : stille Wache“ unter dem

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